Unverpackt, regional UND saisonal einkaufen? Unsere Erfahrung nach 8 Monaten

Hanno (mein Mann) und ich hatten uns als Vorsatz für das Jahr 2016 vorgenommen, so gut es geht nur saisonal und regional einzukaufen. Bio war nicht so ein Thema, weil wir sowieso nur noch in Bioläden einkaufen 😉.

Und ich muss sagen, dass das für uns persönlich wirklich schwer war! Von all unseren Projekten – vegan, zero waste und plastikfrei war das die härteste Nuss für uns zu knacken…

Gemüse war gar nicht das Problem, obwohl wir beide gar nicht gerne kochen. Also, wir tun es, wie wir auch putzen, aber es bereitet uns jetzt wahrlich keine Freude… Ein notwendiges Übel, wie wir immer sagen 😜. Trotzdem. Mit Hilfe von Google (bzw. in unserem Fall Ecosia, die ökologische Suchmaschine) konnten wir die gleichen Gemüsesorten verdammt unterschiedlich und kreativ zubereiten. Gut, ich lieeeebe Avocados, aber eine alle 4-8 Wochen reichte mir zu meiner Überraschung auch.

Das Problem für uns war bei frischen Sachen vor allem Obst. Denn in Deutschland hat nun einmal von Dezember bis Mai (beide Monate eingeschlossen!) kein Obst Saison. Das war für meinen Mann besonders schwer. Ich hatte durch meine ganzen Kreuzallergien sowieso fast kein rohes Obst essen können, also nicht die so starke Angewohnheit, Obst zu essen. Wobei ich es sehr genoss, trotz Allergien das Obst in Smoothie-Form zu vertragen. Bananen fehlten ihm besonders, sodass wir sie trotzdem kauften, aber zumindest weniger als vorher.

Bei Trockenwaren wie Kakao, Schokolade, Kaffee, allerlei Nüsse, Kokosprodukte (Raspeln oder auch Kokosöl), Trockenobst, Hülsenfrüchte und Reis waren fiel uns überhaupt erst einmal auf, wie wenig davon aus Deutschland kommt! Ganz ohne hat es nicht geklappt, aber wir haben stark reduziert. Wir schraubten den Kartoffelanteil hoch, streckten sogar den Reis mit Kartoffelstückchen dazwischen.

Wir naschen viel weniger Nüsse und Schoki (holen wir inzwischen im Unverpackt-Laden natürlich unverpackt in Münster, wo mein Mann 2-3x/Woche sowieso hin muss, weil er in Münster arbeitet), haben phasenweise mit unterschiedlichem Erfolg unseren Kaffeekonsum heruntergeschraubt und ihr habt vielleicht gemerkt, dass ich auch immer weniger mit Nüssen gebacken habe, wenn ihr zufällig auch meinem Back-Blog Cake Invasion folgt.

Vor einem Monat haben wir dann beschlossen, die Zügel zu lockern. Wir wollen weiterhin den Anteil reduzieren, aber wir wollten uns auch nicht damit quälen.

It's not about perfection, it's about making better choices

Dies hatte die liebe Kathryn vom Blog Going Zero Waste mal auf Instagram gepostet und daran müssen wir uns manchmal auch erinnern, wenn wir uns doch im Kopf mal verrannt haben und uns mehr vorgenommen haben, als das, womit wir in der jetzigen Situation klarkommen.

Obst

Obst, das hier gerade Saison hat, wird natürlich auch aus der Gegend oder zumindest aus Deutschland oder Holland (wir wohnen näher an Holland als an Hannover) gekauft.

Exotisches Obst kaufen wir – bis auf Bananen – gar nicht.

Bananen kaufen wir wieder mehr als vorher, weil sie Hanno als gesünderer Snack auf der Arbeit statt Schokolade, Kuchen oder anderem ungesünderen Zeugs dienen.

Wir kaufen wieder Obst aus dem Ausland, weil uns Smoothies wirklich fehlen. Aber klar, nicht excessiv.

Generell kaufen wir das abgegriffenste Obst, da es das ist, dass ansonsten weggeschmissen wird.

Reis wird gestreckt, gestreckt, gestreckt – und z.T. ganz ersetzt

Wir LIEBEN Reis. Mehrere Tage hintereinander Kartoffeln, Brot oder Nudeln und ich garantiere euch, dass uns das zu den Ohren heraushängen wird. Reis hingegen können wir problemlos jeden Tag essen und uns trotzdem noch darauf freuen.

Da Reis aber eine sehr wassergierige Pflanze ist (im Gegensatz zu Baumwolle wird Reis aber meines Wissens nicht in wasserarmen Gegenden angebaut) und hierzulande nicht wächst, reduzieren wir unseren Reis-Konsum.

Reis strecken wir also schon seit Monaten mit Kartoffeln aus Deutschland, die wir würfeln und einfach mit dem Reis zusammen im Reiskocher kochen. Vor kurzem erst haben wir im natürlich unverpackt in Münster Einkorn entdeckt und es einfach mal als Ersatz für unseren braunen Reis ausprobiert. Fazit: Lecker, aber puh, ganz schön viel Kauarbeit 😝. Etwas weniger, wenn man ihn vorher über Nacht einweicht. In einigen Gerichten ersetzen wir den Reis also komplett durch Einkorn, aber mir ist es ehrlich gesagt lieber, wenn wir mischen.

Weizenkörner haben wir diese Woche ebenfalls mal ausprobiert. Hanno, dieser Müsli-Liebhaber, war komplett begeistert, während ich daneben saß und echt dachte, dass ich am nächsten Tag Muskelkater in meinen Kiefermuskeln haben würde. Dieser blieb glücklicherweise aus, aber wir haben uns darauf geeinigt, lieber zu mischen.

Ein gutes Mischungsverhältnis für mich war diese Woche: Brauner Reis, Weizenkörner/Einkorn (eingeweicht) und Kartoffeln im Verhältnis von 1:1:1. Dazu haben wir außerdem ein paar braune Linsen gegeben.

Essig & Öl

Wir kaufen nur naturtrüben Apfelessig aus Deutschland (gibt es in Bioläden in Pfandflaschen!). Verwenden tun wir aber noch einen Basilikum-Balsamico-Essig, den Hanno geschenkt bekommen und sogar angenommen hat, weil die Schenkenden sich sogar die Mühe gemacht haben, sich den in einer Flasche mit Ploppverschluss abzufüllen.

Bei Ölen halten wir uns zum Kochen und Backen an geschmacksneutarles Brat- & Backöl, das ein hocherhitzbares Öl aus sogenannten High-Oleic-Sonnenblumen ist. Das Öl kommt nach meinen Recherchen offenbar meistens aus Frankreich, ich wollte noch mal im Unverpackt-Laden nachfragen, woher genau dieses kommt. Ansonsten probieren wir gerade ein buttrig schmeckendes Rapsöl aus, was zum Backen super war, aber mir am Essen ehrlich gesagt zu sehr nach Butter schmeckt.

Olivenöl und Kokosöl haben wir auch noch, wobei wir beide Öle nur noch sehr sparsam einsetzen. Unsere 1 Liter Flasche Olivenöl haben wir seit einem Jahr und sie ist noch halbvoll, und im letzten Jahr haben wir 400 g Kokosöl aufgebraucht. Ich weiß, dass gerade in gesundheitsbewussten Kreisen Kokosöl immer wieder hochgelobt wird und schon wie ein Allheilmittel erscheint – aber es muss nun einmal um den halben Globus transportiert werden und für die meisten Einsatzgebiete wie z.B. zum Abschminken (das höre ich häufig) oder zum Anbraten kann man stattdessen auch regionalere Öle wie Sonnenblumen- und Rapsöl nehmen.

Wir benutzen Kokosöl eigentlich nur noch für unsere selbstgemachte Zahnpasta, weil wir nach vielem Testen damit am besten klarkommen, und nur noch ganz sporadisch zum Eincremen. Olivenöl kommt auch nur noch hauptsächlich in der Hautpflege und hin und wieder mal im Salat oder am Hummus zum Einsatz.

Gewürze

Unsere Gewürz-Sammlung haben wir in den letzten vier Jahren gehörig abgespeckt und haben uns seitdem auch keine Gewürze gekauft, wenn man von Salz und Pfeffer mal absieht.

Stellte sich heraus, dass wir eigentlich nicht viel brauchen, denn im Grunde benutzen wir nur Salz, Pfeffer, geräuchtertes Paprikapulver, Zimt und hin und wieder mal (vom Balkon geerntete) Koriandersamen. Das sind auch die Sachen, die wir uns nachkaufen würden, auch wenn sie nicht regional wachsen.

Sachen wie Lorbeerblätter, Rosmarin und Minze haben wir, obwohl uns alles eingeht, auf dem Balkon, was lokaler und saisonaler ja nicht mehr sein kann 😉.

Weniger ist mehr

Es klappt nicht immer (Stichwort „Schokolade“ 😅), aber wir gucken, dass wir z.B. statt zu Schokolade zu naschen uns einen Smoothie machen, dass wir häufiger Haferflocken und Brot essen und ich backe kaum noch mit Kakao, wobei ich das hin und wieder sicherlich immer noch machen werde.

Ich persönlich bin kein alles-oder-nix Typ und ich denke sehr wohl, dass man viel machen und bewegen kann, auch wenn etwas nicht 100%-ig umsetzbar ist. Komplett ohne Müll leben? Leider in diesen gesellschaftlichen Strukturen nicht 100%-ig möglich, wie man auch an unserem Müllglas sieht. Eine Alternative wäre natürlich, sich aus den gesellschaftlichen Strukturen auszuklinken und sich z.B. selbst zu versorgen. Ein Gedanke, den ich übrigens sehr schön finde, aber eigentlich leben wir sehr gerne ganz urban mitten im Geschehen.

Unser Fazit

Wir wollen das Ziel, uns so regional und saisonal wie möglich zu ernähren, nicht aus den Augen verlieren, aber so, wie wir es direkt so als Neujahrs-Vorsatz umsetzen wollten, war es uns doch zu viel auf einmal.

Wir haben unseren Frieden damit gefunden, die Zügel zu lockern und sind nun auch mit unserem Speiseplan voller Obst (es ist ja auch jetzt hier Saison für ganz viel) viel zufriedener. Wie auch bei der Müllreduzierung oder mit dem Umstieg auf eine vegane Lebensweise (die übrigens über gut zwei Jahre ging und wo wir auch nicht wussten, ob wir dort ankommen werden) werden wir uns nun wieder in einem Tempo bewegen, wo wir uns nicht überfordert fühlen. Wir werden also weiterhin nach Möglichkeiten suchen (z.B. Solidarische Landwirtschaft) und gucken, wie wir uns vielleicht auch langsam geschmacklich umgewöhnen.

Ob wir uns irgendwann zu 100% regional und saisonal ernähren werden? Wahrscheinlich nicht. Denn wir sind auch viel unterwegs und werden auch immer mal auswärts essen gehen, und da hat man wirklich keine Chance, denn Gurken und Tomaten werden inzwischen das ganze Jahr über in den Salat gepackt und auch Brokkoli, Zucchini und Auberginen gehören scheinbar inzwischen zum Standard in Restaurants. Ist aber auch in Ordnung. Erst mal gucken wir, dass wir das zu Hause besser umsetzen, wo wir das auch tatsächlich in der Hand haben. Schritt für Schritt eben #turtlespeedpower 😜🐢✨.

29 Kommentare

  1. Alexander

    Hallo mein Name ist Alex,

    mir stellt sich jetzt folgende Frage hinsichtlich einkaufen in Bio Märkten bzw. regionale Produkte. Ist dies den überhaupt erschwinglich für eine 4-köpfige Familie?
    Ich meine ich Vergleich zum einkaufen bei Discounter oder anderen Supermärkten?
    Meine Meinung ist das dies leider deutlich teurer ist. Wie sind Eure Erfahrungen damit?

    Gruß
    Andreas

    • Kann man schwer pauschal sagen ob es für euch erschwinglich ist oder nicht, es kennt ja keiner eure Einkommensverhältnisse 😉 Klar ist Bio immer teurer als beim Discounter einzukaufen. Allerdings solltest du dir vor Augen halten dass du mit deinem Geld, das du ausgibtst sowohl die Produktionsweisen als auch die Produzenten unterstützt. Wenn du also bestimmte Sachen nicht richtig findest (z.B. Massentierhaltung, Versalzung der Böden, dass uns Äpfel vom anderen Ende der Welt verkauft werden obwohl es hier auch welche gäbe oder dass den Bauern in deiner Heimat kaum Gewinn für ihre harte Arbeit bleibt), dann solltest du diese Produkte eben auch nicht kaufen.
      Die Produkte beim Discounter sind außerdem nur deswegen so billig, weil die Kosten „externalisiert“ werden, d.h. die Kosten für die billige Produktion auf die Allgemeinheit abgewälzt werden. Wenn du dich also damit auseinandersetzt landest du schnell bei der Erkenntis dass Bio die bessere Wahl ist. Du willst ja dass deine Kinder auch später auch noch was zum Essen haben 🙂
      Und seit wir angefangen haben, Richtung Zero Waste zu gehen, haben sie unsere Ausgaben eher „verlagert“, weil wir jetzt mehr Geld für Nahrungsmittel ausgeben, dafür aber eben nichts mehr für Dinge, die zum Wegschmeißen gekauft werden oder irgendwelchen Schnickschnack den wir eigentlich eh nicht brauchen.

  2. Shia meinst du mit Weizenkörnern Perlgraupen? Ich hatte Graupen immer in die Kategorie „Oma-Essen“ einsortiert und wäre nicht drauf gekommen sowas mal zu kaufen, bin aber letztens drüber gestolpert und dachte ich gebe ihnen mal eine Chance. Ich fand sie super als Alternative zu Reis! Lassen sich genauso zubereiten, als Beilage, Salat, Risotto usw. Ich fand sie auch nicht schwer zu kauen.
    Falls es der nächste Unverpackt-Laden nicht hergibt (ist glaub ich tatsächlich irgendwie zu „oldschool“) gibt es von Müllers Mühle welche in Papp-Verpackung.

    Insgesamt: Weiter so, ihr macht das super!

  3. Hallo,
    ich bin keine regelmäßige Leserin und nur gerade zufällig über den Artikel gestolpert, daher weiß ich nicht, ob ich mit dieser Information vielleicht offene Türen einrenne, aber nur kurz zum Thema „Reis“: Der wird auch in Frankreich, Italien und Spanien angebaut. Jetzt weiß ich nicht, wie leicht man an rein europäischen Reis rankommt, ob das so von den Herstellern ausgewiesen ist, und für Deutsche ist es natürlich nicht wirklich lokal, aber vielleicht „lokaler“ als Reis aus Asien?
    Nur so ein Gedanke, ansonsten viel Glück bei der weiteren Reise!
    Sonja

    • Hi Sonja,
      danke für die Info, sehr lieb von dir :)! Unser brauner Reis ist in der Tat aus Italien (wir kaufen ihn im natürlich unverpackt in Münster), also zumindest aus der EU. Aber da wir wirklich viel Reis essen, summiert sich das einfach, weswegen wir lieber noch mal etwas mit regionaleren Produkten strecken. Momentan sind wir bei Roggen gelandet, und das ist bisher mein Favorit :).
      Liebe Grüße,
      Shia

  4. Ich denke, wir können froh und dankbar sein, dass uns eine so große Auswahl an Lebensmitteln zur Verfügung steht.

  5. Mensch, ich bewundere euch, wie ihr das Ganze durchzieht. Ich muss zu Hause noch sehr viel Überzeugungsarbeit leisten, um alle Familienmitglieder in einem Boot zu haben…

    LG,
    Xenia

  6. Hi Shia,
    meine Schwiegeroma hat einen Garten, da gab es im Winter immer das ganze Obst in eingemachter Form. Vielleicht wäre es eine Alternative das Sommerobst irgendwie zu konservieren (einkochen, einfrieren, trocknen) und im Winter darauf zurückzugreifen? Ist nicht jedermanns Sache, aber regional 😉
    LG,
    Rebecca

  7. seit Kurzem sind mein Mann und ich dabei, unseren Müll drastisch zu reduzieren und sind noch weit von Zero Waste entfernt – gleichzeitig aber auch erstaunt, wie viel doch möglich ist.
    Heute fragte ich in einem Laden, ob ich mir mein Bio-Olivenöl dort in mitgebrachte Flaschen abfüllen lassen kann. Zunächst war ich über ein selbstverständliches „JA“ erfreut, doch glücklicherweise hatte ich ebenfalls nach dem Preis gefragt:
    2,30 Euro soll es pro 100 ml kosten! Das sind für meine 750 ml Flasche über 17 Euro!
    Wir verwenden viel Olivenöl – also, da muss ich sagen, hört mein Zero-Waste-Wunsch auf – das kann und will ich mir finanziell nicht leisten!!!
    Werde es weiterhin bereits abgefüllt kaufen – Glas-Müll finde ich vertretbar.

    Freuen uns auf die „Fair Friends“ in Dortmund, wo wir uns weiter informieren werden!

    • Ich habe die Erfahrung gemacht dass man in anderen Ländern z.B. Italien und Frankreich das Olivenöl in sehr hübschen Flaschen zu bezahlbaren Preisen bekommt. Falls demnächst mal ein Italientrip bei dir anstehen sollte, kannst du da mal im Supermarkt schauen 😉 Ich habe dort z.B. Öl in Plöppflaschen oder in so einer coolen „Kannenform“ gefunden und einen ganzen Vorrat mitgenommen. Diese Flaschen kann man danach super für was anderes hernehmen, ich habe z.B. meinen Hollundersirup oder selbst gemachte Limonade reingefüllt.

  8. Liebe Shia,
    als du anfang des Jahres geschrieben hast, dass du dich nach einer SoLawi umsehen möchtest, hab ich mich voll gefreut. Ich bin selber schon langjähriges SoLawi-Mitglied und finde es so schade, dass diese Höfe noch keine Poularität bekommen haben. Und unsere SoLawi ist sogar Biovegan – eine von zwei in Deutschland!!
    Ich finde es super, wie weit ihr gekommen seid. Auch ich habe die Erfahrung gemacht, dass nicht alles geht. Meine Schlussfolgerung: Mir bei den Produkten überlegen, was mir wichtig ist. Z.B. ist mir eigentlich immer wichtig, dass die Menschen, die das Produkt anbauen, genug Geld dafür bekommen. Außerdem ist natürlich schön, wenn es Biologisch und möglichst CO2 arm kommt.
    Bei Kaffee habe ich nun also Direkthandel als Lösung gefunden, bei Nüssen schaue ich, dass sie wenigstens europäisch sind usw. Step by Step. Ihr macht das so cool!

  9. Hi, vielen Dank, dass Du Deine Erfahrungen so ausführlich teilst.
    Eine Frage brennt mir noch unter den Nägeln bezüglich des Obstes.
    Unter regionales Obst fällt bei euch ja sicher der Apfel – von dem ich schon mehrfach als petizidbelastetstes (was für ein Wort! Oo) Obst gelesen habe.
    Achtet/Wie achtet Ihr auf solche Poblematiken?
    Beste Grüße

    • Hi Grashalm,
      wir kaufen Lebensmittel nur bio ein, da ist zwar auch nicht alles immer perfekt (z.B. Pestizide durch konventionelle Nachbarfelder), aber generell ist die Belastung doch deutlich geringer. Wie das genau bei Äpfeln, Tomaten, Erdbeeren und den anderen, als besonders pestizidbelasteten Obst- und Gemüsesorten aussieht, habe ich leider nicht geprüft. Konventionelles Obst, das wir z.B. bei unseren Eltern essen, schälen wir.
      Das müsste ich mich auch noch mal schlau machen. Hoffentlich denke ich dran, beim nächsten Mal auf dem Markt am Demeter-Stand mal zu fragen, wie sie das mit Äpfeln machen und ob sie das Genaueres dazu wissen :).
      Danke für den Hinweis, sehr interessante Frage!
      Liebe Grüße,
      Shia

  10. Hallo!

    Also ich bin noch weit davon entfernt, so viel geschafft zu haben wie ihr. Hut ab! Aber dein Artikel spornt mich wieder an, nach Alternativen zu suchen und schrittweise umzustellen.

    Zum Reis: Ich habe erfahren, dass in Österreich, genauer: im Burgenland im Seewinkel nun Reis angebaut wird. Vertrieben wird dieser direkt über den Bauern und über die Bio-Marke: „Ja! Natürlich“. Wahrscheinlich wird dies für dich persönlich nicht hilfreich sein, aber vielleicht hast du ja ein paar österreichische Leser (wie mich :), für diese Information nützlich sein könnte. Und trotzdem: falls es doch eine Möglichkeit gibt, den Reis in Deutschland zu beziehen ist der Transportweg aus Ö immer noch geringer als sonst.

    Liebe Grüße
    Judith

    • Hi Judith,
      ach, wie cool ist das denn, dass im Burgenland Reis angebaut wird!! Ich habe gerade schon recherchiert und konnte den Bauern ausfindig machen :)! Lunzers Maßgreißlerei in Wien und auch anderen Unverpackt-Läden in Deutschland weitergeleitet – natürlich nicht ganz ohne Eigennutz ;).
      Vielen Dank für den coolen Tipp!
      Sonnige Grüße,
      Shia

  11. Hallo Shia
    deine Offenheit finde ich super. Das Instagram-Profil von Bea Johnson mag ich mittlerweile gar nicht mehr anschauen, weil dort alles so furchtbar easy ist. Und nein, das ist es nicht. Und ich finde deine Variante super – offen sein, hinterfragen, zugeben, dass es (grosse) Hürden gibt, dass es ein Weg ist und und und. Ach ja – und Spass an der Sache und dem Lebensstil haben. Vielen Dank dafür!

    • Hi Judith,
      ich glaube schon, dass es alles auch ganz easy ist, wenn man sich mal „eingerichtet“ hat. Da es aber einfach kein Standardweg ist, muss man sich halt vorher irgendwie durchfuchsen, und japp, da gibt es definitiv Hürden. Da sind wir ja auch dabei, und ich bin froh, dass wir uns wieder bremsen und uns Zeit lassen.
      Und am Ende geht es, wie ich finde, nicht darum „Zero“ Waste zu haben, sondern sich für die nachhaltigste Option zu entscheiden, die einem auch zugänglich ist. Was bringt einem ein Unverpackt-Laden in Berlin, wenn man in den Alpen lebt ;)?
      Um ehrlich zu sein denke ich, dass der Name „Zero Waste“ ist da leider etwas kontraproduktiv ist (mein Vorschlag wäre eher „Minimal Waste“), weil „Zero“ einen wirklich so unter Druck setzt und das macht das alles so schwer.
      Béa macht das ja alles schon sehr lange (8 Jahre meinte ich?), d.h. sie hat natürlich schon ihre festen Routinen & Gewohnheiten und weiß auch, wo es bei ihr was wie gibt. Ich bin mir auch sicher, dass die jeweiligen Geschäfte oder z.B. auch der Winzer dort, bei dem sie sich ihren Wein direkt abfüllen lässt, sie schon kennen und sie das nichts mehr erklären muss. So geht es uns ja auch. Wir gehen bei uns in Bochum ja auch immer in die gleichen Läden und da müssen wir inzwischen gar nichts mehr erklären, was tatsächlich sehr angenehm ist :). So richten wir es uns hier auch nach und nach ein und haben so auch wieder einige Hürden genommen.
      Also, toll, dass du deinen Weg gehst und dich nicht vor den Hürden scheust! Und setz dich nicht wie wir mit dem regionalen und saisonalen Einkaufen zu sehr unter Druck. Guck einfach in Ruhe, soll ja Spaß machen :).
      Liebe Grüße,
      Shia

  12. Hey 🙂
    kann es sein, dass der Artikel nicht ganz vollständig ist? Irgendwie hört er mitten im Satz und Sinn auf….
    Liebe Grüße und tausend Dank für deine Artikel, Gedanken, Hinweise, Recherchen, Zeit!

    • Hi Julia,
      ja, ööööhhhhh…. Peinliche Sache… Der Artikel war gar nicht fertig und ich hab offenbar beim Speichern aus Versehen auf „veröffentlichen“ gedrückt und das auch die ganze Zeit nicht gemerkt T_T… Jetzt ist er aber vollständig!!
      Liebe Grüße,
      Shia

  13. Finde ich ein super spannendes Experiment, habe ich große Lust, nachzumachen. Gleichzeitig stelle ich es mir auch super schwierig vor. Klar, ich versuche schon so gut wie möglich regional und zum Teil auch saisonal einzulaufen. Aber wenn dann im Sommer die Wassermelone vor mir liegt, ist die Versuchung schon groß. Zeit, mit alten Gewohnheiten zu brechen! Ich werde mich auf jeden Fall mal weiter in die Thematik einlesen.
    Übrigens finde ich es toll, dass ihr nur im Bioladen einkauft. Noch so ein Wunschtraum von mir.

    • Hi Janina,
      puh, als Experiment würde ich das ehrlich gesagt nicht empfehlen, weil man sich da ja wieder so unter Druck setzt und stresst, und das ist wieder so frustrierend…
      Es ist eine tolle Sache, und guck doch ruhig von Mal zu Mal. Sprich, jedes Mal beim Einkaufen kannst du gucken, ob das eine Option für dich wäre :). So lernst du dich besser kennen und weißt, wo es schwer ist und wo dir – vielleicht auch überraschenderweise – gar nichts fehlt.
      So machen wir das zumindest gerade wieder, Babysteps halt :).
      Liebe Grüße,
      Shia

  14. Du hattest ja hier und da schon mal durchblicken lassen, dass das für euch schwierig ist, und ich kann mir das gut vorstellen. Gerade mit Lebensmittelallergien/Unverträglichkeiten ist das schwierig. Mir geht es ähnlich. Ich vertrage praktisch keine heimischen Obstsorten (Äpfel, Birnen, Pflaumen, Trauben und viele mehr), sodass ich mir „erlaubt“ habe, exotisches Obst zu essen. Beim saisonalen Essen lässt sich ja vieles haltbar machen durch Einkocken, Einfrieren oder trocknen. Arbeitet ihr damit? Ich möchte dafür ein größeres Gefrierfach, allerdings kostet das natürlich wieder mehr Strom.

    • Hi Bee,
      einfrieren machen wir nicht, weil wir nur einen kleinen Unterbau-Kühlschrank mit einem winzigen Gefrierfach haben und nicht vor haben, uns nur dafür eine TK-Truhe anzuschaffen (auch vom Platz her, denn langristig wollen wir uns eigentlich vom Wohnraum her verkleinern und wir wollen auch gerne unseren Stromverbrauch weiter herunterschrauben), denn das wäre ja die Größenordnung, wenn man für ein halbes Jahr (Dezember bis Mai) Obst auf Vorrat halten möchte. Einkochen machen wir auch nicht (außer vielleicht mal Apfelmus), weil es uns beim Obst vor allem ums Snacken und die Vitamine geht, und auch, weil wir regelmäßig von lieben Menschen Eingekochtes und Marmeladen geschenkt bekommen, hehe.
      Und ja, mit Lebensmittelallergien und Unverträglichkeiten ist das immer so eine Sache. Gönn dir, finde ich, aber eben bewusst und in Maßen :).
      Liebe Grüße,
      Shia

  15. Nur Bioläden, das ist echt vorbildlich! Ich habe sowas nicht in der Nähe und muss mich mit Edeka begnügen, wo es auch nicht viel Bio-Obst und -Gemüse frisch gibt… nur meine geliebten Möhren haben sie zum Glück 🙂

    Das Problem mit dem Obst kann ich gut verstehen… da bin ich froh, dass wir Lageräpfel aus dem eigenen Garten haben. Die ergänze ich dann mit ausländischem Obst in Maßen, aber nur welches, das wenigstens Saison hat. Also Orange im Sommer – nein! Kaki im Winter – okay.
    Beim Gemüse läuft das bei mir aber eigentlich recht gut. Genau wie bei euch ist es so, dass man vieles ja sehr unterschiedlich zubereiten kann. Außerdem liebe ich das Kochen und vor allem Wintergemüse.

    Schokolade esse ich eh kaum, aber Kakao ist mir schon wichtig. Bei den Nüssen bevorzuge ich die Walnüsse aus Omas Garten, aber kaufe auch mal was – möglichst allerdings Erdnüsse in der Winterzeit. Reis war bei mir noch nie ein großes Thema, ich liebe nämlich Kartoffeln. Kokos gibt es hier nie, aber auf Hülsenfrüchte mag ich nicht verzichten und würde eigentlich gern noch mehr davon essen.
    Und unverpackt ist leider fast nichts – denn Unverpackt-Läden gibt es hier nicht 🙁

    Liebe Grüße

    • Hi Tabea,
      find ich gut, wie du es mit Obst und Gemüse machst :).
      Vielleicht hast du ja Glück und es gibt in deiner Nähe einen Bio-Bauern oder einen konventionellen Bauern, der das aber ordentlich macht. Auch empfehlenswert ist es, sich nach einem CSA-Hof umzugucken. Das hilft ebenfalls bei der Reduzierung der Verpackung und ist eine tolle Sache zur Regionalität.
      Dann bleiben ja eigentlich nur noch die Trockenwaren wie deine geliebten Hülsenfürchte, und die halten sich ja zum Glück :). Davon kann man sich auch, wenn man Platz hat, gleich einen Jahresvorrat holen und das mit einem Familienausflug verbinden. Manchmal lohnen sich bei einigen Sachen auch Großpackungen, die muss man aber wahrscheinlich im Internet bestellen. Aber auch da kann man sich gleich den Jahresvorrat holen und auch Freunde, Familie und Bekannte fragen, damit man eine Sammelbestellung aufgeben kann.
      Ich drücke die Daumen, dass was in deiner Gegend möglich ist :)!
      Liebe Grüße,
      Shia

  16. Ich bin immer wieder erstaunt, was ihr alles geschafft habt!!! und lese deinen Blog sehr gerne.
    Ich hätte nicht gedacht, dass das schwieriger ist, als vegan oder möglichst plastikfrei zu leben, aber man macht sich ja auch nicht immer Gedanken, wie viele unserer Lebensmittel importiert sind. Meine Mutter hat noch sehr viel eingekocht, so dass es im Winter häufiger Obst aus dem Glas gab – mir hat allerdings frisches Obst wesentlich besser geschmeckt. Und dann gibt es ja auch noch viele Gewürze, die es hier gar nicht gibt. Ich finde es toll, wie du und dein Mann euch engagiert und versuche auch einiges davon im Alltag zu übernehmen.
    Vielen Dank!!!!
    Gabi

    • Gewürze hatte ich bei sowas ja noch gar nicht auf dem Schirm… wie sieht es denn da aus, was dürfte man noch verwenden, wenn man regional bleiben will?
      Küchenkräuter auf der Fensterbank sind da doch sicher ein Ansatz, oder?

      Liebe Grüße

      • Kräuter und Gewürzepflanzen gibt es ja sehr viele, die hier wachsen. Ich habe mal gegoogelt – bei Pfeffer, Vanille und Zimt wird es sehr schwierig bis nahezu unmöglich sie hier anzubauen.
        Liebe Grüße, Gabi

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