Unser Müll zu zweit nach einem Jahr! #TrashTalk

Ta-daaa, ein ganzes Jahr ist um, und wir haben unser Ziel erreicht, nämlich kein neues Müllglas anfangen zu müssen 😉. Seit der letzten Müllstatistik sind ganze vier Monate vergangen und es kam doch schon merklich was dazu.

Hier kommt nun die Auswertung unseres Jahresmülls!

Was sammeln wir denn eigentlich im Glas?

Im Müllglas sammeln wir unseren Plastik- und Restmüll, sprich, den problematischen Müll, bei dem man sich leider nicht sicher sein kann, dass er tatsächlich recycelt wird.

Bei Papier, Metall, Glas und Biomüll kann man sich da – sofern ordentlich getrennt – eigentlich ziemlich sicher sein, dass er recycelt wird ♻️. Plastik hingegen muss sorten- und farbrein sein. Da kann eine seltene Farbe oder ein Farbmix schon dazu führen, dass das theoretisch recycelbare Material nicht mehr recycelt wird. Oder ein Sticker bzw. Etikett lässt sich vom Kleber her nicht lösen. Zu stark verschmutzt, zu fieselig, verklebt mit anderen Materialien wie bei Tetrapak – all das erschwert noch zusätzlich die Recycelbarkeit.

Auch den gut recycelbaren Müll sammeln wir aber, und der wurde für diese Statistik wieder gezählt und gewogen. Und natürlich bemühen wir uns auch, den recycelbaren Müll so gering wie möglich zu halten.

Müllstatistik

Unser Müllglas fasst nicht, wie noch vor vier Monaten angenommen, 1 Liter, sondern nur 750 ml. Meine Ma hat das mit Wasser und einem Messbecher gewissenhaft geprüft, da sie der Meinung war, dass das Glas nie im Leben einen ganzen Liter fasst 😂.

Zero Waste – Jahresmüll in Zahlen, Wasteland Rebel Shia Su

275 g Plastik- & Restmüll (Glas links), 105 g Metall-Müll (Glas rechts)

Das Glas ist nun recht voll mit noch einem kleinen bisschen Luft. Und sicherlich könnte man das noch effizienter packen, wenn man das mal alles rausräumen und besser stopfen würde. Da wir da aber auch scharkantige Sachen wie die zerbrochene Kaffeetasse drin haben habe ich das aber mal sein gelassen.

Nun aber zu den harten Zahlen des Müll eines ganzen Jahres zu zweit 😉

Unser Glasmüll eines ganzen Jahres

Unser Glasmüll von genau 12 Monaten

  • Plastik- & Restmüll: 275 g
  • Glasmüll: 4x 1 Liter-Flaschen (3x Öl, 1x Sojasoße), 2x 375 ml Ahornsirup-Flasche, 1 kaputtes 2 Liter Vorratsglas, 1 Schuhkarton mit zertrümmerten Glas, 1 x 750 ml Rotkohlglas ohne Deckel, für das wir einfach keine Verwendung mehr haben
    (in den letzten 4 Monaten kamen 2 kaputte gegangene Trinkgläser dazu und das Rotkohlglas, das nicht kaputt ist, für das wir aber ohne Deckel keine Verwendung mehr haben)
  • Papiermüll: 2.596 g (in den letzten 4 Monaten kam deutlich mehr als sonst pro Monat dazu – ganze 939 g, was zum einen daran lag, dass die Krankenkasse uns doch noch mal versehentlich die Mitgliederzeitschrift zuschickte, und zum anderen daran, dass wir ungefragt Sachen zugeschickt bekamen, was zwar immer lieb gemeint ist, aber am Ende doch Sachen waren, die wir uns vor Ort selber hätten verpackungsfrei holen können. Zum Vergleich: In den vorherigen 3 Monaten kamen nur 388 g Papiermüll dazu.)
  • Metallmüll: 105 g (18 g kamen in den letzten 4 Monaten dazu)
  • Biomüll: Nach wie vor wird Kompostierbares bei uns in der Wurmkiste kompostiert. Vorher haben wir alle 2 Wochen einen Zeitungshut voll (oder eben nicht ganz voll) nicht-kompostierbaren Biomüll (Zwiebel-, Knoblauch- & Bananenschalen, Schalen von Zitrusfrüchten) in den Restmüll gebraucht, weil es für unser Wohnhaus neben der Fußgängerzone keine Biotonne gibt und das leider auch nicht gewollt ist. Dieser Müll ist nun fast nicht mehr vorhanden, weil a) wir die Menge noch mal reduzieren konnten, und b) unsere Wurmkiste nun auf Hochtouren läuft, sodass wir diese Sachen einfach mit in die Wurmkiste geben (in kleinen Mengen kommen die Würmer damit klar). Wir bringen also nun alle zwei Wochen nicht mal mehr eine Handvoll davon weg.

Was für Sachen sind aber nun in unserem Müllglas?

Kassenbons

Ein ganz großer Teil des Mülls in unserem Müllglas sind Kassenzettel, denn die aus Thermopapier sind durch die BPA-Beschichtung drauf eigentlich schon glatt Sondermüll 😡. Im Papiermüll kontaminiert das BPA nicht nur das, was daraus wieder hergestellt wird, sondern belastet auch das Grundwasser.

Nachdem wir das erfuhren, haben wir daran gearbeitet, Kassenzettel zurückzuschrauben, aber das ist tatsächlich eine Sache, die ich schon glatt als Kampf bezeichnen würde. Denn Kassenzettel werden als absolut harmlos wahrgenommen und jeder noch so kleine Laden hat inzwischen dieses Thermopapier. Wir dachten ja, dass der Demeter-Marktstand bei uns keine Zettel ausdrucken würde, bis wir dann mal so standen, dass wir sahen, wie sie die Bons nur einfach nicht abreißen und den Kunden mitgeben.

Die meisten kleinen Bioläden und sogar Unverpackt-Läden haben im Kassensystem keine Funktion, die es ihnen ermöglicht, die Kassenzettel nicht auszudrucken. Die Kassensystemhersteller stellen sich quer und behaupten einfach, dass sei gesetzlich so vorgeschrieben – was gar nicht stimmt! Aber ist auch klar, wenn automatisch gedruckt wird, muss mehr Thermopapier nachgekauft werden, und daran verdienen sie natürlich auch.

Außerdem waren wir in letzter Zeit viel unterwegs. Wenn man an Orten ist, wo man sich nicht auskennt, bekommt man schnell im Café oder Restaurant direkt schon einen Bon auf den Tisch gelegt. Sogar einige Bäckereien (z.B. Kamps) drucken inzwischen einen Bon aus. Auf Nachfrage heißt es fast immer: Das können sie leider nicht abstellen, der Bon wird automatisch gedruckt.

Buchhaltung und Belege – geht das auch digital?

Ich brauche leider noch manchmal, aber zum Glück nur ganz selten, Bons für meine Buchhaltung. Das sind aber tatsächlich bisher ausnahmslos Bons gewesen, wo es gar nicht die Option gab, dass sie nicht gedruckt werden (z.B. bei der Post). Ich scanne sie mit einer App auf meinem Handy ein und dann kommen sie ins Glas. Wir geben unsere Steuererklärung auch komplett digital ab. Unserem Finanzamt reicht das so, und viele Rechnungen sowie alle unsere Kontoauszüge haben wir sowieso nur digital. So weit ich weiß akzeptiert das aber nicht jedes Finanzamt! Also im Zweifelsfall vorher nachfragen und euch ggf. doch die Belege geben lassen und aufheben.

Strohhalme

Wir waren so gut dabei. Nicht ein einziger Strohhalm in acht Monaten! Dann bekamen wir jetzt gleich drei Mal trotz Abbestellung (mit Nachdruck und Betonung, dass uns das sehr wichtig ist) Strohhalme im Getränk. Seufz. Ein mal hatte ich dann vergessen, das dazu zu sagen, weil ich abgelenkt war. Bei zwei der insgesamt vier Malen gab es übrigens gleich zwei Strohhalme im Getränk! Was für ein Sinn das haben soll ist mir schleierhaft.

Obst- & Gemüse-Sticker

Wir sind stolz drauf, sagen zu können, dass wir unser Obst & Gemüse (alles bio) bis auf Bananen stickerfrei bekommen 💪. Einmal am Demeter-Stand auf dem Wochenmarkt (mit Kassenbon), im vegetarischen Bioladen Veggihaus in der Innenstadt (mit Kassenbon) und im Bioladen Tofuhaus (ohne Kassenbon 💚) vier Straßenbahnhaltestellen von uns.

Tipp

In kleinen Bioläden (also nicht in Ketten wie Alnatura), auf dem Wochenmarkt und in türkischen Gemüseläden hat man meistens eine sehr gute Auswahl an losem und stickerfreiem Obst und Gemüse.

Plastikfenster von Briefumschlägen

Wir sind wahrscheinlich sehr nah am Minimum, was Post angeht. Aber vieles, gerade wenn es sich um Behörden oder Institutionen mit ähnlichen Strukturen (z.B. gesetzliche Krankenkassen, Universitäten, öffentlich-rechtliche Medienstationen und ihre Gebürenabteilungen) handelt, hat man fast keine Chance, die Sachen abzubestellen. Wir hatten es sogar mal bei der Wahlbenachrichtigung probiert 😝. So kommen die Bezügemitteilungen von Hanno (er arbeitet an der Uni) immer noch per Post, obwohl er bereit wäre, sie auf der Arbeit abzuholen.

Ich habe sie nicht gezählt, aber ich schätze schon, dass es so um die 50 Plastikfenster in unserem Müllglas sind.

Fahrkarten

Fahrkarten holen wir uns eigentlich immer aufs Handy. So kamen wir in den letzten 12 Monaten schon gut nach Holland und England (mit dem Zug natürlich!). Manchmal klappt das aber nicht so reibungslos. In München wollten sie fürs Handy-Ticket eine Schufa-Abfrage haben, was sich für einen Tag natürlich nicht lohnt. Innerhalb Englands hätten wir dafür ein britisches Konto gebraucht. In Ausnahmefällen fallen also auch mal Fahrkarten an und einige sind auch im Müllglas, weil sie sich wie Thermopapier anfühlen.

Genauso ist es bei uns übrigens mit Eintrittskarten, wobei die paar im Papiermüll gelandet sind.

Sonstiges

  • 1 Kaputte Tasse
  • 2 Plastikdöschen von unserem Vitamin B12*
  • 1 Plastiksiegel, das sich im Glas versteckte, 2 Plastiksiegel von unserem Vitamin B12
  • meine abelaufene Krankenkassen-Karte
  • 2 Plastik-Armbänder vom Büffet
  • 1 Plastikverpackung von einem Geschenk, 1 Plastikverpackung von der Bambusklobrille (unsere Klobrille ging kaputt), 1 kleine Plastikverpackung einer SD-Karte
  • Reste vom Selberzuschneiden meiner orthopädischen Schuheinlagen
  • Plastikdeckel von Flaschen (Ahornsirup, Vitamin B12-Döschen)
  • 2 Blister von Antiallergikum (Heuschnupfen)
  • Plastik-Fitzel von Klebe- und Plastikstreifen an Briefumschlägen oder was uns sonst so geschickt wurde, abgebrochenes Kleinzeug (z.B. meiner Handyhülle, die übrigens die alte Handyhülle meines Verlegers ist), Polyesther-Fäden von Kleidung, Etikettenreste

* Bei einer vegetarischen und veganen Ernährung sollte Vitamin B12 supplementiert werden, da der Mensch Vitamin B12 fast ausschließlich durch tierische Produkte zu sich nehmen kann. Heute ist es aber so, dass durch die Massentierhaltung die Tiere das ebenfalls als Nahrungsergänzung bekommen, damit der Mensch das bekommt. Wir überspringen im Grunde einfach das Tier und nehmen unser Vitamin B12 direkt 😉.

Sooo… Jetzt wird also ein neues Müllglas angefangen und wir bringen tatsächlich mal unseren Müll runter 😝. Das jetzt „alte“ Müllglas werden wir zur Veranschaulichungszwecken aber erst mal noch behalten und nicht direkt schon leeren. Gut, dass Mama mir noch ein Bügelglas abgetreten hatte 😉.

31 Kommentare

  1. Pingback: Der ökologische Fußabdruck in Babygröße – Keleya Mag

  2. Pingback: Ein persönlicheres Update

  3. Wow, das finde ich echt bewundernswert und ihr bekommt meinen ganzen Respekt! Ich versuche zwar auch weniger Müll zu produzieren, doch da komm ich nicht annähernd hin 🙁
    Das mit den Kassenzetteln war mir neu, dass das Thermopapier so schädlich ist, ist der Wahnsinn. Ich bin entsetzt!
    Ich such jetzt gleich nochmal deine Seite ab nach dieser Wurmkiste für die Bioabfälle. Das hab ich nämlich noch nie gehört, bin gespannt wie das funktioniert 😉
    Liebe Grüße
    Tam
    https://www.vegande.de

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  5. Hey! Super Artikel 🙂

    Darf ich fragen wie ihr das mit Zahnpasta, Shampoo, Joghurt Verpackungen macht? Oder gibt es das auch in ‚eurem‘ unverpackt Laden?

    Liebe Grüße Dana

    • Hi Dana,
      wir leben vegan und du wirst auch hier auf dem Blog oder in meinem Buch Alternativen zu Zahnpasta aus der Tube oder Shampoo aus der Plastikflasche finden :). Aber auch in normalen Bioläden bekommt man Milch und Joghurt in Pfandflaschen bzw. Pfandgläsern.
      Liebe Grüße,
      Shia

  6. Hi Shia,
    es ist wirklich ziemlich beeindruckend, wie du es schaffst, mit so wenig Müll auszukommen. Bis jetzt gibt es bei uns leider noch keinen Unverpackt-Laden in der Nähe, weshalb wir Nudel etc. leider noch verpackt kaufen müssen. Aber wir haben den Restmüll schon fast ganz wegreduzieren können und Plastikmüll haben wir nur noch sehr sehr wenig (eine Hälfte eines mittelgroßen Mülleimers in 2-3 Wochen). Auch Kassenzettel und die lästigen Sticker auf Obst und Gemüse schaffen wir nicht immer zu vermeiden :/. Was mich aber wirklich nervt ist, dass es keinerlei Richtlinien gibt für Verpackungen. So dürfen immer noch Einwegflaschen ohne Pfand verkauft werden, schwarze Plastikverpackungen für beispielsweise Waschmittel, die nicht recycelt werden können oder das als so unglaublich ökologisch angepriesene Tetra-Pack. Grrr.
    Letztens im Urlaub ist mir übrigens ein neuer Trend aufgefallen, den ich sehr bedenklich finde. Es ist scheinbar gerade in Mode in Restaurants das Besteck in kleinen Papiertäschchen bereit zu legen. Das ist weder praktisch noch ökologisch sinnvoll. Ich hatte oft Probleme das Besteck und die viel zu kleine Serviette herauszubekommen.
    Aber genau wegen solcher Dinge machen wir sowas ja. Damit sich was verändert und die Menschen zum Nachdenken angeregt werden, wenn man das Brot direkt in einen Stoffbeutel haben will.
    Grüße,
    Sarah

    • Hi liebe Sarah,
      ja, das mit dem vorher schon eingewickeltem Besteck kennen wir leider auch :(. Wenn sie das bringen fragen wir meistens – bevor das den Tisch berührt (!) – ob sie uns nicht loses Besteck geben könnten, weil wir selber Stoffservietten dabei haben (sind eigentlich nur unsere normalen Stofftaschentücher) und Müll vermeiden wollen. Meistens geht es, aber manchmal eben auch nicht, weil sie sagen, dass sie kein nicht eingewickeltes Besteck haben oder das Besteck auspacken wollen. Dann nehmen wir die (sauberen) Servietten mit, behalten sie in einem kleinen Baumwollbeutel und benutzen sie in „Krisensituationen“, d.h. wenn es auf öffentlichen Toiletten kein Klopapier gibt :).
      Übrigens haben wir uns noch nie in einem Unverpackt-Laden Nudeln gekauft ;). Wir hatten vorher schon angefangen, Nudeln selber zu machen und die Frischen schmecken so viel besser, sodass wir gar keine Lust auf die Gekauften mehr hatten :D.
      Liebe Grüße und einen guten Rutsch,
      Shia

  7. Hannelore Edeling

    Zu den Briefen mit der Gehaltsabrechnung: Ich habe das gleiche Problem. Das kommt daher, dass viele Firmen den Druck und Versand komplett nach aussen gegeben haben. Auf Nachfrage in der Firma sagte man mir, dass dann die Abrechnungsstelle erst die Abrechnungen in die Firma schicken muss und das wäre teurer als wenn die es direkt per Pist schicken. Leider gibts die Abrechnungen noch nicht online.

  8. Bei Papiermüll fällt mir eine Frage ein , wenn ich es richtig im kopfhabe bist du auch Kunde bei Naturstrom , hast du es geschafft das die dir das Co2 Zertifikat nicht zuschicken?

    • Dieses Jahr nicht, aber davor schon. Allerdings hatte ich mehrfach mit dem Kundenservice schon Kontakt wegen der Abbestellung der Post. Sie versuchen aber wirklich, das gut zu machen :).

  9. Ui…. wie toll. Und ich bin gerade vollauf begeistert, dass ihr das ganz in Bochum umgesetzt habt. Wir wohnen nämlich auch hier und fangen gerade an, unser Einkaufverhalten umzustellen. Veggiehaus und Marktstand wurden schon ausgetestet und ich bin mir ganz sicher, dass ich hier beim Stöbern die besten Tipps finden werde. Vielen Dank!

  10. Ich bin begeistert, danke für die tolle Motivation! Schön zu sehen, dass es wirklich geht, so wenig Müll zu produzieren. Viele Menschen glauben das ja nicht oder machen sich gar keine Gedanken darüber.
    Ich habe gerade erst mit dem Zero Waste „Lifestyle“ und meinem Blog angefangen und mache die ersten Babyschritte. Ihr seid wirklich eine tolle Inspiration und ich konnte mir schon einiges abgucken.

  11. Hi Shia,
    ich bin erst vor kurzen auf deinen Blog gestoßen und bin sehr begeistert. Es ist wirklich unglaublich, wie viel Müll man einsparen kann! Ich reduziere schon seit einiger Zeit meinen Müll, schaffe es aber längst nicht so wenig zu produzieren, wie ihr.
    Vor allem bei Lebensmitteln habe ich noch viel Bedarf. Ich weiß zwar, wo ich viele Lebensmittel lose bekomme, aber um daraus dann Gerichte zu kochen, brauche ich trotzdem immer irgendwelche verpackten Zutaten. Wie zB Tomatenmark/passierte Tomaten oder (Hafer-) sahne etc.
    Brot bekomme ich zB lose, aber fürs Belegen fällt dann doch wieder Müll an.
    Gemüse, Gewürze und Getreide bekomme ich lose, aber ich schaffe es nicht, leckere Gerichte ohne Sauce zu kochen, und für diese fällt immer irgendwie Verpackung an.
    Ensprechend würde es mich mal interessieren einenen kleinen Einblick zu bekommen, wie du dich/ihr euch so ernährst. Bzw. für Rezeptideen (können auch nur grobe Vorschläge ohne konkrete Mengenangaben etc. sein), was man gut Müllfrei kochen kann.

    • Hallo Luthya,

      dein Problen mit den Saucen könntest du lösen, indem du bei den veschieden Köchen, die so im Fernsehen zu sehen sind mal auf die Websites guckst. Dort bekommst du sicherlich einige Tipps wie man eine Sauce aus einfachen Zutaten selber macht. Wie Rosin oder Rach und wie sie alle heißen, 🙂

    • Hi Lythia, hi Esser,
      wir kochen einfach Sachen „from scratch“, also aus echten Zutaten. Das machen wir auch mit Soßen. Tomatensoße wird also komplett aus echten Tomaten gemacht. Ansonsten sind wir beide aber nicht so die Soßenfans, Hanno isst auch Salat lieber ohne Dressing. Wir sind selbst nicht so die großen Hobbyköche (wir kochen nicht gerne), aber es geht zum Glück dank des Internets auch so :). Im Buch erkläre ich auch, wie wir das als Kochmuffel machen und verrate da unsere Lieblings-Grundrezepte.
      Liebe Grüße,
      Shia

    • Auch wenn’s schon lange her ist:
      passierte Tomaten gibt’s im Bioladen auch im Glas/ in der Weithalsflasche. Ich benutze diese Flaschen dann weiter, um im Sommer, wenn wir selber viel Tomaten haben, bzw. es billig Tomaten gibt, dann Tomaten einzukochen. Das geht ganz einfach: mehrere Kilo sehr reife Tomaten (am besten Flaschentomaten oder Fleischtomaten, sie sollten nicht so viel Saft enthalten) kleinschnippeln (die Schale muß nicht ab, nur möglichst klein geschnitten werden), dabei den grünlichen Stielansatz rausschneiden.
      Alles in einen Topf, etwas salzen (sparsam, da ja noch einreduziert wird) und solange unter Rühren kochen, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist. In Gläser oder Flaschen füllen, die mit kochendem Wasser ausgespült wurden. Zuschrauben und fertig.

      Dann im Winter die selbst eingekochten Tomaten zu verwenden ist
      a) sehr befriedigend
      b) sehr viel aromatischer als die Gewächshaustomaten, die es so im Winter gibt.

  12. Liebe Shia,
    Ich hab jetzt innerhalb weniger Tage alles gelesen was es in deinem Blog zu lesen gibt und ich muss sagen: Ich bin begeistert!!!!! Von deiner Lebenseinstellung, von deiner Beharrlichkeit und Unbeirrbarkeit wenn der Weg richtung Zero Waste schwierig war und du von anderen für dein Verhalten belächelt wurdest….
    Und dabei wirkst du weder verbissen noch belehrend.
    Ich mag deinen Schreibstil, du bringst diese ja doch ernsten Grundthemen (Müllinseln im Meer, Tiere die daran sterben, vergeudete Ressourcen, profitgierige Großkonzerne…..) auf eine unverkrampfte, zum Teil sarkastisch humorvolle Art an den Mann/die Frau, dass man es gern liest. Echt toll, dass du dir die Mühe machst und deine Erfahrungen auf diese Art mit den Menschen teilst und damit anderen, die ebenfalls diesen Weg gehen wollen, die Angst nimmst einfach mal damit anzufangen und in kleinen Schritten die Welt damit ein bißchen besser machen.
    Wenn man heutzutage die Nachrichten verfolgt, muss man ja höllisch aufpassen nicht in Depressionen (die Menschheit ist so grausam),totales Wurstigkeitsgefühl (wozu sich die Mühe machen, die Welt geht sowieso zu Grunde) oder puren Egoismus (hauptsache mir gehts gut) zu verfallen.
    Da tut es gut zu hören, dass es Leute wie dich gibt, die in ihrem Umfeld tun, was nötig/möglich ist, um dem ganzen Konsumwahsinn etwas entgegenzuwirken.
    Es gibt wirklich erstaunlich viele Kleinigkeiten die man ohne großen Aufwand oder Verzicht tun kann, die aber langfristig gesehn viel bewirken.
    Ich werd ab sofort viel bewusster einkaufen und sehr darauf achten, dass ich nicht lauter Müll mitnachhause nehm.
    Liebe Grüße
    Bettina

  13. Ohne Eure Leistung schmälern zu wollen: Sind die kaputten Trinkgläser in Wirklichkeit ehemalige Senfgläser oder ähnliches? Falls nicht, also falls es „normale“, gekaufte Trinkgläser sind, dann dürfen die nicht in den Glasmüll, weil normale Trinkgläser aus anderem Glas als Senfgläser etc sind. Das hat einen anderen Schmelzpunkt und macht die Schmelze beim Glasrecycling kaputt. Wäre dann also leider Restmüll.

    • Hi Lo,
      hm, das sind alte Ikea-Trinkgläser, wo auch damals stand, dass sie recycelbar sind. Ich habe aber jetzt zur Sicherheit noch mal bei Ikea angerufen und nachdem dann die Mitarbeiterin noch mal nachgefragt hatte, kam die Aussage, dass alle ihre Trinkgläser und auch andere Glas-Sachen, die mit Lebensmittel in Kontakt kommen, in den Glascontainer dürfen.
      Das mit dem Schmelzpunkt wurde uns damals in der Abfallaufbreitungsanlage übrigens auch zu Brillengläsern, Fensterglas und Glas von Bilderrahmen gesagt. Danke für deinen Hinweis bei Trinkgläsern! Wir haben seit Jahren die von Ikea und mir fiel damals schon auf, dass da recycelbar dabei stand, aber mit dem Hinweis, dass man das gemäß den örtlichen Bestimmungen entsorgen soll. Jetzt frag ich mich aber natürlich, wie es mit dem einen kaputten Mason Jar mit Henkel aussieht, weil da auch kein Heißgetränk rein sollte… Hmmmmm…. Ich werde weitere Nachforschungen anstellen XD.
      Danke noch mal!
      Sonnige Grüße,
      Shia

  14. Hi Shia,
    Erst mal Glückwunsch zur Müllstatistik, echt beeindruckend und für mich definitiv eine Bench Mark :).

    Ich hab eine Frage zur Wurmkiste. Macht ihr auch Obst und Gemüse mit Kernen (z.B. Bei Paprika) oder gar harte Kerne wie bei Zwetschgen in die Kiste? Wir schmeißen die immer noch in den Biomüll, nachdem uns mal wochenlang Apfelbäume in der Kiste aufgegangen sind…
    Und angeschimmeltes Gemüse? Bisher hatte ich da immer Schiss, dass die Schimmelpilze das ökologische Gleichgewicht zu sehr stören. Oder habt ihr Engel etwa auch nie verschimmeltes Gemüse?!? 😉

    Liebe Grüße und weiter so!
    Marisa

  15. Vielen Dank für die tolle Motivation! Zu sehen, dass es möglich ist, so wenig Müll zu produzieren erstaunt mich immer wieder. Ich selbst versuche auch unseren Müll wo es geht zu reduzieren, so weit wie ihr beiden sind wir mit unserem Haushalt allerdings noch lange nicht. Step by step 🙂
    Eine Anmekrung hätte ich zu den Kassenzetteln: ich habe selbst zwischenzeitlich als Aushilfe in einem denn’s Biomarkt in Nürnberg gearbeitet und an unserer Kasse gab es die Möglichkeit den Kassenzettel nicht ausdrucken zu lassen sehr wohl! Zumindest an der Brot- und Käsetheke vorne im Laden war diese Option auch immer aktiviert, die meisten Kunden haben die Zettel, wenn sie sie nicht automatisch in die Hand gedrückt bekommen haben, auch überhaupt nicht vermisst! Und wenn doch einmal ein Kunde einen Beleg wollte, konnte man diesen ganz einfach mit wenigen Tastenklicks nachdrucken! Ich denke, viele der Verkäufer, die du bisher gefragt hast, wissen vielleicht einfach nicht, dass diese Option in ihrer Kasse besteht, weil sie sich vermutlich keine Gedanken darüber machen. Das nächste Mal vielleicht beim Filialleiter nachfragen. In einigen ebl-Filialen, einem anderen Bioladen hier bei uns, fragen die Mitarbeiter inzwischen und lassen die Kassenzettel nur auf Wunsch drucken. Viele Leute sagen gewohnheitsbedingt trotzdem ja, auch wenn er dann ein paar Meter weiter in den Müll wandert…

    • Bei mir im Rewe wird neuerdings auch routinemäßig gefragt und der Bon nur ausgedruckt, wenn man möchte. Find ich super

  16. Sehr spannend, danke Shia! Hab den Artikel genau durchgelesen weil ich mich schon länger gefragt habe, was so die Punkte sind wo man wirklich nicht mit Zero Waste weiterkommt (wie eben Medikamente). Übrigens, in einem Krankenhaus in Malaysia bekam ich die verschriebenen Medis direkt in einer Art internen Hausapotheke, und zwar genau so viele Antibiotika-Pillen wie ich nehmen soll – vor meinen Augen abgefüllt in einem extra Plastiktütchen. Sie hätten mir diese sicher auch lose bzw. in meinen eigenen Behälter geben können, es war nicht versiegelt oder so. So ein System wäre hier doch eigentlich auch umsetzbar.. 🙂
    Liebe Grüße,
    Ela

    • Hi Ela,
      ja, in anderen Ländern werden einem häufiger Medikamente beim Arzt aus einer Großpackung abgezählt abgepackt, was wohl auch dem Medikamentenmissbrauch vorbeugen soll und ich deshalb aus zweierlei Hinsicht gut finde 🙂
      In den USA gibt es ja die Pillendöschen. Zwar auch aus Plastik, aber zumindest überhaupt recycelbar (Blister sind es übrigens nicht, weil es ein „Verbundsstoff“ ist, und die Materialien lassen sich einfach schwer bis gar nicht voneinander trennen). Die Pharmaindustrie hier ist ja sowieso sehr krass, was Lobbyarbeit angeht…
      Großpackungen gibt es auch nur mit Blister, da habe ich mal mehrere Leute aus dem medizinischen Bereich gefragt, in der Hoffnung, dass Medikamente in Krankenhäusern zumindest in Großpackungen vorliegen. Fehlanzeige :/
      Ja, vieles wäre umsetzbar, nur wird es nicht gemacht :(. Ich träume ja weiter von einer veganen, plastikfreien Zahnseide :D. Oder zumindest aus Peace-Seide ;).
      Aber es tut sich ja hier und da schon viel, und Änderungen brauchen Zeit. Wir bleiben mal positiv XD.
      Liebe Grüße,
      Shia

      • Bei dieser Ausgabe kommt es aber auch extrem auf die Umsetzung an.
        Meine Erfahrungen aus Südafrika damit (allerdings schon vor 10 Jahren): aus Müllsicht gut, aus Sicherheitsgründen katastrophal, denn man bekam keinen Beipackzettel und selbst der Medikamentenname war, da handgeschrieben, oft nur schwer zu lesen.

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