Tiny Living – Warum weniger Wohnraum gut fürs Klima ist 🏠💚🌍

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Weniger ist mehr. Mehr Lebensqualität, aber auch mehr Nachhaltigkeit – sagen die Minimalisten. Nun gibt es seit einiger Zeit einen neuen Trend – minimalistisch Wohnen! Aber das nicht etwa bei der Einrichtung, also wenig Gedöns, das rumsteht und so! Nein, bei der Wohnfläche! Tiny Living nennt sich das – wohnen auf wirklich minimalen Raum, in Wohnungen und Häuschen zwischen 15 und 40 m2. Das macht auch Shia Su, unsere Cosmo-Nachhaltigkeitsexpertin. Die lebt mit ihrer besseren Hälfte in Köln auf nur 30m2!

Warum ist denn klein leben besser für die Umwelt und fürs Klima?

Es gibt vier entscheidende Bereiche, wo wir im Alltag viel CO2 verursachen. Und das sind nach dem Umweltbundesamt Auto fahren, – klar – Fliegen, der Fleischkonsum – und eben unser Wohnraum! Je größer der Wohnraum, desto mehr Energie verbrauchen wir, vor allem beim Heizen. Da standardmäßig in Deutschland immer noch mit fossilen Energieträgern geheizt wird, verursachen wir dabei viele Treibhausgase.

Wir tendieren ja außerdem alle irgendwie dazu, Wohnungen – ich sag’ jetzt mal – auch “auszufüllen”. Heißt: Wir kaufen mehr Möbel, größere Elektrogeräte und mehr Schnick-Schnack, da mehr Stauraum. Da ich nur 30m2 habe und die mir auch noch teile, überlege ich mir natürlich ganz genau, ob und was ich kaufe. So ’ne kleine Wohnung reduziert also als Nebeneffekt auch den Konsum – und das schont auch noch mal Ressourcen.

Shia, was ist das Fazit so nach über 15 Jahren? Momentan teilst du dir ja eine 30m2 Ein-Zimmer-Wohnung mit deinem Partner…

Keiner von uns beiden will wieder in eine große Wohnung ziehen! Wir sind auch schon über 15 Jahre zusammen und die größte Wohnung, die wir in der Zeit hatten, hatte 55m2 und das hat uns nicht so gefallen. Wir hatten gar nicht auf dem Schirm, wie viel mehr Hausarbeit da anfällt! Wir sind definitiv ordentlicher in einer kleinen Wohnung, weil Putzen einfach so schnell geht und in der großen Wohnung waren wir oft zu faul, die Dinge direkt wieder zurück zu räumen, weil halt nicht alles in Greifreichweite war. Es gibt sicherlich Leute, die Freude am Aufräumen und Putzen haben, aber wir nicht! Wir sind sehr froh, nicht so viel Zeit darauf verwenden zu müssen, unser Zuhause wohnlich und in Stand zu halten.

Aber wirkt sich das nicht negativ auf eine Beziehung auf so engem Raum? Man kann sich ja schwer aus dem Weg gehen?

Ganz im Gegenteil! Ich bin ja voll davon überzeugt, dass das sogar gut für die Beziehung ist! Da merkt man schnell, ob man wirklich zusammenpasst oder den anderen nur in guten Zeiten erträgt. Ich finde, auf so kleinem Raum zu zweit zu wohnen ist gut für die Beziehung, gerade weil du dir nicht dauerhaft aus dem Weg gehen kannst. Das heißt, Probleme kommen auch wirklich auf den Tisch und werden so auch aus der Welt geschaffen werden. Das tut der Kommunikation gut – und ich finde, dass eine offene und ehrliche Kommunikation in jeder Beziehung wichtig ist.

Wenn einer von uns Ruhe oder Zeit für sich braucht, sagen wir das einfach, ist auch gar kein Ding. Mich stört es auch nicht, wenn Hanno dann im Raum ist, solange er mich in Ruhe lässt. Ansonsten geht einer von uns mal etwas spazieren oder ein Käffchen trinken.

Wenn ich jetzt auch klein wohnen möchte, um dem Klima was Gutes zu tun oder einfach, weil die Mieten teil echt extrem hoch sind, was sind so deine Tipps als langjährige Tiny-Living-Enthusiastin?

Am besten mistest du vorher groß aus – weniger Zeugs ist mehr Platz ;). Dann ist die Einrichtung ganz wichtig. Die meisten unserer Möbel sind eine Nummer kleiner und wirken leicht und luftig. Unser Sofa zum Beispiel oder mein Schreibtisch. So massive Möbel lassen eine kleine Wohnung noch kleiner wirken und nehmen nur unnötig Platz weg. Und wir achten darauf, dass die Möbel funktional, platzsparend und leicht sind. Wir haben z.B. ein Schrankbett – also ein Bett, dass sich hochgeklappt sich als Schrank tarnt – und unseren Esstisch können wir ganz klein zusammenklappen. Die restlichen Möbel sind alle leicht und schnell umgestellt, wenn’s nötig ist. Wenn wir Gäste haben können wir z.B. unseren Tisch ausklappen und als Tafel in den Raum stellen, sodass 8 Personen Platz dran haben. Das Sofa können wir als Sitzbank dran stellen. Wir haben sozusagen eine Transformer-Wohnung!

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Kategorie COSMO, Dossier, Tiny Living

5 Kommentare

  1. Wir teilen uns seit 12 Jahren 42 qm und es geht gut. Stimmt, da merkt man schnell, ob man echt zusammen passt.

  2. Liebe Shia,

    das hört sich mega spannend an, gibt es Fotos oder vielleicht sogar eine Video-Roomtour?

    Vielen Dank für deine Arbeit hier auf dem Blog 🙂
    Liebe Grüße
    Lena

  3. Hi Shia,

    woher habt ihr denn das tolle Schrankbett? Wir ziehen auch bald in eine kleinere Wohnung um und so ein Schrankbett könnte da echt was sein. 🙂

    Liebe Grüße
    Lisa

    • Hi Lisa,
      das Bett ist von Smartbett, können wir aber nicht empfehlen!! Wir hatten uns dafür entschieden, weil wir nichts Gebrauchtes, was in die Lücke gepasst hätte, finden konnten und leider unter Zeitdruck standen. Und die hatten wenigstens ihre Werkstatt in Deutschland (in der Nähe von Hannover), sodass wir das als die sozialverträglichste und ökologischte Möglichkeit, die uns zur Verfügung stand, einschätzten.

      Die Montageanleitung war die reinste Katastrophe! Die Anleitung war an mehreren Stellen fehlerhaft (!!), sodass wir Teile wieder auseinanderbauen mussten. Die Nummerierungen in der Anleitung stimmte nicht mit den Nummerierungen auf den einzelnen Teilen und den Schrauben zusammen. Es fehlten Schrauben, dafür hatten wir einen Gurt zu viel. Gut, den Stress kannst du dir sparen, wenn du dir den Aufbau von über 500€ einfach mitbuchst. 😉

      Am Ende haben wir z.T. viert mehrere volle Tage daran gewerkelt und mein Schwiegervater eine derbe blutende Platzwunde am Kopf davongetragen. Ich hoffe, das hilft dir etwas weiter! 😉

      Liebe Grüße,
      Shia

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