Wie geht „zero waste“ Verhütung?

Jeden Sonntag gibt es um 14:30 Uhr bei COSMO von mir etwas zu Nachhaltigkeit auf die Ohren! Besser bekannt ist der Radiosender wahrscheinlich momentan noch unter Funkhaus Europa, dem internationalen und interkulturellen Hörfunkprogramm von den öffentlich-rechtlichen Sendern WDR, Radio Bremen und Rundfunk Berlin-Brandendenburg. Seit dem 1. Januar 2017 nun umbenannt in COSMO.

Zu empfangen in NRW auf 103,3 MHz, in Bremen und Teilen Niedersachsens auf 96,7 MHz, in Bremerhaven auf 92,1 MHz und in Berlin und Umgebung auf 96,3 MHz.

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Ausführlicher Artikel zu Zero Waste und Verhütung

Wir nehmen hier bei COSMO ja kein Blatt vor dem Mund! Und das auch heute nicht, denn es geht um Sex! Genauer gesagt um Verhütung und die Frage, wie man das eigentlich so macht, wenn man wie unsere Nachhaltigkeitsexpertin Shia Su “zero waste”, d.h. müllfrei, lebt. Denn Shias Jahresmüll passt in ein Einmachglas! Und da haben wir uns natürlich gefragt, wie das mit Kondomen so ist?

Shia, da fällt der „Coitus Interruptus“ ein, da fällt doch wirklich kein Müll an. Ist das also die beste „zero waste“ Verhütungsmethode?

Auch wenn es gerade in den USA anders gesehen wird – Coitus Interruptus ist in meinen Augen keine Verhütungsmethode! Der Pearl-Index misst die Sicherheit von Verhütungsmethoden, und der liegt bei 4-18, sprich, von 100 Frauen, die ein Jahr lang diese Methode praktizieren, werden 4-18 schwanger! Kondome schneiden da mit 2-14 Schwangerschaften bei 100 Frauen auch alles andere als prall ab. Aber sie sind das einzige Mittel, um sich vor sexuell übertragbare Krankheiten zu schützen.

Also bist du für Kondome?

Ja, da, wo sie nötig sind. Denn die Behandlung einer Krankheit, die man sich sonst vielleicht ohne Kondom einfangen würde, würde noch mehr Müll produzieren und die Umwelt noch mehr als ein Kondom belasten. Also, auch der Umwelt zuliebe sollte man auf Kondome zurückgreifen. Dann aber zu den fair produzierten, schadstofffreien und veganen Bio-Kondomen. Ein lustig-charmantes Startup aus Berlin-Kreuzberg macht da welche unter dem Motto „Design trifft Fairstainability“, also Fairness und Nachhaltigkeit. Zu kaufen gibt es die Kondome in Bioläden, aber auch in einigen Drogerieketten.

Neben Kondomen ist die Pille ein beliebtest Verhütungsmittel in Deutschland. Laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung verhüten 53% der Frauen damit. Da fällt auch wieder Müll an. Was sagst du zur Pille?

Ach, ich war ja noch nie ein Fan der Pille. Nicht nur, dass sie mit der Blisterverpackung eine Menge Müll macht, sie ist auch nicht gerade anwender- oder überhaupt körperfreundlich. Pille vergessen? Durchfall gehabt? Stimmungsschwankungen? Na, ihr kennt das ja bestimmt.

Im Ernst, fast alles ist auf allen Ebenen eine bessere Option als die Pille. Es gibt den Vaginalring, den man sich nur einmal im Monat einsetzen muss, ob sich das aber müllmäßig im Vergleich zur Pille nun sooo viel nimmt kann ich leider nicht sagen. Was definitiv sehr viel Müll einspart und wo man Anwenderfehler komplett eliminiert sind Langzeitverhütungsmethoden.

Was sind denn Langzeitverhütungsmethoden?

Das sind Sachen, die einmal einsetzt für 3 bis 5 Jahre im Körper bleiben. Das bedeutet natürlich von Müllaspekt her, dass nur ein einziges Mal etwas Verpackungsmüll anfällt. Aber diese Methoden haben auch alle durch die Bank weg den höchsten Verhütungsschutz und man hat eben für die Zeit den Kopf frei.

Gib mal ein Beispiel dafür.

An hormonellen Verhütungsmitteln gibt es da das Verhütungsstäbchen, das wird unter die Haut im Oberarm eingesetzt. Ich selbst habe die Hormonspirale, die in die Gebärmutter eingesetzt wird. Beide Mittel sind vom Verhütungsschutz vergleichbar zur Sterilisation, also sehr sehr sicher. Bei vielen Frauen bleibt die Periode irgendwann aus, d.h. da spart man auch noch Müll ein, wobei das vielen zurecht auch ein zu großer Eingriff in den Körper ist.

Hormone, zum Beispiel in der Pille, sind ja auch immer so eine Sache, und viele Frauen haben die Nase voll davon. Hast du da auch umweltfreundliche Verhütungs-Tipps ohne Hormone?

Ja, es gibt auch noch die Kupferspirale oder die Kupferkette. Die funktionieren auch ohne Hormone und bleiben 3 bis 5 Jahre im Körper. Wer gar keinen Eingriff in den eigenen Körper möchte – was ja auch wirklich verständlich ist – der kann sich mal mit der Natürlichen Familienplanung, NFP genannt, beschäftigen. Da werden mithilfe der Körpertemperatur und anderen messbaren Symptomen die fruchtbaren und unfruchtbaren Tage ermittelt. Diese Methode ist mit einem Pearl Index von 0,4 im Übrigen deutlich sicherer als Kondome und da vergleichbar mit der Pille, natürlich alles bei korrekter Anwendung. Man kann das ganz müllarm und klassisch mit nur Thermometer, Bleistift und Papier machen oder sich eine App aufs Handy ziehen.

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1 Kommentare

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