Haarewaschen ohne Shampoo – eine No-Poo-Übersicht

Seit über drei Jahren wasche ich mir schon meine Haare ohne Shampoo aus der Flasche („No-(Sham-)Poo“). Dieses kleine Experiment hat mich von allen mehr oder weniger verrückten Dingen, die wir probiert hatten, um unseren Müll zu reduzieren, wohl am meisten Überwindung gekostet. Völlig unbegründet, wie sich herausstellte! Im Gegenteil, es war für mich definitiv eine der besten Umstellungen! Hier möchte ich euch einige Möglichkeiten aufzählen, wie ihr euch die Haare ganz ohne Shampoo aus der Plastikflasche waschen kannst!

Es gibt viele gute Gründe, Shampoo aus dem Badezimmer zu verbannen. Der Plastikmüll, der durch die Flasche oder auch durch Mikroplastik im Shampoo selbst anfällt, ist nur einer von vielen Gründen.

Ich bin mit Neurodermitis (und vielen Allergien) aufgewachsen. Glaubt’s mir, meine Haut merkt sofort, wenn in Körperpflegeprodukten Schmu drin ist. Es ist definitiv nicht schön, eine dauerhaft gereizte Haut mit sich rumzutragen. Das macht natürlich auch vor der Kopfhaut nicht Halt. So lange ich denken kann, plage ich mich mit Schuppen herum. Viele Anti-Schuppen-Shampoos vertrug ich aber – wie auch alle anderen gängigen Drogerie-Produkte – gar nicht.

Angeblich schmiert sich die durchschnittliche Frau über 500 verschiedene synthetische Chemikalien auf die Haut – täglich! Jedes einzelne Produkt bleibt natürlich bei den jeweiligen problematischen Stoffen unter dem Grenzwert, aber wir benutzen ja mehr als nur eine Produkt am Tag…

Es kostete mich wirklich extrem viel Überwindung, da etwas komplett Unbekanntes auszuprobieren. Was ist, wenn es alles noch schlimmer macht? Wie viel kann meine Haut denn überhaupt noch vertragen?

Da ich damals nicht wusste, dass es so was wie festes Shampoo oder Haarseife gab, fing ich direkt mit Roggenmehl (weitere Optionen sind unten beschrieben) an. Und das ist bis heute meine liebste Haarwasch-Methode, auch, wenn sie beim Anwenden zeitintensiver ist. Denn ich bin endlich, endlich meine Schuppen losgeworden und meine Haare fetten viel seltener nach, sodass ich meine Haare statt jeden zweiten nur noch jeden vierten bis sogar fünften Tag waschen muss. Für mich ist klar: Es gibt kein Zurück!

Festes Shampoo (Shampoo-Bars)

Wenn ihr aus gesundheitlichen Gründen auf Shampoo verzichten wollt, ist das nichts für euch. Denn festes Shampoo ist im Grunde reguläres Shampoo minus Wasser, also genau genommen auch keine No-Poo-Methode 😉. Das ist also der einfachste Umstieg, weil man ja weiter gewohnt Shampoo benutzt, nur halt in fest statt flüssig.

Wie auch bei Shampoo aus der Flasche unterscheidet sich die Qualität von festem Shampoo aber je nach Hersteller enorm. Festes Shampoo bekommt man z.B. bei Lush, wobei das dann zwar ziemlich teuer, aber trotzdem keine Naturkosmetik ist. Wenn ihr da mal auf die Inhaltsstoffe schaut, werdet ihr auch feststellen, dass die Lush Shampoo-Bars die gleichen Tenside wie günstiges Shampoo aus der Drogerie, nämlich SLS, enthalten. Damit kommt nicht jede*r klar, denn das Tensid gilt als hautreizend und allergieauslösend. Außerdem ist bei Lush-Produkten so weit ich mich auskenne (also nicht sonderlich gut 🙈) häufig Glitzer und metallisch glänzende Partikel drin. Ich vermute da Mikroplastik, kann aber auch sein, dass Lush da auf plastikfreie Alternativen zurückgreift. Wenn ihr Infos dazu habt, schreibt sie doch gerne ins Kommentarfeld!

Anwendung

Einfach das feste Shampoo auf dem nassen Haar aufschäumen, verteilen und auswaschen. Fühlt sich an wie Shampoo – ist es auch 😝

Wenn ihr Naturkosmetik wollt, dann guckt doch mal in einen Unverpackt-Laden. Die verkaufen da die ShampooBits von Rosenrot, einer kleinen Manufaktur. Die verwenden auch andere, hautverträglichere Tenside und sind als Naturkosmetik zertifiziert. Wer bei sich keinen Unverpackt-Laden hat, kann sich natürlich eindecken, wenn sie*er mal beruflich oder auch privat sowieso in einem Ort mit Unverpackt-Laden ist. Solche Sachen werden ja nicht schlecht. Denkbar ist auch eine Sammelbestellung zu organisieren, um bei einer Bestellung online Verpackungsmüll und Versandemissionen gering zu halten. Allerdings sollte man sich dann schon recht sicher sein, dass man genau diese Alternative will, so zum Probieren ist das natürlich leider schwierig.

Festes Shampoo, vor allem, wenn ihr euch für Naturkosmetik entscheidet, ist nicht günstig, aber dafür erstaunlich ergiebig. Ein Stück festes Shampoo reicht für bis zu 60 Haarwäschen.

Haarseife

Haarseife ist eine echte Seife, sprich, verseifte Öle. Haarseifen sind in der Zusammensetzung aber auf die Bedürfnisse von Kopfhaut und Haar abgestimmt und viele kommen damit besser aus als mit Aleppo-Seife (siehe unten). Nach dem, was ich bisher mitbekommen habe, kommen vor allem Menschen mit kürzeren Haaren gut mit Haarseife zurecht.

Echte Seife ist alkalisch, das gehört zur Wirkung dazu. Das bedeutet aber, dass nicht jede Haut damit klarkommt, denn die Haut hat einen sogenannten natürlichen Säuremantel, der bei einem PH-Wert von ungefähr 5,5 liegt.

Ich selbst habe Haarseife ausprobiert und fand’s in Ordnung, aber nicht besser als normales Shampoo. Seltsamerweise ist es bei mir und vielen anderen Menschen mit Neurodermitis so, dass wir echte, ziemlich einfache Seife besser vertragen als reguläre Produkte aus der Drogerie, obwohl die in der Regel einen PH-Wert von 5,5 haben.

Anwendung

Die Haarseife einfach auf dem nassen Haar aufschäumen, verteilen und auswaschen. Empfehlenswert – vor allem bei hartem Wasser – ist eine saure Rinse (Rezept siehe unten) im Anschluss.

Zu kaufen gibt es Haarseifen nicht nur in Unverpackt-Läden, sondern vermehrt auch in Bioläden und Reformhäusern. Haarseifen sind auf jeden Fall schon mal günstiger als festes Shampoo, selbst die Bio-Varianten. Wenn ihr aber nach etwas sucht, was doch etwas erschwinglicher, ja sogar günstiger als Drogerie-Shampoo ist, dann müsst ihr einfach nur weiterlesen 😉.

Aleppo-Seife

Aleppo-Seife ist eine ganz traditionelle Olivenölseife aus Syrien, angeblich sogar die älteste Seife der Welt, die immer noch nach den gleichen Methoden hergestellt wird. Die Traditionsseife besteht nur aus verseiftem Olivenöl mit etwas Lorbeeröl.

Mit dem Krieg sind allerdings auch die Seifenmacher-Familien geflohen, produzieren aber aus dem Exil weiter. Von irgendetwas muss man ja leben, auch als geflohener Mensch.

Es gibt aber ähnliche traditionelle Olivenölseifen aus anderen arabischen Ländern, sowie der Türkei und Griechenland, die nennen sich nur einfach Olivenölseife. Es gibt auch Olivenölseife aus Marseille, Frankreich (wird sehr häufig lose in Reformhäusern verkauft), allerdings enthält diese Palmöl.

Anwendung

Aleppo-Seife wird zum Haarewaschen wie die Haarseife verwenden: Einfach auf dem nassen Haar aufschäumen, verteilen und auswaschen. Empfehlenswert – vor allem bei hartem Wasser – ist eine saure Rinse (Rezept siehe unten) im Anschluss.

Hanno, mein Partner, benutzt Alepposeife zum Haarewaschen und ist damit sehr zufrieden. Wenn wir auf Reisen sind ist das aus Praktikabilitätsgründen auch das, womit ich mir die Haare wasche. Ich komme damit eigentlich auch gut klar, also deutlich besser als mit Shampoo, verwende aber einfach lieber Roggenmehl (siehe unten).

Wie auch Haarseife ist Aleppo-Seife wie alle echten Seifen (= verseiftes Öl) alkalisch und kann deshalb den Säuremantel der Haut durcheinanderbringen. Wobei meiner persönlichen neurodermitisgeplagten Erfahrung nach Aleppo-Seife einer der hautverträglichsten Hautreinigungsmittel bei mir ist.

Einen schönen, ausführlichen Artikel zu Aleppo-Seife zum Haarewaschen gibt es bei der Pseudoerbse.

Aleppo-Seife bekommt ihr in vielen Unverpackt- und Bioläden für um die 5€ für ein großes, klobiges Stück, das bestimmt doppelt so groß ist wie ein Stück Haarseife. Es gibt sie aber auch in sehr viel günstiger (um die 1,50€) in arabischen und manchmal auch türkischen Märkten.

Roggenmehl

Roggenmehl hat nicht nur den gleichen PH-Wert wie die Haut (um 5,5), sondern ist zudem sehr pflegend und trägt einfach nur den Dreck ab, ohne – wie Shampoo oder Seifen – zu viel Fett dabei mit wegzuwaschen. Dadurch lernt die Kopfhaut mit der Zeit, sich wieder selbst zu regulieren.

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Ich hatte früher immer sehr fettige Haare, die ich jeden Tag oder spätestens jeden zweiten Tag waschen musste. Mit Roggenmehl hat sich das beruhigt, weil meine Kopfhaut nicht mehr so austrocknet und panisch Fett produziert, um das zu kompensieren. Inzwischen muss ich meine Haare nur noch jeden vierten und manchmal sogar nur jeden fünften Tag waschen! Das funktioniert bei mir zumindest mit (Haar-)Seifen nicht. Da fetten meine Haare genauso schnell nach wie früher mit Shampoo.

Roggenmehl ist nicht nur meines erachtens die pflegendste Haarwasch-Methode, sondern auch eine der günstigsten Haarwasch-Methoden. Eine 1kg-Packung Roggenmehl ergibt bei meiner Haarlänge (2 Esslöffel entsprechen ca. 20 g Roggenmehl) 50 Haarwäschen und kostet dabei nur ca. 1,30€, was 2,6 Cent pro Haarwäsche macht.

Anwendung

Ca. 2 EL Roggenmehl 1150 (kein Vollkorn, das lässt sich nur schwer ausspülen!!) bei schulterlangen Haaren (entsprechend mehr oder weniger je nach Haarlänge und Haardichte) und Wasser mit einem Schneebesen verrühren, bis eine Paste entsteht, die etwas dünnflüssiger als Shampoo ist. Denn je dickflüssiger, desto schlechter lässt sich die Paste verteilen.

Die Paste auf der Kopfhaut auftragen. Am einfachsten geht das, wenn ihr mit den Fingern Scheitel zieht. Muss nicht super gründlich sein. Den Rest auf das Haar verteilen und einmassieren. Ich schmier mir auch immer eine gute Portion noch ins Gesicht, denn Roggenmehl ist so pflegend, dass es auch eine wunderbare Gesichtsmaske ist 😉.

Nach kurzem Einwirken ausspülen. Auch hier ist eine saure Rinse empfehlenswert, vor allem bei hartem Wasser.

Achtung: Die Paste kann man nicht auf Vorrat anrühren! Ohne Konservierungsmittel habt ihr nämlich ganz schnell einen Sauerteigansatz 😆.

Heilerde

Heilerde ist auch so ein unverschämt vielfältiges Mittelchen. Ich benutze sie allerdings hauptsächlich als Gesichtsmaske. Ähnlich wie Roggenmehl entfernt Heilerde einfach nur den Dreck und überschüssiges Fett, kann aber die Kopfhaut schon ein bisschen stärker entfetten als Roggenmehl.

Anwendung

Ca. 1-2 Esslöffel Heilerde und Wasser mit einem Löffel zu einer nicht zu dickflüssigen Paste verrühren. Die Paste auf der Kopfhaut und den Rest davon auf dem Haar verteilen und einmassieren. 2 Minuten einwirken lassen und ausspülen. Eine saure Rinse ist nicht nötig, kann aber nie schaden 😉.

Ich mag Heilerde als Haarwaschmittel ebenso sehr gerne, wobei ich persönlich das nur mal dazwischen gemacht habe. Auf jeden Fall komme ich mit Heilerde deutlich besser klar als mit Seifen oder Shampoo. Allerdings ist Heilerde auch kein günstiger Spaß. Eine Packung (400g, Pappschachtel mit Papierbeutel drin) kostet ca. 6€ und reicht für ungefähr 20 Haarwäschen.

Zu kaufen gibt es Heilerde in fast jeder Drogerie, im Reformhaus und in Bioläden.

Natron

Natron mit Wasser vermischt ist eine weitere, sogar ziemlich gängige No-Poo-Methode. Allerdings höre und lese ich immer nur, dass vor allem von einer langfristigen Anwendung abgeraten wird. Allem voran soll es nach einer Weile die Kopfhaut ganz schön reizen, weil sie ausgetrocknet wird. Da ich sowieso empfindliche Kopfhaut und Neurodermitis habe, wollte ich das nicht riskieren. Einen informativen Langzeit-Erfahrungsbericht (englisch) darüber hat z.B. die Bloggerin Kristen von A Better Way to Thrive geschrieben.

Anwendung

1 EL Natron mit 1 Tasse Wasser vermischen (kann auch auf Vorrat angemischt werden). Über Kopfhaut und Haar geben, einmassieren, ausspülen. Eine saure Rinse (Rezept siehe unten) ist auf jeden Fall nötig. Nicht zur langfristigen Anwendung geeignet.

Natron ist das Mittelchen, das mit Abstand am einfachsten aufzutreiben ist. Supermärkte führen Natron in der Backabteilung in kleinen 50g-Papiertütchen, in Drogerien finden sich die gleichen Tütchen bei den Reinigungsmitteln. In russischen Supermärkten gibt es Natron gleich in 500g Pappschachteln zu kaufen und natürlich bekommt ihr es verpackungsfrei im Unverpackt-Laden.

Nur Wasser („water only“)

Wie? Man soll sich die Haare nur mit Wasser waschen? Das klingt natürlich erst einmal ziemlich krass und vielleicht auch nicht so lecker.

Arianas Haar nach einem Jahr „water only“ ohne Styling-Produkte! ©Paris to Go

Darf ich vorstellen? Die Dame auf dem Bild ist einer meiner Lieblings-Zero-Wasterinnen Ariana, den meisten aber wohl bekannter als Bloggerin hinter Paris to Go oder Instagrammerin @paris_to_go. Arianas Blog sieht auf dem ersten Blick wie ein Fashion- und Lifestyle-Blog aus, sie wie ein Model, ihre Haare ein Traum! Das Geheimnis? Sie wäscht sich ihre Haare seit über drei Jahren nur noch mit Wasser!

„Hair is like a delicate garment—it wears out more quickly the more you wash it and loses softness and strength.“ – Ariana, Paris to Go

Ihre einfache Erklärung: Haare sind wie Kleidung aus feinem Stoff. Je häufiger man sie wäscht, desto schneller nutzen sie sich ab und verlieren an Softness und Stabilität. Macht ja eigentlich Sinn! Ihren Erfahrungsbericht nach drei Jahren könnt ihr hier nachlesen. Ein Troubleshooting findet ihr in ihrem 1-Jahres-Erfahrungsbericht.

Anwendung

Das Prinzip ist simpel: Man wäscht sich die Haare mit Wasser, damit sich das überschüssige Fett (Sebum) löst und Staub und andere Sachen weggewaschen werden. Dazu bürstet man sich die Haare ausgiebig mit Bürsten und Kämmen aus Naturmaterialien. Die meisten schwören auf Bürsten mit Schweineborsten, aber die sind natürlich nicht vegan. Ariana empfiehlt für feines Haare Bürsten mit natürlichen veganen Borsten (ich habe eine Haarbürste aus Holz mit Agavenfasern) und für dickere sowie lockige Haare Holzkämme. Je dicker/lockiger das Haar, desto weiter auseinander sollten die Zacken sein.

Meine plastikfreie, vegane Haarbürste. Wenn ich mich recht erinnere hatte ich sie in München in der Plastikfreien Zone gekauft.

Die genaue Umsetzung davon variiert enorm. Ariana massiert die Kopfhaut jeden Tag (trocken), idealerweise zwei Mal und häufiger. Eine Minute gut massieren und danach mit den Händen durch die gesamte Haarlänge fahren, das verteilt das Sebum gleichmäßig und schützt die Haare. Sie rät auch dazu, sich vor dem Waschen die Haare ausgiebig zu kämmen, um sie so schon mal vom gröbsten Staub und anderem Schmutz zu befreien.

Auch beim eigentlichen Wasch-Prozess gibt es Unterschiede. Viele schwören auf ziemlich warmes Wasser, um das Sebum besser zu lösen. Andere verwenden kaltes Wasser, da das die Poren und die Schuppenschicht schließt. Man kann sich Haare und Kopfhaut unterm Duschstrahl waschen oder seinen Kopf einmal in einen Eimer Wasser tunken. Wichtig ist aber, dass man die Kopfhaut gut schrubbt, um Schuppen u.Ä. mechanisch zu entfernen.

Ich muss auch gestehen, dass ich persönlich der Methode ziemlich skeptisch gegenüber stand, weil ich mir einfach nicht vorstellen konnte, dass Wasser allein allen Schmu rausbekomen soll. Aber weil Ariana so eine coole Sau ist und ich ihr Urteil schon seit Jahren verdammt schätze, habe ich vor drei Tagen selbst damit angefangen, einfach auch reiner Neugier. Hanno macht seit gestern mit. Wir sind beide sehr gespannt!

Saure Rinse

Die saure Rinse erfüllt die Funktion einer Haarspülung. Sie macht das Haar sofort weich. Zum ersten Mal darauf gekommen bin ich noch vor Zero Waste, nämlich bei meinem Frisör – und das hatte keine ökologischen Gründe. Der kippte mir nämlich früher nach dem Haarefärben beim Ausspülen Brantweinessig über die gefärbten Haare, weil Essig die Schuppenschicht schließt und so die Farbe länger hält.

Disclaimer: Ich selbst fahre super mit der sauren Rinse, obwohl ich eigentlich so überempfindliche, komplizierte (Kopf-)Haut habe. Aber viele No-Poo-Verfechter*innen raten davon ab, irgendetwas zu machen, was den PH-Wert der Kopfhaut durcheinander bringen könnte. Also keine saure Rinse, kein Natron, keine Haarseife und auch keine Alepposeife.

Anwendung

1 EL Apfelessig in einer bruchsicheren Tasse (z.B. Campingtasse) mit unter die Dusche nehmen. Nach dem Haarewaschen die Tasse mit Wasser auffüllen und den Inhalt über die Haare gießen. Eine Minute einwirken lassen und danach mit Wasser ausspülen.

Kategorie #SimpleSwap, Artikel, Bad, Haarpflege

29 Kommentare

  1. Hallo Shia,

    ich fand deinen Beitrag sehr inspirierend, aber leider habe ich noch keine Methode gefunden, die für mich passt. Ich habe sehr dicke, kräftige Haare.

    Mit Haarseife vom Unverpacktladen habe ich es probiert, mit Festshampoo von Lush, mit Roggenmehl und – dank dieses Beitrags – auch mit Heilerde. Aber abgesehen vom Festshampoo von Lush (welches mittelmäßig war), war das Ergebnis der anderen Wäschen leider ein absolutes Desaster.

    Nach der Heilerdewäsche – inkl. saurer Rinse – waren meine Haar so trocken, dass ich Olivenöl reinmassieren musste. Die Haare sahen furchtbar strohig aus und am nächsten Tag waren sie nur eine feste klebende Matte. Es hat zwei Haarwäschen gedauert, bis sie wieder vernünftig kämmbar waren. Auch von Haarseife wurden meine Haare glanzlos und klebrig und von der Sauerei mit dem Roggenmehl fange ich gar nicht erst an (2 Wäschen mit agressivem Shampoo waren nötig, um die Rückstände zu beseitigen).

    So schade – denn die Geduld mit einer fettigen, strohigen Matte wochenlang herumzulaufen in der Hoffnung, dass sich irgendwann Besserung einstellt, habe ich leider nicht :-(. Vielleicht probiere ich es noch einmal mit einem anderen festen Shampoo…

    Liebe Grüße,
    Heike

  2. Huhu ich bin durch Zufall auf dein Blog gestoßen ich bin selber neurodermitikerin und mich hat das sehr interessiert das du dir das roggenmehl auch auf die Haut (ins Gesicht) schmierst. Trocknet Roggenmehl die Haut nicht aus? Wie hat deine Haut auf das Roggenmehl reagiert?

    LG und wäre schön wenn du mir antwortest danke im voraus 🙂

  3. Erik Pfingstner

    Hallo,
    Ich bin männlich und seit ca. 20 Jahren wasche ich meine Haare nur mit Wasser, putze mir die Zähne nur mit Wasser und wasche mich – nur mit Wasser.
    Die Wirkung ist eindeutig:
    Früher musste ich mir die Haare jeden Tag waschen (klebten). Nach 3 Wochen nur mit Wasser reichte es jeden 4-5 Tag.
    Früher hatte ich ein paar Stunden nach dem Zähneputzen eine weiße Schicht auf den Zähnen. Seit dem Wechsel weitaus weniger.
    Früher hatte ich Stinkefüße, seitdem nicht.
    Ausnahmen mache ich ganz selten: Wenn ich z.B. Beton gemischt habe bleibt das Pulver trotz Wasser im Haar und fühlt sich ganz komisch an. Nach manchen Arbeiten gibt es Dreck an den Händen, das nicht ohne Seife weggeht.
    LG, Erik

  4. Hallo 🙂
    Bin grade neu auf deinen Blog gestoßen und finde deine Beiträge super spannend! Mich würde mal interessieren, ob du jetzt weiterhin bei der Water only-Methode geblieben bist oder wieder zum Roggenmehl zurück gegangen bist. Was funktioniert für dich besser?

    Ich bin völlig neu in dieser Welt und möchte das ganze mal ausprobieren, sobald meine Produkte aufgebraucht sind (möchte sie nicht wegschmeißen) bzw. spätestens Richtung Herbst werde ich das ganze mal angehen.

    Liebe Grüße
    Sophia

  5. Hallo Shia,
    danke für deine Zusamenfassung.
    Früher habe ich meien Haare regelmäßig gefärbt. Das habe ich vor vier Jahren eingestellt.
    Geföhnt habe ich dann auch nur noch selten, seit zwei Jahren gar nicht mehr; meine Locken trocknen an der Luft.
    Ich bin vor über vier Jahren von Shampoo (flüssig wie fest) umgestiegen auf Seife.
    Der Grund: Meine Kopfhaut juckte bereits 1 – 2 Stunden nach der Shampoo-Haarwäsche. Außerdem wollte ich Plastikverpackungen vermeiden. Auf Silikon hatte ich bereits Jahre vorher zu verzichten begonnen.
    Nachdem ich diverse Haarseifen getestet hatte, standen meine Favoriten fest:
    In Deutschland produzierte Bio-Haarseife und zur Reinigung nach nächtlicher Ölkur Aleppo-7-Öle-Seife.
    Auf Saure Rinse verzichte ich schon lange: Mein lockiges Haar wird davon sehr trocken.
    Dafür nutze ich seit einem halben Jahr festen Bio-Conditioner von Rosenrot, also auch verpackungsfrei.
    Zum Auffrischen sprühe ich morgens Lavendelwasser (abgekochtes Wasser mit einigen Tropfen Bio-Lavendelöl) aufs Haar. Mein Wasch-Rhythmus liegt bei 4 – 5 Tagen.

    Ich kann mir Water only bei meinen Locken leider nicht vorstellen.
    Das Problem ist die mechanische Reinigung / Behandlung zwischen den Haarwäschen. Ich habe deutlich stärkere Locken als Ariana (Paris to go) und verzichte daher vollkommen aufs Kämmen und Bürsten. Lediglich mit meinen Fingern kämme ich mein Haar, und dann auch nur mit Öl darin.

    Weiterhin viel Erfolg meit deinem Water-only-Experiment.

    Viele Grüße
    Julia

    • Hallo Julia,
      als ich angefangen habe, Deinen Kommentar zu lesen dachte ich „jaa! Jetzt kommt der ultimative Tipp für Water-Only mit vielen Locken.“ 😉
      Bei mir ist es nämlich genau das gleiche Problem: Ich kämme meine Haare gar nicht, wenn überhaupt mal in nassem Zustand, trocken geht gar nicht 😉

      Falls also jemand einen tollen Ratschlag hat – immer her damit!

      Meine Haare wasche ich seit einigen Jahren mit Heilerde und bin damit sehr zufrieden. Roggenmehl hatte ich mal ausprobiert, aber ich konnte es nie gescheit auswaschen und mit Heilerde sind meine Haare auch einfach viel weicher.

      Liebe Grüße
      Anita

      • Auf Instagram gibt es eine junge Dame die hat lange locken und wäscht nur mit Wasser. Vielleicht mal etwas zum anschauen oder auch direkt nachfragen. Sie heisst April und ihr account ist: @Zerowastedork 🙂

    • Hallo Julia.
      Oh ja mit reichlich Locken ist das Haarebürsten passé. Ich wasche nun seit gut einem Jahr meine Haare mit Haarseife von Savion. Das klappt echt super. Mit der Sauren Rinse kam ich auch nicht so gut zurecht. Leider haben wir sehr hartes Wasser und ohne Rinse geht es echt garnicht. Mittlerweile benutze ich dafür immer Zitronensaft und das klappt super. Die Struktur wird mega geglättet. Dennoch interessiert mich dein Conditioner und das Lavendelwasser. Bin gespannt.
      Sonnige Grüße
      Davina

      • Hallo Davina, hallo Anita,
        danke frü den Tipp mit dem Zitronenwasser als Sauerer Rinse. Das werde ich mal testen, denn aktuell gibt es den festen Conditioner wegen deer Sommerpause (von der ich leider nichts wusste udn desalb keien Nachschub im Haus habe) erst wieder Mite September im Handel.
        Und vielleicht probiere ich das Waschen mit Heilerde auch mal aus; wobei ein Stück Seife auf Reisen natürlich ideal ist.
        Viele Grüße
        Julia

  6. So eine schöne Zusammenfassung 🙂
    Ich wasche mir die Haare mit selbst gekochter überfetteter Seife. Alle Batches, die schief gehen, werden dann in den Haaren verbraucht.
    Ich kam mit Essigrinse überhaupt nicht klar *würg brech* dieser Gestank! Aber der findige Chemiker hat ja eine ganze Bandbreite von Säuren zur Verfügung. Mit Zitronensäure klappt es wundervoll und es brennt auch nur in offenen Wunden, die ich mir vorher gekratzt oder rasiert habe. Ich wasche die saure Rinse allerdings kurz wieder aus, ansonsten bilden sich Kristalle aus der Zitronensäure und das könnte Probleme bereiten.

    Hab damit auch aus anderen Gründen angefangen, wollte den Schritt eigentlich gar nicht gehen: entsetzlich juckende Kopfhaut von einem shampoo, das ich nicht vertragen habe. Das Jucken hielt 1/2 Jahr, das Shampoo ging nach 2x benutzen aber in den Müll. Nach vielem Rumprobieren bin ich bei Seife hängen geblieben.

  7. So ein schöner und informativer Artikel – Danke, Shia!
    Eine Sache noch zum Kostenfaktor von festem Shampoo (im Grunde genommen hast Du es schon geschrieben, aber ich würde es gerne noch deutlicher ausdrücken): Auf die einzelne Haarwäsche runtergerechnet ist festes Shampoo genauso teuer als konventionelles Shampoo aus der Flasche. Vielleicht sogar noch günstiger, denn ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Haare mit festem Shampoo nicht so schnell nachfetten wie mit konventionellem, d.h. man muss seltener die Haare waschen.
    Liebe Grüße!

  8. Hey, ich benutze seit ca. 20 Jahren Kerastase Produkte… Mhm, ja, ich weiß… meine Haare sind trotzdem voll schön und gesund und so bestens auf das Glätteisen vorbereitet… ich liiiiiieeeeeebe glatte Haare. Wenn ich das nun mit Roggenmehl und Rinse probiere (sehr hartes Wasser hier), wären sie der Hitze schutzlos ausgeliefert… hat wer Tipps?

  9. Vielen Dank für den tollen Artikel!

    Ich wasch meine Haare seit einigen Monaten mit Lavaerde plus Essig-Rinse, wobei ich dazwischen hin und wieder entweder festes Shampoo oder ein Naturkosmetik-Shampoo verwendet hab weil ich von der Lavaerde Schuppen bekommen hab?! Ich denke, dass die Kopfhaut dadurch trockener wird…

    Vor einer Woche hab ich aus einer Laune heraus die Haare mal nur mit Wasser gewaschen (ich hab Locken und die sind nach drei vier Tagen einfach nicht mehr so schön – dachte mir dann formen sie sich wieder besser. Direkt fettig waren sie da auch noch gar nicht). Aber danach haben sich meine Haare erst mal ganz furchtbar angefühlt… Uff… Aber gut. Ist ja bekannt, dass es einer Umstellungsphase bedarf.

    Von deinem Artikel angespornt, möchte ich es jetzt noch einmal versuchen! Ich kämpfe seit Jahren mit juckender Kopfhaut und immer wieder auch mit Haarausfall. 🙁
    Was allerdings beides besser wurde, seit ich abends vor dem Schlafengehen meine Kopfhaut mit den Fingerspitzen massiere und mir anschließend damit schön über die Längen fahre … weiß gar nicht mehr wie ich darauf gekommen bin, erschien mir irgendwie logisch, das von der Kopfhaut in die Längen zu verteilen. 😉

    Beim Duschen bin ich schon fast ein Jahr lang Fan von nur Wasser. Wäre doch gelacht, wenn das nicht auch bei den Haaren funktioniert 🙂

  10. Danke für die ausführliche Übersicht!
    Ich habe mich schon länger/mehrmals mit dem Thema beschäftigt aber trotzdem gab es hier noch was neues zu lesen 🙂 die Infos zur water only Methode zb. Hatte es mal probiert aber sehr wahrscheinlich falsch und zu kurz. Habe aber auch glattes, schnell fettendes Haar.
    Angefangen umzusteigen hatte ich vor bestimmt über fünf Jahren mit lush-shampoo-bars um Verpackung zu sparen.
    Haarseife (oder festes shampoo von woanders als lush, ich erinnere mich nicht mehr und kannte da den unterschied noch nicht) kam danach aber das Stück nehme ich nun noch zum Hände waschen da es mMn bei mir nichts brachte. Die Haare waren nur wie einmal nass gemacht, maximal vom Staub befreit.
    Aber deine Infos und Links haben mich neu inspiriert 🙂

    Seit drei Jahren wasche ich mit Roggenmehl bzw. Einer Mischung aus dem und Reetha- und Amla/Shikakai-pulver. Das hat die die Haarwaschintervalle erheblich vergrößert, von 1-2 Tagen auf 4-6.
    Aber diese drei Pülverchen gibt es nicht verpackungsfrei und nur Roggenmehl hatte keinen Wascheffekt.
    Aber nun merke ich dass ich die saure Rinse wohl vernachlässigt habe..!
    Zur Zeit habe ich auch grad Roggenmehl+Lavaerde ausprobiert aber da bleibt definitv ein Film auf den Haaren! 🙁 aber auch hier habe ich noch nicht die saure Rinse probiert. Aber auf Dauer oder regelmäßig werde ich die Lavaerde wohl nicht anwenden, wegen der Ökobilanz und der Verpackung.

    Ach, Alepposeife hab ich auch mal probiert aber nicht lange durchgehalten. Ich hatte ein Stückchen zum probieren bekommen und kenne die Zusammensetzung nicht. Es hatte meine Haare fettig gelassen. Aber für Körper und Hände will ich sie weiterverwenden; das braucht beides viel Fett/Feuchtigkeit bei mir.

  11. Hey Shia,
    Vielen Dank für deine Übersicht 🙂
    Ich finde es allerdings sehr schade, dass du dich überhaupt nicht mit Lush Produkten auseinander gesetzt hast und hier ein doch recht schlechter Eindruck hinterlassen wird. Deine Vermutung mit dem Mikroplastik ist zum Glück falsch 🙂 Lush achtet nämlich sehr darauf, dass ihre Produkte fair zur Umwelt und zu den Menschen ist. Guck Mal:
    https://de.lush.com/artikel-wir-glitzern-ganz-ohne-plastik
    Des Weiteren forschen die immer weiter an umweltfreundlichen Alternativen zu Palmöl als Basis für ihre Tenside, stellen immer mehr verpackungsfreie Produkte her und erklären auch sehr schön, warum sie SLS benutzen und das weitaus weniger als in herkömmlichen Produkten. Die Artikel dazu findest du auch auf deren Seite ohne großen Suchaufwand.
    Ich versuche auch schon sehr lange auf Roggenmehl und Konsorten umzusteigen, bin aber leider noch nicht fündig geworden, was die ideale Haarwäsche angeht. Bei Roggenmehl bildet sich bei mir nach mehreren Anwendungen eine juckende Schmockeschicht auf Haar und Kopfhaut, egal wie sehr ich massiere und wasche und spüle. Nach Haarseife/saure Rinse fettet mein Haar extrem nach, auch wenn ich wirklich wenig Essig nehme. Ohne saure Rinse habe ich leider Kalkseife ohne Ende :/
    Lavaerde möchte ich erst gar nicht ausprobieren, das ist mir etwas too much, dass es aus Marokko etc. herangekarrt wird.
    Ich versuche im Moment einfach so wenig Shampoobar wie möglich zu nehmen und komme damit mehr oder weniger gut zurecht.
    Irgendwann finde ich bestimmt meinen idealen Weg 🙂
    Liebe Grüße,
    Kiri

    • Hi Kiri,
      da bin ich beruhigt, dass das bei Lush kein Mikroplastik ist. Naturkosmetik ist Lush aber trotzdem nicht ;). Und leider würde ich lügen, wenn ich sagen würde, dass ich mit meiner sensiblen Haut die Produkte gut vertrage.

      Am Ende ist es meiner Meinung nach auch immer eine Frage von Zugang und Vergleich.

      Wenn ich die Wahl zwischen Roggenmehl und Naturkosmetik habe, nehme ich Roggenmehl. Wenn ich (zum gleichen oder ähnlichen Preis) die Wahl zwischen festes Shampoo von Lush oder Naturkosmetik habe, dann nehme ich Naturkosmetik. Wenn ich aber nur die Wahl zwischen festes Shampoo von Lush oder Drogerie-Shampoo aus der Plastikflasche habe, nehme ich das von Lush (wobei ich von beiden gereizte Kopfhaut bekomme).

      Schade, dass Roggenmehl bei dir nicht funktioniert. Was genau ist den Schmocke? (Sorry, ich kenn das Wort leider nicht)

      Ich meinte übrigens auch nicht Lavaerde, sondern Heilerde ;). Und die von Luvos (ich habe ehrlich gesagt noch nie eine andere Marke entdecken können) kommt aus Bad Homburg in Hessen, also auch ziemlich zentral in Deutschland gelegen.

      Probier mach die water-only-Methode. Laut Ariana soll sie bei jedem Haartyp gehen, aber die Umstellungszeit kann je nach Vorbehandlung der Haare und Wasserhärte wohl schwierig sein. Ich selbst mach das erst seit 4 Tagen und habe, dadurch, dass ich seit über drei Jahren schon kein Shampoo mehr an mein Haar gelassen habe, wohl ziemlich gute Voraussetzungen. Die ersten 3 Tage waren echt schlimm. Also wirklich fettig, wachsig und ich hab leichte Schuppen bekommen. Ich habe täglich mit Wasser gewaschen. Gut, ich hatte mich darauf eingestellt. Heute ist der 4. Tag und meine Haare sind super! Viel besser als sonst! Ich bin begeistert und hoffe, dass das ab jetzt bergauf geht :). Ich habe total viele positive Erfahrungen per Insta heute auch von Leuten, die das machen, bekommen, bin also noch gespannter!

      Liebe Grüße,
      Shia

    • Entschuldigung, aber da muss ich widersprechen. Man muss Lush nur mal auf Codecheck eingeben, jedes Produkt enthält mehrere Stoffe, die als bedenklich eingestuft wurden, weil sie toxisch, gesundheitsschädlich oder irritierend sind, Krebs oder Allergien auslösen, die Atemwege reizen, das Immunsystem oder die Barrierefunktion der Haut schwächen, in den Hormonhaushalt eingreifen, aus Palm- oder Erdöl bestehen, etc. Außerdem macht Lush immer wieder negative Schlagzeilen, weil die Mitarbeiter stark unter Druck gesetzt und schlecht behandelt werden. Also von „fair zu den Menschen“ kann überhaupt keine Rede sein. Man muss sich immer bewusst sein und darf nicht vergessen, dass das Unternehmen möglichst viele Artikel verkaufen und Umsatz generieren möchte. Bitte solchen Werbeversprechen nicht blind vertrauen, sondern kritisch hinterfragen, insbesondere, wenn diese anders als bei Naturkosmetik nicht mit Siegel und Zertifikaten belegt werden.

      http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/kultkette-lush-gut-zu-tieren-hart-zu-mitarbeitern-1.816185

      https://www.zeit.de/2010/44/CH-Lush/komplettansicht

  12. Vielen Dank für diese schöne und aufschlussreiche Beschreibung, sie hat mein Vertrauen geweckt und mich neugierig gemacht!

    Ich habe das Roggenmehl-Shampoo heute endlich ausprobiert. Eigentlich hatte ich mich auf eine Umstellungsphase eingestellt, aber die scheint überhaupt nicht nötig zu sein. Möglicherweise liegt es daran, dass ich die letzten Jahre festes Shampoo verwendet habe. Immerhin machte es die Haare nicht so glitschig-weich wie die „normalen“ Shampoos.

    Das Mehl habe ich übrigens mit lauwarmem Honigwasser und etwas frischem Biokaffee vermischt und sicherheitshalber auch die saure Rinse gemacht, allerdings nicht für die Kopfhaut, sondern ausschließlich für die Haare.

    Der Effekt ist sensationell! Die Haare sehen klasse aus, sind luftig, formbar und meine eher empfindliche Kopfhaut juckt nicht mehr. Auch wenn Water only sicherlich noch besser ist, genieße ich diese Veränderung erst einmal in vollen Zügen.

    • Hi Sofie,
      das mit der Umstellungsphase scheint ganz stark von Person zu Person zu variieren! Es freut mich auf jeden Sehr, dass es bei dir auf Anhieb gut klappt :).
      Ariana empfiehlt auch, erst mal Schritt für Schritt anzufangen, wenn man auf Water-Only umsteigen möchte. Also erst die konventionelle Haarspülung weglassen und dann Seife mit Wasser verdünnt in eine Sprühflasche geben und das benutzen, um Shampoo-Rückstände langsam aus den Haaren zu bekommen. Ich hatte am Anfang auch mit Shampoorückständen zu kämpfen, die ließen mein Haar erst mal wachsig werden. Da ich zu dem Zeitpunkt anfing, meinen Undercut auf der einen Seite rauswachsen zu lassen, hatte ich natürlich den direkten Vergleich. Mein frisches, neues Haar war so gut wie noch nie, während das alte Haar, das ich vorher immer mit Shampoo gewaschen hatte, deutlich schwerer war. Das hat sich zwar innerhalb von zwei Wochen deutlich gebessert, ging aber nicht ganz weg. Dafür war das neu nachgewachsene Haar einfach nur ein Traum XD.
      Bei dir scheint es aber gut zu funktionieren, wahrscheinlich hattest du auch nicht so viel Schmu im Haar wie ich ;).
      Liebe Grüße,
      Shia

      • Hi Shia,

        toll, das zu lesen, auf das nachwachsende Haar freue ich mich jetzt schon. Und doch, doch, Schmu habe ich auch, Locken mit Wumms. Ich sehe jetzt auch mit etwas Bibbern meinem Friseurtermin am Wochenende entgegen (nur Schneiden ohne Wumms). Macht einmal Waschen mit Chemie wieder alles zunichte? …

        Ich erwäge ja schon, etwas von meiner wundervollen, cremeweichen Roggenmehl-Kaffee-Honigwasser-Edel-Pampe abzufüllen und mitzunehmen. Vielleicht lässt sich meine Friseurin ja auf das Experiment ein. – Übrigens, der Honig reinigt das Haar ja auch und das ist perfekt, um leere Honiggläser zu spülen und die Reste zu verwenden :).

        Liebe Grüße,
        Sofie

        • Hallo Sofie,

          ich mache jetzt schon seit 3 Jahren water only. Als ich es meiner Friseurin erklärte meinte sie, dann schneidet sie die Haare eben einfach trocken. Alternativ könnte man die Haare ja auch einfach nur mit Wasser nass machen und schneiden, wenn du sie zuhause schon gewaschen hast. Also fragen lohnt sich auf jeden Fall.

          Liebe Grüße
          Karen

  13. Ein echt interessanter Post. Ich habe auch schon überlegt mal Roggenmehl zu probieren oder Kräuter-Waschpulver, habe aber etwas Angst, dass es nicht funktioniert, weil meine Haare mit extrem milden Shampoos oft schon nicht richtig sauber werden, obwohl sie eigentlich nicht besonders fettig sind. Eine saure Rinse mache ich ab und zu und finde es auch echt super, Conditioner brauche ich aber trotzdem noch. Meine Naturlocken bekomme ich sonst nie entwirrt. Locken und Wellen sollte man nämlich auf keinen Fall trocken bürsten oder kämmen. Das reißt die einzelnen Strähnen auseinander (sieht dann oft nach explodiertem Sofakissen aus) und schädigt die Haare auch. Daher finde ich water only für solche Haare auch nicht so gut geeignet.

    • Hi Katja,
      freut mich, dass du dich da schon ein bisschen rangewagt hast :). Allerdings bekommst du die Vorteile nicht ganz, wenn du nicht komplett umsteigst. Gerade konventionelles Shampoo und Haarspülung sowieso hinterlassen verdammt viele Rückstände im Haar. Die müssen erst mal raus. „Break the cycle“, wie es so schön heißt. Das sind nämlich genau diese Rückstände, die einem das Gefühl geben, die Haare seien nicht richtig sauber und dann greift man wieder zum Shampoo und so weiter. So kann die Kopfhaut auch nicht lernen, wie sie sich wieder selbst reguliert und gar nicht so viel Fett nachproduziert, um die Hyperreinigung wieder zu kompensieren.
      Lies dir am besten mal die Artikel von Ariana durch, die hat nämlich Locken und erklärt auch, warum Water-Only gerade da gut funktioniert. Das Sebum muss nämlich einmal die ganze Haarlänge runter und das dauert ein bisschen ;). Sie geht auch auf Locken und so ein.
      Liebe Grüße,
      Shia

  14. Moin,

    ist bei mir genauso – Neuro & fettige Kopfhaut (früher jeden Tag); seit der Umstellung auf Rogge „nur noch“ jeden zweiten.

  15. Eine schöne Übersicht (: . Ich fing aufgrund andauernder Schuppen mit alternativen Haarwaschmethoden an. Zuerst mit Lavaerde, was bei mir super funktionierte und was ich auch etwa ein halbes Jahr ausschließlich benutzt habe, später dann mit festem Shampoo. Vor ziemlich genau 1 1/2 Jahren stieg ich dann auf Water Only um und bin noch immer sehr zufrieden. Die Umstellungszeit war bei mir nicht immer einfach, aber ich habe eine funktionierende Routine gefunden und endlich (endlich!) bin ich meine Probleme mit Schuppen los. Außerdem ist diese Methode auch für welliges/lockiges Haar empfehlenswert, was i.d.R. ja recht trocken ist. Mehr Sprungkraft und Halt, weniger Frizz. Und ich muss gestehen, dass ich es genieße, weniger Produkte zu benötigen, zB auf Reisen (: !
    Liebe Grüße.
    PS: Bei Interesse -> Ich habe mehrere Blogposts dazu geschrieben.

  16. Vielen Dank für diese tolle Übersicht! Ich probiere derzeit die Roggenmehl-Methode und bin total fasziniert, dass das klappt.
    Eine Anmerkung zu ‚Nur Wasser‘: bei meinen Kinder funktioniert das von Geburt an super. Ich haben meinem fünfjährigen bisher nur zweimal in seinem Leben die Haare mit Shampoo gewaschen, meiner dreijährigen noch nie. Das wird sich zwar sicherlich noch ändern aber ich finde die Tatsache genial, dass ich es bisher nicht musste.

  17. Hallöchen,
    nach vielem Lesen schreib ich jetzt auch mal was: Bin vor etwa 2 Monaten auch auf water only umgestiegen und muss sagen, dass mich dass Ergebnis einfach vom Hocker haut. Bin zuerst auf Naturkosmetik umgestiegen, dann auf Haarseife, dann auf Roggenmehl und jetzt ohne alles und was soll ich sagen: Haare sehen super aus und fühlen sich auch so an, Schuppen sind weg und keine umständliche Vorbereitung wie Saure Rinse oder Mehl ansetzen.

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