Leser*innenbriefe: Zero Waste fliegen?

Ach fliegen, du schreckliche Klimasünde! Wenn ihr mich fragt… Fliegen lässt sich einfach nicht schönreden – es ist und bleibt die klimaschädlichste Art der Fortbewegung und sollte wie ich finde wie die Pest gemieden werden (eine Aussage, für die ich regelmäßig gelyncht werde 😝). Von daher scheint es natürlich auf dem ersten Blick sehr ironisch, wenn es um die Frage von „Zero Waste“ im Flieger geht. Aber gut, wenn es wirklich mal sein muss (und das sollte nicht leichtfertig geschehen!), finde ich es besser, zumindest den sonstigen Schaden so klein wie möglich zu halten als sich da zu sagen, dass jetzt sowieso alles egal ist. Wie man das macht, hat mich Nina* in einer Mail gefragt.

Hallo Shia,

Ich bin grad ziemlich ratlos! Deswegen würde ich mich riesig über ein paar Antworten von dir freuen.

Kommenden Dienstag werde ich nach Neuseeland fliegen, da ich meinen Vater auf seiner längeren Recherchereise […] assistieren werde.
Der Flug, nein besser gesagt die Flüge, werden eine Ewigkeit dauern und dies ist natürlich so schrecklich für unsere Umwelt.

Mir ist bewusst, dass ich diesen Schaden nicht ausgleichen kann, aber ich möchte dennoch zumindest versuchen mich im Flugzeug ‚ökologisch gut‘ zu verhalten indem ich mir mein eigenes Essen mitnehme und auch meine eigene Flasche und ‚Decke‘.

Ich habe jedoch vom Reisebüro erfahren, dass ich mein Essen nicht abbestellen kann und habe mir somit ein Veganes Gericht bestellt. Trotz alledem würde dieses Essen weg geworfen werden.
Nun was ist denn in diesem Falle die bessere Entscheidung: Frisch vorkochen , aber dafür das Flugzeugessen wegwerfen, oder gar nicht erst kochen?

Ich habe mir bis jetzt von allen Nachhaltigkeitsbloggern abgeschaut, dass sich essen mit ins Flugzeug zu nehmen die beste Option ist. Aber ich finde dies seit dem Erhalt dieser Information vom Reisebüro irgendwie fragwürdig..

Zudem wollte ich dich mal fragen, ob du auch schon Erfahrungen mit Flügen hast, die zwischenlanden?
Konntest du dann auch nur dein Essen beim ersten Flug dabei haben und musstest dann beim zweiten Flug auf jegliches Essen verzichten?

Diese Thematik lässt mich zur Zeit nicht ruhen. Ich würde mich riesig freuen, wenn du mir auf meinem Weg zu einem nachhaltigerem Lifestyle hilfst.
Ich danke dir schon mal im Voraus!

Liebste Grüße,
Nina*

*Name zwecks Anonymisierung geändert

Liebe Nina,

erst mal freue ich mich, dass du dir der Tragweite der Umweltschädlichkeit des Fliegens bewusst bist, du dich da schon informiert hast und nicht versuchst, das Ganze schönzureden.

Ich wünschte, ich könnte sagen, dass ich seit Jahren nicht mehr geflogen bin. Ist aber nicht so. Ich kann dich also verstehen. Irgendwann Anfang 2014 begannen wir, unser Leben deutlich nachhaltiger aufzustellen. Fliegen wollten wir eigentlich erst mal gar nicht mehr. Als sich jedoch die Chance ergab, mit einem ein-Jahres-Visum nach Kanada zu gehen, stiegen wir doch in den Flieger, in der Hoffnung, vielleicht ja zumindest keinen Rückflug mehr zu brauchen. Naja, mit dem Auswandern hat’s am Ende nicht ganz geklappt, nach einem Jahr sind wir doch wieder zurück geflogen 😉 – und wir sind uns durchaus bewusst, wie schlimm diese zwei Fernflüge für die Umwelt sind 😢.

Das sind meine Tipps.

Kompensieren

Erst mal möchte ich dir ans Herz legen, deinen Flug zu kompensieren. Tipps dazu findest du in meinem Artikel CO2 kompensieren – tolle Option oder Ablasshandel?. Bitte beachte, dass eine Emissions-Kompensation kann nie den entstandenen Schaden rückgängig machen kann und deshalb kein Freibrief sein soll, jetzt jedes Jahr zu fliegen. 😉

So wenig Gepäck wie möglich

Was ich dir auch ans Herz legen möchte, ist mit so wenig Gepäck wie möglich zu fliegen. Fliegen verballret so viel Treibstoff, da zählt jedes Kilo. Ich staune ja immer, wie viel Leute generell mit sich auf Reisen herumwuchten. Sogar für ein Wochenende wird ein kleiner Koffer gepackt! Wir sind damals mit all unseren persönlichen Gegenständen nach Kanada geflogen, und die haben (pro Person) in jeweils einen kleinen Rucksack sowie eine handgepäckstaugliche Sporttasche gepasst. Darin war unsere gesamte Kleidung, Schuhe, Arbeitsmaterial und was man sonst so braucht. Hätten wir nicht unsere kleinen Taschenmesser dabei gehabt, hätten wir das alles als Handgepäck mit an Bord nehmen können. Ich kann also aus Erfahrung sagen: So viel wie alle mitnehmen braucht man gar nicht. Wir wären definitiv auch mit weniger ausgekommen. Die Hausschuhe hätte ich z.B. nicht mitnehmen brauchen ;).

Billigflieger

Ich möchte Billigflieger auf keinen Fall gutheißen und frage mich da auch, ob da die Arbeitsbedingungen eigentlich gut sind. Dennoch: Billigflieger haben einen kleineren CO2-Abdruck im Vergleich zu ihren Konkurrenten. Das liegt daran, dass sie sparen, wo sie können. Nicht, dass sie das aus Umweltschutzgründen machen würden. Decken, Kopfhörer usw. muss man käuflich erwerben und das hat natürlich den Effekt, dass die meisten Leute darauf verzichten. Das Essen ist ebenfalls optional, d.h. du kannst dir dein eigenes Essen mitnehmen, das du im Idealfall aus unverpackten, regionalen und saisonalen Bio-Zutaten zubereitet hast.

Außerdem versuchen sie, so viele Menschen wie möglich in einen Flieger zu bekommen, z.B. indem sie keine 1. Klasse, dafür aber engere Sitze haben. Beim Gepäck hat es sich schon herumgesprochen, dass man da keine Kulanz erwarten kann. Somit halten sich die meisten an die Begrenzung, was ebenfalls die Umwelt entlastet und mich zum nächsten Punkt bringt.

Direktflüge buchen

Gerade Start und Landung verbrauchen besonders viel Kerosin, belasten die Umwelt also stark. Das ist auch der Grund, warum Kurzstreckenflüge pro Kilometer umweltbelastender sind als Langstreckenflüge. Wenn es geht, also immer den Direktflug bevorzugen und lieber mit der Bahn (siehe nächsten Punkt) zu einem weiteren Flughafen fahren, als z.B. von Düsseldorf nach München fliegen, um in München in den Langstreckenflug zu steigen.

Mit den Öffis zum Flughafen

In Deutschland gibt es ja auch Rail and Fly, wo meinte ich das Zugticket im Flugticket enthalten ist. Mit leichterem Gepäck sollte das ja auch kein Problem sein. 😉

Veganes essen bestellen und es auch essen

Genau wie du hatten wir also versucht, uns schlau zu machen, um zumindest wo es möglich ist, den Schaden zu begrenzen. Und wie du stießen wir darauf, dass irgendwie alle Nachhaltigkeitsblogger ihr eigenes Essen in den Flieger mitzunehmen schienen. Nach langen Recherchen und Warteschleifen am Telefon konnte ich wie du auch in Erfahrung bringen, dass das mal gar nichts bringt, weil man das Essen nicht abbestellen kann.

Und nicht nur das! Pro Person wird pro Mahlzeit mehr als eine Portion an Board geladen, damit bis zum Ende eine Auswahl angeboten werden kann. Wie viele Portionen pro Passagier das sind wird pro Flug, Flugrichtung, Flugzeit usw. penibel statistisch ausgerechnet. Das überflüssige Essen wird nach Ankunft vernichtet, d.h. wenn du einfach im Flieger die Mahlzeit ablehnst, landet sie im Müll und du hast außerdem mehr Ressourcen verbraucht, weil du ja noch mal Essen mitgenommen hast, das produziert werden musste und extra Gewicht verursacht. (Extra Gewicht im Flieger = extra Emissionen)

Das Sinnvollste ist da also, sich vorher die vegane Mahlzeit zu bestellen und sie auch zu essen. Denn bei Spezialwünschen wird pro Passagier nur genau eine Portion pro Mahlzeit mitgenommen. Und eine vegane Mahlzeit verursacht weniger Treibhausgase als eine Mahlzeit mit tierischen Produkten.

Einweg-Sachen im Flieger direkt zurückgeben bzw. ablehnen

Decken, Kopfhörer usw. haben wir bei der ersten Gelegenheit den Flugbegleiter*innen wieder in die Hand gedrückt, mit dem Hinweis, dass wir nichts ausgepackt haben. Das gleiche haben wir bei den Mahlzeiten gemacht. Da gibt es ja eingeschweißtes Einwegbesteck, Salzpäckchen, Erdnüsse usw.. Diese Dinge haben wir den Flugbegleiter*innen direkt beim Austeilen der Mahlzeiten schon wieder zurückgegeben (am besten gar nicht erst selber anfassen und sie bitten, das runterzunehmen). Wir hatten auch sowohl beim Hin- und Rückflug gefragt, ob sie das so weiterverwenden könnten, und sie meinten, sie würden sie einfach zurück ins jeweilige Fach legen. Offenbar sind das oft Sachen, die sie erst vor dem Servieren zum Essen legen.

Eigenes Besteck mitnehmen

Mit irgendetwas musst du ja essen, wenn du das Einwegbesteck unbenutzt zurückgegeben hast. 😉

Genug Leitungswasser mitnehmen

Dennoch, was für Essen gilt, gilt auch für Wasser. Du kannst deine Trinkflasche leer durch die Kontrollen nehmen und am Gate auffüllen. Wir hatten neben unseren Trinkflaschen auch ein paar unserer Marmeladengläser leer durch die Kontrollen genommen und dann am Gäte aufgefüllt, um sicherzugehen, dass wir genug zu Trinken für den gesamten Flug hatten, dass wir keine anderen Getränke im Flugzeug brauchten.

Eigenen Becher oder Glas mitnehmen

Sollte es nicht möglich sein, im Vorfeld genug Leitungswasser mitzunehmen, kannst du dir auch für so was wie Kaffee deinen eigenen Becher (oder einfach ein leeres Marmeladenglas) mitnehmen. Ich habe von anderen Zero Wastern gehört, dass das in der Regel kein Problem sei, es allerdings in Ausnahmefällen vorkommen kann, dass sich Flugbegleiter weigern, das Getränk darin einzuschenken.

Das sind so meine Tipps. Wenn jemandem noch etwas einfällt, immer her damit, am besten per Kommentar auf diesen Artikel ❤️!

Ich wünsche dir, liebe Nina, eine gute Reise und dass das alles so mit dem Flug klappt. Bestimmt gibt es in Neuseeland auch einige nette Bioläden und ich meinte, da gibt es sogar Unverpackt-Läden! (Oder war das nur Australien 🤔😆?)

Liebe Grüße,
Shia

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Kategorie Artikel, Reisen

23 Kommentare

  1. Snowwhite

    Hi,
    Also… Wenn ich 5 Flaschen und 5 Marmeladengläser mit Wasser gefüllt mit an Bord nehme, dann ist das doch total unnötiges zusatzgewicht. Die Getränke sind für dich ja mit einberechnet und wären dann quasi umsonst dabei was ja auch nicht sinn und Zweck der Sache sein kann oder nicht? Dann lieber einen kleinen Becher und dort die Getränke einfüllen lassen. Die sind ja nicht nur eingeplant die hat man ja auch bezahlt. Und eigenes Besteck halte ich für schwierig außer man kann alles mit einem Löffel essen.
    Davon ab kann ich mir kaum vorstellen dass ich mit leeren Marmeladengläsern durch die Kontrolle komme
    Hmmmm….

  2. Hallo zusammen,
    also, soweit ich informiert bin, wird alles, was auf dem Tablett gelegen hat, entsorgt. Auch wenn es noch eingeschweißt ist, weil die Flugbegleiter sonst mit der Trennung gar nicht hinterherkommen. Das ist wie im Krankenhaus – es könnte ja auch mit gefährlichen Keimen in Berührung gekommen sein. Mein Wissen habe ich von einem beruflichen Gespräch mit einem Flugbegleiter. Leider muss ich beruflich häufiger fliegen, aber mein Arbeitgeber versucht wenigstens einen Teil der Flüge über atmosfair zu kompensieren.

    Noch zum Thema Zwischenlandung: auch hier habe ich andere Info. So spuckt ein Langstreckenflieger gerade zu Beginn und auch am Ende eines Flugs vergleichsweise mehr Emissionen aus als zwei kleinere Flugzeuge, die kürzere Strecken fliegen. Das liegt zum einen am höheren Gesamtgewicht zu Beginn des Flugs, zum anderen weil er kurz vor der Landung noch Gewicht abladen muss und das macht er, indem er die Kerosinreserven einfach in die Luft pustet. Das machen die kleineren zwar auch, aber eben vergleichsweise in geringerem Umfang. Aber ich bin keine Wissenschaftlerin und kann das nicht aufs Gramm genau berechnen, also kann ich diese Aussage auch nicht verifizieren. Deswegen bleibt einem am Ende doch nur, weitestgehend aufs Fliegen zu verzichten. Aber das machen die, die es interessiert ja sowieso.

    Ich schaue auch, dass alles, was ich konsumiere, eben keinen weiten Weg hinter sich hat, sei es Nahrung oder Kleidung oder… Aber oft bin ich verzweifelt, weil es nicht immer eine Alternative gibt, auch wenn man auf vieles verzichtet.

    Daher vielen Dank an Shia für Deine ganzen Tipps und Hinweise! Manches setze ich um, aber ich habe noch einen langen Weg vor mir 🙂

  3. Huhu ^.^
    Keine Ahnung, ob dieser Kommentar noch hilfreich ist, aber für die Nachwelt lasse ich ihn gerne hier. 🙂

    Ich muss ehrlich sagen, dass ich noch nie mit einer Fluggesellschaft geflogen bin, die Einwegbesteck nutzt – aber lasse mich da gerne eines besseren belehren. Gabel, Messer und Löffel waren aus Metall. Die Essensschale hingegen war kritisch. Ich zweifel auch stark daran, dass man es mit Gabel und Messer durch die Sicherheitskontrolle schafft – auch bei stumpfen Brötchenmessern. Hat hier vllt. jmd Erfahrung mit Fluggesellschaften, die Plastikbesteck nutzen?

    Zum Mitnehmen eigener Lebensmittel: Achtet darauf, dass ihr keine „flüssigen“ oder „matschigen“ Lebensmittel oder Gerichte in den Flieger transportiert. Die werden euch ebenfalls bei der Kontrolle abgenommen und entsorgt. Unter „matschig“ fallen so dinge wie beispielsweise Schokoaufstrich, Marmelade, Pudding, Sahnecreme oder Soßen. Unter flüssig fallen logischerweise Suppen. 🙂 Diese Dinge werden als Flüssigkeit von den Sicherheitskontrollen gewertet. Das Mitführen von Flüssigkeiten von Außerhalb ist ein absolutes Tabu wegen „potentieller Sprengstoffgefahr“ (seit 9/11).
    Trivialerweise ist das Mitführen von eigenen Getränken tabu. Diese werden bei der Handgepäckkontrolle ebenfalls entsorgt.

    Bei Getränken gibt’s zwar den „Leere-Flasche-Lifehack“, wobei man nicht garantieren kann, dass jeder Kontrolleur da mitspielt. Aber es soll auch vereinzelnt Kontrolleure geben, die dich auffordern diese Flasche zu entsorgen. Es soll sich wohl um seltene Fälle handeln. :S

    Was man bei Billigairlines hinterfragen könnte: Sie sparen an allen Ecken – OK. Wie schaen eigentlich ihre Maschinen aus? Es besteht bei Flugzeugherstellern schone ein (wenn auch nich großes) Bemühen, das Fliegen sauberer zu gestalten. Sparen Billigairlines an ihren Fliegern und fliegen im worst-case mit einem kleinen Piepmatz, der auf das Jahr gerechnet mehr raushaut als ein moderner Flieger? Rüsten sie ihre Maschinen nach? Das ist aber nur ein spontaner Gedanke. Das könnte man vllt. mal beleuchten. 🙂

    Das vielleicht als Hinweis.

    LG
    Jaqui

    • Achja… bevor ich es vergesse: Auf atmosfair.de kann man sich etwas mit der Thematik CO_2 und Flieger auseinandersetzen. Da gibt’s viele Erklärungen und Rankings bzgl. der Klimaeffizienz einzelner Airlines, falls das weiterhilft. 🙂
      Klar, den perfekt grünen Flieger wird’s dort nicht geben, aber zumindest einen Ansatzpunkt.

  4. Metallbesteck der Airline mitnehmen habe ich leider auch schonmal gemacht. Ich würde das aber nicht mehr empfehlen, weil ersten nicht korrekt und es zweitens die Airlines eher dazu bringt auf Einwegbesteck umzustellen. Also besser selber was Besteckartiges mitbringen, wie Shia es gemacht hat oder das verwendete Metallbbesteck nicht mitgehen lassen.

  5. Es ist auch sinnvoll, sich einen schönen großen kuschligen Schal mitzunehmen, der auch als Decke oder Kissen genutzt werden kann. Dann braucht man das eingeschweißte Synthetikzeug nicht. Bei meinem letzten Flug vor 2 Jahren hatte ich eine einen ein Spork dabei, allerdings aus Plastik, und das hat problemlos geklappt. Auch Getränke in den eigenen Edelstahlbecher waren kein Problem. Und ich hatte auch das vegane Essen (das als erstes ausgeteilt wurde), da ich mich dazu auch informiert hatte. Dazu eigene Kopfhörer. Was ich nicht brauchte, habe ich immer direkt zurückgegeben, damit der Arbeitsaufwand für die Flugbegleiter möglichst gering war. Und ich fand es echt erschreckend, wie zugefüllt das Flugzeug war, wenn alle ausstiegen. Man sollte doch meinen, dass da jeder drauf achten kann.

  6. Alexandra

    Gut zu wissen, dass bei vorbestellten Essen wirklich nur diese Portion für mich mitgenommen wird; in Zukunft werde ich das dann immer machen.

  7. Hey,
    Wow! Vielen Dank für diese absolut ausführliche Antwort 🙂
    Sie war wirklich sehr hilfreich.
    Ich denke ich werde mir auf alle Fälle Vegane Gerichte bestellen. Lieber das, als Lebensmittelverschwendung.
    Soweit ich weiß, benutzen airlines wie Thai airways usw. teilweise auch mehrweg besteck und die hartplastik teile werden auch wieder verwendet. (Ich bin mir aber nicht 100% sicher)

    Nochmals danke! Ich werde mir alles zu Herzen nehmen und so gut wie möglich in die Tat umsetzen.

    • Hi *Nina ,
      freut mich, das ich dir helfen konnte . Du warst da ja schon auf einem super Weg!
      Ich wünsche dir noch eine gute Reise!
      Liebe Grüße,
      Shia

  8. Danke für diese tollen Tipps. Leider fliegen meine Familie und ich sehr oft, da wir immer in sehr weit entlegene Gegenden fliegen. Allerdings muss ich dir in einem Punkt wiedersprechen: Bitte niemals mit Billigfliegern fliegen. Ich glaube dir, dass diese wenigstens ein wenig umweltfreundlicher sind, aber lieber nehme ich einen umweltschädlicheren Flug, als das ich mit einer Airline fliege, die nicht fair mit ihren Mitarbeitern/Mitarbeiterinnen umgeht. Das kann ich nicht mit meinen Wertevorstellungen vereinbaren.
    rahellyelli

    • Hi Rahellyelli,
      hm, ich weiß da ehrlich gesagt nicht, was ich schlimmer finde. Wie gesagt, ich habe mich nicht damit beschäftigt, ob die Arbeitsbedingungen wirklich schlechter sind bei Billigfliegern, es war erst mal nur eine Vermutung meinerseits. Wenn ich ganz ehrlich bin möchte ich nach Möglichkeiten erst gar nicht in das Dilemma kommen müssen, zwischen Pest und Cholera entscheiden zu müssen. Also im Idealfall erst gar nicht fliegen. Aber auch ich werde realistischerweise in meinem Leben sicherlich auch irgendwann noch mal fliegen müssen, einfach, weil meine gesamte Familie (außer meiner Mutter und mir) in Taiwan lebt. Heißt aber auch nicht, dass wir da andauern hinfliegen. Meine (autofrei lebende) Mutter war jetzt das erste Mal seit 7 Jahren wieder da, für einen „kürzeren“ Besuch von einem Monat (sonst bleibt sie länger). Mein letzter Besuch liegt auch schon wiedre 5 Jahre zurück und ich plane auch erst mal keinen. Gerade in Zeiten von Skype & Co. ist es ja echt viel einfacher geworden, Kontakt zu halten 🙂
      Jetzt bin ich aber abgeschweift. Mein Punkt ist, dass ich im Gegensatz zu dir halt für mich nicht sagen kann, was ich persönlich schlimmer finde. In dem Moment, wo wir fliegen, navigieren wir uns in ein ethisches Dilemma, woraus es keinen Ausweg gibt (sonst wäre es ja kein Dilemma).
      Liebe Grüße,
      Shia

  9. Wer Fernreisen macht, hat bezüglich des Bestecks immerhin die Chance, echtes Metallbesteck zum Essen zu bekommen – das haben wir bei Lufthansa und letztes Jahr bei Singapore gehabt. Ich hoffe ganz sehr, dass sie dieses Besteck abwaschen und wiederverwenden und nicht wegwerfen.
    Wir haben dieses Besteck gleich beim ersten Flug heimlich eingesteckt (Souvenir!) und es von da an immer problemlos durch die Sicherheitskontrollen bekommen, denn wie schon andere hier kommentierten, sind die Klingen und Spitzen alle abgestumpft und kürzer als 5 cm. (Deshalb sind auch kleine Bastelscheren und Nagelscheren im Handgepäck okay)
    Hat man einmal so ein Flugzeugbesteck, kann man es von da an wunderbar als Alternative zu Wegwerfbesteck mitnehmen…

    Winzige Schrittchen im Vergleich zum CO2-Ausstoß so eines Fluges, aber eben trotzdem besser als nichts!

    LG
    Jenny

    • Eine weitere Fluggesellschaft, die Metallbesteck zur Verfügung stellt, ist TAP Air Portugal. Ich habe auf Nachfrage bei den Flugbegleitern die Antwort erhalten, dass das Metallbesteck nach den Flügen gereinigt und wiederverwendet wird.

      • Danke für die Info, Theresa! Metallbesteck nach einmaligem Gebrauch wegzuwerfen klingt ja erst mal total abwägig, aber zugetraut hätte ich es den Airlines trotzdem… Gut zu wissen, dass das offenbar nicht der Fall ist! LG, Shia

    • Hi Jenny,
      wir hatten auch absolut kein Problem mit unserem Metallbesteck. Es gibt aber auch Bambusbesteck. Wie Carsten unten schreibt am besten einfach vorher fragen.
      Liebe Grüße,
      Shia

  10. Ich bezweifle sehr, dass ihr euer eigenes Metallbesteck durch die Kontrollen mitnehmen dürft. Nicht umsonst gibt es wegen der Verletzungsgefahr Plastik Besteck im Flugzeug.
    Auch das eigene Wasser mitzunehmen widerspricht der Idee so wenig Gewicht wie möglich dabei zu haben. 2l Wasser sind schließlich auch 2 kg. Vom Gewicht der Marmeladengläser mal abgesehen… Außerdem haben sie für euch Wasser eingeplant und eh dabei, genauso wie das Essen.
    So gesehen erscheint mir dieser Tipp auch nicht sehr sinnvoll.

    • Auf einigen Flügen gibt es durchaus Metallbesteck, vermutlich hängt das von der Airline ab. Allerdings ist das Besteck weder scharf noch spitz, es reicht geradeso zum Essen. Plastikbesteck lässt sich zerbrechen, wodurch scharfe Kanten entstehen. Das ist also sogar gefährlicher.

      Eigenes Metallbesteck dürfte also gehen, sofern es stumpf genug ist. Vielleicht welches für Kinder? Am besten das Besteck mal am Flughafen vorzeigen und fragen, bevor es abgenommen wird.

    • Hallo Mariam,

      auf die Idee, dass Besteck nicht durch die Sicherheitskontrollen darf, sind wir bisher gar nicht gekommen! Wir haben im Alltag eigentlich immer unser eigenes Besteck dabei, d.h. es ist für uns so selbstverständlich, dass wir auch nicht darauf gekommen wären, es für den Flug auszuräumen. Bei unseren zwei Flügen war das aber gar kein Problem, wir wurden nicht mal darauf angesprochen. Dabei hatten wir Stäbchen, Esslöffel und Buttermesser. Ich habe auch noch von niemandem mitbekommen, dass Besteck nicht an Bord darf. Uns wurde sogar (hinterher erst) gesagt, dass unsere Taschenmesser (ich meinte es waren Klingen unter 7cm) eigentlich ins Handgepäck gedurft hätte. Dagegem ist so ein stumpfes Buttermesser ja gar nichts. 😉

      Und wie Carsten, Jenny und Theresa in ihren Kommentaren hier auch schreiben, stellen auch offenbar einige Airlines sogar selber Metallbesteck.

      Unsere Gläser wären so oder so mitgekommen, die haben wir ebenfalls auch im Alltag immer dabei, für Essensreste, als Trinkglas, für Coffee-to-go. Uns für den Flug extra noch etwas zu kaufen statt das zu verwenden, das wir haben erachte ich als schlimmer.

      Du hast beim Wasser auf jeden Fall recht, also wenn der Flieger den Passagieren auch Wasser aus dem eigenen Trinkwassertank anbietet und nicht Wasser in Einweg-Plastikflaschen, die ja erst mal produziert werden müssen, das Wasser kommt aus wer weiß woher und die Entsorgung ist auch noch mal problematisch bis ressourcenintensiv.

      Bei unseren zwei Flügen hatten wir das ebenfalls im Vorfeld erfragt und es hätte nur Wasser aus Einweg-Plastik-Flaschen gegeben. Kaffee und Tee wird aber aus Wasser aus dem Trinkwassertank zubereitet. Da müsste man mal die Ökobilanz dieses Wassers inklusive ihrer Einweg-Plastik-Flasche gegen die Transportemissionen der 2 Liter Leitungswasser, die wir mitgenommen haben. Ich vermute, dass unser Wasser dennoch besser dabei wegkommt, denn die Ressourcen, die in die Produktion und Entsorgung von Einwegprodukten fließen werden immer stark unterschätzt. Dazu kommt, dass das Wasser in diesen Flaschen oft bereits einen weiten Weg hinter sich hat, also da schon Transportemissionen erzeugt hat.

      Und puh, gut, dass wir auch vor dem Flug noch mal auf dem Klo waren, sonst hätte es wahrscheinlich hier auch noch mal Haue gegeben 😉

      Liebe Grüße,
      Shia

    • Hm, ich fliege seit etwa 40 Jahren, regelmäßig seit 30 Jahren (Entwicklungszusammenarbeit in Zeiten ohne Internet) und ich habe seit etwa 25 Jahren kein Einmal-Plastikbesteck im Flieger mehr gesehen. Es wurde ungefähr mit der Möglichkeit zu rauchen in Fliegern abgestellt und das war Mitte/Ende der 1990er Jahre. Heute ist es entweder Metall oder dieses wiederverwendbare Plastik. Mist ist nur, das Besteck wird nach dem Reinigen wieder in Plastik geschweißt, das macht es unbrauchbar für mich. Wobei ich – siehe unten – keine Billigflieger fliege, da weiß ich also nicht, was genutzt wird.

      Zu meinen Reiseutensilien gehören ein Bambusbecher (Kaffee am Gate, kurz ausgespült, dann Getränk im Flieger), ein Multiutensil (Plastik, vor langer Zeit mal erstanden), das Messer, Gabel und Löffel in einem ist und NOCH NIE beanstandet wurde, ein Schnuffeldeckentuch, irgendwas Polsteriges für den Nacken zum Schlafen (selbst gebastelt aus Wollflusenresten aus der Schafschur und kaputter Bettwäsche) und ein winziges Knipswerkzeug. Metallbesteck geht auch, wenn die Messerklinge kurz genug ist. Ich führe außerdem absolut problemlos metallene Strick- und/oder Häkelnadeln mit. Die wurden in 20 Jahren genau einmal rausgezogen, weil die Kontrollierende sehen wollte, was ich stricke ^^

      Übrigens noch zu dem Dilemma Zero Waste zu Kernarbeitsnormen. In der Tat ist es die Wahl zwischen Not und Elend. Mein Gedankengang ist folgender: Ich steige in keinen Billigflieger (einzige Ausnahme: ich _muss_ wohin und da gibts nur eine Verbindung mit Billigflieger, kam bislang einmal vor), da die nicht nur am Service für die Kunden sparen, sondern auch Kernarbeitsnormen eher als optionales Hobby betrachten. Abgesehen davon hat diese Billigmasche die Massenfliegerei überhaupt erst ermöglicht. Wenn ich diese Möglichkeit – das das dritte Argument – für mich ausschließe, habe ich schlicht finanzielle Begrenzungen für den Urlaub und überlege zweimal, wohin es geht.

      Hier lohnt es sich, die unterschiedlichen Dimensionen der Nachhaltigkeit zu betrachten und abzuwägen. Ich finde es zu kurz gesprungen, nur die eine Dimension anzuschauen. Das ist allerdings eine persönliche Entscheidung, hier wie so oft gibt es kein absolutes Richtig oder Falsch. Gut ist Fliegen sorum oder andersrum nicht.

  11. Eine weitere Motivation für kleines Gepäck ist auch die Rücksichtnahme auf die Mitarbeitenden, die das Gepäck verstauen. Die müssen ja jedes Gepäckstück heben und diese Arbeit ist so schwer und schädlich für den Körper, weil die wenigsten zu ergonomischen Arbeiten angeleitet werden, dass man mit leichteren Gepäck die Belastung etwas reduzieren kann 🙂
    – Tipp von einer Physiotherapeutin-

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