Wie können Vorsätze besser gelingen?

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Neues Jahr, neues Glück! Was sind denn so eure Vorsätze für 2019? Ihr lebt bestimmt schon nachhaltig, habt vielleicht Ökostrom, kauft im Unverpackt-Laden oder fahrt mit den Öffis statt mit dem Auto? Wenn ihr das 2019 noch ausbauen wollt, dann seid ihr hier gerade goldrichtig. Denn unsere COSMO-Nachhaltigkeitsexpertin Shia Su hat jetzt wieder Nachhaltigkeitstipps für uns!

Shia, was könnten denn gute, grüne Vorsätze sein?

Der einfachste Vorsatz ist wahrscheinlich, auf Leitungswasser umzusteigen und so 2019 endlich das blöde Schleppen loszuwerden und dabei sogar Geld zu sparen! Wer’s spritzig mag, kann mit einem Wassersprudler nachhelfen. Und wie wäre es mit einem vegetarischen oder sogar ganz veganen Tag in der Woche? Aber auch einmalige Umstellungen können gute Vorsätze sein. Zu einem 100%-igen Ökostrom-Anbieter wechseln zum Beispiel. Dann kannste dir auch sicher sein, dass nicht nur die 2 Cent Zuschlag, sondern wirklich alles wieder in Ökostrom und nicht etwa doch in Kohle oder Atomkraft fließt.

Shia, du lebst ja vegan und Zero Waste. Da muss ich dir natürlich mal auf den Zahn fühlen. Wie hast du das denn geschafft? Waren es denn alles Neujahrsvorsätze?

Nee, so gar nicht! Ich bin sogar ziemlich schlecht darin, Neujahrsvorsätze durchzuhalten! Also, einige Sachen hatte ich tatsächlich mal als Neujahrsvorsatz probiert. Ich hatte damals als begeisterte Allesesserin z.B. am ersten Januar eine „30 Tage vegetarisch” Challenge gemacht. Ja, war hart, weil ich so was von keinen Plan hatte und mich da komplett unvorbereitet reingestürzt hatte. Überraschenderweise gefiel es mir aber ziemlich gut.Dann habe ich mir auch nach Ablauf der Challenge vorgenommen, auf vegetarische Ernährung umzusteigen. Eventuell ja sogar vegan, so vom Kopf her hat das für mich ja absolut Sinn gemacht. Das hat aber natürlich auch nicht direkt geklappt. Am Ende hat sich das Ganze über gut zwei Jahre hingezogen…

Was meinst du denn, wie können Vorsätze besser gelingen?

Also alles auf einmal klappt selten. Wir nehmen uns meistens zu viel auf einmal vor und wollen die Umstellung JETZT. SOFORT! Von heute auf morgen! Damit machen wir uns das Leben einfach mal unnötig schwer. Wie wäre es mit dem Vorsatz, sich jeden Monat nur einen kleinen Vorsatz vorzuknöpfen? Zum Beispiel sagst du, im Januar testest du mal umweltfreundlichere Körperpflege und probierst mal Haarseife statt Shampoo aus der Plastikflasche und Seifenstücke statt Duschgel und Flüssigseife aus? Dann hast du einen ganzen Monat Zeit, um dies zur Gewohnheit werden zu lassen. Wenn das Gefühl hast, es sitzt, und du dich Februar schon bereit für die nächste Sache fühlst, kannst du dir z.B. vorknöpfen, dir so was wie Coffee-to-go, Take Away oder Brötchen nur noch in der eigenen Box oder Becher holst.

Also eine echte Verhaltensänderung, aber in kleinen Häppchen.

Genau! So baust du ganz nachhaltig Gewohnheiten auf, ohne dich zu übernehmen. Also lieber bei Vorsätzen mal tiefer stapeln ;). Und das coole an Gewohnheiten ist ja, dass die irgendwann einfach automatisch abgespult werden.
Und ich auch echt lohnend finde, sind einmalige Sachen, die danach langfristig was bringen. Das sind immer so schnelle Erfolge und das ist ein ziemlich cooles Gefühl! Ich habe z.B. immer, wenn ein Gerät oder auch eine Glühbirne kaputt ging, die Sachen durch energieeffiziente Alternativen ausgetauscht, oft sogar gebraucht gekauft. Und jetzt verbrauchen mein Partner und ich nur noch ein Drittel von dem, was ein durchschnittlicher 2-Personen-Haushalt verbraucht. Also: Lieber Vorsätzchen statt Vorsätze, und sich auch den Raum zum Üben geben.

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Kategorie COSMO, Dossier

2 Kommentare

  1. Hallo Shia,
    erstmal ein frohes neues Jahr und ein dickes Dankeschön für Deinen tollen Blog!
    Ich hab hier schon viele Ideen gefunden und teilweise übernommen.
    Ich habe neulich eine Kurzreportage gesehen, in der es darum ging, wie Plastik im Alltag (vor allem in Kosmetik und Lebensmitteln) unsere Gesundheit beeinflussen. Eine Journalistin verzichtete für einen gewissen Zeitraum auf alles, was in Plastik oder mit Plastik war. Vorher und nachher wurde ihr Blut untersucht und es stellte sich heraus, dass sie vorher einen relativ hohen Anteil an Phtalaten im Blut hatte. Hinterher war dieser komplett weg.
    Sowas wäre doch auch mal ein interessantes Thema, was meinst Du? Wie beeinflusst Plastik und seine Inhaltsstoffe unsere Gesundheit und was sind die Langzeitfolgen?
    Wir haben über die Feiertage bei uns groß ausgemistet und mittlerweile fast alles, was wir an Plastik in Küche und Bad so hatten (von Tupperdosen und Kunststoff-Babylöffeln über Süßkram in Plastiktüte bis Shampooflaschen), aussortiert. Jetzt investieren wir fleißig in Edelstahldosen und Co. Außerdem haben wir einen Unverpackt-Laden in der Nähe entdeckt und dort schon einige Großeinkäufe gemacht.
    Ich hoffe, wir können das Ganze beibehalten, was mit kleinen Kindern nicht immer so einfach ist.
    Bitte mach immer weiter so mit Deinem Blog und hoffentlich springen noch viel viel mehr Leute auf den Zero Waste-Zug auf.
    Liebe Grüße
    Jenny

  2. Hallo Shia!
    Hier ein Themenvorschlag für dich:
    Nachhaltigkeit in Mensen und Kantinen.
    Da ich Studentin bin gehe ich fast jeden Tag in der Mensa essen. Einerseits glaube ich, dass es energieeffizienter ist, was das Kochen angeht und man teilt sich ja auch wieder die Verpackung, zudem gibt es in meiner Mensa häufig vegane Gerichte; Andererseits sehe ich in der küche große Plastikeimer und bin mir sicher, dass die meisten Gerichte Tiefkühlgerichte sind, was ja auch nicht gerade gesund ist. Das Fleisch dort war fast schon der Ausschlag Vegetarierin zu werden, weil ich dem nicht getraut habe…
    LG

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