Geschenke nachhaltig und Zero Waste einpacken

In wenigen Tagen ist schon Bescherung! Es geht also ans Geschenke einpacken. Klimafreundliche Geschenke versteht sich 😉. Wenn ihr euch fragt, wie wir eigentlich Weihnachten feiern, dann schaut doch mal in diesen Artikel. Falls ihr noch gar keine Geschenke zum Einpacken habt, habe ich hier nachhaltige Geschenkideen für euch:

Noch mehr weihnachtliche Tipps habe ich euch in einer Infobox am Ende des Artikels zusammengestellt!

Ich muss gestehen, dass ich noch nie ein Händchen fürs Einpacken von Geschenken hatte. Meine konnte man selbst beim Schrottwichteln immer unverwechselbar erkennen, ups… Dass ich sie überhaupt so gut eingepackt bekommen habe wie im Bild oben macht mich schon ziemlich stolz! Aber ja, ich gebe zu – Geschenke lassen sich definitiv auch in nachhaltig hübscher einpacken, als ich es mache. Schaut für mehr Skills doch mal bei The Kind Planet vorbei! Aber keine Bange, die Grundtechniken sind die Gleichen. 😉

Wie das so geht, könnt ihr euch in meinem neuen Video ansehen. Dieser Artikel ist eine kleine Ergänzung zum Video, wo ich auf Punkte eingehe, die ich nicht im Video noch besprechen wollte, damit es nicht zu lang wird.

Welche Materialien sind gut?

Am nachhaltigsten ist es immer, Dinge zu benutzen, die ihr sowieso noch Zuhause habt!

Wenn ihr noch Geschenkbänder aus Plastik habt – benutzt sie ruhig! Ja, auch, wenn es Plastik ist.

Einzige Ausnahme stelle für mich Mikroplastik dar. Wusstet ihr, dass Glitter Mikroplastik ist? Glitter ist nämlich nichts anderes als eine Ansammlung von kleinen, glitzernden Kuststoffteilchen.

Wiederverwenden und mehrfach verwenden

Mehrweg ist immer nachhaltiger als Einweg – vorausgesetzt die Sachen werden auch tatsächlich immer und immer wieder benutzt.

Meine Mutter sammelt z.B. Geschenktüten oder verwendet Kalenderblätter zum Einpacken von Geschenken. Sie hebt auch Geschenkbänder auf und benutzt sie dann weiter. Viele Freund*innen haben mir erzählt, dass ihre Großeltern Geschenkpapier vorsichtig aufreißen und bügeln, damit sie es wiederverwenden können.

Dieses Tuch habe ich aus unserer alten, an vielen Stellen schon löchrigen Bettwäsche genäht. 😉 Eine Übersicht der vielen Techniken, wie ihr mit wenigen Handgriffen Dinge in ein Tuch einschlägt oder aus einem Tuch einen Beutel macht, gibt es hier

Um sicherzugehen, dass die Sachen wie z.B. die Tücher auch weiter benutzt werden, sagen wir immer bei der Übergabe eines Geschenkes dazu, dass wir die Verpackung inklusive Dekozeugs und Bänder auch gerne zurück nehmen, wenn die beschenkte Person keine Verwendung dafür hat. Meine Mutter macht übrigens das Gleiche bei den Geschenktüten.

Auf natürliche, gut verwertbare Materialien setzen

Da wir Minimalisten sind und sich das inzwischen wirklich bei allen im Familien- und Freundeskreis herumgesprochen hat, sammeln sich bei uns schon seit Jahren kaum Dinge an, die wir für Geschenke wiederverwerten könnten. Ich bin auch extrem stolz auf alle lieben Menschen, die unseren Wunsch nach keinem Geschenk entweder respektieren oder alternativn in unserem Namen spenden, Bäume pflanzen oder uns selbstgemachte Leckereien und Dinge wie eine schöne Bio-Seife schenken – meistens ganz ohne Geschenkverpackung oder in Dingen, die wir gebrauchen können! 💚

Da wir also kaum etwas zum Wiederverwenden haben, setzen wir auf natürliche Materialien, die nach Möglichkeiten so wenig wie möglich verarbeitet sind. Denn jeder Verarbeitungsschritt hat Ressourcen gekostet und oft finden diese Verarbeitungsschritte an einem anderen Ort statt, d.h. da kommen noch Transportemissionen dazu.

Das Schöne ist, dass man eigentlich vor der Haustür fündig wird und das oft nicht mal Geld kostet und sich mit einem Spaziergang wunderbar verbinden lässt.

Das A und O ist das Aufhübschen mit ein paar Dekoelementen

Oft wird ja gesagt, dass Geschenke, die in Zeitungspapier oder in diesem öko anmutenden braunen oder grauen Papieren hässlich aussehen. Genau da kommen die Dekoelemente zum Einsatz!

Wenn ihr kein buntes Geschenkpapier benutzt, muss der kleine Dekotupfer oft woanders herkommen. Tannenzapfen, Zweige, Blätter oder – je nach Jahrezeit – auch mal ein paar Wiesenblumen hübschen ein schlicht eingepacktes Geschenk schnell auf.

Aus alten Magazinseiten oder Fehldrucken lassen sich oft noch schöne Dinge wie z.B. Sterne falten. Ein paar Seiten meiner Masterarbeit sind zu Origami-Kranichen geworden und hingen lange über unserem Esstisch und schmückten unsere Küche!

Wie nachhaltig ist es, Lebensmittel als Deko zu verwenden?

Am nachhaltigsten ist es natürlich, ausschließlich im Wald oder Park gesammelte Deko zu nehmen. Naja, nicht ganz. Noch nachhaltiger ist es, gar nichts zu schenken, aber das wird für die meisten keine Option sein. Meine Meinung ist wie bei ganz vielen Dingen in Sachen Nachhaltigkeit: So wenig wie möglich, so viel wie nötig.

Beliebt in der Weihnachtszeit sind ganz häufig Zimtstangen und getrocknete Orangenscheiben, die in Deko- und Einrichtungsläden gerne direkt als Deko und nicht als Lebensmittel in Plastik eingepackt verkauft weren. Zimtstangen habe ich leider nicht unverpackt bekommen (die hätten sich nach ihrem Dekozweck zu den anderen Gewürzen in unserer Küche gesellt), aber ich habe mich mal überwunden und eine unverpackte Bio-Orange gekauft (wir versuchen uns bei frischen Lebensmittel an das saisonale und regionale Angebot vom Wochenmarkt zu halten), um einen schönen hellen Farbtupfer zu haben.

Ich habe die Orange in dünne Scheiben geschnitten und im Ofen bei 100 Grad für etwas über zwei Stunden getrocknet. Hätte ich früher angefangen, hätte ich sie einfach zwei Wochen auf der Heizung trocknen lassen können. Da es ein Lebensmittel ist habe ich mich auf eine einzige Orange beschränkt (eine zweite habe ich für das Video geschnitten, aber direkt danach verspeist 😉) – wir wollen ja keine Lebensmittel verschwenden. Es tat mir auch ehrlich gesagt etwas weh, sie im Ofen zu trocknen.

Aber ich weiß, dass das unterm Strich trotzdem im Vergleich zu gängigen Dekoelementen wie z.B. Geschenkbänder und anderes Zeugs zum Ankleben oder Anhängen an ein Geschenk weniger Ressourcen verschlingt. Wir unterschätzen gerne, wie viele Ressourcen in verarbeitete Dinge – gerade die Sachen aus Plastik, die aus Erdöl hergestellt werden – weil wir das natürlich einem Produkt nicht direkt ansehen können. Hier ein sehr schönes Video von Greenpeace über einen Einweg-Plastiklöffel:

 

Die Orange ist unverarbeitet und den einzigen Verarbeitungsschritt – das Trocknen – übernehme ich, was ich nicht schlecht finde, weil wir Ökostrom beziehen. Das verkürzt außerdem die Lieferkette, weil die Orange ja nicht noch zum Verarbeiten woanders hin muss.

Außderdem sind die Orangenscheiben im Gegensatz zu den meisten anderen kaufbaren Dekosachen komplett unproblematisch in der Entsorgung – wenn es dann irgendwann so weit ist, dass sie entsorgt werden müssen. Denn sie können selbstverständlich immer und immer wiederverwendet werden. Sie können sogar noch gegessen werden, wobei die Schale geschmacklich etwas zu viel ist, wie ich finde. Sie können in den Biomüll oder selber kompostiert werden. Sie könnten sogar einfach verbuddelt werden! Alles kein Problem.

Wie seht ihr das? Wie macht ihr das denn mit Geschenken und Geschenkverpackungen?

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Kategorie Artikel, Feiern & Schenken, Video

5 Kommentare

  1. Halli Hallo,
    Seit drei Jahren renovieren mein Mann und ich ein ganz tollen Altbau.
    Und so wird von Zimmer zu Zimmer eine neue Wandgestaltung gefordert.

    Mein Tapetengeschmack ist sehr alternativ. Viel Farbe und meistens auch viele Vögel, Wald, Blumen Luftballons….

    Und so verwende ich meine Tapetenreste als Geschenkpapier.
    Kommt sehr gut an.
    Und manchmal bestücke ich kleine Bilderrahmen mit der Tapete die ich wiederum auch verschenke.

    Wer sagt den das Tapete nur auf die Wand soll ? 😉

  2. Dorothea Rathjens

    Ich bastele gerne geschenktüten aus kalenderblättern nach dieser Anleitung:
    https://www.zerowastefamilie.de/DIY-Geschenktaschen.htm

    Tüten finde ich eh super, die werden ja zum Glück von vielen wieder verwendet. Die Mutter meines besten Freundes schreibt da immer mit Bleistift Namen rein um empfindlichen geistern nichts zurück zu schenken. 😉
    Meine Mutter hat Jahre lang viele Geschenke von dankbaren Patienten in Tüten bekommen, riesige Mengen davon haben wir über Kleinanzeigen verschenkt. Sie wurden uns direkt aus den Händen gerissen. 😀

  3. Hallo liebe Shia,
    ich verschenke z. B. einen Gutschein zum Essengehen in ein veganes Restaurant, auf eine Postkarte geklebt, die ich zuhause hatte.
    Dann einen Kalender, der zwar neu ist natürlich, aber er ist von meiner Solawi und ein Spenden Kalender. D.h. der Kaufpreis geht als Futterspende für die Tiere an den Hof. Dann auch Schokolade aus dem Lose-Laden, die dort hergestellt wurde. Da ich sie verschicken muss, ist sie mehrfach eingepackt in Material, das ich noch zu Hause hatte.
    Nach drei Jahren müllreduziertem Leben hab ich übrigens endlich mein letztes Geschenkpapier benutzt und kaufe sicher nie wieder welches☺️
    Liebe Grüße Cat

  4. Hi Meike!
    Das ist voll die gute Idee mit den Stoffresten von Kleinanzeigen! Darüber kann man wirklich so viel bekommen – ich habe z.B. viele meiner Zimmerpflanzen darüber bekommen und darüber auch schon total viele Ableger verschenkt :). Und deine Geschenkbeutel können ja vielleicht sogar später zum Einkaufen von unverpackten Lebensmittel verwendet werden :)! Perfekt!
    Liebe Grüße,
    Shia

  5. Meike Menzel

    Hallo Shia.
    Ich habe mich auch bereits mit dem Thema umweltfreundlich Geschenke zu verpacken beschäftigt. Ich bin auf die Idee gekommen, aus Stoffresten Geschenkbeutel zu nähen, also ähnlich wie mit deinen Tüchern. Diese verziehre ich dann mit gebrauchten schönen Knöpfe. Die Stoffreste habe ich über Ebay Kleinanzeigen gefunden. Dort verschenken viele ganze Tüten davon. Alle die einen solchen Beutel bekommen haben, haben sich riesig darüber gefreut. ☺️

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