Frühjahrsputz: So mistest du nachhaltig aus und putzt ohne Schadstoffe

Jeden Sonntag gibt es um 15:30 Uhr bei COSMO-Radio von mir etwas zu Nachhaltigkeit auf die Ohren! COSMO ist das internationale und interkulturelle Hörfunkprogramm und eine gemeinschaftliche Produktion von den öffentlich-rechtlichen Sendern WDR, Radio Bremen und Rundfunk Berlin-Brandendenburg.

Zu empfangen in NRW auf 103,3 MHz, in Bremen und Teilen Niedersachsens auf 96,7 MHz, in Bremerhaven auf 92,1 MHz und in Berlin und Umgebung auf 96,3 MHz.

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Die dunkle Jahreszeit neigt sich dem Ende zu, der Frühling klopft schon förmlich an der Tür. Zeit, den alten Muff loszuwerden mit einem Frühjahrsputz! Am besten geht das natürlich mit guter Musik – wie es sie hier bei COSMO gibt. Ich hab auch vor, jetzt die Tage meine Ärmel hochzukrempeln, um mal gründlich auszumisten und alles blitzeblank zu schrubben. Weil ich das natürlich auch so umweltfreundlich wie möglich machen möchte, habe ich mir vor der Sendung Tipps von Shia Su, unserer COSMO-Nachhaltigkeitsexpertin, geholt.

Shia, bei meinem Frühjahrsputz ist dieses Jahr auch wieder Entrümpeln und Ausmisten angesagt. Ich hab Zuhause alte CDs und Videokassetten im Schrank rumliegen, die ich nicht mehr brauche – wobei auch der kleiner Schrank selbst mal entsorgt werden könnte – weil wenn der Inhalt weg ist, könnte auch der Schrank weg. Alles aber einfach in den Müll zu werfen, ist nicht wirklich nachhaltig, ist auch klar. Wohin aber mit dem ganzen Zeug? Spenden?

Es kommt drauf an. Denn Sachen zu spenden ist leider häufig ein “Wishcycling”, wie ich das gerne nenne. Wir geben uns gerne der Illusion hin, dass alles, was wir spenden auch weiterverwendet wird. Das entspricht nur leider nicht ganz der Realität. Du musst Dich halt immer fragen, ob jemand anderes diese Sachen auch tatsächlich benutzen will. Weil auch bei der Spende an gemeinnützige Einrichtungen gilt: Die Sachen werden dort sortiert und was nur schlecht einen Abnehmer finden würde wird entsorgt. Also z.B. wenn Gegenstände, zu alt, zu speziell, teilweise kaputt oder zu dreckig sind. Wenn du Sachen spenden willst, dann nur sauber, gut in Schuss, gut sortiert und am besten beschriftet, das entlastet die ehrenamtlichen Helfer. Und immer vorher bei der jeweiligen karitativen Einrichtung anrufen und nachfragen, ob Sachspenden gerade überhaupt benötigt werden.

Und was mache ich, wenn die Einrichtungen gerade nichts von meinen Sachen braucht?

Du kannst immer auch mit den Sachen ganz direkt deine lokale Community unterstützen, das ist eigentlich meine bevorzugte Option vor dem Spenden. Bleibt auch alles in der Nachbarschaft oder in der Stadt, sodass die Umwelt nicht unnötig noch mit vielen Transportemissionen belastet wird.

Ich verschenke auch immer gerne Sachen über lokale Verschenke-Gruppen auf Facebook beispielswiese. Mir wurden zehn Jahre alte SD-Karten und Kabel für alte elektronische Geräte förmlich aus der Hand gerissen! Es gibt auch Tausch- und Flohmarkt-Gruppen im Internet, in Bremen gibt’s zum Beispiel ein Schwarzes Brett der Stadt. Da und auf anderen Portalen werden vor allem Haushaltsgegenstände und Kindersachen immer sehr gerne gesehen. Ebay-Kleinanzeigen ist dafür auch gut, aber vor allem super für Möbel und Haushaltsgeräte. Natürlich frage ich auch Freunde, Familie und Bekannte, ob sie was von meinen aussortierten Sachen gebrauchen können oder stelle mich mal auf den Flohmarkt. Oder auch sowas einfach mal vor die Haustüre stellen mit einem Zettel dran: Zu Verschenken. In Großstädten klappt das gut und da nimm das gerne jemand mit. Ich kann dir aus Erfahrung sagen, dass man sich wundert, was nicht alles weggeht.

Zur aggressiven Chemiekeule möchte ich dieses Jahr nicht greifen. Shia, im Drogerieladen gibt’s ja meterlange Regale mit den unterschiedlichsten Putzmitteln – brauch ich denn wirklich so viele unterschiedliche Reiniger?

Ach, ja. Die große Auswahl an Putzmitteln in Drogerien und Supermärkten suggeriert uns gerne, dass wir für jede einzelne elementare Putzaufgabe einen nur darauf spezialisierten und dafür auf Hochleistung gepimpten Reiniger brauchen. Das stimmt nicht. Dann bräuchtest Du auch bei dir Zuhause wohl ein extra Zimmer für all die unterschiedlichen Putzmittel 😉 Und wie du auch schon festgestellt hast, diese Hochleistung hat auch seinen Preis – weil so billig sind die teilweise auch nicht. Wenn du mal genau hinguckst, wirst du auf vielen Putzmitteln so freundliche Icons wie Totenköpfe sehen ☠️… Die Mittelchen sind häufig gesundheitlich und auch umweltmäßig nicht ohne.

Okay, wenn ich nicht für jede Aufgabe einen speziellen Reiniger brauche, was brauche ich denn stattdessen?

Wirklich nicht viel: Natron, Essigessenz oder alternativ Citronensäure und eine Kernseife. Ein Esslöffel Essigessenz oder einen Teelöffel Citronensäure auf 300ml Wasser und du hast deinen selbst gemachten Allzweckreiniger! Der funktioniert auch Prima in Kombination mit Natron. Bei hartnäckigen Verschmutzungen kannst du einfach Natron drüber streuen und den Allzweckreiniger aufsprühen. Das reagiert schäumend und löst die Verschmutzung. Etwas mehr davon ist auch ein super Scheuermittel. Um Sachen wie so fettige Fingerabdrücke an Schranktüren wegzuwischen gebe ich einfach ein bisschen warmes Wasser in einen kleinen Putzeimer und reibe im Wasser drin ein Stück Kernseife zwischen den Händen, um Seife ins Wasser zu lösen. Putzlappen rein und einfach damit über die Oberflächen wischen. Bei ganz fettigen Sachen kommt auch mal die Kernseife direkt auf den Lappen. Alles wirklich easy peasy und man setzt sich und die Umwelt nicht unnötig Schadstoffen aus.

Klappt das auch bei so richtig krassen Verschmutzungen wie beispielsweise im Backofen – da sind ja die Verkrustungen immer so hartnäckig. Wie bekomme ich denn meinen Ofen sauber ohne so einen aggressiven Ofenreinigerschaum?

Auch um deinen Ofen sauber zu bekommen, musst du weder deine Gesundheit noch die der Umwelt aufs Spiel setzen. Für den Ofen kannst du einfach einen Esslöffel Natron mit einer Tasse Wasser vermischen. In eine Sprayflasche füllen und großzügig aufsprühen. Du kannst auch zusätzlich Lappen damit tränken und die auflegen. Das löst auch die heftigsten, eingebrannten Sachen im Backofen, wenn Du das über Nacht einweichen lässt – und am nächsten Tag kannst Du das ganz locker wegwischen.

Kategorie COSMO, Haushalt, Minimalismus

4 Kommentare

  1. Claudia Wernicke

    Hallo,
    Mein Name ist Claudia und ich bin 62 Jahre alt. Ich lese immer wieder mit Spannung Blog´s zur Nachhaltigkeit. Unverpackt -Läden sind leider noch Mangelware hier in NRW.
    Ich hätte aber ein paar Tips zur Reinigung im Haushalt beizusteuern.
    Besser Geeignet als Natron ist Soda (Natriumcarbonat)im Haushalt. Meine Großmutter hat damit alle ihre Holzgegenstände (Tische , Bretter , Holzarbeitsgeräte) abgeschrubt und geschäuert. Soda säubert und konserviert Holz. Soda reinigt außerdem Milchgeschirr- und Flaschen (Babies), Vasen, entfernt Angebranntes aus Pfannen und Töpfen. Soda eignet sich auch zur Wäschereinigung. Ich weiche die verschmutzten Kochjacken meines Mannes in Sodalsg. ein. Bitte nur mit Handschuhen arbeiten, da Soda alkalisch reagiert. genau wie Ammoniakwasser, Brennspiritus und Chlorbleichlauge. Alles frei erhältlich und absolut haushaltstauglich. Chorbleichlauge und Ammonikwasser sind ausgezeichnete Desinfektions-mittel und erschlagen alle möglichen Keime. Natürlich muß man auch hier die Hinweise im achtsamen Umgang mit diesen Chemikalien berücksichtigen. Nicht weniger zählen Zitronensäure und Natron zu den Chemikalien. Ein altes Rezept zum Fensterputzen, dass ich immer noch anwende, geht wie folgt. Den Groben Schmutz entferne ich mit einer heißen Lauge aus Wasser und Schmierseife. Danach besprühe ich meine Fensterfläche mit Brennspiritus (Methylalkohol/Alkoholgemisch) und ziehe sie ab. bzw poliere mit Zeitungspapier nach. Das ist immer noch die Beste Methode Fensterflächen, die starken Wettern ausgesetzt sind, sauber zu halten. Ammoniakwasser,Brennspiritus und Chlorbleichloge kann man auch in Apotheken erwerben und ggf. dort nachfüllen lassen, wenn man das wünscht. In Drogerie-Märkten gibt es die Produkte ebenfalls, jedoch nicht abfallfrei. Das ist der Nachteil. Für ganz Versierte bleibt noch der Chemikalienhandel. Aber auch da wird in Plastikflaschen abgefüllt, was mich aber auch immer wieder ärgert, da es keine Rückgabemöglichkeit für Leergut gibt, leider.

  2. Hallo,

    ich habe eine Frage zur Lagerung von Citronensäure, Natron und Soda. In dem tollen Unverpackt-Laden hier kann ich das alles kaufen, nun ist meine Frage in was für Gefäßen ich diese Substanzen am besten lagern soll und wie viel man ca. braucht?

    Danke schon mal im Voraus für Antworten!

    LG Mara

  3. Hallo!

    Ich verwende seit einiger Zeit den Citronensäure-Reiniger. Allerdings klappt es damit auf Spiegel bzw. Glasflächen gar nicht. Hab‘s mit einer Mischung mit Alkohol versucht. Wir auch nicht besser.

    Was machst du da?

    Liebe Grüße

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