Kaum zu glauben, wo überall Mikroplastik drin steckt!

Jeden Sonntag gibt es um 15:30 Uhr bei COSMO-Radio von mir etwas zu Nachhaltigkeit auf die Ohren! COSMO ist das weltoffene Radioprogramm vom WDR, Radio Bremen und Rundfunk Berlin-Brandendenburg (RBB).

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Von Mikroplastik haben wir ja alle inzwischen schon gehört. Das steckt ja in Kosmetikprodukten wie Cremes, Duschgels und Peelings. Dass das schlecht für die Umwelt ist, ist auch klar. Mikroplastik entsteht aber auch bei vielen Sachen, wo wir es gar nicht vermuten würden. Unsere COSMO-Nachhaltigkeitsexpertin Shia Su, weiß, wo noch überall.

Shia, wo steckt Mikroplastik denn noch drin, ohne, dass wir das wissen?

Mikroplastik steckt auch in unseren Böden! Laut dem Nabu – dem Naturschutzbund – findet man in Böden sogar bis zu 32 mal so viel Mikroplastik, als in den Meeren. Die können z.B. ganz direkt dahin kommen, wenn Müll verweht und z.B. dann auf dem Acker untergepflügt wird. Aber es gibt auch den indirekten Weg, z.B. über unseren Biomüll, wenn da Plastikverpackungen mit reingeworfen werden. So landet das Plastik mit dem Kompost wieder auf den Feldern. Was auch oft in der Landwirtschaft auf den Äckern landet, ist Klärschlamm. Und ja, du ahnst es wahrscheinlich schon: Im Klärschlamm ist z.B. Mikroplastik aus unseren Körperpflegeprodukten, wie zum Beispiel den besagten Peelings.

Apropos Klärschlamm! Ich habe mal mitbekommen, dass Mikroplastik auch entsteht, wenn wir unsere Klamotten waschen. Stimmt das?

Ja. Beim Waschen lösen sich immer auch Fasern aus den Klamotten. Und die können dann auch in Kläranlagen nicht komplett rausgefiltert werden, so dass ein Teil natürlich auch im Klärschlamm landet. So landen die Fasern am Ende im Meer und im Boden. Das ist bei so Baumwollfasern gar nicht schlimm, aber bei Kunstfasern eben schon – die sind ja Plastik. Aber da gibt es zum Glück inzwischen etwas! Nämlich einen Waschbeutel namens Guppy Friend, der zumindest einen Teil der Mikrofasern rausfiltert. Du tust da also deine Kleidung rein, Beutel zu, ab in die Waschmaschine. Nach dem Waschen kannst du die Fasern per Hand aus dem Beutel holen und im Restmüll entsorgen.

Wo treffen wir denn noch ungeahnt auf Mikroplastik?

Mikroplastik ist leider irgendwie überall. In der Luft zum Beispiel. Das meiste Mikroplastik entsteht nämlich eigentlich durch Reifenabrieb! Also wenn Autos oder LKW durch die Gegend fahren, lösen sich da kleinste Teile vom Reifen – das nennt man Reifenabrieb. Dazu kommen Verwehungen von Sportplatzbelägen und auch der Abrieb unserer Schuhe. Das setzt sich natürlich auch im Boden ab. Und ich weiß nicht, bist du Teetrinker? Ich auf jeden Fall! Ja, und jedes Mal, wenn wir uns in unserem Wasserkocher aus Plastik Wasser machen, löst sich da was vom Plastik ins Wasser! Bis zu 30.000 Teilchen pro Milliliter sogar! Das zumindest kann man leicht umgehen: Wasserkocher aus Glas, Edelstahl oder einfach einen stinknormalen Topf auf den Herd stellen. So nehmen wir Menschen auch weniger von dem Zeug in den Körper auf. Beim Rest hilft nur: weniger Plastikmüll machen, weniger Auto fahren und keine Kosmetik mit Mikroplastik kaufen.

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Kategorie COSMO, Dossier

3 Kommentare

  1. Hallo Shia,

    werden beim Waschen auch Fasern aus Mikroplastik an das Wasser abgegeben, wenn das Kleidungsstück zum Beispiel aus 95 % Baumwolle und 5 % Elasthan oder 100 % Viskose besteht? Dann bräuchte ich ziemlich viele Guppy Friends. Du sagst ja immer, man soll erst mal das benutzen, was man schon hat. Von daher finde ich es nicht sehr sinnvoll, jetzt alle meine Klamotten wegzuwerfen.

    Ganz viele liebe Grüße

    • Hi Luthien,
      Mikroplastik kommt von synthetischen Fasern. Bei Viskose kommt’s drauf an, da gibt es ja verschiedene. Grob kannst du dir merken, dass je „wuscheliger“ (z.B. eine Fleecejacke), desto mehr Mikrofasern sich lösen. Elasthan ist ja sehr glatt, da lösen sich nicht so viele. Aber je älter auch das Elasthan werden, desto mehr lösen sich auch da, vor allem weil Elasthan ja auch porös wird.
      Der Guppy Friend ist ein sehr (!) großer Waschsack, da passt wirklich viel rein. Wir tragen auch erst mal auf, waschen aber im Guppy Friend (bei unter 5% Elasthan-Anteil kommen die Teile aber lose in die Maschine, wenn kein Platz mehr im Guppy Friend ist) und bei „Neu-„Käufen achten wir sehr darauf, Naturfasern zu kaufen bzw. wenn’s nicht anders geht den Kunstfaseranteil so niedrig wie möglich zu halten.
      Liebe Grüße,
      SHia
      Liebe Grüße,
      Shia

  2. Ute Berckemeyer

    Liebe Shia, ich würde dir gerne ab und zu einen Tee spendieren, weil ich dein Engagement großartig finde. Aber ich, als 11fache 76jährige Großmutter habe kein paypal und weiß gar nicht, wie das funktioniert. Kann ich den Tee nicht normal über Bank schicken? Gruß Ute

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