Müll auf Festivals – so feierst du umweltfreundlicher!

Das Foto hab ich am Freitag auf dem Innenstadt-Festival „Bochum Total“ gemacht, wo ich mit Freunden war.

Jeden Sonntag gibt es um 15:30 Uhr bei COSMO-Radio von mir etwas zu Nachhaltigkeit auf die Ohren! COSMO ist das internationale und interkulturelle Hörfunkprogramm und eine gemeinschaftliche Produktion von den öffentlich-rechtlichen Sendern WDR, Radio Bremen und Rundfunk Berlin-Brandendenburg.

Zu empfangen in NRW auf 103,3 MHz, in Bremen und Teilen Niedersachsens auf 96,7 MHz, in Bremerhaven auf 92,1 MHz und in Berlin und Umgebung auf 96,3 MHz.

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Wir sind mitten in der Festival-Saison – nächstes Wochenende findet Juicy Beats Festival im Dortmunder Westfalenpark statt, und natürlich ist auch COSMO ist mit einer Bühne dabei. Tausende Besucher werden erwartet – viele davon Campen auch vor Ort. Ich steh ja total auf Festivals! Fette Mucke, super Stimmung und wenn das Wetter mitmacht ja vielleicht sogar Sonne – aber wie vermüllt das hinterher ist, das ist leider nicht ganz so schön. Und das findet nicht nur unsere COSMO-Nachhaltigkeitsexpertin Shia Su.

Shia, wie viel Müll fällt eigentlich so bei Festivals an? Ich meine, die Besucher campen, bringen Zeugs mit, das im Müll landet. Bei mehreren tausend Besuchern kommt da ja schnell viel zusammen…

Ja, da kommt sogar irre viel zusammen! Und lange nicht nur Dinge an die man da so denkt, also Bierdosen, Konfetti oder Lebensmittelverpackungen. Nee, ganze Zelte, Schlafsäcke, Isomatten, Grills und sogar Wohnungseinrichtung! Ja, Mobiliar! Sofas, Stühle, Kühlschränke und so was… Bei den großen Festivals kommen in wenigen Tagen bis zu 1.000 TONNEN Müll zusammen, das sind 100 randvolle Müllwagen. Anders ausgedrückt: Das ist so viel Müll, wie mehr als 1.600 Menschen sonst in einem Jahr verursachen. Bei Rock am Ring-Festival zum Beispiel müssen 200 Helfer hinterher zwei Wochen aufräumen, um das alles wegzubekommen.

Was kann ich denn als Festival-Besucher so machen, um kein Müllmonster zu sein?

Nicht dem Vandalismus verfallen und den eigenen Dreck wieder mitnehmen ist schon mal ein guter Anfang. Also nicht das Zelt noch am Ende abfakeln oder die Kühlbox kaputt treten und einfach liegen lassen. Ja, gibt es alles. Umweltmäßig ist ja auch gerade der kleine Müll wie Kippenstummel echt ’ne Sauerei. Übrigens auch giftig in der Natur. Wenn du rauchst oder kiffst, dann besorg dir doch ’n Taschenascher. Wenn schon Müll, dann bitte ordentlich entsorgen, denn ein Zigarettenfilter braucht bis zu 10 Jahre, um sich biologisch abzubauen.

Was ist denn so mit Essen und Trinken? Gibt’s eine nachhaltige Variante, statt nur Dosenravioli mitzunehmen auf das Festival?

Dosenravioli ist sowieso nicht mein Ding! Ich essen da viel lieber Brot mit Aufstrichen oder halt Antipasti, das ich mir in einer Frischhaltedose statt im Glas mitnehme. Obst und auch Gemüse kann man gut snacken und zum Knabbern gibt es Studentenfutter, Gummitiere und so was, was ich halt unverpackt im Beutel kaufe. Wenn ich mir auf dem Festival was zu Essen hole dann lass ich mir das in meine eigene Brotdose packen und nicht auf den Papp- oder Plastikteller, der danach in den Müll wandert. Für Wasser hab ich meine Trinkflasche dabei zum Nachfüllen, mit Henkel, die kann ich mir beim Tanzen mit ‘nem Karabiner an den Hosenbund hängen.

Du hast vorhin ja auch von Zelten, Schlafsäcken und ähnlichem gesprochen, dass nach Festivals auch aufm Müll dort landet – kann man solchen Sachen nicht eine zweite Chance geben, wenn man das nicht wieder mitnehmen will – warum auch immer?

Ja, es gibt bei einigen Festivals Stände, wo Besucher am Ende ihre Ausrüstung, die sie nicht mit zurück nehmen wollen, abgeben können. Die wird dann z.B. an Obdachlose und geflüchtete Menschen gespendet. Beim Hurricane-Festival vor kurzem in Scheßel bei Bremen sind zum Beispiel knapp 200 Zelte, 150 Schlafsäcke und über 200 Isomatten gespendet worden. Manchmal kannst du auch Lebensmittel, die du nicht mehr willst, abgeben und die werden gespendet. Also: Die Veranstalter bemühen sich schon, allerdings geht es dabei hauptsächlich um die Verwertung und Entsorgung und nicht so oft um die Müllvermeidung. Da sind natürlich auch wir als Besucher gefragt, da nicht so viel Müll anzuschleppen.

Kategorie COSMO, Feiern & Schenken

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