Checkliste für den Zero Waste Einkauf

Verpackungsfrei einzukaufen bedeutet nicht nur, zu gucken, wo man überhaupt Sachen unverpackt bekommt (Tipps dazu hier), sondern meistens eben auch, vorbereitet einkaufen zu gehen.

Wie man sich auch vorher eine Einkaufsliste macht, packen wir uns nun auch vorher das ein, was wir für den Einkauf benötigen. Das heißt nicht, dass wir nicht spontan einkaufen gehen. Der Großteil unserer Einkäufe geschieht sogar nach wie vor spontan! Das liegt daran, dass wir hauptsächlich Obst und Gemüse einkaufen (ca. 1 bis 2 Mal die Woche), und dafür reicht häufig der Einkaufsbeutel, den wir sowieso immer dabei haben, denn man kann fast alles lose aufs Band legen. Manchmal haben wir aber sogar ein oder zwei Wäschenetze eingesteckt. Den vorbereiteten Einkauf machen wir eigentlich nur so 1-2x im Monat.

Viele denken, man muss nun so viel mehr Zeit mit Einkaufen verbringen. Das stimmt aber so nicht – im Gegenteil, wir verbringen viel viel weniger Zeit nun damit :D! Im Gegensatz zu früher rennen wir nicht mehr andauernd in die Drogerie, weil schon wieder eines unser unzähligen Pflege-, Kosmetik- und Haushaltsprodukte wieder aufgebraucht ist.

Wie häufig wir noch einkaufen gehen

Hier bekommt ihr mal einen Eindruck davon, wie häufig wir überhaupt noch einkaufen gehen. Das ist jetzt nicht die Richtlinie für alle, die Zero Waste leben wollen, sondern wirklich nur unsere ganz individuellen Gewohnheiten.

  • 1 – 2x pro Woche frisches Obst und Gemüse im BIO-Laden bei uns um die Ecke
  • Alle 4 bis 6 Wochen füllen wir unsere Gläser mit Trockenware (Linsen, Bohnen, Nüsse, getrocknete Früchte usw.) auf, dafür fahren meistens in die Nachbarstadt Essen und verbinden das immer mit einem Restaurantbesuch 🙂
  • Alle 4 bis 6 Wochen kaufen wir Tofu und andere „nasse“ Sachen wie Oliven und Antipasti und auch ein paar vegane Bratlinge von der Bratlingtheke in einem BIO-Laden ein paar U-Bahn-Haltestellen von uns entfernt
  • Ich schätze mal, dass wir ungefähr 1x jedes dreiviertel Jahr Tee nachkaufen müssen (das letzte Mal war ich vor 9 Monaten, und es wird langsam wieder Zeit)
  • Zum Bäcker gehen wir mehr oder weniger unregelmäßig, weil ich ja viel backe (ich blogge schließlich über veganes Backen 😉). Mein Mann gönnt sich jeden Sonntag seine Simits, aber sonst kaufen wir eigentlich hauptsächlich, wenn wir unterwegs sind und etwas für den Weg brauchen oder vergessen haben, uns was für die Arbeit an Essen mitzunehmen. Deswegen haben wir immer einen sauberen Brotbeutel im Rucksack.
  • Drogerieartikel kaufen wir gar nicht mehr! Wir brauchen nur noch Essigessenz (gibt es in jedem Supermarkt oder jeder Drogerie), Apfelessig (für die Haare), Olivenölseife, Natron/Waschsoda und zum Eincremen Öle, mit denen wir auch kochen. Diese Sachen sind so ergiebig, dass wir sie seit einem Jahr noch nicht nachkaufen mussten. Also würde ich das unter 1x im Jahr verbuchen.
    • Unser Verbrauch zu zweit in einem Jahr bisher
      • 2 Flaschen Essigessenz (1 EL auf 300 ml Wasser reicht für einen sehr guten Essigreiniger!)
      • 1,5 Packungen Waschsoda (als Spülmaschinenmittel und für unser selbstgemachtes Wasch- und Spülmittel)
      • 2,5 große Stücke (ca. 200 g) Olivenölseife (damit duschen wir, waschen uns Hände und Gesicht, machen daraus Wasch- und Spülmittel)
  • Kleidung kaufen wir eigentlich auch nicht mehr bzw. wirklich nur noch nach Bedarf. Ich komme eher immer mehr oder weniger zufällig und eigentlich immer ohne viel Aufwand an „neue“ second-hand Kleidungsstücke: Wenn eine Freundin mal ihren Kleiderschrank ausmistet, oder ich sehe zufällig in einer Facebook-Gruppe etwas, was jemand loswerden will und mir gefällt, oder es ist im Café nebenan wieder eine Klamottentauschparty. Neue Kleidung habe ich mir das letzte Mal vor ca. 2 Jahren gekauft. Wenn ich etwas ganz Bestimmtes nachkaufen will, dann guck ich auch bei Kleiderkreisel (ich suche gerade unzerstörbare Biker-Boots für den Winter). Wenn ich ein „neues“ Stück habe, sortiere ich ein „altes“ dafür aus und verschenke es weiter.
    Mein Mann wird sich aber bald wieder einen Schwung neue Kleidung für die Arbeit kaufen. Er will statt second-hand lieber nach Fairtrade-Kleidung gucken.

Ja, und mehr brauchen wir jetzt eigentlich auch nicht. Unsere Wohnung hat mehr Einrichtungs- und Dekogegenstände als uns lieb ist und auch sonst sind wir eigentlich komplett ausgestattet. Kein andauerndes Abscannen der Auslagen, kein Stöbern nach Zeugs, das zu Hause sofort wieder in Vergessenheit gerät, Platz wegnimmt und auch noch geputzt werden muss.

Checkliste

Gläser für den Zero Waste EInkauf

  • Gläser oder kleine Stoffbeutel mit Kordeln zum zuziehen
    • Für Trockenwaren, z.B. Nüsse, Haferflocken, Hülsenfrüchte, getrocknete Früchte
    • In kleinen Stoffbeuteln kann man außerdem gut lose Seife kaufen
    • Gläser sind praktisch, weil man sie direkt so in den Schrank stellen kann, den Inhalt aus den Stoffbeuteln muss man zu Hause erst umfüllen
    • Stoffbeutel sind praktisch, weil sie im Gegensatz zu den Gläsern nichts wiegen und nicht zerbrechen können
Wäschenetz und Stoffbeutel mit Kordel zum zuziehen für den Zero Waste Einkauf

Wäschenetz und Beutel mit Kordel zum zuziehen

  • Wäschenetze
    • Für loses Obst und Gemüse
    • Davon brauchen wir in der Regel höchstens 2 bis 3 auf einmal, weil man das meiste an Obst und Gemüse lose aufs Band legen kann. Nur kleine lose Sachen oder größere Mengen wie z.B. bei Pflaumen, Kirschtomaten, Kartoffeln, Zwiebeln verwenden wir Wäschenetze
    • Wäschenetze sind praktisch, weil man den Inhalt dadurch sehen kann und sie fast nichts wiegen
  • Tupperdosen oder Gläser
    • Für „nasse“ Sachen wie Oliven, Antipasti, Tofu, Käse, Bratlinge

Trichter und Folienstift

  • Trichter mit weiter Öffnung, z.B. Trichter zum Einmachen
    • Wir verwenden aber den Trichter von unserer Spülmaschine für das Einfüllen von Spülmaschinensalz – die Größe stimmt 😉
    • Ein Trichter ist sehr praktisch, weil die Öffnungen der Spender häufig viel zu groß sind für die meisten Gläser!
  • Eventuell einen wasserlöslichen Folienstift
    • Mit dem Folienstift kann man schnell mal etwas auf dem Glas notieren: Gewicht des Glases, Nummer der Ware, oder was ihr in das Glas füllen wolltet (z.B. statt Einkaufsliste)
Wir hatten zur Hochzeit einen selbstgenähten und -bestickten Brötchenbeutel geschenkt bekommen ❤️

Wir hatten zur Hochzeit einen selbstgenähten und -bestickten Brötchenbeutel geschenkt bekommen ❤️

  • Stoffbeutel für Brot und Brötchen
    • Ein kleinerer Jutebeutel tut’s auch
    • Beutel waschen nicht vergessen 😉
    • Brötchen und Brot mit einer Zange über die Theke reichen lassen, selbst in den Beutel tun
    • Beim SB-Bäcker kann das Backgut auch direkt in den Beutel; an der Kasse einfach den Beutel aufhalten und zeigen, was man drin hat
Die Flaschentasche erspart einem viel Stress mit klackernden Gläsern

Die Flaschentasche erspart einem viel Stress mit klackernden Gläsern. Sie ist auch auf die Grundfläche eines Fahrradkorbes angepasst.

  • Evtl. eine Flaschentasche, worin ihr die Gläser gut transportieren könnt (eigentlich für Mehrwegflaschen gedacht)
    • Wir verwenden vor allem die schmalen Rotkohlgläser mit 750ml Fassvermögen, die passen wunderbar in die Fächer. Ansonsten gibt es in fast gleichen Gläsern auch Bohnen, Erbsen oder Apfelmus zu kaufen
    • Für kleinere Mengen verwenden wir die Gläser, in denen z.B. Kichererbsen oder weiße Bohnen in BIO-Abteilungen verkauft werden, die passen auch übereinander gestapelt in ein Flaschenfach

Tee-/Kaffeedose und Glas für den Einkauf von losem Tee und Kaffee

  • Tee- bzw. Kaffeedosen oder auch einfach Gläser für den Einkauf von Kaffee und Tee
  • Einkaufstasche, Einkaufskorb, Jutebeutel, Rucksack, Sporttasche usw.
    • Um all eure Einkäufe nach Hause zu wuchten 😉
  • Gute Laune und Offenheit für einen Schnack
    • Keine neue Erkenntnis: Wer ficken verpackungsfrei einkaufen will, muss freundlich sein 😉
    • Man wird gerade in BIO-Märkten häufig angesprochen und trifft auf viel Begeisterung und Interesse. Das ist auch super, weil einige BIO-Märkte dann tatsächlich überlegen, was sie in der Hinsicht noch alles machen können! (In „normalen“ Supermärkten passiert das nicht so sehr, aber auch da zuckt keiner mit der Wimper, wenn man die Wäschenetze aufs Band legt)
    • Ich persönlich finde das so auch viel netter. Bei Aldi an der Kasse hatte ich früher regelmäßig Schweißausbrüche vor Stress, weil ich einfach zu langsam war XD. In Großmärkten wie Kaufland bin ich andauernd verloren gegangen und wundere mich, dass ich noch nicht ausgerufen wurde („Die kleine Shia wird vermisst….“). Da wir nun viel seltener einkaufen müssen, haben wir auch gar nicht das Gefühl, dass uns Zeit „verloren geht“. Und ist es nicht schön, wiedererkannt statt abgefertigt zu werden :)?

26 Kommentare

  1. Super Beitrag! Deine Einstellung ist echt super! Ich nutze Wäschenetze natürlich zum waschen. Zum Einkaufen werde ich das jetzt wirklich auch mal ausprobieren!

  2. Pingback: Unverpackt einkaufen #2: trockene Vorräte | Yay For Today

  3. Hallo Shia,
    ich habe mir viele Baumwollsäckchen zugelegt und gehe nächste Woche das erste Mal damit unverpackt einkaufen 🙂
    Nun habe ich gesehen, dass du schreibst, man sollte die eingekauften Sachen Zuhause umfüllen…gibt es Gründe dafür? Ich hätte Nudeln etc. nämlich einfachheitshalber direkt in den Baumwollsäckchen gelagert.

    Vielen lieben Dank für deine Rückmeldung

    Liebe Grüße
    Lini

    • Hi Lini,
      du musst natürlich nicht zwangsläufig umfüllen. Es hat allerdings Vorteile, Trockenwarenn umzufüllen. Zum einen bleiben sie luftdicht verschlossen länger frisch, zum anderen beugt es Mottenbefall vor. So ein Mottenbefall hatten wir jetzt zum Glück noch nie (klopf auf Holz), aber das kann schon mies enden, weil sich der Befall natürlich im ganzen Küchenschrank ausbreiten kann. Motten können aber weder aus luftdicht verschlossenen Gefäßen wie Gläsern raus noch rein.
      Liebe Grüße,
      Shia

  4. Pingback: Obstbeutel für den Supermarkt – Wir wollen nachhaltig leben

  5. Hallo Shia!
    Du hast geschrieben, dass Du für das Nachfüllen von Linsen usw. nach Essen fährst. Ich wohne in Essen und es interessiert mich brennend, wo Du einkaufst? Von Dir auf Funkhaus Europa inspiriert haben meine Familie und ich (mein Mann und unsere 2 kleinen Kinder) bereits so einiges umgestellt (Kosmetikpads, Taschentücher, Spüli, Körperpflege…). Wenn man einmal anfängt darauf zu achten, wieviel Müll vermeidbar ist, kann man nicht mehr ohne schlechtes Gewissen welchen produzieren… DANKE für Deinen tollen Blog :*

    • Hi Ayse,
      guck mal in diesen Artikel, da liste ich auf, wo wir hier überall einkaufen :). Und ja, wenn man einmal anfängt, nimmt das so alles seinen Lauf ;). Euch viel Spaß beim Müllvermeiden!
      Liebe Grüße,
      Shia

  6. christa kalous

    ich habe plastikschütten (seit jahren) und wenn ich z. b. mehl umfülle, stelle ich die leeren papiertüren unter die
    spüle – da kommen dann gemüseabfälle (zwiebelschalen, kartoffelschalen, etc.) hinein und wenn das sackerl voll
    ist, kommt es auf den komposthaufen. geht super!

  7. Marina Scherhag

    Hi,
    bin neu auf dem Gebiet Müllvermeidung unterwegs. Habe am Samstag – mußte arbeiten und der Markt hatte schon zu – beim Rewe frische Sachen eingekauft: Erdbeeren (in der Schale), Blaubeeren (in Schale plus Deckel), Kräuter (je2 von einer Sorte , alle in Schale plus Umverpackung), Pfirsiche (Plastikschale plus Umverpackung), 2x Salatmischung für´s Smoothie, plus diverses lose (Bananen, Mango, Lauch, Ingwer…etc). Ich hatte mich mit Behältern ausgestattet und habe, weil es einfach kaum was ohne Verpackung gab, einfach hinter der Kasse umgefüllt und den Müll dort gelassen. (war ganz schön viel, und ich war, zu hause angekommen, froh, daß ich den nicht an der Backe hatte) Nicht ideal. Alles lose einzukaufen, wäre besser; aber, wenn das mehr Leute machen würden, würde sich der Laden vielleicht umbesinnen. Hat jemand damit Erfahrung? Ich stand jedenfalls ziemlich unter Beobachtung und fühlte mich halb gestresst, halb belustigt…:-)
    Ich taste mich an das Ganze heran, und freue mich über die vielen Tipps hier.
    Grüße, Mari

  8. Hi, ich habe durch meinen Beruf ( Kauffrau im Lebensmitteleinzelhandel) einen Einblick in beide Seiten. Der Hintergrund beim Thema Frischetheken ist der, dass die Mitarbeiter auch schon mal echt Stress mit der Lebensmittelkontrolle bekommen können, weil die Gefäße zwar auf die Theke dürfen, aber nicht mit dem Arbeitsgerät in Kontakt kommen sollen. Denn bei diesem Kontakt KANN es zu Keimübertragungen kommen, die für uns ein echtes Problem werden können. Allerdings kann man Aufschnitt, Fleisch und auch Gebäck mit einem Teller über den Tresen reichen. Allerdings geht das NICHT bei Hackfleisch, weil hier mit rohem Fleisch gearbeitet wird und dieses auch nur mit Arbeitgeräten ( Löffel) angefasst werden darf.
    Allerdings stelle ich selber auf Zero Waste um und muss mir immer wieder beim Bäcker, Wurst- und Käsetheken immer wieder anhören, dass die Hygieneverordnung dies nicht erlauben würde. Arrrgh, das stimmt nicht! In der Hygieneverordnung steht NIX davon drin ausser der Laden hat seine eigene Klausel zugefügt. Da ich diese Diskussion aber sinnlos und nervig finde, kaufe ich halt da ein, wo man seine eingenen Gefäße mitbringen darf und die anderen Läden haben eine Kundin weniger. XD
    Ausserdem kaufe ich gerne auf dem Bauernhof ein, wo ich zum Beispiel das Heu für meine Meerschweine auch wesentlich günstiger bekomme ( 10 kg kosten da genauso viel, wie 1 kg beim Discounter). Auch Eier bekomme ich da in meine mitgebrachte Verpackung und die Kartoffeln kann ich lose kriegen, oder auch im großen Sack ( 12,5 oder 25 kg). Auch Gemüse und Obst bekomme ich da lose, Fleisch bekomme ich auf Wunsch auch, allerdings muss ich dann auch mal Stücke nehmen, die ich nicht so toll finde, aber das ist in Ordnung, denn ein Rind besteht ja nicht nur aus Filet. :-)))
    LG

  9. Hi Shia,
    heute früh war ich mal sehr mutig und wollte in einem größeren Supermarkt müllfrei einkaufen.
    Ich rief vorher dort an und fragte, ob ich meine mitgebrachten Behälter z.B. am Käsestand befüllt bekomme. Antwort war: Wir dürfen es nicht auf die Waage stellen, aber auf der Theke befüllen (soweit war mir das nämlich auch bekannt). Also ja.
    Ich fuhr also dort hin, bepackt mit all meinen Behältnissen.
    Mein Sohn wünschte sich mal wieder ein paar Scheiben Wurst, also Mutter sich am Wurststand angestellt… die Verkäuferin war sehr nett und legte mir die paar Scheiben Wurst in meinen mitgebrachten Behälter.
    Nebenan am Fleischstand (Kind wollte ein Schnitzel für’s Wochenende und bissl Hackfleisch für Frikadellen). Da gab es direkt das erste Problem. Der gute Metzger packte das Hackfleisch direkt in Plastik ein, ich fragte ihn mehrmals, ob er mir doch bitte in mein Glas einfüllen könnte, könne er ja auf der Theke machen. Da ging es los: Kollegin gerufen, die wusste es nicht, nein, dürfen wir aber nicht. Mein Einwand, an der Wursttheke gings doch auch, Antwort: davon weiß ich nichts, normal dürfen wir das nicht. Nächste Kollegin, dann noch eine. Nach 10 Minuten war die Schlange hinter mir gefühlte 500 m lang und hinter der Theke mehrere genervte Mitarbeiter. Schlussendlich bekam ich zwar meine beiden Sachen in meine Behälter gefüllt, aber nicht ohne Plastik! Naja, zumindest die Plastikumverpackung hatte ich gespart.
    Weiter zum Käsestand: Nein dürfen wir nicht! Aha, spannend, bei Wurst und Fleisch gings auch…. erneute Diskussion, genervte Verkäufer, bis mir meine 2 Sorten Käse letztendlich dann in meinen Behälter gelegt wurden.
    Die Kassiererin war total begeistert „oh super, klasse Idee“.
    In dem Supermarkt gibts ’nen kleinen türkischen Stand mit Oliven, Schafskäse und eben alles, was das Herz begehrt. Super spannend, als ich fragte, ob es möglich wäre, Schafskäse in mein Glas zu füllen kam direkt die Antwort: „Klar, kein Problem.“ Sogar das Glas wurde auf die Waage gestellt und tariert!
    Warum funktioniert sowas in ein und demselben Laden einmal mit mehr, dann mit weniger Protest und dann ganz ohne?
    Für 5 Sachen war ich 1 1/2 Stunden in dem Laden und war sowas von genervt, dass ich im Auto erstmal laut schreien musste, um all meine aufgestaute Wut loszuwerden.
    Fazit: Entweder ich gehe das nächste Mal VOR meinem Einkauf zum Marktleiter und erkläre ihm, was ich gerne tun würde, mehr als Anregung für Plastik-/Mülleinsparung oder ich suche mir nur noch kleine Läden, die wirklich bereit sind, auf mich als Kunden einzugehen.

    Jedenfalls war das ein Erlebnis, das ich nicht jeden Tag brauche, das unendlich viel Kraft und Hartnäckigkeit verlangt (vor allem, weil zu der Zeit ein Haufen Rentner an den jeweiligen Theken standen, die jede Banane am liebsten einzeln in ’ne Plastiktüte verpackt hätten!).
    Hab zumindest jetzt ein Wochenende, um mich davon zu erholen.
    Da es bei uns nur hin und wieder Fleisch gibt (weil Kind (21) ab und an mal was „Anständiges“ möchte (O-Ton Sohnemann), wird das so oft auch nicht vorkommen. Evtl doch mal bei dem nächsten Metzger nachfragen (der ist allerdings 27 km weg!).

    Vielleicht hat jemand noch ’ne Idee, wie das alles stressfreier geht?
    Bin für jede noch so kleine Anregung äußerst dankbar.

    Alles Liebe
    Gabi

    • Hi Gabi,
      guck mal, hier habe ich sogar einen Artikel dazu geschrieben. Ich sag immer, die Umstellung ist ähnlich wie der Umzug in eine neue Stadt. Man weiß erst mal nicht, wo es was gibt, und muss sich erst mal orientieren. Jetzt weißt du doch schon mal ganz gut, wo du was gut bekommst. Das nächste Mal kannst du das alles gezielt ansteuern. Und wenn die Leute einen erst mal kennen und wissen, dass es sich gelohnt hat, dir entgegenzukommen (weil du nämlich wiederkommst und treu weiter dort einkaufst), dann ist das auch viel einfacher und die Leute kommen einem in der Regel gerne noch mehr entgegen.
      Also, nicht verzagen, das kommt mit der Zeit! Und du schlägst dich doch super!
      Liebe Grüße,
      Shia

  10. Hi Shia, danke für die Tipps. V.a. das mit den Wäschenetzen gefällt mir, bei uns wird schon mal gemault, wenn das Obst lose auf dem Band liegt.
    Ich wohne auch in der Pampa, der nächste Bioladen ist ziemlich weit weg und in unserem kleinen Supermatkt gibt es vieles nicht.
    Dafür gibt es hier schöne Hofläden, wo die Bauern selbst Erzeugtes und Produkte von Freunden und Bekannten anbieten, ausserdem haben wir das Glück, selbst Obst zu haben und Gemüse anbauen zu können. Auch ohne Arbeit schenkt uns die Natur sehr viel essbares, z.B. den ganzen Sommer über Wildkräuter zum essen, für Smoothies und für Tee. und ich bin in einem Tauschkreis, in dem je nach Saison auch viel selbstgemachtes oder -geerntetes angeboten wird.
    Ich schaffe es nicht, müllfrei einzukaufen, aber konnte ihn in den letzten Jahren erheblich reduzieren, da ich mich konsequent weigere, Obst und Gemüse in Plastikverpackung oder Scheibenkäse in Kleinpackungen etc. zu kaufen. Und ich hab immer einen Korb und ein par Taschen im Auto (ohne Auto geht bei uns gar nix).
    Musste vorgestern schmunzeln: mein Mann war bei Aldi und hat Obst gekauft. Birnen im Plastikbehälter mit Plastiknetz aussenrum, Äpfel auf Styroporschale in Plastik (wir haben noch Äpfel aus eigener Ernte, die sind halt schon ein bisschen schrumplig), immerhin beides aus Italien und nicht Übersee 😉 und 1 Ananas. Er war selbst ein bisschen unglücklich über seinen Einkauf, wusste aber einfach nicht, wie er es hätte anders machen sollen, v.a. weil der Laden wohl schon ziemlich leergekauft war am Freitag abend….

    • Hi Beate,
      ja, von Hofläden hab ich schon echt viel Gutes gehört, obwohl mir schon Leute weismachen wollten, dass sie auf dem Land GAR NICHTS unverpackt bekommen – nicht mal Obst und Gemüse. Nein, auch nicht im Supermarkt. Und als ich von Hofläden erzählt hatte, hieß es, wir haben bei uns keine Bauern, wo man was kaufen kann. Naja, ich glaube, da drückt sich eher eine Einstellung aus . Wer nicht will, der hat schon .
      Es geht finde ich ja auch nicht darum, komplett müllfrei werden zu müssen, sondern darum, einfach mal zu machen und überhaupt mal nach ökologischeren Alternativen und Möglichkeiten zu gucken. Wie du auch so richtig schön beschreibst, kann man auch Wildkräuter sammeln, vielleicht sogar selbst was anbauen und von Bauern direkt beziehen. Ich denke, jeder lebt anders und muss für seine Lebenssituation ein ganz individuelles Gleichgewicht finden. Und wenn es ohne Auto nicht geht, dann geht es halt nicht ohne. Das heißt aber ja nicht, dass man nicht gucken kann, es sparsam einzusetzen. Das vergessen leider viele :D.
      Liebe Grüße,
      Shia

      • Also das mit den Hofläden ist manchmal wirklich ’ne schwierige Sache, je nach Region. Bei mir ist der nächste Hofladen 21 km weg, aber da ich 2 x pro Woche in den Ort zur Ergotherapie muss, nutze ich das natürlich jeweils für meinen Einkauf.
        Als ich die Woche bei meinem Bekannten war, war ich erstaunt, dass bei ihm in der Nähe dermaßen viele Bauern mit Direktvermarktung sowie richtig große Hofläden sind. Ich war total begeistert, sogar ein Demeterhof war dort (obwohl er mir erzählte, da gäbe es auch geteilte Meinungen über die Qualität). Trotzdem gibt es eine Milchtankstelle noch keine 500 m von seinem Haus entfernt, direkt um die Ecke einen Bauern mit Direktvermarktung und dort gegenüber ebenfalls einen.
        Und ich suche hier wie blöd nach entsprechenden Möglichkeiten.
        Allerdings ’nen Bauern, wo ich meine Milch herbeziehen kann, gibt es im Nachbarort. Nur Milch vertrag ich nicht und mein Sohn mag keine frische (Begründung fehlt immer noch, aber er trinkt sie partout nicht).

        Liebe Grüße
        Gabi

        • Hi Gabi,
          ja, auf dem Land ist man halt mit dem Auto unterwegs :D. Aber wie du es ja auch machst, kann man eben die Fahrten verbinden. Man wird ja wahrscheinlich auch zur Arbeit, zum Arzt oder zu Besuch bei Familienmitgliedern mit dem Auto unterwegs sein, und irgendwo wird hoffentlich auch was liegen .
          Wenn du Milch nicht verträgst und dein Sohn sie nicht mag, dann macht das das Ganze doch nur einfacher . Einfach keine kaufen . Hast du schon mal pflanzliche Alternativen probiert? Die kann man auch selber machen (hier auch noch ein FAQ dazu, beides auf meinem anderen Blog). Gerade Mandelmilch erfreut sich immer allergrößter Beliebtheit.
          Liebe Grüße,
          Shia

  11. Vielen Dank für deine tipps. Vieles ist umsetzbar. Habe hier nur leider schon totale Probleme plastikfrei einzukaufen. Und komplet ohne Verpackung ist bei uns auf dem Land unmöglich. Ich weiß gar nicht wo der nächste laden ist, bei dem ich Verpackungsfrei Mehl, Hülsenfrüchte, und die vielen Sachen einkaufen könnte. Ein paar hundert km sind es auf jeden Fall. Also einfach unmöglich dort einkaufen zu gehen. Ich hoffe sehr, dass in unserer Nähe auch irgendwann mal Verpackungsfrei einkaufen geht. Aber danke trotzdem schon mal für deine Tipps.
    Liebe Grüße
    Regina

    • Hi Regina,
      ja, auf dem Land stelle ich mir das auch schwer vor. Ganz so viel Müll vermeiden kann man dann leider nicht :(. Aber es ist ja nicht alles oder nichts. Man kann ja dort vermeiden, wo es geht, und Einwegsachen kann man auch auf dem Land eliminieren, und das bringt schon mal sehr viel. Find ich super, dass du dich dennoch darum bemühst :)! Ich hoffe auch, dass es bald mehr Unverpackt-Märkte gibt, hoffentlich dann auch einen bei uns in der Nähe :)!
      Liebe Grüße,
      Shia

  12. Super, dass du deine Erfahrungen so ausführlich teilst 🙂 Über einiges hatte ich mir auch schon Gedanken gemacht. Wir haben von naturtasche Bio-Baumwoll-Beutel gekauft für Brot und dünnere/halbdurchsichtige für Obst/Gemüse. Damit bin ich bisher total zufrieden gewesen, auf die Idee mit den Wäschenetzen bin ich gar nicht gekommen! Super Tipp!
    Liebe Grüße,
    Ela

    • Hi Ela,
      Baumwolle ist doch sogar noch besser :). Auf die Wäschenetze bin ich wegen Béa Johnson gekommen, die Dinger, die sie in dem einen Bericht hatte, sah nämlich verdächtig danach aus :D. Und die funktionieren prima – nur gehen jetzt nach einem Jahr die Reißverschlüsse langsam kaputt :(. Ich werde sie bald durch welche aus Baumwolle austauschen, es gibt nämlich welche bei monomeer und dort wollte ich jetzt sowieso die leider nicht vegane, aber kompostierbare Zahnseide bestellen. Organisiere nur gerade noch eine Sammelbestellung und dann hab ich hoffentlich bald eine 1,5 Jahres-Ration an kompostierbare Zahnseide XD…
      Liebe Grüße,
      Shia

      • Hätte da mal ’ne Frage bezüglich Wäschenetze (wer hat Erfahrung). In meiner Nähe gibt es zumindest als Einkaufsmöglichkeit für Obst/Gemüse ’nen Lidl, den ich hin und wieder sehr gerne nutze, da es dort wenigstens als Discounter verpackungsfreie Sachen gibt. Aber: z.B. Litschi muss ich ja irgendwo reinpacken, also geht ohne Plastiktüte ja nicht. Aber wenn ich die in mein Wäschenetz fülle, wird das ja mitgewogen und wiegt ja wesentlich mehr, als die dünne Plastiktüte… Paprika usw kaufe ich generell dort nur lose und leg sie einfach aufs Band, ebenso Orangen (die ich dort nur kaufe, wenn es welche lose gibt).
        Nehme jeden Tipp dankbar entgegen 😉

        Liebe Grüße
        Gabi

        • Hi Gabi,
          Wäschenetze wiegen nur wenige Gramm, vor allem die kleinen. Ansonsten kannst du auch eine Plastiktüte, die du schon mal verwendet hast, mitnehmen und wieder benutzen, das macht meine Mutter, weil sie sich keine kleinen Wäschenetze zulegen möchte.
          Liebe Grüße,
          Shia

  13. Liebe Shia,
    was für ein toller Post!
    Ich befinde mich ja derzeit noch am Anfang meines Weges zu „Zero Waste“ und bin immer auf der Suche nach Tipps und Anregungen!
    Dein Tipp mit dem Trichter der Spülmaschine ist genial!
    Ich bin schon lange am Überlegen wo ich einen Trichter mit größer Öffnung für meine Gläser herbekomme und siehe da, ich habe ihn schon Zuhause!
    Vielen Dank! 🙂
    Ich wünsche dir noch einen schönen Sonntag!
    Herzliche Grüße
    Mia

    • Hi Mia,
      finde ich toll, dass du dich „auf den Weg“ gemacht hast :)! Ja, wir haben auch etwas gebraucht, um zu checken, dass wir ja bereits einen Trichter hatten XD. Ich finde, beim Einkauf und dann bei den Einweg-Sachen kann man am meisten Müll einsparen ^^! Generell kann man auch am besten dort anfangen, wo es am wenigsten wehtut und schon mal ein paar neue Gewohnheiten einüben. Wie bei einem Computerspiel springt man dann von Level zu Level und irgendwann erst geht’s ans Eingemachte ;).
      Liebe Grüße,
      Shia

  14. Toll, danke für die Checkliste! Hört sich doch gar nicht so schwer an 🙂
    Was mich ja auch am Zero Waste reizt, ist die Experimentier-Freude, die mich am Gedanken daran erfasst. Ähnlich wie beim Einstieg in den Veganismus ermöglicht der Ansatz es mir, die Welt mit neuen Augen zu betrachten und ganz neue Sachen auszuprobieren. Und das macht mir persönlich wahnsinnig viel Spaß.
    Außerdem finde ich es emanzipatorisch, da eins dann nicht mehr auf die vorgegebene Produktpalette der Warenindustrie angewiesen ist, sondern für sich entscheiden kann, welche Zutaten bestimmte Dinge wie z.B. Waschmittel, Zahncreme oder Hautpflege-Produkte haben.
    Ich bin noch längst nicht so weit, dass ich bei mir von zero waste sprechen könnte, aber einige wichtige Schritte sind schonmal gemacht und das weitere Entdecken macht mir unglaublich viel Spaß. Natürlich auch dank so tollen Blogs wie deinem, Shia 🙂

    • Hi Jenna :),
      ja, am Anfang hab ich eher gezögert, weil ich keine Lust hatte, so viel herumzuprobieren und das Gefühl hatte, dass ich ja auch an den Produkten hing. Dann ist mir aufgefallen, dass ich an den Produkten hänge – wie blöd ist denn das eigentlich!! Inzwischen fühle ich mich auch irgendwie emanzipiert :D. Erst war es mein Mann, der das cool fand, weil uns vorher gar nicht klar war, wie abhängig man sich von Firmen und Produkten gemacht hat! Mir gefällt es, dass wir nun ziemlich genau wissen, was wo drin ist und das auch nur wenige Zutaten sind im Vergleich zu den langen Listen an Inhaltsstoffen!
      Wir fühlen uns echt ziemlich befreit – vom Markendruck, vom Konsum, vom Stress, so viel Geld wie möglich verdienen zu müssen. Wir leben auf kleinem Fuß sowohl finanziell als auch ökologisch – und genießen es, Zeit für uns zu haben :). Noch sind wir es nicht ganz gewohnt, das alles so im Tagesablauf zu managen, aber wir werden auch da schon unseren Rhythmus finden :D.
      Ich wünsche dir gaaaanz viel Spaß beim Herumexperimentieren!!
      Liebe Grüße,
      Shia

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