Schon mal über den Stromverbrauch bei eMails nachgedacht?

Jeden Sonntag gibt es um 15:30 Uhr bei COSMO-Radio von mir etwas zu Nachhaltigkeit auf die Ohren! COSMO ist das internationale und interkulturelle Hörfunkprogramm und eine gemeinschaftliche Produktion von den öffentlich-rechtlichen Sendern WDR, Radio Bremen und Rundfunk Berlin-Brandendenburg.

Zu empfangen in NRW auf 103,3 MHz, in Bremen und Teilen Niedersachsens auf 96,7 MHz, in Bremerhaven auf 92,1 MHz und in Berlin und Umgebung auf 96,3 MHz.

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Es ist ja kein Geheimnis: Das Internet verbraucht Strom. Wäre das Netz ein Land, wäre es der weltweit drittgrößte Stromverbraucher – nach USA und China. Unsere Cosmo-Nachhaltigkeitsexpertin Shia Su ist wie wir alle auch im Internet unterwegs, hat aber Tipps, wie wir das etwas umweltschonender machen können.

Shia, erst mal: Warum verbraucht das denn alles so viel Strom?

Das Internet ist ja ein Netzwerk von Rechnern, also Computern. Und die werden natürlich mit Strom betrieben. Über das Internet werden ja laufend Daten ausgetauscht, z.B. wenn ich dir eine Mail schreibe oder dir über WhatsApp ’n Bild schicke. Diese Daten werden oft ja nicht nur übertragen, sondern auch abgespeichert, z.B. wenn du deine Mails auf dem Server liegen lässt, damit du von all deinen Geräten darauf zugreifen kannst. Oder wenn du deine Bilder in der Cloud speicherst. Dafür sind Unmengen von Festplatten im Einsatz, die natürlich auch kontinuierlich Strom brauchen, um online zu bleiben.

Wie kann ich denn bei E-Mails oder WhatsApp Strom sparen?

Am besten einfach nicht mehr auf nervige Mails antworten 😉. Eine E-Mail verursacht 10g CO2, ein Brief 20g. Wer verschicken aber mehr Mails als Briefe, weil’s so einfach ist. Statistisch bekommt jeder Internet-User 55 E-Mails am Tag und verschickt selber 33 Mails.

Wie können wir denn Strom sparen, eMail abschalten geht ja nicht mehr.

Nee, leider nicht. Aber wir müssen nicht alles über eMail oder Whatsapp kommunizieren. Manchmal ist es schneller und sparsamer, wenn du einmal zum Telefon greifst und die Dinge so schnell mal klärst, statt 10 emails hin- und herzuschicken. Oder sogar persönlich face-to-face besprechen! Und – du kannst Strom sparen, indem du lieber mehrere Infos in einer Mail zusammenfasst und tatsächlich auf viele Mails nicht antwortest, wo eine Antwort auch gar nicht unbedingt nötig wäre. Größere Anhänge wie Bilder, kannst du über Dienste wie wetransfer verschicken. Da lädst du die Dateien hoch, bekommst einen Link und der andere kann sie über den Link runterladen. Nach einer Woche oder so werden die Daten nämlich auch wieder gelöscht, dann verbrauchen die Datenleichen nicht laufend Strom.

Und bei WhatsApp und so? Wie spare ich da Strom? Nervige Menschen im Sinne des Umweltschutzes ignorieren?

Ach, die kannste immer ignorieren 😉. Und egal ob WhatsApp oder auch Social-Media: Weniger ist mehr. Es müssen nicht ständig Herzchen und Smileys gepostet werden. Und das Mittagessen muss auch nicht unbedingt einmal bei Instagram, einmal in der WhatsApp-Gruppe und dann noch auf Facebook geteilt werden. Ich muss aber gestehen: Da arbeite ich auch noch dran!

Und ganz wichtig: Datenleichen löschen! Alte Mails können offline auf dem Computer archiviert werden. Wenn du wie ich selber eine Webseite betreibst, kannste zu einen Provider wechseln, der Ökostrom benutzt und darüber deine eMails verschicken.

Einen kleinen Bonus-Tipp hab ich noch: Suchanfragen verbrauchen auch viel Strom. Es muss nicht immer Google sein, du kannst z.B. ecosia.org benutzen, das ist eine gemeinnützige Suchmaschine, die Bäume pflanzt, um den Stromverbrauch zu kompensieren. Die Suchmaschine blackle spart übrigens Strom ein, indem sie einfach die Seite schwarz gestalten, damit die Bildschirme weniger Strom verbrauchen.

Kategorie COSMO, Schule, Büro & Arbeitsplatz

4 Kommentare

  1. Christiane Gössinger

    Shia, ich habe beewraps gemacht unter anderem für Käse zum Aufbewahren. Wieso schwitzt der so darin?

  2. Christopher

    Das mit dem schwarzen Bildschirm hat nur bei alten Röhrenmonitoren gestimmt. Bei neueren Monitoren ist das egal.

    • Hallo Christopher,
      es ist natürlich so, dass die Differenz bei weitem nicht mehr so enorm ist wie bei den alten Röhrenmonitoren. Jedoch ist es nach wie vor so, dass ein hellerer Bildschirm mehr Strom verbraucht als ein dunklerer Bildschirm. Das kannst du z.B. ganz einfach bei deinem Smartphone oder Laptop testen. Der Akku wird länger halten, wenn du den Bildschirm dunkler einstellst.
      Liebe Grüße,
      Shia

      • Alexandra

        Hallo,
        das sind zwei unterschiedliche Aspekte:
        Je geringer die Hintergrundbeleuchtung, desto geringer der Stromverbrauch – das hat aber nichts mit der angezeigten Farbe zu tun.
        Ob ein schwarzer Hintergrund wie bei „blackle“ weniger Strom verbraucht, hängt von der Technologie deines Displays ab.
        Ist es ein LCD-Display, wird dieses immer von hinten beleuchtet, bei schwarzen Pixeln wird das Licht gefiltert und kommt vorne deshalb nicht an, aber man kann keine einzelnen Pixel abschalten. D.h. Der Stromverbrauch ist gleich! (bzw. Bei schwarz sogar aus technischen Gründen geringfügig höher, dies ist aber wirklich vernachlässigbar).
        Besitzt man ein Gerät mit OLED-Technologie, so wird das Licht direkt in dieser OLED-Schicht erzeugt und einzelne Pixel werden zur Anzeige von schwarz abgeschaltet – hier kann man also Strom sparen.

        Hoffe, das bringt etwas Licht ins Dunkel 🙂

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