Shia besucht Unverpackt-Läden Nr. 10: Green auf Salt Spring Island, BC, Kanada

In Kanada gibt es in fast jedem Supermarkt Spender mit losen Trockenwaren, ähnlich wie es eben loses Obst und Gemüse gibt. Wie auch beim losen Obst und Gemüse ist es allerdings vorgesehen, dass man Plastiktüten nimmt. Da es schon standardmäßig diese Infrastruktur gibt, die man auch zum ganz unverpackten Einkaufen nutzen kann, indem man einfach seine eigenen Stoffbeutel mitnimmt, sind Unverpackt-Läden hier eine ganz schöne Seltenheit.

Mit freundlicher Genehmigung von ©Green

Eine dieser raren Schätzchen gibt es aber auf Salt Spring Island, einer Insel vor der kanadischen Westküste, ungefähr 60km süd-westlich von Vancouver. Green ist ein Unverpackt-Laden voller Idealismus hinter dem eine Familie steckt, der Regionalität und Nachhaltigkeit sehr am Herzen liegt.

„Wir sind eine kanadische Familie mit festen Werten, was Community, Hingabe und Fortbestand angeht. Wir wollen unsere Werte leben. Wir glauben daran, dass Gutes wächst, wenn man Gutes in die Erde pflanzt. Das Gleiche gilt für die örtliche Gemeinschaft, die Familie, Nachbarn, lokale Geschäfte und auch die Umgebung. Gutes wird auch da wachsen.“ – Das Green Team

Green spricht bei ihren Produkten von „low impact grocery shopping“ (Lebensmitteleinkauf mit reduzierten negativem Auswirkungen). Das zeigt mir, wie bewusst sie sich sind, dass so, wie die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Strukturen momentan noch sind, es kein echtes umweltfreundlich„, sondern nur ein „weniger umweltschädlich“ gibt. Und gerade deshalb ist es so wichtig, dass wir uns bemühen, dazu beizutragen, genau das zu ändern 😊💕!

Wie funktioniert das mit dem unverpackten Einkaufen?

In einem Unverpackt-Laden geht es darum, Verpackungsmüll zu reduzieren. Klar, die Waren kommen jetzt auch nicht komplett unverpackt an, aber in sogenannten Großgebinden, also großen Säcken, wo gleich 5-25kg drin sind. Man könnte also sagen, dass man sich als Kunde die Großpackungen halt mit anderen Kunden teilt und das ist viel weniger Müll als wenn sich jeder Portionspackungen kauft.

Um die Sachen nach Hause zu bekommen, braucht man aber Behältnisse. Dabei ist es egal, ob man Gläser, Stoffbeutel, Dosen oder einfach (Plastik-)Tüten, die man sowieso zu Hause hat, mitbringt.

Mit freundlicher Genehmigung von ©GreenMit den eigenen Behältnissen geht man bei Green zur Waage, wiegt jedes Gefäß und notiert sich mit einem Stift das Eigengewicht auf. Wer will, kann diesen Schritt natürlich auch zu Hause machen. Dann befüllt man nach Herzenslust und beim Bezahlen wird das Eigengewicht einfach an der Kasse abgezogen!

Ich freue mich sehr, dass es auch in diesem Unverpackt-Laden kein blödes Sticker-System gibt, denn Sticker sind Restmüll. Damit meine ich die Sticker mit Barcode, die automatisch von der Waage ausgespuckt werden und die man dann auf das eigene Gefäß kleben soll, damit das Eigengewicht an der Kasse durch das Scannen des Barcodes abgezogen wird, anstatt durch manuelles Eintippen. Bei einem Einkauf können schon gerne mal ziemlich viele Sticker zusammen kommen.

Wer noch keine Baumwollbeutel hat, der kann sich hier vorher ausstatten. Ich muss zugeben, dass ich die Beutel auch einfach super schön finde!

Gläser gibt es hier ebenfalls zu kaufen.

Die Auswahl

Es gibt eine kleine Auswahl an frischem Obst und Gemüse sowie frische Kräuter, was wirklich eher selten ist🌱😍

Die Auswahl an Trockenwaren trifft genau meinen Geschmack: Hülsenfrüchte, Nüsse, Samen, Knabbereien, Getreide, Nudeln, Tee, Kaffee und sogar Hefeflocken, die in der veganen Küche häufig zum Einsatz kommen. Die Besonderheit im Vergleich zu den Spenderabteilungen in normalen kanadischen Supermärkten, wo man ja auch einfach unverpackt einkaufen kann, wenn man seine eigenen Stoffbeutel mitbringt oder einfach die Plastiktüten wiederverwendet: Alle Lebensmittel werden so regional wie möglich direkt von den Bauern bezogen! 💚

Es gibt auch so viele verschiedene Sojanuggets, was wirklich ein Traum für Veganer ist!!

Es gibt eine gute Auswahl an Mehlen und ich habe da zum ersten Mal Ahorn Zucker gesehen! Kanada halt, was 😉

Ganz begeistert war ich von diesen Gewürz-Schubladen 😍! Ziemlich besonders finde ich das direkt auf der Insel gewonnene Meersalz mit Aktivkohle.

Es gibt auch Geschenksets mit Tee, Gewürzen oder auf der Insel gemachten Marmeladen ❤️.

Absolut beliebt scheinen in Nordamerika die Bienenwachs-Tücher zu sein, die man statt Frischhaltefolie benutzt. Es gibt sie auch standardmäßig in Unverpackt-Läden in Deutschland, Österreich und der Schweiz, wobei ich persönlich wirklich sagen muss, dass ich ziemlich gut ganz ohne Frischhaltefolien-Ersatz lebe und nichts vermisse.

Absolut genial ist natürlich diese Nussbutter-Presse!! Jede Woche wird die Nusssorte ausgetauscht. Auf dem Bild sind es gerade Cashews!

Leider sind die Kühlschränke ziemlich leer gewesen, als wir da waren. Da Green nur mit Höfen zusammenarbeitet, die ihren ziemlich strengen Nachhaltigkeits-Standards entsprechen, gibt es halt immer nur das, was es halt gerade gibt.

Mich persönlich stört das nicht, ich glaube, wir haben eher zu sehr daran gewöhnt, alles immer kaufen zu können, dass uns gar nicht mehr auffällt, wie absurd es eigentlich ist, Erdbeeren, Tomaten oder Gurken im Winter zu kaufen (Saison dafür ist der Sommer!) oder dass viele unserer neuerdings zum Standard gewordenen Lebensmittel wie Bananen oder Avocados um die halbe Welt reisen mussten. Was das alles für die Umwelt und häufig die Bauern bedeutet, wird im Supermarkt natürlich schön verschleiert…

Hier ist das anders. An jedem Produkt ist ein Schild mit dem Foto der Personen, die das Produkt herstellen oder anbauen sowie eine ausführliche Produktbeschreibung. Ich wundere mich auch, woher Green all diese ambitionierten Menschen auftreibt! Direkt auf der Insel handgemachter, frischer Tofu aus kanadischen Bio-Sojabohnen, sogar ohne Verpackung in den Laden geliefert! Wahnsinn!

Man kann sich an Flüssigkeiten Essig und Kombucha abfüllen, aber natürlich auch Pflege- und Reinigungsprodukte wie Duschgel, Flüssigseife, Shampoo und Spülung.

Mensch, wie genial ist es, dass man sogar die Person sieht, die das Produkt selber hergestellt hat 😍??

Es gibt neben Flüssigseife auch Seifenstücke.

Und handgemachte Cremes in Glas-Döschen mit Metalldeckel.

Für die Zahnpflege gibt es Bambuszahnbürsten…

… und Zahnpulver, das man sich entweder selber abfüllen oder vorportioniert in einem kleinen Glas kaufen kann.

Abschminkpads und Stofftaschentücher dürfen natürlich auch nicht fehlen!

Für die Monatshygiene gibt es Stoffbinden.

Und nicht zuletzt auch plastikfreies Klopapier! 😆

Wenn es euch aus irgendeinem Grunde in die Gegend verschlägt, solltet ihr auf jeden Fall Salt Spring Island einen Besuch abstatten und auch bei Green vorbei schauen! Es ist ein Laden, der wirklich Nachhaltigkeit ganzheitlich betrachtet und wo man das in jedem Detail merkt! Der Farmers Market am Samstag ist eine kleine Entdeckungsreise für sich. Es wird immer so schön gesagt, dass sich auf der Insel viele (Alt-)Hippies abgesetzt hatten, und man spürt definitiv den Freigeist, die Liebe zur Natur und zum Handwerk auf der ganzen Insel. Die atemberaubende Natur auf der Insel werde ich nicht noch besingen, denn die spricht wirklich für sich! ❤️ 

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  1. Unverpackt Kiel in Kiel, Germany
  2. GOODsONLY in Zutphen, the Netherlands

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