Zero Waste Kleinkind: Wie viel Spielzeug braucht mein Kind?

©Anja Bergmann

Wie ihr wisst kommen ja einige wirklich wichtige Themen bei mir leider etwas zu kurz, weil ich nicht aus eigener Erfahrung sprechen kann. Ich werde z.B. ganz viel nach Zero Waste mit Kindern und  Zero-Waste-Haustierhaltung gefragt. Ich halte immer meine Ohren offen und lasse mir das immer sehr gerne erzählen, fühle mich aber nie kompetent genug, um selber etwas dazu zu schreiben. Deswegen freue ich mir immer ’nen Ast ab, wenn liebe Menschen sich bereit erklären, aus ihrem Erfahrungsschatz zu berichten! ❤️ (Wenn jemand hier mitliest, der ihre*seine Erfahrungen mit einer Zero Waste/müllarme/plastikfreie Haustierhaltung teilen mag, der soll sich gerne bei mir melden 😉)

Darf ich nun vorstellen *Trommelwirbel*: Anja, müllarme Mama von zwei Wirbelwinden (2,5 Jahre und 5 Monate)! In neun unglaublich informativen Artikeln teilt sie heute und in den kommenden Wochen jeden Freitag ihre Erfahrungen mit euch. Vergesst nicht, meinen Blog zu abonnieren (unten links), um keinen dieser Artikel zu verpassen!

Mehr Raum für Kreativität, Phantasie und Entdeckerdrang durch weniger Spielzeug

„Kinder brauchen kein Spielzeug“, so ein Zitat. Das zeigen auch meine Erfahrungen. Laut Pädagogik brauchen Kinder freies Spiel, bei dem sie sich selbst ausprobieren können, ohne dass Erwachsene ihnen vorgeben, wofür oder wozu Dinge bestimmt sind. Weniger ist also mehr. Wichtig seien Dinge, die der Kreativität, Phantasie und dem Entdeckerdrang Raum geben.

Auch hier ist weniger mehr.

Meiner Erfahrung nach spielen Kinder am liebsten mit den Sachen, die nicht als Spielzeug deklariert sind. Dadurch entdecken sie die Welt der Erwachsenen. Mein Sohn spielt zum Beispiel noch heute gerne mit Haushaltsgegenständen aus unserer Küche. Kinder ahmen uns nach, entwickeln dadurch Grob- und Feinmotorik und Phantasie.
Vielleicht könnt ihr ja die Spielzeugmenge bei euch eindämmen.

Lieber multifunktionales Spielzeug

Die Wissenschaft fand heraus, dass Gegenstände, die für eine bestimmte Sache gemacht sind (sie singen bspw. ein Lied, wenn man einen Knopf drückt), auch nur für diese Sache genutzt werden. Also lieber Sachen kaufen, die für viele Spielzwecke taugen. Das spart dann auch Geld und Müll für unnötiges oder kaum benutztes Spielzeug. Ein Stock bspw. kann alles sein, dafür muss man nicht mal Geld ausgeben. 😉 Spielzeug gibt es wie alles natürlich auch gebraucht, ein Blick auf Ebay oder Flohmärkte lohnt sich also.

Aus einfachen Gegenständen selber Spielzeug machen

Zudem kann man gerade für die Kleinsten Spielzeug gut selber machen: Bunte Bänder oder Tücher als Blickfänger, Rasseln aus Hülsenfrüchten in kleinen Dosen, einen kleinen Ball in einen Schneebesen, Holzlöffel als Zahnungshilfe. Lasst eure eigene Phantasie mal wieder spielen und ihr spart euch eine Menge Geld und vor allem Müll. 😉

Kategorie Artikel, Gastartikel, Kinder, Schwangerschaft & Kleinkind

12 Kommentare

  1. Hallo ihr, super Ideen, die ihr da ich angebracht habt. Ich hab auch gerade das Pro lem, dass Familienmitglieder bei JEDEM Besuch was mitbringen, und dann auch noch Di geht, die man schnell wieder entsorgen.darf. Oder Klamotten, die nicht passen, oder unpraktisch sind. Da werd ich noch ein ernstes Wörtchen sprechen.
    Was ich aber heute entdeckt hab zum Thema Spielzeug: den Blog „Mamiblock „. Dort gibt es Basteleien u d Anleitungen und Ideen, wie man die Kinder beschäftigen kann u d Spielzeug selbst machen. Mit Haushaltsgegenständen und Upcycling von vorhandenem. Die Videos kriegt man auch über youtube direkt.
    Das Find ich mal ne tolle Seite. Da werd ich heut ich bissl schmökern.

  2. Noch ist der Kleine so klein, dass es nicht wirklich relevant ist 😉 aber wir begrenzen die Geschenke auf eines pro Lebensjahr und schauen, dass wir entweder gebraucht kaufen (Holzbauklötze, Lego…) und/ oder wir gemeinsame Geschenke schenken (zum im anderen Post erwähnten Buggy geben die Großeltern was dazu) und/ oder es was nützliches ist (die Tante näht eine mitwachsende Jacke).
    Später werden wir um Geld oder gemeinsame Erlebnisse bitten, davon hat er mehr als von einem Raum voller Gerümpel 😉 „pädagogisch wertvoll“ oder auf Förderung ausgelegtes Spielzeug gibt es bei uns eh nicht, wir respektieren die spontane Veranlagung unseres Sohnes

  3. Auch ich habe die Erfahrung gemacht, dass es schwierig ist, den schenkenden Erwachsenen nahe zu bringen, dass es nicht so viel Spielzeug sein muss. Hier z. B. spielen die Kinder schon den ganzen Vormittag mit einem Tuch und einem Eimer voll Kastanien. (Ja, ich lasse die Kinder mit dem Waschmittel spielen!) Was ich im Artikel noch erwähnen würde: Bei selbstgebasteltem Spielzeug und Alltagsgegenständen bitte darauf achten, dass sich die Kinder nicht mit Bändern strangulieren oder an Kleinteilen verschlucken. Ich will hier nicht unnötig Angst und Schrecken verbreiten, aber der Form halber würde ich das dazu schreiben.

    • Das gute Waschmittel XD XD XD!! Ich find das ja super! Überhaupt ist es sehr schwer, gerade Freunden und Familie zu erklären, dass man nichts geschenkt haben möchte und ich glaube sofort, dass es bei Kindern noch schwerer ist! Bei uns hat das viel Zeit gebraucht und wir haben versucht, viel zu erklären bzw. immer nach einer neuen Art versucht, unseren Punkt zu erläutern, weil das offenbar ein so ungewöhnlicher Wunsch ist, dass man nicht immer seinen Punkt klar gemacht bekommt.
      Unserer Erfahrung nach (ohne Kinder allerdings), geht es den Leuten darum, dass sie einem eine Freude bereiten und was Gutes tun wollen. Wir versuchen deshalb zu erklären, dass sie uns die allergrößte Freude machen, wenn sie uns zeigen, dass sie unsere ernst gemeinten (und nicht einfach nur bescheiden daher gesagten) Wünsche respektieren. Wir versuchen auch zu erklären, dass sie uns so tatsächlich etwas Gutes tun. In dem Fall der Kinder könnte man anbringen, dass z.B. regelmäßig festgestellt wird (z.B. Stiftung Warentest), dass Plastikspielzeug und Plastik allgemein Schadstoffe enthalten und man gerne die Kinder gerade in dem empfindlichen Alter dagegen schützen möchte. Und dann natürlich auch, dass diese Spielzeuge ja häufig (wie oben erwähnt) nicht die Kreativität, Entdeckerdrang und Fantasie fördern. Und fast schon am wichtigsten: Konkrete Geschenkalternativen finden, sonst zerbrechen sich alle den Kopf und verfallen dann doch in die alten Muster. Geschenkalternativen könnten sein: Sich wünschen, dass die Schenkenden stattdessen mit den Kindern einen Ausflug machen, zusammen kochen/backen/basteln oder sonst gemeinsam Zeit mit den Kindern verbringen. Gutscheine wie: „gültig für 3x mit Oma Mensch-ärgere-dich-nicht spielen“ wären sicherlich auch eine Idee.

      • Konkrete Geschenkalternativen zu finden ist ein absolut guter Tipp! Das hat bei uns zumindest zu einer Verkleinerung der Geschenkberge geführt.

        Noch eine Idee ist, Omas/Opas/Paten und Freunden vorschlagen, für Geschenke zusammenzulegen. So hat z.B. letztes Jahr Kind 1 ein Fahrrad zu Weihnachten bekommen, für das 5 Leute plus wir Eltern zusammengelegt haben.

        Auch das mit der Zeit ist genau richtig: ich habe nicht das Gefühl dass es (unseren) Kindern an Spielzeug mangelt, wohl aber an Zeit mit ihnen wichtigen Erwachsenen.

  4. Spielzeug – ein echt schwieriges Thema was zerowaste/plastikfrei/Minimalismus angeht!

    Unsere großen Kinder sind fast 6 und 9. Sie spielen vor allem mit Lego, lieben es sich zu Verkleiden und malen und basteln viel. Sie brauchen also nicht wirklich viel Spielzeug und wir versuchen die Anzahl an Zeugs überschaubar zu halten

    Es gibt bei uns trotzdem viel Spielzeug, das einfach nur rumliegt. Die eigentliche Herausforderung ist unserer Erfahrung nach nämlich, Erwachsene dazu zu bekommen, Kindern nicht ständig Spielsachen zu schenken – Weihnachten, Kindergeburtstag, Namenstag, Mitbringsel, einfach mal so was… Da kommt echt so einiges zusammen und ich habe noch nicht so ganz heraus, wie man das minimieren könnte.

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