Die 5 R’s von Zero Waste

Puuh, wo soll man anfangen, wenn man seinen Müll reduzieren möchte? Wenn man einmal anfängt, sich damit zu beschäftigen, verliert man sich schnell in der komplexen Thematik.

Die 5 R’s

Die fünf R’s sind wirklich sehr hilfreiche Orientierungspunkte. Wie Béa Johnson, die „Mutter der Zero Waste Bewegung“, betont, ist die Reihenfolge wichtig.

  1. refuse (ablehnen)
  2. reduce (reduzieren)
  3. reuse (wiederverwenden und reparieren)
  4. recycle (zur Wertstoffsammlung geben)
  5. rot (kompostieren)

Durch das Ablehnen schleppt man weniger Müll ins Haus. Durch das Reduzieren verbraucht man generell weniger Ressourcen. Man kann Einwegware aus dem Haushalt verbannen und stattdessen auf wiederverwendbare Optionen setzen und Sachen reparieren. Was dann noch anfällt (hoffentlich nicht mehr so viel), sollte man dem Recycling-Kreislauf wieder zuführen, um Ressourcen zu schonen. Das bisschen, was dann noch anfällt, kann man häufig kompostieren.

1. Refuse – ablehnen

Das meiste an Müll vermeidet man, indem man Verpacktes sowie überflüssiges Gedöns einfach ablehnt. Je weniger wir konsumieren, desto weniger muss produziert werden, und desto weniger muss später entsorgt werden.

„Nein danke, das muss ja nicht sein.“

Die in Plastik eingeschweißte Gurke – nein danke. Werbeprospekte – nein danke. Freebies – nein danke. Je häufiger wir diese Sachen nämlich gedankenlos annehmen („Uhhh, kostenloser Kuli! Ich habe zwar schon 76 davon zu Hause, aber hey, kostenloser Kuli!“), desto mehr davon wird produziert. Wir kurbeln die Nachfrage an.

Gerade in den ganzen Billigprodukten, die wir so gerne spontan kaufen, weil sie ja fast nichts kosten, stecken viele Giftstoffe. Diese Giftstoffe haben Arbeiter – darunter wahrscheinlich auch Kinder – angefasst und eingeatmet. Diese Arbeiter schuften unter sehr schlechten Bedingungen, ruinieren sich ihre Gesundheit und verdienen trotzdem kaum genug zum überleben. Billig hat auch seinen Preis.

Tipps

  • Statt in Supermärkten einzukaufen, die selbst frisches Obst und Gemüse häufig einpacken, lieber in kleine Gemüseläden, inhabergeführte BIO-Märkte oder auf den Wochenmarkt gehen.
  • Statt Visistenkarten oder Flyer anzunehmen lieber mit dem Handy abfotografieren. So hat man die Info später immer dabei und nichts fliegt zu Hause rum.
  • Freebies wie Kulis, Mini-Shampooflaschen in Hotels und andere Goodies können sehr verlockend sein. Es hilft, sich vor Augen zu führen, dass diese Sachen alle sehr billig produziert sind. Sie stecken voller Giftstoffe und haben eine grausige Klimabilanz. Bei den meisten Sachen weiß man später zu Hause gar nicht, wohin damit. Zum Wegwerfen zu schade, zum Aufheben zu unnütz. Warum sich überhaupt damit rumschlagen?

2. Reduce – reduzieren

Wer hat sie nicht zu Hause? Die Fehlkäufe im Kleiderschrank, bei denen man immer ein schlechtes Gewissen bekommt? Die abgelaufenen Vorräte im Küchenschrank? Die Geschenke, die man in der hinterletzten Schublade versteckt, weil sie leider so gar nicht den eigenen Geschmack treffen? Die alten Handys, die man nie wieder benutzen wird?

Ausmisten und wieder in Umlauf bringen

All diese Sachen mussten einmal produziert, verpackt und wahrscheinlich weit transportiert werden. Das hat alles Ressourcen gekostet. Ressourcen, wovon die meisten bald aufgebraucht sein werden.

Was haben wir von all diesen Dingen? Genau, gar nichts außer volle Schränke und ein schlechtes Gewissen.

Mein Mann und ich sortieren seit einem Jahr nach und nach aus. Natürlich ginge das deutlich schneller, aber wir wollen die Sachen wieder gut unter die Leute bringen, und das dauert eben etwas länger. Das meiste verschenken wir. Unser gesamter Flur ist voller aussortierter Sachen. Wer uns besucht kann was mitnehmen.

Alles, was bei uns ungenutzt herumsteht, sind doch irgendwie verschwendete Ressourcen.

Bei Facebook gibt es lokale Gruppen, wo man seine Sachen verschenken, tauschen oder verkaufen kann. Es gibt in eigentlich jeder Stadt Klamottentauschparties, wo man Kleidung hinbringen und sich auch Sachen mitnehmen kann, die einem gefallen. Da guckt einem niemand auf die Finger und da wird nichts aufgerechnet. Jeder wie er kann und will. Es gibt auch in vielen Städten Umsonst-Läden, wo man Sachen hinbringen und auch mitnehmen kann.

Simplify your Life

Man muss ja wirklich nicht jeden Scheiß mitmachen. Es gibt immer mehr Produkte, und die sind spezialisierter als die meisten Studiengänge und ihre korrekte Anwendung eine Wissenschaft für sich…

So denken wir, dass wir für jede Aufgabe oder jedes Körperteil ein hochspezialisiertes Produkt benötigen. Wird der Boden vor Empörung einstürzen, wenn ich ihn mit Badreiniger putze? Wird meine weiße Wäsche rot vor Wut wenn ich sie mit dem Waschmittel für schwarze Wäsche wasche? Bekomme ich einen Jetlag, wenn ich die Nachtcreme tagsüber auftrage?

Muss das alles so kompliziert sein? Nein! Zum Putzen braucht man nämlich eigentlich nur Essigessenz. Ein Esslöffel auf 300ml Wasser und man hat Essigreiniger, vielleicht noch einige Tropfen ätherisches Öl für das empfindliche Näschen.

So schont man die Umwelt, seine eigenen Nerven und den Geldbeutel. Nebenbei reduziert man auch noch die Schadstoffbelastung zu Hause :)!

3. Reuse – wiederverwenden und reparieren

Einwegprodukte sind total gut – für die Industrie. Denn Einwegsachen sind Verbrauchsgegenstände und müssen andauernd nachgekauft werden. Das ist gut fürs Geschäft.

So viele Einwegsachen benutze ich gar nicht, dachte ich noch vor gut einem Jahr.

Ich nehm doch immer einen Stoffbeutel mit zum Einkaufen und hole sogar meinen Coffee-to-go in meinem eigenen Thermosbecher. Nicht mal Pappgeschirr gibt es auf Parties bei uns. Naja, sind wir nicht alle ein bisschen müllblind ;)?

Statt der „normalen“ Wattepads habe ich Wattepads aus BIO-Baumwolle benutzt. Darüber, dass sich das Problem nur verlagert hatte ich nicht nachgedacht. Denn auch BIO-Baumwolle muss produziert werden, sie muss verarbeitet und geblichen werden. Gerade Baumwolle verbraucht in der Produktion sehr viel Wasser und wird meistens in Gegenden, wo Wasser sowieso knapp ist, angebaut.

Mehrweg-Alternativen

  • To-Go-Becher – Thermosbecher
  • Getränke vom Automaten kaufen – eigene Wasserflasche mitnehmen und ggf. unterwegs auf einem Klo wieder auffüllen
  • WattepadsPads aus Stoff oder ein wiederverwendbarer Abschminkschwamm
  • TaschentücherStofftaschentücher (bitte nicht den ganzen Tag in das Gleiche schneuzen, sondern so häufig wechseln wie Papiertaschentücher!)
  • Küchenrolle – Baumwoll-Lappen
  • Spülschwämme – Spüllappen (mehr dazu hier)
  • Teebeutel/ -filter – Tee-Ei, Frenchpress-Kanne
  • Kaffeefilter/-kapseln/-pads – Frenchpress-Kanne, wiederverwendbare Metallkapseln, Metallfilter für die Tropfmaschine
  • Backpapier – Einfetten, Dauerbackmatte
  • Alu- & Frischhaltefolie braucht keine Sau
  • Papiertüte beim Bäcker – sauberer Stoffbeutel/Jutebeutel
  • Zahnstocher – Rouladenspieße aus Edelstahl
  • Schaschlikspieße – gibt es auch in Edelstahl
  • Muffinpapierförmchen – Silikonbackförmchen
  • Mülltüten – kann man auch aus Papier falten (siehe Video in diesem Artikel)
  • Hygienetücher zum Putzen – Mikrofasertücher und Essigreiniger
  • Feuchtes & reguläres Klopapier – viel hygienischer: Sich mit Wasser (Handbrause oder eine Flasche) und Seife waschen, mit einem Waschlappen abtrocknen (Waschlappen regelmäßig wechseln)
  • Einwegrasierer – Elektrorasierer oder Rasierhobel und in nur Papier eingepackte Rasierklingen

4. Recycle

Alles, was trotz ablehnen, reduzieren und wiederverwenden noch an Müll anfällt, sollte man dem Recycling-„Kreislauf“ (ist ja kein echter Kreislauf, weil der Recycling-Prozess an sich ja wieder neue Ressourcen verschlingt) wieder zuführen um die Ressourcen zu schonen.

5. Rot – kompostieren

Beim Kompostieren zu Hause wird aus Küchenabfällen hochwertiger Dünger, den man wieder direkt seinen Pflanzen im Garten oder auch im Topf auf der Fensterbank zuführen kann. Lokaler geht’s doch echt nicht, oder ;)? So muss kein Müll durch die Gegend gefahren und aufwendig aufgearbeitet werden – goldenes Belohnungs-Sternchen bitte >HIER< ankleben ;)!

Kompostwürmer - sie wandeln Küchenabfälle in Dünger um.

Kompostwürmer – sie wandeln Küchenabfälle in Dünger um.

Wer einen Garten hat, kann einen Komposthaufen anlegen. Wer wie wir in einer Stadtwohnung ohne Biotonne wohnt, der kann sich überlegen, eine Wurmkiste zuzulegen. In der Wurmkiste leben Kompostwürmer, die die Küchenabfälle und einen Teil des Papiermülls verwerten und zu Dünger verwandeln. Der ganze Prozess geht geruchlos einher. Naja, nicht ganz – es riecht nach Waldboden. Auf jeden Fall kein Vergleich zu den normalen stinkenden Küchenmülleimern ;). Wir haben unsere Wurmkiste seit inzwischen fünf Monaten und wundern uns selbst, wie begeistert alle davon sind. Für Kinder ist es natürlich ganz großes Kino, wenn sie die Würmer sehen und man ihnen erklärt, dass das ein ganzes Öko-System in einer Kiste ist.

45 Kommentare

  1. Pingback: Zero Waste - Sag Nein zu Plastik & Co ~ Kleiner Elefant | Reiseblog

  2. Hey Shia,
    schöner Artikel, wie immer 🙂
    Aber ich würde allerdings doch das Mikrophasertuch rausnehmen aus der Liste. Die werden ja aus Plastig gemacht und geben beim Spülen Mikrofasern ab. Genau das will man ja auch vermeiden beim Plastikfreien leben 😉
    LG

  3. Pingback: Weniger Plastik im Alltag // Zero Waste für Anfänger

  4. Hi shia,

    Vielen dank für den artikel und die website! Ich liebe es, wenn ein bewusster umgang mit ressourcen so easy und klar verbreitet wird.

    Vielleicht würde ich mikrofasertüchern (als ersatz für küchenrolle) in der liste mit baumwoll/leinentuch ersetzen. Das mikrofasertuch hält weniger kang, wird mit plastik hergestellt und gibt plastik an haut und luft ab…
    Ich frage mich auch, ob man die silikonförmchen durch gläser oder ein muffinblech ersetzen kann..ich vermute silikon wird auch nicht so cool hergestellt..weiß ich aber nicht genau. Du?

    Liebe grüße!

  5. Hallo Shia,

    wir haben seit einigen Monaten eine Kompost-Kiste nach dem Vorbild von wurmkiste.at, aber haben leider seit ein paar Wochen immer stärker werdende Probleme mit Frucht-Fliegen und noch anderen kleinen Fliegen.

    Hattest du das auch schon und hast du eine Lösung gefunden, die Fliegen wieder los zu werden? Wir haben die oberste Schicht nun schon 2x komplett mit Erde überdeckt, in der Hoffnung, dass dadurch die Fliegen nicht mehr an die Bioabfälle kommen. Es wird dann auch weniger, aber sobald neue Bioabfälle oben drauf kommen wird’s wieder schlimmer.

    Wir haben von einer Freundin eine Gelb-Falle bekommen. Das hat auch etwas funktioniert, die ist inzwischen Schwarz vor Mücken. Aber da wir inzwischen komplett Plastikfrei einkaufen, produziert uns das zu viel Müll 🙁

    Hats du eine Idee?

    Liebe Grüße,
    Tim und Timo aus Köln

    • Dann helfen wahrscheinlich nur noch nematoden. diese fressen die larven der trauermücken. bekommt man in diversen versandhäusern. plastikfrei wird es wahrscheinlich nicht gehen.

    • Hi Timo,
      das liegt nicht an der Wurmkiste, sondern an den Obstresten, die reinkommen, denn die Fruchtfliegen legen ihre Eier im Obst ab. Eine feuchte Zeitung, oder besser eine Hanfmatte (da „atmungsaktiv“) helfen, die geschlüpften Dinger unten zu halten. Aber es kann natürlich sein, dass die dir entgegen fliegen, wenn du die Matte an der entsprechenden Stelle hochhebst. Eigentlich sollte man ja neu Reingelegtes immer leicht verbuddeln, dann kommen die Fliegen auch weniger raus.
      Liebe Grüße,
      Shia

  6. Romina

    Hi
    Also ich muss echt sagen ich bin begeistert von dem was du machst.Ganz ohne Müll!
    Das war echt Inspiration für Mich und ich möchte versuchen es auch zu reduzieren.:-)
    Ich bin mal gespannt wie gut ich das umsetzten kann,hoffe ich habe auch so viele gute Einfälle um Müll zu verhindern.:-)
    Die Wurmkiste finde ich auch sehr interessant.
    Wo hast du denn die Würmer her?

    Viele liebe Grüße

    • Googel mal „Kompostwürmer kaufen“ – da findest du online-Händler.
      Meine Reiter-Freundin hat mich aber ausgelacht, dass ich mir die im Net gekauft habe – bei ihr hätte ich sie „zentnerweise“ unsonst aus dem Misthaufen haben können… Ich glaube, die Händler züchten auch alle auf Pferdemist.
      LG! Kaddi

      • Hi Kaddi,
        ja, echt mal, das hätte ich auch mal vorher wissen müssen XD. Fühle mich da als Stadtkind auch etwas wie auf dem Mond XD. Aber ich bin ja lernfähig ;)!
        Liebe Grüße,
        Shia

    • Hi Romina,
      wie cool! Find ich super, dass du dich da rantraust! Mein Tipp ist ja immer, mit den Sachen anfangen, die einem nicht wehtun. Wenn man sich mal seinen eigenen Müll anschaut, tut sich da eine Menge auf, wo man meistens was dran ändern kann, ohne seine Gewohnheiten groß ändern zu müssen :).
      Die Würmer habe ich leider im Internet bestellt, weil ich vor Ort keine auftreiben konnte (das ist in der Stadt den Leuten auch zu freaky). Aber ich war da – wie sich später herrausstellte – auch etwas uninformiert. Jetzt weiß ich, dass man in Kleingärtenvereinen anfragen kann und Komposthaufen bei Menschen auf dem Land auch bis heute gar nicht so unüblich sind. Und Bauern mit Pferden haben wohl auch immer Kompostwürmer für den Pferdemist. Naja, hinterher ist man immer schauer XD. Wenn du in der Nähe von Bochum wohnst, kann ich dir auch welche abgeben, momentan haben wir da auch eine sehr fröhlich-muntere Population, die das wohl abkann :).
      Liebe Grüße,
      Shia

      • Hi Shia,

        Ja so machen wir das auch, habe mir eine Alternative zu Wattepads geholt und benutzen auch kein Küchenpapier mehr sonder einen Lappen 🙂
        Und gehen nur noch mit einer Tasche einkaufen.

        Also so kleine Sachen können wir schon gut umsetzten mal schauen was noch alles so klappt:-)

        Das mit den Würmern ist total Lieb, da würde ich evtl drauf zurück kommen, muss leider erst meinen Freund von der Wurmkiste überzeugen:-)

        Liebe Grüße

        • Hi Ramona,
          ja, das klingt doch schon super :)!! Immer weiter so, hehe ;). Ja, mit den Würmern sag Bescheid, wenn es so weit ist :D!
          Liebe Grüße,
          Shia

          • Hi

            Ja danke mach ich.:-)
            Habe noch eine Frage zu der Wurmkiste.
            Wieviel schaffen die Würmchen Denn so?
            Also wir haben schon jeden Tag etwas an Obst und Gemüsereste die da rein wandern würden.
            liebe grüße

          • Hi Romia,
            die Würmer schaffen täglich die Hälfte ihres Körpergewichts :). Aber sie vermehren sich unheimlich schnell. Ich glaube ein Pfund Würmer sind so 1000 Einzelwürmer? Aber das hängt auch immer davon ab, welche Art Kompostwürmer du nimmst, weil sie unterschiedlich groß sind.
            Liebe Grüße,
            Shia

  7. Pingback: Zero Waste: Vegane & plastikfreie Kosmetik | Blanc et Noir – Vegan Beauty Blog

  8. Hallo 🙂

    Habt ihr in Eurer Wurmkiste wirklich nur Kompostwürmer? Hab im Internet gesehen, dass da noch Milben und so kleine weiße Sprintiere rein müssen, die dann irgendwann zu Fliegen werden und aus der Wurmkiste rausflattern. Das hat mich jetzt doch abgeschreckt… Wir überlegen nämlich auch, uns eine zu bauen, weil der Bokashi auch Müll produziert…

    Viele Grüße 🙂

    • Hi Nadine,
      die Wurmkiste ist ein kleines geschlossenes Ökosystem. Und nein, da „müssen“ keine Milben oder andere Tierchen rein, aber es kann schon sein, dass sich da welche ansiedeln, vor allem, wenn die Kiste draußen steht. Unsere Kiste steht in der Küche, d.h. in unserer Kiste waren eigentlich nur die Kompostwürmer drin, die wir reingesetzt hatten (und ihre Nachfahren ), bis ich die Grünabfälle unseres Balkons dazu gegeben hatte… Damit hatte ich dann Asseln und Trauermücken eingeschleppt. Beides nicht schädlich für die Wurmkiste (Asseln sind sogar gut für den Kompostierungsprozess, weil sie härtere Sachen zerkleinern, die die Würmer nicht so schaffen), aber naja, hätte ich noch mal die Wahl würde ich trotzdem mehr aufpassen.
      Hoffe, das hilft dir etwas weiter.
      Liebe Grüße,
      Shia

      • Danke, das hilft mir sehr weiter! Dann werd ich jetzt mal nach ner bauanleitung gucken… 🙂

        • Guck mal, ob es in deiner Bücherei das Buch „Kompost aus der Kiste“ gibt, da ist falls ich mich recht erinnere eine Bauanleitung drin.

      • So wie ich das verstanden habe, kommen kleine Milben und auch die Springschwänze ganz von selbst – und die sind dann keine Verunreinigung des Systems, sondern verdauen die Essensreste vor, die die Würmer aufgrund nichtvorhandener Zähne noch nicht aufschlürfen können – sprich, mit den kleinen Helfern geht es noch besser.
        (Springschwänze tauchen auch gerne in zuviel gegossenen Blumentöpfen auf… ;-))

        • Hi Kaddi,
          ich habe inzwischen auch noch mal nachgelesen, und ja, diese ganzen anderen Lebewesen helfen beim Kompostieren :). Allerdings wären sie bei uns nicht gekommen, hätte ich nicht meinen Grünabfall von den Pflanzen vom Balkon da reingetan ;).
          Liebe Grüße,
          Shia

    • Hallo Nadine,

      die Würmer kommen in einem Substrat in dem auch schon Kleinstlebewesen enthalten sind. Wie ich es nachgelesen habe, empfielt es sich noch etwas Garten oder Waldboden mit in die Kiste zu packen. Die Würmer fressen nicht direkt den Abfall, sondern erst vorversetztes. Dafür sorgen die anderen Lebewesen.
      Ich hatte eine Weile Probleme mit Trauermücken. Es haben sich enige in der Kiste gesammelt und sind dann zum Teil auch umhergeflogen. Es empfielt sich die frischen Reste mit etwas Erde oder einer Kokosmatte abzudecken. (Für das alles gibt es viele Infos im Internet) Zusätzlich habe ich jetzt einen Gelbsticker in der Kiste, der die übrigen Fliegen fängt. Das Problem hat sich deutlich verbessert. Eine letzte Möglichkeit wäre es, sich Nützlinge zu kaufen, die die Mückenlarven im Boden dann fressen. Die sind im Wald genug vorhanden, sterben aber in der Kiste, sobald es keine Mückenlarven mehr gibt.

      Die Kiste riecht, wenn man sie öffnet leicht nach Wald. Im geschlossenen Zustand merkt man sie nicht. Sie steht bei uns direkt neben dem Esstisch.
      Freunde halten mich immer für verrückt, wenn ich davon erzähle. Wenn sie die Kiste dann aber sehen, wächst ihr Verständnis.

      Liebe Grüße

  9. Hi Shia,
    Ich habe dich über Instagram gefunden.Ich bin noch nicht sehr lange bei zero waste dabei, aber dein Blog ist echt super toll 🙂
    Mach auf jeden fall weiter !
    LG
    Claire

    • Hi Claire,
      find ich aber cool, dass du mit ZW angefangen hast!! Auch wenn du noch nicht lange dabei bist – klasse! Jedes bisschen zählt ja! Und setzt dich bloß nicht zu sehr unter Druck – immer schön bei den einfachen Sachen anfangen – wenn man eine neue Sprache lernt, steigt man ja auch nicht gleich mit den schweren Sachen ein !!
      Liebe Grüße,
      Shia

  10. Hallo ihr Lieben,
    ich habe noch eine Anregung bzgl. des Gebrauchs von Teelichtern. Viel besser sind welche aus Stearin und ohne Aluhülle. Gibts z. B. bei “ blauer Planet“ . Die sind relativ gross und brennen lange. Muss man sich nur leider zuschicken lassen, aber wenn man sammelt, spart man Verpackungen. Leider gibts Stearinkerzen häufig nur beduftet. Bei Rossmann gibts derzeit aber schöne Stearinkerzen in 2 Grössen.

    Das Tofuhaus in Bochum lebt noch, wie schön. Ich habe vor 20 Jahren in Bochum an der EFH studiert. Gruß Simone

    • Hi Simone,
      danke für den Tipp zu Teelichtern! Bei Kerzen und Teelichtern kenne ich mich ja wirklich gar nicht aus.
      Ja, das Tofuhaus lebt noch :). Man trifft auch immer noch beide Besitzer an, und sie sind einfach immer noch nett und kommen einem wirklich entgegen mit den Sonderwünschen!
      Liebe Grüße,
      Shia

  11. hi shia.
    ich hab dich über instagram gefunden und liebe deinen blog. über die wurmkiste habe ich das erste mal gehört. was macht ihr dann mit dem enstandenen Dünger? Ist es viel was entsteht?
    danke! weiter so.
    xenia

    • Hi Xenia,
      noch konnten wir keinen Dünger ernten. Aus 10 Liter Küchenabfall bekommt man nur so eine Handvoll Dünger, d.h. es dauert etwas, bis man genug bekommt ;). Es soll wohl bei unserem System bis zu 1,5 Jahren dauern, bis die eine Seite voll ist und wir den Dünger ernten können. Es gibt aber auch andere Systeme. Guck doch mal, ob es bei euch in der Stadtbücherei das Buch „Kompost aus der Kiste“ gibt, das soll richtig gut sein. Der Autor betreibt auch den Onlineshop Wurmwelten, da kannst du auch gucken, was so die verschiedenen Systeme sind.
      Den Dünger wollten wir entweder einer Freundin geben, die einen eigenen Garten hat, oder bei Facebook einstellen zum Verschenken :).
      Liebe Grüße,
      Shia

  12. Hallo! Danke für den Artikel.
    Bzgl. der Teekapseln hätte ich noch eine Anmerkung. Es gibt auch Kaffeekapseln aus Edelstahl. Dh. Leute die gerne eine Maschine hätten oder haben, können ihre Bohnen frisch selber mahlen (in einer hochwertigen manuellen Mühle mit verstellbarem Mahlgrad) und frisch in die Kaffeekapsel fühlen. Et voila! Sicher eine Investion, aber die halten länger, als die Maschiene….
    Es gibt aber auch Metallfilter für die Tropfmaschine und Teefilter aus Metall, da der Tee sich im Teeei ja nicht so wirklich entfalten kann.
    LG

    • Hi Anna,
      stimmt, die wiederverwendbare Kapseln! Die hatte ich schon gar nicht mehr auf dem Schirm :).
      Metallfilter für die Tropfmaschine kannte ich allerdings noch gar nicht. Tolle Sache!! Auch bestimmt ein super Geschenk :).
      Danke für die tollen Tipps!!
      Liebe Grüße,
      Shia

    • Hi Maria,
      schade, dass du offenbar den Artikel gar nicht gelesen hast, denn repair ist unter reuse gefasst, denn Sachen zu reparieren ist ja oftmals eine Voraussetzung für die Wiederverwendung.
      Es gibt natürlich unzählige R-Wörter, die dazu passen, und ich finde es schön, dass du sie zusammengestellt hast :).
      Liebe Grüße,
      Shia

      • Hallo Shia!

        Ich nehme mir wohl nicht die Zeit zu kommentieren, wenn ich den Artikel nicht lese.

        Mein „Steckenpferd“ ist halt das Reparieren, ich unterstütze das örtliche Repair-Cafe und habe selbst am Blog dazu auch seit langem eine Linkparty am Laufen.

        Auf keinen Fall wollte ich Dich kritisieren. Ich finde es super, wie Du Dich für die nachhaltigen Themen einsetzt!

        lg
        Maria

        • Hi Maria,
          achso, dann war es also eher so, dass es dir zu unterrepräsentiert war :D? Hatte dann nur so auf mich gewirkt, weil ich es doch deutlich reingeschrieben habe und es jetzt auch ziemlich selbsterklärend fand.
          Find ich gut, dass du so viel reparierst und auch Spaß dran hast. Wir nähen, flicken und reparieren natürlich auch unsere Sachen bzw. bei unserem mittelmäßigen handwerklichen Können sind wir eher die Leute, die sich bei komplizierteren Sachen Hilfe holen. Zum Glück passiert das aber nur äußerst selten, weil wir uns viel Mühe geben, pfleglich mit unseren Sachen umzugehen. Wie schon gesagt, ich sehe das Reparieren als ein Mittel zum Zweck der Wiederverwendung, was aber sicherlich dran liegt, dass ich selbst nur wenig Spaß dran habe und froh bin, wenn es abgehakt ist :D. Umso schöner, dass es auch Leute gibt, die das gerne machen.
          Liebe Grüße,
          Shia

          • Repaircafe`s sind echt super! Hatte gefärhrliche Abplatzungen am Glasdeckel meiner geliebten Auflaufform. Ohne Deckel hätte ich sie aber eigentlich weggeben/werfen können, weil in DER Größe brauche ich sie einfach mit Deckel.
            Also habe ich sie mitgenommen und einer der netten Herren hat mit so ’ner Art Dremel mit „Schleifstein“ sie mir wieder „entschärft“! Juchhu!!
            Geht anscheinend auch mit Abplatzern am Geschirr.(optisch natürlich nur noch 2.Wahl, aber dafür völlig ungefährlich und ohne Wegwerfen)
            Grüße Chrissi

          • Hi Chrissi,
            das finde ich ja echt cool :). Und „nur noch 2. Wahl“ würde uns ja wenig stören. Dann weiß ich, was ich mache, wenn bei uns mal etwas abplatzt.
            Danke und liebe Grüße,
            Shia

  13. Vermehren sich die Würmer schnell? Ich bin eine Null in Biologie. Und ist das okay für Würmer, in der Kiste zu wohnen? Wegen Tierfreundlichkeit etc.
    Nicht falsch verstehen, ich bin sehr interessiert und möchte sowas evtl auch. 🙂

    • Hi Sonja,
      ehrlich gesagt kann ich das so mit bloßem Auge nicht sehen mit der Vermehrung… Die Würmer tauchen ja ganz schnell ab, wenn man die Kiste öffnet, weil sie Licht nicht mögen. Hier hab ich aber mal einen total interessanten Artikel dazu gelesen, als wir unsere Wurmkiste angefangen haben. In 3 Monaten kann man schon damit rechnen, dass die Population sich zumindest verdoppelt hat.
      Also, Regenwürmer kann man darin nicht halten, denn die wollen tief in die Erde, und das geht in der Kiste natürlich nicht. Kompostwürmer fühlen sich aber sehr wohl, weil sie sich sowieso am liebsten recht weit oben in der Erde oder im Laub aufhalten. Wenn sie sich nicht wohlfühlen, fliehen sie nämlich! Daran erkennt man auch, ob alles in Ordnung ist. Denn so eine Wurmkiste ist wirklich ein ganzes Ökosystem und darin muss auch das Klima stimmen. Unsere sind tatsächlich mal ausgebüchst! Das war, als es diesen Sommer so heiß war. Das eine Wochenende bei 38 Grad war einfach zu viel für die armen Dinger, denn die fühlen sich wie wir bei Zimmertemperatur am wohlsten. Sie können Temperaturen von unter 0 Grad und über 30 Grad nur kurz tolerieren. Das war schon doof, weil wir einfach nichts daran ändern konnten. Wir haben einfach die ausgebüchsten eingesammelt und wieder in die Kiste getan. Man kann die Kiste halt nur an einen kühleren Ort stellen. Wir wohnen aber im 4. Stock ohne Aufzug, und wir haben es uns nicht zugetraut, die ohnehin schwere Wurmkiste dann noch mit Inhalt 6 Stockwerke in den Keller zu wuchten.
      Sonst wollen sie aber gar nicht raus. Drinnen ist es schön feucht, sie haben Futter und es ist dunkel :). Es gibt dazu das Buch „Kompost aus der Kiste: Wurmkisten für den Hausgebrauch selbst bauen“, das gibt’s auch häufig in Stadtbüchereien. Da steht viel Nützliches dazu drin.
      Liebe Grüße,
      Shia

      • Als spontane Idee, um die Temperatur etwas runterzukriegen, wenn es wieder so heiß wird kommenden Sommer: kalte, nasse Geschirrtücher drumwickeln oder drüberhängen? Vielleicht sogar ein kleines „Zelt“ aus feuchten Tüchern drüberbauen?

        Eine Freundin hat mir deinen Blog verlinkt und ich bin schwer begeistert und auf beiden Blogs grad viel am Stöbern. Danke für die vielen tollen Ideen! 😀

        • Hi Julie,
          das ist definitiv eine gute Idee, die wir das nächste Mal ausprobieren werden, wenn es wieder zu heiß für die Würmer wird! Vor allem weil die nassen Geschirrtücher ja atmungsaktiv sind, aber die Würmer vielleicht dann nicht ausbüchsen können (was sie ja nur machen, wenn sie um ihr Leben fürchten).
          Danke für den Tipp!
          Liebe Grüße,
          Shia

      • Ich hab mich die letzten Tage viel mit Wurmkisten beschäftigt, denn ich spekuliere auf den Wurmhumus für meine Pflanzen auf dem Balkon (und für zu pflanzende Bäume auf unserem Apfelstück… ;-))
        Das mit dem Ausbüxen lässt mich an der ökologischeren Holzvariante zweifeln – nicht nur, dass es wer eklig finden könnte, sondern die dummen Dinger vertrocknen dann auch sicher, wenn sie nicht schnell genug entdeckt werden…
        Das finde ich dann an der dichteren Plastikvariante besser, aber das ist eben wieder Plastik…
        Ich bin noch nicht ganz durch mit dem Thema, aber es lässt mich nicht mehr los… 😀
        Liebe Grüße, Kaddi

        • Hi Kaddi,
          ich habe ja so was von keinen Grünen Daumen und meine Pflanzen auf dem Balkon schon aufgegeben XD. Ich werde den Wurmhummus (und die von mir malträtierten Pflanzen) Leuten mit Garten hier in Bochum schenken :).
          Ausbüchsen tun die Würmer aber eigentlich nicht. Wie gesagt, nur, wenn sie um ihr Leben fürchten – und da muss dann schon ganz schön was im Argen sein! Und das passiert dir dann auch bei der Plastikvariante. Denn dicht darf das alles nicht sein, da würden die armen Würmer ersticken! Luft und Sauerstoff sind ganz wichtig!! Bei uns sind sie nur ausgebüchst (wir wohnen unterm Dach), als es letzten Sommer so heiß war, und es bei uns zu Hause wirklich tagelang konstant zwischen 35 und 38 Grad war. Denn die Würmer fühlen sich am wohlsten bei Temperaturen, wo auch wir Menschen uns zu Hause am wohlsten fühlen. Ist es lange über ich glaube 32 Grad ohne eine Abkühlung dazwischen, sterben sie. Dem kann man natürlich vorbeugen, wenn man einen kühlen Kellerraum hat und die Kiste dort hält. Oder du packst zu viele Sachen rein, die nicht rein dürfen. Sie mögen nichts mit zu starken Gerüchen wie Zwiebeln, Knoblauch oder Zitrusschalen. Damit vertreibst du sie natürlich.
          Ja, und die paar heißen Tage waren auch die einzigen Male, wo unsere Würmer überhaupt ausgebüchst sind, und unsere Kiste haben wir jetzt auch schon ein Jahr lang :). Einige sind leider gestorben (sie kommen wie du schon vermutet hast nicht sehr weit, meistens nur 1m, einer mal 1.5 bei uns), weil sie außerhalb der Kiste wie du schon vermutet hast ausgetrocknet sind.
          So, ich bin gespannt, wofür du dich entscheidest :)!
          Liebe Grüße,
          Shia

          • Brigitte

            Hallo Shia, ihr seid ja jetzt für ein Jahr in Kanada unterwegs, was habt ihr denn mit eurer Wurmkiste gemacht? Die Würmer überleben ja nur eine kurze Zeit ohne weitere Nahrung, oder. Habt ihr die in gute Hände übergeben? LG Brigitte

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.