Haarewaschen ohne Shampoo – eine No-Poo-Übersicht

Seit über drei Jahren wasche ich mir schon meine Haare ohne Shampoo aus der Flasche („No-(Sham-)Poo“). Dieses kleine Experiment hat mich von allen mehr oder weniger verrückten Dingen, die wir probiert hatten, um unseren Müll zu reduzieren, wohl am meisten Überwindung gekostet. Völlig unbegründet, wie sich herausstellte! Im Gegenteil, es war für mich definitiv eine der besten Umstellungen! Hier möchte ich euch einige Möglichkeiten aufzählen, wie ihr euch die Haare ganz ohne Shampoo aus der Plastikflasche waschen kannst!

Es gibt viele gute Gründe, Shampoo aus dem Badezimmer zu verbannen. Der Plastikmüll, der durch die Flasche oder auch durch Mikroplastik im Shampoo selbst anfällt, ist nur einer von vielen Gründen.

Ich bin mit Neurodermitis (und vielen Allergien) aufgewachsen. Glaubt’s mir, meine Haut merkt sofort, wenn in Körperpflegeprodukten Schmu drin ist. Es ist definitiv nicht schön, eine dauerhaft gereizte Haut mit sich rumzutragen. Das macht natürlich auch vor der Kopfhaut nicht Halt. So lange ich denken kann, plage ich mich mit Schuppen herum. Viele Anti-Schuppen-Shampoos vertrug ich aber – wie auch alle anderen gängigen Drogerie-Produkte – gar nicht.

Angeblich schmiert sich die durchschnittliche Frau über 500 verschiedene synthetische Chemikalien auf die Haut – täglich! Jedes einzelne Produkt bleibt natürlich bei den jeweiligen problematischen Stoffen unter dem Grenzwert, aber wir benutzen ja mehr als nur eine Produkt am Tag…

Es kostete mich wirklich extrem viel Überwindung, da etwas komplett Unbekanntes auszuprobieren. Was ist, wenn es alles noch schlimmer macht? Wie viel kann meine Haut denn überhaupt noch vertragen?

Da ich damals nicht wusste, dass es so was wie festes Shampoo oder Haarseife gab, fing ich direkt mit Roggenmehl (weitere Optionen sind unten beschrieben) an. Und das ist bis heute meine liebste Haarwasch-Methode, auch, wenn sie beim Anwenden zeitintensiver ist. Denn ich bin endlich, endlich meine Schuppen losgeworden und meine Haare fetten viel seltener nach, sodass ich meine Haare statt jeden zweiten nur noch jeden vierten bis sogar fünften Tag waschen muss. Für mich ist klar: Es gibt kein Zurück!

Festes Shampoo (Shampoo-Bars)

Wenn ihr aus gesundheitlichen Gründen auf Shampoo verzichten wollt, ist das nichts für euch. Denn festes Shampoo ist im Grunde reguläres Shampoo minus Wasser, also genau genommen auch keine No-Poo-Methode 😉. Das ist also der einfachste Umstieg, weil man ja weiter gewohnt Shampoo benutzt, nur halt in fest statt flüssig.

Wie auch bei Shampoo aus der Flasche unterscheidet sich die Qualität von festem Shampoo aber je nach Hersteller enorm. Festes Shampoo bekommt man z.B. bei Lush, wobei das dann zwar ziemlich teuer, aber trotzdem keine Naturkosmetik ist. Wenn ihr da mal auf die Inhaltsstoffe schaut, werdet ihr auch feststellen, dass die Lush Shampoo-Bars die gleichen Tenside wie günstiges Shampoo aus der Drogerie, nämlich SLS, enthalten. Damit kommt nicht jede*r klar, denn das Tensid gilt als hautreizend und allergieauslösend. Außerdem ist bei Lush-Produkten so weit ich mich auskenne (also nicht sonderlich gut 🙈) häufig Glitzer und metallisch glänzende Partikel drin. Ich vermute da Mikroplastik, kann aber auch sein, dass Lush da auf plastikfreie Alternativen zurückgreift. Wenn ihr Infos dazu habt, schreibt sie doch gerne ins Kommentarfeld!

Anwendung

Einfach das feste Shampoo auf dem nassen Haar aufschäumen, verteilen und auswaschen. Fühlt sich an wie Shampoo – ist es auch 😝

Wenn ihr Naturkosmetik wollt, dann guckt doch mal in einen Unverpackt-Laden. Die verkaufen da die ShampooBits von Rosenrot, einer kleinen Manufaktur. Die verwenden auch andere, hautverträglichere Tenside und sind als Naturkosmetik zertifiziert. Wer bei sich keinen Unverpackt-Laden hat, kann sich natürlich eindecken, wenn sie*er mal beruflich oder auch privat sowieso in einem Ort mit Unverpackt-Laden ist. Solche Sachen werden ja nicht schlecht. Denkbar ist auch eine Sammelbestellung zu organisieren, um bei einer Bestellung online Verpackungsmüll und Versandemissionen gering zu halten. Allerdings sollte man sich dann schon recht sicher sein, dass man genau diese Alternative will, so zum Probieren ist das natürlich leider schwierig.

Festes Shampoo, vor allem, wenn ihr euch für Naturkosmetik entscheidet, ist nicht günstig, aber dafür erstaunlich ergiebig. Ein Stück festes Shampoo reicht für bis zu 60 Haarwäschen.

Haarseife

Haarseife ist eine echte Seife, sprich, verseifte Öle. Haarseifen sind in der Zusammensetzung aber auf die Bedürfnisse von Kopfhaut und Haar abgestimmt und viele kommen damit besser aus als mit Aleppo-Seife (siehe unten). Nach dem, was ich bisher mitbekommen habe, kommen vor allem Menschen mit kürzeren Haaren gut mit Haarseife zurecht.

Echte Seife ist alkalisch, das gehört zur Wirkung dazu. Das bedeutet aber, dass nicht jede Haut damit klarkommt, denn die Haut hat einen sogenannten natürlichen Säuremantel, der bei einem PH-Wert von ungefähr 5,5 liegt.

Ich selbst habe Haarseife ausprobiert und fand’s in Ordnung, aber nicht besser als normales Shampoo. Seltsamerweise ist es bei mir und vielen anderen Menschen mit Neurodermitis so, dass wir echte, ziemlich einfache Seife besser vertragen als reguläre Produkte aus der Drogerie, obwohl die in der Regel einen PH-Wert von 5,5 haben.

Anwendung

Die Haarseife einfach auf dem nassen Haar aufschäumen, verteilen und auswaschen. Empfehlenswert – vor allem bei hartem Wasser – ist eine saure Rinse (Rezept siehe unten) im Anschluss.

Zu kaufen gibt es Haarseifen nicht nur in Unverpackt-Läden, sondern vermehrt auch in Bioläden und Reformhäusern. Haarseifen sind auf jeden Fall schon mal günstiger als festes Shampoo, selbst die Bio-Varianten. Wenn ihr aber nach etwas sucht, was doch etwas erschwinglicher, ja sogar günstiger als Drogerie-Shampoo ist, dann müsst ihr einfach nur weiterlesen 😉.

Aleppo-Seife

Aleppo-Seife ist eine ganz traditionelle Olivenölseife aus Syrien, angeblich sogar die älteste Seife der Welt, die immer noch nach den gleichen Methoden hergestellt wird. Die Traditionsseife besteht nur aus verseiftem Olivenöl mit etwas Lorbeeröl.

Mit dem Krieg sind allerdings auch die Seifenmacher-Familien geflohen, produzieren aber aus dem Exil weiter. Von irgendetwas muss man ja leben, auch als geflohener Mensch.

Es gibt aber ähnliche traditionelle Olivenölseifen aus anderen arabischen Ländern, sowie der Türkei und Griechenland, die nennen sich nur einfach Olivenölseife. Es gibt auch Olivenölseife aus Marseille, Frankreich (wird sehr häufig lose in Reformhäusern verkauft), allerdings enthält diese Palmöl.

Anwendung

Aleppo-Seife wird zum Haarewaschen wie die Haarseife verwenden: Einfach auf dem nassen Haar aufschäumen, verteilen und auswaschen. Empfehlenswert – vor allem bei hartem Wasser – ist eine saure Rinse (Rezept siehe unten) im Anschluss.

Hanno, mein Partner, benutzt Alepposeife zum Haarewaschen und ist damit sehr zufrieden. Wenn wir auf Reisen sind ist das aus Praktikabilitätsgründen auch das, womit ich mir die Haare wasche. Ich komme damit eigentlich auch gut klar, also deutlich besser als mit Shampoo, verwende aber einfach lieber Roggenmehl (siehe unten).

Wie auch Haarseife ist Aleppo-Seife wie alle echten Seifen (= verseiftes Öl) alkalisch und kann deshalb den Säuremantel der Haut durcheinanderbringen. Wobei meiner persönlichen neurodermitisgeplagten Erfahrung nach Aleppo-Seife einer der hautverträglichsten Hautreinigungsmittel bei mir ist.

Einen schönen, ausführlichen Artikel zu Aleppo-Seife zum Haarewaschen gibt es bei der Pseudoerbse.

Aleppo-Seife bekommt ihr in vielen Unverpackt- und Bioläden für um die 5€ für ein großes, klobiges Stück, das bestimmt doppelt so groß ist wie ein Stück Haarseife. Es gibt sie aber auch in sehr viel günstiger (um die 1,50€) in arabischen und manchmal auch türkischen Märkten.

Roggenmehl

Roggenmehl hat nicht nur den gleichen PH-Wert wie die Haut (um 5,5), sondern ist zudem sehr pflegend und trägt einfach nur den Dreck ab, ohne – wie Shampoo oder Seifen – zu viel Fett dabei mit wegzuwaschen. Dadurch lernt die Kopfhaut mit der Zeit, sich wieder selbst zu regulieren.

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Ich hatte früher immer sehr fettige Haare, die ich jeden Tag oder spätestens jeden zweiten Tag waschen musste. Mit Roggenmehl hat sich das beruhigt, weil meine Kopfhaut nicht mehr so austrocknet und panisch Fett produziert, um das zu kompensieren. Inzwischen muss ich meine Haare nur noch jeden vierten und manchmal sogar nur jeden fünften Tag waschen! Das funktioniert bei mir zumindest mit (Haar-)Seifen nicht. Da fetten meine Haare genauso schnell nach wie früher mit Shampoo.

Roggenmehl ist nicht nur meines erachtens die pflegendste Haarwasch-Methode, sondern auch eine der günstigsten Haarwasch-Methoden. Eine 1kg-Packung Roggenmehl ergibt bei meiner Haarlänge (2 Esslöffel entsprechen ca. 20 g Roggenmehl) 50 Haarwäschen und kostet dabei nur ca. 1,30€, was 2,6 Cent pro Haarwäsche macht.

Anwendung

Ca. 2 EL Roggenmehl 1150 (kein Vollkorn, das lässt sich nur schwer ausspülen!!) bei schulterlangen Haaren (entsprechend mehr oder weniger je nach Haarlänge und Haardichte) und Wasser mit einem Schneebesen verrühren, bis eine Paste entsteht, die etwas dünnflüssiger als Shampoo ist. Denn je dickflüssiger, desto schlechter lässt sich die Paste verteilen.

Die Paste auf der Kopfhaut auftragen. Am einfachsten geht das, wenn ihr mit den Fingern Scheitel zieht. Muss nicht super gründlich sein. Den Rest auf das Haar verteilen und einmassieren. Ich schmier mir auch immer eine gute Portion noch ins Gesicht, denn Roggenmehl ist so pflegend, dass es auch eine wunderbare Gesichtsmaske ist 😉.

Nach kurzem Einwirken ausspülen. Auch hier ist eine saure Rinse empfehlenswert, vor allem bei hartem Wasser.

Achtung: Die Paste kann man nicht auf Vorrat anrühren! Ohne Konservierungsmittel habt ihr nämlich ganz schnell einen Sauerteigansatz 😆.

Heilerde

Heilerde ist auch so ein unverschämt vielfältiges Mittelchen. Ich benutze sie allerdings hauptsächlich als Gesichtsmaske. Ähnlich wie Roggenmehl entfernt Heilerde einfach nur den Dreck und überschüssiges Fett, kann aber die Kopfhaut schon ein bisschen stärker entfetten als Roggenmehl.

Anwendung

Ca. 1-2 Esslöffel Heilerde und Wasser mit einem Löffel zu einer nicht zu dickflüssigen Paste verrühren. Die Paste auf der Kopfhaut und den Rest davon auf dem Haar verteilen und einmassieren. 2 Minuten einwirken lassen und ausspülen. Eine saure Rinse ist nicht nötig, kann aber nie schaden 😉.

Ich mag Heilerde als Haarwaschmittel ebenso sehr gerne, wobei ich persönlich das nur mal dazwischen gemacht habe. Auf jeden Fall komme ich mit Heilerde deutlich besser klar als mit Seifen oder Shampoo. Allerdings ist Heilerde auch kein günstiger Spaß. Eine Packung (400g, Pappschachtel mit Papierbeutel drin) kostet ca. 6€ und reicht für ungefähr 20 Haarwäschen.

Zu kaufen gibt es Heilerde in fast jeder Drogerie, im Reformhaus und in Bioläden.

Natron

Natron mit Wasser vermischt ist eine weitere, sogar ziemlich gängige No-Poo-Methode. Allerdings höre und lese ich immer nur, dass vor allem von einer langfristigen Anwendung abgeraten wird. Allem voran soll es nach einer Weile die Kopfhaut ganz schön reizen, weil sie ausgetrocknet wird. Da ich sowieso empfindliche Kopfhaut und Neurodermitis habe, wollte ich das nicht riskieren. Einen informativen Langzeit-Erfahrungsbericht (englisch) darüber hat z.B. die Bloggerin Kristen von A Better Way to Thrive geschrieben.

Anwendung

1 EL Natron mit 1 Tasse Wasser vermischen (kann auch auf Vorrat angemischt werden). Über Kopfhaut und Haar geben, einmassieren, ausspülen. Eine saure Rinse (Rezept siehe unten) ist auf jeden Fall nötig. Nicht zur langfristigen Anwendung geeignet.

Natron ist das Mittelchen, das mit Abstand am einfachsten aufzutreiben ist. Supermärkte führen Natron in der Backabteilung in kleinen 50g-Papiertütchen, in Drogerien finden sich die gleichen Tütchen bei den Reinigungsmitteln. In russischen Supermärkten gibt es Natron gleich in 500g Pappschachteln zu kaufen und natürlich bekommt ihr es verpackungsfrei im Unverpackt-Laden.

Nur Wasser („water only“)

Wie? Man soll sich die Haare nur mit Wasser waschen? Das klingt natürlich erst einmal ziemlich krass und vielleicht auch nicht so lecker.

Arianas Haar nach einem Jahr „water only“ ohne Styling-Produkte! ©Paris to Go

Darf ich vorstellen? Die Dame auf dem Bild ist einer meiner Lieblings-Zero-Wasterinnen Ariana, den meisten aber wohl bekannter als Bloggerin hinter Paris to Go oder Instagrammerin @paris_to_go. Arianas Blog sieht auf dem ersten Blick wie ein Fashion- und Lifestyle-Blog aus, sie wie ein Model, ihre Haare ein Traum! Das Geheimnis? Sie wäscht sich ihre Haare seit über drei Jahren nur noch mit Wasser!

„Hair is like a delicate garment—it wears out more quickly the more you wash it and loses softness and strength.“ – Ariana, Paris to Go

Ihre einfache Erklärung: Haare sind wie Kleidung aus feinem Stoff. Je häufiger man sie wäscht, desto schneller nutzen sie sich ab und verlieren an Softness und Stabilität. Macht ja eigentlich Sinn! Ihren Erfahrungsbericht nach drei Jahren könnt ihr hier nachlesen. Ein Troubleshooting findet ihr in ihrem 1-Jahres-Erfahrungsbericht.

Anwendung

Das Prinzip ist simpel: Man wäscht sich die Haare mit Wasser, damit sich das überschüssige Fett (Sebum) löst und Staub und andere Sachen weggewaschen werden. Dazu bürstet man sich die Haare ausgiebig mit Bürsten und Kämmen aus Naturmaterialien. Die meisten schwören auf Bürsten mit Schweineborsten, aber die sind natürlich nicht vegan. Ariana empfiehlt für feines Haare Bürsten mit natürlichen veganen Borsten (ich habe eine Haarbürste aus Holz mit Agavenfasern) und für dickere sowie lockige Haare Holzkämme. Je dicker/lockiger das Haar, desto weiter auseinander sollten die Zacken sein.

Meine plastikfreie, vegane Haarbürste. Wenn ich mich recht erinnere hatte ich sie in München in der Plastikfreien Zone gekauft.

Die genaue Umsetzung davon variiert enorm. Ariana massiert die Kopfhaut jeden Tag (trocken), idealerweise zwei Mal und häufiger. Eine Minute gut massieren und danach mit den Händen durch die gesamte Haarlänge fahren, das verteilt das Sebum gleichmäßig und schützt die Haare. Sie rät auch dazu, sich vor dem Waschen die Haare ausgiebig zu kämmen, um sie so schon mal vom gröbsten Staub und anderem Schmutz zu befreien.

Auch beim eigentlichen Wasch-Prozess gibt es Unterschiede. Viele schwören auf ziemlich warmes Wasser, um das Sebum besser zu lösen. Andere verwenden kaltes Wasser, da das die Poren und die Schuppenschicht schließt. Man kann sich Haare und Kopfhaut unterm Duschstrahl waschen oder seinen Kopf einmal in einen Eimer Wasser tunken. Wichtig ist aber, dass man die Kopfhaut gut schrubbt, um Schuppen u.Ä. mechanisch zu entfernen.

Ich muss auch gestehen, dass ich persönlich der Methode ziemlich skeptisch gegenüber stand, weil ich mir einfach nicht vorstellen konnte, dass Wasser allein allen Schmu rausbekomen soll. Aber weil Ariana so eine coole Sau ist und ich ihr Urteil schon seit Jahren verdammt schätze, habe ich vor drei Tagen selbst damit angefangen, einfach auch reiner Neugier. Hanno macht seit gestern mit. Wir sind beide sehr gespannt!

Saure Rinse

Die saure Rinse erfüllt die Funktion einer Haarspülung. Sie macht das Haar sofort weich. Zum ersten Mal darauf gekommen bin ich noch vor Zero Waste, nämlich bei meinem Frisör – und das hatte keine ökologischen Gründe. Der kippte mir nämlich früher nach dem Haarefärben beim Ausspülen Brantweinessig über die gefärbten Haare, weil Essig die Schuppenschicht schließt und so die Farbe länger hält.

Disclaimer: Ich selbst fahre super mit der sauren Rinse, obwohl ich eigentlich so überempfindliche, komplizierte (Kopf-)Haut habe. Aber viele No-Poo-Verfechter*innen raten davon ab, irgendetwas zu machen, was den PH-Wert der Kopfhaut durcheinander bringen könnte. Also keine saure Rinse, kein Natron, keine Haarseife und auch keine Alepposeife.

Anwendung

1 EL Apfelessig in einer bruchsicheren Tasse (z.B. Campingtasse) mit unter die Dusche nehmen. Nach dem Haarewaschen die Tasse mit Wasser auffüllen und den Inhalt über die Haare gießen. Eine Minute einwirken lassen und danach mit Wasser ausspülen.

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Kategorie #SimpleSwap, Artikel, Bad, Haarpflege

53 Kommentare

  1. Cindy Wieler

    Hej,
    Ich wollte mal nachfragen wie ihr das macht, wenn ihr zum Friseur geht?
    Wie hat der reagiert?
    Ich wasche mir seit Juni die Haare nur mit Wasser, zwischendurch wende ich auch eine saure Rinse an. Es klappt wirklich gut mit Holzkamm und einer Wildschweinborstenbürste.
    Demnächst würde ich gerne mal wieder zum Friseur… und habe da irgendwie Sorge, dass die auf kein Schampoo nicht eingehen.
    Lg Cindy

    • Hallo Cindy,

      du kannst ja schon am Telefon fragen, ob das geht, bevor du den Termin vereinbarst. Oder du wäschst deine Haare zuhause und sagst vor Ort, dass du das gerade erst gemacht hast. Ein Naturfriseur ist vielleicht eher dazu bereit. In vielen Unverpackt-Läden werden ja Shampoo Bits, Haarseife und flüssiges Shampoo zum Abfüllen verkauft. Du könntest das als Reserve für Notfälle aufheben/bereithalten.

      Viele Grüße

  2. Michelle Igumenow

    Hallo Shia,

    Ich habe es ein paar Wochen mit der “water only” Methode versucht, musste aber im Urlaub gezwungenermaßen abbrechen. Meine Haare wurden durch das Salzwasser sehr spröde und dennoch klebten sie. Hättest du einen Tipp dafür? Meine Haare fühlten sich auch schon vorher klebrig an und ich konnte dies auch nicht mit der Naturbürste entfernen.

    Liebe Grüße
    Michelle

    • Hi Michelle,

      kann es sein, dass du hartes Wasser bei dir hast und die saure Rinse nicht benutzt? Wenn du hartes Wasser hast, dann musst du auch eine höhere Konzentration an Essig nehmen.

      Ich bin aber auch seit den extrem heißen Tagen im Juni wieder bei Roggenmehl. Ich hab jeden Tag so viel geschwitzt, dass ich täglich meine Haare zumindest am Ende das Tages auch abspülen musste. Und ohne saure Rinse sind sie leider total wachsig geworden. Es war einfach weniger Arbeit, sie alle paar Tage mit Roggenmehl zu waschen und dazwischen kurz mit Wasser abzuspülen statt hedes Mal gründlich mit Wasser zu schrubben und hinterher eine saure Rinse zu machen.

      Liebe Grüße,
      Shia

  3. Hallo Shia,
    ich benutze seit etwa 4,5 Jahren kein Shampoo mehr; wobei ich in dieser Zeit für etwa 9 Monate ganz ohne Haare auskommen musste 🙁 … Chemo.
    Vor der Chemo hatte ich Haare bis zum Ellenbogen, zuvor habe ich alles mögliche an Shampoos, Spülungen und Kuren benutzt was ein Heidengeld gekostet hat und trockene Haare hatte ich trotzdem, außerdem fing meine Kopfhaut an zu jucken. Wenn ich wollte daß die Haare schön fallen, musste ich mindestens einen -besser zwei- Tage vorher waschen. Irgendwann habe ich angefangen sämtliche Haarkosmetik-Produkte weg zu lassen und eine Weile nur mit Natron gewaschen, auch Roggenmehl habe ich ausprobiert und gleichzeitig versucht meine Haare so selten wie möglich zu waschen.
    Der Effekt war nicht schlecht, obwohl die Haare immer noch trocken waren, aber nicht mehr so strohig. Leider bin ich dann Brustkrebs erkrankt und habe alle Haare verloren, das ist aber zum Glück überstanden.
    Seit 2,5 Jahren wachsen meine Haare wieder und haben seitdem keinen Fitzel Shampoo oder ähnliches abbekommen. Derzeit wasche ich sie 1-2 x pro Monat und benutze entweder nur Wasser oder (so 2-3x im Jahr) Natron, außerdem spüle ich sie nach der Wäsche mit einer Apfelessigrinse. Danach lasse ich sie lufttrocknen und bürste sie erst wenn sie komplett trocken sind.
    Das irre daran ist: ich hatte noch nie so gesunde Haare! Komplimente habe ich ja schon immer dafür bekommen ( meine Haare sind sehr dicht und haben eine Naturwelle), aber inzwischen bemerke ich den positiven Effekt viel deutlicher als vor meiner Zwangs-Radikalkur.
    Jetzt weiß ich was man meint mit „weniger ist mehr“… ich habe viel weniger Arbeit, spare ordentlich und schone die Umwelt. Wenn das keine win-win Situation ist, dann weiß ich auch nicht 😀 !
    Liebe Grüße, Krombi

    • Hi Krombi!
      Erst mal danke für deine Offenheit <3!! Es freut mich, dass das Brustkrebs-Kapitel überstanden ist, puh!! Und natürlich, dass dein Haar nun so gesund ist :). Naturwelle wollte ich auch immer haben, aber nein, mein Haar ist glatt bzw. leicht kräuselig, aber eben „unordentlich/ungleichmäßig kräuselig“ und nicht wellig oder lockig. Ja, weniger ist so oft mehr, gerade bei der Körperpflege!!
      Liebe Grüße,
      Shia

  4. Hey,
    Ich teste momentan lavaerde fürs Haare waschen, was soweit auch gut funktioniert. Nun suche ich noch nach einem plastikfreien Conditioner oder ähnlichem für danach um meine Natur locken zu entworfen und sie mit Feuchtigkeit zu versorgen.
    Hast du hier eine Idee für mich?
    Vielen Dank vorab

    • Luthien

      Hallo Anna,

      im Unverpackt Laden gibt es festen Conditioner und Haarbalsam von Rosenrot. Bei Lush findest du auch welchen, aber die Marke ist meiner Meinung nach nicht zu empfehlen. Öle bieten Alva und Bergland in der Glasflasche an. Die saure Rinse wird hier ja ausführlich erklärt.

      Viele Grüße

    • Hallo Anna,
      du hast zwar schon vor einer Weile gefragt, aber von den Conditionern von Rosenrot und von Lush würde ich bei Locken/Wellen eher abraten, da die von Rosenrot und die meinten von Lush aggressive Tenside enthalten. Lush enthält zusätzlich oft noch Mikroplastik. Empfehlenswerte feste Conditioner gibt es bei Steffis Hexenküche (die Mollis), allerdings sind die wohl recht schwer. Lune und Ori und Kupfergrün bieten Conditioner in Glasflaschen an. Lies dich vielleicht mal in die Curly Girl-Methode ein, die funktioniert auch mit Zero waste.

      LG
      Kaja

    • Mach ich seit inzwischen 8 Monaten und ist super :)! Muss zwar nach wie vor wie bei Roggenmehl alle 4-5 Tage waschen, aber es ist schon erstaunlich, dass es wirklich funktioniert! Haut mich immer noch von den Socken! Mach aber immer mit saurer Rinse!

      • Vielleicht solltest du mal die saure Rinse weglassen. Das macht es bei vielen nicht unbedingt besser. Im Notfall lieber zu Zitronensaft greifen.

        • Hi Linda,
          ohne saure Rinse hatte ich das auch probiert – bei dem harten Wasser in Köln eine Katastrophe ;). Mein Haar war wie in Kerzenwachs getunkt.
          LG,
          Shia

  5. Hallo Shia,

    kann man sich bei der „water only“-Methode auch täglich die Haare waschen? Ich frage deshalb, weil ich jeden Tag vor der Arbeit dusche. Aktuell trage ich meine Haare sehr kurz rasiert, seit einer Woche wasche ich mir die Haare nur mit warmen Wasser ab. Aber eben täglich. Wird da die Talgproduktion der Kopfhaut trotzdem zu sehr stimuliert und sollte ich daher nur alle paar Tage den Kopf waschen?

    Danke Khris!

    • Erik Pfingstner

      Hallo Khris,
      Ich benutze die „water-only“-Methode seit 1990-91. Zuerst hatte ich Haare von 5-8 cm Länge, seit 10 Jahren 1-3 cm.

      Bei mir war der Anlass, dass mein Haar unheimlich schnell nachfettete. Anfangs habe ich mich jeden Tag heiß abgeduscht und die Haare dabei intensiv gerubbelt. Nach ca. 3 Wochen ließ die Fettproduktion deutlich nach. Seitdem reichen 2 Mal die Woche duschen/baden völlig aus.

      Jeden Tag zu waschen hat bei mir nicht geschadet.

      Beste Grüße,
      Erik

  6. Hallo Shia,
    ich hab heut zum 1. Mal die saure Rinse ausprobiert und bin begeistert wie weich meine Haare sind! Kannst du mir sagen, wie oft ich sie anwenden kann? (Meine Haare sind suuuuuperlang und ich wasche sie zweimal pro Woche)

    Vielen Dank und liebe Grüße
    Kathi

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