Öko-Spülmittel selber machen und Geld dabei sparen

Warum Spülmittel die Umwelt belasten

Handspülmittel kann man ausnahmslos nur in Plastikflaschen kaufen. Selbst „Öko“-Spülmittel aus dem BIO-Laden! Auf einigen Flaschen steht zwar drauf, dass dafür recyceltes Plastik verwendet wurde, aber dennoch bleibt es am Ende Plastikmüll, der die Umwelt und die Gesundheit enorm belastet. Aber das ist nicht das einzige Problem. Spülmittel basiert auf den Tensiden, den „waschaktiven Substanzen“. Tenside werden in der Regel aus Erdöl hergestellt. Manchmal ist von „umweltfreundlichen Tensiden“ die Rede, womit Tenside gemeint sind, die aus pflanzlichen Ölen hergestellt werden, was allerdings Palmöl beinhalten kann und wo man sich auch fragen kann, wie viel umweltfreundlicher das bitteschön sein soll.

Tenside haben aber noch eine weitere Schattenseite:

Seit 2005 müssen Tenside, die in Wasch- und Reinigungsmitteln eingesetzt werden, vollständig biologisch abbaubar sein. Das bedeutet, dass sie laut EU-Gesetzgebung innerhalb von 28 Tagen zerfallen sein müssen. Während dieses Zeitraums bis sie sich abgebaut haben stellen sie trotzdem noch eine Belastung für die Umwelt dar. Deshalb ist jedes vermeidbare Tensid einen Gewinn für die Umwelt und richtiges Dosieren wichtig. – ARD Haushaltscheck

Seifen als kleineres Übel

Seifen wie z.B. Kernseife sind strenggenommen auch Tenside. Im Gegensatz zu den anderen Tensiden, die heutzutage die klassische Seife abgelöst haben, sind sie aber biologisch besser abbaubar, d.h. sie lässt sich schneller und einfacher abbauen. Viele Kernseifen bestehen aber aus billigen Fetten, d.h. tierische Fette wie z.B. Talg (wer denkt wie ich dabei an Fight Club ;)?) und sind somit nicht vegan oder sie enthalten (hauptsächlich) Palmöl :(. Eine traditionelle Kernseife, die im Grunde nur aus Olivenöl besteht ist die Olivenölseife, die auch Marseille-Seife, türkische Seife und Aleppo-Seife (enthält zusätzlich noch Lorbeeröl) genannt wird. Ich habe Olivenölseife bisher im BIO-Laden (in Plastik eingeschweißt), bei uns im persischen Gemüsemarkt (komplett verpackungslos z.T. sogar ohne Preisetikett) und in einem 1€-Laden (in unbeschichteter Pappverpackung) gesichtet. Wer suchet, der findet :). Im eigentlich jeden Reformhaus kann man übrigens unverpackte Seife mit Etikett kaufen, allerdings enthalten sie alle ausnahmslos Palmöl…

Rezept für das selbstgemachte Handspülmittel

Das Rezept ist ein angepasstes Rezept vom Blog Zum Ursprung zurück, ein Blog mit vielen praktischen Tipps und Denkanstößen :)! Man kann, wenn man bereits vorgeraspelte Seife hat, das Spülmittel sogar in weniger als 5 Minuten herstellen!

Ergibt ca. 650ml Handspülmittel:

10 g 25-30 g Olivenölseife
1 1/2 TL Natron 2 TL Waschsoda
600 ml kochendes Wasser
evtl. einige Tropfen naturreines ätherisches Öl (ich lasse es auch gerne mal weg, da es zwar nett ist, wenn das Spüli gut riecht, aber mehr eben auch nicht XD)

Hinweis

Wichtig! Viele Leute haben mir geschrieben, dass ihr selbstgemachtes Spüli geliert, sprich, nach dem Abkühlen stockt und wie Wackelpudding ist. Das liegt daran, dass in vielen verarbeiteten Seifen und offenbar billigen Kernseifen Zusätze drin sind, die das bewirken! Mit Alepposeife, die nur aus verseiftem Oliven- und z.T. verseiftem Lorbeeröl besteht, passiert das nicht!

Die Seife kleinraspeln. Ich reibe gerne das ganze 200g-Stück Olivenölseife auf einmal und hebe die Seifenflocken in einem Glas auf. Dann geht es immer ganz fix, wenn man mal schnell Spüli oder auch Waschmittel braucht – deutlich schneller als noch zur Drogerie zu laufen :P.

Seife raspeln

Die Seife mit dem kochenden Wasser übergießen, das Natron bzw. Waschsoda dazu geben und unter Rühren darin auflösen. Ich mache das gerne in einem Topf, sodass ich alles auf dem Herd erwärmen kann, sollten sich die Seifenflocken nicht gut auflösen.

Spülmittel selber machen

Das war es auch schon. Das Spülmittel füllen wir in ein Glas (ein ehemaliges Rotkohlglas übrigens – denn Rotkohlgläser fassen genau 750 ml ;)) ab und wenn unser Spülmittel im Seifenspender sich dem Ende neigt füllen wir es aus dem Glas in den Seifenspender um. Hin und wieder schütteln, weil sich was absetzt.

Selbstgemachtes Spülmittel

Anwendung (Update vom 09.07.2016)

Ich habe jetzt in einer Woche gleich von zwei Personen gehört, dass nach diesem Rezept auf ihrem Geschirr Schlieren bleiben. Da wir das noch nie hatten, möchte ich euch kurz sagen, wie wir das Spüli anwenden.

  1. Geschirr nass machen. Wir lassen das Spülbecken nicht volllaufen, da wir auch nicht den Propfen für die Spüle haben 😝. Außerdem verdünnt sich so das Spüli nicht und ist effektiver.
  2. Geschirr einseifen.
  3. Geschirr einmal kurz unter dem Wasserhahn abspülen.

Fazit

Wir verwenden das Spülmittel seit ca. 2 bis 3 Monaten und sind damit sehr zufrieden. Es schäumt nicht, was erst einmal ungewohnt ist. Auch ist es nicht so fettlösend, wie man das vom gekauften Spülmittel kennt. Wir benutzen bei fettigen Sachen also statt des Spülmittels unseren Essigreiniger, den wir aus 1 Esslöffel Essigessenz auf 300 ml Wasser herstellen.

Update vom 16.11.2015: Hat sich herausgestellt, dass reine (Olivenöl-)Seife da am besten hilft. Bei fettigen Sachen reiben wir einfach etwas Olivenölseife am Lappen/ an der Spülbürste ab bzw. reiben die Seife zwischen den Händen und tragen sie so dann auf die fettigen Stellen auf. Wirkt Wunder :)! Achja, und wir sind nach wie vor sehr zufrieden damit. Es macht sauber und reizt meine empfindliche Neurodermitis-Haut nicht mehr als normales Händewaschen – was will man mehr :)?

Alles andere bekommt das Spülmittel sehr gut sauber, es macht also was es soll ;).

Lest dazu auch das Langzeitfazit von Andi und Petra!

Übrigens enthält gekauftes Spülmittel ja bereits viel Wasser. Man sollte bedenken, dass im Vergleich zu fester Seife und Natron somit auch viel Wasser unnötig durch die Gegend gefahren wird.

Kostenbilanz

Wie Andi und Petra auf ihrem Blog sehr schön vorrechnen, kostet sie dieses Spülmittel nur rund 40 Cent für 750 ml Spülmittel – die Hälfte davon kostet das ätherische Öl! Wie gesagt, ich lasse es meistens weg und selbst wenn nicht, kommen bei uns nur so ca. 5 Tropfen rein (bei Andi und Petra 20), was ich vom Geruch her bereits als recht intensiv wahrnehme. Bei uns schlägt das Spülmittel also mit rund 20 bis 25 Cent zu Buche. Ich muss allerdings sagen, dass es nicht so ergiebig ist wie gekauftes Spülmittel. Ich würde sagen, dass 750 ml vom selbstgemachten bei uns nur knapp nicht ganz so lange hält wie eine kleine Flasche (500 ml) „normales“ Spülmittel, das man als Billigversion schon für 75 Cent bekommen kann. Dennoch kann man für 75 Cent bereits drei Mal (= 2,25 Liter) unseres deutlich ökologischeren Spülmittels herstellen. Man spart also selbst im Vergleich zum Billigspülmittel.

57 Kommentare

  1. Hallo Shia,
    ich habe noch eine traditionelle Olivenölseife aus Kreta von Kálliston zuhause. Es ist Verseiftes Olivenöl und Tresterolivenöl, Fettsäure, Wasser, Salz und „Lorbeerduft“ drin.
    Meinst du die funktioniert auch?
    Lieben Gruß, Ines

  2. Hallo! Nimmst du jetzt Natron oder Waschsoda? Waschsoda ist nämlich für die Haut reizend und sollte man eher nicht direkt auf die Haut bringen…ist besser wenn man es zum Wäsche waschen verwendet. Natron ist gut geeignet. Meine ja nur wegen deine empfindlichen Haut….
    LG

  3. Pingback: Naturprodukte für den nächsten Camping- und Roadtrip // take an adVANture

  4. Hallo Shia,
    ich mich am Wasch- und Geschirrspülmittel deines Buches probiert und leider hat das gar nicht geklappt. In der Flasche hat sich oben ein Pfropfen gebildet und darunter ist es flüssig.
    An der Seife sollte es nicht liegen – habe eine Alepposeife auf dem Reformhaus verwendet. Kann es daran liegen, dass ich nicht alles gleichzeitig erwärmt habe – steht hier nämlich anders als im Buch? Und das wichtigste: Kann ich das Gestockte und das drunter Flüssige im Nachhinein noch irgendwie retten? Wäre nämlich sehr schade um die Inhaltsstoffe….
    DANKE!
    Liebe Grüße, Julena

    • Hi Julena,
      das ist seltsam. Alepposeife dickt bei mir wohl etwas nach, aber geliert eigentlich nicht wie andere, verarbeitete Seifen, wo alles zu einem einzigen Wackelpudding wird. Wenn das so ist wie bei mir, dann hilft einfaches Schütteln. Es setzt sich mit der Zeit bei uns auch oben etwas ab und unten ist flüssiger, aber es geliert nicht und hat auch noch keinen Propfen gebildet (wir heben es aber in einem Rotkohlglas auf, d.h. die Öffnung ist sowieso ziemlich groß). Aber auch das komplett Gelierte kann man in einem Seifenspender weiterbenutzen. Einfach etwas flüssig rühren, in einen Seifenspender füllen und dann kann man auch das benutzen.
      Liebe Grüße,
      Shia

      • hej,
        vielen dank – ich erhitze die Flasche jetzt mit heißen Wasser von außen und schüttle einfach – dann geht es schon so halbwegs :-).
        aber ich denke, dass ich vielleicht auf selbstgemachtes puver umsteigen werde..
        Liebe Grüße, Julena

  5. Hallo Shia,
    ich bekomme das mit dem Spüli irgendwie nicht hin. Erst hatte ich Wackelpudding (so viel zum Thema „100% Pflanzenölseife“) und jetzt ist das Spüli oben drauf (was ich für Schaum hielt) bröckelig fest und unten hat sich Flüssigkeit abgesetzt. Ich hab dafür eine als „Savon de Marseille“ deklarierte Seife benutzt… Woran kann das liegen? Ich hab das Gefühl ich produziere grad mehr Abfall als ich vermeide… -.-
    Danke & lG

    • Brökelig fest hatte ich noch nie. Meines Wissens ist aber „Savon de Marseille“ auch keine reine Kernseife, sprich, sie enthält häufig Zusatzstoffe statt rein verseiftes Öl. Und selbst wenn die Konsistenz nicht so geil ist – Abfall ist das nicht! Das kann man trotzdem alles zum Waschen von z.B. Wäsche benutzen, also bitte nicht wegschmeißen o_O!!

      • ich hab’s auch noch nicht weggetan, hab das jetzt zwischen durch auch noch irgendwie benutzt zum abwaschen. zum wäsche waschen kann man das also auch nehmen? muss man noch was anderes dazu tun (waschsoda oder so)? vielen dank für deine antwort! 🙂

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