12 grüne Vorsätze für das neue Jahr #GoGreenOrGoHome

1 Auf Leitungswasser umsteigen

Einfacher geht’s eigentlich nicht. Spar dir einfach den Aufwand, Wasserflaschen zu schleppen und entlaste deinen Geldbeutel.

Abgefülltes Wasser ist nämlich eine echte Umweltsünde:

Wusstest du, dass Leitungswasser das am strengsten kontrollierte Lebensmittel in Deutschland ist? Und nein, Bleileitungen gibt es auch nicht mehr, die mussten alle bis Ende 2013 ausgetauscht werden. Der Verbraucher hierzulande denkt ja auch, dass hartes bzw. kalthaltiges Wasser schlecht wäre. Ja, schlecht für die Waschmaschine, aber eigentlich gut für den Organismus, denn das Wasser ist „hart“, wenn es sehr mineralhaltig ist. Das teuer gekaufte Mineralwasser ist also auch nichts anderes als „hartes Wasser“.

2 Einweg gegen Mehrweg, Verpacktes gegen Unverpacktes austauschen

Einwegartikel/ Verpacktes Zero Waste Alternativen
Plastikzahnbürste
Wattepads
Rasierer
Rasierschaum
Rasierpinsel + Olivenölseife + Schale
Flüssigseife, Duschgel, Gesichtsreiniger
Olivenölseife
Shampoo
Festes Shampoo ODER Olivenölseife + Essigrinse ODER Roggenmehl-Haarwäsche
Cremes und Lotions
Zahnpasta
Hygienetücher
Putzlappen (Mikrofasertücher, Baumwolllappen)
Putzmittel
Selbstgemachter Essigreiniger (1 EL Essigessenz + 300 ml Wasser), eventuell Natron
Taschentücher
Stofftaschentücher
Küchenpapier
Lappen
Spülschwamm
Spüllappen
Spülbürste, raue Seite des Spülschwamms
Kaffeemaschinen (Pads, Kapseln, Filter)
French-Press-Kanne
Teebeutel + -filter
Loser Tee + Tee-Sieb
Backpapier
Dauerbackmatte
Alufolie, Frischhaltefolie
Mit einem Teller abdecken, in ein Geschirrtuch wickeln
Muffin-Papierförmchen
Muffinform einfetten
Müllbeutel
Müllbeutel aus Zeitungspapier falten (FALLS man überhaupt noch welche braucht 😜)
Coffee-to-go-Becher
Thermos-Becher
Getränke vom Automaten
Trinkflasche mitnehmen und auffüllen (z.B. plastikfrei aus Edelstahl oder Glas, Aluminium vermeiden!)
Wegwerf-Behältnisse für Essen
Einmachgläser, Edelstahl-Brotboxen (z.B. Eco-Brotbox) oder Frischhaltedosen aus Plastik, die man noch hat
Plastikbesteck
Normales Besteck, in einem Taschentuch einwickeln und mitnehmen
Papiertüten, z.B. beim Bäcker Sauberer Baumwollbeute (z.B. ein stinknormaler Jutebeutel)
Plastiktüten für Obst & Gemüse Wäschenetze

3 Müllvermeidungs-Equipment einstecken

Gewöhn dir an, einige Basics dabei zu haben, damit du nicht unterwegs doch Müll produzieren musst.

Du bist eher ein spontaner Mensch? Das heißt nicht, dass du nicht trotzdem vorbereitet sein kannst!

Als Studentin ging ich morgens aus dem Haus und wusste nicht, wann ich wieder zu Hause ankommen würde. Das konnte auch einige Tage später erst sein. Na und? Ich hatte halt standardmäßig eine Zahnbürste dabei. Eine Freundin von mir mit dem gleichen party-lastigen Studentenleben war sogar noch besser darauf eingestellt. Sie hatte nicht nur immer eine Zahnbürste, sondern auch Unterwäsche, ein Paar Ersatzstrumpfhosen und manchmal sogar eine Flasche Wein in ihrer Handtasche!

Mach dir deine Gewohnheiten klar und pack einfach einmal die für dich nützlichen Sachen in deine Tasche, fertig!

Das sind Sachen meines Zero Waste Kits, wovon ich aber nie alles dabei habe.

  1. Zusammenfaltbare Einkaufstasche*
  2. Geschirrtuch, z.B. um Dürüm to go zu kaufen
  3. Kaffeebecher
  4. Täschchen für Stofftaschentücher*
  5. Ein sauberer Jutebeutel (für Brötchen, als Einkaufsbeutel, oder wenn ich mal spontan Trockensachen kaufen möchte)*
  6. Wäschenetz für Gemüse
  7. Besteck*
  8. Edelstahl-Brotbox
  9. Weckglas (z.B. für Suppen, die ich mit auf die Arbeit nehme)
  10. Trinkflasche*

* Was ich meistens dabei habe.

4 Weniger Fleisch, Milchprodukte und Eier essen

Tierische Produkte haben einen enormen CO2-Abdruck und führen auch zu mehr Lebensmittelverschwendung, weil sie leicht verderblich sind. Nach konservativen Berechnungen produziert die Fleischindustrie mehr Treibhausgase als alle Autos, LKWs, Schiffe und Flugzeuge zusammen!

Aber Fleisch, Milchprodukte und Eier haben nicht nur alle eine heftige CO2-Bilanz, sondern auch eine ganz schlechte Wasserbilanz! Um 1 kg Rindfleisch zu produzieren wird 15.400 Liter Wasser benötigt! Für 1 kg Käse sind es 3.180 Liter, während es für 1 kg Äpfel „nur“ 800 Liter sind.

Versuche, zumindest 2 tierleidfreie Tage die Woche einzulegen. Wie wäre es mit #MeatlessMonday oder dem #VeggieTag (meistens Donnerstag).

5 Den Kaffeekonsum reduzieren und auf Fairtrade und Bio-Kaffee umsteigen

Ja, in 1 kg Rindfleisch stecken 15.400 Liter Wasser, in 1 kg Kaffee sogar noch mehr! 18.900 Liter nämlich! Die CO2-Bilanz von Kaffee ist ebenfalls nicht besser… 1kg BIO-Kaffee hat einen CO2-Fußabdruck von 9 bis 14 kg (1 kg Rindfleisch hat ~13,3 kg), 1 kg Äpfel 0,55 kg… Ernüchternd…

So gerne wir alle Kaffee trinken, wir sollten nicht vergessen, dass gerade im Kaffee-Anbau viel Ausbeutung und Kinderarbeit steckt und dass Kaffee um die halbe Erdkugel zu uns geschifft werden muss. Es muss jetzt auch keiner auf seinen Kaffee verzichten, aber es schadet auch der Gesundheit nicht, den Konsum zu reduzieren. Ich habe früher 1 Liter Kaffee pro Tag getrunken… Heute ist es eine Tasse alle 2 bis 3 Tage. Versuche, deinen Konsum zu reduzieren, und wenn schon Kaffee, dann Bio und Fairtrade (was gerade in Cafés leider häufig sehr schwierig ist 🙁).

6 Regional und saisonal einkaufen

Superfoods sind ja voll im Trend. Allerdings stammt fast nix davon überhaupt von diesem Kontinent… Ich persönlich liebe ja auch Avocados und Bananen, aber klar, die wachsen auf gar keinen Fall im kalten deutschen Klima. Für 2016 haben wir uns also vorgenommen, nach und nach den Konsum dieser Sachen zu reduzieren. Wir haben uns einen Saison-Kalender herunter geladen und waren erst mal etwas schockiert, dass einige „regionale“ Gemüsesorten, die wir noch kaufen gar nicht mehr Saison hatten und nur aus dem Gewächshaus kommen konnten 😢.

Es lohnt sich auch, nach CSA-Höfen in der Nähe zu gucken. CSA steht für Community-Supported Agriculture, solidarische Landwirtschaft (Solawi) auf Deutsch. Die Mitglieder eines solchen Hofes zahlen einen Mitgliedsbeitrag, der die jährlichen Kosten eines solchen Hofes deckt. Dafür bekommt man meistens wöchentlich einen Anteil der Ernte. So zahlt man die realen Kosten für die Lebensmittel statt einen Marktpreis, der ggf. den Bauern ruiniert und der zu unfairen Arbeitsbedingungen und Ausbeutung an Mensch, Tier und Umwelt führt. Man unterstützt ganz direkt kleine Höfe und bekommt sehr frisches Obst und Gemüse (meistens am gleichen Tag geerntet) für verhältnismäßig wenig Geld, da man ja sozusagen alle Mitverdiener überspringt. Außerdem ist es auch unheimlich spannend. Wir haben schon drei Solawi-Projekte bei uns in der Gegend ins Auge gefasst und wollen gucken, dass wir 2016 einsteigen können 😊.

7 Nur neue Sachen als Ersatz und nicht als Zusatz kaufen

Den generellen Konsum herunterzuschreiben wird über das ganze Jahr gerechnet unglaublich viel Geld einsparen. Und Hand auf Herz – wir haben eigentlich alle viel mehr als wir brauchen und könnten locker 30 – 80% unseres Hausrates aussortieren und immer noch im Überfluss leben.

Außerdem spart man so neben Geld auch viel Zeit. Wir meckern alle, dass wir zu wenig Zeit für die wichtigen Dinge im Leben haben. Warum verschwenden wir sie eigentlich zwischen Ladenregalen?

Wenn du etwas ersetzen möchtest, guck erst mal secondhand. Frag Freude oder in lokalen Facebook-Verschenk-/Vertausch-Gruppen. Geh auf Flohmärkte oder guck bei ebay-Kleinanzeigen. Wenn du nicht fündig wirst, versuch vor Ort in kleinen Geschäften dein Glück. Einige Sachen wird man aber weder gebraucht noch vor Ort finden. Plastik- und schadstofffreie Edelstahl-Brotboxen oder Thermoskannen zum Beispiel. In dem Fall organisiere eine Sammelbestellung.

8 Ausmisten!

Would you rather have really organized crap or no crap at all?“
(- Tico and Tina)

Ich bin eigentlich eine seeeehr unordentliche Person und hasse Haushaltskrams! Über die Jahre habe ich richtig Gefallen am Ausmisten gefunden. Es ist nicht nur sehr befreiend, sondern unglaublich praktisch! Wenn man weniger Sachen hat, fällt auch einfach viel weniger Arbeit an 😁! Es ist schlicht und ergreifend weniger da, was man in der Wohnung verteilen kann (und wieder aufräumen muss). Weniger, was man abstauben und putzen muss, weniger, was beim Putzen im Weg ist.

Wenn man nicht so viel Krams hat braucht man auch gar nicht das perfekte Ordnungssystem! Wir behalten wirklich nur die wichtigsten Dokumente. Wenn wir etwas suchen, können wir einfach die 2 Ordner, die wir noch haben, durchblättern und finden ruck-zuck, wonach wir suchen. Unser Kleiderschrank ist inzwischen ebenfalls sehr übersichtlich. Jetzt sehen wir auf dem ersten Blick, was wir haben. Es ist so einfach und stressfrei geworden, sich schnell ein Outfit zusammenzustellen.

An Tagen mit wenig Zeit

Greif dir jeden Tag im Vorbeilaufen einfach 5-10 Sachen und pack die in eine Box. Sortiere als erstes Mehrfachausführungen aus. Ganz im Ernst, keiner braucht tatsächlich 2 oder mehr Teigschaber. Ich habe einen Kuchenblog und backe sehr viel und regelmäßig und nicht mal ich brauche zwei davon!

An einem ruhigeren Tag dann das Aussortierte sortieren und wegbringen.

An einem Tag mit mehr Zeit

Nach Kategorien ausmisten: Schuhe, Kleider, Papierkram, Küchenvorräte…

Nach Orten sortieren: Kleiderschrank, Schublade, Küchenschrank…

Die Sachen sortieren und wegbringen. Ansonsten bleibt es noch monatelang zu Hause (wie bei uns 🙈).

9 Das Auto häufiger mal stehen lassen

Geh zu Fuß, fahr mit dem Rad oder mit dem öffentlichen Personennahverkehr.

Subway U-Bahn Bochum

Soo schwer ist das gar nicht 💪!

10 Papierverbrauch reduzieren

Ich werde häufig verwundert gefragt, was denn so schlimm an Servietten, Papierhandtücher oder Papiertüten sei. Die seien doch kompostierbar und somit umweltfreundlich. Naja, sie sind weniger schädlich, was sie aber nicht umweltfreundlich macht. Das Holz für Papier stammt sehr häufig aus fragwürdigen Quellen, die Papierproduktion verbraucht viel Wasser und Energie und es kommen dabei viele Chemikalien zum Einsatz, die ebenfalls die Umwelt belasten. Und gerade Servietten, Taschentücher und Papiertüten lassen sich so unglaublich einfach vermeiden, dass ich irgendwie nicht sehe, warum ich unnötigerweise die Umwelt belasten sollte…?

  • „Bitte keine Werbung!“ Kleb einen Sticker an den Briefkasten, kündige die ganzen Kundenkarten (Payback, Tchibo usw.) – du wirst sowieso kaum noch dort kaufen.
  • Stell Rechnungen und Kontoauszüge auf digital um.
  • Benutz Papier zweiseitig. Benutze die Rückseiten von Briefen und Briefumschlägen als Schmierpapier, druck mehrere Seiten auf einer UND doppelseitig aus.
  • Nutz die örtliche Bücherei.
  • Go digital. Hol dir das digitale Zeitungsabo, nutze Readly, um Magazine zu lesen (ist so ähnlich wie Spotify, aber für Magazine) – und versuche, auch etwas aufgeschlossener eBooks gegenüber zu sein. Mir hat mal jemand aus dem Verlagswesen erzählt, dass es wohl ein offenes Geheimnis sei, dass Bücher erst auf der Überfahrt von China nach Europa gedruckt werden – damit das Abwasser direkt ins Meer abgelassen werden kann und nicht noch aufgearbeitet werden muss! Wenn du aus irgendeinem Grunde eBooks tatsächlich nicht tolerieren kannst UND keinen Zugang zu einer Bücherei hast, kauf gebrauchte Bücher und sorg dafür, dass sie danach wieder in Umlauf kommen, statt im Bücherregal einzustauben. Denn ein Buch, das nur 1x gelesen wird ist wie Einwegware.

11 Standby ausmerzen

Als Kind hab ich bei der Sendung mit der Maus gesehen, dass ein Atomkraftwerk vom Netz genommen werden könnte, wenn jeder Haushalt in Deutschland seine Geräte nicht auf Standby laufen lassen würde. Total toll, dachte ich voller Hoffnung. Das ist ja voll einfach!

Hm, offenbar nicht! Ich hab meine Eltern belabert und einfach alles zu Hause abgezogen. Meine Eltern waren genervt, weil sie den Fernseher nicht mehr mit der Fernbedienung anstellen konnten, der Video-Recorder die falsche Zeit anzeigte und der Radiowecker meines Vaters schlicht und ergreifend ohne am Stromnetz angeschlossen zu sein nicht funktionierte. Jahre später hab ich es in meinen diversen WGs noch mal versucht und bin auf die gleiche „Begeisterung“ gestoßen, seufz.

Der Moment war endlich gekommen, als ich mit meinem damals-Freund-heute-Mann zusammenzog. Wir haben uns ein Strommessgerät ausgeliehen und festgestellt, dass unsere Waschmaschine kontinuierlich 25 Watt zog, wenn sie eingestöpselt war! Ähnlich ging es mit dem ausgeschaltetem Monitor, der auf „Standby“ noch mal mehr Strom verbrauchte!

Wir holten uns Verteilersteckdosen mit einem An-/Aus-Schalter und damit hatte sich das :P.

Über die Jahre haben wir die Anzahl der Elektro-Geräte reduziert und nach und nach unsere Leuchtmittel auf LEDs umgerüstet. Als wir neue Geräte kaufen mussten haben wir uns gut informiert und immer das energie-effizienteste Model gekauft. Es hat sich gelohnt. Der Richtwert für einen 2-Personen-Haushalt in Deutschland liegt bei 3.500 kWh jährlich. Wir haben im letzten Jahr ganze 836 kWh verbraucht. Es lohnt sich also 👍!

12 Auf Ökostrom umsteigen

Klar, Ökostrom ist teurer, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass sich das jeder leisten kann, wenn er seinen Standby-Verbrauch eliminiert und nicht 140 kWh allein für die Weihnachtsbeleuchtung verpulvert 😜!

Wind power plant

Wir haben uns damals für einen reinen Ökostrom-Anbieter entschieden. So kann man sich sicher sein, dass die Gewinne nicht doch in ein Kohlekraftwerk gesteckt werden.

39 Kommentare

  1. Hallo Shia,

    danke für deinen tollen Blog!
    Ich wollte auf einige Einkaufsmöglichkeiten hinweisen:
    https://shops.oxfam.de/
    Hier werden gespendete gut erhaltene Sachen verkauft, der Erlös geht an Entwicklungshilfe-Projekte. Ich bin oft dort, hauptsächlich wegen Büchern, Haushaltskram und Kleidung. Alles ist in sehr gutem Zustand, auch neuwertig teilweise.

    Eine weitere Möglichkeit für Bio-Lebensmittel ist die Food-Coop/Genossenschaftsläden, ähnlich wie die Hofläden, die du beschreibst. Es gibt die Lebensmittel gegen einen kleinen Monatsbeitrag zum Einkaufspreis, außerdem kann man neben Obst und Gemüse auch Brot, Käse, Antipasti lose von der Theke bekommen. Dort habe ich Essig in der Pfandflasche gekauft.

    Wünsche dir einen schönen Jahreswechsel und alles Gute für 2017!

  2. Liebe Shia,
    ich bin gerade dabei, mich ein ZW-lifestyle zu nähern! Viele Sachen klappen schon, aber ein paar Gegenstände in meiner Wohnung bereiten mir noch Kopfschmerzen: die große Packung Plastiktüten und die 100 Ikea Plastikstrohhalme. Hast du da Ideen, wie ich am Besten damit umgehen soll?

    Vielen lieben Dank
    Mia

    • Hi Mia,
      wenn du aussortierst, wirst du wahrscheinlich noch viele Plastiktüten brauchen. Wir stellen ja das meiste bei Facebook rein und Leute holen sich das ab. Ganz häufig vergessen sie, einen Beutel mitzunehmen. So sind wir all unsere Plastiktüten losgeworden, wobei ich gestehen muss, dass wir nie viele hatten… Bei Strohhalmen denke ich an Kindergärten (basteln) und Cafés, die sie evtl. gebrauchen können. So werden die Dinger wenigstens benutzt…
      Liebe Grüße,
      Shia

  3. Hallo , liebe Shia,
    ich möchte mich heute einmal ganz herzlich bedanken: Für Deine beiden wunderbaren Blogs, die viele Arbeit, die Du Dir damit machst, und die Hilfestellung, die Du damit anderen Menschen gibst, die ihren ökologischen Fußabdruck verkleinern wollen.

    Ich persönlich glaube, dass der Einstieg leichter fällt, wenn man sich von der „Forderung des Absoluten“ freimacht. Ich vermute, jeder, der seiner Umwelt mal mitgeteilt hat, dass er kein Fleisch mehr isst, kennt die Sprüche: „Aber dann musst du auch auf Leder/Wolle/was auch immer verzichten, sonst bist du inkonsequent.“ oder „dann darfst du ja fast gar nichts mehr essen, alles belastet irgendwie die Umwelt.“ Ähnlich ist es mit der Müllvermeidung: Angeblich sei es sinnlos dieses zu machen, wenn man nicht auch jenes macht. Solche Sprüche hört man aber nur von Leuten, die selbst keine Lust haben, von ihrem angelernten Konsumverhalten auch nur einen Schritt abzuweichen. Also kann die Antwort nur sein: „Na und?“ Wenn ich künftig auf Kleinpackungen, To-Go-Becher und Plastiktüten und -verpackungen verzichte, produziere ich zwar immer noch zu viel Müll aber doch deutlich weniger als der durchschnittliche Ganz-oder-gar-nicht-Kritiker. Und ich habe einen Schritt gemacht, mich also in Bewegung gesetzt.

    Mein erster Schritt war es, vor inzwischen fast zwei Jahren mein Auto abzuschaffen. Die Umstellung war nicht einfach, aber als ich mir selbst klargemacht hatte, dass man für einen Zwei-Personen-Haushalt keinen wöchentlichen Großeinkauf machen muss, war es plötzlich ganz einfach. Danach kam der Verzicht auf Limonaden und andere Fertiggetränke, dann der Verzicht auf Tütensuppen und -soßen, dann auch auf andere Fertiggerichte. Hier habe ich vieles gefunden, was ich als Nächstes in Angriff nehmen könnte. Die Reise hat ja erst begonnen und ich sehe den weiteren Abschnitten gespannt entgegen.

    Liebe Grüße , Claudia

    • Hi Claudia,
      ich kann dir nur vollkommen zustimmen!! Ich denke auch, dass die Tatsache, dass man nicht auf 100% kommen kann kein Grund sein soll, nicht trotzdem etwas zu machen !! Meine eine Schwiegeroma findet es zum Beispiel ganz schlimm, dass wir vegan leben, und möchte das immer ins Absurde führen („Was ist mit den toten Tieren in der Erde, die als Nährstoffe für die Pflanzen dienen, die ihr dann esst?“). Am Anfang habe ich noch darüber gelacht, aber ehrlich gesagt fing es schon nach einer Weile an zu nerven, als sie nicht aufhören konnte. Unsere Antwort darauf ist nämlich wie deine: „100% wird nie gehen, aber na und? Das ist ja kein Grund, einfach gar nichts zu machen, und jedes bisschen zählt!“
      Wir haben auch kein Auto mehr. Unser Auto haben wir vor 6 Jahren verkauft, weil uns nämlich auch aufgefallen ist, dass wir uns eigentlich nur zum Großeinkauf gezwungen haben, weil wir sonst das Gefühl hatten, dass das Auto nur herum steht. Eigentlich haben wir viel lieber die Sachen im Supermarkt in der Nähe mit dem Fahrrad eingekauft :D. Und wie ihr packen wir auch immer eine Baustelle nach der anderen an, und gucken, wie weit wir kommen.
      Ich denke auch, dass das eine viel nachhaltigere Art der Lebensumstellung ist, weil alles andere viel zu sehr überfordert!
      Ich bin mir sicher, dass ihr noch ganz viel schaffen werdet!! Und ich würde mich freuen, wenn du mir immer mal kurz erzählst, wie es euch geht und was ihr gerade so Neues anpackt!
      Liebe Grüße,
      Shia

      • vistoconcordo su tuttouno di quei film in cui la base è traballante perché chi l'ha scritta non sapeva veramente come darle coerenzae cerca di fregare lo speefatorttinale terribile

  4. Übrigens für die vielgepriesene „Bambuszahnbürste“ werden riesige Wälder abgeholzt ,um Monokulturen mit Bambus anzupflanzen und dann durch die halbe Welt kutschiert zu werden. Ich benutze seit Jahren Buchenholzzahnbürsten, die entweder aus Deutschland (was automatisch FSC zertifiziert bedeutet) oder zumindest aus natürlichen Wäldern in Europa stammen.
    So ähnlich wie mit dem Palmöl und den Ananas (riesige Monokulturen und ewig weite Strecken!!) Also wenn saisonal(und dadurch meistens auch regional)Essen kann man das auch versuchen auf viele andere Bereiche ausweiten (ist auch nicht komplizierter)

    Übrigens, mein Mann ist für zwei Kläranlagen zuständig. “ Alles was aus den Kläranlagen kommt, kommt (zum Teil) auch in die Wasser-und Nahrungsmittelkreisläufe, sprich, versickert auch ins Grundwasser, das ja die Quellen speist.“ Hormone und Mikroschadstoffe (Spurenstoffe), hauptsächlich Medikamente, Kontrastmittel, Antiepileptika, Reinigungsmittel haupts. aus Industrie, Mikroplastik.

    Ist die Diskusion eigentlich überflüssig!!
    Meine Familie und ich trinken seit Jahrzehnten Leitungswasser.

    • Hi Chrissi,
      ja, dass der Bambus von so weither kommt stört mich auch. Magst du mir verraten, welche Buchenholzzahnbürste du benutzt und woher du sie bekommst? Ist sie auch vegan? Das interessiert mich sehr! Ich wusste nämlich nicht, dass es sie gibt, und dachte, Bambus wäre halt die ökologischste Alternative, die man bekommen kann.
      Laut Hydrophil (Hersteller der Zahnbürste, die ich verwende) ist die Fabrik, die den Bambus verarbeitet FSC zertifiziert, was wohl bedeutet, dass der verwendete Bambus eben FSC konform ist.
      Ja, Palmöl ist ganz schlimm! Mit Ananas hatte ich mich gar nicht befasst, glaube ich dir aber direkt! Wir kaufen auch keine Ananas, aber ich werde da auf jeden Fall auch noch mal nachlesen.
      Und ja, das mit dem Wasser ist glaube ich auch gehopst wie gesprungen.
      Liebe Grüße,
      Shia

      • Hi Shia,
        weiß nicht, ob ’s bei dir Krämermärkte oder Mittelalter- oder Kunsthandwerkermärkte; Freilichtmuseen, die alte Handwerke präsentieren und Waren verkaufen,usw. oder ähnliches gibt (Heldenmarkt??)? Da habe ich einige, der letzten, Bürstenmacher in Deutschland kennengelernt. Manche verkaufen auch nur; da muss man halt fragen, woher sie ihre Bürsten bekommen. Ist aber auch eine gute Quelle für Klobürste und diverse Flaschen- und Gemüsebürsten.
        Viele haben die Zahnbürste wieder aus dem Programm genommen, wenn man aber vllt. gleich für den Familien-und Freundeskreis mitbestellt (und z.B. dann 20 Stück nimmt, eignet sich auch gut als Geschenk), erklärt sich ja vllt. der eine oder andere bereit sie zu besorgen.
        Falls ihr durchs Schwabenland reist, könnte ich spontan einen bei Schw. Hall benennen.
        Übrigens wie bei vielen Bürsten gibts Borsten vom Schwein (und Dachs bei der Zahnbürste), die Klobürste habe ich aus Pflanzenborsten (Agave=Mexiko?) gesehen. Nachfragen und nicht abwimmeln lassen?!!
        Mit Schwein um 4,- und Dachs 4,50 (schwäbische Preise?)
        Grüßle Chrissi

        • Christiane

          Liebe Shia, liebe Chrissi, liebe alle,

          die Buchenholzzahnbürste hörte sich ja erst ganz gut an. Aber Dachs- und Schweineborsten Dachse sind ja meines Wissens Waldtiere und ich habe es nicht über’s Herz gebracht mich bei PETA etc. darüber zu informieren, wie sie zur „Borstengewinnung“ gehalten werden, weil mich Bilder von Tierleid immer völlig fertig machen. Ich kann mir nur Grausamstes à la Pelzindustrie vorstellen und über Schweinehaltung wissen wir ja Bescheid. Ich würde den importierten Bambus oder den hochwertigen austauschbaren Plastikkopf, der lange hält, da als das kleinere Übel sehen. Wie geht’s Euch damit?
          Bei vegan und zero waste immer richtig zu entscheiden ist wirklich schwer. Überhaupt wird einem das „ethisch korrekt“ leben in unserer Konsumgesellschaft nicht gerade leicht gemacht. Man kann eben nur versuchen, Schritt für Schritt immer mehr richtig zu machen.
          Und ich wollte an dieser Stelle anregen über den Schritt zur Tierborstenzahnbürste nochmal nachzudenken….Was meint Ihr?

          Liebe Grüße Christiane

          PS: @ Shia, danke für Deine tollen Blogs. Deine veganen Backrezepte sind fester Bestandteil unseres „Speiseplans“ und zero bzw. weniger waste klappt immer besser. Das von Marusca empfohlene Deo aus Zinksalbe und Natron. Top!

        • Hi Chrissi, hi Christiane,
          oh, stimmt, den Heldenmarkt gibt es hier jedes Jahr, sogar direkt in Bochum für die Region Ruhr. Da hatte ich letztes Jahr auch unsere Spülbürste gekauft. Aber einen Bürstenmacher hatte ich dort leider nicht gefunden, sonst hätte ich mich auf jeden Fall bei ihm eingedeckt . Der Heldenmarkt ist im März wieder hier, aber wir sind da leider in England.
          Und wie bei Christiane möchte ich auch kein Tierhaar verwenden.
          Meine Zahnärztin hatte mir übrigens auch schon von Zahnbürsten mit Tierhaaren abgeraten, weil die Oberflächenstruktur nicht glatt ist, wie bei synthetischen Borsten, sodass sich Bakterien besser ansiedeln können. Irgendeine Borstenart (ich meinte Schweineborsten?) seien auch innen hohl, sodass die Oberfläche für die Bakterienansiedlung sich noch mal enorm vergrößert.
          Ja, es ist schon manchmal eine ganz schöne Gewissensfrage mit vegan und Zero Waste. Ich habe jetzt auch erfahren, dass Hydrophil nun kein Nylon4 mehr benutzt, das ja innerhalb von 18 Monaten zerfällt und man die Zahnbürste auch bedenkenlos auf dem eigenen Kompost werfen kann. Stattdessen sind sie auf herkömmliches Nylon umgesattelt, dass 30 bis 40 Jahre braucht, um sich biologisch abzubauen! Eine Bekannte wollte für ein Café jetzt Strohhalme aus Stroh bei Ecobamboo bestellen, die auch Bambus-Zahnbürsten mit Nylon4 machen, und die auch bio sind. Ich habe sie jetzt gebeten, für uns 4 Zahnbürsten mitzubestellen. Ich werde noch mal in Ruhe nach Buchenholzzahnbürsten recherchieren, die kein Tierhaar haben.
          Unsere Klobürste ist übrigens aus Holz mit Agavenfasern . Allerdings schimmelte sie schon . Dazu gab es nämlich keine Halterung und wir hatten sie in einen Blumentopf gestellt, wo sie nicht gut genug trocknen konnte. Jetzt steht sie in einem flachen Nachtisch-Schälchen und alles ist gut .
          Mit Haarbürsten hatte ich übrigens das gleiche Problem. Ich wollte eine plastikfreie, aber sie hatten alle Tierhaare. Ich benutze also meine aus Plastik weiter, bis ich hoffentlich irgendwann was für mich Vertretbares finde.
          Eine weitere Sache mit dem gleichen Konflikt war für mich die Zahnseide. Es gibt keine plastikfreie vegane Zahnseide! Es gibt eine von Ecodent, die keine Plastikverpackung hat, aber ich habe den Hersteller angeschrieben, und die Antwort war tatsächlich: „Laut Google braucht Nylon 30 bis 40 Jahre, um sich biologisch abzubauen“ WTF?? Äh ja… Dann gibt es noch bei monomeer.de die komplett plastikfreie und kompostierbare Zahnseide, die aber aus echter Seide mit Bienenwachsbezug ist. In dem Fall hatte ich mich am Ende für die Zahnseide aus echter Seide entschieden (auch, weil ich die andere noch nicht kannte), weil ich auch die Bilder kenne, von den Tieren, die sich in Nylonfäden verfangen haben und wo die Fäden wie ein Messer in das Fleisch schnitten, weil sie einfach komplett reißfest sind. So kommt die benutzte Zahnseide einfach zu unseren Kompostwürmern. Mal sehen, ich hatte genug für 2 Jahre bestellt. Vielleicht wird es ja danach doch die Ecodent. Ich weiß es noch nicht…
          So, jetzt muss ich aber auch bald ins Bett .
          Liebe Grüße,
          Shia

          • Hi Shia,
            weil ich ja weiß, dass du keine Tierborsten ,usw. magst habe ich das extra dazu geschrieben, dass sie halt leider aus Schwein sind (die mir bekanntan).
            Aber sobald jemand welche mit Pflanzenfasern findet, bitte melden!
            Bei der Klobürste benutze ich auch die aus Agave, habe oben ein Loch durchgebohrt und eine Schnur durch, so hängt sie nun neben der Drückertaste am Spülkasten mit Bumentopf als Abtropfschale drunter. Aber Verfärben tun sie sich wirklich relativ schnell, nachwievor.
            Das mit den „hohlen“ Schweineborsten, Bakterien, usw. versuche ich zu minimieren indem ich die Bürsten am Anfang und immer wieder zwischendurch mit heißem Wasser übergieße. Und wichtig ist: zwischendurch sehr gut trocknen lassen (wer also 2x putzt braucht 2, bei 3x 3, usw. und möglichst in einem relativ niedrigen Becher, (normale Kaffeetasse) damit der Kopf von allen Seiten ungehindert trocknen kann.)
            So mach ichs.
            Schöne Grüße
            Chrissi

          • Hi Chrissi,
            eine Leserin hat mir geschrieben, dass es von Sidco Bambus-Zahnbürsten mit kompostierbaren Borsten aus Bambusviskose gibt! Der Bambus ist aus nachhaltigem Anbau, aber klar, lokal ist er nicht. Wie so häufig gibt es nicht die perfekte Lösung, aber ich finde es richtig und wichtig, die Sachen zu prüfen, zu vergleichen und nach bestem Wissen und Gewissen zu gucken, dass man sich dann zumindest die hoffentlich nachhaltigste Option entscheidet. Und manchmal muss man eben für sich von Fall zu Fall gucken, was man selbst ethisch als schwerwiegender erachtet… Ich hatte mich am Ende ja auch für die Zahnseide aus Seide entschieden. Und mit heißem Wasser zu übergießen und gut trocknen zu lassen schadet sicherlich auch bei den anderen Zahnbürsten nicht ;).
            Das mit dem Aufhängen der Klobürste ist eine gute Idee übrigens :)!
            Liebe Grüße,
            Shia

  5. Hi Shia,
    Zuerst mal: ich liebe, lieebe deinen Blog! Du schaffst es sogar, über Alltägliches, wie Taschentücher, zu schreiben und mich zum Schmunzeln zu bringen ;))
    Ich bin gerade erst am Anfang um auf Zero Waste umzusteigen und muss sagen, dass ich teilweise ein wenig den Überblick verloren habe bei all den (tollen!) Websites, Blogs und Tipps. Aber deine Seite gefällt mir so gut, dass ich sie jetzt als Basis nehmen werde, so zu sagen ;D Mir scheint nämlich, dass du so ziemlich alles auf deinem einen Blog hast, was ich verteilt auf ein dutzend anderen Seiten gelesen habe. Echt super! Und wie du immer sagst: man soll sich das Leben nicht unnötig schwer machen und du hilfst mir gerade ein ganz großes Stück dabei!
    Liebe Grüße aus Dortmund, Nina 🙂

    • Hi Nina,
      lol, ich freue mich, dass du meinen Blog gerne liest :D! Und sehr cool, dass du auf Zero Waste umsteigst!! Sehr, sehr cool!! So wirklich vollständig ist mein Blog leider bei weitem nicht, aber ich arbeite dran ;). Ich hoffe ja, dass meine (immer sehr langen) Artikel irgendwie hilfreich sind :D. Von daher ist dein Kommentar super motivierend!!
      Liebe Grüße in die Nachbarstadt ;),
      Shia

  6. Christiane

    Liebe Shia,

    ein frohes neues Jahr! 🙂

    Nachdem ich jetzt seit drei Jahren Deinem Cakeinvasion Blog folge und vieles fleißig nachbacke (wir kaufen zum Beispiel kein Brot mehr ;)), habe ich mich heute entschlossen, auch Deinem zero waste Blog zu folgen. Obwohl Du ihn ja schon länger hast, konnte ich mich bisher nicht dazu durchringen, weil mir alle Artikel immer so ein schlechtes Gewissen gemacht haben.
    Ich glaube, eigentlich haben wir ein ziemlich ähnliches Lebenskonzept. Wir dürften ungefähr im gleichen Alter sein, mein Mann und ich leben auch vegan, bewusst ohne Kinder, mitten in der Stadt, allerdings produzieren wir im Gegensatz zu Euch wahrscheinlich immer noch relativ viel Müll für einen Zweipersonenhaushalt 🙁 Das habe ich beschlossen dieses Jahr zu ändern und dazu gleich eine Frage an Dich: Welche zero waste Deos gibt es, die auch wirken? An lose Lebensmittel werde ich mich leicht gewöhnen können, aber Körperpflege inklusive Make-Up ist mir wichtig und ich kann mich noch nicht so richtig mit dem Gedanken anfreunden mir Limetten o.Ä. unter die Achseln zu reiben. Hast Du einen Tip?

    Vielen Dank und viele liebe Grüße
    Christiane

    • Hallo Christiane,

      ich habe selbst schon verschiedenes an alternativen Deos ausprobiert, und komme am besten mit einer Mischung aus Zinksalbe und Natron zurecht. Das ist einfach aufzutragen und es schützt bei mir sehr zuverlässig vor Schweißgeruch. Das optimale Mischungsverhältnis weiß ich leider nicht, ich mach das immer so Pi mal Daumen, einen kleinen Tiegel (ca. 30ml) Zinksalbe vermische ich mit ca. 1/2 TL Natron. Wenn man Duft will, kann man sich ja noch ein ätherisches Öl seiner Wahl dazugeben.
      Ich hab einfach noch einen großen Tiegel Zinksalbe zum aufbrauchen, den ich hierfür benutze. Vielleicht kan man sich in der Apotheke Zinksalbe in einen eigenen Behälter abfüllen lassen, damit man keinen neuen Plastik-Tiegel oder eine Tube kaufen muß.
      VG,
      Marusca

      • Christiane

        Hallo Marusca,

        vielen Dank für den Tip. Habe Natron immer zum Backen und Zinksalbe habe ich auch noch irgendwo. Werde also mal ausprobieren, ob es bei mir auch so gut wirkt.

        Liebe Grüße Christiane

      • Hi ihr zwei :),
        erst mal danke, Marusca, für den Tipp :)!! Ich muss nämlich leider gestehen, dass ich selber zum Thema Deo nicht wirklich viel beitragen kann… Ich habe nämlich keinen Schweißgerucht, was bei uns in der Familie (zumindest mütterlicherseits ) liegt. Einige Freundinnen von mir benutzen einfach Natron pur, und sind vollkommen davon überzeugt. Zitrone kann man sich in der Tat auch unter die Achseln schmieren. Beides funktioniert nach dem gleichen Prinzip: Sie verändern den PH-Wert (Natron = basisch, Zitrone = sauer), sodass es das falsche Klima für die Bakterien ist, die die Gerüche erst entwickeln. Mein Mann hingegen agiert nach dem Prinzip „lieber an der Ursache ansetzen, nämlich der Körperhygiene“: Er seift sich so häufig es geht am Tag unter den Achseln katzenwäschemäßig ein. Wichtig ist es, dabei „richtige“ Seife zu nehmen, also Seife am Stück. Denn die hat im Gegensatz zu Flüssigseife einen basischen PH-Wert (wie Natron) und das hilft auch noch mal. Danach wischt er die Seife mit einem feuchten Waschlappen ab. Das macht er auch mal zwischendurch auf der Arbeit und es funktioniert bei ihm wirklich gut, wobei es mir wahrscheinlich zu aufwendig wäre. Im Sommer ist das aber nach ihm sehr wohltuend und erfrischend :D.
        Aber guck auch mal bei der lieben Schwatzkatz, die hat ganz viele Deo-Rezepte, die für mich alle super klingen :D!
        Liebe Grüße,
        Shia

  7. Pingback: Apfelkuchen mit Streuseln (vegan, fettarm)

  8. Pingback: Zerowaste – Die Umstellung meistern und dran bleiben |

  9. Die Vorsätze haben mich nochmal zum Nachdenken angeregt.
    Wir kochen das Leitungswasser ab und haben dafür mehrere Weck 1l Flaschen. Hatte mal mit ausgespülten Tomatenflaschen angefangen, bis mir eine beim kochenden Wasser eingießen zerplatzt ist. :/
    Mir bereitet whrlich gesagt die Dauerbackmatte Sorgen. Ich grusel mich vor erhitztem Silikon bzw den Ausdünstungen. Du kannst deine Matte ausnahmslos empfehlen?
    Ich habe jedendfalls jetzt eine Liste auf der Bambuszahnbürsten + mehr Steckerleisten mit Schalter steht. O.k., und ausmisten 😉

    Starte schön ins neue Jahr !

    • Hi Britta,
      ich bin keine Chemikerin, ich kann dir auch nur das sagen, was die Firmen mir mitteilen. Und bei Silikon gibt es auch qualitative Unterschiede. Am besten ist es, wenn du die Firma direkt anschreibst und nachfragst. Eigentlich wird aber das Silikon bei ca. 250 Grad vorher ausgebacken, sodass es danach schadstofffrei ist und nichts augedünstet werden sollte. Meine Lieblingsdauerbackmatte ist von Silikomart und die riecht nicht und die Plätzchen schmecken auch nicht anders. Silikomart macht eigentlich qualitativ ganz gute Sachen. Von den Xenos-Sachen würde ich abraten! Die sind ja mal so was von billig verarbeitet! Die stinken zum Teil und ich habe das auch schon bei meinen Muffins durchgeschmeckt! Wenn dir bei Silikon nicht wohl ist, dann kannst du auch einfach das Backblech einfetten, das funktioniert ja genauso gut :). Allerdings soll man wohl bei den Beschichtungen bei den Backsachen aufpassen, wegen Teflon und Ähnlichem. Von Silikon hab ich derartige Warnungen zumindest noch nicht mitbekommen. Aber wer weiß das alles schon bei unserer heutigen Welt :'(…?
      Liebe Grüße,
      Shia

  10. Liebe Shia,

    wir sind dieses Jahr mit unserem Kind von Einwegwindeln auf Stoffwindeln umgestiegen. Das hat in meinem Kopf einiges ins Rollen gebracht.
    Danke für diese tolle Auflistung!!
    Manchmal muss ich bei diesem Umdenk-Prozess richtig meine Synapsen anstrengen, da hilft so eine Liste sehr 😉
    Marisas Frage interessiert mich auch sehr. Hier soll angeblich sehr viel Nitrat im Leitungswasser sein…wäre Quellwasser dann besser?
    Danke, alles Liebe
    Jana

    • Hallo Jana,

      über die Wasserzusammensetzung muss Dein Wasserversorger Auskunft geben. Bei meiner Mutter hängt z.B. ein Zettel im Hausflur (Mehrfamilienhaus). Mein Wasserversorger hat das auf seiner Internetseite. Zum Vergleich auch die gesetzlichen Grenzwerte…
      Wenn eine Quelle die Grenzwerte der Nitratbelastung überschreitet (meist wegen übermäßigen düngens in der konv. Landwirtschaft), muss diese stillgelegt werden. Ist leider schon viel zu oft passiert… BR „unkraut“ https://www.youtube.com/watch?v=v0pRxSm_gvk

    • Hi Jana,
      Hut ab! Wir haben ja keine Kinder, aber ich höre immer, wie kompliziert das alles schon mit Wegwerfwindeln sein soll und man so mit gerade Kleinkindern schon so viel Wäsche hat, dass man gar nicht weiß, wie man die überhaupt weggewaschen bekommen soll… Finde ich richtig klasse, dass ihr das macht!!
      Beim Wasser ist es denke ich am besten, wenn du dich bei deinem lokalen Wasserwerk erkundigst. Leitungswasser besteht ganz häufig auch aus Quellwasser, wenn zufällig eine Quelle bei euch in der Nähe ist. Aber Quellwasser kann ebenfalls belastet sein, weil es auch an Ackerflächen vorbei fließen kann. Nach meiner Erfahrung kann man sehr gut auch einfach mal dort anrufen und die stellen einen schon durch zur richtigen Person :D. Dann kann man alle seine Fragen loswerden, und sie sind ja verpflichtet, Auskunft zu geben! Meine Erfahrung bei so was ist übrigens durchgehend positiv! Man freut sich sogar, wenn ein interessierter Bürger anruft :). Häufig kann man aber auch die Werte und aktuellen Messergebnisse auf der jeweiligen Homepage nachlesen, wenn es dir nicht so behagt, dort anzurufen. Emails gehen ja häufig unter.
      Liebe Grüße,
      Shia

      • Hallo Shia, lieben Dank für Deine Tipps! Ich werde mich mal schlau machen.
        Mh nö, kompliziert fand ich das noch nie. Und es ist auch nicht mehr Arbeit. Es ist wie mit Stoff Putzlappen statt Papier. Anstatt den Windel Müll runter zu bringen, stelle ich die Waschmaschine an. Anstatt kistenweise neue Windeln zu kaufen, Räume ich die Einlagen in den Schrank…
        Und durch „Windelfrei“ sind das gar nicht viele.
        Alles Liebe, Jana

        • Hi Jana,
          danke, das sind finde ich echt tolle Argumente! Von „windelfrei“ hab ich jetzt auch schon häufig gehört und es scheint ja wirklich zu funktionieren, toll!
          Auch wenn ich selbst keine Kinder habe, werde ich das mal weiter empfehlen, wer weiß, vielleicht findet es ja Anklang !
          Liebe Grüße,
          Shia

  11. Hi Shia,
    wow, da hast Du Dir viel vorgenommen.
    Ich werde mich an Punkt 7 versuchen (finde meinen Vorsatz aber auch in anderen Punkten wieder). Mein Blog kauflosgluecklich.blogspot.de geht morgen an den Start. Ich würde mich freuen, wenn Du mein kleines Abenteuer mitverfolgst und freue mich über weitere Anregungen und Tips.
    Mach weiter so, Du bist eine echte Inspiration! 🙂

    • Hi Anna,
      find ich total cool, das du dir das vorgenommen hast! Und sehr spannend :)! Werde ich sicher immer mal vorbei gucken! Vielleicht magst du ja ein eMail-Abo einrichten? Ich finde das immer sehr praktisch und man verpasst nix mehr (ich komme irgendwie mit RSS nicht so gut klar).

      Wir machen es ja ähnlich wie du es vor hast, aber vielleicht nicht ganz so konsequent.

      Thema Kleidung:
      Ich komme als Frau gut mit secondhand Kleidung aus, einfach, weil es generell und somit natürlich auch secondhand viel mehr Frauenkleidung gibt. Mein Mann hatte es da echt schwer. In vielen Secondhand-Läden gibt es nicht mal Männerkleidung! In nur einem von vier secondhand Klamottenläden bei uns in Bochum gibt es überhaupt Männerkleidung – und die ist vom Stil her eher für Männer ab 60… Bei Kleiderkreisel sieht es da auch extrem mau aus. Da er auch recht groß ist (1,91m), möchte er auch die Sachen vorher anprobieren, um sicherzugehen, dass die Sachen nicht doch zu kurz sind. Wir haben also beschlossen, dass er sich halt neue Kleidung kauft – aber Fairtrade und Bio. Erst vor ca. 4 Wochen hat er sich also in einem veganen Fairtrade-Klamottenladen bei uns in der Bochumer Innenstadt eine neue Skinnyjeans und so ne Hoodiejacke gekauft. Ich weiß nicht, wie lange es bei ihm her ist, dass er sich überhaupt Klamotten gekauft hat? Auf jeden Fall nichts mehr, seitdem wir September 2014 auf Zero Waste umgestiegen sind. Ist schon ziemlich bemerkenswert, weil er von uns beiden eigentlich derjenige war, der deutlich mehr auf Klamotten und sein Äußeres achtete!

      Sonstiges:
      Ansonsten haben wir schon hier und da mal was Neues gekauft. Hauptsächlich zero waste Equipment. Wir haben uns insgesamt drei Stoffbeutel im natürlich unverpackt neu gekauft (die sind Fairtrade und Bio), weil wir feststellten, dass es doch recht unbequem sein kann, mit so vielen Gläsern durch 3 Züge nach Münster und das gleiche noch mal zurück zu tuckern. Im Unverpackt Kiel haben wir uns Natron kaufen wollen und uns dafür ein kleines Fläschchen dort gekauft, weil wir nichts dabei hatten und das Fläschchen vor allem gut gebrauchen konnten. Dann kamen andere Zero Waste Sachen in 2 Sammelbestellung in 2 Onlineshops zusammen: kompostierbare plastikfreie (aber leider nicht vegane) Zahnseide für die nächsten 2 Jahre, 2 Gemüsenetze (unsere Wäschenetze sind leider inzwischen fast alle auseinander gefallen), Spülbürste aus Holz und Agavenfasern + Wechselköpfe, unsere plastikfreien Edelstahl-Trinkflaschen, eine Edelstahl Brotdose pro Name und eine komplett kompostierbare Klobürste (unsere musste dringend ausgetauscht werden).
      Ja, bei einigen Sachen steht man plötzlich doof da – wie macht man das eigentlich dann mit…? Ein weiteres Beispiel war unsere Klobrille, die plötzlich an einer Stelle komplett durchbrach! Äh, wie machen wir das nun? Man kann natürlich bei ebay-Kleinanzeigen nach ungebrauchten Fehlkäufen gucken (gebraucht wollten wir dann doch nicht, ist aber wohl auch schwer aufzutreiben XD), aber wir wollten jetzt nicht tagelang ohne Klobrille auskommen müssen…. Ich habe erst noch nach Klobrillen aus zertifiziertem Holz recherchiert (scheint es NICHT zu geben!), aber wir haben uns dann am gleichen Abend im Baumarkt eine leider verpackte neue Klobrille aus Bambus geholt. Oh, und neue Brillengläser hab ich jetzt im Dezember gebraucht, weil sich meine Augen leider um 1 Diopthrien auf jedem Auge verschlechtert hat .
      Oh, und zählen die 2 eBooks, die ich mir gekauft habe? (1x Zero Waste Home von Béa Johnson und 1 Roman für den English Book Club, zu dem ich diesen Freitag das erste Mal gehen werde!) Joah, aber das war glaube ich so ziemlich alles, was wir uns seit unserer Umstellung neu gekauft haben. Bestimmt hab ich was vergessen, wir haben jetzt nicht wirklich darauf geachtet. Gefühlt war es schwieriger und zeitaufwendiger, unser Zeug auszumisten und loszuwerden, als nichts zu kaufen :D.

      Wie du siehst, wir haben da auch schon einiges erlebt und ich bin sehr gespannt darüber, was für Erfahrungen du machen wirst!
      Ganz liebe Grüße,
      Shia

      • Hey Shia,
        oh man, ich seh jetzt erst, dass Du so ausführlich geantwortet hast! Hab Dir gestern ne Nachricht geschrieben, da geht’s aber auch noch um was anderes.
        Also: Das mit der Männerkleidung ist mir auch schon aufgefallen. Ich vermute, dass es daran liegt, dass viele Männer viel überlegter einkaufen als der Großteil der Frauen und daher nicht so viele Fehlkäufe etc. im Schrank liegen haben. Mein Freund trägt seine Sachen auch jahr(zehnt)elang, bis es einfach nicht mehr geht. Dann bleibt im Endeffekt nicht so viel Männerkleidung übrig, die weitergegeben wird. Das ist zumindest mein Eindruck.
        Hab das E-Mail-Abo-Ding grade eingerichtet, danke für den Tipp! Darüber freuen sich bestimmt auch noch einige andere LeserInnen.
        Einige FreundInnen und Bekannte von mir wollen im Laufe des Jahres gerne Gastbeiträge für meinen Blog schreiben und erzählen, was für Erfahrungen sie mit Konsumverzicht gemacht haben. Hast Du nicht auch Lust, etwas zu schreiben? Den Beitrag da oben könnte man schon fast so kopieren, das ist nämlich genau das, was ich interessant finde. 🙂 Schreib mir gerne ne PN, dann können wir das ggf. absprechen. 🙂
        Liebe Grüße
        Anna

        • Hi Anna,
          sorry, deine Mail hab ich gerade heraus gefischt. Ich bekomme täglich so viele Mails (als Blogger wird man immer ungefragt in Newsletter und Verteiler eingetragen, ich bin zwar immer hinterher mit dem Austragen, aber es wird trotzdem ärgerlicherweise nur mehr und nicht weniger), dass mir leider immer mal Mails durchrutschen.
          Also, einen Gastbeitrag werde ich leider in absehbarer Zeit ganz bestimmt nicht schaffen. Ich bin ehrlich gesagt mit zwei Blogs schon ziemlich überfordert und hab mir für dieses Jahr vorgenommen, realistischer zu sein mit dem, was ich schaffe XD. Dementsprechend versuche ich, mir nur noch das vorzunehmen, was ich auch schaffe. Ich hoffe, du hast dafür Verständnis! Ich hab gerade deinen Blog abonniert :). Und wo ich das Rezept gesehen habe – klar kannst du das vorstellen, solange du auch zurück verlinkst :). So ist doch super!
          Liebe Grüße,
          Shia

  12. Wow, vielen Dank für die superguten Tipps! Besonders die Papierreduzierung möchte ich mir auf die Fahne schreiben. Seit wir uns vegan ernähren ist unser Bewusstsein um einiges wacher für solche Veränderungen, jedoch steigen auch unsere Erwartungen an uns selbst. Das nervt irgendwie …
    Zu Weihnachten haben wir uns zB gegenseitig eine Wurmfarm gekauft, damit wir unseren Biomüll selbst kompostieren und wiederverwerten können.
    Aber eine Frage hätte ich: Ich würde gerne Leitungswasser trinken. Aber ich lese immer wieder von Restbestandteilen im Grundwasser und damit im Leitungswasser, die nicht rausgefiltert werden können. Beispielsweise pinkeln Frauen einige Hormone aus der Pille ins Wasser, solche Spuren bleiben wohl im Wasser. Was weißt du darüber ? Ich glaubte bisher, das nur durch regionales Mineralwasser verhindern zu können. Oder kochst Du Dein Leitungswasser immer ab, das wäre von der gesamten Energiebilanz vermutlich immer noch umweltfreundlicher als Wasser in Flaschen zu kaufen.
    Ich würde mich über eine Antwort freuen.

    Kommt gut ins neue Jahr!
    Marisa

    • Hallo Marisa,

      Hormone und Reste von Arzneimitteln, wie Antibiotika, verschwinden leider durch Abkochen nicht aus dem Wasser. Wenn das so einfach wäre, würden das auch die Abwasserwerke machen.
      Auf der Internetseite des Wasseranbieters findest Du bestimmte Werte, auch zur Nitratbelastung. Die sind verpflichtet diese öffentlich zu machen.
      Und bei der Frage, ob örtliches Mineralwasser oder Leitungswasser stelle ich mir die Frage, wie weit die jeweiligen Entnahmestellen auseinander liegen bzw. wie unterschiedlich tief diese sind. Leitungswasser kommt doch auch aus der Region. Wenn also Leitungswasser belastet sein könnte, warum dann das örtliche Mineralwasser nicht? Schreib doch Deinen Wasserversorger mit Deinen Fragen an. Ich denk, die werden gerne antworten und können das als Spezialisten für genau Dein Wasser bestimmt besser als Vermutungen hier im Netz 😉
      Ich möchte nicht böse klingen, aber Shia kann doch höchstens für ihr Regionalwasser Auskunft geben und nicht für jeden Wasserhahn der Republik 😉

    • Hallo zusammen,
      wenn man ein Mal anfängt zum Thema Wasser, auch verschmutztes Leitungswasser, zu recherchieren, dann wird man sich wundern. Das Leitungswasser, egal welcher Region, ist genauso wenig zum Trinken geeignet, wie die gängigen Mineralwasser im Supermarkt. Meine Meinung, davon muss sich aber jeder selber überzeugen und recherchieren.
      Daher ist mein langfristiges Ziel ein Wasserfilter, der das Leitungswasser aufbereitet.
      Die Grenzwerte für Leitungswasser werden im Zweifelsfalle von der Industrie einfach nach oben angepasst, wenn sie nicht mehr eingehalten werden können! Das ist die eigentliche Sauerei an der Sache.

      LG
      Anni

        • Hi ihr Lieben,
          um erst mal Marisas Frage zu beantworten: Wir kochen unser Leitungswasser zum Trinken nicht ab (meine Mutter findet das ganz schlimm :D). Wir trinken seit bestimmt zehn Jahren zu Hause ausschließlich Leitungswasser oder mit Leitungswasser zubereiteten Getränke wie Tee oder selten mal Kaffee.

          In den zehn Jahren haben wir in Osnabrück, auf Teneriffa (7 Monate), in Tokio (1 Jahr), in Taiwan (3 Monate) und in Bochum gelebt. Das Leitungswasser schmeckte überall ein bisschen anders (auf Teneriffa ist es aufbearbeitetes Meerwasser). Taiwan war der einzige Ort, wo wir kein Leitungswasser getrunken haben, denn Taiwan ist als Folge der ganzen Ansiedlungen von Produktionsstätten (ist zum Glück zurückgegangen) stark von Wasserverschmutzung betroffen, weil es einfach eine kleine Insel ist (so groß wie Baden-Württemberg). Die Produktion von all dem toxischen Billigschrott hat die die Insel mit der eigentlich atemberaubenden Natur einfach komplett ausgelaugt und vergiftet :'(! Ich was schockiert, als ich erfuhr, dass es dort auch sauren Regen gibt!

          Zurück zum Wasser: Das Leitungswasser dort wird stark aufbearbeitet und gilt als Trinkwasser. Generell wird aber empfohlen, es abzukochen. Es stehen überall Wasseraufbereiter, also diese fast mannshohen Filteranlagen (das ist jetzt sicherlich für Anni interessant): In öffentlichen Gebäuden, in Hotels, in U-Bahn-Stationen, bei Leuten zu Hause. Man kann sich überall an diesen Anlagen seine Trinkflasche auffüllen. Allerdings soll dieses zu stark gefilterte Wasser eben auch nicht gut sein. In Taiwan habe ich damals Praktikum im Naturwissenschafts- & Technikmuseum gemacht, wo ich an der Wasser-Ausstellung mitgearbeitet habe und fand das alles super interessant. Denn diese sehr feinen Filter (es sind ja ganz viele Schichten) filtern eben auch alles, was gut ist raus wie z.B. die Mineralstoffe.

          Wasserqualität ist ein komplexes Thema, und wie ein Anke auch sagt, ist es für den eigenen Alltag sicherlich am besten, vor Ort nachzufragen. Ich möchte noch mal darauf hinweisen, dass Leitungswasser das am strengsten kontrollierte Lebensmittel in Deutschland ist – d.h. es ist strenger reguliert und kontrolliert als Mineralwasser. Und es ist so mit Sicherheit unbedenklicher als fast alles, was wir uns sonst zu essen oder zu trinken irgendwo kaufen. Vielleicht ist es immer noch nicht gut genug. Aber das ist die Realität, in der wir leben. In dieser Realität ist es „normal“, dass Felder überdüngt und Meere verschmutzt werden, dass Kinder unter lebensbedrohlichen und giftigen Bedingungen in Fabriken arbeiten und wir Müll produzieren (normalen wie auch den von Atomkraftwerken), für den wir keine Lösung haben. In dieser Realität ist es leider „extrem“ bzw. „radikal“, wenn man vegan lebt und sich bemüht, zumindest weniger Schaden anzurichten. Und von der Warte aus gesehen ist es zum Haareausraufen und überall könnte man mehrere Schippen drauf legen! Aber wir können häufig eben nur die beste Alternative auswählen. Für mich ist das Leitungswasser, auch wenn es bestimmt noch besser sein könnte.

          Ich wünsche euch allen ein gutes und erfolgreiches 2016,
          Shia

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.