Wie bekommen Unverpackt-Läden denn eigentlich ihre Waren geliefert?

Jeden Sonntag gibt es um 15:30 Uhr bei COSMO-Radio von mir etwas zu Nachhaltigkeit auf die Ohren! COSMO ist das internationale und interkulturelle Hörfunkprogramm und eine gemeinschaftliche Produktion von den öffentlich-rechtlichen Sendern WDR, Radio Bremen und Rundfunk Berlin-Brandendenburg.

Zu empfangen in NRW auf 103,3 MHz, in Bremen und Teilen Niedersachsens auf 96,7 MHz, in Bremerhaven auf 92,1 MHz und in Berlin und Umgebung auf 96,3 MHz.

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Unverpackt-Läden sprießen ja gerade überall in Deutschland aus den Boden! Das sind Lebensmittelgeschäfte, die die Waren ohne Verpackung verkaufen. Wie im Tante-Emma-Laden früher bringt die Kundin der Kunde selber das Behältnis mit. Kann ‘ne Brotdose sein, Stoffbeutel, leere Marmeladengläser, alte Plastiktüten, oder euer Kochtopf… Was man halt so zu Hause hat. Hauptsache, es entsteht kein neuer Verpackungsmüll. Gut aus Kundensicht für die Nachhaltigkeit – wie läuft das aber hinter der Ladenkulisse ab. Wieviel Müll entsteht da? Shia Su, unsere COSMO-Nachhaltigkeitsexpertin kauft nicht nur dort ein, sondern durfte auch hinter die Kulissen solcher Läden schauen.

Wieviel Müll produziert denn so ein Laden selbst?

Viel weniger, als ich erwartet habe. Ich durfte mal im Unverpackt-Laden in Münster hinter die Kulissen blicken und habe da auch Zahlen bekommen, die mich ehrlich gesagt ziemlich überrascht hatten. Pro Woche 120L Papiermüll, einen Gelben Sack und 60 Liter Biomüll mit Schnippelabfällen vom Bistro des Ladens und verdorbenem Obst und Gemüse der Frische-Abteilung. Restmüll fällt eigentlich gar nicht an. Da machen viele Haushalte mehr Müll in der Woche! Hut ab, kann ich da nur sagen.

Das meiste ist also Papiermüll – wie kommt das?

Wenn du mal einen Blick ins Lager wirfst, siehst du lauter Papiersäcke, worin Trockenwaren in nicht mehr haushaltsüblichen Mengen geliefert werden. Das sind 5 oder auch mal 25 oder sogar 50 Kilo drin. Papier kann gut wiederverwertet, also recycelt, werden – aber leider gibt’s da auch Waren, die in Plastik verpackt angeliefert werden. Schokolade oder Nudeln zum Beispiel. Aber um auch hier Plastikmüll zu minimieren, haben viele Unverpackt-Läden vor kurzem einen Verband gegründet, um besser Druck auf die Lieferanten ausüben zu können.

Was ist das Ziel?

Die Idee ist, dass die Waren noch nachhaltiger angeliefert werden: Pfand-Boxen zum Beispiel, die wieder mitgenommen und wieder befüllt werden. Oder zum Beispiel, dass der Nudellieferant die Nudeln einfach nur in Papiersäcken verpackt, statt in einem großen Plastiksack mit noch mal einen Pappkarton drum rum. Außerdem bemühen sich die meisten Unverpackt-Läden sehr stark darum, die Lieferketten generell zu verkürzen.

Was heißt das genau?

Also Sachen, die auch in der Region angebaut werden auch aus der Region zu beziehen. Je kürzer die Lieferkette, desto besser ist das nämlich für die Umwelt ist es in Punkto Transportemissionen. Und es fällt natürlich auch da weniger Müll an, weil die Sachen dann nicht übertrieben geschützt werden müssen, um den langen Transport und Lagerzeiten zu überstehen.

Mehr dazu könnt ihr im Artikel Wie viel Müll fällt bei Unverpackt-Läden an? lesen.

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Kategorie COSMO, Einkaufen, Unverpackt-Läden

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