Welcher Sonnenschutz ist am umweltfreundlichsten?

Jeden Sonntag gibt es um 15:30 Uhr bei COSMO-Radio von mir etwas zu Nachhaltigkeit auf die Ohren! COSMO ist das internationale und interkulturelle Hörfunkprogramm und eine gemeinschaftliche Produktion von den öffentlich-rechtlichen Sendern WDR, Radio Bremen und Rundfunk Berlin-Brandendenburg.

Zu empfangen in NRW auf 103,3 MHz, in Bremen und Teilen Niedersachsens auf 96,7 MHz, in Bremerhaven auf 92,1 MHz und in Berlin und Umgebung auf 96,3 MHz.

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Zum Glück ist sie wieder zurück! Die Sonne! Auch wenn sie sich heute etwas schüchtern gibt… ich habe die Woche jedenfalls ordentlich Sonne getankt. Shia Su, unsere COSMO-Nachhaltigkeitsexpertin, ist auch eine Sonnenanbeterin.

Shia, im Netz werden oft Pflanzenöle wie Kokos- oder Weizenkeimöl hoch gehandelt als toller Ersatz für Sonnencreme. Stimmt das?

Ja, das schwirrt recht hartnäckig im Internet rum. Das war, denke ich, ein voreiliger Schluss aus ein paar Studien, die ich mir auch mal genauer angeguckt habe. Dazu muss ich sagen: Die Ergebnisse lassen sich nicht einfach auf die menschliche Haut zu übertragen. Da müsste noch solche Fragen geklärt werden, was passiert, wenn das aufgetragene Öl in die Haut einzieht. Vielleicht blockieren die Öle UV-Strahlen ja nur, wenn es eine ganz dicke Schicht ist, und so dick lassen sich Öle ja auch nicht auftragen. Ich hab’s übrigens ja mal mit Kokosöl einfach selbst ausprobiert und geschaut, wie es wirkt. Ich hab einen Arm eingecremt und den anderen nicht und bin bei schönstem Wetter spazieren gegangen.

Und? Wie lief‘s mit Kokosöl als Sonnenschutz?

Also ich konnte da keinen Unterschied feststellen! Meine Arme waren danach deutlich brauner und zwar beide! Das erkennt man ja direkt an der Linie beim Ärmel. Beide Arme waren aber gleich braun. Das ist jetzt natürlich keine wissenschaftliche Studie, sondern nur eine Einzelerfahrung. Also für mich ist das auf jeden Fall keine verlässliche Alternative zu Sonnencreme. Ich creme mich mit Sonnencreme ein und achte natürlich drauf, es nicht zu übertreiben. Also mal etwas drüber ziehen oder mich im Halbschatten aufhalten.

Shia, wenn ich mir eine Sonnencreme kaufe – worauf sollte ich achten?

Die meisten Sonnencremes verwenden leider sogenannte chemische UV-Filter. In diesen Cremes sind Stoffe drin, die Allergien auslösen oder unseren Hormonhaushalt durcheinander bringen können. Das ist nicht nur für uns schlecht, sondern auch für andere Lebewesen, z.B. wenn du im Meer schwimmen gehst. Forscher schätzen, dass sich jährlich 4.000 bis 6.000 Tonnen Sonnencreme von Badegästen ins Meer löst, denn auch als “wasserfest” verkaufte Sonnencreme löst sich leider beim Baden von der Haut.

Oh je, nee, das muss ja echt nicht sein. Womit cremst du dich denn ein?

Ich creme mich mit einer Bio-Sonnencreme mit physikalischem statt einem chemischen Filter ein. Meine Sonnencreme kommt aus einer Metalldose und keiner Plastikflasche. Wichtig ist dabei aber, darauf zu achten, dass die Sonnencreme keine sogenannte Nanopartikel enthält. Es gibt leider keine Deklarationspflicht für Nanopartikel, aber die Hersteller, die keine verwenden, schreiben das auch auf die Packung.

Was ist so schlecht am physikalischen UV-Filter und diesen Nanopartikeln?

Also, der physikalische UV-Filter besteht in der Regel aus Partikeln aus Zink- oder Titanoxid, die dann wie ganz viele kleine Spiegel die UV-Strahlen reflektieren. Das ist der weiße Film, den ja einige Sonnencremes auf der Haut hinterlassen und der auch da leider sein muss, um zu wirken. So weiß dann auszusehen finden aber viele Leute doof. Deswegen haben Produzenten angefangen, diese Partikel zu verkleinern, das sind dann die Nanopartikel. Und Nanopartikel werden von der Haut aufgenommen und können auch von Pflanzen und Meeresbewohnern aufgenommen werden. Die gesamten Auswirkungen werden noch erforscht, aber es wurden schon bedenkliche Effekte wie z.B. auf die menschlichen Darmkulturen festgestellt. Ich bevorzuge es am Ende dann doch, lieber etwas blass zu sein, als meine Gesundheit und die Umwelt zu gefährden.

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