Nachhaltige Jobs und Studiengänge

Jeden Sonntag gibt es gegen 15:30 Uhr seit dem 11.08.2019 nun gegen 12:30 bei COSMO-Radio von mir etwas zu Nachhaltigkeit auf die Ohren! COSMO ist das weltoffene Radioprogramm vom WDR, Radio Bremen und Rundfunk Berlin-Brandendenburg (RBB).

Zu empfangen in NRW auf 103,3 MHz, in Bremen und Teilen Niedersachsens auf 96,7 MHz, in Bremerhaven auf 92,1 MHz und in Berlin und Brandenburg auf 96,3 MHz.

Hier gibt’s den Talk zum Nachhören
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Ihr wisst es – jeden Sonntag widmen wir uns bei Cosmo dem Thema Nachhaltigkeit! Ist ja auch ein wichtiges Thema, schließlich steht die Uhr – was Klima und Umwelt und Ressourcenverschwendung angeht – auf fünf vor zwölf. Laut Weltklimarat haben wir nur noch bis 2030 Zeit, um die verheerendsten Folgen des Klimawandels aufzuhalten. Das ist nicht viel Zeit – gerade mal elf Jahre! Viele von euch wollen da richtig die Ärmel hochkrempeln. Shia Su, unsere Cosmo-Nachhaltigkeitsexpertin hat das schon längst gemacht und hat für heute Tipps für euch für nachhaltige Studiengänge und Jobs!

Shia, wir brauchen viele Leute, die sich richtig gut auskennen und engagieren. Und es gibt richtig viele Leute, die was machen wollen – und eine Möglichkeit ist ein passendes Studium. Was für Möglichkeiten gibt es da?

Immer mehr zum Glück! Das meiste davon ist interdisziplinär, d.h. im Studium lernst du die Arbeitsweisen und Perspektiven verschiedener Disziplinen kennen.
Allerdings bewegt sich das meiste vorwiegend im technischen Bereich, z.B. Eneuerbare Energien, Umweltingenieurwesen oder eben als Schwerpunkt in Studiengängen wie Elektrotechnik oder Wasserwirtschaft. Dann gibt es noch auf Nachhaltigkeit spezialisierte Studiengänge im Bereich Land- und Forstwirtschaft, z.B. Agrarökologie.
Es gibt aber auch Studiengänge, wie z.B. „Nachhaltige Entwicklung”, gibt’s an der RUB – der Ruhr-Uni-Bochum – wo natur-, wirtschafts-, ingenieur- als auch sozialwissenschaftliche Themenfelder zusammengeführt werden.

Stimmt – Nachhaltigkeit und Technik – das passt und ist naheliegend. Gibt’s da auch was Geisteswissenschaftliches? Also – nachhaltig und nicht-technisch?

Nein, leider nicht, was ich persönlich etwas kritisch sehe, weil sich darin die Einstellung widerspiegelt, dass wir an technischen Lösungen für die Klimakrise tüfteln müssen. Dabei ist das Gegenteil der Fall: Der Klimawandel ist ein gesellschaftliches Problem und verlangt nach gesellschaftlichen und politischen Lösungen. Und dazu brauchen wir Geisteswissenschaftler!
Die gute Nachricht ist, dass ihr dazu nicht unbedingt einen geisteswissenschaftlichen Studiengang braucht, der “Nachhaltigkeit” im Namen hat. Ein Soziologie- oder Politikwissenschafts- oder auch ein Philosophie-Studium bereitet euch genauso gut auf einen Job vor, bei dem ihr die Welt retten könnt.

Was sind denn so Jobs, mit denen ich und unsere Cosmonauten die Welt retten können?

Da könnt ihr bei Firmen in grünen Branchen wie z.B. erneuerbare Energien schauen, da werden natürlich nicht nur Techniker und Ingenieure gebraucht, sondern auch IT-ler, Hausmeisterinnen, Personaler und so weiter.

Ganz klassisch sind auch Jobs bei NGOs, also gemeinnützigen Organisationen, Vereine oder auch Stiftungen, also so was wie Greenpeace, Nabu, die Albert-Schweitzer-Stiftung und so weiter. Da landen oft viele Geisteswissenschaftler.

Oder vielleicht möchtet ihr euch sogar politisch engagieren und schlagt entweder den Weg als Politikerin ein oder arbeitet im politischen Betrieb, z.B. als Referentin. Das habe ich z.B. nach dem Studium gemacht.

Wenn das nicht ganz so euer Ding ist, ihr aber auch keinen Bock habt, in der freien Wirtschaft zu arbeiten und den Konsum auch noch anzukurbeln, könnt ihr auch schauen, ob ihr z.B. im öffentlichen Dienst und sonst im sozialen oder medizinischen Bereich arbeiten möchtet. Oder bei den Öffentlich-Rechtlichen Sendern wie wir hier 😉.

So oder so: Schmökert einfach mal auf einer nachhaltigen Online-Jobbörse. Da gibt es schon so einige!

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Kategorie COSMO, Dossier, Schule, Büro & Arbeitsplatz

5 Kommentare

  1. Ein klassischer Studiengang mit ganz klarem Nachhaltigkeitsbezug (so war es bei mir zumindest und mein Studienabschluss liegt schon bald 10 Jahre zurück) ist auch das Geographiestudium. Dort bekommt man quasi einmal den Rundumschlag über alle wichtigen globalen Zusammenhänge und auch die naturwissenschaftlichen Basics vermittelt. Mir hat dieses Studium die Augen geöffnet. Für den Bachelor ist das heute sicher eine gute Grundlage und im Master kann man sich dann in ein Spezialthema vertiefen…

  2. Für alle Österreicher bzw. solche, die gerne in Österreich studieren möchten: an der FH Krems gibt es den Studiengang „Umwelt- und Nachhaltigkeitsmanagement“. Das ist eine Kombination aus BWL und Überblickswissen aus diversen einschlägigen Themen (zb. Ökologie, technologische Grundlagen, erneuerbare Energien, etc.), aber auch für diejenigen ohne Technik-Vorwissen locker zu schaffen 🙂

  3. Wahrscheinlich kann man in jedem Bereich eine grüne Ausrichtung erlangen. Selbst als Metzger, indem man sich in die Richtung pflanzliche Alternativen spezialisiert. Oder als Entwickler im Pflanzenschutz, wo man weit drum herum denken muss… oder müsste. Das ist natürlich sehr schwierig zu platzieren, ich habe gerade in meinem Bereich auch eine starke Alternative vor den Augen, die das alte Geschäft einigermaßen bedrohen würde. Wenn die Aufgabe ist, Chemieprodukte herzustellen und man findet Alternativen wie Insektenlarven, Lösungen von Mikroorganismen oder Ähnliches, das ist wirklich sehr schwer in ältere, große Firmen zu integrieren. Meistens läuft sowas über Start ups, die dann wieder von alten, verkalkten gekauft werden, aber dann als neuer Vertriebszweig besser überleben, als wenn sie den Vertriebszweig selbst ins Leben rufen müssten.

  4. Spannender Artikel, aber hinsichtlich der Studiengänge leider recht dünn. Denn es gibt durchaus auch in anderen Beriechen Studiengänge mit Umweltbezug, z.B Umweltsoziologie und -psychologie, im Bereich Wirtschaft ganz viel wie z.B. nachhaltiges Wirtschaften, oder Transformationsstudien und Management des sozialen Wandels, Umweltethik, Umweltrecht…

  5. Anonymous

    Vielen Dank für die guten Beiträge, die informieren und zum Nachdenken anregen. Zum Thema nachhaltige Jobs: ich bin Bibliothekarin und finde, das ist ein sehr nachhaltiger Job: Menschen aller Altersgruppen unterstützen beim lebenslangen Lernen, Kinder für Wissenserwerb und den Umgang mit Medien fit machen, Themen wie Umwelt und Nachhaltigkeit mit Medien und Veranstaltungen öffentlich fördern und schließlich – leihen statt besitzen. Und es gibt noch viel mehr. Und wer nicht in der Bibliothek arbeitet, kann sie nutzen, sie sind die nachgefragtesten Kultureinrichtungen und vielleicht näher als gedacht. Mit vielen Grüßen Sigrid

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