Warum ist Aluminium eigentlich schlecht?

Jeden Sonntag gibt es um 15:30 Uhr bei COSMO-Radio von mir etwas zu Nachhaltigkeit auf die Ohren! COSMO ist das weltoffene Radioprogramm vom WDR, Radio Bremen und Rundfunk Berlin-Brandendenburg (RBB).

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Über Plastikmüll sprechen wir an dieser Stelle ja häufiger mit unserer COSMO-Nachhaltigkeitsexpertin Shia Su. Heute geht es aber um einen anderen Stoff – um Aluminium. Das ist nämlich auch überall: Im Deo, im Joghurtdeckel, um die Cola drum rum, in Kosmetik und vielem mehr.

Shia, wieso ist Alu eigentlich schlecht für die Umwelt?

Aluminium wird aus Bauxit gewonnen, das ist ein Aluminiumerz. Um an Bauxit zu kommen werden riesige Flächen gerodet. Nicht so gut. Außerdem braucht man, um 1kg Aluminium aus dem Bauxit zu gewinnen, so viel Energie wie 15 Stunden am Stück Staubsaugen. Nicht, dass irgendwer an so viel Staubsaugen Interesse hätte. 😉

Außerdem entsteht dabei Rotschlamm, so eine rote metallische Brühe angereichert mit Schwermetallen wie Quecksilber, Blei und Cadmium und einem extrem hohen PH-Wert. Damit das Zeug die Umwelt nicht belastet muss es jahrzehntelang fachgerecht gelagert werden. Das klappt leider nicht immer, was verheerende Folgen für Mensch und Umwelt hat.

Shia, dass Alu in Joghurtdeckel, Getränkedosen und Alufolie ist, ist ja ziemlich eindeutig. Wo steckt denn Alu drin, wo wir es nicht vermuten?

Gut, dass in vielen Deos Alu steckt, da erzähl ich dir ja wohl nix Neues. Aluminium findet sich aber auch in Kosmetik wie Hautcremes, Sonnencremes und Schminke. Achja, und oft auch Zahnpasta. Außerdem kann es sein, dass wenn du kochst, Alu in deinem Salz als Rieselhilfe steckt. Wenn du in der Backabteilung nach silbernen Zuckerstreuseln oder blauer Lebensmittelfarbe greifst, greifst du auch nach Alu. In kandiertem Obst steckt auch was als Festigungsmittel drin. Und auch in Medikamenten kann Alu stecken.

Was kann Aluminium denn im Körper ausrichten?

Aluminium steht im Verdacht, Alzheimer und Brustkrebs zu begünstigen. Kausal belegt ist das wissenschaftlich aber noch nicht. Das Bundesinstitut für Risikobewertung spricht von einer „noch nicht abgeschlossenen Risikobewertung”, warnt aber davor, mehr als die tolerierbare wöchentliche Aufnahmemenge von 1mg Alu pro Körpergewicht aufzunehmen.[7] Was aber bisher nachgewiesen werden konnte, ist, dass hohe Dosen an Aluminium beim Menschen neurotoxische Wirkungen haben. In Tierversuchen schadete zu viel Aluminium der Gehirnentwicklung und auch Embryos. Außerdem kann sich Alu im Laufe unseres Lebens in unserem Körper, allen voran unserer Lunge und im Skelettsystem anreichern.

Welche Alternativen gibt es denn?

Aluminium kommt natürlicherweise auch in Lebensmitteln vor wie Schoki, grünem Tee oder auch Wasser. Mag ich alles leider sehr gern… Ist auch klar, essen und trinken müssen wir. Da wir damit bereits die empfohlene Alu-Menge meistens gut ausreizen ist es umso wichtiger, dass wir bei den anderen Dingen auf Alternativen setzen. Über die App Codecheck könnt ihr checken, welche Kosmetikprodukte aluminiumfrei sind. Oder ihr cremt euch wie ich mit Bio-Ölen aus der Küche ein. Apropos Küche: Essen muss ja auch nicht mit Alufolie abgedeckt werden. Ein Teller, eine Schüssel oder einfach ein Geschirrtuch tun’s doch auch. Statt einer Alutrinkflasche habe ich eine Edelstahltrinkflasche und ich kaufe Lebensmittel lose auf dem Markt und im Unverpackt-Laden, dann fällt auch Alu in Verpackungen weg.

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Kategorie COSMO, Gesundheit & Körperhygiene, Müll

7 Kommentare

  1. Hi Shia,
    bei Krankenschwestern und Ärzten in der Onkologie ist der Zusammenhang von Alu-Deo und Brustkrebs ein offenes Geheimnis. Ist echt krass, ich warne immer alle Leute davor, und dass es – angeblich – noch keine verlässlichen Studien gibt, ist echt der Wahnsinn.
    Meiner Mutter hat man das damals in den 80ern schon gesagt, als sie erkrankt war, das war also damals schon bekannt. Da fragt man sich, warum nach 30 Jahren immer noch nichts geschehen ist.
    LG /inka

  2. Hallo Shia,

    was benutzt du, wenn man einen Kuchen oder Auflauf im Backofen mit Alufolie abdecken soll?

    Ganz viele liebe Grüße

  3. Aufgrund der teuren Herstellung wird viel Aluminium recycelt, und Schrotte bei Herstellung werden meist wieder dem Kreislauf durch Aufschmelzen und neu Gießen wieder beigeführt, oder werden an Schrott Händler verkauft, wo auch andere Formen dann die Schrotte kaufen und damit weiterarbeiten. Das meiste Alu ist also recycelt, einfach weil die Kosten wesentlich günstiger sind und je nach gefragter Reinheit bzw. Legierung bei dem Aluminium Bauteil auch gar nicht notwendig ist, Reinaluminiun zur Herstellung zu verwenden.

    Die Patina bildet sich im Übrigen bei jedem Aluminium Bauteil, egal ob Espressokocher oder Schüssel, es ist eine natürliche Oxidschicht. Zusätzlich können Bauteile eloxiert werden (Witterungsbeständigkeit). Bedenklich ist halt, dass Aluminium was wir unserem Essen zuführen. Über die Dauer der Kontaktzeit hat das Aluminium Zeit in das Essen zu diffundieren und reichert sich da dann an. Siehe Aluminiumfolie. Diffusion braucht aber Zeit, das dauert länger als ein paar Minuten.

  4. Carmina Suliman

    Hallo Shia,
    ich habe eine Frage zu dem Thema:
    Ich habe mir vor kurzem einen Espressokocher auf Shpock bestellt, der aus Aluminium ist bzw. Bestandteile aus Aluminium hat. Sollte ich den entsorgen? Und wenn ja wie?

    Danke für deine tollen Beiträge. 🙂
    Lg
    Carmina

    • Hi Carmina,

      bei diesen Espresso-/Mokkakannen ist es so, dass sich eine Patina bildet. Die wirkt wie eine Beschichtung, d.h. die Kanne sollte nie mit Spüli gespült oder stark geschrubbt werden.

      Liebe Grüße,
      Shia

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