Kompostierbare vegane Zahnbürsten #SimpleSwap

Zahnbürsten bekommt man normalerweise ausschließlich in Plastik. Plastik kann viele gefährliche Weichmacher enthalten, die auch schon durch Hautkontakt aufgenommen werden können. Zudem ist Plastik bekanntermaßen eine Katastrophe für unsere Umwelt. Dass man überhaupt auf die Idee kam, Plastik für so viel Wegwerfware und in engen Kontakt mit Lebensmitteln zu verwenden, ist an sich eigentlich total verrückt.

In der Reihe #SimpleSwap möchte ich euch zeigen, wie ihr durch ein ganz einfaches Austauschen von Produkten bereits viel für die Umwelt und eure Gesundheit tun könnt :).

Kompostierbare BPA-freie Zahnbürsten aus Bambus – hydrophil und ecobamboo

Update 13.05.2018: In der Zwischenzeit bin ich dem Ganzen etwas weiter auf den Grund gegangen und mehr könnt in in meinem Artikel „Die Wahrheit über „100%“ plastikfreie, kompostierbare und rein pflanzliche Bambus-Zahnbürsten“ nachlesen!

Ich bin bereits auf eine kompostierbare Bambuszahnbürste (statt meiner elektrischen Zahnbürste) umgestiegen, mein Mann folgt gerade. Unsere wasserneutral produzierten veganen Zahnbürsten aus Bambus mit Nylon4-Borsten stammen von hydrophil. Wir bekommen sie hier bei uns in Bochum vor Ort im veganen BIO-Markt, ich bin mir leider nicht sicher, wo man sie sonst im Einzelhandel bekommt :(. Wir zahlen hier vor Ort dafür wie auch im Onlineshop 3,90€.

Es gibt aber auch eine kompostierbare BPA-freie und vegane Bambuszahnbürste von ecobamboo, die in ihrem Onlineshop für 3,50€ zu haben ist. Zu der kann ich persönlich jetzt leider nichts sagen, da ich es natürlich bevorzuge, vor Ort einzukaufen statt im Internet zu bestellen ;). Siehe Update vom 25.04. weiter unten.

Wie bei Plastikzahnbürsten sollten auch Bambuszahnbürsten alle drei Monate ausgewechselt werden.

<

y

Man braucht mit der SWAK eine andere Putztechnik. Man reinigt im Grunde jeden Zahn einzeln. Zuerst feuchtet man im Mund das Bürstenköpfchen an. Mit drehenden Bewegungen (man dreht dabei den Griff) führt man das Bürstenköpfchen über die Zahnhälse. Das macht man so lange, bis sich alle Zähne schön glatt anfühlen (Beläge fühlen sich rau und pelzig an). Danach lässt man seine SWAK einfach an der Luft trocknen. Es reicht, sich einmal am Tag so gründlich die Zähne zu putzen. Praktisch ist, dass man sich ohne Wasser und Zahnpaste überall die Zähne putzen kann.

Die Verpackung der SWAK besteht leider aus beschichteter Pappe und das gute Stück kostet im Onlineshop 10,90€. Im Gegensatz zur Bambuszahnbürste muss man allerdings nur den kleinen Bürstenkopf wechseln, der Stiel kann weiterverwendet werden. Die Bürsten kosten im dreier Pack 6€ bzw. 9€, was sie auf Dauer also etwas günstiger als Bambuszahnbürsten macht. Es fällt ebenfalls langfristig weniger Müll an.

Ich habe die SWAK getestet und festgestellt, dass es feinmotorisch erst mal gar nicht so einfach ist :D! Ich habe sehr lange gebraucht, bis ich alle Zähne durch hatte. Ich stelle mir aber vor, dass das mit mehr Routine auch flotter geht. Die Kauflächen kann man damit leider nicht putzen, was mich gestört hat. Nach Angaben von SWAK kann man die Kauflächen sehr wohl mit der SWAK putzen, auch wenn es anders auf der Packung steht. Ich kann mir für mich vorstellen, die Swak vor dem Schlafengehen zu benutzen, wenn ich mich nicht hetzen muss. Die Kauflächen würde ich aber am Ende noch mal mit meiner Bambuszahnbürste nachputzen.

Fazit

Für mich war sowohl die SWAK als auch die Bambuszahnbürste erst mal ungewohnt, weil ich ja jahrelang elektrische Zahnbürsten benutzt habe. So eine elektrische Zahnbürste nimmt einem einfach sehr viel Putzarbeit ab, wie man plötzlich merkt ;). Wie einem die Zahnärzte auch immer sagen, empfehlen sie die elektrischen Zahnbürsten vor allem, weil man damit weniger falsch machen kann. Mit der richtigen Putztechnik werden die Zähne auch mit einer nicht-elektrischen Zahnbürste genauso sauber.

Einfacher war für mich definitiv die Handhabung mit der Bambuszahnbürste, da ich das ja schon kannte. Anfangs habe ich zu fest aufgedrückt, sodass die Borsten sich schneller abgenutzt haben. Das habe ich mir jetzt abgewöhnt, denn das ist auch sehr schlecht für das Zahnfleisch. Mit der SWAK muss ich noch warm werden. Die Umgewöhnung fällt mir sehr schwer. Ich merke förmlich beim Putzen, wie mir die Geduld ausgeht…

Auf Dauer möchte ich gerne beides kombinieren, wobei ich die SWAK wahrscheinlich sparsamer einsetzen werde als die Bambuszahnbürste. Der Hauptgrund, warum ich beides kombinieren möchte, liegt darin, dass ich, wenn meine Zahnpasta irgendwann aufgebraucht ist, komplett auf selbstgemachtes Zahnpulver umsteigen möchte. Dieses enthält jedoch kein Flourid. Nun ist es sehr umstritten, ob Flourid gut oder schlecht ist. Meine Zahnärztin hatte ich natürlich auch dazu gefragt, und sie meinte: „Die Dosis macht das Gift. Ich würde Ihnen nicht raten, komplett auf Flourid zu verzichten.“ Da das Miswak in der SWAK natürlicherweise Flourid enthält, würde das ja ausreichen.

Erst letzte Woche war ich wieder bei meiner Zahnärztin. Ich habe auch vom selbstgemachten Zahnpulver und der Bambuszahnbürste erzählt und meine Zähne gründlich checken lassen. Ergebnis: Es ist alles in Ordnung, die Umstellung auf die Bambuszahnbürste und das Putzen mit Zahnpulver (morgens Zahnpulver, abends Zahnpasta) hatte keine Auswirkungen auf meine Mundhygiene 🙂 .

Teile diesen Beitrag #sharingiscaring

Kategorie #SimpleSwap, Artikel, Bad, Zahnpflege

40 Kommentare

  1. Über das Miswak-Holz habe ich gelesen, dass die natürlich enthaltene Fluorid-Menge nicht so extrem hoch ist wie in herkömmlicher Zahnpasta. Da das Fluorid auch in der Kritik steht, kann ich mir vorstellen, dass an dieser Stelle weniger mehr ist und Miswak gesünder sein könnte als fluoridierte Zahnpasta. Allgemein sollte man kritischer sein bei Industrieprodukten, wenn man schon körperliche Probleme hat, denke ich. Noch besser, bevor man das sich auch auf das übrige Körpergewebe auswirkende Fluorid jahrzehntelang zuführt, erst gar nicht damit anfangen und sich klarmachen, dass Probleme im Alter z.B. mit Augen und Gehör auch künstlich gemacht sein könnten. Ab gesehen davon könnten Zahnprobleme in der Jugend auch mit extremer Fluoridierung zusammenhängen, also durch Behandlung, die in die verkehrte Richtung geht. Zuviel Fluor weicht nämlich auf statt zu härten, geringe Menge jedoch härten – also nicht nur Zahnsubstanz sondern wahrscheinlich auch weitere nächstliegende Organe.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.