Die Wahrheit über „100%“ plastikfreie, kompostierbare und rein pflanzliche Bambus-Zahnbürsten

Es ist eine Weile her, seitdem ich hier auf dem Blog das letzte Mal über kompostierbare Zahnbürsten schrieb. Ich hatte mehrere Updates ergänzt, aber langsam ist so viel dazu gekommen und ich werde so häufig danach gefragt, dass ich das gerne alles etwas ausführlicher in diesem Artikel aufgreifen möchte.

Es ist nicht alles Gold, das glänzt

Ungefähr so wie der Beziehungsstatus vieler Leute bei Facebook ist es nämlich, ja, hm, kompliziert. Und am Ende gibt es keine perfekte nachhaltige Zahnbürste und irgendwo muss man halt Abstriche machen. Versteht mich bitte nicht falsch, fast alle Hersteller nachhaltigerer Zahnbürsten, die ich bisher kennenlernen durfte, sind super engagiert und echte Überzeugungstäter. Alle wollen sie die Welt ein Stückchen verbessern, und das ist halt wirklich nicht die einfachste Aufgabe, die man sich so vorknöpfen kann 😉.

Der Griff

Die meisten dieser Zahnbürsten haben einen Griff aus Bambus. Das ist auch keine doofe Entscheidung, denn Bambus ist von Natur aus antibakteriell und wächst einfach mal unverschämt schnell nach. Einige wenige Hersteller halten sich aber lieber an heimisches Holz, was natürlich den Vorteil in den kurzen Transportwegen hat.

Es gibt ja auch Bambus-Arten, die den Winter in Deutschland, Österreich und der Schweiz eigentlich gut überleben. Vielleicht könnte man ja mal Bambus hier bei uns anbauen? Wieso das nicht gemacht wird, weiß ich leider nicht. Läge doch nahe?

Ja, der Griff ist aber eigentlich der unproblematische, unkomplizierte Teil.

Die Borsten

Das Schwierige sind nämlich die Borsten. Vegan und kompostierbar (oder zumindest biologisch abbaubar) und aus nachhaltigem Material lässt sich nämlich gar nicht so einfach kombinieren.

Schweineborsten

Bevor unser Alltag von synthetischen Materialien dominiert wurde, wurden Zahnbürsten mit Schweineborsten bestückt. Ja, Schweineborsten sind natürlich kompostierbar und ein Naturprodukt. Dass dies ein tierisches Produkt und somit nicht vegan ist, liegt auf der Hand. Heutzutage sind Holz-Zahnbürsten mit Schweineborsten wahrscheinlich die einzigen wirklich verlässlich kompostierbaren und biologisch abbaubaren Zahnbürsten auf dem Markt.

Aber Moment, woher kommen eigentlich die Borsten? Der überwiegende Teil wird aus China importiert, wie der (wahrscheinlich sogar weltweit) größte und bekannteste Bürstenhersteller Redecker angibt. Interessant finde ich, dass einerseits gesagt wird, dass die Schweineborsten ein Abfallprodukt der Fleischherstellung seien, und andererseits erklärt wird, dass das auf Fleisch gezüchtete Hausschwein – also das Schwein aus der Fleischindustrie – ja kaum Haare hat und man deshalb nicht die Borsten davon nutzt. Finde den Fehler…. Den ganzen Artikel findet ihr hier. Grundsätzlich sind die Bedingungen unklar, unter denen das Echthaar „geerntet“ wird. China ist ja nun nicht gerade für Tierschutz und transparente Praktiken bekannt. Mehr dazu könnt ihr auch in diesem ausführlichen Artikel nachlesen.

Aber kommen wir zum Hygiene-Aspekt. Schweinehaar ist innen hohl, bietet also eine sehr große Oberfläche, auf der sich Bakterien vermehren können. In Deutschland, Österreich und der Schweiz wird das Bürstenhandwerk noch gepflegt und man kann tatsächlich noch Zahnbürsten aus Schweinhaar bekommen. Wenn ihr euch trotz der ethischen Problematik dafür entscheiden solltet, dann solltet ihr eure Zahnbürste auf jeden Fall alle paar Tage mit kochendem Wasser desinfizieren.

Nylon-4

Nylon-4 ist ein Bioplastik, das innerhalb einiger Monate sich biologisch abbauen lässt, wie Studien wie z.B. diese hier untersucht haben. Wie alle Nylon-Sorten wird auch Nylon-4 aus Erdöl gewonnen. Nicht ideal, denn die Extraktion von Erdöl ist an sich schon sehr umweltbelastend. Aber immerhin deutlich besser als anderes Plastiksorten, die uns noch um Jahrhunderte überleben werden. Das Problem an Nylon-4 liegt aber woanders. Es gibt nämlich kaum seriöse, verlässliche Produzenten. Schon so einige Zahnbürsten-Hersteller sind drauf reingefallen und hatten ein böses Erwachen, als das Nylon-4, das sie bezogen hatten, sich als als normales Nylon entpuppte. So z.B. bei the Environmental Toothbrush aus Australien, die nun auf normales Nylon umgestiegen sind.

Hydrophil, die wohl bekanntesten Bambuszahnbürsten-Marke im deutschsprachigen Raum, hatte bis Januar 2016 Nylon-4-Borsten. Nachdem ihr seriöser Nylon-4-Produzent allerdings insolvent ging, stiegen sie wie the Environmental Toothbrush auf konventionelles Nylon um, weil sie keinen seriösen Nylon-4-Produzenten finden konnten, wie mir Christoph von Hydrophil in einem langen und sehr aufschlussreichen Telefonat erklärte.

100% Bambus-Viskose

Neuerdings sehe ich immer häufiger Zahnbürsten aus „100% Bambus-Viskose“. Viskose sind halbsynthetische Fasern auf Cellulose-Basis, die man hauptsächlich bei Klamotten findet. Klingt super eigentlich! Aber Viscose ist eigentlich ziemlich weich und es ist schwierig, reine Viscose zu stabilen Borsten zu formen. Borsten aus reiner Bambus-Viskose wären ein Riesendurchbruch! Aber dafür, dass es das bereits geben soll, gibt es weder ein angemeldetes Patent noch irgendwelche News oder Studien dazu.

Es gibt eine einfache Möglichkeit, um festzustellen, ob etwas Plastik enthält, der die Kokelkinder unter uns freuen wird: Burn it, baby! Plastik verbrennt mit diesem typischen Plastikgeruch, schmilzt dabei und der Rauch ist ziemlich schwarz. Wenn ihr auch noch feststellen wollt, welche Plastikart es ist, könnt ihr euch diese Tabelle zu Gemüte ziehen. So könnt ihr übrigens auch feststellen, ob Stoffe synthetische Fasern enthalten, aber das nur am Rande erwähnt.

So weit ich weiß, sind bisher alle Borsten aus „100% Bambus-Viskose“ beim Abfakeln geschmolzen und haben den leckeren Plastikduft verströmt. Verbessert mich aber bitte, wenn ihr da andere Erfahrungen gemacht habt! Ich würde mich sogar irre freuen, in diesem Punkt falsch zu liegen!

Meine Vermutung ist, dass es wie beim Nylon-4 so ist, dass die Produzenten gerade kleinen Zahnbürsten-Herstellern, die selber kein Labor oder das Budget für teure Labortests haben, etwas verkaufen, was es gar nicht gibt, um das Geschäft aufzubessern.

Mehr zu diesem Thema kannst du hier und hier nachlesen.

Was ist dann die nachhaltigste Option?

Wie ich bereits anfangs sagte, gibt es zumindest meines Wissens leider nicht die „perfekte“ Zahnbürste. Schweineborsten kommen für mich auf jeden Fall nicht in Frage. Ich würde es also eher als Frage ansehen, welche Firma man am liebsten unterstützen möchte bzw. welche man vor Ort kaufen kann.

  • Hydrophil (Nylon, selbst getestet, Deutschland): Ich mag, dass sie Wasserschutzprojekte unterstützen, sehr viel Wert auf Transparenz legen. Die Zahnbürsten verlieren Borsten, wenn man beim Putzen zu stark aufdrückt, was man sowieso nicht machen sollte, wenn einem das eigene Zahnfleisch lieb ist.
  • Sidco (Bambus-Viskose, Deutschland): Ich hatte sie zwei Mal angeschrieben, um nach der Verpackung, Versandmaterialien und Kompostierbarkeit der Borsten zu fragen, habe aber nie eine Antwort erhalten.
  • Baumfrei (Bambus-Viskose, selbst getestet, Deutschland): Pia ist auf jeden Fall eine engagierte Überzeugungstäterin, der Umweltschutz sehr am Herzen liegt. Die Zahnbürsten putzen super und nutzen sich nicht so schnell ab.
  • Zero Waste Lifestyle (Bambus-Viscose, Deutschland): Olga und Gregor sind absolute Zero-Waste-Helden und ihr Unverpackt-Laden in Köln ein Traum!
  • Eco-Bamboo (Nylon-4, selbst getestet, Polen): Eco-Bamboo wirkt auf mich leider ziemlich unseriös. Sie verschicken ihre Zahnbürsten als Briefe in Luftpolsterumschlägen aus Plastik und wollten mir weismachen, dass es in Polen gesetzlich vorgeschrieben sei, dass Briefe, also hauptsächlich Papier, ausschließlich in Luftpolsterumschlägen verschickt werden dürften. Die mittleren Borsten waren verdammt hart, was gerade mir mit Zahnfleischproblemen echt nicht gefallen hatte.
  • The Humble Toothbrush (Nylon, Schweden): Verwendet wird Nylon-6, das zumindest etwas schneller zerfällt als anderes Nylon. In dieser Studie ist allerdings davon die Rede, dass Nylon 6 sich trotzdem wohl biologisch schlecht abbaut. Die Papierverpackung war, zumindest als ich die Bürste Februar 2016 in der Hand hatte mit Plastik beschichtet, kann sich aber inzwischen geändert haben. Für jede gekaufte Zahnbürste spenden sie eine Zahnbürste oder Geld im Wert einer Zahnbürste für ein Projekt für Zahnpflege für zahnpflegebedürftige Kinder.
  • The Environmental Toothbrush (Nylon, Australien): Ja, die Zahnbürste kommt aus Australien, aber ich weiß, dass sie aus irgend einem Grund viel in Europa, allem voran England (bald ja nicht mehr ganz so europäisch), verkauft wird. Ich meinte, ich hätte sie auch schon irgendwo in Deutschland entdeckt. Auch eine idealistisch motivierte Firma, aber aus Australien finde ich schon weit weg für etwas, das man wirklich genauso auch von einer Firma aus Deutschland mit einer Infrastruktur hier beziehen kann.

In Deutschland haben wir hauptsächlich die Hydrophil benutzt, weil wir sie im Bioladen in Fußreichweite (Veggihaus in Bochum) kaufen konnten und ich auch finde, dass die Jungs da echt gute Arbeit leisten und ich ihre Transparenz sehr schätze.

Vor zwei Monaten sind wir für ein Jahr nach Kanada gezogen. Wenn wir wieder zurück sind, wollen wir gerne noch die Zahnbürste von Olga und Gregor ausprobieren. Olga und Gregor tun so viel für die gesamte Zero Waste und Unverpackt-Community im deutschsprachigen Raum, das ist jede Unterstützung gut aufgehoben. Und Köln ist jetzt auch nicht soooo weit von Bochum entfernt, sodass wir sicherlich dann die Möglichkeit haben, uns mal vor Ort ganz ohne Versand einzudecken.

Hier in Vancouver benutzen wir Brush with Bamboo, die meines Wissens nach bei der Borstenfrage bisher weltweit am fortgeschrittensten sind. Sie haben es nämlich geschafft, den Plastikanteil der Borsten zumindest auf 38% zu reduzieren. Die weiteren 62% bestehen aus rein pflanzlichem Rizinusöl. Das Plastik ist konventionelles Nylon aus Erdöl. Sie bleiben aber bei der Produktentwicklung dran, weil sie selbst momentan damit noch nicht so zufrieden sind.

Diese neuen Borsten, die wir jetzt verwenden sind die beste verfügbare Option. Sie sind nicht perfekt, aber zumindest ein Schritt in die richtige Richtung. (Brush with Bamboo)

Die Brush with Bamboo hat traumhafte weiche Borsten, was bei meinem empfindlichen Zahnfleisch eine Wohltat ist. Die Familie hinter Brush with Bamboo besteht komplett aus Nachhaltigkeit-Nerds, die auch nicht zurück scheuen, sich selbst zu kritisieren und denen vor allem auch Transparenz ganz wichtig ist, was ich persönlich sehr sympathisch finde. Die Firma sitzt in Kalifornien, was für unser „europäisches Distanzempfinden“ ziemlich weit weg ist. Aber ja, Nordamerika ist halt auch nicht so dicht besiedelt wie Europa. Ich tu mich ja noch sehr schwer damit, mich daran zu gewöhnen.

Fazit

Es ist einfach eine schwierige Aufgabe mit den Borsten. Auch wenn vieles noch nicht so ideal ist, es ist ein Schritt in die richtige Richtung. Denn egal, ob die Borsten nun doch noch aus konventionellem Nylon oder eben leider nicht reiner Bambus-Viskose bestehen: Der Plastik-Anteil ist allein durch den Griff aus Bambus oder Holz um ein vielfaches niedriger als bei einer konventionellen Zahnbürste.

Häufig wird die Verwendung von Bambus kritisiert, weil der Bambus meistens aus China oder Indien stammt, wo auch meistens die Bürsten produziert werden, also einen weiten Transportweg haben. Das zeigt wieder, wie man gerade bei nachhaltigeren Produkten deutlich skeptischer und (über-)kritisch ist. Hat sich jemals einer gefragt, wo und wie eigentlich die konventionellen Plastikzahnbürsten produziert werden? Na?

Mein Punkt ist, dass diese „unperfekten“ Zahnbürsten am Ende trotzdem die ökologisch sinnvollere Alternative sind. Damit es auch weiter in die richtige Richtung gehen kann, sollten wir diese engagierten Hersteller unterstützen, damit sie in Zukunft noch nachhaltigere Versionen entwickeln und herausbringen können. Rom wurde auch nicht an einem Tag gebaut.

Von links nach rechts: Bambuszahnbürste von Hydrophil inklusive Verpackung, Miswak-Zweig, Swak-Zahnbürste mit Nachfüll-Köpfen und Verpackung

Zuletzt möchte ich noch darauf hinweisen, dass es auch noch Alternativen zu Bambus- bzw. Holz-Zahnbürsten gibt! Die Bambus- und Holz-Zahnbürsten sind einfach das, was dem, was wir kennen, am nächsten steht und was den Umstieg unglaublich einfach macht.

Etwas, was etwas Umgewöhnung bedarf sind Miswak-Sticks. Das sind wirklich einfach nur ein getrockneter Zweig vom Zahnbürstenbaum, der von Natur aus Fluorid enthält. Das ist kein Scherz, der Baum heißt wirklich so! Eine Abwandlung davon ist die Swak-Zahnbürste, die aus einer Halterung aus einem Maisstärken-Bioplastik-Griff und einem kleinen, austauschbaren Kopf aus Miswak besteht. Ich habe beides schon ausprobiert und bin vor allem vom Miswak-Zweig begeistert! Das Blöde ist nur, dass man Miswak-Zweige einzig und allein in Plastik verpackt bekommt, zumindest meines Wissens nach. Die Swak-Zahnbürste ist auch ziemlich cool, erfordert etwas mehr Übung. Sie hat den Vorteil, das wirklich nur immer ein kleines Stückchen Holz ausgetauscht werden muss. Wie man damit putzt könnt ihr übrigens in diesem Artikel nachlesen.

Bestimmt habe ich irgendwas ausgelassen. Wenn ihr also noch andere Zahnbürsten oder Alternativen kennt, lasst es mich wissen! Natürlich auch, wenn ihr dazu noch Infos habt, die mir nicht bekannt sind!

30 Kommentare

  1. Hi Shia,
    super lieben Dank für den tolle Artikel.
    Entschuldige bitte, wenn jemand anderes diesen Link (https://bambus-zahnbürste.net) schon gepostet hat, aber ich hab mir leider nicht alle Kommentare durchgelesen ( zu faul). Das wurde mir eben als Werbung bei Facebook presentiert und ich dachte, ich frag dich mal, ob du die schon kennst und ob es eine gute Alternative ist?
    Schöne Grüße,
    Miez

  2. Hallo Shia,
    ein sehr informativer Beitrag, besonders der Teil über die Bambusviskose hat mir die Augen geöffnet 🙂
    Ich habe in einem Test 9 Hersteller von Bambus Zahnbürsten verglichen und habe auch Deine Idee mit dem Feuerzeug zwei mal angewandt, um zu sehen, ob wirklich Bambus-Viskose verwendet wurde: https://toothbrushed.com/bambus-zahnbuerste/

    Ein Hersteller, der mir neben den von Dir genannten auch noch gut gefallen hat ist Nordics (aus Bulgarien), die Zahnbürste hat einen angenehmen Griff und einen deutlich kleineren Bürstenkopf als die Konkurrenz 🙂

    Liebe Grüße und nochmal Danke für Deine ausführlichen und kritischen Artikel!

    • Hi Robin,
      da hast du wirklich einen tollen, informativen Artikel verfasst! Danke dafür :)! Da bin ich mal gespannt, ob Sidco dir antwortet. Meine Anfragen wurden nämlich ignoriert, sehr schade.
      Nordics kannte ich noch gar nicht!
      Liebe Grüße,
      Shia

  3. Pingback: Bambus Zahnbürste - Schluss mit Plastik: 9 Hersteller im Vergleich | toothbrushed

  4. Zero Waste sollte man in allen industriellen Bereichen einführen. nur nachhaltigkeit hat wirklich etwas positives an sich!

  5. Elke Falkenberg

    Toller Artikel! Übrigens gibt es bei uns in der Nähe im Kraichgau Bambusfelder. Weiß allerdings nicht, wozu dieser genutzt wird.
    Kaufen im Unverpackt in Karlsruhe ein, allerdings finden wir für mein Enkelkind (2 Jahre) keine ‚alternativ’Zahnbürste, die klein genug ist. Weißt Du da auch Rat?
    Liebe Grüße
    Elke

    • Hi Elke,
      Hydrophil hat Kinderzahnbürsten. Wie klein Zahnbürsten für Zweijährige sein sollten, kann ich leider nicht sagen. Unsere Nichte ist auch 2 Jahre alt und benutzt sie unseres Wissens auch :).
      Liebe Grüße,
      Shia

  6. Pingback: Bad/ Hygiene Teil 1 von 9 – wildatheart

  7. Liebe Shia,
    danke für diesen umfang- und aufschlussreichen Artikel! Mir sagte die Firma hydrophil am meisten zu. Ich habe die Bürste mehrfach getestet. Leider kommt die für mich nicht infrage, da der Bürstenkopf vorne jedes Mal sehr schlecht geschliffen war und ich mir innerhalb kurzer Zeit die Wangen innen aufgescheuert habe. Eine andere Zahnbürste habe ich bei uns (Kleinstadt ohne Bio-Supermarkt) noch nicht gefunden, deswegen bin ich vorerst wieder auf eine herkömmliche Zahnbürste umgestiegen – allerdings mit auswechselbarem Kopf. Ja, das ist Plastik und es macht Müll, aber vorerst ist es das für alle beteiligten kleinste Übel. Ich glaube, bei den plastikfreien (und gerne veganen) Zahnbürsten ist bei der Produktentwicklung noch sehr viel Platz nach oben. Aber das wird, da bin ich mir sicher. Alles Liebe, Maike.

  8. Liebe Shia,
    Vielen Dank für den erkenntnisreichen Artikel!
    Eine Frage habe ich aber noch: Ist es denn unbedenklich zum Beispiel die Bambus-Viskose Bürsten z.B. von der Firma Baumfrei zu kompostieren?
    Viele Grüße
    Eva

    • Daniela

      Nachdem ich über die Problematik des aktuellen Stands der Technik zu den Versprechen der Hersteller dieser Bambusborsten gestolpert bin, hab ich mir genau diese Frage bei den von dir genannten Bürsten auch gestellt!
      Nach dem Brenntest habe ich die zusammengeschmolzene schwarze Masse, die einst meine „Bambusborsten“ waren, separat entsorgt und nur den Griff auf den Kompost gegeben

      • Ja, ich habe auch nochmal drüber nachgedacht: Natürlich ist es eine Sauerei Plastik auf den Kompost zu schmeißen! Also eigentlich war meine Frage ziemlich unnötig 🙂

  9. Aljoscha Marcel Everding

    Ich habe einige Zeit sehr gerne die Bürsten von Hydrophil benutzt, aber seit der Umstellung der Borsten sind die Dinger leider zu nix mehr zu gebrauchen. Bereits nach wenigen Tagen Benutzung sieht die Zahnbürste dermaßen gerupft aus. Zum einen verlieren sie Borsten, zum anderen sind die noch vorhandenen so verbogen und platt, als hätte ich sie ein halbes Jahr bereits in Benutzung. Bereits nach drei Wochen möchte man sie eigentlich austauschen. Ich werde jetzt noch die letzten aufbrauchen (Ich habe sie immer in größeren Mengen bei ‚alles vegetarisch‘ mitbestellt) und mich dann nach Alternativen umschauen müssen. Ecobamboo kommt für mich auch nicht in Frage. Der Laden ist unfassbar unsympathisch und ist mir durch massive Spamerei in sozialen Netzen unangenehm aufgefallen. Auch haben sie sich immer wieder in unfairer und unschöner weise über Mitbewerber geäußert. Das ist extrem schlechter Stil.

    • Oh ja, Ecobamboo ist mir auch schon wegen ihres, ich sag mal, eher aggressivem Marketings inkl. Schlechtreden der Konkurrenz negativ aufgefallen. Als eine Bekannte sich welche bestellen wollte, nachdem Hydrophil von Nylon-4 auf Nylon umgestiegen war, hatte ich sie gebeten, eine für mich mitzubestellen.
      Ich hatte bei den Hydrophil-Bürsten am Anfang auch das Problem, dass sie schnell schlimm aussahen und Borsten verloren. Bei Hanno, meinem Mann, war das aber gar nicht.
      Ich muss dazu aber vielleicht sagen, dass ich von einer elektrischen Zahnbürste umgestiegen war und mir damals wegen meiner Zahnfleischprobleme (Parodontitis) vom Zahnarzt damals die elektrische empfohlen wurde. Ich hatte nach dem Umstieg dann meine Zahnärztin gefragt, die meinte, dass es mit der richtigen Putztechnik keinen Unterschied machen würde, ob man eine elektrische oder nicht elektrische Zahnbürste benutzt, dass sie allerdings Patienten mit Parodontitis immer eine Elektrische empfehlen, weil man sie nie drauf verlassen kann, dass die Leute auch ordentlich putzen. Ich hab mir noch mal ganz genau erklären und zeigen lassen, wie man das eigentlich richtig macht und musste erst mal feststellen, dass ich wohl eine komplett falsche Putztechnik hatte… Das Gleiche mit der Zahnseide, oh je!
      Ich hab also geübt und geübt. Ein großes Problem war, dass ich immer zu fest aufgedrückt habe, was mit der Elektrischen nicht ging. Das kann man sich abtrainieren, indem man die Zahnbürste nur mit Zeigefinger und Daumen hält. So kann man gar nicht zu viel Druck ausüben, selbst wenn man möchte. Das hat bei mir sehr viel geholfen und sieh an, danach hatte ich auch das Problem mit den Borsten bei Hydrophil nicht mehr :).

  10. Danke für den super spannenden Artikel! Ich hatte keine Ahnung, dass die Nachhaltigkeit der Hersteller so unterschiedlich ausfällt… Ich würde liebend gerne auf eine Bambuszahnbürste umsteigen, aber soweit ich weiß wird keine der gängigen Marken von Zahnärzten etc. empfohlen, da die Borsten wohl nicht optimal geformt sind. Fehlgriffe kann ich mir bei meinen ohnehin schlechten Zähnen nicht leisten. 🙁

  11. Danke für den toll recherchierten Beitrag, Shia, dafür schätze ich deinen Blog so! 🙂
    Und auch auf die Gefahr hin, dass das sehr oberflächlich klingt: Ein Zopf steht dir ganz wunderbar!

    Liebste Grüße,
    Jenny

  12. Nadine

    Hallo Shia,

    super Artikel, vielen Dank!
    Bisher hielt mich aber auch immer die Bürstenkopfgröße und die Unsicherheit bei den Härtegraden von einem Kauf ab. Die Hydrophil-Bürsten z.B. habe ich bisher nur in „Medium“-Stärke gesehen, was mir leider viel zu hart ist, da ich normalerweise sogar „Sensitiv“-Bürsten benutze.
    Kannst Du eine Empfehlung für eine sehr weiche Bürste mit kleinem Bürstenkopf abgeben?

    Zudem stellt sich mir ehrlich gesagt auch noch die Frage der Entsorgung. 🙂 Prima, dass die Griffe und die Borsten teilweise natürlich abbaubar sind, aber wie entsorge ich sie denn dann richtig? Den Griff auf den Kompost oder doch in den normalen Hausmüll? Und die Borsten?

    Wäre toll, wenn Du meine Fragen beantworten könntest. 🙂

    Vielen Dank und viele Grüße
    nadine

    PS: Ich liebe Deinen Blog. 😉

    • Hallo Nadine,
      ich meine mal gelesen zu haben, dass die Kinderbürsten von Hydrophil sehr weich sind. Auf jeden Fall sind sie kleiner als die für Erwachsene und vielleicht schreibst du Hydrophil einfach mal an und fragst ob sie auch weicher sind.
      LG

      • Nadine

        Hi Anni,

        vielen Dank… auf die Idee bin ich noch gar nicht gekommen. Manchmal ist man echt ein bisschen „betriebsblind“. 😉

        Danke und viele Grüße
        nadine

        • Ich hab meistens die Hydrophil-Kinderzahnbürste benutzt, denn die gibt es auch nur mit weichen Borsten :). Und genau, Entsorgung ist wie du es gesagt hast. Hier ist der Hydrophil-Artikel dazu. Wenn du eine Zange hast, ist es aber eigentlich besser, wenn du die Borsten ausrupfst, statt den Kopf abzubrechen. LG, Shia

  13. Miriam

    Ich bin kürzlich auf einem Markt auf Zahnbürsten von Bambudent gestoßen. Die Borsten bestehen aus 100% Bambusviskose und die sind gar nicht so weich.
    Vielleicht magst Du die Bürste ja bei Gelegenheit mal ausprobieren.
    Vielen Dank für diesen informativen Beitrag!

  14. Hallo!

    Toller Artikel!
    Ich hab mittlerweile die Schweineborsten-Bürste und die Bürste von Hydrophil ausprobiert. Der Miswak-Zweig steht auf meiner ToDo-Liste und ich bild mir ein, den bei uns in Wien in einer Papierverpackung gesehen zu haben. Schweineborsten sind mittlerweile aus dem Rennen, Bambus hat gute Chancen, wenn Miswak mich nicht überzeugt.

    Bambus aus Europa ist vermutlich nicht für die Zahnbürstenstiele geeignet. In einem Telefonat mit Smooth Panda, die Toilettenpapier und Taschentücher aus Bambus produzieren und in Papierverpackung versenden, habe ich u.a. erfahren, dass es viele verschiedene Bambusarten gibt und jene, die sich für Papier eignet, noch nicht in Europa wächst. Ihre Vision ist es aber, den Bambus nach Europa zu holen. Ich könnte mir vorstellen, dass das bei den Zahnbürsten ähnlich ist.

    Liebe Grüße

    Sabrina

  15. Framboise

    Danke für diese kritische und ehrliche Zusammenfassung, ich lese deinen Blog wirklich gerne.
    Übrigens werden in Äthiopien an jeder Straßenecke Stöckchen verkauft, die als traditionelle Zahnbürste gelten. Leider hatte ich das bei meiner Reise nicht so auf dem Schirm, sonst hätte ich ein paar davon mitgebracht und getestet.

  16. Hallo Shia!
    Danke für die tolle Zusammenfassung!
    Ich und meine beiden Kinder (22 Monate und 3 Jahre) benutzen zur Zeit Zahnbürsten der Marke Woobamboo (Hersteller aus Florida). Gibts in Größe für Erwachsene und Kinder mit verschiedenen Härten der Borsten. Hier in Deutschland erhältlich bei Kivanta.de. Der Griff ist aus Bambus, die Borsten aus Dupont Tynex Nylon (nicht abbaubar aber wohl aus recyceltem Material). Wir sind bisher sehr zufrieden damit.
    Swak Zahnbürstenköpfe in Papier bzw Pappe und Griffe aus Holz habe ich gesehen im Onlineshop bei monomeer.de. Die habe ich aber noch nicht getestet.
    Viel Spaß und Inspiration weiterhin in Vancouver.

  17. Kerstin

    Hi,
    die Frage, warum Bambus nicht als Nutzpflanze in Europa angebaut wird, kann ich dir beantworten 🙂
    Er verbreitet sich sehr stark und hat hier keine natuerlichen Fressfeinde (wie Pandas :P) und wuerde die heimische Flora verdraengen.
    Wer Bambus im Garten hat, kennt das – wo der Bambus waechst, spriesst nichts anderes mehr 🙁
    Da es leider schon einige invasive Arten in Europa gibt (z.B. Japanischer Staudenknoeterich) will glaub ich niemand mehr das Risiko eingehen und eine nicht heimische Pflanze grossflaechig anbauen, wenn die Folgen nicht abschaetzbar sind.

    Deinen Artikel finde ich wie immer klasse, danke fuer den Vergleich der einzelnen Buerstenhersteller. Ich hatte bis jetzt eine Sidco, werde aber nachdem ich deinen Artikel gelesen habe, mal eine andere Marke ausprobieren 🙂

    Liebe Gruesse
    Kerstin

  18. Ulrike

    Hallo Shia, ich verwende eine Zahnbürste aus Bambus, die Borsten sind aus Maisfasern, also vegan. Ich bin sehr zufrieden. Hier die Adresse: buerstenerzeuger-shop.com
    Eine Firma aus Österreich, lg Ulrike

  19. Liebe Shia,

    vielen Dank für den interessanten Artikel:)
    Verwende bisher noch meine elektrische Zahnbürste mit kleinem rundem Bürstenkopf, da sie bei meinen empfindlichen Zähnen und Zahnschmelz bisher das beste und schonendste Ergebnis geliefert hat. – Für unterwegs eine Handzahnbürste. –
    Schwierig war/ist es bisher für mich einen passenden Ersatz zu finden.
    Leider gibt es die keine Handzahnbürste mit kleinem rundem Kopf. – Die meisten Erwachsenen-Zahnbürsten haben für meinen Mund/die hinteren Zähne einen zu großen Bürstenkopf. – Die Swak-Zahnbürste habe ich ausprobiert. Kam damit aber leider überhaupt nicht klar. –
    Schweineborsten-Zahnbürsten kommen für mich überhaupt nicht in Frage (schon bei dem Gedanken schüttelt es mich…) –
    Da ich noch keine Erfahrungen mit Bambus-Zahnbürsten gemacht habe, möchte ich gerne an der Verlosung der Brushwithbamboo-Zahnbürsten teilnehmen.
    Liebe Grüße

  20. Mal wieder sehr spannend und aufschlussreich! Danke für deine Mühe, das alles so umfangreich aufzuklären. Leider kommen für mich aus gesundheitlichen Gründen momentan keine Bambuszahnbürsten in Frage, aber ich verfolge weiterhin das Thema und vielleicht kann ich nächstes Jahr umsteigen 🙂
    Liebe Grüße,
    Ela

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