So geht’s ein bisschen nachhaltiger in den Urlaub

Jeden Sonntag gibt es um 15:30 Uhr bei COSMO-Radio von mir etwas zu Nachhaltigkeit auf die Ohren! COSMO ist das internationale und interkulturelle Hörfunkprogramm und eine gemeinschaftliche Produktion von den öffentlich-rechtlichen Sendern WDR, Radio Bremen und Rundfunk Berlin-Brandendenburg.

Zu empfangen in NRW auf 103,3 MHz, in Bremen und Teilen Niedersachsens auf 96,7 MHz, in Bremerhaven auf 92,1 MHz und in Berlin und Umgebung auf 96,3 MHz.

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Es sind Sommerferien und die, die noch nicht ausgeflogen sind, haben es noch vor. In Auto, Fernbus, Bahn und Flieger geht es in den wohlverdienten Urlaub. Und klar, gerade im Urlaub möchte man ja mal alle Fünfe gerade sein lassen. Das bedeutet allerdings meistens, dass mehr Müll anfällt. Mir wie jeden Sonntag zugeschaltet ist Shia Su, unsere COSMO-Nachhaltigkeitsexpertin.

Shia, warum hat Urlaub denn auch was mit Müll zu tun?

Im Urlaub verfallen viele leider ein bisschen in so eine “nach mir die Sintflut” oder so eine “Kein Bock“-Mentalität, gerade, wenn man im Ausland unterwegs ist. Erst gestern hat mir eine Bekannte erzählt, dass sie mal gesehen hat, wie andere Urlauber neben ihr am Strand ihren Müll einfach im Sand verbuddelt hatten statt ihn wenigstens im nächsten Mülleimer zu entsorgen! Neben mir im ICE saß letztens auch eine ganze Familie auf dem Weg in den Urlaub. Die hatten sich vorher noch bei einer Fastfoodkette groß mit Essen eingedeckt und haben einen riesigen Müllberg auf ihrem Platz hinterlassen. Statt sich darum zu kümmern haben sie sich einfach umgesetzt!

Ich meine, ich kann verstehen, dass man im Urlaub halt mal ‘ne Pause vom Alltag haben möchte. Kochen, Putzen und Müll runter tragen möchte ich im Urlaub ja auch nicht. Aber ein paar kleine Kniffe reichen ja meistens, damit man auch im Urlaub nicht zum Müllmonster wird.

Wie kann ich bei großen Reisen – im Fernbus, Zug, Flieger – nachhaltiger unterwegs sein?

Naja, Flugreisen haben eine mega-schlechte Umweltbilanz – ist ja kein Geheimnis. Ich bin ja dafür, auch mal das eigene Land oder angrenzende Länder zu erkunden, statt immer ganz weit weg zu wollen. Und das geht wunderbar mit dem Zug, Fernbus oder auch mal aufm Rad. Schont auch den Geldbeutel. Auf meiner Liste steht z.B. ‘ne schöne Radtour am Rhein entlang und wandern in den Alpen. Wir sind auch mal vor ein paar Jahren mit dem Zug nach London gefahren, das war mega-entspannt und viel stressfreier als fliegen!

Außerdem packe ich immer extrem leicht. Meine absolute Obergrenze an Gepäck ist mein normaler Rucksack plus eine mittelgroße Sporttasche. Das ist nicht nur viel praktischer, sondern verringert auch Transport-Emissionen. Das schlägt jetzt im Zug nicht so zu buche, aber wenn du fliegst zählt jedes Kilo weniger, einfach weil Fliegen so krass viele Treibhausgase in die Atmosphäre schleudert.

Wie ist das bei, ich sag mal, kleinen Reisen? So auf dem Weg zur Arbeit, Uni und so?

Wenn’s geht natürlich am besten mit dem Rad oder mit den Öffis. Oder kombiniert, mit dem Rad in der Bahn zum Beispiel! Je mehr Menschen den öffentlichen Nahverkehr nutzen, desto besser wird auch die Infrastruktur. Angebot und Nachfrage und so. Und dann treffen wir natürlich müllmäßig da auf die üblichen Verdächtigen: Der Coffee-to-go-Becher morgens, das belegte Brötchen vom Bäcker in der Papiertüte oder häufig auch schon fertig verpackt in Plastik oder die Apfelschorle in der PET-Flasche. Einfache Abhilfe – übrigens auch im “großen Urlaub” – verschaffen eine einfache Trinkflasche, ein eigener, wiederverwendbarer Thermobecher und eine Brotdose. Meiner Erfahrung nach ist es viel einfacher, an Bahnhöfen die Sachen in die mitgebrachten Behältnisse zu bekommen als Auskunft darüber, was von dem, was die da im Sortiment haben eigentlich vegan ist…

Coffee-to-go im eigenen Becher ist inzwischen in DE üblich geworden, aber wie sieht es mit Take Away in eigenen Dosen aus? Oder Brötchen im eigenen Beutel? Man bekommt ja wie auch an der Käsetheke schnell gesagt, dass das aus hygienischen Gründen nicht geht. Stimmt das? Was für Lösungen gibt es dann?

Es stimmt nur bedingt. Um das mal ganz einfach runterzubrechen: Es gibt Hygienebereiche, da darf dann in der Tat deine eigene Brotdose nicht rein. Der Hygienebereich ist die Küche hinten, aber auch der Bereich unter und hinter der Theke. Der Clou ist aber: AUF der Theke ist kein Hygienebereich. Du kannst also immer deine Dose oder den Beutel AUF die Theke stellen und dort befüllen lassen. Blöd ist natürlich bei Käse und solchen Sachen, dass meistens die Waage sich hinter der Theke befindet. Eine einfache Lösung ist, einfach zu fragen, ob sie es auf einem Teller – sofern vorhanden natürlich – abwiegen können. Dann können die dir einfach den Teller rüber reichen und tust es danach selbst in deine Dose. Dann sind alle auf der sicheren Seite. Funktioniert übrigens auch mit Take Away, wenn die “nein” sagen. Einfach zum hier Essen bestellen und selbst in die Dose umfüllen.

Kategorie COSMO, Reisen

1 Kommentare

  1. Hi Shia, ich ärgere mich immer sehr, wenn die NEIN sagen beim Metzger oder Bäcker aus hygienischen Gründen und dann alles mit den bloßen Händen machen mit denen sie dann auch mein „schmutziges“ Geld nehmen und dann ohne Händewaschen den nächsten Kunden bedienen. Das ist dann hygienisch. Ich kopiere es nicht. Diskussionen bringen bei diesen Leuten übrigens nix. Liebe Grüße Karin

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