Tomatenmark selber machen, ganz vegan und müllfrei

Die Tomaten-Saison neigt sich dem Ende zu! Und wie jedes Jahr trudeln nun die Fragen ein, wie wir es denn außerhalb der Tomaten-Saison mit Tomaten machen.

Generell ernähren wir uns ziemlich saisonal, d.h. wir essen die Dinge, wenn sie in Saison sind. Also keine Erdbeeren im Winter,  keinen Kürbis im Frühjahr und – genau – keine Tomaten vor dem Sommer!

Uns saisonal zu ernähren war am Anfang ganz schön hart, wie ich das nach acht Monaten hier auch berichtete. Damals hatten wir nach acht Monaten die Zügel gelockert. Das war vor drei Jahren. Seitdem hat sich doch sehr viel bei uns getan und statt weniger saisonal und regional einzukaufen ist das Gegenteil bei uns der Fall!

Bananen sind bei uns fast gänzlich vom Speiseplan verschwunden. Avocados hatten wir vorher auch nur noch in ganz großen Ausnahmefällen gekauft, so ungefähr ein bis zwei im Jahr, wenn in Spanien Saison ist, damit sie nicht von noch weiter weg importiert werden müssen. Ich glaube, dass wir letztes Jahr nur eine Avocado gekauft hatten – und das war eine aus der Grabbelkiste, die schon ziemlich überreif war und sonst im Müll gelandet wäre.

Dass wir inzwischen ziemlich zufrieden mit unserer regionalen und saisonalen Ernährung sind, liegt daran, dass wir gelernt haben, wie wir LECKER saisonal und regional kochen können. Denn die gängigen Rezepte, die man heutzutage so findet, sind weder das eine noch das andere. Da werden Zutaten kombiniert, die früher zu Omas Zeiten gar nicht gemeinsam auf dem Tisch hätten landen können – weil sie her schlicht und ergreifend nicht wachsen oder nicht gleichzeitig geerntet werden konnten.

Unsere einfache Feststellung: Wir sind zufrieden, solange wir was Leckeres in den Magen bekommen. Solange das der Fall ist, vermissen wir nix. Wir haben ein paar einfache „Rezepte“ für jede Jahreszeit. Viele Eintöpfe und Suppen im Herbst und Winter, Salate und Bowls im Sommer und scharf angebratenes, gemischtes Gemüse das ganze Jahr über. Rein kommt das, was gerade da ist und dann wird abgeschmeckt. Mal mit Curry, Bockshornklee und Ingwer, mal mit einem Schuss Sojasoße und Sesamöl – aber meistens einfach mit Salz und Pfeffer. Wie meine Mutter früher schon immer zu sagen pflegte: „Wenn du gute, frische Zutaten hast, brauchst du sie nicht tot zu würzen.“

Tomaten sind aber wohl eine der frischen Zutaten, die die meisten gerne das ganze Jahr über hätten – wir am Anfang auch. In der Tomaten-Saison hatten wir uns also auch Tomaten geschnitten und in Weckgläsern ohne Gummi (das wird durch das Einfrieren porös!) eingefroren. Genau acht 0,5L-Weckgläser passten in unser kleines Gefrierfach vom Unterbaukühlschrank.

Tipp: Ja, man kann problemlos in Glas einfrieren! Schraubverschlussgläser gehen übrigens genauso gut. Wichtig ist nur, beim Auftauen kein heißes Wasser über das Glas laufen zu lassen, da das durch den plötzlichen Temperaturunterschied zerspringen kann!

Am Ende blieben allerdings die meisten der Gläser bis zur nächsten Tomatensaison im Gefrierfach. Dieses Jahr haben wir uns also auf drei Gläser beschränkt.

Ein weiteres Projekt, das bei uns noch auf der großen to-do-Liste steht, ist das Haltbarmachen von Dingen. Einkochen, einlegen, fermentieren und trocknen.

Als wir diesen Sommer einmal sehr viele ziemlich reife Tomaten gerettet hatten, war es so weit! Die Menge konnten wir gar nicht rechtzeitig aufessen und ins Mini-Gefrierfach passte auch nicht genug. Wir machten uns also daran, Tomatenmark zu kochen!

Hat gerade mal 10 Minuten gedauert und wir sind vom Ergebnis nicht nur absolut überzeugt, sondern total begeistert! Da kann gekauftes Tomatenmark (das es im Bioladen übrigens auch im Glas gibt, wie ich letztens gelernt habe) einpacken und Urlaub machen!

Rezept für Tomatenmark

Ihr braucht:

Tomaten
Einen Mixer oder Pürierstab
Eine große Pfanne (je größer die Grundfläche ist, desto besser)
Etwas Olivenöl (optional)

So geht’s

  1. Tomaten vierteln und im Mixer pürieren.
  2. Die flüssige Tomaten-Masse in einer großen Pfanne auf höchster Stufe eindicken. Bei einem halben Liter Tomaten-Masse (also die Menge nach dem Pürieren) dauert das Eindicken ungefähr 5 Minuten und ergibt dann ca. 100ml Tomatenmark.
  3. Am Anfang braucht ihr nicht so viel umrühren, je eingedickter die Masse wird, desto häufiger mal umrühren!
  4. Gegen Ende könnt ihr noch einen kleinen Schuss Olivenöl dazu geben (optional).
  5. Wenn ihr das Tomatenmark haltbar machen wollt, müsst ihr es in sterile Gläser füllen und dann am besten die Gläser noch mal ungefähr für eine Stunde im Wasserbad abkochen. Eine schöne Einleitung zum Einkochen findet ihr bei der Einkochfee ❤️!

Tipp

Wir haben auch mal ein bisschen Zwiebeln in Olivenöl in der Pfanne angebraten und dann die Tomaten-Masse zum Eindicken draufgegeben – traumhaft für Tomatensoße später! Waren nur natürlich dann kleine Zwiebelstückchen drin. Wer will, püriert die noch flüssige Tomatenmasse in der Pfanne noch schnell beim Eindicken mit dem Pürierstab, dann sind auch die Zwiebelstückchen verschwunden!

 

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Kategorie Artikel, Essen haltbar machen, Food, Küche

7 Kommentare

  1. Guten Morgen!

    …eigentlich hatte ich bei der Überschrift auch irgendwo ein Rezept für das Tomatenmark erwartet…das fehlt allerdings. Könntest Du mir das kurz umschreiben, wie Ihr das Tomatenmark macht? Danke und liebe Grüße, Sabine

    • …irgendwie hatte ich wohl Tomaten auf den Augen, jetzt, wo ich meinen Kommentar lesen kann, sehe ich auch viele andere Kommentare, die ich vorher nicht sehen konnte…und wenn ich jetzt wieder hochscrolle…dann sehe ich auch das Rezept 🙂 Irgendwas hat mit meiner Anzeige nicht gepasst, mein Kommentar hat sich daher erledigt.

      Danke fürs Teilen!

  2. ute berckemeyer

    Hallo Shia, man muss die Tomaten nicht pürieren, Oma hatte auch noch keinen Pürierstab. Ich streiche alles durch ein Sieb. Mit einer Suppenkelle kann man auch kräftig drücken. Allerdings schneide ich die Tomaten kleiner. Danke für deine tollen Beiträge!

    • Hi Ute,

      danke für den Hinweis! Ich weiß, dass man Tomatenmark nicht pürieren „muss“ ;). Wir sind aber leider beide kochfaul (schade, in einer Beziehung sollte finde ich ja mindestens eine Person gerne kochen 😉 ) und uns ist es uns schlicht zu mühsam, so viel zu schnippeln und alles noch mal durch ein Sieb zu streichen.

      Durch Zero Waste kochen wir nämlich ausschließlich mit unverarbeiteten Zutaten – und da kochen bei uns eher (wie putzen) ein notwendiges Übel als ein Hobby ist, sind wir froh, wenn wir auch mal Schritte abkürzen können.

      Liebe Grüße,
      Shia

  3. Alexandra B.

    Wie hast du gelernt regional und saisonal zu kochen? Das Internet ist voll mit allerlei Rezepten. Aber da finde ich nicht so richtig was. Hast du Buchtipps oder Links? 🙂
    Es ist für mich harte Arbeit mein Kochverhalten so umzustellen, weil man alles neu denken muss. Und da brauche ich einfach Inspiration.

    • Hi Alexandra,

      wir kochen einfach inzwischen mehr nach „Mustern“ als nach festen Rezepten. 🙂 Bei Gemüsesuppe kommt einfach das Gemüse rein, was gerade da ist, genauso bei unseren Gemüsepfannen. Da das immer etwas variiert schmeckt’s auch nie gleich und wird so nicht so schnell langweilig!

      Hier habe ich aber durch eine schnelle Ecosia-Suche (ich benutze natürlich Ecosia statt Google & Co. 😉 ) Tipps für Kochbücher mit regionalen und saisonalen Rezepten.

      Wir fragen auch mal Hannos Oma, denn die kocht ganz „klassische“ Sachen – und früher gab es halt nur saisonale Zutaten! Klar, die Rezepte veganisieren wir dann. Generell sind viele Klassiker da gut aufeinander abgestimmt: Ratatouille, die meisten Eintöpfe usw. Und bei vielen Gerichten braucht man ja auch nicht sooo viele unterschiedlichie Zutaten. Bei uns gibt’s auch mal einfach nur Rotkohl mit Kartoffeln ohne Fleischersatz – das, was wir früher in der Mensa immer als „Beilagen-Kombi“ bezeichnet hatten! 😀 Oder eine Bratkartoffel-Pfanne mit Zucchini oder so.

      Liebe Grüße,
      Shia

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