FAQ plastikfreie Edelstahl-Dosen und Trinkflaschen

Ich werde wirklich im Grunde jeden Tag danach gefragt, wo wir unsere Sachen gekauft haben und von welchen Marken unsere Sachen sind. Und ich kann es ja verstehen. Von klein auf wird uns beigebracht: Du hast ein Problem? Kauf dir ein Produkt, das das Problem löst! Allerdings geht es bei einem nachhaltigen Lebensstil weniger ums kaufen und deutlich mehr ums nicht kaufen 😉.

Klar, ein neuer Lebensstil fängt in unserer Gesellschaftsform oftmals mit einer neuen Ausstattung an und die gibt uns auch wohl zusätzlichen Schwung. Und ja, viele der Produkte sind schon verdammt cool und auch echt nützlich, aber… Bevor ihr voller Enthusiasmus loslauft, um euch einzudecken, möchte ich euch eingängig darum bitten, erst mal zu gucken, ob ihr nicht bereits etwas habt, was die gleiche Funktion erfüllt. #usewhatyouvegot

Da es aber natürlich Situationen gibt, wo dann die Neuanschaffung ansteht möchte ich hier dennoch mal alle sehr häufig gestellten Fragen dazu beantworten, ganz ungesponsert natürlich.

Brotdosen

Wie viele Dosen meinst du brauche ich?

Das kommt auf deine individuellen Bedürfnisse an. Zur Orientierung: Wir haben zu zweit nur drei Dosen und kommen damit gut hin, denn zu Hause verwenden wir Einmach- oder Marmeladengläser für die Aufbewahrung von Essenresten und vieles schlagen wir auch einfach mal in ein Geschirrtuch ein. Bienenwachstücher verwenden wir nicht und haben wir auch noch nie ausprobiert. Zum einen, weil wir vegan sind und zum anderen, weil wir schlicht und ergreifend keine Verwendung dafür haben.

Sind eure Dosen komplett plastikfrei?

Ja, unsere Dosen sind alle plastikfrei und aus Edelstahl.

Welche Dosen habt ihr, wie groß sind sie, wie findet ihr sie?

Ganz oben ist die zweistöckige von Ecobrotbox, unten links die mit Dichtungsring von Life without Plastic und unten rechts die Onyx-Dose

Wir haben eine 2-stöckige Dose von Ecobrotbox, die gut verarbeitet und sehr stabil ist. Sie ist nicht dicht, muss sie aber auch gar nicht sein.

Meine Lieblingsdose ist diese 900ml-Dose mit Dichtungsring aus Silikon (abnehmbar) von Life without Plastic. Man kann darin auch Gerichte mit Soßen transportieren, wobei ich für Suppe dann doch lieber ein Weck-Glas nehme, denn 100% dicht ist sie bei ganz dünnflüssigen Sachen nicht. Sie ist ebenfalls gut verarbeitet und sehr stabil. Ich meinte sie hat gut 30€ gekostet.

Mit der 2-stöckigen Brotbox von Onyx sind wir leider nicht ganz so zufrieden. Sie war deutlich günstiger (um die 17€ meinte ich – und das merkt man auch an der Qualität deutlich. Sie ist aufgrund des niedrigen Nickelanteils super für Nickelallergiker, darf aber genau deshalb nicht in die Spülmaschine. Außerdem verrutscht das oberste Stockwerk ziemlich einfach, was schon für Sauereien bei uns im Beutel gesorgt hat. Nicht cool. Noch dazu kam, dass sie in Plastik eingeschweißt war! Auf Nachfrage beim Hersteller 2015 wurde mir gesagt, dass sie gerade mit Reispapier testen. Auf meine weiteren Nachfragen nach dem Stand der Dinge bekam ich nie eine Antwort. Es ist ein Hersteller aus Vancouver, und während unseres Auslandsjahres in Vancouver habe ich die Dosen in vielen Bioläden gesehen – mal in Plastik eingeschweißt, mal in einer Pappschachtel. Es ist also ein bisschen ein Glücksspiel. Das zog sich über ihre gesamte Produktpalette, was ich sehr schade finde. Noch mal würden wir zumindest diese Dose nicht kaufen.

Was sind denn gute Marken?

Puh, ich kenne bei weitem nicht so viele Marken, wie man meinen sollte, weil wir ja auch nicht vorhaben, uns neue Dosen zu kaufen, es sei denn mal als Geschenk. Wir sind super zufrieden mit unserer Ecobrotbox sowie der Life without Plastic-Box.

Auch beliebt scheinen die Lunchbots zu sein. Ich hatte mal welche in der Hand und fand die auch von der Verarbeitung her in Ordnung. Ich persönlich hätte aber bei einer Dose mit einem „nur“ aufgedrücktem Deckel (ohne Klammern) Angst, ob sich nicht mal der Deckel in der Tasche löst? Kann aber gut sein, dass das nur eine unbegründete Angst von mir ist, getestet habe ich selbst die Dosen ja nicht. Es gibt da auch welche mit Fächern, die aber fest drin sind, was vom Spülen her vielleicht etwas schwierig sein könnte. Auch hier wieder: Das können komplett unbegründete Befürchtungen von mir sein.

Generell sollte man meiner Meinung nach da nicht zu knausrig dran gehen, wie wir es bei der Onyx-Dose gemacht haben. Die kostete zwar nur die Hälfte, man merkt es aber an der Qualität. Ich zahl dann lieber mehr und habe keine unschöne Überraschung im Rucksack, weil die Klammern zu leicht aufgehen und sowieso das obere Stockwerk auch zugemacht verrutschen kann (alles schon passiert, leider auch schon mehrmals). Ich hatte auch schon einige andere Dosen in der Hand gehabt, die ungefähr auf der gleichen Qualitätsstufe waren, wobei ich mich nicht an die Markennamen mehr erinnere. Aber ich glaube, die hatten auch gar keine richtige Marke?

Da eine gute Dose aber wirklich ein Leben lang hält, ist sie meiner Meinung nach die Investition auch wert und wenn man den Preis auf die Anzahl der Nutzung oder die Nutzungsjahre umrechnet, ist sie sicherlich auch günstiger.

Trinkflaschen

Sind eure Trinkflaschen plastikfrei?

Ja, unsere Trinkflaschen sind beide aus Edelstahl und auch der Deckel ist plastikfrei.

Wenn ihr euch Metallflaschen kauft, passt unbedingt auf, keine aus Aluminium zu nehmen!

Denn die müssen innen beschichtet werden, damit das Aluminium nicht mit dem Wasser reagiert. Wenn sie dann z.B. runterfällt und zerdellt, geht häufig innen die Beschichtung ab und das Wasser schmeckt nach Metall, was gesundheitlich nicht unbedenklich ist. Dann kann man die Flasche eigentlich nur noch entsorgen, was ja auch nicht sehr nachhaltig ist.

Von welcher Marke sind denn eure Trinkflaschen und wie viel fassen sie?

Meine fasst ungefähr einen halben Liter und ist von Kleen Kanteen. Hannos fasst einen dreiviertel Liter und ist von Ecobrotbox. Ehrlich gesagt war uns die Marke ziemlich schnuppe, solange die Trinkflaschen einigermaßen leicht, gut zu spülen (also keine zu kleine Öffnung) und plastikfrei ist. Wir haben einfach die gekauft, die uns über den Weg liefen 😉.

Welche Trinkflasche soll ich mir kaufen? Eine aus Edelstahl oder aus Glas?

Das kommt ganz drauf an und kann ich dir nicht pauschal beantworten 😉. Ich hatte auch mal zusätzlich eine plastikfreie Trinkflasche aus Glas, nämlich die Soulbottles, die ich auch vom Design her mal absolut schön finde. Im Gegensatz zu den meisten Edelstahlflaschen kann man mit ihr nämlich kohlensäurehaltige Getränke transportieren und das Wasser bleibt komplett geschmacksneutral. Allerdings gehöre ich zu den Menschen von Sternzeichen Trampeltier, was nicht so die beste Voraussetzung ist.

Das Glas ist schon ziemlich stabil, aber am Ende war ich immer ziemlich unruhig, wenn ich sie dabei hatte, weil ich andauernd Angst hatte, die schöne Flasche unabsichtlich zu zerstören. Außerdem war sie doch ziemlich schwer und ich wuchte in meinem Rucksack meistens mit Laptop, Festplatten, Kamera, Ladegeräte usw. schon genug rum, sodass ich sie meistens Zuhause stehen ließ, was ja auch nicht Sinn und Zweck der Sache war. Am Ende habe ich sie verschenkt und damit einer Freundin noch eine Freude gemacht.

Ich persönlich mag den Gedanken, dass meine Trinkflasche ein lebenslanger Begleiter sein wird und ich mit 80 noch aus ihr trinken werde, egal, wie verdellt sie sein sollte. Naja, sofern ich sie nicht bis dahin verloren habe 😅. Komplett geschmacksneutral ist sie aber nicht, ist halt Edelstahl. Aber gut, das ist Wasser aus dem Wasserkocher ja auch nicht. Mich stört das nicht.

Es gibt die plastikfreien Edelstahltrinkflaschen übrigens auch in einer Thermo-Version. Auf dem Bild oben sind die Isolierflaschen von Ecobrotbox, ich weiß aber, dass es sie auch von anderen Marken wie z.B. 24 gibt.

Wo gibt es so was denn überhaupt zu kaufen?

Wo habt ihr eure Dosen und Trinkflaschen denn gekauft?

Das sind die Ecobrotbox-Sachen bei Original Unverpackt

Gekauft hatten wir die Ecobrotbox-Dose sowie Hannos Ecobrotbox-Trinkflasche meinte ich im Unverpackt-Laden Original Unverpackt in Berlin für gut 30€, es gibt sie aber auch in vielen anderen Unverpackt-Läden.

Hier stehe ich gerade mit der Flasche und Keksen in der Dose bei OHNE an der Kasse 😆

Meine „Kleen Kanteen“-Trinkflasche stammt aus dem Unverpackt-Laden Ohne in München.

Die „Life without Plastic“- sowie die Onyx-Box hatten wir ganz am Anfang, als es meinte ich in Deutschland noch fast gar keine Unverpackt-Läden gab, bei einem plastik- bzw. BPA-freien Onlineshop, den ich namentlich nicht nennen möchte, weil ich damit extrem schlechte Erfahrungen gemacht habe. Wichtig ist es vielleicht generell, zu wissen, dass sich “plastikfrei” in der Produktbeschreibung oftmals nur auf die Produkte, nicht aber auf die Verpackung bezieht.

Wo kann ich denn bei mir in der Gegend so etwas kaufen?

Würde ich heute noch mal Dosen oder eine neue Trinkflasche kaufen, würde ich dafür in einen Unverpackt-Laden gehen. Guck doch mal auf meiner Zero-Waste-Karte, ob es bei dir in der Nähe einen gibt! Wenn bei dir keiner in der Nähe ist, kannst du gucken, ob du das mal bei Zeiten mit einem Besuch bei Freunden, Familie oder mit einem Arbeitstermin verbinden kannst. Eilt ja meistens nicht, die meisten von uns haben ja wahrscheinlich noch Tupperdosen oder auch eine alte Pfandflasche Zuhause, die man so lange benutzen kann.

Outdoor- und Trecking-Läden sind auch gute Anlaufstellen. Viele führen meines Wissens „Kleen Kanteen“-Flaschen und auch generell viel „Edelstahlzubehör“. Es gibt auch ein paar Lifestyle-Läden, wo es schöne, hochwertige (also teure) Deko- und Haushaltsartikel gibt, die diese Sachen inzwischen führen.

Nur, wenn ich die Sachen nicht vor Ort auftreiben kann, würde ich sie online bestellen. Online bestellen ist nämlich echt so eine Sache. Man kann die Ware nicht anfassen, nicht sehen, wie sie verpackt ist. Man muss  also auf die Artikelbeschreibungen und den Shop vertrauen können – und das kann ein absoluter Reinfall sein, wie ich selber damals bei unserer Dosen-Bestellung erst lernen musste.

Vertrauenswürdige Onlineshops mit hohem Anspruch

Drei für mich positiv herausragende Onlineshops, von denen ich persönlich weiß, dass sie bei Verpackungsmüll sehr hinterher sind, keine Angst vor Transparenz haben und sich auch sonst die größte Mühe geben sind:

  • zerowasteladen.de von Olga und Gregor, dem Zero-Waste-Power-Paar, das auf mit Mitstreiterin Dinah den Unverpackt-Laden Tante Olga in Köln eröffnet hat
  • monomeer.de von Susan, die super transparent in die Artikelbeschreibungen auch rein schreibt, wie die Produktlieferungen bei ihr ankommen (z.B. mit Plastik-Klebeband, mit Polstermaterial aus Styropor usw.)
  • naturlieferant.de von Katrin, die in München den plastikfreien Laden „Plastikfreie Zone“ auch betreibt. Sie ist absolute Vorreiterin auf dem Gebiet plastikfreien Lebens und berät auch Unternehmen, damit diese sich umstellen

Alle diese Shop-Betreiber*innen sind Vorreiter auf diesem Gebiet, mit denen ich auch schon angregende Gespräche über Zero Waste, Müll und Plastik hatte und von denen ich weiß, dass sie sich bemühen, auch hinter den Kulissen so viel wie möglich zu bewegen. Bei allen drei Shops würde ich selber ohne Bedenken bestellen, und das will bei mir schon was heißen!

Generell würde ich aber immer empfehlen, bei Unsicherheiten vor der Bestellung einmal zum Hörer zu greifen oder per Mail nachzufragen, bevor es dann doch eine unschöne Plastiküberraschung gibt und man sich ärgert, weil man dann natürlich ein anderes Produkt oder woanders gekauft hätte, wenn man das nur vorher gewusst hätte.

Ich bekomme übrigens (leider 😉) keine Provision dafür, dass ich sie empfehle und ich habe auch nix mit den oben genannten Marken zu tun. Das sind meine ganz persönlichen Erfahrungen mit den Produkten und den Shops.

8 Kommentare

  1. Kennt jemand außer der Soulbottle noch eine andere Trinkflasche, die Kohlensäure verträgt? Am liebsten wäre es mir, wenn sie nicht aus Glas besteht, da leichter und bruchsicherer.

  2. Hallo Shia,

    ich hab im Campigladen letztens auch eine Menge Flaschen und Brotdosen aus Titan gesehen. Gibt einen Grund, warum du die nicht erwähnt hast? Das reduzierte Gewicht im Vergleich zu Edelstahl ist für mich ein starkes Argument, dafür würde ich auch noch mehr bezahlen. Ich kenne allerdings bisher auch niemanden, der eine Titanflasche benutzt.

    • Hi Frieda,
      danke für den Hinweis! Aus Titan war mit tatsächlich neu. Ich bin nach deinem Kommentar übrigens schon in 2 Outdoor-Läden gegangen, weil ich neugierig war, aber die kannten das auch nicht. Guck ich mir aber gerne mal an, wenn es sich ergibt :)!
      Liebe Grüße,
      Shia

  3. Im Basics Bioladen in Dortmund rüsten sie momentan auch sehr auf. Dort kann man auf jeden Fall Soul bottles und Ecobrotboxen kaufen. Insgesamt gibt es dort sehr viele unverpackte Sachen: Eine Selbstabfüllerecke, Bambuszahnbürste, lose Eier, momentan lose Erdbeeren und eine Refillstation. Da es ja eine Kette ist, ist das ja vielleicht auch in deren anderen Läden.

  4. Hallo,
    ich besitze zwei Emil-Flaschen aus Glas, allerdings mit Plastik schraubverschluß. Gibt es in verschiedenen Größen. Dazu gehört ein Styropormantel und ein Stoffbezug, den man auch mal waschen wechseln kann. Durch die Styroporummantelung sind die Flaschen bruchsicher. Werde sie noch viele Jahre benutzen können. Meine erste ist sicher mind. 5 Jahre alt, die zweite hab ich gebraucht bei ebay gefunden. Darin fülle ich Milch fürs Büro ab. LG

  5. Ich habe schon lange zwei Soulbottles. Die große nutze ich nur Zuhause und die kleinere unterwegs. Die kleinere Flasche hat schon den einen oder anderen kleinen Sturz oder Stoß abbekommen, aber das Glas ist sehr dick und hat bisher hat noch keinen Schaden genommen. Im Sommer tue ich gerne Minzblätter oder Früchte in mein Wasser – das sieht auch nett aus. Einziger Nachteil ist leider das Gewicht. Deshalb habe ich mir vor kurzem eine Edelstahlflasche von Keen Kanteen zulegt. Die sieht toll aus, aber nach der ersten Reinigung und einer zweiten mit Natron schmeckt das Wasser daraus leider metallisch. 🙁 Kann mir jemand sagen, ob das mit der Zeit verfliegt oder normal ist?

    • Hallo Windmeer,

      so eine Klean-Kanteen-Metallflasche habe ich auch. Das mit dem Metallischen habe ich noch nicht erlebt, allerdings reinige ich die Flasche, indem ich ~150 mL kochendes Wasser einfülle (nur Wasser, kein Spüli), sie zuschraube, kräftig durchschüttle, das Wasser dann auskippe und es dann zwei bis drei Mal wiederhole. Das reicht zum Putzen 😉
      Vielleicht hilft es, wenn du ein paar Mal Schwarztee in die Flasche einfüllst, dadurch bildet sich eine Teestein-Patina an der Flaschenwand. Die ist geschmacksneutral und wasserunlöslich, bei sauren Sachen löst sie sich aber wieder (sauer wären Fruchtsäfte, aber auch manche Früchtetees)
      Liebe Grüße
      Lisa

      • Lieben Dank für die Tipps! Ich werde sie ausprobieren und hoffe, dass der metallische Geschamck dann verschwindet. 🙂

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