Lebensmittel unverpackt einkaufen #ZeroWaste101

Den Löwenanteil an Haushaltsmüll schleppt man beim alltäglichen Lebensmittelkauf in die eigenen vier Wände. Der in Plastik eingewickelte Eisbergsalat, die in ein Plastik-Kondom eingeschweißte Salatgurke, die Champignons in der Plastikschale, die Margarine in der Plastikbox, (Pflanzen-)Milch im Tetrapak, und, und, und…

Ich höre und lese häufig Sachen wie: „Ich würde ja gerne, kann aber leider nicht weniger Müll produzieren, weil es bei uns keinen Unverpackt-Supermarkt gibt.“

Die gute Nachricht: Das, was man am häufigsten braucht, nämlich frisches Obst und Gemüse, Kartoffeln und Brot bekommt man fast überall lose!

Bei den anderen Sachen muss man in der Tat erst mal suchen. Das klingt alles erst mal kompliziert und zeitintensiv. Stellt euch das aber vor wie der Umzug in eine neue Stadt, wo ihr euch gar nicht auskennt. Erst mal muss man sich umsehen. Schnell aber merkt man sich, wo man was bekommt, und irgendwann weiß man es und geht einfach da hin.

Viele denken auch, dass ich den ganzen Tag nur hin und her fahre, um meine Einkäufe zu erledigen :D. In der Tat kaufen wir nur 1 bis 2 Mal die Woche frisches Obst und Gemüse und alle 4 bis 6 Wochen fahren wir mal in die Nachbarstadt nach Essen und füllen unsere Gläser mit Trockenwaren auf. Mehr brauchen wir nicht, auch nicht für Drogerieartikel wie Wasch- und Putzmittel oder Körperpflege-Artikel. Denn da brauchen wir eigentlich nur noch Olivenölseife, Natron, Essigessenz, Roggenmehl und Öle, die wir auch zum Kochen benutzen. Simplify your Life :D! Kein andauerndes Losrennen mehr, weil wieder einer unser 300.000 Produkte gerade alle ist.

Wenn wir dazwischen mal wirklich dringend etwas brauchen sollten, was eigentlich gar nicht mehr vorkommt, dann rennen wir tatsächlich mal gezielt in einen Laden (Tee habe ich vor sieben Monaten mal in einer Extratour gekauft). Die restliche Zeit denken wir nicht mal ans Einkaufen, weder Lebensmittel noch sonst irgendwas. Stattdessen verbringen wir unsere Zeit lieber mit schöneren Dingen ;).

Was kann man wo unverpackt einkaufen?

Obst und Gemüse

Obst und Gemüse bekommt man in fast jedem Supermarkt lose. Mit wenigen Wäschenetzen bewaffnet kommt man in der Regel schon sehr weit. In BIO-Läden, auf dem Wochenmarkt und in kleinen Gemüsemärkten ist dabei deutlich weniger noch mal in Plastik verpackt als in konventionellen Supermärkten, wo vor allem die BIO-Sachen gerne noch einmal eingepackt sind. Weil ansonsten die BIO-Waren an der Kasse als konventionelle Waren abkassiert würden, war die Antwort auf unsere Nachfrage im Rewe.

Trockenwaren

Einige BIO-Läden stellen nach und nach Spender auf, wo Kunden sich ausgewählte Trockenwaren abfüllen können. Auch gibt es viele ethnische Gemüsehändler, die auch Nüsse, getrocknete Früchte und manchmal sogar Hülsenfrüchte lose anbieten.

Silos/ Spender für unverpackte Trockenwaren im Veggihaus in Bochum

Silos/ Spender für unverpackte Trockenwaren im Veggihaus in Bochum, Fotos durfte ich mit freundlicher Genehmigung des Veggihauses machen :).

Man kann Gläser und kleinere Stoffbeutel mit Kordel zum Abfüllen mitbringen. Je nach Geschäft varriert das System. Am besten fragt man vorher an der Kasse nach.

Unverpackt einkaufen - Zero Waste Shopping Haul

Wir haben immer einen wasserlöslichen Folienstift dabei. Wenn ihr in einem Laden seid, der das Gewicht des Glases an der Kasse abziehen kann, dann ist es sehr praktisch, wenn man schnell das Gewicht am Glas notieren kann. Wenn ihr in einem Laden seid, der Messbecher anbietet, weil die Waage an der Kasse leider nicht diese Funktion hat, dann ist es gut, wenn ihr vorher man ausgemessen habt, wie viel Volumen in euer jeweiliges Glas passt. Das macht ihr, indem ihr Wasser einfüllt und es dann in ein Messbecher kippt und ablest, wie viel Milliliter das waren.

Brot und Brötchen

Wir haben die Erfahrung gemacht, dass man Brot und Brötchen von allen Sachen am einfachsten unverpackt bekommt. Egal ob SB-Bäcker, BIO-Bäcker oder Bahnhofsbäcker mit langer Schlange. Man hält einfach gut sichtbar sein Brötchenbeutel bereit und sagt: „… mit der Zange auf die Hand bitte.“ Denn einige wollen die Teilchen manchmal mit einem Papier greifen. Eine Zange hat aber jeder Bäcker. Lieb „Danke!“ sagen nicht vergessen ;).

Beim SB-Bäcker ist das noch einfacher. Einfach direkt in den eigenen Beutel tun, an der Kasse den Beutel aufhalten und einmal sagen, was man drin hat.

Nudeln und Reis

Reis kann man in einigen BIO-Märkten, die Spender aufstellen, lose zum Abfüllen kaufen. Ansonsten kann man sein Glück in Asia-Shops versuchen. Einige Asia-Shops bieten Reis zum Abfüllen aus einem großen 50kg-Sack an.

Man kann in italienischen Restaurants, die ihre Nudeln selber machen, fragen, ob man ihre Nudeln auch für zu Hause kaufen kann. Einige Restaurants bieten sie sogar direkt schon zum Kauf an, wie die BIO-zertifizierte Osnabrücker Cafeteria-Trattoria am Rathaus. Ich habe neuerdings Gefallen daran gefunden, Nudeln selber zu machen, aber das fällt eher unter Hobby ;). Bisher habe ich zumindest hier in der Gegend noch keine Nudeln ganz ohne Verpackung auftreiben können. Es gibt sie höchstens in beschichteten Pappverpackungen (können schlecht recycelt werden bzw. werden aus dem Recycling-Kreislauf aussortiert), aber die sind von Barilla, und von homophoben Firmen kaufe ich persönlich lieber nichts :P.

Fleisch und Käse

Da ich vegan lebe, kann ich dazu leider nicht viel sagen… Meine Recherchen und Nachfragen bei diversen Leuten, die das probiert haben, haben ergeben, dass immer mindestens beim Abwiegen eine Plastikfolie untergelegt werden „muss“. Das sei aber mehr eine Regelung der Supermarktketten, die Angst haben, verklagt zu werden, als die tatsächliche Hygieneverordnung.

Mein Tipp wäre, Ketten zu vermeiden und lieber Wochenmärkte, kleine Käseläden, Metzgereien und ethnische Märkte aufzusuchen. Die sind in der Regel zuvorkommender und wenn man ihnen charmant mit einem Augenzwinkern versichert, dass man sie bestimmt nicht verklagen möchte sondern sich im Gegenteil sehr darüber freuen würde, kommen sie einen auch sehr häufig gerne entgegen :). Im persischen Gemüsemarkt am Bochumer Rathaus bekommt man z.B. Schafskäse an der Oliventheke, und da ich dort die Oliven ins eigene Glas abgefüllt bekomme, bin ich mir sehr sicher, dass das mit Schafskäse auch kein Problem sein wird ;).

Eier

Eier kann man in vielen Supermärkten oder auch auf dem Wochenmarkt lose kaufen. Einfach einen Eierkarton mitbringen.

Mehl

Viele Mühlen verkaufen Mehl zumindest in großen 10kg-Säcken. Eine Freundin von mir hat in einer Mühle in der Nähe von Soest mal nachgefragt, und wenn man den großen Sack wieder mitbringt, kann man ihn wohl auch wieder befüllen lassen. Kleine Mengen allerdings nicht, weil die Maschinen auch nur große Mengen in große Säcke abfüllen.

Wenn man wie wir kein Auto hat, fällt diese Option häufig weg, da die Mühlen alle so weit außerhalb liegen, dass sich kein ÖPNV hin verirrt :D. Auch frage ich mich, ob es für mich ökologisch wäre, für 10kg Mehl im Sack aus der Innenstadt, wo ich wohne, mehrere Kilometer zu einer Mühle hin und zurück zu fahren und nur dafür so viel CO2 in die Luft zu jagen..?

Ich habe auch schon mal in einer Bäckerei mit eigener Backstube gefragt, ob ich mal Mehl und Backpulver dort kaufen kann – in meine mitgebrachten Gläser abgefüllt. Das hat für sehr viel Verwirrung gesorgt, aber die Antwort war: „Ja, warum denn nicht?“ Allerdings habe ich es doch nicht gemacht, da ich versuche, mich an BIO-Lebensmittel zu halten. Aus der besagten Backstube habe ich aber mal ein Glas Sesam gekauft, weil ich nirgendwo sonst plastikfrei Sesam auftreiben konnte.

Essig, Öl und andere Fette

Es gibt tatsächlich Essig in Mehrwegflaschen! Der naturtrübe BIO-Apfelessig von Denree wird in Denn’s BIO-Markt und auch anderen kleinen BIO-Läden verkauft.

Ich habe mir von einer Blogleserin meines anderen Blogs sagen lassen, dass die Kette Vom Fass Weine, Essig und Öle vom Fass zum Selbstabfüllen verkauft. Wir waren allerdings noch in keiner Filiale drin und wissen nicht, wie das Sortiment so ist, ob man die Sachen auch in mitgebrachte Flaschen abfüllen kann/darf, ob sie Sachen in BIO-Qualität haben und wie es sonst so preislich aussieht. Wir haben uns aber schon ausgeguckt, wo die nächste Filiale ist und werden sicherlich mal hinfahren und berichten :).

Neu entdeckt haben wir auch im Essener Hauptbahnhof den schnieke aussehenden Laden Oil & Vinegar. Allerdings hatte er schon zu. Von dem, was wir so durch das Schaufenster erspähen konnten, kann man sich dort auch die Sachen abfüllen lassen. Wir werden auch dort mal hinfahren und testen :).

Butter gibt es meines Wissens nicht ohne dieses beschichtete Papier, das man auch wieder kaum recyceln kann. Ich habe keine Ahnung, wie das in den Unverpackt-Märkten geregelt ist? Bei Margarine ist es noch schlimmer… Es gibt sie eigentlich bis auf die Alsan (die im gleichen blöden beschichtetem Papier steckt wie die Butter) nur in Plastikcontainern – und in fast allen steckt sowieso Palmöl. Es gibt so weit meine Recherchen ergaben nur ganze drei palmölfreie Margarinen auf dem deutschen Markt, und die natürlich sind auch in schön viel Plastik verpackt. Wir wollen Margarine jetzt ganz streichen, denn ich hab keinen Bock mehr. Palmöl, Transfette… Und natürlich noch die ganzen fettlöslichen Phthalate und das BPA, das sich aus dem Plastik löst und das in die Margarine wandert. Nee, danke :P. Keine Ahnung, wofür Margarine eigentlich überhaupt gut sein soll außer für die streichfähige Konsistenz??

Aufs Brot kann man auch Olivenöl tröpfeln, schmeckt sowieso besser. Für Kuchen verwende ich seit Jahren schon Öl statt Margarine und bei Keksen und Pie-Crust ziehe ich gerade nach.

Snacks und Süßigkeiten

Bei Junkfood wird’s schwierig. Da ich so viel backe nehmen wir wahrscheinlich immer noch mehr Zucker zu uns als gesund wäre ;), aber ansonsten sind wir sehr froh, dass wir endlich chipsfrei leben. Wir sind bei Knabbereien auf Nüsse und frisches Obst umgestiegen, das ich seit diesem Jahr endlich vertrage. Vegane Weingummi kaufen wir im Veganz in Essen, allerdings essen wir sie kaum noch, auch wenn sie im Küchenschrank stehen.

Schokolade bekommt man generell nicht ohne Alufolie oder Plastik. Statt Schokolade zu essen mache ich mir wenn ich wirklich Schokihunger habe (was inzwischen auch eigentlich kaum noch passiert) einen Bananen-Schoko-Shake. Ansonsten gibt es noch die Option, Schokolade selbst zu machen. Es gibt auch Pralinengeschäfte mit Pralinentheken, wo man sich die Schokolade mit einer Zange anreichen kann, um sie in seine eigene Tupperdose zu tun. Funktioniert wunderbar :).

Kaffee und Tee

Kaffee kann man in Kaffeeröstereien oder auch einfach in Tchibo-Filialen (dann aber nicht in BIO und Fairtrade) in eigene Dosen abfüllen und auch vorher mahlen lassen. Mit einer French-Press-Kanne braucht man auch keinen Kaffeefilter mehr.

Tee kann man vor allem in kleinere Teeläden in mitgebrachte Teedosen oder auch einfach Rotkohlgläser 😉 abfüllen lassen. Bei Ketten bestimmt auch, wenn man freundlich und lieb fragt :). Auch für Tee verwenden wir keine Einweg-Filter mehr, sondern eine weitere French-Press-Kanne.

Andere Getränke und Alkohol

Wir trinken zu Hause eigentlich nur Leitungswasser und Tee. Aber das ist natürlich nicht jedermanns Sache ;). Säfte und auch Softdrinks bekommt man bekanntermaßen in Supermärkten und auch Getränkemärkten in Mehrwegflaschen aus Glas. Wir sparen uns die Säfte und machen uns lieber Smoothies aus frischem Obst #SmoothieLove ❤️!

Bier bekommt man statt Kronkorken auch mit Plopp-Verschluss. Guckt am besten nach einem lokalen Bier. Oder noch besser: Trinkt das lokale Bier in einer Kneipe frisch gezapft vom Fass. Da fallen nicht mal die Etiketten plus Kleber als Müll an.

Wein trinken wir nicht. Man scheint aber Weine sowie Spirituosen bei der Ladenkette Vom Fass zum Selberabfüllen zu bekommen (siehe Punkt „Essig und Öl“).

Kuhmilch kann man meines Wissens in Mehrwegflaschen bekommen, in welchen Supermärkten genau kann ich leider nicht sagen… (Bin doch vegan ;)) Pflanzenmilch machen wir selber in genau der Menge, die wir gerade brauchen.

33 Kommentare

  1. Ich nutze meinen Rucksack oder einen Jutebeutel zum Einkaufen. Am liebsten kaufe ich frisch und regional auf Wochenmärke ein.

  2. Armando

    Ich suche Spender oder Silos für Getreide und zB. Dörrobst. So wie im Unverpakt-Laden. Kann mir jemand sagen, wo ich so etwas finden kann?

  3. Anne Mittrup

    Ich versuche seit ein paar Monaten, die Plastikverpackungen aus meiner Wohnung zu eliminieren. Gar nicht so leicht! Irgendwie kommen diese Dinger immer wieder zu mir zurück. Meine Frage: Wo kann man Butter oder Margarine unverpackt kaufen? Hast du einen Tipp? Ich wohne natürlich in der Blume im Revier!

    • Sabine Schlüter

      Ich kann Butter lose bei zwei Käseständen in Kiel auf dem Markt kaufen. Ebenso Frischkäse und Quark. Müsste es eigentlich auf jedem Markt geben….

  4. Hallöchen 🙂
    Habe heute im Biomarkt in der Schweiz Palmfettfreie vegane Butter im Glas gesehen 🙂
    Nennt sich Vebugan und ist auf Basis von Kakaobutter und Rapsöl. Fand ich sehr interessant, vielleicht interessiert es ja wen.
    Ganz liebe Grüße

  5. Hey ich hoffe, das ich es nicht überlesen habe. Ich versuche mich gerade in Richtung weniger von allem = mehr für mich zu entwickeln. Müll, stress, negatives, eigentum reduzieren und jetzt kommt eine Frage in einer Reihe von vielen. Welche Wäschenetze benutzt du zum einkaufen. Meine Kollegin hat netterweise zwei Beutel für mich genäht, allerdings sind sie nicht effizient genug für bsw Pilze oder kleine Sachen. Die meisten Beutel sind aus Kunststoff.
    Und die Gefahr andere zu wiederholen. Top Sache die du machst. Wenn ich noch FB hätte gäbs einen Like. Jetzt gibt es nur einen Daumen. 😉

    LG Julian

  6. Hey!

    Habe grad mit Begeisterung deinen Artikel gelesen und noch mehr habe ich mich gefreut, dass es um Städte wie Essen und Bochum geht.
    Ich lebe selbst in Essen und würde mich sehr freuen, wenn du mir sagst, wo du dort zB Reis/Nudeln etc unverpackt kaufst.

    Danke und liebe Grüße

    Lisa

    • Liebe Shia,
      erst einmal vielen Dank für die Seite. Ich selber lebe in Mülheim an der Ruhr in einer Stadtwohnung und daher ist vieles von dem was du schreibst absolut machbar und nachvollziehbar. Nur muss ich dir leider sagen, daß du bezüglich des CO2-Ausstoßes leider auf den Mainstream herein gefallen bist. Deine Annahme ist nämlich leider falsch. Daher gebe ich dir an dieser Stelle mal im Gegenzug den Rat dich über dieses Thema schlau zu machen. Das ist im Internet ganz einfach. (Sonst hätte ich dich ja gar nicht gefunden 🙂 )
      Also, umgesetzt habe ich schon mal die Zahnpasta. Haarwäsche ist bei meinen Haaren leider ein Problem, da hatte ich mal Lavaerde getestet, die sich zwar zur Haarwäsche bei mir ganz und gar nicht eignet, aber als Heilmittel erstaunliches geleistet hat, und zwar bei meinem Mann gegen Schuppen und bei einer Freundin und mir bei Aussschlägen und allergischen Reaktionen. Des weiteren machen wir Medizin schon seit längerem selbst (auf Kräuterbasis) und bei der Menstruation benutze ich Naturschwämme und Stoffbinden. Weiter Umstellungen sind in der Mache. Waschnüsse werden demnächst gegen Kastanien eingetauscht.

      Herzliche Grüße

  7. Hallo Shia,
    ich bin über Funkhaus Europa auf deinen Blog gestßen und finde ihn wirklich super – sehr inspirierend und lustig dazu! Zum Thema Margarine ist mir eingefallen, dass du diese auch recht einfach selber herstellen kannst: vegan und palmölfrei: ein Rezept findet man z.B. hier: http://die-kluge-hausfrau.blogspot.de/2013/04/margarine-vegan-selbst-machen.html
    An Stelle von Kakaobutter kann man wohl auch Kokosfett nehmen und ich habe gelesen, dass es auch ohne Johannisbrotkernmehl funktioneren soll (vermutlich etwas weicher). Margarine kann man auf jeden Fall auch ohne Thermomix einfach mit Handrührgerät im kalten Wasserbad herstellen.

    • Hi Ellen,
      danke für den Hinweis, allerdings brauche ich Margarine gar nicht und deshalb lass ich sie einfach weg ;). Ich kenne bereits mehrere Rezepte mit Kakaobutter oder Backrezepte mit Kokosöl als Ersatz, aber da beides auch von weither importiert werden muss halte ich mich in der Küche eigentlich an Sonnenblumen- und Rapsöl, plus ein bisschen Olivenöl, das nehme ich aber hauptsächlich für die Hautpflege ;). Wir hatten uns vorgenommen, im Jahr nur 1 Liter Flasche Olivenöl zu verbrauchen und momentan sieht es gut aus. Kokosöl haben wir noch für die Zahnpasta, weil wir nach viel Herumprobieren festgestellt hatten, dass wir bei Zahnpasta doch mit Kokosöl besser klarkommen, aber da braucht man ja glücklicherweise auch immer nur so 2 El in vielleicht 6-8 Wochen.
      Liebe Grüße,
      Shia

  8. Moin Shia,
    wenn das alles so stimmt wie Du das schreibst, dann ziehe ich meinen Hut. Leider kenne ich auch die andere Fraktion. Da sind die Scheinheilgen, die mir erklären wie Umweltschutz funktioniert und werfen selbst ihren Müll aus ihren SUV. Am liebsten beim Verlassen der Autobahn. Siehe Müllberge in den Abfahrten. Drei mal im Jahr in Urlaub fliegen verbessert die Ökobilanz auch nicht. Gleichgesinnte hast Du schnell auf Deiner Seite, aber mehr Menschen davon zu überzeugen wird sehr schwer. Ich kaufe alles was mir gefällt und schmeckt. Es ist mir egal wie es verpackt ist. Nach einem 12 Stundentag im Betrieb habe ich keine Lust mehr nach Hamburg zu fahren (65 km) um dort nicht verpackte Trockenprodukte zu kaufen die ich eh nicht konsumiere. Ich trenne meinen Müll und in meinem 2000 qm großen Garten habe ich einen Komposthaufen. Aus den Zeitungen und Prospekten baue ich eine Gartenmauer. Eine Frage hätte ich aber, wieviel Geld gebt ihr zwei nur für Lebensmittel pro Monat aus? Wir sind drei Personen und brauchen im Monat 300,- Euro
    Mach weiter so und lass die Magarine weg.

    Peter

  9. Hallo Shia 🙂

    Bin Grad durchs Google auf deinen Blog gestoßen . Super wie ihr zwei euer Leben gestaltet. (Mein Mann ,ich und unsere zwei Kinder leben auch fast plastikfrei und versuchen jeglichen Müll u vermeiden)

    Ich trinke auch immer Tee allerdings benutzen wir ein Teesieb … das ist ganz praktisch wenn man nur eine Tasse trinken möchte.
    Ich habe übrigens (einfach mal aus Neugier ) beim einkaufen bei Kaufland einfach ein Glas für die Salami mitgebracht . Die Verkäuferin fand es super musste aber ihren Chef fragen gehen ob es geht. Er sagte es sei kein Problem ich muss aber das Etikett auf das Glas kleben lassen. Daraufhin wurde ich von zwei Passanten angesprochen… sie fanden es auch super und wollen es auch bei ihrem nächsten Einkauf ausprobieren. 🙂
    Etwas enttäuscht bin ich hier leider von unserem bio-laden wo es bis auf Obst und Gemüse fast nix ohne Plastik gibt….

    Viele liebe grüße
    Krysha

    • Hi Krysha,
      das ist ja super mit der Salami an der Fleischtheke im Kaufland! Das ist selten, dass das bei einer Kette klappt :)! Toll!
      Ja, Plastik ist so allgegenwärtig und selbstverständlich geworden, und es hat leider vor Bioläden nicht Halt gemacht :(. Plastik wird ja hirnrissigerweise mit Hygiene verbunden. Naja…
      Einfach mal ansprechen und zeigen, dass es sehr wohl eine Nachfrage für Unverpacktes gibt! Gerade Bioläden sind häufig viel offener, was so was angeht. Ich hatte hier auch so viele Mitarbeiter in unserem Bioladen belabert, und sie haben tatsächlich eine Müsli-Ecke mit Spendern aufgestellt! Bestimmt haben sie das nicht nur für mich alleine gemacht :D. Aber wenn keiner gefragt hätte, hätten sie das ganz sicher auch nicht gemacht ;).
      Ich drücke dir die Daumen!
      Liebe Grüße,
      Shia

  10. Hallo Shia, wir sind grad mitten in der Umstellungsphase. Wie viele Gläser habt ihr zur Aufbewahrung eurer Lebensmittel. Würde mir gerne welche bestellen und würde rein der Optik halber gern alles die selben Gläser haben. Bin da ein wenig Monk-mäßig. X-) Vielen Dank. Daisy

    • Hi Daisy,
      das ist ziemlich individuell würde ich sagen! Ihr solltet euch überlegen, was ihr eigentlich zu Hause haben wollt und in welcher Menge. Wir hatten uns eine Inventarliste gemacht. Allerdings ging sie nicht ganz auf. Man verschätzt sich schnell, weil man durch die irreführenden Verpackungsgrößen, an die man sich gewöhnt hat, gar keine realistische Einschätzung hat! Letzten Endes hat es einfach Zeit gebraucht, bis es einigermaßen gepasst hat. Ich kann dir zwar sagen, was wir haben, aber ihr müsst schon gucken, was ihr für Gewohnheiten habt!
      Wir haben 6 x 2 Liter Gläser, 4 x 1,5 L, 3 x 1 L, 9 x 750 ml und 12 x 330 ml. Zusätzlich haben wir einige „flexible“ Gläser (alle unter 1 L), die entweder für Essensreste oder zum Einkaufen oder für zusätzliche Vorräte benutzt werden.
      Wir haben uns übrigens die kleinen Gläser unter 1 Liter komplett „erfuttert“ und dabei darauf geachtet, optisch immer die gleichen zu haben, damit es auch ordentlich aussieht (mein Mann ist auch ein kleiner Monk ;)). Die Gläser haben alle einen etwas goldenen Metalldeckel. In den 750 ml Gläsern waren vorher Erbsen und Bohnen (nicht bio) oder Apfelmark (bio). In den 330 ml Gläsern Kichererbsen, weiße Bohnen und Mais (bio, gibt es von verschiedenen Marken, auch im dm).
      Liebe Grüße,
      Shia

  11. Hallo Shia,

    ich bin schon lange Leser deines Back-Blogs und nun auch hier gelandet. Ich bin total begeistert und ziehe meinen Hut vor eurem Durchhaltevermögen und Engagement!
    Vieles würde ich natürlich auch gern umsetzen, aber bei manchen Dingen vermute ich, das ich es nicht lange durchhalte. Aber egal, ich denke, wenn jeder der hier kurz hängenbleibt auch nur einen Tipp von dir einmal ausprobiert, ist das doch alleine schon ein Erfolg! Und ich bin mir sicher, das es nicht bei diesem „einmal“ bleiben wird. Heute war ich Gemüse beim Supermarkt kaufen und habe Möhren, Paprika und Kohlrabi auch wie gewohnt lose gefunden. Bei den Kirschtomaten bin ich dann allerdings nicht weitergekommen. Alles in Plastikschalen 🙁 Es gab zwar welche lose zu kaufen, aber leider keine Papiertüten. Also habe ich einfach mal komplett drauf verzichtet und das ist gar nicht so schlimm 🙂
    Zu Weihnachten werde ich mir dann einen Getreidemilchzubereiter gönnen. Den Vitamix, den du vorgestellt hast, könnte ich mir z.b. vorstellen, wobei der echt nicht ganz günstig ist. Kürzlich habe ich von einem neuen Zubereiter der Firma Hopps&Woolf gelesen. Hast du davon schon gehört?
    Übrigens bin ich mir ziemlich sicher, das man bei „Vom Fass“ seinen eigenen Gefäße zum Abfüllen mitbringen kann. Die Flaschen werden mit einem Stift beschriftet. Die Qualität der Produkte ist sehr gut, daher allerdings auch etwas hochpreisiger. Aber zum Verschenken finde ich die Sachen auch immer toll.
    In Hamburg gibt es ja leider noch keinen Unverpackt Markt, aber die 12 Monkeys werde ich bald mal testen.
    Hast du übrigens eine Idee, ob man irgendwo Sojajoghurt unverpackt erhält?
    Wie machst du das? Selbstzubereiten?

    Viele liebe Grüße und vielen Dank für die tolle Inspiration!
    Dana

    • Hi Dana,
      wenn man einmal anfängt, Obst und Gemüse lose aufs Band zu legen fragt man sich tatsächlich, wozu man überhaupt noch Tüten braucht :D. Wir haben ja eigentlich so Wäschenetze als Gemüsenetze für den Einkauf, aber selbst die kommen kaum zum Einsatz, einfach, weil es wunderbar so geht. Außer bei großen Mengen Kartoffeln und Zwiebeln. Oder wenn man Pflaumen oder andere kleinere Sachen kauft. Aber sonst – super :).
      Ich glaube, du meinst den Vegan Star Vital, den Sojamilchmacher? Vitamix ist der teure Mixer, den hab ich aber noch nie ausprobiert ;). Hoops & Woolf kenne ich leider nicht, dazu kann ich dir leider nichts sagen :(. Sieht auf jeden Fall vielversprechend aus, wie ich finde :).
      Im „Vom Fass“ war ich bis jetzt noch nicht, aber in zwei ähnlichen Läden (Barrique und Oil & Vinegar), und war doch ziemlich enttäuscht. Es ist wirklich mehr etwas zum Verschenken als für den Alltag. Die Auswahl war sehr „besonders“, die Preise ziemlich steil (ab 13,90€ pro Liter für Öl), und nichts davon war BIO. Ich brauche aber kein Trüffelöl, sondern einfaches Öl zum Backen und Braten, und das wenn es geht in BIO-Qualität. Ich bin froh, dass jetzt in Münster (1-1,5 Std. mit dem Zug entfernt von uns) ein Unverpackt-Laden (natürlich unverpackt) eröffnet hat. Dort bekomme ich Sonnenblumenöl zum Backen und Braten für 7,70€ pro Liter – in BIO.
      Sojajoghurt bzw. veganen Joghurt allgemein wirst du nicht unverpackt bzw. plastikfrei bekommen. Ich hab auf der Veggiworld in Düsseldorf letztes Jahr Provamel/Alpro gefragt, ob es für sie denkbar wäre a) veganen Joghurt aus anderer Pflanzenmilch wie z.B. Kokosmilch anzubieten und b) Joghurt in Mehrwegglas anzubieten. Antwort auf beides: Nein. Erklärung: Keine („Haben wir einfach nicht vor“ ist irgendwie keine Erklärung ;)). Man kann ziemlich einfach Sojajoghurt (oder aus anderer Pflanzenmilch) selbst machen, hab ich auch schon gemacht. Aber damit sich das lohnt müsste man immer welchen neu ansetzen, wenn der alte sich dem Ende neigt. Und da ich eigentlich Joghurt gar nicht mag hat sich das nun wirklich nicht gelohnt :D.
      Guck mal bei kochtrotz.de, da findest du auch Anleitungen/Rezepte für Joghurt aus anderer Pflanzenmilch. Es gibt auch einen Joghurtbereiter ohne Strom, aber ich hab den Joghurt einfach in der Thermoskanne gemacht. Für Joghurt aus Hafermilch habe ich ähnlich wie im Rezept von Kochtrotz einen Teil der Pflanzenmilch mit Agartine gekocht, mit dem anderen Teil der kalten Hafermilch zusammengemischt (wird dann lauwarm), die Joghurtkulturen bzw. etwas vom alten Joghurt dazu gegeben und in die Thermoskanne abgefüllt. Nach 16 Stunden ist Joghurt entstanden, der allerdings wie Wackelpudding war. Den hab ich dann kurz püriert, fertig. Vegane Starterkulturen sind die von MyJo und von Holo oder Halo oder so ähnlich (müsste ich zu Hause mal nachgucken, hab ich aus dem Reformhaus). Nicht verpackungsfrei, aber man erhält 50 Liter Joghurt mit minimaler Verpackung (Pappschachtel mit kleinen Tütchen wie bei Hefe drin).
      Liebe Grüße,
      Shia

  12. Liebe Shia,
    Ich wollte dir sagen dass dein Blog echt cool ist und voll von Inspirationen.
    Ich will im Januar 2016 mit zero waste anfangen,  aber seit paar Monaten reduziere ich Schritt für Schritt unsere Müllproduktion ( 2 Erwachsene + Kind) was eigentlich nicht so schwer ist weil wir ja nie „richtige“ Konsumenten waren. Neue Kleidungen kaufen wir echt selten und wenn ja nur Second Hand, Brot und Gemüse kommt immer ins Beutel oder Rucksack,  statt Kosmetika benutze ich seit Jahren nur Öl oder sammle Reste von bekannten die zu viel und zu oft kaufen.
    Ich putze zu Hause nur mit soda und essig.
    Aber jetz wollen wir wirklich zero waste werden.
    Und da bin ich schon auf Paar Probleme gestoßen
    Vor allem Kaffe.
    Heute wollte ich mir eine frisch gemahlte Kaffee in einem “ third wave coffeshop“ holen.
    Papierverpackung habe ich von letzten mal aufgehoben
    Leider meinte die Verkäuferin dass es überhaupt nicht geht “ wegen Gesundheitsamt“
    Aus selben gründen können die auch nicht keepcup nachfüllen,  sie kann mir eine aber  Kaffetasse geben und ich kann mir selber umkippen ( dass geht aber nicht so einfach)
    Ich würde ganz ungerne auf meine Kaffee verzichten.
    Ich verstehe es nicht warum es in einem „unverpackten “ Supermarkt geht und beim coffeshop  nicht? Vielleicht weisst du es ja..
    Hast Du zufällig irgendwelche Erfahrungen in Thema Kaffee.?
    Andere Problem sind die wären die wir normaleweise in einem Asia Shop holten
    Wie zB tempeh, Glas nudeln, Tapioka, Siracha.
    Siracha kann ich versuchen selber zu herstellen,  aber andere…  

    • Hi Aleksy,
      wir haben unseren Kaffee-Konsum sehr stark zurück geschraubt. Unsere angebrochene Packung Espresso-Bohnen haben wir noch von vor unserer Zero-Waste-Zeit, d.h. wir mussten noch keinen neuen Kaffee kaufen.
      Generell haben wir die Erfahrung gemacht, dass kleinere, inhabergeführte Läden einem da viel mehr entgegen kommen. Ich habe mal in einem veganen Café gearbeitet, wo auch Kaffeebohnen von einer Rösterei verkauft wurde. Der Kaffee war natürlich in Plastik verpackt, ich habe ihn aber auch schon für Kunden aufgemacht, gemahlen und wieder in die Packung gefüllt.
      Das mit selber umkippen kenne ich auch. Das geht nicht immer ohne kleckern. Es kommt glaub ich immer drauf an, wie streng die einzelnen Läden das sehen und wie sie ihre „Hygienezonen“ aufgebaut haben. Bei vielen Läden gibt es „Hygiezonen“, wo auch nur die Mitarbeiter rein dürfen. Und wenn die Kaffeesachen dahinter stehen, kann man das halt nicht machen. So wurde mir das zumindest mal erklärt.
      Aber sogar bei Starbucks und auch bei jedem SB-Bäcker kann man sich den Kaffee direkt in seinen selbst mitgebrachten Becher abfüllen (lassen), und diese Ketten würden das sicherlich nicht machen, wenn es generell gesetzlich unzulässig wäre! Also, alles eine Frage davon, ob ein Laden das möchte, ist meine Interpretation :/.
      Tempeh gibt es in vielen Bioläden übrigens im Glas, Glasnudeln und Tapioka kaufen wir einfach nicht mehr. Siracha wollte ich auch mal selber machen, bin aber noch nicht dazu gekommen.
      Es tut mir leid, dass ich dir da leider nicht so weiterhelfen kann.
      Liebe Grüße,
      Shia

  13. Hallo Shia,
    erstmal ein großes Kompliment für deinen Blog, eine wunderbare Inspiration beim Thema Zero Waste. Mir persönlich liegt das Thema Umwelt- und Tierschutz ebenso wie Müllvermeidung sehr am Herzen. Ich beschäftige mich seit einiger Zeit mit dem Thema und möchte den Übergang Schritt für Schritt machen. Eine paar Müllvermeidungstaktiken praktiziere ich bereits. Hartwaren wie Hülsenfrüchte, Bohnen, Nudeln und Reis stellen mich jedoch vor eine Herausforderung. Ich lebe noch bei meinen Eltern, hab aber bereits begonnen Lebensmittel,wenn möglich, im Glas statt in Plastik zu kaufen und versuche noch mehr selber zu machen bzw. in mitgebrachten Gläsern zu kaufen. Die nächste Stadt, die Nudeln etc unverpackt anbietet ist über eine Stunde Zugfahrt entfernt. Hast du da Tipps für mich?
    Es haben sich noch andere Überlegungen ergeben:Braucht man für selbstgemachte Schokolade oder Muffins unbedingt diese speziellen Formen oder kann man die auch backen ohne die Form?
    Wie sieht es mit Teelichtern aus? Wie macht ihr das mit Hygieneartikeln im Bad, speziell Klopapier? Ich wüsste nicht, dass es welches gibt, das nicht eingeschweißt ist.

    Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen. 🙂

    • Hi Rabea,
      wir leben zu zweit, und wie ich oben auch schon geschrieben habe, reicht es bei uns vollkommen, wenn wir unsere Gläser alle 6 Wochen auffüllen. Dafür fahren wir dann in die Nachbarstadt Essen (mit der Bahn). Gerade Trockenwaren halten sich ja sehr lange, die kann man also gut auch auf Vorrat kaufen.
      Ich habe hier auch die mir bekannten Unverpackt-Supermärkte und Läden mit Spendern usw. zusammengetragen. Für Nudeln kannst du, wie ich oben auch geschrieben habe, mal in italienischen Restaurants nachfragen. Nudeln kann man auch selber machen, wenn man keine Nudelmaschine hat, guck mal hier. Nudeln selber machen lohnt sich – sie schmecken um Längen besser als gekaufte :).
      Ich habe auch hier ein Rezept für selbstgemachte Schokolade, und du brauchst dazu nicht unbedingt eine extra Form. Für Muffins brauchst du aber schon eine passende Form.
      Teelichter haben wir einfach nicht. Statt Klopapier nehmen wir Wasser und Seife und trocknen uns mit dem Waschlappen ab. Die Idee haben wir von Olga vom Zero Waste Blog. Ist nämlich auch viel hygienischer als Klopapier. Wir konnten aber keine Handbrause installieren, aber eine Flasche tut es auch. Wattestäbchen braucht man eigentlich auch nicht, die sind sogar schlecht fürs Ohr. Guck mal in diesen Artikel, da zähle ich viele Alternativen für Wegwerfware auf.
      Liebe Grüße,
      Shia

      • Hi Shia, wie macht ihr das denn, wenn ihr zu Hause Besuch habt und der mal die Toilette benutzen muss? Ich kann mir vorstellen, dass nicht jeder so unkonventionell drauf ist, auf Klopapier zu verzichten. 😉 Oder wissen die eh Bescheid und bringen ihr eigenes Papier mit?

        • Wir haben Klopapier für Gäste ;). Die aktuelle Rolle ist noch aus unseren prä-zero-waste Zeiten und eine aus dem Unverpackt-Laden sitzt als Ersatz schon im Schrank und wartet auf Gäste ;).

  14. Ich muss sagen: wir sind noch nicht unverpackt, aber ein losrennen gibt es sowieso nicht mehr. Ich plane das Essen so, dass nichts weg geschmissen werden muss, aber trotzdem alle satt werden. Das gelingt mir seit einem Jahr ganz gut. Ich gehe ein Mal die Woche einkaufen 🙂 Wenn etwas leer wird, muss man eben bis zum nächsten Einkauf warten. Mit etwas Voraus denken, klappt das eigentlich. Öfter als ein Mal die Woche Haare waschen ist sowieso ungesund und duschen muss man auch nicht zwei Mal am Tag.

    • Hi Alisha,
      ja, so sehe ich das auch :)!! Wir laufen etwas häufiger (1-2x/Woche) los, weil wir auch nur einen kleinen Unterbau-Kühlschrank haben und sowieso lieber etwas weniger kaufen, damit nichts schlecht wird. Unsere Essenorganisation ist nämlich wieder etwas eingerissen, aber so kommen wir auch ohne Essensplan sehr gut hin :). Den kleinen Kühlschrank hatten wir uns absichtlich zugelegt, als wir umgezogen sind. Der kleine Kühlschrank verbraucht im Gegensatz zum vorherigen, der zur Wohnung gehörte und amerikanische Ausmaße hatte nämlich >600 KWh/ Jahr weniger!! Da wir sehr zentral mit guten Einkaufsmöglichkeiten wohnen, dachten wir uns, dass das nun einfach reichen muss – und das tut’s auch :).
      So häufig zu duschen ist im Gegenteil sogar sehr schlecht für die Haut! Mein Hautarzt hatte mir damals als Jugendliche wegen meiner Neurodermitis dringend vom täglichen Duschen abgeraten. Jeder zweite Tag reicht vollkommen, und selbst da kann man auf Katzenwäsche zurückgreifen, um die Haut zu schonen. Man braucht sich auch nicht komplett einseifen. Nur an den Stellen, wo man auch riecht. Wenn man doch noch mal dazwischen duschen muss, weil man Sport gemacht hat oder es einfach ein sehr heißer Tag war, reicht es, sich mit nur Wasser abzuduschen.
      Liebe Grüße,
      Shia

  15. Finde deine Einstellung und deinen Blog sehr gut! Versuche selbst auch schon seit langem, so wenig wie möglich an Müll zu produzieren, stoße aber immer wieder auf Probleme. Zum einen bekomme ich immer wieder Dinge geschenkt, verpackte Dinge. Außerdem finde ich einfach nicht für alles eine Alternative. Themen wie Verhütung, Medikamente und Elektrogeräte/ Technik. Ohne Handy will und kann ich in meinem Beruf gar nicht leben. Auch ein Auto ist für mich leider Pflicht im Journalismus. ( Habe immer hin schon alle Zeitungs-Abos digitalisiert) Ich werde auch immer mit massenweise Pressemappen-Müll beladen, viele Menschen lassen da auch gar nicht mit sich reden, bzw viele kennen mich ja auch noch nicht. Bei den Lebensmitteln komme ich schon ganz gut hin, aber hast du auch Tipps für andere Lebensbereiche?

    • Hi Sabrina,
      oh ja, Geschenke! Wir versuchen schon seit inzwischen bestimmt über 5 Jahren, Geschenke abzulehnen, weil wir auch vorher schon der Meinung waren, dass wir wahrlich genug haben und nichts brauchen. Da hilft nur ganz ganz viel Hartnäckigkeit – und eben auch nichts schenken. Erst dann merken die Leute, dass man es tatsächlich sehr ernst damit meint ;). Ansonsten denken alle, dass man das nur so sagt, oder zu bescheiden ist. Naja, was heißt, wir schenken nichts. Wir schenken schon was – Kuchen oder gemeinsame Erlebnisse. Unser Weihnachtsgeschenk an die Familie ist immer, dass wir im Namen der Familie spenden. Langsam hat’s auch gefruchtet. Es klappt nicht immer komplett (Geburtstagskarte statt Geschenk), aber der Wille, uns entgegenzukommen ist definitiv da.
      Thema Verhütung:
      Ich denke ja, dass man bei wechselnden Partnern auf keinen Fall auf Kondome verzichten sollte. Ist man in einer festen Beziehung, steht nicht nur die Frage des Mülls, sondern auch die im Raum, ob man seinem Körper die Hormone antun möchte oder nicht… Langfristige und ziemlich sichere Verhütungsmethoden sind Spiralen. Die Hormonspirale gibt es für 3 oder direkt für 5 Jahre. Die Kupferspirale oder -kette funktioniert ohne Hormone und kann ebenfalls bis zu 5 Jahre drin bleiben. Das sind nicht nur mit die sichersten (zusätzlich gibt es keine Anwenderfehler mehr), sondern auch die müllärmsten Alternativen. Nicht direkt eine Verhütungsmethode, aber eine, die man zur Vermeidung von Schwangerschaften einsetzen kann ist die Natürliche Familienplanung (NFP). Mit etwas Anlaufzeit und vieeeel Disziplin kann man seine fruchtbaren Tage und das Zeitfenster, wo man bedenkenlos Sex haben kann, ermitteln. Will man an den anderen Tagen Sex haben, muss man auf Kondome, Diaphragma und Ähnliches zurückgreifen.
      Medikamente:
      Manchmal geht es nicht anders. Aber man muss auch nicht für alles auf ein Medikament zurückgreifen. Eine Erkältung ist was anderes als Krebs.
      Elektronik:
      Wir haben natürlich auch noch unsere Laptops und Handys. Sie sind auch unsere Lebensgrundlage. Gut, diese hatten wir vorher gekauft, aber wir haben auch vor, sie zu benutzen und reparieren zu lassen, bis sie wirklich nicht mehr gehen. Wenn wir irgendwann dann „neue“ Geräte brauchen, werden wir auf Second-Hand-Geräte zurückgreifen, um bereits Produziertes aufzubrauchen.
      Auto:
      Gut, wir haben keins mehr und wir genießen das :D. Den Luxus, so zentral und gut angebunden zu wohnen hat natürlich nicht jeder (wobei wir uns das auch bewusst so aussuchen). Ich kann nicht beurteilen, wie das im Journalismus so ist. Vielleicht gibt es aber Pool-Autos oder ist Carsharing eine Möglichkeit?
      Pressemappen/Infomaterial:
      Solche Sachen bekommt man häufig schneller in die Hand gedrückt als man „Nein, danke“ sagen kann :(. Ich fotografiere mit dem Handy die relevanten Infos ab und gebe die Dinger konsequent zurück – mit einem Lächeln und der Erklärung, dass wir einen papierlosen Haushalt führen und wir das zu Hause sonst auch eingescannt hätten. So kann das Material noch weiter verwendet werden und landet nicht einfach bei uns zu Hause im Müll. Die Fotos sollte man natürlich regelmäßig sortieren, löschen oder in die digitale Ordnerstruktur auf dem Computer ablegen. Ich habe auch eine Scan-App auf dem Handy, das funktioniert sehr gut. Visitenkarten schneide ich später auf dem Handy zu und lege sie auf dem Handy in einem Album ab. So habe ich sie immer dabei. Wirklich helfen tut nur freundlich und charmant ablehnen, ohne, dass es sich für die Leute wie ein Korb anfühlt. Zum Beispiel: „Oh, danke, toll! Einen Moment, ich fotografiere das fix mal ab. Ich lebe nämlich papierlos, das ist auch das Einzige, dass gegen meine Zettelwirtschaft hilft *freundliches Lachen*. Und natürlich der Umwelt zuliebe. [Bei Visitenkarten] Hach, super, so geht Ihre Karte auch nicht mehr verloren, die hab ich nun auf dem Handy ja immer griffbereit.“

      Ja, gerade im Arbeitsbereich finde ich das auch unheimlich schwierig :(. Zu Hause ist man ziemlich autonom, aber im Job ist man häufig einfach gezwungen, sich den Strukturen zu beugen. Mein Mann arbeitet z.B. an der Uni und ist für Anerkennungen zuständig. Digitales Abstempeln gibt’s nicht… Ich hab ja meinen Bürojob vor gut einem Jahr gekündigt und weil ich nicht nur vom Bloggen leben kann kellnere ich noch nebenbei etwas. Da habe ich nicht mal den Spielraum, den Strohhalm wegzulassen. Ich hab auch mal probeweise die Gäste gefragt, aber die wollen tatsächlich Strohhalme…

      Naja, wir arbeiten einfach kontinuierlich dran, Situationen, wo wir Kompromisse eingehen müssen zu minimieren. Keiner ist perfekt und niemand fängt mit Joggen an und kann am nächsten Tag schon einen Marathon rennen ;). All diese Änderungen müssen eingeübt werden und das ist finde ich vollkommen in Ordnung :). Schritt für Schritt nähert man sich an.

      Würd mich interessieren, ob du was mit den Vorschlägen anfangen kannst :)?
      Liebe Grüße,
      Shia

  16. Danke für den Artikel. Versuche gerade das einiges bei uns umzustellen.
    Kleiner Tipp zu den Molkereiprodukten.
    Im Edeka gibt es Milch in Mehrwegflaschen. Sahne im Biosupermarkt und daraus mache ich dann kinderleicht Butter.
    Einfach so lange schlagen oder im Glas schütteln bis aus der festen Sahne dann Butteg und Buttermilch wird. Dauert nur ein paar Minuten.

    • Hi Diana,
      cool, danke, das ergänze ich später im Artikel, wenn dir das recht ist :)! Olivenölseife kaufe ich hier in Bochum im persischen Gemüsemarkt ganz ohne Verpackung, Etikett oder Preisschild :). Ich habe sie als „türkische Badeseife“ aber auch schon in unbeschichteter Pappverpackung im Ramschladen Kodi gesehen und in BIO-Märkten gibt es sie auch häufiger als Aleppo-Seife – allerdings in Plastik eingeschweist :(. In vielen BIO-Märkten oder auch im Reformhaus gibt es lose Seife (mit Etikett als Sticker), allerdings muss man da gucken, ob Palmöl (Sodium palmate) drin steckt. Man kann sie auch mal fragen, ob sie Olivenölseife für einen bestellen können, manche machen das :).
      Liebe Grüße,
      Shia

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