Vegane Fair Fashion: Kong Island erklärt das mal #Werbung

Besitzer Andi und sein treuer Begleiter Elvis AKA bester Hunde-Torwart der Welt!!

Wenn man durch die Innenstädte oder Einkaufszentren läuft, sieht man hauptsächlich Klamottenläden. Mode ist eine milliardenschwere Industrie. Trotzdem (oder gerade deshalb?) ist Mode, die fair und umweltverträglich hergestellt wird die große Ausnahme. Stattdessen sind Ausbeutung und Giftstoffe die Norm. Verkehrte Welt irgendwie. Es ist Zeit, das Verhältnis umzudrehen. Es gibt sie, und das immer häufiger: Läden, die ausschließlich Fair Fashion anbieten.

Heute gibt es mal was etwas anderes auf meinem Blog, nämlich ein kleines Porträt über einen unserer Lieblingsläden: Kong Island, dem veganen Fair Fashion Laden in Bochum. Im Interview weiter unten erklärt Andi, Besitzer von Kong Island, viel zum GOTS-Zertifikat bei Textilien und auch, was sowohl umweltmäßig als auch sozial das Problematische an den Prints auf Kleidung ist.

Bei Kong Island sind nicht nur die Textilien fair und bio, sondern auch der Print, der drauf kommt. Andi druckt auch Shirts für z.B. Firmen in nachhaltig.

Hintergrund zur Kooperation

Dieser Artikel ist als #Werbung gekennzeichnet, weil er in Zusammenarbeit mit der Nachhaltigkeits- und Genossenschaftsbank GLS-Bank in ihrem Segment „Kundenporträt“ entstanden ist. Das bedeutet, dass ich für diesen Artikel bezahlt werde. Alle Details zur übrigens äußerst respektvollen und fairen „GLS Blog Kooperative“ könnt ihr auf dem Blog der GLS-Bank nachlesen.

Ganz unabhängig davon sind aber sowohl Andi von Kong Island als auch ich schon seit ein paar Jahren Kunden bei der GLS-Bank. Einfach, weil wir nicht wollen, dass unser Geld im Hintergrund die Rüstungsindustrie oder menschenrechtsverletzende Praktiken unterstützt. Stattdessen wollten wir, dass unser Geld in nachhaltige Projekte investiert wird.

Das ganz Besondere für uns ist wirklich, dass alles im Laden vegan ist. Neben Lederpatches auf Hosen, Wolle in Mützen und Strickjacken, Seide, Perlmutt usw. gibt es nämlich noch weitere Fallstricke wie der Kleber in Schuhen oder Kunstleder mit Gelatine. Das ist bei Kong Island alles zum Glück ausgeschlossen.

Anfang 2015 eröffnete Andi seinen ausbeutungsfreien Klamotten-Laden in der Bochumer Innenstadt. Das hat vor allem Hanno gefreut, denn der hat es als besonders großer, aber auch besonders schmal gebauter Mensch leider ziemlich schwer, secondhand passende Kleidung zu finden. Nun gut, bei unserem mageren Konsumverhalten sind wir zugegebenermaßen ziemlich schlechte Kunden, aber ich bilde ich mir ein, dass der Andi und sein treuer Begleiter Elvis sich trotzdem freuen, wenn wir vorbei schauen. 😉

In den drei Jahren ist Andi zu so was wie unserer Anlaufstelle für Fragen zu Fair Fashion geworden. Ich werde nämlich auch viel zu ethisch korrekt produzierten veganen Klamotten, Schuhen und Markenempfehlungen gefragt, kenne mich aber leider nur sehr schlecht aus, weil ich sehr selten nur Klamotten kaufe, und wenn dann eigentlich secondhand.

Wenn ihr zu den Leutchen gehört, die mich das gefragt haben, und ich habe euch geantwortet, war das das reiche Wissen vom Andi, das ich weitergeleit habe. Andi ist da nämlich ein wandelndes Lexikon, wie ihr wahrscheinlich auch gemerkt habt, wenn ihr bei unserem Facebook-Live dabei wart.

Kong Island im gut wiedererkennbaren Prints

Neben Marken wie Bleed (innovative Marke, die z.B. Schwimmkleidung entwickelt hat, die kein Mikroplastik absondert), Degree (h&m-Stil, aber in ethik und ökologisch korrekt produziert), Feuervogel (Jeans aus 100% Baumwolle) oder Geniestreich (schneidern in Bielefeld Hosen, z.B. deine kaputte Lieblingsjeans, in nachhaltig nach) gibt es die eigene Kong Island Kollektion, die aus ziemlich fetten Gorilla-Prints auf Unisex-Shirts bzw. Hoodies besteht.

Die eigenen Kong-Island-Sachen kommen alle ohne Etiketten aus. Stattdessen befestigt Andi einen Sticker mit kleinen Magneten an jedes Kleidungsstück. Den Sticker kann man gerne mitnehmen oder auch einfach dalassen. Die Magneten lässt man da und werden wiederverwendet.

Hervorheben möchte ich außerdem die veganen Schuhe, was wirklich keine Selbstverständlichkeit ist, schon gar nicht auch noch in fair produziert und bio. Denn Kunstleder ist fast nie vegan, weil Gelatine zum Einsatz kommt. Des Weiteren können tierische Bestandteile im Kleber stecken. Meiner Erfahrung nach ist es nicht einfach, vor Ort vegane Schuhe aufzutreiben. Und gerade bei Schuhen finde ich es wichtig, sie auch anprobieren zu können.

Kong Island im Interview

Andi und Elvis

Erzähl mal Andi, wie bist du zu Fair Fashion gekommen?

Vor knapp zehn Jahren hab ich ’ne Ausbildung zum Siebdrucker gemacht und hab damals festgestellt, okay, es gibt T-Shirts, die sind ein bisschen teurer, die reißen komischerweise nicht unterm Arm.

Ich hab’s immer auf die Qualität abgeschoben, dachte, wenn’s teurer ist, dann ist es qualitativ hochwertiger. Irgenwann hab ich herausgefunden, dass auf den Kartons immer dieses GOTS-Zertifikat drauf war. Ich hab dann festgestellt: Es gibt offensichtlich einen Unterschied. Es gab natürlich noch andere Marken, die waren saugünstig im Einkauf, zum Teil hatten die nur so viel gekostet wie ein Überraschungsei, hatten aber mit Fairness natürlich gar nichts am Hut.

Andi ist immer für Späßchen zu haben

Und dann hab ich mich Zuhause mal schlau gemacht, einfach weil’s mich interessierte. Ich hatte schon immer so ’n Fable für Textilien, Schnitte, Styles und so. Ich hab mir auch damals schon in meiner Kindheit mit der Nähmaschine meiner Oma irgendwelche Hemden geschneidert. Und ich hab festgestellt, dass das GOTS-Zertifikat eine Sicherheit in der Supply-Chain bringt.

Erklärst du einmal kurz, was es mit dem GOTS-Zertifikat auf sich hat?

Das heißt, die Leute haben eine Krankenversicherung, einen festen und sicheren Arbeitsplatz, eine 42-Stunden-Woche – in China ist es eine 44-Stunden-Woche – und haben auch noch bezahlten Urlaub. Es dürfen natürlich auch keine Kinder da arbeiten. Neben den ethischen Aspekten gibt es auch noch die Umweltstandards beim GOTS-Zertifikat. Wasser muss zum Beispiel filtriert und wiederaufbereitet werden. Bei GOTS-zertifizierter Bio-Baumwolle sind gar keine Herbizide und Pestizide erlaubt, das heißt eigentlich ist das mit der Wasser-Aufbereitung egal. Das ist reines, klares Wasser, was da benutzt wird, Monsumregen größtenteils!Die zusätzlich zugeführte Bewässerung muss dokumentarisch und nachhaltig geführt werden. Hierbei kommen neuste Techniken wie z.B. Tröpfchenbewässerung zum Einsatz.

Und wie ging es dann weiter, nachdem du bei Textilien auf das GOTS-Zertifikat gestoßen bist?

Erst mal hatte ich mich selbstständig gemacht. Ich war in einer Siebdruckerei in Duisburg. Für die hab ich alles gedruckt und konnte da auch für meine Kunden drucken. Das Coole war, dass die damals auch damit einverstanden waren, dass wir ab dem Zeitpunkt nur noch fairzertifizierte Textilien nehmen.

Mit den Farben musste ich mich erst einmal mit dem zufriedengeben, was wir da hatten, weil ich selber damals noch keinen Bezug dazu hatte, wo ich jetzt wasserbasierte GOTS-Farben herbekommen könnte. Das war damals ganz schwierig, weil das auch noch eine komplett andere Drucktechnik war.

Was ist denn am konventionellen Druck problematisch?

Normalerweise wird Plastisol benutzt. Das ist eigentlich flüssiges Plastik. Du brauchst eine Luftumwälzanlage, die die Plastisol-Dämpfe während der Trocknung abfiltert. Was mich im Nachhinein am meisten erschrocken hatte, war, dass einmal in der Woche ein LKW kam. Und die haben die Filter mit der ganzen Farbe, die in der Siebdruckwäsche rausgewaschen wurde, unter hermetisch verriegelten Zuständen abgepumpt.

Bei jedem Waschgang wird ein bisschen von den Weichmachern, Lösungsmittel oder polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), die teils als krebserregend sind, ins Wasser reingewaschen. Überhaupt nicht cool, kein bisschen. Das ist richtig giftiger Scheiß. Zudem entsteht Chlorgas, wenn ein Shirt nach dem Entsorgen im Verbrennungsprozess landet!

Wie kam es dann dazu, dass du den Laden eröffnet hast?

Dann kam bei mir so die Zeit, wo ich etwas wilder wurde, punkrockmäßig meine zweite Jugend durchgelebt hab und richtig Gas gegeben hab. Sex, Drugs & Rock ’n Roll all night long. Das Ganze hat sich dann irgendwann gerächt wegen meiner Diabetes. Ich wurde auf dem rechten Auge blind, auf dem linken Auge irgendwann auch. Ein Jahr lang ging das.

Ich hab mir innerhalb dieses Blindseins überlegt, dass ich mit all dem, was ich bis dahin an sinnvollen Sachen gemacht habe, weitermachen möchte. Alles, was ich bisher an nicht sinnvollen Sachen gemacht hab möchte ich komplett cutten.

Bei Kong Island gibt es nur langlebige Teile, also Slow statt Fast Fashion! „egal, ob 1 Jahr Garantie auf Jeanshosen oder gleich 30 Jahre Garantie auf Rucksäcke, wir geben euch das Versprechen, dass unsere Bekleidungsstücke euch lange begleiten werden!“

Für den Laden hab ich den richtigen Menschen kennengelernt, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, Start-Up-Unternehmen zu unterstützen, die eine sinnvolle Idee haben. Der hat halt an mir Gefallen gefunden und ist mein Mentor und mittlerweile guter Freund der Familie geworden. Ja, und der hat mir vorgeschlagen, mich mit einem stationären Bekleidungsladen selbstständig zu machen. Ohne ihn würde der Laden nicht stehen und auch nicht laufen. Er hat mir auch den Menschen von der GLS-Bank vorgestellt. Die GLS-Bank war witzigerweise die erste Bank, die gesagt hat: „Wir finden dein Konzept super, wir haben Bock drauf.“ Die haben mir einen super verzinsten Kredit gegeben, weil die einfach an mich geglaubt haben.

Zwei Jahre lang hab ich mich komplett auf den Laden vorbereitet, hab Messen besucht, bin in der Welt rumgetingelt, hab mir Produktionsstätten angeguckt, hab geguckt, welche Labels sind vertrauenswürdig, hab halt immer geguckt, dass ich Leute kennenlerne, die mir halt aus dem Bauch heraus glaubhaft versichern können, dass deren Sachen zertifiziert und korrekt produziert sind.

Warum ist dir Fair Fashion wichtig?

Weil ich einfach durch die Omnipräsenz des Internets aufgeklärt bin. Wissen ist Macht. Je mehr ich weiß, desto mehr kann ich bewegen und desto mehr möchte ich auch bewegen. Das ist ja genau wie mit veganer Ernährung. Es gibt natürlich auch bei mir noch ein paar Bereiche, wie zum Beispiel Zero Waste. Privat hab ich’s mittlerweile ganz gut umgestellt, hier im Laden ist es, ja, sagen wir mal einigermaßen gut. Also 50% besser als letztes oder vorletztes Jahr.

Was ist nachhaltiger – Fair Fashion oder Secondhand?

Secondhand. [Shia lacht] Ja, ist so. Wenn Leute mich fragen, was ist das Nachhaltigste – ja, das Nachhaltigste ist, gar nichts zu kaufen. Was is nachhaltiger? Nachhaltiger ist, was die Ressourcen unseres Planeten angeht, die Sachen so lange aufzutragen, bis alles kaputt ist. Und wenn man’s zur Hälfte aufgetragen hat, dann kann’s jemand anders noch weitertragen.

Impact-technisch ist natürlich fairzertifizierte Mode das Non-Plus-Ultra, weil einfach Menschen und der Natur und den Tieren, die in dieser Natur leben, damit geholfen wird, dass bei Bekleidungsstücken komplett auf Toxide verzichtet wird. Man will ja auch die Produktionsbedingungen ändern. Und man wird die Menschen – wenn man das so paradoxisch ausdrückt – eher dazu bekommen, fairzertifizierte Bekleidung einzukaufen als secondhand-Kleidung einzukaufen. Der Mensch heute ist leider ein Konsumtier.

Ich kenn dich ja, seitdem du den Laden aufgemacht hast. Und ich weiß, dass du immer sehr hinterher warst und beispielsweise auch bei den Herstellern viel nachgefragt hast, was die Verpackung anging. Auch bei der Mikroplastik-Thematik hattest du dann ja auch direkt einen Blick drauf…

Ja, also… Ich würd doch im Leben keine Bademode einkaufen, die nicht BlueSign-zertifiziert ist. Auch nicht aus recycelten PET-Flaschen so. Man kauft ja keine umweltfreundliche Bademode ein, die beim Baden wieder Mikroplastik absondert. Ich sag mal, eine Marke wie Bleed, von denen wir Bikinis und Shorts haben, die machen’s halt richtig. Die haben dieses Econyl ins Leben gerufen, ein Material zu 100% aus alten Fischernetzen. Richtig geil!

Das ist ein saukompliziertes Thema dieses Econyl. Aber es ist mikroplastikfrei im Meer, beim Waschen ebenso, weil das extrem dicht gesponnene, komplette Endlosfäden sind. Das Material wird beim Abrieb durch Wasser nicht dünner. Das ist bei Schwimmshorts und bei Mode, die man im Wasser trägt das Schwierigste.

Wie sieht es aus mit Zero Waste?

Das ist ein ganz spannendes Projekt. Zusammen mit dem Vertriebler von Bleed haben wir einen Testdurchlauf gemacht mit Plastikbeuteln aus Bio-Mais- und Bio-Kartoffel-Reststücken, also biomeres Plastik. Aktuell hab ich fünf von diesen Tüten auf meinem Komposthaufen und die verrotten da so langsam. Aber die sind eher was für eine industrielle Kompostierungsanlage, ansonsten dauert’s halt, wenn nicht gerade Hitze und Dauerregen ist. Bleed wird jetzt wohl komplett darauf umsteigen.

Wir haben auch alle Händler angewiesen, uns die Sachen verpackungsfrei zu schicken. Beim GOTS-Zertifikat darf die Ware nicht mit Schadstoffen in Kontakt kommen. Ich kann aber zu 100% ausschließen, dass Marken, mit denen ich hier Handel betreibe, noch irgendwelche konventionellen Kleidungsstücke fertigen, die die GOTS-zertifizierte Ware mit Schadstoffen kontaminieren könnten. Deswegen bekommen wir die Sachen inzwischen von allen Händlern entweder unverpackt geschickt oder in biomeren Tüten, wo dann immer gleich zehn T-Shirts reinkommen. Die nehmen das auch als gute Anregung für andere Läden, die sie beliefern.

Und hier [zeigt auf die Kasse], das ist eine alte, upgecycelte Kasse. Meine Kassenzettel sind bisphenol-frei und müssen auch nicht gedruckt werden.

Wieso bist du Kunde bei der GLS-Bank und nicht einer anderen Bank?

Na, weil die GLS-Bank halt transparent was mit den Geldern, die sie bekommt, bewirkt. Ich war ja auch vor zwei Jahren auf der Jahresversammlung mit ’nem Stand auf der Bühne vertreten. Das war megageil! Und was ich da allein erlebt hab! Dass die GLS-Bank zum Beispiel Idomeni, dem größten Flüchtlingslager in Griechenland, mit sieben Tonnen Lebensmitteln beliefert hat oder dass sie wirklich unfassbar viel in erneuerbare Energien stecken.

Ich finde, dass die GLS-Bank von allen Öko-Banken, die ich mir angeguckt hab, die ist, die am meisten bewegt und vor allem auch kleineren Start-Up-Unternehmen wie mir Chancen gibt. Mit meiner Krankheit war ich damals Hartz IV Empfänger. Welche Bank sagt da, ja, da wollen wir investieren? Das muss ich der GLS-Bank wirklich sehr hoch anrechnen.

Ich wollte auch nirgendwo Geld reinschustern, wo ich weiß, davon werden Waffen, industrielle Ausbeutung, etc. finanziert. Das war mir total wichtig. Ich kann auf der einen Seite nicht ’nen Fairtrade-Laden aufbauen und auf der anderen Seite schuster ich jeden Monat durch Kreditzinsen 500€ in Waffenhandel. Wie pervers ist das denn?

Wie macht ihr das eigentlich mit Kleidung? Kauft ihr secondhand oder Fair Fashion? Oder beides? Wir besitzen ja nur noch extrem wenig Klamotten und alles ist untereinander kombinierbar, was unsere Morgende so viel stressfreier gestaltet. Außerdem tragen wir Kleidung auf, bis sie nach mehrmaligem ausbessern dann wirklich auseinanderfällt und die Stoffreste gehen an Bekannte, die viel Nähen. Was auch dafür nicht mehr zu gebrauchen ist, kompostieren wir in unserer Wurmkiste, denn das meiste, was wir besitzen ist kunstfaserfrei. Mich interessieren eure Erfahrungen und vielleicht habt ihr ja noch Tipps für uns? 🙂

Kategorie Artikel, Einkaufen, Fashion

13 Kommentare

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  2. Worauf man alles achten kann 🙂
    Ich bin mit Second Hand nie richtig warm geworden, weil ich einkaufen hasse und wenn ich endlich mal was Passendes gefunden habe, immer gleich 3-5 davon nehme. Das mach ich so alle 3 Jahre mal und trage das, bis es richtig schlimm runter getragen aussieht und entsorgt werden muss. Also wirklich verbraucht, auch nicht mehr second hand für wen Anderes möglich. In meiner Welt braucht es Second Hand also gar nicht.
    Ich möchte meine nächsten Stücke aber gerne fair kaufen. Bin noch auf der Suche, aber in Heidelberg gibt es wohl mindestens einen Laden, der Fair Fashion anbietet, womit ich mal starten kann.
    Habe auch ein alles-mit-allem-kombinieren System, braucht man, wenn man ein absoluter Fashion-Legastheniker ist 😉

  3. Hallo Shia,
    Ein interessanter Artikel. Ich versuche auch möglichst nur ökologische oder gebrauchte Kleidung zu kaufen. Leider ist es bei Kinderkleidung nicht ganz so einfach. Ab einem gewissen Alter/Größe gibt es nicht mehr viel.
    Was ich aber am schwierigsten finde ist, Schuhe zu kaufen. Sind die veganen Schuhe nicht aus Plastik? Gibt es da gute Alternativen? Was macht man dann damit (oder überhaupt mit Schuhen) , wenn sie kaputt sind (nicht mehr reparierbar) ?
    Und Kinder brauchen jedes Jahr neue …

    Liebe Grüße,
    Dorothee

    • Hallo Dorothee,

      ich hoffe, ich darf trotzdem antworten, auch wenn ich nicht Shia bin. Es gibt vegane Schuhe aus Kork, Ananasleder, Bio-Baumwolle und Naturkautschuk, Leinen, Hanf, Holz, Recycling-Material, …

      Viele Grüße

    • Hi Dorothee, hallo Luthien,
      erst mal danke fürs Antworten, Luthien :)! Dem kann ich mich nur anschließen. Ich habe die letzten Jahre einfach Stoffschuhe getragen, momentan Ethletic (vegan, bio, fair), die haben auch die Sohle aus Naturkautschuk, was ich ziemlich cool finde, denn Schuhabrieb trägt ganz maßgeblich zum Mikroplastik-Problem bei. Allerdings scheinen nicht alle Modelle besonders langlebig zu sein. Aber gut, ich strapaziere Schuhe auch ganz schön, weil ich im Idealfall eigentlich nur ein Paar Allzweck-Schuhe habe, die ich halt jeden Tag trage. Beim einen Schuh kam das erste Loch nach 2 Monaten täglichen Tragens rein. Ich hatte auch mal meine Follower auf Insta gefragt, die Ethletic tragen und ich scheine die Einzige zu sein. Vielleicht auch einfach ein Montagsmodell.
      Dann habe ich noch vegane, fair produzierte Barfußschuhe von Vivobarefoot, die allerdings komplett synthetisch sind, aber immerhin wasserbasierten Kleber verwenden. Das sind meine Laufschuhe und sollen extrem langlebig sein. Die sind aber so unverschämt gemütlich und gut für den Fuß, dass ich sie immer öfter auch im Alltag trage.
      Und Schuhe sind in der Regel nicht recycelbar. Denn um recycelbar zu sein, müssen Dinge bereits entsprechend entworfen und produziert werden und darauf achtet die Modeindustrie leider nicht. Meine Barfußschuhe sind theoretisch recycelbar, man muss halt die Einzelteile trennen. Da der Kleber wasserbasiert ist, kann man das, indem man sie einige Zeit in einen Eimer Wasser einweicht. Die Ethletic-Schuhe sind bis auf die Nähte (Polyether-Fäden) theoretisch kompostierbar, aber das scheint auch noch keiner probiert zu haben. Das sind die Angaben, die ich von den Marken auf Nachfrage bekommen hatte.
      Liebe Grüße,
      Shia

  4. Etwas am Thema vorbei, aber passt evtl. zu dem Kommentar oben 🙂 Vielleicht ist es für jemandem eine Anregung 😉

    Wir haben einen „Capsule Wardrobe“ mit 15 Teilen pro Person, und wenn mir nach was Neuem ist, oder etwas kaputt geht, schau ich unter der alten Kleidung nach, die ich aussortiert aufm Speicher liegen hab. Das ist fast wie shoppen! 🙂
    Ist aber natürlich nicht minimalistisch.
    Aber viele Teile, die ich weggeben wollte, fand ich ein Jahr später plötzlich wieder toll!

    Ich habe im Speicher die Kleidung, die ich nicht verkaufen oder verschenken konnte. Außer, was definitiv nie wieder passen witd 😉 Aber Altkleidersammlung war der allerletzte Weg für mich. Mir wurde bei der Diakonie gesagt, dass „Dank“ Fast Fashion die Altkleiderlager für Frauen überlaufen 🙁 Außerdem nehmen die meisten nur Kleiding in super Zustand, und das meiste ist doch verwaschen / geflickt / hat nen Minifleck etc.

    Alte Stoffreste aus zerschlissener Kleidung, aus der man nichts mehr nähen kann, benutzen wir übrigens zum Aufwischen von Dingen, die nicht in der Kanalisation landen sollen (verschüttetes Öl, Fenster putzen wegen den Rußpartikeln in der Stadt usw.). Die kommem dann ausnahmsweise mit nicht ganz so schlechtem Gewissen in den Müll 🙂

    • Hm, ich hatte mal beim DRK nachgefragt wegen den Altkleidern, die sagten mir da, dass die Sachen die man nicht mehr anziehen kann etc verkauft werden und das daraus noch Recyclingfäden hergestellt werden, mit denen sogar Designerteile genäht werden. Seitdem tue ich sogar die kleinsten Stoffreste dort rein, anstatt wie früher wegzuschmeißen.

      • Hi Carolin,
        die Aussage vom DRK ist leider schon extrem geschönt, da technisch schwer realisierbar… Als grobe Faustregel gilt beim Recycling: Sortenrein muss es sein. Und das sind die meisten Stoffe heutzutage nicht. Außerdem soll so wenig anderes wie möglich noch dran hängen, z.B. Pailletten, Prints, andere Deko. Hier habe ich zu dem Thema mal was für Cosmo-Radio gemacht. Davon abgesehen fehlen bei abgegebenen Klamotten auch häufig die Etiketten oder sind unlesbar und es ist somit sehr aufwendig, festzustellen, um was für ein Material sich das handelt.
        Die meisten Recyclingfäden sind Polyester-Fäden, und die stammen aus alten PET-Flaschen und nicht alter Kleidung. Reine Baumwolle kann ganz gut recycelt werden, nur dann sollte sie auch sortenrein gesammelt werden, was in der Altkleidersammlung nun wahrlich nicht geschieht.
        Was wahr ist, ist, dass Putzlappen aus dem geschredderten Stoff gemacht werden. Das ist aber nicht immer ökologisch sinnvoll, wie ich hier auch mal erkläre. Es schockiert mich ein bisschen, dass der DRK so eine undifferenzierte Aussage einfach mal heraushaut o_O!

        • Puh, das hat mich jetzt auch schockiert, ich habe immer alles fein in den Altkleider Container getan was kaputt, nicht mehr tragbar ist und auch Reste vom Nähen, wie Fäden und so, in dem Glauben das wird alles noch schön recycelt. Jetzt bin ich echt total baff, aber deine Erklärung klingt für mich genauso logisch, da das ja bei anderem Abfall auch so ist, mit dem sortenrein sein.
          Wieder was dazu gelernt, und jetzt muss halt noch mehr geflickt werden 🙂
          Danke für die Info und liebe Grüße!

  5. Super Artikel, am liebsten würde ich direkt nach Kong Island fahren und shoppen ;))
    Bei mir ist es so, dass ich zur Zeit meinen Kleiderschrank nach und nach aussortiere, so dass ich irgendwann nur noch Teile im Schrank habe, die ich gerne anziehe, die auch richtig passen usw.
    Wenn ich meine ich brauche etwas neues, überlege ich echt lange und suche auf Flohmärkten oder über Kleinanzeigen oä. Ganz selten kaufe ich etwas im Laden, Fair Fashion finde ich leider nicht bei uns 🙁
    Mein Mann braucht eh kaum was neues und wenn sind es mal ein paar Jeans, die kaufe ich dann neu „gebraucht“ übers Internet, bei den Kindern verhält es sich ähnlich, obwohl da muss ich sagen die bekommen noch die meisten Teile neu, weil manchmal brauchen sie einfach bestimmte Sachen, weil sie rausgewachsen sind, da kann ich leider nicht so lange suchen gehen….
    Liebe Grüße
    Carolin

  6. Toller Artikel!!! Ich muss zugeben in meinem Kleiderschrank muss man die Fair Fashion Teile noch suchen. Ich hab vor etwa einem halbennJahr den Vorsatz gefasst, dass nur noch Fair Fashion neu dazukommt. Ich hab seitdem erstmal keine neuen Klamotten gekauft. (auch keine second hand) Ich möchte künftig nur noch Lieblingsteile im Schrank haben, die ich mit gutem Gewissen anziehen kann. Das kann aber noch ein paar Jahre dauern. Ich möchte nämlich insgesamt nicht mehr Geld für Kleidung ausgeben als vorher. Stattdessen überleg ich mir halt genau, was ich wirklich brauche und kauf dann halt ein fair produziertes T-shirt statt 3 Fast Fashion Teile die ich dann eh nicht anziehe.
    Shia, wie lang hat es bei dir gedauert bis du deine minimalistische Garderobe soweit „fertig“ hattest? Würd mich interessieren!
    Liebe Grüße
    Bettina

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