Zero Waste Baby: Baden und Hygiene

©Anja Bergmann

Wie ihr wisst kommen ja einige wirklich wichtige Themen bei mir leider etwas zu kurz, weil ich nicht aus eigener Erfahrung sprechen kann. Ich werde z.B. ganz viel nach Zero Waste mit Kindern und  Zero-Waste-Haustierhaltung gefragt. Ich halte immer meine Ohren offen und lasse mir das immer sehr gerne erzählen, fühle mich aber nie kompetent genug, um selber etwas dazu zu schreiben. Deswegen freue ich mir immer ’nen Ast ab, wenn liebe Menschen sich bereit erklären, aus ihrem Erfahrungsschatz zu berichten! ❤️ (Wenn jemand hier mitliest, der ihre*seine Erfahrungen mit einer Zero Waste/müllarme/plastikfreie Haustierhaltung teilen mag, der soll sich gerne bei mir melden 😉)

Darf ich nun vorstellen *Trommelwirbel*: Anja, müllarme Mama von zwei Wirbelwinden (2,5 Jahre und 5 Monate)! In neun unglaublich informativen Artikeln teilt sie heute und in den kommenden Wochen jeden Freitag ihre Erfahrungen mit euch. Vergesst nicht, meinen Blog zu abonnieren (unten links), um keinen dieser Artikel zu verpassen!

Die Drogeriemärkte sind voll mit speziell als Babyartikel deklarierten Produkten. Die Industrie suggeriert uns, dass Baby schon von Geburt an von Kopf bis Fuß so „behandelt“ werden muss wie Erwachsene: Mit Duschbad, Schaumbad, Shampoo, Pflegeöl, Creme für jede Wetterlage und jeden Hauttyp sowie diverse Produkte gegen den wunden Popo. Meine Hebamme sagte schon im Säuglingspflegekurs, dass das übertrieben sei und für die zarte Babyhaut eine unnötige Belastung darstelle.

Zum Baden für euer Baby könnt ihr Wasser vermischt mit einen Schuss Olivenöl oder Muttermilch nutzen. Damit wird die Haut gereinigt und gleichzeitig gepflegt. Sollte euer Kind einen wunden Popo haben, könnt ihr Heilwolle benutzen. Das ist gereinigte Schafwolle. Ich hatte vor kurzem das Glück, dass wir Urlaub auf dem Bauernhof gemacht haben und zu dieser Zeit gerade die Schafe geschoren wurden. Die abrasierte Schafwolle wäre im Müll gelandet, ich durfte mir so viel mitnehmen, wie ich wollte. Wer etwas aus Tierschutzgründen etwas gegen die Verwendung von Wolle hat, kann es mit Schüßler-Salben oder Calendula-Tinktur versuchen.

Bürsten habe ich anfangs fürs Babyhaar auch nicht gebraucht, genauso wenig wie ein Badethermometer. Die eigene Haut ist sensibler und reagiert schneller als ein Thermometer.

Wenn aus Babys Kleinkinder werden, kann man getrost Shias Zero Waste Tipps zur Haut- und Haarpflege (Hautpflege | Haarpflege) auch für die Babys anwenden. Aufpassen sollte man allerdings mit ätherischen Ölen. Die sollte man lieber weglassen. Kinder riechen ohne eh am besten 😉. Ich nutze fürs Badewasser nach wie vor Olivenöl, zum Eincremen hinterher oder bei trockener Haut Oliven- oder Sonnenblumenöl. Haare wasche ich mit dem Badewasser und hatte bisher keine Probleme.

Zum Zähneputzen gibt es Bambuszahnbürsten auch für Kinder. Leider habe ich bis jetzt nur die Variante gefunden, bei der der Stiel aus Bambus und die Borsten aus Nylon sind. Vielleicht habt ihr da ja noch einen Tipp für mich?

9 Kommentare

  1. Zu den Zahnbürsten: wir nutzen die Kinderbürsten von baumfrei. Material der Bürsten wird mit „PBT (Polybutylenterephthalat) ist eine Faser, sowie Nylon, die sehr gut für Zahnborsten verwendet werden kann“ angegeben. Wir kommen gut damit klar.
    LG

  2. Liebe Anja,
    vielen Dank, dass du deine Erfahrungen mit uns teilst.
    Ich finde Zero Waste mit Baby ist eigentlich sehr naheliegend. Ab dem Kleinkindalter wird es heruasfordernder.
    Mich würde interessieren: was gibts für deine Kinder auf die Zahnbürste drauf ? Ich selber putze meine Zähne mit Natron, meinen Kindern (2,6 und 8 Jahre) kann ich das bisher noch nicht „zumuten“. Im Moment kaufe ich daher ein Kinder Zahngel im Bioladen – in der Metalltube. Alle anderen Biohersteller benutzen Plastiktuben.
    Wer hat da Erfahrung oder Tipps?
    Sarah

  3. Ich habe eine Bambuszahnbürsten-Familienpackung bei Amazon von outdoor freakz gefunden. Soll ganz aus Bambus sein .

  4. Bei uns haben zwei von drei Kindern sehr sensible und trockene Haut. Bei ihnen kann man deshalb leider keine Öle verwenden, das zieht einfach nicht ein . Deshalb haben wir bislang z.B. Zinksalbe oder Beinwellsalbe benutzt, die in möglichst wenig Plastik eingepackt ist.

    Wir haben auch so lange wie möglich die Kinderhaare einfach mit Wasser gewaschen und erst, als sie begannen fettig zu werden (so ab 6-7 Jahren) Shampoo benutzt. Übrigens dasselbe wie wir Erwachsene auch (Stückshampoo).

    Was mir noch einfällt: man muss Babys und Kinder nicht jeden Abend baden! Als wir noch in Deutschland lebten hatte ich den Eindruck dass das abendlich Bad ein festes Ritual für Babys/Kinder zu sein scheint. Aber häufiges Baden trocknet die zarte Haut nur aus und meine Hebammen haben mir immer dagegen geraten. Gerade unseren Zwei mit der „Problemhaut“ haben wir maximal ein mal pro Woche gebadet. Ausgenommen natürlich Situationen wo sie sichtlich dreckig waren z.B. vom Spielen im Park .

  5. Ich habe zum Thema Eincremen auch schon einmal rumgegoogelt, weil ich weg wollte vom erdölbasierten Babyöl, und hab dann von Linolsäure vs. Ölsäure gelesen. Kurzgesagt soll Öl mit mehr Linolsäure besser sein als mit mehr Ölsäure.

    Habe daraufhin jetzt Traubenkernöl gekauft (Edeka, kleine Glasflasche – also nicht wirklich zero waste) und probiere das gerade aus. Hat keinen starken Eigengeruch und zieht schnell ein.

    Super Artikelserie weiter so!

  6. Ich nutze statt Olivenöl lieber Kokosöl, das riecht einfach viel besser 😉 Damit kann man auch wunderbar das Baby oder auch nur trockene Stellen wunderbar cremen. Auch super zur Pflege von Milchschorfigen Stellen.

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