30 Jahre Mauerfall! Ökologischer lebensraum statt dröger Trennstruktur!

Jeden Sonntag gibt es gegen 12:30 bei COSMO-Radio von mir etwas zu Nachhaltigkeit auf die Ohren! COSMO ist das weltoffene Radioprogramm vom WDR, Radio Bremen und Rundfunk Berlin-Brandendenburg (RBB).

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30 Jahre Mauerfall – am 9. November vor 30 Jahren ist es passiert – zwischen der BRD und der DDR! Da war sie auf! Diese Mauern, über die wir jetzt sprechen, haben eine Funktion: Sie trennen ab. Sie trennen z.B. das eigene Grundstück vom öffentlichen Raum oder auch Staaten und Menschen voneinander. Und – vielleicht eine schräge Frage – aber man muss sie einfach mal stellen: Wie sieht es bei diesen Bauwerken eigentlich mit der Nachhaltigkeit aus? Also bei den Baustoffen… Das wollen wir heute von unserer Nachhaltigkeitsexpertin Shia Su wissen.

Shia, wie nachhaltig ist es, Mauern zu errichten?

Also, wenn du mich fragst… Alles, was wir nicht brauchen und trotzdem produzieren, bauen oder kaufen ist im Grunde eine Ressourcenverschwendung, die wir uns ökologisch langsam nicht mehr leisten können. Und Mauern, die aufgestellt werden, um Menschen zu trennen oder sich aus der eigenen humanitären Verantwortung zu ziehen sind – meiner Meinung nach – genau das: unnötig und überflüssig. Und – wie gesagt: Eine Ressourcenverschwendung! Die Mauern in Köpfen verbrauchen zwar keine Baustoffe, aber nachhaltig oder sozial sind sie deshalb aber auch noch lange nicht…

Welche Baustoffe benötigen denn die nicht metaphorischen Mauern – die richtigen – und wie nachhaltig sind die?

Laut dem Duden ist eine Mauer eine Wand aus Steinen und Mörtel. Die Berliner Mauer war allerdings aus Beton. Trump wollte seine Mauer erst auch aus Beton bauen, redet jetzt aber von Stahl, was natürlich die Frage aufwirft, ob eine Mauer aus Stahl nicht einfach nur ein stabiler Zaun ist…? Egal! Bleiben wir erst mal bei Beton. Für Beton brauchen wir Sand. Nun ist Sand allerdings wie Erdöl keine nachwachsende, sondern eine endliche Ressource – und wie Erdöl wird Sand knapp! Für Beton kann nämlich nur Sand aus Küsten und Flussbetten verwendet werden. Das bringt ganze Ökosysteme aus dem Gleichgewicht und ist auch schlecht fürs Klima, weil bei einem Bau ja gleich ziemlich große Mengen benötigt werden – und beim Transport dieser großen Mengen Sand entstehen eben auch große Mengen Emissionen.

Wenn ich jetzt trotzdem um mein Grundstück eine Mauer haben möchte, was wäre denn ein nachhaltiger Baustoff?

Vielleicht muss es ja gar keine Mauer sein? Eine Hecke erfüllt doch den gleichen Zweck und bindet sogar etwas CO2. Bäume fürs Klima pflanzen ist ja gerade voll der Hype, warum nicht auch eine Hecke? Wenn’s unbedingt ’ne Mauer sein soll, dann ja vielleicht eine Trockenmauer. Das ist eine Mauer, wo die Steine ohne Mörtel übereinander geschichtet werden. Natürlich Steine aus der Region! Die kannste dir sogar direkt beim Steinbruch zum günstigen Preis holen! In den Fugen so einer Trockenmauer können dann nützliche Insekten wie Wildbienen und Hummeln Unterschlupf finden, aber auch Vögel, Eidechsen und kleine Nager siedeln sich da an. Die Fugen können außerdem auch schön bepflanzt werden – sieht auch einfach toll aus! Statt einer drögen Trennstruktur haste dann wichtigen Lebensraum geschaffen!

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Kategorie COSMO, Dossier

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