Warum Pflanzenöle kein verlässlicher Sonnenschutz sind

Es ist wirklich nicht einfach, wenn man entweder nach einer plastikfreien oder natürlichen Sonnencreme sucht. Sonnencreme ist, wie auch sonst Kosmetikartikel, standardmäßig nur in einer Plastikflasche zu bekommen. Mit natürlichen Inhaltsstoffen sieht es auch eher mau aus. Die Sachen haben alle so lange Listen an unverständlichen Inhaltsstoffen, dass es kaum möglich ist, zu wissen, was das alles sein soll. Mir hat eine frühere Schulfreundin, die inzwischen Chemikerin ist, übrigens versichert, dass sie genauso ratlos vor den Etiketten von Kosmetikartikeln steht. Ich persönlich gehe so vor: Wenn darin Inhaltsstoffe drin sind, die ich weder kenne noch aussprechen kann, dann kaufe ich es nicht! Gilt auch für Shampooseife oder Haarseifen, falls ihr euch fragt, wofür wir denn überhaupt noch so was nachgucken müssen 😁. Aber ja, wir verschwenden sonst eigentlich keine Zeit mehr mit dem Lesen von Etiketten 😂.

Im Internet gibt es viele Artikel, die Öle mit Lichtschutzfaktor anpreisen. Ich war also erst ziemlich glücklich darüber, habe dann aber weiter recherchiert…

Pflanzenöle mit natürlichem Lichtschutzfaktur?

Das sind die so im Netz gelisteten Lichtschutzfaktoren für verschiedene Pflanzenöle:

Pflanzenöl SPF
Himbeersamenöl  30-40
Karottensamenöl  20-30
Weizenkeimöl 10-20
Bio-Sojaöl ~ 10
Sheabutter 6-10
Kokosöl 2-10
Sesamöl 4-8
Olivenöl 2-8

Toll, dachte ich, dann hol ich mir einfach Himbeer- oder Karottensamenöl!

Naja, war alles nicht so einfach wie ich dachte. Erst mal konnte ich keines der beiden Öle vor Ort auftreiben. Bevor ich also online bestelle, recherchiere ich lieber erst einmal und gucke, ob es nicht doch unterm Strich weniger Müll ist, wenn ich mir Zink- oder Titanoxid (eventuell hier in der Apotheke) hole, um mir Sonnencreme selber zu machen.

Dabei verlor ich mich etwas in Studien, und es stellte sich heraus, dass das alles leider etwas mit Vorsicht zu genießen ist.

Nicht genug Untersuchungen zu Himbeersamenöl

Himbeersamenöl klingt mit seinem hohen Lichtschutzfaktor von 30-40 natürlich sehr sehr gut. Aber wenn man mal genauer nachliest, stellt sich heraus, dass sie alle die gleiche Studie zitieren, wo die Absorbtion und Streuung von UV-A und UV-B-Licht in Labortests festgestellt wurde:

[R]aspberry seed oil may act as a broad spectrum UV protectant and provide protection against both UV-A, an exogenous origin of oxidative stress to the skin, and UV-B. The optical transmission of raspberry seed oil, especially in the UV range (290±400 nm) was comparable to that of titanium dioxide preparations with sun protection factor for UVB (SPF) and protection factor for UV-A (PFA) values between 28±50 and 6.75±7.5″

Diese Studien untersucht aber eigentlich nur die allgemeinen Eigenschaften von Himbeerkernöl, um zu sehen, ob sich das Nebenprodukt der kanadischen Himbeersaft-Produktion nicht noch irgendwie einsetzen lässt.

In der Studien heißt es auch nur, dass Himbeersamenöl das „Potential hat, als UV-Schutz für ein breites Spektrum eingesetzt zu werden“. Um festzustellen, ob das auch funktioniert, müsste man noch Fragen klären wie: Was passiert, wenn das Öl in die Haut einzieht? Muss es für den Sonnenschutz wie mineralische Komponenten AUF der Haut bleiben? Wie dick muss die aufgetragene Schicht sein, um ausreichenden Sonnenschutz zu haben? Lässt es sich überhaupt so dick auftragen? Ist es wasserfest?

Obwohl ein Patent für den kosmetischen Gebrauch angemeldet wurde, wurden scheinbar seitdem keine weiteren Studien dazu gemacht.

Bloggerin Masla von Masla’s Skin Care hat Himbeersamenöl mal auf der eigenen Haut getestet und hatte nach einem 1.5-2-stündigen Spaziergang, wo sie sich hauptsächlich im Schatten aufhielt, gerötete Haut. Aber klar, das ist kein richtiger Test, aber trotzdem ganz interessant.

Meine Meinung: Würde ich vor Ort irgendwie an das Zeugs drankommen und dabei nur minimal Müll entstehen (z.B. Plastikdeckel und evtl. Etikett), würde ich es wahrscheinlich benutzen, weil die Sonne hier zum einen nun wirklich nicht so aggressiv ist, ich mich außerdem, wenn möglich, sowieso im Schatten aufhalte und ich sowieso nicht zu Sonnenbrand neige. Ich würde mich aber auf gar keinen Fall darauf verlassen, wenn ich Outdoor-Aktivitäten plane oder vorhabe, in den Sommerurlaub zu fahren.

Ob Karottensamenöl überhaupt einen Lichtschutzfaktor hat weiß man eigentlich nicht…

Dass Karottensamenöl angeblich einen so hohen Lichtschutzfaktor haben soll, liegt an einer Missinterpretation dieser Studie, die 2009 im “Pharmacognosy Magazine” veröffentlicht wurde. Darin heißt es aber nur, dass gekaufte Sonnencremes, die unter anderem Karotte als Inhaltsstoff (nur Karotte, nicht Karottensamenöl!) einen Lichtschutzfaktor von 38-40 haben.

Ich hab mir ja auch diese Studie vorgeknöpft, und wenn man mal genauer hinschaut, geht es sowieso schon mal nicht um Öle, sondern generell um Kräuter. Und bei den zwei Produkten mit dem hohen Lichtschutzfaktor, die „Karotte“ enthielten, stehen auch noch viele andere potentielle Kräuterwirkstoffe wie Symplocos, Weizenkeim (1. Produkt), Sandelholz, Aloe Vera, Honig und Sonnenblume (2. Produkt). Davon mal abgesehen enthalten sie noch andere, nicht mit aufgelistete Inhaltsstoffe, d.h. die Wirkung kann nicht wirklich auf „Karotte“ zurückgeführt werden. Gwen von Gwen’s Nest hat sich für ihren Artikel DIY Sunscreen – Myth Busted! sogar die Mühe gemacht, herauszufinden, um welches Produkt es sich genau handelt (die getesteten Produkte werden in der Studie nicht namentlich erwähnt) und hat unter den anderen Zutaten tatsächlich Zinkoxid ausgemacht – den Stoff, der als Mineralbasis Cremes zugesetzt werden, damit die einen Sonnenschutz bekommen!

In der Studie selbst steht: „It is complicated science with herbal cosmetics because specific constituent responsible for the claimed effects can not be identified“, was so viel heißt wie dass es bei der Untersuchung von Naturkosmetik sehr kompliziert ist, wissenschaftlich die behauptete Wirkung einem Wirkstoff zuzuordnen.“

Außerdem konnte ich eine weitere Studie ausgraben, die Kräuterextrakte (keine Öle!) untersucht und „Karotte“ auf der Liste hat. Dabei wurden nur die Eigenschaften bei UV-B Licht untersucht, und das Ergebnis ist ernüchternd: „Karotte“ hat nur einen Lichtschutzfaktor von 1,34! Kokosnussextrakt hatte dabei den höchsten Lichtschutzfaktor mit 7,38.

Unbekannter UV-A-Schutz bei Pflanzenölen?

Der UV-A-Schutz wird bei den folgenden Studien nicht untersucht, weil man UV-B als schädlicher für die Haut einstuft. Wie Pflanzenöle also da abschneiden – hm, keine Ahnung. Die „Karotten-„Studie stellte während ihrer Untersuchung zumindest fest, dass viele der untersuchten Sonnenschutz-Produkte nach Aussetzung von UV-Licht im UV-A-Bereich schnell instabil wurden. Aber wer weiß da schon, ob die Kräuterbestandteile in den Produkten als Pflanzenöl vorlag…?

Diese Studie untersucht also die UV-B-Eigenschaften von Kokosöl, Neemöl, Sesamöl, Rizinusöl, Erdnussöl, Lebertran, Senföl und „Hühneröl“ („oil extracted from chicken“ – ja, das steht das wirklich) und kam zum Ergebnis, dass „Hühneröl“ mit knapß 75% die meiste UV-B-Strahlung absorbiert. Das ist allerdings nur das Equivalent zu Lichtschutzfaktor 4!

Eine weitere Studie bestimmte den Lichtschutzfaktor von Pflanzenölen in vitro, was eine Labormethode ist, also nicht unter realen Bedingungen getested wurde, also so was die das Einziehen in die Haut nicht berücksichtigt.

Heraus kamen die folgenden Werte

Oils SPF
Oliveöl  7.5
Kokosöl  7.1
Mandelöl 4.7
Sesamöl 1.8

Hier geht’s zur vollständigen Tabelle. Und nein, Himbeer- und Karottensamenöl wurde leider auch hier nicht untersucht.

Diese Werte passen wiederum ganz gut zu denen, die im Netz kursieren und würde erklären, woher sie kommen. Allerdings wäre es meiner Meinung nach auch nicht unwichtig, zu wissen, wie die Pflanzenöle sich im UV-A-Bereich verhalten, denn UV-A-Strahlung trägt trotzdem zu Hautkrebs bei. Und natürlich wäre auch eine Untersuchung zum Schutz im Gebrauch ganz wichtig. Nicht, dass der Schutz weg ist, sobald das Öl in die Haut einzieht.

Mineral-basierter Sonnenschutz

Gekaufte Sonnencreme enthält in der Regel Zinkoxid, das ein physikalisch wirkender UV-Filter ist. Das Zinkoxid bleibt auf der Haut und durch die hohe Deckkraft sieht man danach im Gesicht deswegen häufig blasser aus, nachdem man Sonnencreme aufgetragen hat 😉.

Sonnencreme selber machen

Sonnencreme kann man eigentlich ganz einfach selber machen, indem man Zink- oder Titanoxid mit einem Pflanzenöl seiner Wahl vermischt. Jedes Prozent entspricht einem Lichtschutzfaktor LSF 2. Wenn man also 10 g Zinkoxid mit 90 g Sonnenblumenöl mischt, hat man Lichtschutzfaktor 20, darf also 20 Mal länger in der Sonne bleiben als man sonst beim eigenen Hauttyp könnte, ohne Sonnenbrand zu bekommen.

Wenn man Glück hat, kann man Zinkoxid in der Apotheke bekommen, oder man muss es online bestellen. So weit ich herausfinden konnte, kommt man nicht um eine Plastikverpackung rum, und bei der Online-Bestellung fällt natürlich auch noch das Versandmaterial an. Bisher war ich immer der Meinung, dass bei der kleinen Menge, die wir benötigen würden, es keine echte Müllersparnis wäre. Was dafür spricht, ist, dass man sich so seine ganz natürliche, unbedenkliche Sonnencreme nach eigenen Bedürfnissen anmischen kann (z.B. vegan!!).

Sonnencreme kaufen

Wenn ihr nicht zu den Menschen gehört, die auf DIY stehen und gerne was selber machen (obwohl ich euch versichern kann, dass die meisten zumindest meiner Sachen ganz einfach sind und schneller gehen als kaufen), dann bleibt nur noch die Option, Sonnenschutzmittel zu kaufen. Es gibt meines Wissens auch in Unverpackt-Läden leider keine unverpackte Sonnencreme zum Zapfen, wie es bei anderer Kosmetik dort durchaus möglich ist.

Die Auswahl bei müll- und plastikarmen oder manchmal auch einfach gesundheitlich unbedenklichen Sonnenschutzmitteln ist, äh, im Grunde nicht existent. Dank einer lieben Leserin bin ich auf die Sonnencreme von Monomeer gestoßen, die ich auch letzte Woche verlost habe. Dabei handelt es sich um eine bis auf das Etikett und bei der großen Dose dem Gewinde plastikfreie Sonnencreme aus Bio- und Fairtrade-Ölen mit Zinkoxid ohne Nanopartikel. Leider nicht vegan, weil sie Bienenwachs enthält, aber die gesundheitlich und ökologisch unbedenklichste Kauf-Option, die mir bisher bekannt ist. Ich habe sie selbst getestet (obwohl sie nicht vegan ist) und kann sagen, dass mein Gesicht – so weit ich es mit meinem sonnenunempfindlichen Hauttyp beurteilen kann – im Gegensatz zu meinen uneingecremten Armen, definitiv weniger Sonneneinfluss aufzeigte. Auch vertrug ich sie super, und da ich mit Neurodermitis aufgewachsen bin heißt das wiederum schon was, weil ich sehr empfindlich auf allerlei Zusätze in normalen Produkten reagiere, was Parfümstoffe auch miteinschließt.

Wenn ihr ein anderes Produkt kennt, dass (fast) plastik- oder müllfrei zu bekommen ist und am besten auch vegan und sonst von den Inhaltsstoffen gesundheitlich unbedenklich ist, lasst es mich bitte wissen! Ich ergänze es gerne hier im Artikel 😊!

Tips für das Bestellen online

Es wird immer empfohlen, bei der Bestellung in einem Onlineshop im Kommentar-Feld anzugeben, dass man das nicht möchte. Nach meiner eigenen Erfahrung wird das aber komplett ignoriert. Das ist mir leider auch schon bei „nachhaltigen“ Onlineshops passiert, gerade bei denen, die mehr Mainstream sind.

Also besser vorher anrufen oder eine eMail schreiben und nicht direkt bestellen (denn wieso sollten sie sich die Mühe machen, wo du schon bestellt hast?).

Außerdem lohnt es sich meistens, eine Sammelbestellung zu organisieren oder sich gleich gut einzudecken, damit sich der Versand auch ökologisch „lohnt“.

Finde deinen Sonnenschutz!

Ich dachte, ich versuche mal, nachdem ich euch so viele Daten und Fakten um die Ohren gehauen habe, diese doch überraschend komplexe Thematik in einen praktischen Mini-Leitfaden zu übersetzen.

Click to enlarge

Zum Vergrößern auf das Bild klicken.

Bitte seht es mir nach,wenn das visuell nicht so hübsch aufgemacht is wie andere tolle Übersichten und Infografiken auf Blogs 🙈. Ich male nicht, ich zeichne nicht, ich kritzel nicht mal beim Telefonieren 😅. Ich hoffe, dies hilft dem einen oder anderen, den richtigen Sonnenschutz zu finden.

Bitte denkt dran, dass…

… man seine Haut auch mit aufgetragenem Sonnenschutzmittel schädigen kann, wenn man zu lange in der Sonne bleibt! Das Nachcremen hilft nur, den Sonnenschutz aufrechtzuerhalten und verlängert ihn nicht!

15 Kommentare

  1. Von Monomeer habe ich heute auch schon gehört.
    Ich wundere mich allerdings, dass die dort vorgestellte Sonnencreme nun als die beste Alternative gefeiert wird – wird sie doch in den USA hergestellt und hat somit für uns in Deutschland lebende Menschen eine verheerende CO2-Bilanz.
    Interessant ist doch nun: Wenn wir die Inhaltsstoffe der Sonnencreme von Butterbean (so heißt der Hersteller) kennen – Kokosöl, Sonnenblumenöl, Shea Butter, Bienenwachs, Olivenöl, Jojobaöl, Vitamin E, das aus Sonnenblumen gewonnen wird, Zinkoxid 22% – wieso stellen wir sie nicht einfach selbst her? Wenn dann noch auf Kokosöl verzichtet werden kann, ist doch alles eigentlich super, oder?

  2. Pingback: Katzenkühlschrank - 12 coole Tipps für heiße Tage

  3. Katharina

    Toller Blogartikel:)
    Im Buch „Grüne Kosmetik“ von Gabriele Nedoma sind Sonnenschutzrezepte mit Rosskastanienpulver. Laut der Autorin enthalten Rosskastanien eine fluoreszierende Cumarinverbindung (Aesculin), die die UV-Strahlung filtert….ich habe es aber nicht probiert und mich auch noch nicht weiter informiert…vielleicht weiß jemand mehr darüber?

  4. Liebe Shia,
    auch ich habe intensiv recherchiert. Da ich komplett auf Chemie in Kosmetik verzichte, war das alles andere als einfach. Nur eine Sonnencreme von lavera habe ich als ok befinden. Leider in einer Plastiktube. Also habe ich mir kokosöl und sheabutter mit in den Urlaub genommen. Und was soll ich sagen?! Ich habe vier Wochen Kambodscha und Vietnam perfekt überstanden. Natürlich habe ich mich so oft wie möglich im Schatten aufgehalten. Aber ich muss sagen, dass meine Bräune viel schöner ist als sonst.

    • Moin Serin,

      das passt zu meinen Erfahrungen:

      Ich habe sehr helle Haut, die schnell verbrennt. In jüngeren Jahren hatte ich zudem üble Sonnenallergieschübe und habe mich durch diverse Sonnenschutzprodukte durchprobiert. Eins aus der Apotheke (Ladival) hat gut gewirkt, aber ich wollte irgendwann etwas Veganes mit möglichst wenig Chemie und wenig Verpackung.

      Vor ein paar Jahren habe ich angefangen, Kokosöl als Ganzkörperhautpflegemittel zu benutzen. Im Sommer trage ich es nicht nur nach dem Duschen, sondern zusätzlich noch mal (auf freiliegende Flächen)auf , bevor ich in die Sonne gehe … was in meinem Fall bedeutet, raus, aber möglichst im Schatten, die Haut bedeckt mit leichter Kleidung, große Sonnenbrille (um die sehr empfindliche Haut direkt unter den Augen zu schützen) und gegebenenfalls Hut.

      So bekomme ich vergleichsweise weniger Sommersprossen, dafür eine ganz, ganz leichte, gleichmäßige Bräune.

      Wohlbemerkt: Das funktioniert gut für MICH! Ich erkläre Kokosöl bzw. Pflanzenöle generell nicht zu voll wirksamen Sonnenschutzmitteln, schon gar nicht, wenn man sich regelmäßig lange der prallen Sonne aussetzt …

      Da muss, wie bei so vielen anderen Themen auch, jede/r einen individuellen Kompromiss finden. 🙂

  5. Pingback: Monatsrückblick Juli und August - Habutschu!

  6. Bin auch gerade auf der Suche nach einer neuen Sonnencreme, nachdem nun die ‚gewöhnliche‘ (chemisch, Plastikflasche) aufgebraucht ist, und würde natürlich auch gerne auf Verpackung und bedenkliche Inhaltsstoffe verzichten. Toller Artikel mit vielen hilfreichen Infos. Was vegan und unverpackt angeht, habe ich gesehen, dass Lush eine feste Sonnencreme (LSF 30) anbietet (http://www.lush-shop.de/the-sunblock-fester-sonnenschutz-lsf-30-hoch-100g.6763.html), die man auf nasse Haut aufträgt. Ich denke, ich werde sie demnächst mal ausprobieren und sie beim Bergwandern in den Alpen testen (nur da benutze ich überhaupt Sonnencreme und versuche die Sonne sonst so weit es geht zu meiden). Bin mir nur nicht sicher mit den Inhaltsstoffen …
    Liebe Grüße

  7. Ein interessanter Artikel und jetzt gerade im Sommer sehr wichtig! Ich bin was das Thema „Sonnencreme“ betrifft auch noch etwas ratlos. Eine von mir im Drogeriemarkt gekaufte vegane Sonnencreme hat sich als absoluter Flop entpuppt (schreckliche Konsistenz, trotz Sonnencreme einen Sonnenbrand nach einem mehrstündigen Sonnenbad im Schatten) und war auch nicht wirklich das, was ich wollte weil Müll. Auf meiner Liste steht eigentlich auch „Kokosöl“, aber da bin ich nun etwas verunsichert. Vermutlich ist selbst machen wirklich die beste Alternative. Möchte ich auf jeden Fall ausprobieren!

  8. Für kurzzeitigen Aufenthalt in der Sonne finde ich Kokosöl ok, aber bei einem längeren Spaziergang an der Nordsee in heißer Sonne reichte es natürlich nicht aus.
    Habe jetzt Sheabutter getestet (im Schraubglas erhältlich) – wirkt wie alle Sonnencremes sicher nur kurzzeitig, reicht mir aber generell, da ich sowieso eher ein „Schattenmensch“ bin. Die Sheabutter ist sehr teuer, nehme sie aber auch generell zum Eincremen, wirkt auch Entzündungen entgegen, fiebersenkend etc. Kaufte sie auf der „Rohvolution“, kann auch per e-mail beim Sohn einer der Herstellerinnen (kommt direkt aus Togo) bestellt werden.

  9. Vielen Dank für den informativen Artikel, auch, wenn er evtl. laut Lizzy (s.u.) noch etwas fehlerbehaftet ist. Trotzdem ein guter Einstieg in das Thema.

    Meine Variante ist übrigens: KEINE Sonnencreme. Das, obwohl ich ein heller Hauttyp bin und auch zu Sonnenbrand neige. „Mein“ Trick dabei ist, dass ich versuche, mich das ganze Jahr über immer wieder in der Sonne aufzuhalten, insbesondere im Frühling, wenn es ohnehin langsam wieder Spaß macht, draußen zu sein. Die Haut ist auf diese Weise ganz gut an die Sonne gewöhnt. Im knalligen Hochsommer oder im Urlaub halte ich mich dann ohnehinwährend der Mittagssone gern im Schatten auf und achte darauf, wie es der Haut so geht. 😉 Ich habe dazu noch keine Studie gefunden und vielleicht ist es Quatsch, aber seitdem ich komplett auf Sonnencreme verzichte und aus diesem Grund schon automatisch achtsamer bin, habe ich keinen Sonnenbrand mehr bekommen (außer vielleicht mal ein wenig gerötete Schultern, wenn ich es am See übertrieben habe). Dahingegen habe ich früher trotz Sonnencreme kaum einen Sommer gänzlich ohne Sonnenbrand überstanden.

    Bei meiner Tochter (1,5 Jahre) halten wir es übrigens ähnlich: ständig hört man ja davon, dass man die Kleinen unbedingt vor Sonne schützen muss, was ja vom Ding her auch stimmt. Weil wir aber gerade bei ihr größte Schwierigkeiten hatten, eine schadstofffreie Sonnencreme zu finden, haben wir es ebenso gehaltenwie bei uns (ohne dabei hautschädigende Risiken einzugehen); sie ist das ganze Jahr über viel draußen in der Sonne, im Sommer im Schatten (das macht sie schon von selbst, weil es ihr natürlich in der prallen Sonne zu unangenehm ist) und zwar ohne zu viel lange & dicke Kleidung und wir achten stetig auf ihre Haut. Ergebnis: noch kein einziger Sonnenbrand trotz fehlender Sonnencreme und trotz Mallorca-Urlaub im Frühling.

    Das halten sicherlich einige für viel zu riskant, aber wie gesagt: bei uns hat es bisher funktioniert…

  10. Toller Artikel – zumindest der Anfang! Ich wusste zwar schon, dass Pflanzenöle kein Sonnenschutz sind, die genauen Hintergründe wie es überhaupt zu dem Gerücht kommt, kannte ich aber noch nicht.

    Leider folgt dann eine Anleitung zum DIY Sonnenschutz, die genauso falsch ist wie die Pflanzenöl Gerüchte. Warum nennst du hier eigentlich keine Quellenangaben, wie bei den Pflanzenöl Studien zuvor? Dass ein Prozent Zinkoxid einem bestimmten LSF entsprechen, ist z.b. einfach falsch. Es kommt auf die Partikelgröße an (nicht nur ob Nano oder nicht, sondern die genaue Größe) und wie das Zinkoxid in der Creme verteilt ist, was als Cremebasis genutzt wird, was sonst noch in der Creme enthalten ist usw. Außerdem ist es eine ganz schlechte Idee, Sonnenschutz selber zu machen, unter anderem weil man das Zinkoxid nicht gleichmäßig in der Creme verteilt kriegt, egal wie gut man auch schüttelt und rührt.

    Vielleicht möchtest du das Thema ja genauer recherchieren und dann noch einen Folgeartikel schreiben, warum selbstgemachter Sonnenschutz kein verlässlicher Sonnenschutz ist.

    Als Startpunkt kannst du dir mal diesen (mittlerweile recht bekannt gewordenen) Erfahrungsbericht einer Bloggern anschauen, die jahrelang versucht hat, ihren eigenen Sonnenschutz mit Zinkoxid zu mischen. Sie hat den LSF im Labor testen lassen und natürlich wurden die erwarteten Werte noch nicht mal ansatzweise erreicht.
    https://realizebeauty.wordpress.com/2012/12/30/the-trouble-with-making-your-own-sunscreen/

    Es gibt also nur eine Lösung: eine Ausnahme machen und richtigen Sonnenschutz kaufen. Damit man nicht so viel davon braucht, lange Kleidung, Hut und Sonnenbrille tragen.

    Viele Grüße und einen gesunden, sonnenbrandfreien Sommer!

    • Danke für diesen Kommentar!
      Ich gehöre normalerweise auch zur Gruppe der Selbermacher – da ist es gut zu wissen, wovon man dann doch lieber die Finger lassen sollte.

  11. Ein wundervoller Post!!! Und auch die Grafik finde ich niedlich – gerade weil sie nicht perfekt ist. 😉

    Also ich nutze selten Sonnencreme, und versuche einfach, nicht übermäßig in der Sonne zu sein, sondern meine helle Haut langsam an die UV-Strahlen zu gewöhnen. Meist klappt das ganz gut und sobald leichte Rötungen auftreten, greife ich zur leichten Bluse oder gehe rein 😉

    Vielleicht kannst du ja in deinem Unverpacktladen mal anregen, dass sie Sonnencreme ins Sortiment aufnehmen. Da dürfte doch im Sommer genug Bedarf vorhanden sein… hier gibt es solche Läden ja leider gar nicht 🙁

    Dass in dem Bereich die Forschung nicht voran geht, wundert mich irgendwie nur wenig. Vielen Leuten scheint es bei der Sonnencreme wohl egal zu sein, dass sie nicht natürlich ist… und viel Verpackung hat. Die will man ja nur möglichst praktisch verpackt haben, um sie im Urlaub oder am Strand/im Freibad zu nutzen… Wenn aber mehr Leute so wie du nach Alternativen suchen, dann geht es ja hoffentlich bald auch mal vorwärts mit der Forschung in diesem Bereich.

    Liebe Grüße

  12. Wertvolle Tipps, vielen Dank für diese intensive Recherche. Ich werde vorerst wohl bei Hut, langen Ärmeln, wenig Sonne und 0815 Sonnencreme für Nase und Wangen bleiben…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.