Stofftaschentücher statt Papiertaschentücher #SimpleSwap #ChooseReuse

Stofftaschentücher gelten als unhygienisch und altbacke. Dass sie diesen Ruf haben ist leider sehr schade, denn unhygienisch sind sie nur, wenn man sie nicht wechselt… Ich betone es immer und immer wieder: Man sollte sein Stofftaschentuch genauso häufig wechseln wie man ein Papiertaschentuch wechselt! Dass viele Stofftaschentücher auch vom Design her jetzt nicht den, ähm, aktuellsten Trends entsprechen ist hingegen wahr :D. Meine sind übrigens hässlich wie die Nacht, aber selbst da hat noch keiner mit der Wimper gezuckt, wenn ich eins heraus geholt habe und mich da rein geschnäuzt habe.

Was habe ich gelernt, seitdem ich Zero Waste lebe? So lange man alles mit einer Selbstverständlichkeit macht, fällt man gar nicht auf. Gemüse im Wäschenetz an der Rewe-Kasse? Keine Zeit, sich darüber zu wundern. Man schnäuzt sich ins Stofftaschentuch? Keiner guckt dir beim Schnäuzen ins Gesicht, alle gucken sowieso weg. Ohne Makeup aus dem Haus? Fällt keiner Sau auf, scheinbar dachten alle, ich trage sowieso kein Makeup o_O. Vergessen, sich im Sommer die Beine zu rasieren und vergessen, dass man’s vergessen hat? Offenbar guckt zumindest mir keiner auf meine kurzen Stampfer ;).

Ressourcen schonen und Geld dabei sparen

Einwegsachen kosten auf Dauer einfach mehr. Und sie sind einfach nicht ökologisch, weil immer und immer wieder Ressourcen dafür drauf gehen. Selbst Papiertaschentücher aus Recycling-Papier sind fast immer in Plastik eingepackt und müssen natürlich unter Energie- und Ressourcenaufwand produziert und hinterher wieder entsorgt werden.

Viele Großeltern haben zu Hause noch Stofftaschentücher en masse. Einfach mal nachfragen und nie wieder Geld für Papiertaschentücher ausgeben müssen! Und bevor wieder jemand (wie meine Mutter) fragt, ob das Waschen nicht auch Ressourcen verbraucht: Taschentücher sind nun wirklich so klein, dass sie in jede Wäsche noch mit reinpassen! Und was die Papierherstellung nicht an Wasser und chemischen Leckerlis verbraucht…

Weiterer Vorteil: Stofftaschentücher reißen nicht!

Formate

Ich persönlich rate von Herrentaschentücher ab. Diese sind nämlich mit ca. 45 x 45 cm bis 50 x 50cm halbe Tischdecken! Das mag als Serviette beim Essen in Ordnung sein, aber in welche knappbemessene Damenhosentasche soll das Laken bitteschön passen?? (Und warum sind Hosentaschen bei Frauenhosen immer so mini??) Außerdem verführt es dazu, die Taschentücher nicht so häufig zu wechseln – iiihhh!

Damentaschentücher sind mit 25 x 25cm bis 30 x 30 cm schon etwas alltagstauglicher, wie ich finde. Das ist etwas größer als so die normalen Papiertaschentücher. Man findet sie meistens mit „Oma-Motiven“ wie bestickten Blümchen oder sogar mit Rüschenrändern. Sexy!

Ich benutze aber tatsächlich hauptsächlich Kindertaschentücher (ca. 20 x 20cm), denn die sind genauso groß wie die gewohnten Papiertaschentücher und auch genauso schnell vollgeschnöddert. Die perfekte Größe um schnell wieder gegen ein Frisches eingewechselt zu werden. Es gibt sie in den unansehnlichsten Farbkombinationen und Motiven, z.B. mit deformierten Zeichentrick-Figuren, die es nie ins Fernsehen geschafft haben, oder den hässlichsten Katzen der Welt. Raarrrr!

Mein Mann hat es ganz geschickt gemacht. Er hat sich für die motiv- und dekorationslosen 20 x 20cm Baby-Wipes aus Baumwollflanell geholt, die auch auf dem Titelbild zu sehen sind. Diese Tücher sind schön dick und fest und können auch als Waschlappen oder sogar zum Abschminken genommen werden. Ich mag sie vor allem als Serviette. Zum Naseputzen mag ich sie jetzt nicht so sehr wie mein Mann, weil ich davon schneller eine rote Nase bekomme. Da sie komplett weiß sind sind sie absolut unauffällig.

Stofftaschentücher waschen

Wir waschen die Stofftaschentücher immer in einem Wäschenetz. Meistens stopfen wir sie mit der regulären Wäsche in die Maschine. Wir achten aber drauf, dass wir sie regelmäßig auch heiß waschen (z.B. mit Handtücher). Alle Taschentücher sind in der Regel bis 90 Grad waschbar.

Wer sonst nicht so heiß wäscht, kann auch die Taschentücher vor der Wäsche in eine (Rühr-)Schüssel oder einen Eimer geben und mit kochendem Wasser übergießen (Schüssel und Eimer sollten hitzefest sein!), 15 Minuten drin lassen, ggf. mit kaltem Wasser abkühlen und dann mit zur anderen Wäsche geben.

Stofftaschentücher mitnehmen

Es ist gar nicht so kompliziert, wie man erwartet: Wie man auch sonst daran denkt, eine Packung Papiertaschentücher einzustecken, denke ich dran, Stofftaschentücher mitzunehmen. Ich habe in einem alten Stoffgeldbeutel immer 7 bis 10 saubere Stofftaschentücher dabei. Ein kleines Kosmetikbeutelchen ist perfekt dafür. Wenn man Kinderstofftaschentücher nimmt, dann sind sie genauso kompakt wie ihre Gegenstücke aus Papier.

Benutzte Stofftaschentücher kommen bei uns in ein Extra-Fach im Rucksack und werden zu Hause einfach in die Dreckswäsche geschmissen. Als ich noch Hand- und Umhängetaschen hatte (sind alle inzwischen aussortiert ^^), habe ich dafür ein weiteres Kosmetikbeutelchen dabei gehabt.

Wie viele Taschentücher brauche ich?

Das ist ziemlich unterschiedlich. Ich habe 36 Kindertaschentücher und das war schon etwas knapp, als ich mal krank war. Auch sonst habe ich einen höheren Verbrauch als mein Mann, weil ich gegen so vieles allergisch bin und außerdem damit auch regelmäßig verschmiertes Augenmakeup wegwische. Inzwischen liegen wir zu Hause also bei über 80 Stofftaschentücher.

Mein Mann hat 36 Baby-Wipes und davon sind bestimmt 8 noch komplett unbenutzt. Seine Nase läuft auch nicht ununterbrochen wie meine (hat er es gut!). Wenn es also bei mir knapp ist, greif ich einfach zu seinen Tüchern :P.

Bezugsquellen

Solange sie gewaschen sind, macht es mir persönlich reichlich wenig aus, ob sie secondhand sind. Mein Mann bevorzugt bei solchen Sachen lieber vorher unbenutzte Exemplare.

Im Einzelhandel bekommt man übrigens fast keine mehr! Und wenn, dann nur die bettlakengroßen Herrentaschentücher. Ich hatte zumindest hier in der Bochumer Innenstadt alles abgeklappert, und keiner konnte mir sagen, wo es vielleicht noch welche geben könnte :(.

Am besten ist natürlich, wenn man welche selber näht, z.B. aus alten T-Shirts oder Bettbezügen. Dann sollte man aber darauf achten, dass der Stoff heiß gewaschen werden darf und am besten aus 100% Baumwolle besteht.

Secondhand

Neu

  • Kulmine (motivlose Taschentücher in verschiedenen Größen in BIO Baumwolle inkl. plastiklosem Versand | dies ist ein affiliate Link, d.h. falls ihr da bestellt, bekomme ich eine kleine Provision)
  • Blumenkinder (da hab ich einige unserer Kindertaschentücher und mein Mann die Baby-Wipes her – beides aber nicht aus Fairtrade BIO Baumwolle, die Taschentücher waren leider in Plastik verpackt)

Teile diesen Beitrag #sharingiscaring

67 Kommentare

  1. Hallo zusammen,
    ich lese dauern, dass die Stofftaschentücher wesentlich sanfter zur Nase sind. Meine Erfahrung sagt mir was anderes. Ich habe mir welche aus 100% Baumwollen gekauft und die fühlten sich schon vor dem ersten Waschen kratzig an, ich dachte aber das legt sich bestimmt, also erstmal alles in die Waschmasch. Ich wasche seit einiger Zeit mit einem Mineralien-Waschball und einem Löffel extra Waschsoda, weil unser Wasser super hart ist. Leider sind die Taschentücher danach erstmal voller Fusseln gewesen, wie Fusselfangtücher 🙁 und einfach steinhart. Der Rest der Wäsche ist nicht so. Ich habe sie tapfer trotzdem benutzt und nun die nächste Waschladung gemacht. Dieses Mal im Wäschenetz, wegen der Fusselanziehungskraft, habe immer noch nicht alle abbekommen und leider sind sie wieder super kratzig. Also wenn ich mir vorstelle ich uss die bei einer Erkältung benutzen graust es mir.
    Wie kann man die denn weich bekommen?! Der Rest der Wäsche ist ja nicht so hart und kratzig. :/
    LG
    Anni

  2. Pingback: Stofftaschentücher sind wunderbar weich zur Nase ein Umstieg lohnt sich | Plastikfreier leben

  3. Pingback: Taschentücher. Nachhaltig. | Hundertsand

  4. hallo,
    ich bin auch ganz begeistert von den tofftaschentüchern und habe sie jetzt zum ersten mal mit dem kastanienwaschmittel gewaschen – aber leider sind sie gar nicht sauber geworden.
    das mittel hat alle handtücher wunderschön reingeschwaschen, aber in den taschentüchern hängen immer noch reste…. obwohl ich sie vorher sogar mit kochendem wasser abgebrüht hatte.
    kennt ihr das problem? liegts am waschmittel? (habs nach dem rezept hier auf dem blog gemacht)
    freu mich von euch zu hören,
    anne

    • Ich glaube das Abrühen hat das im, ähem, Nasensekret enthaltene Eiweiß fixiert/denaturiert. Versuch es mal ohne.

    • Hi Anne, hi Max,
      wie auch sonst beim Wäschewaschen achten wir darauf, die Taschentücher nicht komplett zusammengeknüllt und eng befüllt in einem Wäschebeutel zu waschen, damit überall Wasser und Waschmittel hinkommt, und bisher sind wir immer gut damit gewaschen. Das Einzige, was manchmal nicht ganz rausgeht sind Makeup-Reste, weil ich wasserfeste Schminke (noch) benutze.
      Bei uns ist auch beim Überbrühen noch nie Eiweiß aus dem Nasensekret denaturiert, aber kann schon gut sein, dass es passiert ist und halt wieder abgewaschen wurde?
      Liebe Grüße,
      Shia

  5. Hey Shia,

    seit einigen Monaten bin ich auch auf Stofftaschentücher umgestiegen, aber hatte das Glück, nach langem hin- und herüberlegen wo ich welche kaufe, dass meine Mutter noch alte und schöne von meinen Großeltern über hatte. 🙂
    Also doppelt gespart 😉 keine neue Produktion und keine Lieferei!
    Danke für diesen tollen Tipp.

  6. Hallo,

    lustigerweise bin ich auf deinen Blog gestoßen nachdem ich beschlossen hatte lieber Stofftaschentücher zu verwenden. Ich habe hier viele schöne und so einfach umzusetzende Ideen gefunden, die ich demächst ausprobieren möchte.
    Allerdings kam gleich mit dem verlängerten Wochenende ein kleines Problem auf. Ich habe mir natürlich pünktlich eine Erkältung eingefagen. Glücklicherweise hatte ich schon von meinem Opa die großen Stofftaschentücher mitgenommen, so dass der Vorrat ausreiuchend groß war. Auch selbstgeernteten Tee trinke ich schon seit Jahren (Die gekauften mit Plastehüllen versuche ich gar nicht mehr zu verwenden, auch wenn die angeblich biologisch abbau bar sind… ich vermute erst in hunderten von Jahren….) . Nur wie mache ich das mit den Hustenbonbons am besten? Wenn ich erkältet bin brauche ich relativ viele um meinen Hals zu beruhigen, da hilft ab einem gewissen Punkt nämlich leider auch kein Tee trinken mehr. Leider sind aber die Hustenbonbons die ich bisher gesehen habe und die mir helfen fast ausschließlich in Plastik verpackt und meistens dann sogar jedes einzelne Bonbon zusätzlich zur gesamten Verpackung. Hast du da irgendwelche Ideen? Oder vielleicht sogar Rezepte um selber Bonbons zu machen?

    Liebe Grüße,
    Helena

    P.S.: Hab dein Rezept für Selbstgemachte Schokolade letzte Woche ausprobiert und sie wurde gleich begeistert aufgefuttert. Bis auf einer, der Kokos gar nicht mochte. Da suche ich noch nach Alternativen. 😉

    • Es gibt wohl welche von ricola lose in einer metalldose mit Plastikdeckel. Nicht perfekt, aber die einzelnen teile sind recycelbar, beziehungsweise die dose lässt sich weiter verwenden. Selbst habe ich so eine dose noch nicht gekauft, aber bei einer kollegin gesehen.

  7. Hallo Shia,
    vorweg: du bist die Bloggerin, die mich am meisten auf meiner Zero Waste-Reise geprägt hat. Auch auf Stofftachentücher bin ich durch dich gekommen. Wir benutzen jetzt schon eine ganze weile Stofftaschentücher. Das funktioniert einfach super, obwohl ich zugeben muss, dass ich am Anfang skeptisch war. Aber sie sind viel weicher als Papiertaschentücher und dadurch bekommt man in der Winterzeit auch keine gereizte Nase. Ich hab auf meinem Blog sogar mal durchgerechnet wieviel unterschied es im Wasser- und Stromverbrauch macht, wenn man Stofftaschentücher verwendet. Das war nämlich so ein Argument, was mir immer wieder um die Ohren gehauen wurde: „Das Waschen verbraucht doch viel zu viel Wasser. Das macht gar keinen Sinn. Ist sowieso genau so schlecht für die Umwelt.“. Aber jetzt weiß ich es genau :D.
    Liebe Grüße aus Darmstadt,
    Sarah

  8. Ich habe seit über 10 Jahren hauptsächlich Stofftaschentücher in Gebrauch. Bei Erkältung mit Fließschnupfen nehme ich konventionelle, ich benötige dann zu viele in zu kurzer Zeit. Meine sind auch von Aldi, einmal im Jahr stocke ich auf und sortiere dünn gewordene aus. Die dünnen benutze ich dann zum „Sieben“, Waschnusssud oder Haartee oder angesetzter Kräuteressig färbt den Stoff dauerhaft ein. Wenn sie dann unansehnlich sind, tja, dann sind sie durch und dürfen den Weg alles irdischen gehen.

    Ich finde, dass die Aldi Taschentücher recht dünn sind, ich lege sie immer doppelt. Das ist auch der Grund, warum ich mir demnächst einen Schwung richtig gute von Kulmine oder so kaufen will.

    Danke für den interessanten Beitrag!

  9. Ich habe meine aus einem alten Jersey-Bettuch geschnitten. 15×15 cm. Vorteil: kein Nähen, da ribbelt sowieso nichts auf. Nachteil evtl.: ist nicht 100% Baumwolle, hat einen Elasthan-Anteil. Aber da ich das Bettuch eh da hatte…. offiziell waschbar bei 60, ich wasche sie aber auch hin und wieder bei 90 Grad.

  10. Ich nutze auch Stofftaschentücher. Nachdem ich schrittweise (fast) alle Einwegprodukte ausgewechselt habe, bin ich seit zwei Monaten auch bei Stofftaschentüchern angekommen. Zurzeit stocke ich meinen Vorrat auf, weil ich gemerkt habe, dass ich bei einer Erkältung mehr brauche.
    Nun hab ich aber eines festgestellt und wollte mal fragen, wie es dir damit geht… Also: Oft werde ich unterwegs gefragt „Ella, hast du mal ein Taschentuch?“ Und obwohl ich stets saubere dabei habe, verneine ich, weil ich keinem ein Stofftaschentuch geben mag. Zum einen ist es mir irgendwo „peinlich“ bzw. ich mag keine Erklärungen abgeben, warum ich keine aus Papier habe. Zum anderen möchte ich mein Gegenüber nicht in die unangenehme Situation bringen, mir ein vollgeschnoddertes Tuch zurück geben zu müssen. Und ich selbst weiß auch nicht ob ich das will… Wie gehst du in solchen Situationen vor? Was machst du da?

    • Hallo Ella, ich würde genauso handeln. Ich habe zwar noch keine Stofftaschentücher, kaufe aber auch keine Papiertaschentücher mehr. Ich muß erst noch meinen Vorrat abarbeiten 😉
      Für mich wäre es auch unangenehm, in ein sauber gewaschenes fremdes Stofftaschentuch zu schneuzen.

      • Hi Elke,
        ach, ich fände das mit einem sauberen Fremdtaschentuch gar nicht schlimm. Denn dann dürfte ich auch nicht mehr im Hotel übernachten XD. Denn was da in den Betten an Sport getrieben wird, und vor allem von wie vielen… Äh, ja ;).
        Liebe Grüße,
        Shia

    • Hi Ella,
      ich muss zugeben, dass ich nur noch selten gefragt werde ;). Und wenn, dann frage ich meistens direkt weiter, Leute am Nebentisch im Café, in der Kneipe, in der Bahn… Irgendwer hat schon eins dabei :D. Wen es nicht stört, der kann gerne ein sauberes Stofftaschentuch von mir benutzen, das sie selber in meinen Beutel für dreckige Taschentücher tun können. Ehrlich gesagt hatte ich mir in den Situationen nie irgendwelche Gedanken darüber gemacht XD. Und beschwert hat sich auch noch keiner ;).
      Liebe Grüße,
      Shia

  11. Hallo, bin eben erst auf diese Seite aufmerksam geworden. Also ich muß sagen, ich finde sie echt toll. Ich habe jetzt mal eine Frage zum selber-Taschtücher-nähen. Kann man da eigentlich auch alte, kaum benutzte, einfache Biberlaken benutzen? Ich habe noch so viele und weiß sie nicht zu benutzen. LG Elke

    • Hi Elke,
      theoretisch geht alles :D. Ich selbst hab’s allerdings nicht ausprobiert. Ich meinte aber, dass die liebe Steffi vom Blog Zero Waste Familie sich ihre auch aus Bettlaken genäht hatte. Und ich meine, wenn dir der Stoff an der Nase dann doch nicht gefällt, kannst du ja einige der genähten Taschentücher noch zusammen nähen und als Lappen benutzen :).
      Liebe Grüße,
      Shia

  12. dorothea

    Ich benutze seit etwas über einem Jahr Stofftaschentücher und bin begeistert. Ich habe mir bei ebay 200 stück nach und nach besorgt, ich finde allerdings die blümchenmuster, spitzenumrandung und auch die märchenfiguren auf den kindertaschentüchern sehr hübsch! naja, mein geschmack ist generell etwas altomisch. 😉
    was mir wirklich zu den ohren raushängt ist das waschargument. ich glaube nicht dass mein ökostrom in meiner sparsamen maschine und mein selbst gemachtes kastanienwaschmittel so wie das anschließende trocknen auf der leine so energieintensiv sind wie die herstellung, transport und entsorgung ständig neuer taschentücher. jedes mal wenn ich wasche bin ich überrascht wie hoch mein verbrauch an taschentüchern ist und was für müllberge ich dadurch einspare. ach ja, und geldberge übrigens auch wo ich schon beim thema gebirge bin. 😉

    • Hi Dorothea,
      oh, 200 Stück ist definitiv nicht schlecht ;). Ich habe mir jetzt auch noch mal so um die 80 Stück über ebay und ebay-Kleinanzeigen besorgt, um die Heuschnupfensaison gut zu überstehen XD. Naja, und weil die Taschentücher von meinem Mann aus Baumwollflanell inzwischen echt langsam aufgebraucht wirken. Ist schon echt erstaunlich, weil meine noch genauso aussehen wie als ich sie gekauft hatte! Naja, von den kleinen schwarzen Sprenkeln, die vom Makeup-Abwischen kommen mal abgesehen… Die lassen sich leider nicht rauswaschen, seufz. Blödes super-duper-haltbarens, wisch- und wasserfestes Makeup XD! Und jupp, genauso wie dir hängt auch mir das Waschargument echt zu den Ohren raus! Mir wollte jetzt im Urlaub in London auch ein Barista darüber weismachen, dass doch bestimmt der Coffee-to-go-Becher weniger Ressourcen verbraucht als die Tasse einfach abzuwaschen o_O! Ähhh, wie bitte nochmal?? Oh je XD!
      Also, ich sehe das genau wie du – Kastanienwaschmittel + Ökostrom ist da sicherlich umweltfreundlicher ;)!!
      Liebe Grüße,
      Shia

      • Liebe shia,

        Dieser barista braucht definitiv ein neues hirn. Ich trainiere seit einiger Zeit meinen Kollegen ab die plastikbecher für die Patienten in der notfallambulanz zu benutzen und bin auch immer wieder erstaunt über deren Gründe wieso das umweltfreundlicher sein soll anstatt sich ein glas zu holen..
        Auf jeden fall bin ich derzeit im Urlaub und habe leider nicht damit gerechnet mir einen infekt einzufangen. Daher musste ich gestern notgedrungen das erste mal seit langer Zeit wieder Papiertaschentücher benutzen und ich muss sagen die dinger wiedern mich richtig an. Was für eine Verschwendung von Ressourcen und wie konnte ich die jemals freiwillig benutzen.. zum Glück sind die dreissig mitgereisten stoffis wieder sauber und trocken.
        Liebe grüße,
        Dorothea

  13. Hi,

    Stofftaschentücher nähen steht für heute auf dem Plan bei mir.

    Bislang habe ich mich immer noch in Papier geschnäuzt und dann war meine Haut unter und an der Nase immer rot und wund. Das ist vielleicht unangenehm.

    Mein Männe (und auch seine Kollegen) bekommt schon seit Jahren jedes Jahr zum 1. Mai von seinem Arbeitgeber einen Obolus und dazu ein Stofftaschentuch. Mittlerweile hat er eine ganze Schublade voll davon. Aber er nutzt die bislang noch nicht wirklich (da ist dann noch ein wenig Überzeugungsarbeit meinerseits gefragt). Er möchte lieber Papier. Mittlerweile habe ich ihn da aber schon soweit, dass er da lieber einen Pappkarton anstatt diese 10er-Packs in Plastik nimmt.

    Na, schau´n wir mal. Vielleicht nimmt er ja doch bald lieber Stoff als Papier. Und das Waschen ist auch kein Problem für mich. Das kommt ganz einfach normal mit in die Wäsche.

    LG von Karin

    • Hi Karin,
      ja, ich finde Stofftaschentücher auch viel sanfter für die Nase :). Und find ich toll, dass dein Mann zumindest nun nicht mehr diese schrecklichen 10-er Packs in Plastik nimmt, das ist doch schon mal etwas ;). Und ich denke, wenn er sich ein paar Mal in Stofftaschentücher geschnäuzt hat, wird er auch merken, wie angenehm es ist, dass sie absolut reißfest sind. Und ehrlich gesagt denke ich inzwischen eher daran, wie viel Chemie eigentlich in diesen ganzen Sachen steckt… Früher hab ich meine Mutter immer ausgelacht, wenn sie von solchen Sachen erzählt hat oder meinte, dass man vieles nicht weiß und sie es klüger findet, das Risiko wenn es geht zu vermeiden. Heute beschäftige ich mich ja auch damit und finde es erschreckend. Ich habe auch mal kurz in der Politik gearbeitet und kann nicht mehr sagen, dass ich Vertrauen in Grenzwerte und Richtlinien habe. Politische Strategie, Beziehungspflege und Umstände haben einfach einen größeren Einfluss auf Abstimmungsverhalten und Entschlüsse als Gutachten und Expertisen. Und auch klar: Wo kein Kläger, da kein Richter…
      Aber jetzt bin ich abgeschweift XD… Ich freue mich auf jeden Fall über eure Umstellungen!
      Liebe Grüße,
      Shia

  14. Liebe Shia,

    du hast mich überzeugt! Soeben habe ich in mein erstes Stofftaschentuch seit zig Jahren gescneuzt und es war toll. Es ist viel weicher und angnehmer und nachher fliegt es mit den Handüchern in die 60 Grad Wäsche. Da schwimmt ja manchmal auch ein Papiertaschentuch mit – ihh und dann gibts Fussel.
    Warum habe ich mich eigentlich so lange geziert. Ich lese seit einiger Zeit auf Zero Waste Seiten, manches habe ich schon vorher so gemacht und einiges stelle ich jetzt nach und nach um (die Vorräte müssen ja zuerst aufgebraucht werden). Doch auf meine ständig benötigten „Tempos“ wollte ich nicht verzichten, habe ich doch schon lange keine mehr im Plastiktütchen gekauft. Du hast das Thema aber so anschaulich und praktisch geschildert, dass ich dachte: „Jetzt gilts, das schaffst du auch“ . Die Idee mit dem Wäschebeutel hat mich überzeugt. Falls mich jemals jemand darauf ansprechen wird freue ich mich jetzt schon ganz locker zu sagen: “ Das macht weniger Müll und meiner Nase tut es auch gut“.
    Leider habe ich die meisten meiner Kindertaschentücher vor einigen Jahren mit einem Hilfstransport nach Afrika geschickt – nun ja jetzt wird eben auch in Afrika in Stofftaschentücher geschneutzt ;). Ich werd schon noch irgenwo welche herbekommen.

    Deine Seite ist richtig toll und inspirierend, vielen Dank für deine Tipps.
    Liebe Grüße Jutta

    • Hi Jutta,
      ja, ich finde es auch viel angenehmer, mich in reißfesten, weichen Stoff zu schnäuzen! Das mit der Wäsche, also, dass kein Papiertaschentuch mehr rein gerät, hat auch mein Mann sehr gelobt! Er ist nämlich derjenige, der bei uns immer wäscht – und ich diejenige, die regelmäßig ihre Klamotten mit Papiertaschentücher in den Taschen in die Wäsche schmiss *räusper*. Er hat zwar immer noch mal kontrolliert, aber manchmal rutschte natürlich doch was (ich habe z.B. eine Jacke mit so einigen versteckten Taschen :D) durch und überall waren die blöden weißen Fussel… Das einzige, was er am Anfang etwas bemängelt hatte, war, so viele „friemelige“ Taschentücher zusammenzulegen. Daraufhin meinte ich, dass es für mich auch voll OK wäre, die einfach alle in ein Glas zu stopfen und bei Bedarf halt zerknitterte rauszunehmen. Äh, ja, er schüttelte nur missbilligend den Kopf und sagt seitdem, dass das Zusammenlegen ja gar nicht so schlimm sei XD.
      Übrigens kann man sich auch aus Stoffresten Stofftaschentücher nähen, sofern man nähen kann und man passende Stoffreste zu Hause hat :).
      Liebe Grüße,
      Shia

      • Hallo Shia,
        dankeschön für deine Antwort. Nähen ist kein Problem, aber ich frag mal zuerst im Bekanntenkreis ob jemand noch ungenutzte Stabel herumliegen hat. Vieleicht löse ich dann einen Stofftatü-boom aus ;).
        Viele Grüße und einen schönen Sonntag
        Jutta

        • Hi Jutta,
          perfekte Lösung würde ich sagen :). Ich drücke die Daumen, dass sich welche finden :)!!
          Liebe Grüße,
          Shia

  15. Hallo Shia,
    von meiner Oma habe ich einige Taschentücher aus ihrem Vorrat (schon mehrere Jahrzehnte in ihrem Wäscheschrank gelagert) geschenkt bekommen. Mit pastellfarbenen Häkelkanten (naja). Leider waren damals wohl neutrale Stofftaschentücher nicht so in Mode.
    Die Umgewöhnung klappt ganz gut. Nur im Büro habe ich immer noch die plastikfreie Recycling-Taschentücherbox vom DM Markt. Für mich ein guter Kompromiss für den Anfang.
    Liebe Grüße Britta.

    • Hi Britta,
      lol, ich glaube, meine hässlichen Kindertaschentücher trumpfen die allemal ;)! Muss echt mal Fotos davon machen XD…
      Und find ich total cool, dass du den Stofftaschentüchern überhaupt eine Chance gibst!! Mach so, wie du dich wohl fühlst! Das finde ich sehr wichtig! Was bringt es, sich zu quälen? Und man braucht immer etwas Zeit, sich umzugewöhnen, wir sind doch alle Gewohnheitstiere ;).
      Liebe Grüße,
      Shia

  16. Hi Shia,
    Ich bin auf deinen Blog gestoßen, als ich „Stofftaschentücher“ gegoogelt habe (hihi), nachdem ich den Kommentar gehört hatte, ob Stofftaschentücher zu verwenden nicht total unhygienisch und für mein Alter unbequem sei.
    Nach dem Lesen dieses einen Artikels war ich begeistert von deinem Blog und habe beschlossen, auch andere tolle Ideen wie z.B.die Kastanienwäsche oder Roggenmehl für die Haare auszuprobieren.
    Auch ich bin für heutige Verhältnisse „normal“ und sogar auf einem konventionellen Bauernhof aufgewachsen und bin zu faul, um mein ganzes Leben umzukrempeln ^^ habe aber zB schon ein halbes Jahr vegetarisch gelebt und ein Jahr nur Second-Hand-Kleidung gekauft.

    Du sprichst mir mit deinen Beiträgen aus der Seele. Wir haben dieses Vorurteil, umweltfreundlich zu leben koste so viel Zeit und Geld, schon so verinnerlicht, dass wir gar nicht sehen wie einfach es sein kann. Nur mit dem Backpack unterwegs, ohne Konsumzwang- und Druck habe ich gemerkt, auf wie viele Dinge ich eigentlich verzichten kann (zB 10 verschiedene Cremes oder Papiertaschentücher) und was ich wirklich brauche um zufrieden zu sein.
    Dein Blog gibt dazu gaaanz viele tolle Ideen! Also großes Lob dafür, was ihr macht! Und vor allem muss ich dir noch sagen, dass ich dich unglaublich sympatisch finde. Du siehst alles nicht so eng, du lebst ein veganes und fast (verpackungs)FREIES Leben und trotzdem bleibst du humorvoll und offen & verurteilst du Andere nicht, die sich dafür interessieren aber noch nicht so weit sind oder es bevorzugen, anders zu leben. Weiter so!!

    Ganz liebe Grüße aus Österreich,
    Eva 😉

    • Hi Eva,
      na, bei all dem, was du erzählst, lebst du gar nicht so „normal“ ! Ich glaube nicht, dass die meisten Leute mal probieren, ein Jahr lang nur secondhand Kleidung zu kaufen oder mal vegetarisch zu leben. Oder mal mit dem Backpack losziehen ;). Find ich aber natürlich klasse :D!
      Und ich denke immer: Einfach irgendwo anfangen (am besten natürlich bei den Sachen, die einem leicht fallen – warum sich das Leben unnötig schwer machen ;)?)! Wir hatten auch nicht vor, komplett zero waste zu leben, hat sich halt ergeben.
      Und wegen verurteilen: Ich HASSE es, wenn Leute „übergriffig“ werden, wie ich es immer nenne. Ich lebe mein Leben, wie ich es für richtig halte, und ich finde, dass mir da keiner reinzureden hat (selbst meine Mutter hat irgendwann verzweifelt das Handtuch geworfen ). Und das gilt natürlich auch für die anderen, wie ich finde. Ich kann die Sachen finden, wie ich sie finde, aber jeder sollte seine eigenen Entscheidungen im Leben treffen (sollen und können). Genauso wie auch jeder seine Entscheidungen zu verantworten hat – äh ja, ich bin auch der Meinung, dass man die Suppe auszulöffeln hat, wenn man Scheiße gebaut hat ;). Beides gehört halt zum mündigen Dasein dazu, auch wenn das Letztere eher etwas Unangenehmes ist ;).
      Und klar, jeder hat andere Grenzen, ist doch voll OK. Und was soll ich mich andauernd darüber aufregen, was andere machen? Da macht es doch mehr Sinn, zu gucken, wie ich an mir selbst arbeiten kann, oder? Hab doch selber genug Baustellen und eine eigene Nase, an die ich fassen kann. Und das Leben ist zu kurz, um die ganze Zeit nur aufzuregen, das gibt nur unschöne Falten, und jünger werd ich auch nicht mehr . Auch zu kurz übrigens, um sich unnötig lange mit Trollen und Vollpfosten aufzuhalten – einfach umfahren und weiter geht’s . Ähm, ja, gut, dass du mich nicht als „nett“ bezeichnet hast, denn das bin ich gar nicht… Aber ich mag meine Ecken und Kanten und mich muss ja auch nicht jeder mögen ;).
      Ganz liebe Grüße,
      Shia

  17. Danke für deinen so anregenden Blog. Ich bin über die cakeinvasion hier gelandet. Du hast mich echt zum Nachdenken gebracht.
    Der erste Schritt ist damit getan, dass ich bei eBay-Kleinanzeigen ein „Omi-Vermächtnis“ in Form eines tollen Stapels Taschentücher erstanden habe.

    • Hi Eva,
      cool, da hast du ja einen guten Fang gemacht ;). Freut mich total, dass du dich ebenfalls um Nachhaltigkeit und Umweltschutz bemühst ❤️!!! Immer weiter so :)!
      Liebe Grüße,
      Shia

  18. Liebe Shia,

    Meine ganze Familie nutzt seit einem Jahr die Stofftaschentücher und wir würden sie trotz anfänglicher hygienischer Bedenken nicht mehr hergeben. Die Nasen sind weniger gerötet. Es wäre für uns bei der Umstellung auf Zero Waste insgesamt sehr teuer gekommen, wenn wir sie alle gekauft hätten. Wir haben aber vom Aussortieren alte Bettwäsche etc gehabt und haben daraus Taschentücher geschnitten und vernäht. Manche schauen sogar ganz gut aus, manche tun ihren Dienst- sagen wir mal so. Wir mögen auch lieber die Damengröße bei den Taschentüchern, wie du, und der weiche Flanellstoff von der Bettwäsche ist toll für empfindliche Riechkolben!

    Liebe Grüße von Steffi

    • Hi Steffi,
      find ich total toll, dass ihr sie aus aussortierter Bettwäsche genäht habt :)!! Ich wollte mir auch bald mal wieder eine Nähmaschine ausleihen, um aus einem Geschirrtuch, das meine Mutter als Polsterung in einem Päckchen an mich verwendet hat, einen Nussmilchbeutel zu nähen, und vielleicht ist dann noch genug Stoff für einen Beutel drin :).
      Ich war letzte Woche in einem neueröffnetem Café bei uns in Bochum, und ich habe ein Stofftaschentuch verloren. Ich habe dort angerufen und bin am nächsten Tag hingegangen (dort war es aber nicht). Es war mir ja schon unangenehm, zu fragen, ob sie für mich ggf. ein benutztes Taschentuch zur Seite legen kann… Die Besitzerin war aber total lieb und hat mir Stofftaschentücher angeboten! Sie hat wohl noch irgendwo in einer Kiste zu Hause noch welche, und will sie mir raussuchen und schenken!! Was für nette Menschen es nicht gibt ❤️!
      Und ja, das mit den weniger wunden Nasen kann ich nur bestätigen!!
      Liebe Grüße,
      Shia

  19. Ich verwende auch schon immer Stofftaschentücher und bin damit sehr zufrieden. Sie sind vor allem viel sanfter zur Nase, wenn man Schnupfen hat!

    lg
    Maria

    • Hi Maria,
      stimmt, ich finde die Stofftaschentücher auch sanfter für die Nase :). Und ich finde es toll, dass sie reißfest sind!
      Liebe Grüße,
      Shia

  20. Hallo, also ich benutze schon mind. 20 J. keine Papiertaschentücher mehr. Einzige Ausnahme: starker Schnupfen. Da nehme ich lieber was aus Papier und weg. Aber das ist einmal im Jahr! Stimmt übrigens nicht, daß Stofftaschentücher schwierig zu kaufen sind. Aldi , z. B. hat regelmäßig welche im Sonderverkauf. Damen- Herren- Kinderausführung! 🙂 LG, Udl

    • Hi Udl,
      das erklärt, warum ich das nicht wusste – ich war bestimmt schon seit 2 Jahren in keinem Aldi (oder Lidl) mehr. Muss mal meine Mutter darauf ansetzen :D. Aber ich sammle auch schon Stoffreste und wollte mir sowieso bald wieder mal eine Nähmaschine ausleihen, um mir einen Nussmilchbeutel zu nähen :).
      Liebe Grüße,
      Shia

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.