Zero Waste Geständnisse

Wenn Leute erfahren, dass wir Zero Waste leben und unser Rest- und Plastikmüll von einem Jahr in ein Einmachglas passt, finden alle das ganz schön krass und extrem. Ich kann euch aber versichern, dass eigentlich nie so heiß gegessen wie gekocht wird. Die einzige logische Erklärung ist nicht schwarze Magie 😜.

Es geht wirklich nicht um Perfektionismus und keiner muss sich schlecht fühlen, wenn der eigene Müll nicht in so ein Einmachglas passt! Auf Social Media, wo gerade die besonders „perfekten“ Posts viel geliked und geteilt werden, entsteht meiner Meinung nach immer schnell ein unrealistisches Bild. Im Feed sammeln sich die Posts, wo alles wunderbar klappt, während die anderen wenig Beachtung finden.

Dazu kommt, dass man als Content Creator schnell einen Shitstorm abbekommt, wenn man Dinge postet, worauf z.B. Plastik zu sehen ist. Wir nehmen zum Beispiel zum Einkaufen von losem Obst und Gemüse immer noch unsere alten Wäschenetze und die sieht man auch auf meinen wöchentlichen #groceryhaul-Fotos auf Instagram. Regelmäßig werde ich nach dem Material der Netze gefragt und genauso regelmäßig äußern Follower ihre Unzufriedenheit darüber, dass die Netze ja aus synthetischem Material bestehen. Ich benutze und kaufe auch übrigens nach wie vor Pflaster und nehme im Frühjahr Antiallergikum gegen Heuschnupfen ein. Auch das wird gerne vorwurfsvoll angemerkt.

Zero Wasterin und Youtuberin Gittemary hatte irgendwann die Schnauze voll, was ich sehr gut verstehen kann. Denn die Wahrheit ist schlicht und ergreifend, dass es in unserer jetzigen Wirtschaftsform unmöglich ist, wirklich „Zero“ Waste zu leben. Und am Ende geht es meiner Meinung nach darum, innerhalb der gegebenen Möglichkeiten sich so oft wie möglich für die nachhaltigste oder manchmal eben nur die nachhaltigere Alternative zu entscheiden.

Als Antwort veröffentlichte Gittemary ein Video mit dem Titel „Zero Waste Confessions,“ worin sie ganz offen aus dem Nähkästchen plaudert.

Ich folge ihr schon lange und fand die Aktion super! Als sie mich dann auch anschrieb und fragte, ob ich nicht auch ein Video dazu machen wollte, war ich natürlich sofort dabei! Als Video-Anfängerin habe ich allerdings mehrere Anläufe gebraucht, bis es dann tatsächlich geklappt hat 🙈…

Dank der tollen Unterstützung von Zero Wasterin Jamie Kate hat es aber dann doch geklappt! Dies sind also Jamies und meine Geständnisse! Denn ein „Perfekt“ gibt es nicht und das ist auch vollkommen in Ordnung so 💚!

(Video ist auf Englisch)

 

Kategorie Dossier, Video

5 Kommentare

  1. Ich finde euren Lebensstil echt super und nachahmenswert! Vor allem habe ich bei dir immer den Eindruck, dass du die Hintergründe genau recherchierst und es nicht nur eine unbegründete Meinung ist. Den Begriff „Zero Waste“ finde ich schwierig, denn komplett ohne Müll geht es in unserer Gesellschaft leider nicht. Ich finde es deshalb vollkommen ok, wenn man ein wenig Müll produziert und den dann gescheit entsorgt. Wenn ich den ganzen Plastikmüll sehe, der alleine in meiner Stadt rumliegt, ist das ein ganz anderes Problem und macht mich sehr traurig. 🙁
    Manchmal lese ich von Zero-Wastern, die ihren ganzen Plastikkram aussortieren und ersetzen. Das ist meiner Meinung nicht der richtige Umgang mit Ressourcen. Ich versuche seit Anfang des Jahres meinen Müll zu reduzieren und ersetze nur die Dinge, die aufgebraucht sind oder kaputt gehen. Außerdem kann man vorhandene Plastikdosen noch wunderbar für die Aufbewahrung von nicht-Lebensmitteln nutzen. Lass dich von den Shitstormern nicht ärgern und mach einfach dein Ding weiter. Wahrscheinlich sind das Leute, die weitaus mehr Müll produzieren als du…

  2. Saskia Homberger

    Super… klasse Artikel. Egal wie man es umsetzt, aber keinen Müll entstehen zu lassen und vorhanden Ressourcen zu nutzen ist und bleibt der richtige Weg um Müll zu vermeiden. Und wenn es der Sache dienlich ist, zu behaupten man habe eine Plastikallergie – Spitze Einfall! Und wenn es alte Wäschenetze sind die zum Einkauf benutzt werden… die Alternative wäre sie zu Müll zu machen und sich Neue aus einem anderen Material zu kaufen??? Zero Waste entsteht doch eben auch dadurch, Dinge zu nutzen die vorhanden sind… ich nutze für lose Lebensmittel ca. 15 Jahre alte Kunsstoffbehälter meiner Mutter. Sie waren vorhanden und sie so lange zu nutzen ist ressourcenschonender als sie zu ersetzten… Na klar ist es inspirierend wenn ich Dein Einmachglas Müll sehe oder wenn ich sehen was es für tolle „gute“ Aufbewahrungsmöglichkeiten es für Lebensmittel gibt – jeder setzt das Thema anders um und dafür habe ich Respekt, denn Hauptsache ist es keinen Müll entstehen zu lassen. Vielen Dank für diesen Einblick und bleib weiter ein inspirierendes Vorbild.

    • Hi Saskia,
      finde ich ganz toll, dass du z.B. die alten Kunststoffbehälter deiner Mutter noch weiterbenutzt!! Ist ja auch keinem geholfen, wenn die auf dem Müll landen und wir stattdessen neue Behälter – wenn auch dann vielleicht Plastikfreie – produzieren! Mach weiter so :)!!
      Liebe Grüße,
      Shia

  3. Hallo Shia, vielen dank für diesen Artikel bzw. Video.
    Ich denke, wir neigen oft dazu unsere Idole und Vorbilder zu idealisieren und ihnen Perfektionismus zu unterstellen. Hier die Fehler dann anzuprangern ist wahrscheinlich einfacher, als mal vor der eigenen Haustür zu kehren.
    Klar, wenn man wie du Tipps zu Zero Waste gibt, ist ja eigentlich nur logisch, dass man eher die Erfolge zeigt, denn so zeigt man ja anderen, wie man es besser machen kann. Aber ich finde es schön, dass du auch mal die andere Seite beleuchtest. Wenn ich mir z.B. unseren Müll angucke im Vergleich zu deinem Einmachglas, spornt das zwar an, kann aber auch schnell dazu führen, dass man dieses Unterfangen aufgibt, weil man seine Erwartungen zu hoch schraubt und sich ständig vergleicht.
    Niemand ist perfekt und ich finde, das sollte man auch von niemandem erwarten.
    Nichtsdestotrotz: ich bewundere die Engagement auf diesem Gebiet und bin immer wieder gern auf deinem Blog unterwegs 🙂

    • Hey Vegengorda,
      du, ich kann das mit dem Müllglas als gleichzeitig Ansporn aber auch entmutigend voll nachvollziehen! Als wir das erste Mal von Zero Waste erfuhren war das über Bea Johnson und dem Müll ihrer vierköpfigen Familie in diesem Einmachgglas. Ich fand das total faszinierend – und gleichzeitig hab ich’s direkt als für uns absolut unrealistisch abgetan. Zum Glück hatten wir das als Anlass genommen, trotzdem unseren Müll zumindest ein bisschen konsequenter zu vermeiden und so kam dann das eine zum anderen und so weiter und so fort :D. Und hey, bei uns hat das auch echt lange gedauert, bis wir unseren Müll so weit runtergeschraubt hatten. Von heute auf morgen hätten wir das nie geschafft!
      Liebe Grüße,
      Shia

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