Nachhaltige und müllreduzierte Hundehaltung: Erfahrungsbericht von Ramona

©Ramona Urschel

Nachhaltige Hundehaltung. Diese Kombination hat man ja erstmal eher selten im Kopf. Wenn man aber, so wie ich, für sich selber auf einen gewissen „grünen Lebensstil“ achtet, kommt man über kurz oder lang auch beim geliebten Vierbeiner an. Aber von vorne.

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Darf ich vorstellen: Patch, 9 Jahre, ein Unfall-Mischling (weil der Wurf nicht geplant war). Der Papa ein Chinese Crested (chinesischer Nackthund), die Mama eine Jack Russel-Dackel-Dame. Durch die Gene des Papas kaum Haare, von der Mama den Sturkopf. Bekanntes Problem der Nackthunde: schlechte Zähne, damit hat Patch leider auch zu kämpfen. Außerdem hat er einen sehr sensiblen Magen. Aber ansonsten ein Traum von einem Hund mit Charakter (was natürlich jede Hundmama von ihrem Liebling sagen wird, aber das ist ok).

Noch kurz vorweg sei gesagt, dass ich nicht zero waste lebe, aber versuche den Müll möglichst gering zu halten und vor allem beim Plastik auf ein absolutes Minimum zu reduzieren. So und nun: was kann man in der Hundehaltung alles beachten?

Das Futter

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Kurze Anmerkung

Weil es immer wieder thematisiert wird, was denn nun richtig sei: Nass- oder Trockenfutter – ich finde, jeder soll das so machen, wie er es für richtig hält. Ich kombiniere beides und fahre damit sehr gut. Und zu dem Foto: das ist keine explizite Werbung, sondern soll als Beispiel für plastikfreie Futterverpackung dienen.

Gehen wir gleich mal in die Vollen. Denn wer kennt sie nicht – die Nassfutterdosen, die sich in den Regalen stapeln? Vielleicht ist es „Glück im Unglück“, dass Patch so einen empfindlichen Magen hat und dadurch viel vom Standarddosenfutter nicht verträgt. So habe ich nämlich angefangen, auch die Zutatenlisten von Hundefutter genau zu lesen und recht schnell gemerkt, wie oft da Zeug drin ist, dass meiner Meinung nach nicht drin sein muss. Somit fielen die meisten Hundefutter direkt aus drei Gründen weg: Dose/Aluschale (möchte ich inzwischen weder für mich, noch für den Hund kaufen), Zutaten und Verträglichkeit.

Als ich dann mal durch den Bio-Supermarkt stöberte, entdeckte ich Bio-Hundefutter im Glas eingeweckt. Mit ordentlichen Zutaten. Meine Freude könnt ihr euch kaum vorstellen. 😉 Ich betone das Bio hier absichtlich so, da es mir für meine Ernährung sehr wichtig ist, dass wenn ich selten mal Fleisch esse, es aus artgerechter, guter Haltung kommt. Und warum soll das für den Hund nicht gelten? Als habe ich dieses Futter mitgenommen und einfach fest gehofft, dass es Patch schmeckt und er es verträgt. Und ja, es klappt. Er liebt es und sein Magen kommt damit klar.

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Beim Trockenfutter habe ich auch viel durchprobiert und war nie so richtig zufrieden. Kleine Beutel, Kunststoffverpackung, Zutaten, Verträglichkeit… Auch hier wollte es der Zufall, dass ehemalige Chefs mir vom „besten Futter für empfindliche Hundemägen“ erzählten und ich „dass unbedingt ausprobieren müsse“. Zum Glück habe ich das tatsächlich gemacht. Gute Zusammensetzung und im großen 15kg-Sack, der komplett (auch innen!) aus Pappe ist, zu bekommen.

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Auch wenn das für Patch nicht in Frage kommt (aufgrund des schlechten Gebisses) möchte ich die Möglichkeit des BARFens hier erwähnen. Biologisch artgerechte Rohfütterung. Hier kommt Rohkost in die Futterschüssel – Gemüse, Obst, Fleisch, auch Knochen. Viele Tierfachhandlungen bieten inzwischen gefrorenes Rohfutter an, allerdings immer in Plastik eingeschweißt. Hat man aber einen Metzger oder Hofladen an der Hand, kann man dort auch mal nachfragen, ggf. eigene Aufbewahrungsboxen mitbringen und so sogar komplett verpackungsfrei sein Hundefutter kaufen.

Leckerlis & Snacks

Hundekekse backe ich seit einer Weile nur noch selbst. Zwar gibt es auch im Bioladen ein, zwei Hersteller, die Leckerlis mit guten Bio-Zutaten herstellen, aber alles ist in kleinen Plastiktütchen verpackt. Im Tierfachhandel gibt es hingegen sogar lose Snacks – für fast jedes Haustier. Wir besorgen dort häufgier die Beißstäbchen, an denen mein kleiner Mann gerne wochenland rumnagt. Leider nicht in Bio-Qualität, aber vielleicht finde ich sowas ja auch noch.

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Der klare Vorteil an selbstgebackenen Leckerlis: man weiß was drin ist und kann die Größe perfekt an das Hundegebiss anpassen. 😉 Sprich bei uns fallen die Kekse eher kleiner aus. Außerdem verarbeite ich hier gerne den Trester vom frisch gepressten Karottensaft (manchmal auch mit Fenchel) weiter – Patch steht total auf Karotte!

Wo ich übrigens keinen Kompromiss eingehe, ist bei seinem Medikament. Patch bekommt täglich eine Nahrungsergänzungstablette für die Gelenke und die gibt es nur in Plastikdosen. Da führt kein Weg dran vorbei. Aber immerhin ist es eine 100-Stück-Dose, so dass ich sie nur 4x im Jahr nachkaufen muss.

Rezepte zum Nachbacken

Zum Nachbacken habe ich heute auch zwei Rezepte dabei. Was ich sehr wichtig finde: nach dem Backen trockne ich die Kekse noch im Dörrgerät, so sind sie wirklich trocken und viel länger haltbar (der erste Schwung ist mir nach einer kurzen Weile verschimmelt). Solltet ihr kein Dörrgerät haben, könnt ihr die Kekse auch im Ofen bei niedriger Temperatur und leicht geöffneter Ofentür trocknen.

Tresterkekse

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Zutaten

200g Karotten-Fenchel-Trester, alternativ: Karotte (und Fenchel) fein raspeln und ausdrücken
2 El Öl
1 reife Banane
50g Maismehl
50g Dinkel-Vollkornmehl

So geht’s

Die Banane mit einer Gabel gut zerdrücken und dann alle Zutaten verkneten. Auf einem mit Backpapier (oder einer Dauerbackmatte) ausgelegten Backblech ausrollen und bei 180°C ca. 50 Minuten backen. Nach 20 Minuten wenden und nach weiteren 5-10 Minuten schon mal in Stücke schneiden, so lassen sich die Kekse später besser trennen.

Rote Bete-Wölkchen

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Zutaten

170g rote Bete
100g Natur-Joghurt
1 Ei
100g Haferflocken
70g Maismehl

So geht’s

Die rote Bete schälen und fein raspeln. Wieder alle Zutaten vermengen und auf einem Backpapier kleine Häufchen (Wölkchen 😉) verteilen. Bei 160-170°C ca. 45 Minuten backen, nach der Hälfte ruhig mal wenden.

Zubehör & Co.

Mit nachhaltigem Spielzeug, Kleidung, Kissen & Co. habe ich mich – ehrlich gesagt – noch nicht viel beschäftigt. Einfach aus dem Grund, dass ich davon seit langem nichts mehr kaufen musste. Alles was Patch so besitzt, haben wir bereits seit Anfang an oder zumindest schon seit mehreren Jahren. Und damals machte ich mir noch keine Gedanken um sowas.

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Daher kann ich zu diesem Thema nur sagen, wie ich es jetzt machen würde, wenn wir etwas neu anschaffen müssten. Ich würde darauf achten, dass das Geschirr oder die Leine in Deutschland hergestellt wurde, um ohne allzu weite Transportwege auszukommen. Verwendeten Materialien ohne Mikroplastik wären toll. Die meisten unserer Hundepullis (ohne die Patch als Nackthund im Herbst und Winter nun mal nicht aus kommt) sind aus Wolle, von meiner Oma gestrickt. Auch hier könnte man weiter hinterfragen: woher kommt die Wolle?

Spielzeug sollte robust und plastikfrei sein und „totgespielt“ werden, bevor man Neues anschafft. Nach Decken für die Schlafplätze könnte man auch im Second Hand-Laden schauen. Wobei … an Decken wird es dem Hund wohl nie mangeln.

Und nochmal bin ich ganz ehrlich: mir ist klar, dass nicht jeder solche Kriterien für sich und sein Tier voraussetzen kann. Denn fair-produziert und womöglich noch aus ökologischen Materialen hat seinen Preis. Der natürlich gerechtfertigt ist, aber halt auch nicht für jeden machbar. Daher sollte man einfach schauen, wie man für sich den best möglichen Weg findet.

Das Sackerl für’s Gackerl 💩

… so steht es auf den Hundetüten in Wien und ich werde es wohl nie mehr aus meinem Kopf bekommen. 😉

Heutzutage wird einem durch überall rumstehende „Tütenspender“ und entsprechenden Schildern die Pflicht auferlegt, die großen Geschäfte seines Hundes wegzuräumen. Ich schreibe bewusst „heutzutage“, denn ich habe bereits mein ganzes Leben Hunde um mich rum, bin mit ihnen aufgewachsen und kann mich nicht erinnern, dass wir früher auch ständig an Hundetüten denken mussten, wenn wir das Haus verlassen haben.

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An sich macht mir das Aufheben des Geschäfts nichts aus. Den Gedanken dahinter verstehe ich ja – ich möchte auch nicht über eine Wiese laufen und ständig irgendwo unangenehm reintreten. Und mitten auf dem Gehweg ist so ein Haufen auch echt unästhetisch. Aber auf irgendeinem unbelaufenem Grünstreifen am Rand? Oder im Gebüsch, im Wald? Teilweise wird man auch da schon von den Leuten schief angeschaut, wenn man es liegen lässt.

Was ich an der ganzen Sache nämlich dennoch doof und irgendwie auch sinnfrei finde: ich muss etwas aufheben, dass auf natürliche Weise verrotten würde und der Umwelt nicht schadet. Aufheben tue ich es mit einer Plastiktüte. Die ich einen Mülleimer (welche oft eh schon übervoll sind) werfe und die dort natürlich nicht verrottet. Und wisst ihr, wie oft ich diese Plastiktüten einfach so rumliegen sehe? Weil sie irgendwer aus „Spaß“ rausgezogen und achtlos weggeworfen hat.

Ich weiß, dass es die Hundetüten im Fachgeschäft auch aus Papier gibt. Aber – mal ganz ehrlich – das finde ich dann doch ein wenig grenzwertig, vor allem, wenn man nicht direkt einen Mülleimer findet. Außerdem sind sie unpraktisch, wenn man sie einfach nur schnell in die Jackentaschen knüddeln will. Vermutlich gibt es inzwischen auch Hundetüten aus „Bioplastik“, aber damit werde ich auch nicht wirklich „warm“. Zumal die Tüten dennoch im Allgemein-Straßenrand-Müll landen und dort bestimmt nicht getrennt wird…

Ich bin ein verantwortungsvoller Hundebesitzer. Ich führe meinen Hund an der Leine, weil ich weiß, dass er nicht jeden anderen Hund mag. Wenn ich merke, dass ein Kind/eine Person Angst vor Hunden hat, nehme ich ihn kurz, auch wenn er nichts tun würde. Und wenn mein Hund an einem unangebrachten Ort sein Geschäft verrichtet, hebe ich es auf. Aber inzwischen bin ich auch so frei und lasse es durchaus mal liegen – wenn dadurch Niemandes Schuhe Schaden nehmen. 😉

So, wow, das ist jetzt ganz schon viel Text geworden. Ich würde mich freuen, wenn ihr Interesse an dem Thema habt und gerne in den Kommentaren mal erzählt, wie ihr das so mit euren Vierbeinern handhabt.

Kategorie Artikel, Gastartikel, Haustiere, Hunde

17 Kommentare

  1. Wir kaufen überhaupt kein Hundespielzeug haben aber trotzdem eine große Kiste voll mit allen möglichen Spielzeugen. Unser vorheriger Hund hat bei etwa jedem 2. Spaziergang welches im Feld gefunden das von anderen Hundehaltern liegen gelassen wurde und mit nach Hause geschleppt. Wir haben es gereinigt und immer bis auf 2 Spielzeuge weggelegt. Der jetzige Hund verbraucht den Rest. Das Hundekissen beziehen wir immer mit alten Kopfkissenbezügen, den meist geht der Deckenbezug ja eher kaputt. So hält der eigentliche Bezug ( oder auch das Kissen) viel länger weil er/ es nicht so oft gewaschen werden muss. Zudem macht unser Hund sein großes Geschäft vor oder nach dem Spazieren gehen zuhause im Hof( als Welpe antrainiert) , da haben wir eine alte Gartenschaufel zum wegmachen. Beim letzten Hund haben wir die ungenutzten Kotbeutel aufgesammelt die überall rumliegen und genutzt. Wir brauchten nie welche aus den Spendern oder haben welche gekauft.

  2. Hallo Ramona,
    das Thema mit den Kotbeuteln und Zero Waste bringt mich jedesmal wieder auf die Palme. Hundehalter*innen die auch im Wald oder auf dem Grünstreifen die Hinterlassenschaften ihrer 4beinigen Freunde nicht weg machen, weil es verrotten ja problemlos und ich mit meinem 5 jährigen den ich überall, wirklich überall aller 5 Meter davor bewahren muss nicht in diese jene zu treten. Ganz genauso wie Tiere haben auch Kinder ein Recht auf ein Artgerechtes Leben und das findet besonders in der Natur statt. Im Wald, auf jedem Stückchen Grün was sie finden können. An diesem Punkt ist Zero Waste für mich komplett fehl am Platz (und ich finde es auch rücksichtslos von anderen Hundehalter*innen) und deshalb hebe ich auch bei meinem Hund jedes Mal die Häufchen auf.
    Liebe Grüße Fine

  3. Zitat Cecile: „Und noch einen Tipp an die Ramona: bei schlechten Zähnen kannst du deinen Hund auch pürieren oder durch den Fleischwolf schicken.“
    :-DDDD
    Ich weiß, ist ein Tippfehler, aber er hat mich sehr zum Lachen gebracht.

  4. Hallo liebe HundebesitzerInnen!
    Ich bin selbst mit Hunden auf dem Dorf aufgewachsen und hab noch eine Anmerkung dazu, das Geschäft der Hunde liegen zu lassen. Wenn es in einem Gebüsch erledigt wird ist es kein Problem. Aber auf Wiesen, die landwirtschaftlich genutzt werden stellen die Vereinigungen durch Hundekot für Landwirte erhebliche Probleme dar. Wird nämlich der Kot mit dem Gras, oder der daraus gemachten Silage, verfüttert, entstehen bei den Kühen Koliken und Durchfall, die bei Kälbern auch tödlich verlaufen können.
    Kinder laufen übrigens auch mal mitten durch eine Wiese und spielen da. Das ist echt ekelig wenn sie regelmäßig im Hundekot landen, vielleicht nicht nur mit den Schuhen voran….
    Also hebt auch auf Wiesen bitte die Haufen auf. Mir gefallen die Tüten aus Plastik auch absolut nicht, aber vielleicht geht auch ein kleines Eimerchen mit Deckel fürs Papier? Ist dann zwar nicht mehr so stylisch mit Hund unterwegs, aber tier-, kinder- und umweltfreundlich 😉
    LG Petra

    • Hallo Petra,
      danke für den Hinweis!
      Mir ist das tatsächlich schon bekannt (hätte ich auch echt oben mit rein packen sollen), da ich mich mal mit einer Bäuerin unterhalten habe. An Feldern lasse ich Patch eh nicht von der Leine und habe daher einen ganz guten Kontrollradius zum Aufsammeln. 😉
      Die Idee mit den Eimerchen hatte Shia auch und theoretisch würde das bestimmt gehen, aber mich würde das recht einschränken… und eigentlich sind die Spaziergänge für mich auch Entspannung. Aber gut, comforzone halt, da muss man auch mal raus! 😉
      Viele Grüße, Ramona

  5. Ich persönlich glaube das ein Problem mit den Häufchen die auf der Straße gemacht werden ist, dass die Hunde nicht genügend Auslauf bekommen. Ich habe selber keinen Hund, doch bin mit dem Dackel meiner Oma aufgewachsen. Sie hat mir erklärt, dass Hunde es auch nicht wie wir gerne in der „Öffentlichkeit “ tun und sich dacher einen Busch oder dergleichen suchen. Doch ein Hund der nie in die Felder und Wälder von der Leine genommen wird…

    • Hallo Jasmin,
      das mit dem „öffentlich“ sehe ich auch so – Patch geht auch am liebsten da hin, wo man nicht direkt zuschauen kann. 😉 Es pauschal mit „zu wenig Auslauf“ abzutun, wenn ein Haufen im Stadtgebiet liegt, würde ich aber nicht. Man kann seinen Hund auch hier gut beschäftigen, lange rausgehen oder auch mal ein Stückchen mit dem Bus, Tram oder Rad an den Stadtrand fahren… 🙂 LG, Ramona

  6. Dorothea

    Liebe Ramona,

    Toller Artikel, ich selbst bin Katzenmama, wobei du mich auf die Idee gebracht hast mal zu schauen ob es für meine beiden vor kurgem bei mir eingezogenen Flauschkugeln (die alt sind und fest eingeschliffene Gewohnheiten haben) ein Biofutter im Glas gibt das sie mögen. Da ich gerne Marmelade einkoche muss ich mir noch nicht mal Gemecker meiner Mitmenschen anhören dass das Glas ja auch eine Verpackung ist. 😉
    Toll finde ich auch dass du deinen Hund fest hältst wenn jemand Angst hat. Ich hatte bis ich ein Teenager war entsetzliche Angst vor Hunden und habe leider häufig wenig verständnisvolle Reaktionen erlebt. Das beste war mal als ein Hund in Kalbsgröße auf mich zugaloppiert kam auf meinen hysterischen „Ein Hund!“-Schrei die Besitzerin anfing zu lachen. Aber gottseidank gibt es ja auch nette Hundebesitzer wie dich.

  7. Ein super Beitrag, danke Ramona 🙂 Ich finde es auch gar nicht so schwierig, (Plastik)Müll zu vermeiden bei Hunden. Als ich mich mit dem Thema Plastikfrei & Zero Waste beschäftigt habe ist mir erst aufgefallen, wie verpackungsfrei und müllfrei eigentlich mein Hund lebt..
    Er bekommt immer schon hochwertiges, tierversuchsfreies Trockenfutter aus großen 15 kg Papiersäcken, Kaustangen aus dem Tierbedarfsgeschäft, Leckerli kommen aus einem Pappkarton ohne Plastikverpackung.
    Mein Hund hat 2 Geschirre, das eine hat er seit er bei uns ist, also fast 10 Jahre, und das andere seit 4 Jahren als Ersatz. Leinen habe ich seit er bei uns ist 3 Stück gekauft, die halten sehr lang.
    Spielzeug: bei uns gibt es kein Plastikzeug, unser Hund liebt Taue – die gibt es ohne Verpackung. Allerdings macht er sie kaputt weil er sie zernagt (was gut für seine Zähne ist). Die schmeisse ich also ab und zu weg.
    Schüsseln hat er auch schon ewig die gleichen aus Metall. Hundebett hat er seit Jahren das gleiche, nur die Liegekissen werden alle paar Jahre erneuert.
    Ein Problem sidn leider seine Hundedecken, die aus Fleece Stoff sind (damals wusste ich noch nicht wieviel Plastikfasern beim Waschgang ins Abwasser gelangen). Ich wasche sie aber eher selten und wenn, dann im Guppy Friend Waschbeutel und hänge sie zwischendurch lieber mal zum Lüften auf den Balkon.

    Liebe Grüße,
    Ela

  8. Hallo, ich füttere seit Jahren rohes Fleisch und habe nach langer Suche einen Schöachter gefunden, wo ich es in Einern abholen konnte. Zu Hause habe ich es dann in Plastikdosen portioniert und eingefroren. Die Dosen sind leider nicht ideal, aber besser als Tüten und ich verwende sie über viele Jahre. Leinen und Halsbänder kaufe ich nur selten nach, ich habe vor allem Lederzeug und mir etwas Pflege bleibt es jahrelang solide und zeitlos. Wir haben noch Halsbänder unserer Hunde aus den 70ern!! Man kann sich auch aus dem Yacht-Bedarf Taue holen und daraus ziemlich easy Leinen und Halsbänder knüpfen bzw Knoten.
    Bei den Hundebetten recycle ich auch alte Decken und Bettwäsche und Nähe die um. Aber ich habe auch gekaufte Betten, die eigentlich auch ewig halten, wenn sie nicht zu billig waren. Man sollte aber darauf achten womit die gefüllt sind und ob man den Bezug abnehmen und waschen kann.
    Hundedecken habe ich auch, sowohl selbst genäht und gestrickt, als auch gekaufte. Aber hier verhält es sich wie bei allem: ich laufe nicht ständig Neues und werfe daher auch wenig weg. Die Näpfe habe ich übrigens auch alle durch Keramik oder Edelstahl ersetzt 😉
    Beim Spielzeug gibt es viel aus natürlich materialen wie Tau oder Textil oder Jute, zb Beisswürste, Lederlunten oder diese Knoten.

    Ich glaube, meine Hunde leben viel ökologischer als ich 😉
    Und noch einen Tipp an die Ramona: bei schlechten Zähnen kannst du deinen Hund auch pürieren oder durch den Fleischwolf schicken. Das ist auch nicht immer ideal, aber trotzdem besser und billiger als Trockenfutter, und dem industriell bedingt trotzdem viele Inhaltsstoffe sind, die nicht gut für den Hund. Knorpelige Stücke sind ein guter Ersatz für Knochen und wegen der Magenprobleme und Unverträglichkeiten evtl mal einen Futterplan erstellen lassen von einem Barf-Berater. Auf lange Sicht ist es gesünder und kostengünstiger als teure Bio-Gläser und Futter, das kann man sich mit einem (oder zwei) großen Hunden kaum leisten.

    Für Urlaubssituationen gibt es Trockenfleisch, das hab ich aber auch noch nicht ausprobiert. Ich gehe auch unterwegs zu Metzgern usw und frage nach Schlachtabfällen. Am meisten Erfolg hat man übrigens in türkischen und russischen Supermärkten 😉

      • Hallo Cecile, ja püriertes Futter kommt sobald er gar nicht mehr kauen kann absolut in Frage. Aber solange es noch in Kombination mit dem Trockenfutter geht, das er auch gerne mag, werden wir das so weiterführen.
        Super, dass dein Metzger dir das Fleisch in Eimern mitgibt! 🙂
        LG, Ramona

  9. Liebe Ramona,
    vielen Dank für die Infos und die Rezeptideen!
    Wir haben seit letztem Mai einen Hund und füttern noch das von der Züchterin empfohlene Futter: Nassfutter aus der Dose und Trockenfutter im Plastiksack, womit ich nicht glücklich bin. Am Anfang war es das Einfachste, um unser neues Familienmitglied (neben drei Kindern!) bei uns „einzuphasen“: ich bestelle es telefonisch, muss in kein (Zoo-)Geschäft gehen und die Qualität des Futters, der Nahrungsergänzungsmittel (Entwurmung etc) und die Firma insgesamt gefallen mir sehr gut. Mal schauen, ob ich in diesem Jahr eine müllarme , für den Hund verträgliche und doch praktikable Alternative finden kann.
    Die Ausstattung (Transportbox, Decken und auch Spielzeug) haben wir hauptsächlich gebraucht gekauft, umfunktioniert oder (gebraucht) geschenkt bekommen. (Nach drei Kindern weiß ich, dass man das meiste Zeug, das angeboten wird, nicht wirklich braucht!)
    Um sein Geschäft wegzumachen, nehmen wir alte Zeitungen. Das klappt hervorragend! (Es sei denn, er hat Durchfall, aber das ist ja eher die Ausnahme als die Regel und da kann man mit Tütchen auch nicht immer etwas ausrichten). Mein Mann hat da so seine Technik entwickelt und selbst die Kinder scheuen sich nicht.
    Viele Grüße
    Wiltrud

    • Klasse, dass das aufheben bei euch so unkompliziert klappt. 🙂 Und dass du am Anfang die einfache und für den Hund gewohnte Variante übernommen hast, finde ich völlig nachvollziehbar. Und das heißt ja nicht, dass man es niemals ändern kann. 😉 LG, Ramona

  10. Hallo Ramona,
    danke für deinen tollen Beitrag. Auch wir haben einen Hund und dieser wird (wie schon sein Vorgänger) gebarft. Bis zum letzten Jahr haben wir unser Tiefkühlfleisch per Post bestellt. Die Styroporkisten, in denen es geliefert wurde, konnte man sammeln und kostenlos zurücksenden, aber so hatte man eben auch immer diese riesigen Kisten rumstehen. Seit letztem Sommer nun gibt es hier vor Ort einen Laden der tolle Bio-Tiefkühlmenüs verkauft. Die Plastikverpackung habe ich natürlich auch hier, aber der Transport entfällt und auch die Styroporkisten. Darüber bin ich schon mal ganz froh. Was ich allerdings auch noch nicht ohne Plastik gefunden habe, sind Nahrungsergänzungen. Wir haben keine Pillen, aber ein Kräuter-Algen-Pulver aus der Plastikdose. Das ist richtig doof.
    Kekse gibt es bei uns gar nicht. In unserem neuen Laden haben sie eine tolle Fleischwurst, die ich einfach in kleine Stückchen schneide. Ich werde deine Rezepte aber unbedingt mal ausprobieren.
    Ein Problem ist auch immer unser jährlicher Schwedenurlaub, da wir nicht für 14 Tage Frostfleisch für einen 25kg – Hund mitnehmen können. Bisher gab es da Fleisch aus der Dose. Da ist der Tipp mit dem Futter aus dem Glas gut, ich werde gleich mal sehen, ob ich das hier irgendwo bekomme.
    LG
    Susi mit Hetty

    • Hallo Susi, ja es scheint als „wäre immer irgendwas“. Sei es Versand oder die Plastikverpackung. Toll ist es ja schon, wenn man sich generell Gedanken drüber macht. Und für den Urlaub wäre Futter im Glas doch echt eine absolut akzeptable Alternative, wenn man mit dem Gewicht kein Problem hat. 🙂 LG, Ramona

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