Reine Haut mit dieser Zero Waste Gesichtsmaske

Ich finde, ich sehe mit der halbtrockenen Maske immer aus wie ein Zombie, der sich gerade frisch aus dem Grab gegraben hat XD

Wusstest du, dass die durchschnittliche Frau sich täglich 515 verschiedene Chemikalien allein auf die Haut schmiert? Davon gelten viele Stoffe als bedenklich. Klar, es gibt Grenzwerte dafür und in der Regel halten sich die Hersteller dran. Aber wir benutzen über den Tag ja nicht nur ein einziges Produkt.

Die gute Nachricht ist, dass man für die Hautpflege wirklich weder die eigene Gesundheit noch die Umwelt gefährden muss. Es braucht auch keine eigens angefertigte Naturkosmetik, die ja oftmals auch nicht besonders günstig zu erstehen ist. Alles, was ich für die Hautpflege benutze ist Aleppo-Seife (eine traditionelle Olivenölseife ohne Palmöl), Heilerde, Kaffeesatz und Bio-Öle aus der Küche. Ich sollte vielleicht auch dazu sagen, dass ich Neurodermitis habe und immer schon sehr empfindlich auf jeglichen Schmu in Kosmetik reagiert habe. Früher hatte ich mich immer geärgert, dass die Produkte ohne bedenkliche Zusatzstoffe so viel teurer waren, einfach nur dafür, dass man Sachen nicht reintut, die sowieso eigentlich nichts darin zu suchen haben!

Ich würde sagen, dass meine Haut dem Alter entsprechend (32 auf dem Foto) ganz gut in Schuss ist 😉

Der Kaffeesatz wird als Peeling eingesetzt, Heilerde meistens als Gesichtsmaske und eincremen tue ich mich von Kopf bis Fuß mit Bio-Ölen aus der Küche. Ich bin so froh, dass ich nicht mehr für jeden Körperteil und jede Tageszeit ein anderes Produkt mehr kaufen muss! Das Öl ist nicht nur super fürs Gesicht, nein, auch für die Lippen, Hände, Füße und den restlichen Körper! Mein neuer Favorit ist momentan Rapsöl, das soll gut gegen freie Radikale schützen und Anti-Aging-Eigeschaften haben.

Auch super finde ich, dass ich all diese Sachen so unbedenklich sind, dass ich sie alle theoretisch wie auch praktisch essen kann (ja, man kann auch Heilerde essen). Das würde ich mich bei gekaufter Kosmetik ganz sicher nicht trauen.

Wo kann ich denn unverpackte Heilerde kaufen?

Ganz unverpackt habe ich Heilerde leider noch nicht gesehen. Es gibt sie allerdings in eigentlich jeder Drogerie, in Bioläden und im Reformhaus Heilerde in einer Pappschachtel zu kaufen. Innen ist noch mal eine Papiertüte, aber kein Plastik. Eine Packung hat meinte ich 400g, kostet um die 6 Euro und reicht bei mir locker mehrere Jahre. Ist ja Erde, wird also auch nicht schlecht 😉.

Wie rühre ich die Maske denn an?

Zutaten

1 EL Heilerde
1 TL Kamillentee oder einfach Wasser

So geht’s

  1. Vermische einfach die Heilerde mit dem Tee oder Wasser bis sich eine Paste formt.
  2. Verteile die Paste auf dem Gesicht, spare dabei die Augen und den Mund aus. Ich verteile die Paste außerdem noch gerne auf dem Hals und dem Dekoltee, weil ich da immer unreine Haut habe.
  3. Ich lasse die Maske ca. 10 Minuten auf der Haut. Bis dahin ist sie meistens relativ trocken.
  4. Maske mit lauwarmen Wasser gut abspülen, dabei mache ich kreisende Bewegungen um gleichzeit einen Peeling-Effekt zu haben.
  5. Die Haut mit einem Handtuch abtrocknen und mit eurem Lieblingsöl eincremen.
Kategorie Artikel, Bad, Körperpflege, Wellness

9 Kommentare

  1. Christiane

    Tipp: Wer zu trockener Haut oder Mischhaut neigt kann 2-3 Tropfen Mandelöl zur Maske geben.

  2. Hallo Shia,

    vielen Dank für die Idee mit der Maske! Ich habe im Winter eine Darmsarnierung mit Heilerde und Flohsamenschalen gemacht, um gegen die fiese Grippewelle gewappnet zu sein (hat ziemlich gut funktioniert!) und habe davon auch noch sehr viel Heilerde übrig. Gut zu wissen, dass ich die für Gesichtsmasken verwenden kann und mir damit auch noch den zusätzlichen Kauf von abgepackten Kosmetike sparen kann 🙂

    Welche Öle kann man denn in die Masken geben? Ich denke z.B. an Teebaumöl, das ja auch entzündungshemmend ist. Hat jemand Erfahrung damit? Ich neige zu kleinen Pickeln und Unreinheiten, da könnte das doch funktionieren, oder?

    Noch eine letzte Frage: Wie benutzt du Kaffeesatz zum Peelen? Einfach pur, einreiben, abwaschen…? Verfärbt das die Haut? Vermutlich nicht, da du es ja sonst nicht verwenden würdest 😀

    Liebe Grüße,
    Vanessa

  3. Hallo Shia,

    noch ein Tip zur Verwendung mit Heilerde.
    Wer stark zu unreiner Haut neigt, kann vor dem Auftragen der Maske noch ein Gesichtsdampfbad machen. Das öffnet die Poren und lässt die Maske besser wirken. Und wer mag, kann gleich in die Maske noch ein paar Tropfen Öl einmischen, so dass die austrocknende Wirkung der Heilerde etwas abgemildert wird.

    Viele Grüße
    Anja

  4. Hallo Shia,
    ich habe eine Weile auch nur Öle zur Körperpflege genutzt – anstelle von BodyLotions. Leider haben dann meine Klamotten agefangen ranzig zu riechen. Das ging auch nach dem Waschen nicht weg.
    Kennt noch jemand dieses Problem – und habt ihr Tipps?

    Danke und liebe Grüße
    Petra

    • Liebe Petra,
      reine Öle werden von der Haut nicht richtig aufgenommen. Reines Öl/Fett trocknet die Haut sogar aus! Die Haut schüttet kein eigenes Fett aus, da bereits genug Fett aufliegt. Das überschüssige Fett bleibt an der Kleidung.
      Gesichtsöle werden daher auch nur auf die feuchte Haut aufgetragen und einmassiert. Lotions und Cremes haben eine Wasserphase, sind also eine Emulsion. Besonders eine Öl-in-Wasser-Emulsion wird schnell von der Haut aufgenommen und hinterlässt keinen Fettfilm.
      Hautpflege mit purem Fett/Öl empfiehlt sich nur zu Heilzwecken, z.B. Salben.
      Ich hoffe ich konnte Dir weiterhelfen.
      Viele Grüße
      Inés

    • Hi Petra, hallo Ines,
      wie Ines auch schreibt, liegt es daran, dass das überschüssige Fett dann in die Kleidung einzieht. Ich creme mich grundsätzlich direkt nach dem Waschen ein, also direkt nach dem Duschen oder nachdem ich das Gesicht gewaschen habe. Da ist meine Haut auch noch ziemlich feucht.
      Ich möchte aber Inés in dem Punkte widersprechen, dass reine Öle von der Haut nicht richtig aufgenommen werden. Je nach Öl dauert es länger, bis es einzieht. Kokosöl zieht z.B. viel schneller ein als Olivenöl. Hier habe ich eine Übersicht der Eigenschaften der Öle. Ich selbst trage das Öl auch nicht besonders dick auf und mache das nach dem Duschen als erstes nach dem Abtrocknen und lasse es einziehen, während ich solche Sachen mache wie Zähneputzen usw.
      Seitdem ich zero waste lebe geht es meiner Haut auch so viel besser, was sicherlich auch an der gesünderen Ernährung liegt (Junk Food ist ja immer in Plastik verpackt) und daran, dass ich mich weniger Schadstoffen aussetze, nicht nur wegen der Körperpflege, sondern auch beim Putzen. Daher creme ich mich gar nicht mehr jedes Mal komplett ein, was früher undenkbar gewesen wäre. (Früher habe ich vor allem Öle wie Frei-Öl aus der Apotheke verwendet) Meine Haut regelt sich also wieder besser von allein. Ich creme aber meine „problematischen“ Stellen ein, wo ich immer als erstes Neurodermitis-Ausschlag bekomme: Beine, Ellenbogen, Gesicht. Der Rest eher nur noch selten.
      Aus deiner Kleidung bekommst du das raus, indem du sie per Hand mit Kernseife wäschst und sie gut eingeseift in nur ein bisschen Wasser auch über Nacht einweichst.
      Liebe Grüße,
      Shia

      • Hallo nochmals!
        Ich rühre alle unser kosmetischen Produkte selbst an. Begonnen habe ich 1979 nach der Hobbythek-Sendung „Kosmetik zum Selbermachen“. Das nachfolgende Buch von Jean Pütz kann ich euch empfehlen. Die Rezepte sind zwar etwas veraltet, doch die Zusammenhänge und Grundlagen der Hautpflege werden sehr gut erklärt. Seit gut 15 Jahren ist unser Haushalt frei von Kaufprodukten. Um dies zu erreichen habe ich mich umfassend mit der Thematik befasst, zahllose Tests durchgeführt und Rezepte entwickelt.
        Gesichtsöle sind eine feine Sache, sollten jedoch nur morgens aufgetragen werden, die Augenpartie muss ausgespart werden und am Abend müssen sie sorgfältig wieder abgenommen werden. Die Marktführer im Bereich Naturkosmetik empfehlen das von ihnen angebotenen Gesichtsöle mit der Tagescreme zu mischen.
        Die Herstellung von Bodylotions und Cremes ist relativ einfach. Wasser wird in Öl eingerührt und mit einem Emulgator stabil gehalten. Dieser wird von mir nur für diesen Zweck gekauft, doch 100 g Emulgator reichen aus, um für ein Jahr Emulsionen zu fertigen. Es sind übrigens die gleichen Emulgatoren, die in der Lebensmittelindustrie verwendet werden.
        Gerade in der Kosmetikindustrie werden kleine Produktmengen in aufwändigen Verpackungen verkauft, deren Wert oft das enthaltene Pflegemittel überschreiten. Da erscheint mir der Kauf eines Emulgator in einer zweckmäßigen Verpackung angemessen.
        Ich habe die Verwendung von reinen Ölen für einige Zeit getestet. Das zusätzliche Aufkommen von Wäsche war mir doch zu viel. Das Öl sammelt sich nicht nur in der Kleidung, sondern auch in der Bettwäsche und Handtüchern an.
        Leichte Emulsionen hinterlassen einen geringen Fettfilm und können mit ganz sanften Tensiden, z. B. Sud aus Seifenkraut oder Kastanien, wieder abgewaschen werden. Für die Entfernung von Ölen sind stark entfettende Tenside, z. B. Kernseife, notwendig.
        Grundsätzlich finde ich es wichtig, dass jeder seine Körperpflege findet und sie nach seinen Vorstellungen gestalten kann. Shias Grundsatz „weniger ist mehr“ ist absolut richtig. Unglaublich viele Kaufprodukte, die uns von einer niemals endenden Werbeflut angepriesen werden, braucht unsere Haut nicht. Im Gegenteil – reichlich zugesetzte Konservierungsmittel, Duft- und Farbstoffe, Stabilisatoren usw. machen die Haut krank.
        Eine schöne Woche wünscht euch
        Inés

  5. Liebe Shia,

    eigentlich musst Du die Heilerde gar nicht kaufen, denn Deutschland ist reich an mineralhaltigen Erden!
    Sie entstanden während der letzten Eiszeit, als tonnenschwere Gletscher sich über die Gesteinsflächen bewegten und diese zu feinem Staub zermahlen haben. Heilerden enthalten viele Mineralien zum Beispiel: Calcium, Magnesium, Zink, Phosphor und Eisen, die genaue Zusammensetzung ist abhängig vom Abbaugebiet.
    Eine sehr bekannte ist die Tonerde (Kaolin), die vor allem in Sachsen (Meißen) und der Oberpfalz (Weiden) vorkommt. In der Kölner und der Niederrheinischen Bucht gibt es mehrere Löß-Vorkommen. Die Rügener Kreide gehört auch zu den mineralhaltigen Erden.
    Übrigens habe ich nachgelesen, dass der Begriff „Heilerde“ (brauner Löß) nur von einer Firma verwendet werden darf.

    Ich habe im letzten Sommer einen Eimer voll Kieselerde bei Neuburg an der Donau gesammelt. Diese verwende ich als Gesichtsmaske, Seifenzusatz und Putzmittel.
    Hier auf der Alb haben wir einen Meteoritenkrater, der sich nach dem Einschlag mit Wasser gefüllt und einen See gebildet hatte. Heute gibt es dort den „Steinheimer Schneckensand“. Fein gesiebt wurde er früher genauso wie Schlämmkreide verwendet.
    Du merkst schon, dass ich bei diesem Thema zu Hochform auflaufe  Was für andere nur ein Haufen Sand, Steine oder Dreck ist, das sind für mich Rohstoffe, die Geschichten erzählen.

    Viele Grüße
    Inés

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