Müllreduzierte Katzenhaltung: Zero Waste Katze Mina

Hi ihr Lieben,

hier meldet sich wieder Shia zu Wort. Vielen lieben Dank an die ganzen Leser*innen, die sich zu Wort gemeldet haben! Dorothea, die Autorin dieses Artikels, hatte im Kommentarbereich ein kleines Statement geschrieben, um auf die Kommentare in gebündelter Form zu antworten. Zusammen haben wir auch dann noch mal diesen Artikel überarbeitet. Meine vorher an dieser Stelle veröffentlichten Text findet ihr jetzt unten als Kommentar. Ich freue mich über euer Feedback ❤️!

Ich habe meine Katze tatsächlich mehrere Jahre fast Zero Waste gehalten, wenn auch eher aus Versehen. Damals war ich noch kein Ökomensch. Leider lebt sie in der Zwischenzeit nicht mehr Zero Waste, da sie anderes Futter bekommen soll und eine Vorliebe für schmackhafte Minidöschen entwickelt hat..

Also: Meine Katze, Mina, ist zwölf Jahre alt. Sie wohnt bei meinen Eltern. Geholt haben wir sie uns vom Bauernhof, meine Eltern wollten immer gerne lieber Babykatzen als erwachsene Katzen haben, womit ich auch ganz einverstanden war. Ich selbst plane aber demnächst zwei alte Katzen in meine Wohnung zu holen, zoffe mich aber deswegen derzeit noch mit meiner Vermieterin, die das nicht will.

Was braucht eine Katze an Equipment?

Für eine Katze braucht man (unter idealen Bedingungen) nur: Einen Tragekorb und einen Kratzbaum. Beides kann man auch gebraucht kaufen. Wir brauchen unseren Tragekorb eigentlich nur einmal im Jahr zum Check-up beim Tierarzt. Dennoch, es ist wichtig, einen zu Hause zu haben, für den Notfall, wo es auch mal schnell gehen muss.

Liegekissen und Körbchen kann man kaufen, (ebenfalls gebraucht), ob sie aber tatsächlich angenommen werden ist die nächste Frage. Katzen liegen grundsätzlich da wo sie wollen.

Weiterhin zwei bis drei Näpfe, einer für Futter (ggf. Nass- und Trockenfutter) und einer für Wasser, es tun aber auch normale Schalen die man eh in der Küche hat. Mina trinkt übrigens am liebsten aus einer alten Gießkanne. Die Pflanze für die das Wasser eigentlich bestimmt war ist nicht mehr, die Kanne mussten wir für Mina allerdings stehen lassen. Spielzeug haben wir für unsere Katze nur ganz wenig, größtenteils hat sie als sie jünger war eh mit dem gespielt was sie so findet. Müll ist auch mal dabei. 😉

Katzenklo, Katzenklo, ja das macht die Katze froh

Meine Katze geht seit sie ein Baby ist für sämtliche Geschäfte nach draußen, das spart natürlich extrem viel Müll ein. Für Müll gibt es im Großen und Ganzen bei Haustieren zwei Hauptquellen, wie eben schon genannt das Klo und das Futter.

Wir haben nur noch für tiefste Minustemperaturen ein Katzenklo im Flur stehen. Leider hat Mina das sehr geschätzt und ausführlich benutzt nachdem sie es bei Kälte einmal in Anspruch nehmen musste. wir haben es sofort weggeräumt als es wieder wärmer war und sie das Erdreich wieder aufscharren konnte. Ich kann aber natürlich auch verstehen, wenn einige Katzenhalter es bevorzugen, ihren Freigängern auch das ganze Jahr über ein Katzenklo drinnen hinstellen wollen. Bei Wohnungskatzen versteht sich das auch von selber.

Anmerkung von Shia: Bei meinen ganzen Recherchen bin ich auf eine Methode gestoßen, wo Katzen trainiert werden, auf eine menschliche Toilette zu gehen. Es gibt sogar ein Kit dazu. Hier könnt ihr euch Videos dazu ansehen. Klappt sicher nicht bei jeder Katze und nicht jeder Katze wird das gefallen. Wie man da sieht, gibt es Katzen, bei denen das meiner Meinung nach sehr gezwungen aussieht und die mir beim Zugucken schon leid tun. Anderen Katzen scheint das nicht so viel auszumachen, so lange sie genug Platz zum Balancieren haben (z.B. durch einen Baby-Klobrillenaufsatz) und das Geschäft auch „verschwindet“ (sie können ja nicht scharren), also z.B. durch eine Klospülung, die über einen Sensor ausgelöst wird oder ein Mechanismus, womit sie die Klospülung über eine Scharrbewegung betätigen können (gab es auch in einem Video). Wie artgerecht das alles sein soll, kann ich leider als Laie nicht beurteilen, da interessiert mich eure Meinung auch sehr! Ich fand das irgendwie ziemlich krass, als ich das gesehen hatte.

Absolute Empfehlung bei Freigänger-Katzen: So schnell wie möglich (nach ca. zwei Wochen reiner Haltung im Hause damit sie dies als ihr neues Zuhause akzeptiert) an den Freigang und die außerhäusige Toilettenbenutzung im eigenen Garten gewöhnen und im Blick haben, ob sie ihre Hinterlassenschaft verscharrt oder nicht [in einem Kommentar stand ja, dass irgendwie dominante Katzen ihre Hinterlassenschaften nicht verscharren, um ihr Revier zu markieren? Und dann gab es auch die Sache mit Sandkästen… Ich hab versucht, das unten aufzugreifen]. Bei Babykatzen geht das ohne Probleme, wie das bei erwachsenen Katzen aussieht kann ich leider nicht sagen.

Katzen gehen meistens auch eh ins Gebüsch wo man nicht gräbt. Wenn ihr aber mitbekommt, dass eure Katze ihre Hinterlassenschaft nicht verscharrt, nicht ins Gebüsch geht, oder einen Sandkasten als Klo auserkoren hat, ist wahrscheinlich doch ein Katzenklo im Haus angesagt.

Futter

Der zweite Müllproduzent bei einer Katze: Das Futter.

Generell gilt: Katzen sind sehr dickköpfige Gourmets und bestehen auf das Futter, worauf sie sich eingeschossen haben. Deshalb kann es schwer sein, ihre Ernährung umzustellen.

Minchen hat jahrelang auf Tierarztempfehlung nur Trockenfutter bekommen, weil sie unter starker Zahnsteinbildung litt. Es ist ihr all die Jahre gut bekommen. Das ist also bei Mina eine Sondersituation gewesen, das soll also kein Tipp für andere Katzenhalter sein.

Hinzu kam, dass sie Freigängerin (Katzenklappe) ist und sich diverse Mahlzeiten zusätzlich selbst erjagt und regelmäßig Fisch von uns bekommen hat. Sie hat also nie ausschließlich von Trockenfutter gelebt. Das Trockenfutter konnten wir im zehn-Kilo-Sack beim Futterhändler um die Ecke kaufen. Wie fair und nachhaltig das produziert worden ist kann ich nicht sagen, sie wollte auf jeden Fall nur diese eine Sorte fressen. Gekauft haben wir immer beim kleinen Zoohändler um die Ecke, der hat uns den Sack meistens auch ins Auto getragen.

Der Zehnkilosack hat immer ungefähr ein halbes Jahr gereicht, manchmal bei Aktionen waren sogar zwölf Kilo drinnen. Im Futterhaus habe ich auch mal eine Theke für lose Tiersnacks gesehen.

BARFen halte ich persönlich für eine gute Idee und weil man da sehr vieles selbst in der Hand hat, kann man auch den Müll gut minimieren. Man kann z.B. mit Dosen oder gleich großen Containern beim Fleischer des Vertrauens aufschlagen. Hier sollte jedoch aufgrund der möglichen Keimbelastung peinlich genau auf Hygiene geachtet werden. Die Supplemente wie Vitamin A oder Taurin wird man allerdings kaum verpackungs- oder plastikfrei bekommen. Ich selbst habe da leider keine Erfahrung, es gibt aber viele BARF Ratgeber für Katzen.

Meiner Erfahrung nach sind viele Extras für die Katze nicht nötig, gerade so etwas wie spezielle Katzenmilch oder Minibeutelchen mit Futter.

Spielzeug

Das Spielzeug was wir für Mina haben stammt größtenteils noch von ihren Vorgängerinnen. Ihren Fatboy Catbag, den ich für sie gebraucht gekauft habe hat sie erst nach ausführlicher Bearbeitung mit Katzenminze und Baldriantropfen als ihr neues Bett akzeptiert. Bevorzugt liegt sie auf den frisch bezogenen Sesseln meiner Eltern und haart diese ein.

Zusammengerollte Papierkugeln an einer Schnur machen junge Katzen sehr glücklich wenn sie spielen wollen. Erfahrungesgemäß finden Katzen immer was zum Spielen wenn sie der Trieb überkommt. Minka, Minas Vorgängerin, hat sich in der Vorweihnachtszeit immer Nüsse vom Tisch geholt und sie einmal quer durchs Erdgeschoss gejagt. Noch Jahre später haben wir unter Möbeln alte Nüsse gefunden. An Weihnachten selbst mussten wir sie übrigens aus dem Baum pflücken. Mina spielt Weihnachten immer mit dem Geschenkpapier. Ich sortiere jedes Jahr für sie das nicht mehr wiederverwertungsfähige aus und sie nimmt es auseinander. Vorgängerin Minka hat einmal sogar ein Stoffwildschwein aus meinem Zimmer durchs ganze Haus geschleift um damit im Wohnzimmer zu spielen.

Medikamente

Im medizinischen Bereich lässt sich leider nur bedingt Müll einsparen. Unser Minchen hatte als kleines Baby leider einen schlimmen Magen-Darm-Infekt und musste beim Tierarzt behandelt werden. Was genau gemacht wurde weiß ich leider nicht mehr, ich weiß nur dass sie drei Tage hintereinander eine Spritze dort bekommen musste. Sie hat während dessen Schonkost bekommen, Fisch (den man unverpackt hätte kaufen können), abgekochtes Wasser und zusätzlich sollten wir ihr Fencheltee gegen die Bauchkrämpfe anbieten.

Ansonsten fahren wir einmal jährlich mit ihr zum Check-up. Geimpft wird sie regelmässig nach Empfehlung der Tierärztin, außerdem müssen wir sie regelmässig gegen Zecken und Flöhe behandeln. Dies ist einmal im Monat eine kleine Ampulle von Flüssigkeit, die wir ihr in den Nacken tun, außerdem einmal pro Jahr die Pappverpackung der Flohmittel.

Müllbilanz

Alles in allem ist die Müllbilanz aus den Jahren wo Mina nur spezielles Trockenfutter gefressen hat: Zwei mal im Jahr ein großer Plastiksack fürs Katzenfutter, zwölf kleine Ampullen fürs Flohmittel und ein Pappschächtelchen. Dazu eine unbekannte Menge Kleinmüll beim Tierarzt (Spritzen, Gummihandschuhe, etc.). Eventuelle statistische Ausreisser wie ein, zwei Döschen besonderer Leckerbissen oder Katzenpralinen die wir geschenkt bekommen haben oder die ich gekauft habe.

Kategorie Artikel, Haustiere, Katzen

44 Kommentare

  1. Jutta Luna

    Hallo Shia, ich bin neu hier und brauche einen alltagstauglichen Rat zu einer „besseren“, nicht perfekten Beseitigung von Katzenstreu. ZeroWaste wird bei mir nicht funktionieren, aber wenn du oder eine/r deiner Leser/innen eine bessere Idee hat, wäre ich schon sehr glücklich.
    Ich bin Tierschützerin und Pflegestelle für Katzenwaisen und misshandelte Kitten und beherberge im Durchschnitt bis zu 100 Katzen im Jahr in meiner Wohnung (nicht zur gleichen Zeit). Sie können und dürfen nicht ins Freie. Ich brauche also Unmengen von Katzenstreu und Futter (dies wird gespendet oder weil der Verein nicht viel Geld hat, wird „Billiges“ gekauft.) Ich habe Unmengen von Müll. Unser Ziel ist die Reduktion von Katzen durch Kastrationaktionen. Aber in der Zwischenzeit haben wir halt sehr viele „ungewollte“ Katzenwelpen zu versorgen. Das gebrauchte Katzenstreu landet im Restmüll. Hat jemand eine bessere Idee zur Verwertung? Ich wäre für jede Alternative dankbar.

  2. Nochmal zum Thema Trockenfutter: Katzen sind Wüstentiere und konzentrieren ihren Urin sehr stark. Sie trinken üblicherweise wenig, da sie ihre Flüssigkeit über die Nahrung aufnehmen. Trockenfutter + stark konzentrierter Urin + wenig Flüssigkeitsaufnahme ist für keine Katze gut, egal ob Zahnstein (oder andere Krankheiten!!!) oder nicht. Gegen Zahnstein helfen übrigens hervorragend Fleischstücke, die die Katze kauen muss oder auch z.B. Hühnerhälse.
    Wer wirklich Müll beim Füttern vermeiden will, sollte sich mit dem Barfen beschäftigen. Zusätze bekommt man natürlich nicht verpackungsfrei, aber ne Dose Taurin mit 50g z.B. hält bei mir für 2 Katzen über ein halbes Jahr. Bei anderen Zusätzen ist das ähnlich. Das beste ist eigentlich, dass man sein Futter individuell auf seine Katzen zuschneiden kann. Der eine Kater hat CNI, schon seit wir ihn haben (also mindestens 4 Jahre). Sieht man nicht.
    Und nochmal zum Thema Hygiene: Salmonellen sind Katzen völlig egal, die haben aufgrund des extrem sauren Milieus im Magen keine Chance. Natürlich sollte man auf Hygiene achten, aber bitte nicht verrückt machen.

  3. Hi ihr Lieben!

    Ein kleines Update: Dorothea und ich haben den Artikel jetzt gemeinsam überarbeitet. Vielen Dank für eure zahlreichen Kommentare und den Input :)! Ich bin leider ja absoluter Laie, freue mich also über euer Feedback und auch weitere Tipps!

    Liebe Grüße,
    Shia

    Meinen vorherigen Text an euch habe ich nun oben aus dem Artikel rausgenommen, aber ich kopiere ihn hier rein:

    Hier meldet sich jetzt Shia zu Wort . Ich habe alle eure Kommentare gelesen, sowohl hier als auch auf Facebook. Ich hatte mich bisher zurückgehalten mit dem Antworten, weil ich mich als nicht-Katzenhalterin schlicht und ergreifend zu wenig auskenne, um all die Sachen einordnen und konstruktiv mitreden zu können.

    Das heißt aber nicht, dass „hinter den Kulissen“ nichts passiert ist. Ich stand natürlich mit Dorothea, der Gast-Autorin dieses Beitrags, im regen eMail-Kontakt und habe auch versucht, mich selber ein bisschen in die Materie einzulesen.

    Da ich selbst noch nie Katzen gehalten habe (deswegen ja auch der Gastartikel, sonst würdet ihr auf meinem Blog wahrscheinlich nichts anderes als Updates zu meinen Katzen bekommen ), muss ich zugeben, dass ich auch oftmals Schwierigkeiten habe, einzuschätzen, wem ich im Wust an Informationen im Internet denn nun vertrauen kann.

    Dorothea hat sich auf jeden Fall eure Kommentare genauso zu Herzen genommen und wird ein Statement/eine Überarbeitung schreiben.

    Beim Thema Trockenfutter wollte ich anmerken, dass Mina, wie auch aus dem Artikel deutlich wird, auf tierärzliche Empfehlung Trockenfutter bekam – und das auch nur, so lange das so empfohlen war. Es mag ja gewesen sein, dass für Minas spezielle gesundheitliche Situation und für die Dauer tatsächlich Trockenfutter (plus, das, was sie sich jagt) das beste war. Da fehlte wahrscheinlich einfach der Hinweis, dass das nicht zu verallgemeinern ist.

    Generell kann man aber meiner Meinung nach aber nicht verlangen, dass jemand etwas „besser“ weiß als ein Arzt. Ärzte sind ja genau die Experten, an die man sich mit gesundheitlichen Fragen wenden soll, und mein erster Gedanke war auch, als ich die Kommentare las: Hm, vielleicht sollte ich einen Tierarzt mal interviewen. Wobei ich mir hinterher auch unsicher war, weil mehrfach die Aussage kam, dass Tierärzte sich offenbar nicht auskennen.

    Ich würde sehr gerne mal einen Experten zu Katzen- und Hundehaltung interviewen, am liebsten mit einem Katzen- bzw. Hundehalter zusammen, damit ich nicht total sinnfreie Fragen stelle. Habt ihr da vielleicht einen Vorschlag für mich, bei wem ich da anfragen könnte?

    Am Ende möchte ich euch noch danken, dass ihr euch zu Wort meldet! Denn genau in diesem Austausch und der Tatsache, dass ein Blog – anders als Gedrucktes – nicht einfach statisch ist, sondern eben noch mal überarbeitet werden kann, liegt für mich der große Wert von Blogs.

  4. Hallo allerseits,

    aufgrund diverser kritischer Stimmen melde ich mich hier noch einmal zu Wort und nehme Stellung zu den mehrfach genannten Kritikpunkten.
    Zum Thema Trockenfutter: Wie Shia bereits angemerkt hat und in meinem Beitrag auch zu lesen ist, hat Mina dieses Futter nach tierärztlicher Empfehlung bekommen. Und nein, die Tierärztin hat mir das Futter nicht verkauft.

    Holt man sich Rat bei einem nicht tierärztlichen Experten sollte man auf einen zurück greifen der einem nicht direkt im Anschluss das passende Futter verkaufen will. Denn dann steht bei diesem sicherlich das Geschäft und nicht das Wohl des Tieres im Vordergrund.

    Der Grund für die reine Trockenfutterdiät war, dass sie unter starker Zahnsteinbildung gelitten hat. Es ist ihr all die Jahre gut bekommen. Hinzu kommt dass sie Freigängerin (Katzenklappe) ist und sich diverse Mahlzeiten zusätzlich selbst erjagt und regelmässig Fisch von uns bekommen hat. Sie hat also nie ausschließlich von Trockenfutter gelebt.

    Den Kaffee mit Milch haben wir ebenfalls tierärztlich absegnen lassen. Katzenfreunde wissen wie Katzen sich verhalten wenn sie unbedingt von einer bestimmten Sache etwas haben wollen.

    Die Essensreste sind jedoch nicht mit dem Tierarzt abgesprochen, hier bin ich eindeutig zu kritisieren. Wir haben uns hierbei auf Erfahrungen aus dem Familienkreis verlassen, wo die Katzen meiner Großtante in den fünfziger Jahren ausschließlich Essensreste bekommen und sich das Fleisch selbst erjagt haben. Ansonsten halte ich es da mit meiner Katze wie man es als Mensch mit Alkohol und Süßigkeiten hält: Alles nur in geringen Mengen. Ich stelle Mina garantiert nicht jeden Nachmittag Torte mit einer Tasse Kaffee hin. 😉

    Ich persönlich verlasse mich auf die Empfehlungen meines Tierarztes (und hole im Zweifelsfall eine zweite Meinung ein), auch wenn ich natürlich als Krankenschwester gut weiß dass Ärzte nicht unfehlbar sind. Allerdings kenne ich auch die andere Seite, Patienten die Wikipedia gelesen und Visite geschaut haben und der Meinung sind dass sie es besser wissen. Das hat schon manch einen Patienten das Leben gekostet, auch einige die ich betreut habe.

    Zum Thema vegan: Hier stellen sich mir die Nackenhaare auf! Katzen sind Fleischfresser. Wer ein Problem damit hat, dass Katzen Fleischfresser sind sollte ernsthaft hinterfragen, ob eine Katze das richtige Haustier für ihn ist. Es gibt eine große Auswahl an reinen Pflanzenfressern als Haustiere. Ich habe hierzu ein spannendes Interview mit einer Expertin zu dem Thema gefunden, den Link möchte ich euch nicht vorenthalten.
    http://www.spiegel.de/gesundheit/ernaehrung/vegane-ernaehrung-von-tieren-sehen-tieraerzte-kritisch-a-966843.html

    Barfen halte ich persönlich für eine gute Idee, hier sollte jedoch aufgrund der möglichen Keimbelastung peinlich genau auf Hygiene geachtet werden. Hier habe ich allerdings keine Erfahrung und kann nichts dazu schreiben.

    Zum Thema Transportbox: Natürlich haben wir immer eine da. Da wir mit Mina und ihren Vorgängerinnen nie einen akuten Notfall hatten habe ich nicht drüber nachgedacht dass man sie manchmal recht kurzfristig braucht. Daher möchte ich hier meine Meinung revidieren und mich denen anschließen die sagen dass man immer eine da haben sollte, um im Ernstfall sofort mit der Katze zum Arzt fahren zu können.

    • Carsten Neumann

      Hallo BettyDraper,

      wer hat denn hier behauptet, dass Tierärzte im Studium nichts über Nahrung lernen würden?

      Die Überschrift des verlinkten Artikels ist leider irreführend, wenn man weiter liest. Diese Experten warnen nicht vor der Rohfleischfütterung, sondern sie „mahnen zur Vorsicht“, „empfehlen einen vorsichtigen Umgang“. Einer „rät Hygieneregeln zu beachten“. Das ist etwas Anderes als eine Warnung vor dem Barfen im Sinne eines Abratens davon.

      Natürlich müssen gewisse Hygieneregeln beachtet werden, es handelt sich schließlich um rohes Fleisch! Und natürlich sollten auch im Umgang mit Haustieren generell gewisse Regeln befolgt werden und z.B. abgeleckte Hände gewaschen werden. Das ist aber unabhängig von der Ernährung. Man kann davon ausgehen, dass jede Katze, die das Haus verlässt, Erreger in sich trägt. Toxoplasmose-Erreger etwa sind zur Vermehrung sogar auf Katzen angewiesen.

      Grundsätzlich halte ich wenig von der oftmals in den Medien verbreiteten, und auch in diesem Artikel unterstützten, Hysterie vor Keimen, Bakterien oder Erregern. Eine Kontamination führt nicht gleich zur Infektion und diese nicht gleich zur Erkrankung. Unsere Umgebung und auch der Mensch selber ist voll von Bakterien u.ä. und das ist auch gut so, wir brauchen sie. Mit den meisten unerwünschten Erregern kommt ein gesundes Immunsystem gut klar und um ein solches ausbilden zu können, müssen Kinder gewissen Bakterien ausgesetzt sein. Das muss man nicht extra forcieren, aber alle Kontaminationsquellen vom Kind fernhalten hilft ihm nicht.

      Wer barft oder wer überhaupt ein Haustier hat, sollte sich klar sein, was er tut und welche Regeln damit einhergehen. Das BARF-Fleisch etwa bekommen nur die Katzen und zur Zubereitung nutze ich eine extra Schüssel. Natürlich fressen sie aus eigenen Näpfen an einer eigenen Futterstelle, die Näpfe werden auch mit einem eigenen Schwamm abgewaschen und mit eigenen Handtüchern getrocknet.

      Gruß,
      Carsten

  5. Ich höre bei den Artikel zur Müllvermeidung viel von jungen, alleinlebenden Menschen, die völlig flexibel und gesund sind. Wenig bis nie von älteren, die Medikamente nehmen müssen, keine schweren Dinge heben können, eingeschränkt sind in allen möglichen alltäglichen Funktionen.
    Ebenso in diesem Artikel. Die Vorredner haben ja schon alles gesagt, was an diesem Artikel eher blauäugig ist – ich schließe mich mancher Kritik an.

    Auch bei Katzen gibt es etliche mit Krankheiten – die brauchen dummerweise Medikamente und besonderes Futter – das kommt dummerweise in Beutelchen oder Dosen.
    Nicht jeder hat eine katzensichere Verkehrssituation vor Ort und kann die Tiere laufen lassen. Was, wenn jemand im Mietshaus ganz oben wohnt? Eine große Straße in der Nähe hat?
    Wie entsorgt man bei Hauskatzen am besten Ausscheidungen? Ins Klo? In den Restmüll? In den Biomüll? Vergraben?
    Welche Streu ist gut/schlecht? Vorteile und Nachteile der jeweiligen Streu?
    Welche Möglichkeiten mit den Döschen umzugehen gibt es, wenn man sie denn verwenden muss? Mit Beutelchen? Taugt es, für kranke Tiere vom Metzger zu holen, zu kochen, usw?

    Ich bitte, die Artikel auch auf etwas schwierigere Umstände anzupassen, nicht nur die absoluten Idealbedingungen zu beschreiben – dann hätte so ein Bericht für mich wirklich großen Mehrwert.

    Wer kann solche Fragen beantworten? Ich vermute mal Tierärzte. Wie wäre es mit einem Interview, bzw einer Diskussion unter Tierärzten, die mit verschiedenen Ansätzen kommen und dikutieren?

    Vielen Dank!

    • Hi Monika,

      danke, du sprichst wichtige Punkte an!

      Ich thematisiere das zwar laufend auf Instagram, aber tatsächlich viel zu wenig hier auf dem Blog: Meiner Meinung nach geht es nämlich nicht darum, auf Ach und Krach Müll zu vermeiden, sondern ihn innerhalb der eigenen Möglichkeiten zu minimieren. Es gibt nun einmal oftmals Grenzen, die einfach außerhalb der eigenen Kontrolle liegen. Das kann fehlender Zugang zu Infrastruktur sein, das kann gesundheitlicher Natur sein, das können Familiensituationen sein (z.B. Eltern pflegen, oder als Jugendliche*r kein Mitspracherecht eingeräumt zu bekommen), u.v.m.

      Diese Grenzen muss man erst einmal hinnehmen. Man kann definitiv versuchen, die Grenzen zu puschen, indem man je nachdem z.B. das Gespräch zu Familienmitgliedern sucht, Hersteller anschreibt, Petitionen macht, politisch aktiv wird, usw. Aber das sind langwierige Prozesse, und darauf sollte man sich auch einstellen.

      Ich schreibe es ganz häufig und sage es noch häufiger: Der Name „Zero“ Waste ist einfach auch unglücklich gewählt. Denn meiner Meinung nach geht es nicht um diese großgeschriebene „Null“, sondern darum, nach und nach nachhaltigere Praktiken in den eigenen Alltag einzubauen und zur Gewohnheit werden zu lassen und zu gucken, wie und wo man seinen ökologischen Fußabdruck verkleinern kann.

      In meinem Buch habe ich erklärt, dass es in meinen Augen viel mehr Sinn macht, dort anzufangen, wo es machbar und einfach ist und nicht mit den harten, kniffligen Fällen einzusteigen. Wenn ich mit joggen anfangen möchte knöpfe ich mir ja auch nicht direkt einen Marathon vor. Baustellen gibt es in der Regel mehr als genug. Am besten ist es, man fängt klein an, lernt daran und wenn man sich sicher fühlt, kann man zum nächsten Level weitergehen. Immer schön gucken, wie man innerhalb der eigenen Möglichkeiten für die beste Option entscheiden kann (klappt auch nicht immer, na und?). Und manchmal ist man selbst überrascht, dass da doch mehr Spielraum war, als man zuerst annahm. Manchmal denkt man aber auch, dass da mehr Spielraum ist, als dann tatsächlich der Fall war 😀

      Aber noch mal zurück zum Artikel: Wie ich oben geschrieben habe, wird er noch mal überarbeitet. Wie ebenfalls oben steht, hatte ich auch schon überlegt, vielleicht ein Interview mit einer*m Expertin*en zu machen und bin für Tips, wen ich da ansprechen könnte, dankbar.

      Liebe Grüße,
      Shia

  6. An alle, die den Beitrag (wie ich) abonniert haben und sich wundern, dass Shia so gar nicht reagiert oder kommentiert:
    Sie hat es getan, nur oben im Original-Beitrag für alle und eben nicht wie sonst direkt unter den einzelnen Kommentaren!

    Liebe Grüße
    Kaddi

    • Carsten Neumann

      Hallo Kaddi,

      vielen Dank für deinen Hinweis. Tatsächlich hatte ich die Kommentare nur über die Mails verfolgt und dieses Update daher verpasst.

      Dir Shia, danke für das Update!

      Es ist leider tatsächlich so, dass man sehr viele unterschiedliche Meinungen findet, wenn man versucht sich als völliger Neuling über Katzenhaltung und -ernährung zu informieren. Auch ich hätte am Anfang vieles falsch gemacht, wenn ich nur auf die „erfahrenen“ Katzenhalter im privaten Umfeld gehört hätte. Außerdem gibt es wie so oft auch hier häufig kein klares Richtig und Falsch. Manches ist auch einfach nur Ansichtssache, oder hängt von weiteren Faktoren ab.

      Beim Thema Tierärzte muss man bedenken, dass sie meist eine Art Allgemeinmediziner für Tiere sind. Selbst wenn sie sich auf Kleintiere spezialisiert haben, bleibt immer noch ein sehr weiter Bereich, vom Wellensittich über Meerschweinchen bis zu Hunden und Katzen. Da kann man kaum erwarten, dass sie für jede dieser Tierarten entsprechend informiert sind. Insofern „kann“ man durchaus etwas besser wissen als der Tierarzt (weil man eben von den anderen Tieren überhaupt keine Ahnung haben braucht), in der Humanmedizin wissen auch viele Patienten über ihre chronische Erkrankung mehr als ein Allgemeinmediziner (der das auch gar nicht wissen muss, dafür gibt es ja die Fachärzte). Man darf seinem Arzt aber auch durchaus ohne schlechtes Gewissen vertrauen. Denn wenn ich ihm nicht glaube, sondern sowieso mache was ich für richtig halte, bräuchte ich auch gar nicht mehr hingehen.

      Soweit ich gehört habe, werden Fortbildungen auch gerne mal von Herstellern angeboten, die dann natürlich Wissen vermitteln, dass zum Einsatz ihrer Produkte passt. Das passiert gerade bei der Ernährung. Wenn dann durch falsche Ernährung Probleme auftreten, kein Problem, da hat der Futterhersteller bestimmt das passende teure Spezialfutter im Angebot 😉

      Gruß,
      Carsten

  7. Also sorry, nicht böse gemeint, aber über die Katzenhaltung und -Ernährung solltest du dich vor Neuanschaffung von Katzen wirklich mal intensiv informieren – insbesondere bevor du solche Fehlinformationen postest, die bei Nachahmung unverantwortlich sind. Deinen Blog bezüglich Zero Waste finde ich ansonsten gut, aber dieser Post geht gar nicht. Essenreste und Billigfutter mit wenig Fleischanteil sollte keine Katze bekommen (spart auch Tierarztkosten) und eine Katze sollte mindestens 6 Wochen im Haus bleiben, bevor man sie rausläßt (natürlich nur, wenn es die Umgebung erlaubt). Kleine Katzen sollten erst nach Kastration rausgelassen werden und auch nur, wenn es sicher ist. Ansonsten lieber drin lassen. Dieses sind die wichtigsten Punkte, die ich zu kritisieren habe. Wie gesagt, nicht böse gemeint, aber das konnte ich nicht so stehen lassen.

  8. Hallo,

    Schön, dass hier grundsätzlich auch das Thema Müllvermeidung mit Haustieren thematisiert wird, aber leider stellen sich mir bei einigen dieser “Tipps“ wirklich die Nackenhaare auf.
    Erbsen, Kaffee, Milch, Tortenreste bzw Zuckerhaltiges sind alles Sachen, die Katzen auf gar keinen Fall! essen sollten. Katzen sind Carnivoren. Unsere Lebensmittel können für sie teilweise giftig sein oder andere negative gesundheitliche Folgen haben. Wenn eine Katze sich mal was vom Tisch klaut und man es nicht verhindern konnte, ist es das eine. Es ihr aber anzubieten und das sogar noch als “schon ok so“ im Internet zu präsentieren geht gar nicht.

    Bezüglich der Transportbox – Minimalismus ist eine gute Sache, aber muss man an sowas sparen? Was, wenn es einen Notfall gibt und die Katze dringend zum Arzt muss? Die Zeit, die man dann braucht um die Box zu organisieren, kann schon entscheidend sein.

    Reines Trockenfutter ist auch absolut nicht zu empfehlen, schon gar nicht das billigste, nur weil es vielleicht plastikfrei ist.

    Das sind nur ein paar der Punkte in diesem Artikel, die ich echt schwierig finde.

    Ich schätze diesen Blog sehr, aber diesen Artikel finde ich leider unverantwortlich. Wenn man Zero Waste und Minimalismus in dem Ausmaß betreibt, dass man es über die artgerechte Haltung seiner Tiere stellt, dann sollte man bitte keine Tiere halten. Natürlich braucht eine Katze kein fancy Plastikspielzeug und alte Schnüre oder Papierkugeln tun es genau so gut, aber bei der Ernährung sollte man wirklich nicht den letzten Dreck oder sogar Reste füttern, nur damit es nachhaltiger ist. 🙁

    Lg!

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