Zero Waste Baby: Ernährung im Kleinkindalter

©Anja Bergmann

Wie ihr wisst kommen ja einige wirklich wichtige Themen bei mir leider etwas zu kurz, weil ich nicht aus eigener Erfahrung sprechen kann. Ich werde z.B. ganz viel nach Zero Waste mit Kindern und  Zero-Waste-Haustierhaltung gefragt. Ich halte immer meine Ohren offen und lasse mir das immer sehr gerne erzählen, fühle mich aber nie kompetent genug, um selber etwas dazu zu schreiben. Deswegen freue ich mir immer ’nen Ast ab, wenn liebe Menschen sich bereit erklären, aus ihrem Erfahrungsschatz zu berichten! ❤️ (Wenn jemand hier mitliest, der ihre*seine Erfahrungen mit einer Zero Waste/müllarme/plastikfreie Haustierhaltung teilen mag, der soll sich gerne bei mir melden 😉)

Darf ich nun vorstellen *Trommelwirbel*: Anja, müllarme Mama von zwei Wirbelwinden (2,5 Jahre und 5 Monate)! In neun unglaublich informativen Artikeln teilt sie heute und in den kommenden Wochen jeden Freitag ihre Erfahrungen mit euch. Vergesst nicht, meinen Blog zu abonnieren (unten links), um keinen dieser Artikel zu verpassen!

Gekaufte Breie produzieren Müll und geben dem Kind nicht unbedingt, was es braucht

Fertig gekochte Breie im Gläschen produzieren eine Menge Müll, da es große Portionen sind, die die Kinder anfangs noch gar nicht bewältigen können. Das heißt, ihr würdet auch viel wegschmeißen, denn immer wieder Warmmachen kann man die Breie nicht. Viele Breie enthalten viel Salz und viel Fruchtzucker. Öl muss dagegen den Breien trotzdem noch hinzugefügt werden, denn sie enthalten zu wenig Fette, die das Kind braucht. Wenn ihr eure Breie selbst kocht, wisst ihr, was drin ist und könnt euren Kindern verschiedene Gemüsemischungen anbieten, um ihre Geschmacksbildung zu fördern. 

Selber kochen ist gar nicht schwer

Wie ich schon beim Thema Stillen erwähnte: ich würde mit dem Brei nicht zu früh anfangen. Ich habe einen Breikochkurs bei einer Ernährungsberaterin gemacht. Seitdem hatte ich keine Hemmungen mehr, das Essen für meine Kinder selbst zu kochen. Es ist so einfach! In den ersten Wochen, in denen ihr zufüttert, isst ein Baby gerade mal 3-10 Löffelchen. Das heißt, ihr müsst lediglich eine Kartoffel oder eine halbe Zucchini kochen, um euer Kind etwas Essbares anzubieten. Das kann man gut mitmachen, während man für sich selbst etwas kocht. Ihr könnt auch vorkochen und die größere Menge in einen Eiswürfelbehälter einfrieren. Dann immer nur so viele Eiswürfel auftauen wie euer Kind ist.

Es gibt inzwischen viele Bücher mit Breirezepten und Rezepten für Kleinkinder. Allgemeine Infos und Grundrezepte findet ihr in „Lotta lernt essen“. Ich mag sehr gern die Rezepte aus dem „Veggie Baby“-Buch. Die Rezepte für Kleinkinder kochen wir heute noch für die ganze Familie. Wer sich für „baby led weaning“ interessiert, findet im Netz ebenso Literatur dazu. Ich kann hier leider nichts Konkretes empfehlen, da wir diesen Weg nicht gegangen sind.

Baby Led Weaning

Oder ihr probiert es mit „baby led weaning“. Das bedeutet, ihr bietet eurem Kind gar nicht erst Brei an, sondern gleich Essen in seiner richtigen Form. Natürlich nicht sofort Schnitzel mit Pommes, aber es eignen sich alle möglichen weich gekochten Gemüsestückchen und Obst, welches sich gut lutschen oder mit den Kauleisten zerdrücken lässt. Weiches Brot, Maisflips u.ä. kann man dann nach und nach auch anbieten. Ich hab z.B. parallel zum Brei nach und nach auch handfeste Nahrung angeboten.

7 Kommentare

  1. Hallo, ich muss hier auch nochmal zu kommentieren weil die Argumente gegen Gläschen ziemlich hinken. Die Auswahl an Breien ohne Salz und Zusätzen ist ziemlich groß und in Bioqualität. In unseren Biomärkten und normalen Supermärkten vor Ort bekomme ich die meisten Gemüsesorten und die restlichen Breizutaten (Fleisch, Nudeln, Reis, etc) nur in Plastik verpackt. Meiner Meinung nach produziert man daher beim Selberkochen weit mehr Müll!
    Und wegschmeißen tue ich gar nix! Ich entnehme eine Teilmenge und verbrauche den Rest am Folgetag. Diese Miniportionen essen die Babys doch nur wenige Wochen. Danach haben sie Kohldampf!
    Verdteh mich nicht falsch! Selbstgekocht schmeckt oft besser, aber es ist in den allermeisten Fällen nicht müllärmer oder gesünder ☺️

  2. Hey, danke für die Anregungen. Und Asche auf mein Haupt, dass ich die Maisflips erwähnt habe. Die hab ich auch noch nicht ohne Verpackung gefunden. Vielleicht kann man sowas sonst backen?
    Rockig, die Anfangsbreie im Gläschen sind ohne Salz und Zucker, aber es gibt dann für die älteren Kinder Breie mit oder gar „Menüs“, bei denen man durchaus genau auf die Zutatenliste schauen sollte.
    Quetschies Find ich auch furchtbar unnötig. Früchte pürieren kann man gut selbst machen und in ein Glas abfüllen, unterwegs mit Löffel füttern, ist eh gesünder als die Nahrung einfach einzusaugen. Es gibt auch nachfüllbare Quetschies, aber aus Plastik.

  3. Hallo ,

    Ich habe zwar auch den Babybrei komplett selbst gekocht, aber wie Adala oben schon erwähnte, muss der Gläschenbrei nicht unnötig schlecht gemacht werden…kenne ihn auch nur ohne Salz. Viel schlimmer aus Mülltechnischer sowie gesundheitlicher Sicht sind die vermeintlich so gesun den Quetschies. Auch die im Beitrag erwähnten Maisflips kenne ich nur in fiesen Plastebeuteln. Und die 3 Unverpackt-Läden die ich kenne führen die auch nicht…also, wenn die Autorin eine Quelle kennt, wo es die Dinger Zero Waste gibt, bitte her damit-:) LG Jessica

  4. Ich finde es sehr löblich, wenn Brei selbst gekocht wird. Ich bin dafür zwar zu faul (bei uns gibt es überwiegend Fingerfood), aber selber kochen ist definitiv eine sehr gute Sache, wenn Brei gefüttert werden soll. Selber kann man mit Gewürzen auch abwechslungsreicher sein als gekaufter Brei in Standardsorten.
    Müllvermeidend ist es ggü. Glässchen oder gar Quetschies auch.
    Die Argumente reichen mMn und gekaufter Brei muss daher nicht schlechter gemacht werden als er ist. Gute Anfangsbreie enthalten weder zugesetzes Salz noch zugesetzten (Frucht-)Zucker (auch keine Saftkonzentrate). Sie sind mittlerweile fast alle aus Biozutaten und Vitamin-schonendes Garen ist industriell im Vergleich zur Küche zu Hause leichter sicherzustellen.

  5. Ich habe auch immer Brei in EiswürfelPortionen eingefroren 🙂

    Ich möchte aber anfügen, dass ich grad Obstbrei eko.. in Gläschen kaufe, und zwar als Ohne-Plast-Ersatz für diese leidigen FruchtQuetschis .. die grad überall gekauft werden in Massen 😉 unterwegs etwas dabeizuhaben ist natürlich praktisch .. aber dann doch lieber in glas 😉

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