Mein nachhaltiger, veganer und fast plastikfreier Zero Waste Adventskalender

Es ist fast Dezember. Ja, alle Jahre wieder ist es so weit. Weihnachten steht immer zappeliger und ungeduldiger in den Startlöchern. Na gut, wenn ich so lange auf etwas warten müsste, wäre ich auch zappelig. Schließlich wurden bereits bei gefühlten 30 Grad Außentemperatur die Supermarkt-Regale mit Lebkuchen bestückt. Was jetzt im Endspurt für die meisten Kinder und Weihnachtsliebhaber nicht fehlen darf ist natürlich der Countdown in Form eines Adventskalenders.

Aber erst einmal vorweg: Ich bin in dem ganzen Getummel nur eine Außenstehende. Denn wie viele andere Menschen hierzulande feiere ich Weihnachten nicht. Mich lässt also die Werbetafel zwei Straßen von unserer Wohnung, die den Passenten mit dem Spruch „Noch immer nicht alle Weihnachtsgeschenke zusammen??“ ein schlechtes Gewissen einreden möchte absolut kalt.

Das bedeutet aber nicht, dass ich nicht auch mal auf einen der zahlreichen Weihnachtsmärkte – die sich bis zum Ersten Advent noch brav gesetzesgetrau „Winterzauber-Markt“ u.Ä. nennen – anzutreffen bin. Dort kann man nämlich ganz wunderbar frische gebrannte Mandeln in der eigenen Dose kaufen. Meistens gibt es für Hanno und mich auch immer ein bisschen extra, weil die Stände es immer gut finden, dass wir mit unserer eigenen Dose anrücken. Zu Crêpe, Waffeln und Punsch sagen wir dabei natürlich auch nicht nein.

Wir sehen das mit dem Weihnachtsgetümmel also komplett pragmatisch. Die lustigen, gesellingen Dinge nehmen wir immer gerne mit, den Konsumwahn lassen wir lieber links liegen. Und die eigentlichen Weihnachtsfeiertage sind bei Hanno und mir traditionell unser Bootcamp für die Projekte, die sonst immer im Alltagsgeschäft liegen bleiben. Denn an keinen anderen Tagen im Jahr kann man so ungestört und konzentriert arbeiten wie an Heilig Abend und den zwei Weihnachtstagen.

Aber ich schweife ab. Eigentlich wollte ich nur kurz erwähnen, dass als Nicht-Christin Weihnachten ja nicht ganz mein Fest ist. Von da aus wollte ich erklären, dass ich immer nur einen Adventskalender hatte, wenn mir einer geschenkt wurde. Dies ist aber die letzten Jahren nicht mehr vorgekommen, weil ja jeder weiß, dass ich so vegan und müllfrei wie möglich leben möchte und „normale“ Adventskalender weder das eine noch das andere besonders gut können.

Ich finde, das ist ein doch äußerst dekoratives Stück <3!

Das sollte sich aber dieses Jahr ändern.

Nach unserem Zero-Waste-Vortrag an der Ruhr-Universität Bochum gab es nämlich als Dankeschön des AStA der RUB einen veganen, plastikfreien und selbstverständlich wiederbefüllbaren oder eben anderwertig weiterverwendbaren Adventskalender! Beim Überreichen wurde sogar erklärt, dass sie den Adventskalender sogar – bis auf das Konzept „Adventskalender“ an sich – weitesgehend religionsneutral gehalten haben, einfach für den Fall, dass wir keine Christen seien! WOW!

Ich kann immer noch kaum glauben, dass der liebe AStA-Mensch alle Stoffbeutelchen wirklich per Hand, also ganz ohne Nähmaschine (!!) genäht hat!!

Der auch optisch wirklich ansprechende Kalender besteht aus handgenähten (!) Stoffbeutelchen aus Stoffresten, die mit Schnüren aus Naturmaterial (Leinen oder so was?) an Zweigen befestigt werden. Und wir sollten ruhig auch Dinge daraus weiterschenken, wenn wir für sie keine Verwendung hätten.

Ja, da schmolz mein kleines Herzchen nur so dahin, und das, obwohl ich so mit der unromantischste Mensch auf Erden bin. Es gibt nämlich kein schöneres Geschenk, als wenn Menschen sich die Mühe machen, sich auf deine Gedankenwelt einzulassen und dir damit auch zeigen, dass sie deine Werte und Ansichten respektieren. Und das Schöne daran ist, dass das  auch ganz ohne materiellen oder monetären Einsatz geht.

Ja, was ist da denn drin?

Da ich schon immer ein ungeduldiges, neugieriges Stück war, habe ich den Adventskalender an einem Tag komplett ausgepackt. Um euch Anregungen für einen nachhaltigen, müllarmen, veganen und fast plastikfreien Adventskalender zu geben, habe ich entgegen meiner sonst äußerst disziplinierten, geduldigen Ader mal alle Beutelchen des Adventskalenders ausgepackt.

Was da alles zum Vorschein kam, könnt ihr hier mit mir miterleben:

Und wo wir übrigens schon beim Thema Weihnachten, Geschenken und so sind, wollte ich euch auch noch mein Video mit nachhaltigen Geschenkideen für Weihnachten ans Herz legen:

Feiert ihr denn Weihnachten? Wenn ja, wie macht ihr das so mit Weihnachten? Was schenkt ihr und wie stellt ihr es an, das mit dem Schenken und Beschenktwerden so nachhaltig wie möglich über die Bühne zu bekommen?

Kategorie Feiern & Schenken, Video

11 Kommentare

  1. Hallo Shia,
    erst einmal danke für deinen Blog und deine hilfreichen Tips. Wirklich sehr anregend. Ich habe aber einen Gedankeneintrag zu deiner Empfehlung der lush shampoo bars. Eine Freundin meinte zu mir, lush käme bei weitem nicht an Naturkosmetik heran und verwende Mikroplastik! Die hätten auch keinerlei Siegel, was ja so gesehen schon seltsam ist. Ich hab aber keine Ahnung. Im Netz kann man immer alles und nichts lesen. Was nun? Noch kaufen oder lieber nicht mehr?
    Grüße Melanie

    • Hi Melanie,

      Lush ist auch keine Naturkosmetik! Ich weiß nicht, wann, wie und wieso Leute das irgendwie glauben? Das erkennt an ja eigentlich schon deutlich an den oft grellen Farben, die natürlicherweise nie so krass vorkommen und dem Üppigen Umgang mit Parfümstoffen und Glitter.

      Wenn es bei dir in der Nähe einen Unverpackt- oder Bioladen gibt, kauf doch dort einfach deine Seifen wie z.B. auch Haarseifen oder festes Shampoo oder sogar Conditioner-Bars. Mehr zum Unterschied und was was ist kannst du hier nachlesen.

      Das Video ist schon älter und damals gab es solche Seifen leider auch in Bioläden oft nicht zu kaufen, weswegen ich Lush als zugänglichere Alternative zu Shampoo aus der Drogerie in Plastikflaschen nenne.

      Liebe Grüße,
      Shia

  2. Hallo Shia,

    an dieser Stelle möchte ich dir und deinem Mann Danke sagen für eure Arbeit!
    Ich war auch bei eurem Vortrag an der RUB und fand es sehr inspirierend, euch live zu sehen!
    Nebenbei bemerkt glaube ich, dass der AStA zu wenig Werbung für die Veranstaltung gemacht hat. Ohne Info über deinen Blog wäre diese auch an mir (Uni-Mitarbeiterin) vorbei gegangen..
    Noch kurz zum Thema Weihnachten, wenn frau so wie ich über 50 ist, gehen einer eh schon Mal die Ideen und materiellen Wünsche aus..
    Also schenken wir uns in der Familie i. d. R. Veranstaltungskarten, Essenseinladungen oder – sicher nicht das ideenreichste Geschenk – Geld. Aber ich werde mal über die Anregung von Katja mit dem Spenden des „Weihnachtsgeldes“ nachdenken
    Liebe Grüße aus Bochum
    Claudia

    • Hi Claudia,
      vielen dank, dass du zu unserem Vortrag gekommen bist :)! Wir bekommen ja gar nicht so richtig mit, wie das mit dem Bewerben an der Uni so läuft, aber wir werden auch verstärkt jetzt noch mal darauf achten, die Vorträge auch noch mal mehr zu bewerben, obwohl ich bei der Anzahl, die wir machen oft denke, dass ich alle Leute schon damit nerve XD.
      Und du, ich glaube Hanno und ich sind vom mentalen Alter her dann auch schon lange über 50 – uns sind nämlich schon vor ungefähr 10 Jahren die Ideen für materielle Wünsche ausgegangen, was gerade für Familienmitglieder erst sehr frustrierend gewesen sein muss. Meine Mutter hat’s aber ziemlich schnell ziemlich gut gefunden. Sie hatte mir ab da einfach Geld überwiesen und gemeint, dass sie es viel stressfreier findet und sie nicht immer das Gefühl haben muss, mir sowieso immer das Falsche zu schenken (wir haben SEHR unterschiedliche Geschmäcker ;)).
      Ich kann mich beim Spenden Katja übrigens nur anschließen. Wir spenden auch mal im Namen der Familie als Geschenk. Ich finde, dass das eine sehr schöne Sache ist, wobei das wahrscheinlich nicht das beste Geschenk für Kinder ist ;). Letzte Jahr habe ich mir auch einfach mal selber eine Walpatenschaft geschenkt und bin jetzt eine von vielen Patenelternteilen eines Orca-Teenagers vor der kanadischen Westküste. Ich freue mich auch immer über die Updates, worin steht, wie es meinem Patenkind so geht :).
      Liebe Grüße ins schöne Bochum,
      Shia

    • Hi Astrid,
      danke! Ich glaube, die sind etwas groß für Gänseblümchen, zumindest im Vergleich zu denen, die auf Wiesen wachsen. Aber macht nix, werden wir einfach mal testen :).
      Liebe Grüße,
      Shia

  3. Hey Shia, sehr cooler Beitrag mal wieder! Ich habe letztes Jahr genau so einen Adventskalender für meinen Freund gemacht, und sammele gerade Ideen, um ihn neu zu bestücken. (Bin auch immer noch ein bisschen stolz drauf, es war mein erstes Nähprojekt und hält bisher noch zusammen :D)
    Ihr habt vor ein paar Tagen an der RUB einen Vortrag gehalten?? Bin gerade richtig traurig, dass ich das nicht mitbekommen habe, ich studiere an der RUB und hätte euch super gerne zugehört. Macht ihr das öfter? Beim nächsten Mal bin ich auf jeden Fall dabei 🙂
    Liebe Grüße, Anna

    • Hi Anna!
      Finde ich cool, dass das sogar dein erstes Nähprojekt war ;)!
      Und ja, wir waren an der RUB, sogar schon zum zweiten Mal dieses Jahr! (Das letzte Mal Anfang August) Ich poste das aber sowohl auf Instagram (meistens sogar mehrmals), auf Facebook (sowohl unter Events und meistens noch mal als Post davor) und liste das hier natürlich auf meinem Blog auch unter den Events 😉
      Wir halten viele Vorträge, wobei wir die für 2018 erst mal begrenzt haben, weil wir uns 2017 einfach komplett übernommen hatten. Wir waren auch mehrmals in Dortmund dieses Jahr. Also immer mal ein Auge auf meine Events haben, bestimmt sind wir bald wieder im schönen Pott.
      Liebe Grüße,
      Shia

  4. Hi Shia, wir feiern Weihnachten mit der gesamten Familie nicht unbedingt an Weihnachten, sondern später, manchmal auch erst Anfang Januar. Wichtig ist uns das gemeinsame schlesische Weihnachtsessen, ein Vermächtnis meiner Oma, die aus Breslau kam. Mit Würstchen aus Fleisch oder Tofu, je nach Geschmack. Seit ungefähr 15 Jahren schenken wir uns untereinander nichts mehr, sondern machen Schrottwichteln (oder Schrepelwichteln), also jeder packt etwas ein, was er oder sie sowieso immer schon loswerden wollte, nichts, was extra gekauft wird, sondern etwas, was schon vorhanden ist (seit vergangenem Jahr in Zeitungspapier, so ist es nachhaltiger und wird danach einfach zum Anfeuern für den Ofen genutzt. Zum anderen ist es so auch schwieriger, herauszufinden, von wem das Wichtelgeschenk stammt). Wir haben einen Heidenspaß dabei, sparen jede Menge Zeit, Stress und Geld, und haben eine tolle Zeit mit der Familie. Hinterher geht eine Mütze oder ein Hut rum, und jeder legt Geld rein, so wie es gerade passt. Statt durch die Stadt oder das Netz zu hetzen und Sachen zu kaufen, die keiner wirklich braucht, legen wir zusammen und unterstützen davon unser Familienpatenkind in Kenia, einen mittlerweile 17 jährigem Jungen, der zur weiterführenden Schule geht. Meistens reicht der gesammelte Betrag für 10 Monate, und den Rest lege ich dazu.

    • Hi Katja,
      das klingt bei euch nach einer sehr schönen Familientradition! Sowohl dass ihr das zeitlich locker nimmt als auch das Schrepelwichteln. Da sieht man wie ich finde auch, wie häufig der Konsumwahn das Fest überschattet und man vergisst, worum es eigentlich auch geht, nämlich um eine schöne Zeit mit der Familie! Dass ihr ein Patenkind habt ist natürlich noch schöner! Ganz toll!! In dem Sinne wünsche ich euch auch dieses Jahr schöne Familientage zusammen <3!
      Liebe Grüße,
      Shia

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