Plastikfreie Kosmetikalternativen

Jeden Sonntag gibt es um 14:30 Uhr bei COSMO von mir etwas zu Nachhaltigkeit auf die Ohren! Besser bekannt ist der Radiosender wahrscheinlich momentan noch unter Funkhaus Europa, dem internationalen und interkulturellen Hörfunkprogramm von den öffentlich-rechtlichen Sendern WDR, Radio Bremen und Rundfunk Berlin-Brandendenburg. Seit dem 1. Januar 2017 nun umbenannt in COSMO.

Zu empfangen in NRW auf 103,3 MHz, in Bremen und Teilen Niedersachsens auf 96,7 MHz, in Bremerhaven auf 92,1 MHz und in Berlin und Umgebung auf 96,3 MHz.

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Firmen wie Unilever haben auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos angekündigt, dass sie wegen der Meeresverschmutzung durch Plastik bis 2025 ihren Plastikmüll recycelbar machen wollen. Gerade bei Kosmetik ist es schwer auf Plastik zu verzichten. Shia Su verrät uns, wie man Plastikmüll bei Kosmetik vermeidet.

Ist der Beschluss von diesen 40 Konzernen denn ein Grund für dich zum Jubeln, Shia?

Generell ist recycelbares Plastik besser als nicht recycelbares Plastik. Die Recycelbarkeit der Verpackung hat aber keine große Auswirkung darauf, ob das Plastik zum Beispiel im Meer landet oder nicht. Das Plastik, das im Meer landet, ist nämlich vor allem unachtsam weggeworfener oder „verlorengegangener“ Müll. Also Sachen, die an Ufern oder Stränden weggeworfen werden, oder Plastikmüll, der beim Verschiffen unseres Mülls ins Meer geweht wird. Ob das Plastik nun theoretisch recycelbar gewesen wäre oder nicht, ist dann ziemlich egal. Je mehr Plastikmüll wir produzieren, desto mehr landet im Meer. Deswegen ist es am sinnvollsten, Plastikmüll zu reduzieren und das gerne auch schon vor 2025.

Gerade bei Kosmetik ist es schwer auf Plastik zu verzichten. Shampoo gibt es zum Beispiel nur in Plastikflaschen. Wie machst du es da?

Ich bin beim Rumprobieren bei Roggenmehl hängengeblieben. Das kann man mit Wasser anmischen und sich statt Shampoo ins Haar einmassieren. Das hat mich zuerst aber echt Überwindung gekostet. Ich hab viel ausprobiert. Es gibt viele „ohne Shampoo“ Methoden, die werden „no poo“ (die Kurzform von „no shampoo“) genannt. Zum Beispiel kann man Heilerde nehmen, die gibt es in einer Pappschachtel, oder Natron aus der Papiertüte. Was ich früher nicht wusste, ist, dass es auch Haarseifen und festes Shampoo gibt.

Wie sieht festes Shampoo aus?

Das sieht aus wie ein Stück Seife, hat aber dieselben Inhaltsstoffen wie Shampoo, dem man das Wasser entzogen hat. Haarseifen hingegen sind richtige Seifen, also verseifte Öle, die auf die Bedürfnisse von Haaren abgestimmt wurden. Beide Produkte bekommt man in der Regel plastikfrei oder sogar ganz unverpackt in Naturkosmetik- und Unverpackt-Läden und zur Not online. Ich habe auch diese Produkte durchprobiert und bin trotz anfänglicher Skepsis bei Roggenmehl als Shampoo hängengeblieben. Aber das hängt sicherlich auch vom Haartyp und der Kopfhaut ab. Jeder Körper ist anders.

Was benutzt du als Duschgel, oder um dein Gesicht zu waschen?

So viele Produkte braucht man eigentlich gar nicht. Ein einfaches Stück Olivenölseife aus dem Bioladen reicht.  Ich benutze immer die traditionelle Seife, also palmölfrei, unparfümiert und ohne Zusatzstoffe. Ich habe Neurodermitis und kann sagen, dass diese Seife das hautverträglichste ist, was ich bisher benutzt habe. Damit wasche ich mein Gesicht, die Hände, den Körper, die Füße, die Wäsche, das Geschirr… Mit Waschsoda und Wasser zusammen wird das bei mir zu Spüli. Man kann auch die Wäsche mit geraspelter Olivenölseife, Waschsoda und Natron – alles zu gleichen Teilen – in der Maschine waschen.

Und wie machst du das mit Cremes und Lotions ?

Da plündere ich meinen Küchenschrank.  Ich kaufe nur Bio-Sachen, somit ist das auch gleich Naturkosmetik – und übrigens trotzdem umgerechnet billiger als die Cremes aus der Drogerie. Ich komme sehr gut mit einem Mix aus nativem Sonnenblumen-, Kokos- und etwas Olivenöl klar. Gerade Sonnenblumenöl ist reich an Vitamin E. Damit kann man sich übrigens auch wunderbar abschminken.

3 Kommentare

    • Wir waschen hauptsächlich mit Kastanien (FAQ dazu hier). Dazwischen haben wir aber auch das andere Waschmittel benutzt und pi-mal-Daumen so viel genommen wie wir früher von normalem Waschmittel genommen hatten. Das hängt aber auch einfach davon ab, wie viel Wäsche (unsere Maschine fasst 6 kg), wie dreckig, welches Material, welches Programm usw. LG, Shia

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