NFP – Verhüten ohne Hormone und Müll

Das Wichtigste zu allererst: Ich finde es total wichtig, dass körperbezogene Themen wie Sex, Verhütung oder eben auch Menstruation oder Klo-Geschäfte nicht tabuisiert werden! Sie sind alle integraler Bestandteil unseres Alltages, aber dennoch tun wir alle so, als ob es nichts mit uns zu tun hätte.

Vor einiger Zeit schrieb ich einen Artikel zur Frage von Zero Waste und Verhütung. Der lange, aber dennoch nur überblicksartige Artikel fand große Resonanz und es wurde auch viel in den Kommentaren diskutiert. Gerade NFPlerinnen fanden, dass NFP zu kurz, nicht ganz differenziert und nicht ganz ihren Erfahrungswerten entsprechend dargestellt war. Dem will ich gar nicht widersprechen. Ganz im Gegenteil! Ich fand die Kommentare superlehrreich und sie haben mich ermuntert, mich mal wieder meiner Angst zu stellen.

Ich selbst verhüte seit langen 13 Jahren schon mit der Hormonspirale und ich bin, wie viele Frauen, die Hormone echt leid. Meine Angst gilt einfach der Zeit nach dem Absetzen der Hormone. Wie wird mein Körper darauf reagieren? Wie verhüten wir in dieser Zeit? Denn wir sind uns ziemlich sicher, dass wir keine Kinder wollen, und wir sind nicht bereit, es zu riskieren, gerade jetzt, wo wir erst letzen Monat für ein Jahr nach Kanada gegangen sind!

Und ja, wir wollen es in absehbarer Zeit anpacken, das Weg-von-den-blöden-Hormonen-Projekt. Im Gegensatz zu früher, wenn wir uns mit dem Thema auseinandergesetzt hatten, fühlen wir uns auch nicht mehr so überfordert.

Hormonfreie Verhütungsmethoden verdienen auf jeden Fall mehr Platz. Deswegen freue ich mich besonders, dass heute eine NFP-Beraterin, also eine echte Expertin, euch und mir an dieser Stelle einen intensiveren Einblick in NFP – Natürliche Familienplanung – gibt, gespickt mit Tipps und ganz vielen Infos für den richtigen Einstieg. Vielen Dank, liebe Nina ❤️!

Wer nach Jahren der hormonellen Verhütung im Internet auf der Suche nach einer Alternative ist, wird dabei vielleicht über NFP stolpern. Die drei Buchstaben stehen für „natürliche Familienplanung“ und unter dem Namen versammelt sich eine große Bandbreite von verschiedenen natürlichen Methoden. Die sicherste unter ihnen ist Sensiplan – die Regeln dieser Methode sind durch Studien der Universitäten Heidelberg und Düsseldorf wissenschaftlich fundiert und zudem leicht zu erlernen.

Trotzdem reagieren viele erst mal mit Skepsis, wenn sie von der Methode hören. Das liegt auch daran, dass die Methode(n) früher noch nicht so gut formulierte Regeln hatten und die „moderne“ Version noch immer nicht besonders bekannt ist. Dadurch wird sie oft mit eine der sehr viel unsicheren Methoden verwechselt, z.B. der Kalendermethode.

Also erstmal ganz von vorne – worauf basiert diese Methode denn eigentlich?

Wenn Frauen ohne künstliche Hormone zyklen, dann zeigt ihr Körper durch bestimmte Zeichen, in welcher Phase der (Un-)Fruchtbarkeit er sich befindet. Diese Zeichen können nach einer kurzen Lernphase dokumentiert und ausgewertet werden.

Sensiplan ist eine symptothermale Methode. Das heißt, diese Methode kombiniert zwei Zeichen der Fruchtbarkeit: Symptome des Körpers und die Temperatur. Hinter dem Begriff „Symptome“ versteckt sich das Thema Zervixschleim oder der Gebärmuttermund. Es reicht aber, eines dieser beiden Zeichen zu beobachten. Und Temperatur bedeutet: Temperatur messen! Und zwar direkt nach dem Aufwachen und vor dem Aufstehen.

Mit diesen beiden Zeichen kann nachvollzogen werden, ob sich der Körper grade in der Östrogenphase (potentiell fruchtbar) oder der Progesteronphase (unfruchtbar) befindet.

Wenn der Muttermund leicht offen und weich ist und der Schleim glasig/glibberig/durchsichtig ist, befindet sich der Körper in der Östrogenphase. In dieser Zeit ist die Temperatur niedrig. Was „niedrig“ ist, ist für jede unterschiedlich.

Wenn der Muttermund zu und hart ist und der Schleim weiß/fest/klumpig ist, befindet sich der Körper in der Progesteronphase. In dieser Zeit ist die Temperatur erhöht.

Und damit diese Zeichen auch wirklich richtig interpretiert werden, gibt es ganz feste Kriterien. Nach denen ordnet man alle Beobachtungen auf einem speziellen Zyklusblatt ein, das ihr hier herunterladen könnt, und wertet sie nach Regeln aus.

Die Auswertung geht dabei immer von der individuellen Situation aus und bezieht aktuelle Ereignisse des Zyklus mit ein. Das bedeutet, Sensiplan richtet sich nach dir – statt dass du dich nach der Methode richten musst!

Wie lernt man diese Kriterien und Regeln?

Dazu gibt es drei Wege. Entweder du lernst …

  1. alleine mit dem Buch „Natürlich und Sicher“ (Taschenbuch* | eBook*) und dem dazugehörigen Arbeitsbuch (Taschenbuch* | eBook*),
  2. in einem Kurs/mit einer Beraterin,
  3. oder du begibst dich in das NFP-Forum, in dem sich ein unglaubliches Wissen zu dieser Methode angesammelt hat.

In dem Forum kommen jeden Monat neu Frauen zusammen, um mit dem Erlernen der Methode anzufangen. Begleitet wird man dabei in den Anfängerinnen-Tagebüchern und erfahrenen Frauen, die teilweise auch eine spezielle Ausbildung zur NFP-Beraterin gemacht haben.

Diese geben auch Kurse – dabei trifft man sich über einen Zeitraum von ca. 3 Monaten und erhält die relevanten Informationen gemeinsam mit anderen Interessierten.

Bei allen Varianten ist das Buch „Natürlich und Sicher“ die Wissensgrundlage. In ihm werden alle relevanten Informationen auf leicht anschauliche Weise vermittelt. Auch ein Artikel wie dieser hier, kann die Lektüre von dem Buch natürlich nicht ersetzen.

Wer sich also fragt: Wie soll ich überhaupt anfangen?

Dann lohnt sich ein Reinschnuppern in das NFP-Forum und/oder der Kauf von „Natürlich und Sicher“. Manchmal bieten Beraterinnen auch einzelne Infoabende an, z.B. bei der Volkshochschule.

Wer dann dem ganzen eine Chance geben mag, braucht nur ein Thermometer mit zwei Nachkommastellen und ein Zyklusblatt oder eine Online-Plattform, auf der die Daten notiert werden. Das NFP-Forum bietet dafür das kostenlose Programm Kurvenreich an.

Bei den gängigen Verhütungscomputer auf dem Markt muss man wissen, dass man für eine scheinbar bequeme Lösung ein Stück Sicherheit eintauscht. Dies macht natürlich jede Frau (und Partner) mit sich aus. Es ist aber wichtig zu wissen, dass viele der Computer mit unsicheren (oder unbekannten) Regeln auswerten. [Anmerkung von Shia: Der Verhütungscomputer Cyclotest wertet nach eigenen Angaben nach der symotothermalen Methode aus] Und auch falls sie die gleichen Regeln benutzen – NFP ist gerade dann sicher, wenn selbst ausgewertet wird, da man selbst seinen Körper am besten einschätzen kann. Oft sind Frauen dann auch besonders verwirrt, wenn sie nicht verstehen, wie der Computer zu seinen Ergebnissen kommt.

Dabei sind die Regeln wirklich einfach zu lernen – jedes Portal oder jede App, die etwas anderes sagt, täuscht eine unnötige Schwierigkeit vor.

Aber was sind denn nun die Voraussetzungen für NFP?

Viele sind der Meinung, dass NFP nur möglich wäre, wenn der Lebensstil und der Zyklus regelmäßig sind und man eine große Disziplin an den Tag legen kann. Immerhin muss das ganz schön aufwendig sein, jeden Tag so viele Sachen zu beobachten, oder?

Zu all dem gibt es eine einfache Antwort: Nein!

Wer NFP machen will, kann NFP ausprobieren. Wer einen unregelmäßigen Lebensstil (z.B. unterschiedliche Aufwachzeiten) hat, wird entdecken, was tatsächlich zu Störungen der Temperatur führt und kann diese den Regeln entsprechend aus der Auswertung ausklammern.  Wer einen unregelmäßigen Zyklus hat, wird entdecken, ob es trotzdem genug verhütungsfreie Tage gibt, um die Methode anzuwenden. Es kann sein, dass bei sehr langen Zyklen über einen langen Zeitraum dann doch zu anderen hormonfreien Alternativen wie der Kupferkette gegriffen wird. Aber an erster Stelle steht, dass einfach getestet werden kann, ob die Methode für die eigenen Zyklen funktioniert.

Das Thema Disziplin ist für die wenigsten Frauen relevant, da die meisten Frauen mit dem Start in die NFP Zeit so gespannt auf all die Entdeckungen sind und später sowieso eine gewisse Routine in den NFP-Alltag einkehrt.

Und auch wenn man am Anfang zum Kennenlernen der eigenen Temperaturverläufe darauf achten sollte, möglichst viel zu messen, braucht man am Ende nur mindestens 9 Werte (die nichtmal zusammenhängen müssen), um regelkonform auswerten zu können. Das ist dann aber eher die Version für Fortgeschrittene. 😉

Die Beobachtungen für den Schleim finden nebenbei über den Tag statt und erfordert ebenfalls keine Disziplin – tatsächlich wird es wird es vielen NFP-Anwenderinnen mit der Zeit fast unmöglich, ihre Zeichen der (Un-)Fruchtbarkeit nicht wahrzunehmen und einzuordnen.

Der große Umstieg

Wer lange hormonell verhütet hat, bevor der Wechsel zu NFP stattfindet, wird vielleicht zu den 50% der Frauen gehören, deren Zyklus nicht direkt wieder einsetzt. Frauen im NFP-Forum, die mit Hormonspirale, Implanon und Spritzen verhütet haben, berichten besonders oft davon, nach dem Absetzen sehr lange keinen Zyklus zu haben.

Für den Körper ist es aber keine Belastung die hormonellen Verhütungsmittel abzusetzen, egal wie lange man sie vorher benutzt hat.

Wer auf Sensiplan umsteigen will, kann sich auch schon vorher in das Thema einlesen.

Manche Frauen, die umsteigen wollen, fragen mich, ob sie NFP ausprobieren können, bevor die Pille abgesetzt wird. Das ist jedoch nicht besonders sinnvoll – vermutlich wird es dich nur verwirren, weil die Zeichen der Fruchtbarkeit einfach nicht vorhanden sind und damit vielleicht das Gefühl entsteht, dass das ja gar nicht klappen kann.

Die fruchtbaren Tage

NFP mag ja schön und gut sein – aber was soll man nun in der fruchtbaren Zeit machen?

Die meisten Paare greifen ganz einfach auf Kondome zurück, viele lassen sich aber auch ein Diaphragma anpassen und nutzen dieses bei Bedarf, was natürlich die müllärmere Variante ist. Es gibt auch Paare, die in dieser Zeit auf andere Sex-Praktiken zurück greifen oder enthaltsam sind.

Und wie sicher ist NFP denn nun wirklich?

Die Sicherheit von Verhütungsmethoden wird durch den sogenannten Pearl Index wiedergegeben. Wenn von 100 Frauen in einem Jahr Anwendung 2 Frauen schwanger werden, erhält die angewendete Methode einen PI von 2. Dabei muss aber noch zwischen Methoden-PI und dem Anwendungs-PI unterschieden werden. Der Methoden-PI gibt die Sicherheit der Methode wieder, wenn KEINE Anwendungsfehler gemacht werden. Der Anwendungs-PI (auch Gebrauchssicherheit genannt) gibt wieder, wie hoch die Sicherheit ist, wenn Fehler in der Benutzung mit rein gerechnet werden. Das erklärt auch, warum Kondome oft so einen schlechten PI haben, denn wenn eine Studie erlaubt, auch ein komplettes Vergessen der Kondome als Fehler einzurechnen, kommt es schnell zu sehr hohen Zahlen von Schwangerschaften.

Deswegen ist es bei jeder Verhütungsmethode wichtig, sich mit der Anwendung gut auseinander zu setzen. Bei NFP ist das durchaus ein bisschen mehr als bei anderen Methoden.

NFP hat zwei verschiedene Methoden-PIs: 0,4 wenn man in der fruchtbaren Zeit enthaltsam lebt und 0,6 wenn in der Zeit auf Kondome zurück gegriffen wird.

Alle Methoden, die einen PI unter 1 haben, werden als sehr sicher bezeichnet! NFP ist übrigens so sicher wie die Pille.

Abstecher: Kondome und Diaphragma

Studien zu NFP haben damit auch die hohe Sicherheit von Kondomen nachgewiesen, denn diese kommen in Studien oft zu unrecht schlecht weg. Da sich Frauen, die mit NFP verhüten, oft sehr gut mit den genutzten Methoden auseinander setzen, wird vermutet, dass sie Kondome häufiger richtig (und damit sicher) anwenden, als Frauen, die kein NFP machen.

Die Sicherheit von NFP wurde anhand von von mehreren tausend Zyklen errechnet. Mehr Information dazu gibt es in dem Buch „Natürliche Familienplanung heute“ (eBook*| Taschenbuch*).

Andere Paare nutzen Diaphragmen (immer in Kombination mit einem spermienschädigenden Gel) – die müssen unbedingt sorgfältig angepasst werden, damit sie eine sichere Alternative zu Kondomen sind. Einen Flyer mit Informationen zu sicheren Anpassungen findest du hier.

Und was passiert, nachdem man all die Informationen in das Blatt eingetragen hat?

Dann wertest du nach den Regeln von „Natürlich und Sicher“ aus – und für die ersten Zyklen fragst du am besten eine Beraterin oder im NFP-Forum nach, ob du die Auswertung richtig gemacht hast. Und dann kannst du in der Zyklusphase nach dem Eisprung einfach so Sex haben, ohne Kondome oder Diaphragma (natürlich nur, wenn kein Infektionsrisiko besteht!).

Wichtig ist, sich klar zu machen: Eigentlich ist es gar nicht so einfach schwanger zu werden. Eine Frau ist nur ungefähr 12 Stunden fruchtbar, danach kann das Ei schon nicht mehr befruchtet werden. Zusammen mit der Überlebenwahrscheinlichkeit von Spermien geht man von ungefähr 5 Tagen der gemeinsamen Fruchtbarkeit aus. Um diese Zeit herum, geben die Regeln von NFP Tage für den ungeschützten Sex frei. Die meisten Frauen können in ihrem Zyklus dann ungefähr die Hälfte der Zeit Sex ohne zusätzliche Verhütungsmethoden haben.

Nebenwirkungen von NFP

NFP hat keine traditionellen Nebenwirkungen, denn es wird kein Einfluss auf den Körper genommen. Wohl aber gibt es eine große Umstellung auf die Beobachtung des eigenen Körpers. Und das kann durchaus zu überraschenden „Nebenwirkungen“ führen. Viele Frauen bemerken, dass sie sich viel verbundener mit ihrem Körper und ihrer Weiblichkeit fühlen. Sie haben nach Jahren wieder Lust auf und Spaß am Sex. Sie spüren den Wunsch, sich und ihrem Körper noch mehr Gutes zu tun und forschen, was es noch für Möglichkeiten gibt.

Für viele NFPlerinnen ist der Start in diese Verhütungsmethode damit auch der Start in eine Zeit, in der sie sich bewusster mit sich beschäftigen und liebevoller zu ihrem Körper werden. Man kann sagen, NFP ist mehr als eine Verhütungsmethode – es ist eine Möglichkeit, sich über die Fruchtbarkeit hinaus neu zu entdecken.

Hinweis von Shia: Wenn ihr die Bücher über die mit „*“ gekennzeichneten Links bei Osiander bestellt, bekomme ich eine kleine Provision. Osiander ist ein Familienunternehmen, das klimaneutral versendet und in einigen Städten per Fahrradkurier. Noch besser ist es aber natürlich, ihr kauft beim leidenschaftlichen Buchhändler vor Ort 😉. Bitte seid euch bewusst, dass die Taschenbücher – wie bei Büchern leider immer noch der Standard – wahrscheinlich in Plastik eingepackt sind. Ein weitere Alternative ist das Ausleihen in der Bücherei!

18 Kommentare

  1. Pingback: Natürliche Familienplanung. Bloggeburtstag | MamaDenkt.de

  2. Katharina

    Hallo Mädels,
    von mir auch noch ein eigener Hinweis aus meiner eigenen (sehr leidvollen) Erfahrung mit dem Thema.
    Kupferspirale bzw. Kette oder Ball waren auch nie meins, einfach weil ich ein totaler Schi**** bin. Ganz ehrlich. Habe dann auch erst mit NFP angefangen, was mir dauerhaft aber einfach nicht zugesagt hat und bin dann irgendwann beim cyclotest myway gelandet, für mich auch wirklich der einzige Verhütungscomputer, den ich empfehlen würde.

    Der liegt in der Anwendung irgendwo zwischen App und NFP, also insgesamt sehr einfach, wenn du nur Zervixschleim und Tempi nimmst auch müllfrei (wobei natürlich doch ein paar Kondome im Monat hinzukommen, genau wie bei NFP).

    Für mich war das eine perfekte Lösung. Es ist natürlich so, wie viele ja auch schon gesagt haben, dass jede Frau das richtige für sich finden muss. Das kann etwas dauern, aber nicht jede Methode ist für jede von uns gleich gut.

    Was ich aber ermunternd sagen kann: Für mich hat sich die Suche gelohnt, ich bin heilfroh, keine Hormone mehr nehmen zu müssen.

  3. Hallo zusammen,
    Ich find‘ s toll, dass das Thema Verhütung hier auch Platz findet. Aber bei all den tollen Tips von wegen müllarme und hormonfreie Verhütung, möchte ich der Vollständigkeit halber noch etwas ergänzen. Bei den ganzen hier erwähnten Möglichkeiten liegt der Großteil der Verantwortung bezüglich sichere Verhütung bei der Frau. Da mein Mann und ich mit 2 Kindern unsere Familienplanung abgeschlossen haben und ich die Hormonspirale zwar gut vertrage, aber 5Jahre ohne Regel sich auch komisch anfühlen, hat mein Mann vorgeschlagen sich sterilisieren zu lassen. Natürlich ist dieser Schritt eine endgültige Entscheidung und kommt daher nicht für jeden in Frage.Nach unseren Recherchen ist das für Paare die wirklich KEINE Kinder (mehr) wollen, die einfachste und sicherste Methode. ( Nur mal so als Denkanstoß an alle Männer, die schon Väter sind bzw. keine werden wollen)

    • Hi liebe Bettina,
      dies hier ist auch speziell der Artikel zu NFP als eine mögliche Verhütungsmethode. In diesem Artikel spreche ich auch die Sterilisierung vom Mann an. Und du hast absolut recht – Verhütung ist auch meiner Meinung nach nicht einzig und allein Frauensache. Ich hab das Glück, einen Mann zu haben, der auch regelmäßig mit zum Frauenarzt kommt und nicht müde wird, zu fragen, was der Forschungsstand bei Verhütungsmethoden für den Mann ist (laut meinem Frauenarzt wurde die Forschung zur Pille für den Mann wegen der Nebenwirkungen wieder eingestellt) und immer wieder darauf hinweist, dass es nicht richtig ist, dass man da so nachlässig forscht und dass am Anfang die Pille für die Frau schließlich genauso schlimm war. Es ist immer noch erschreckend, wie wenig Jungs und Männer auch heute noch aufgeklärt werden. Verhütung wird schließlich meistens beim Frauenarzt besprochen, und da müssen irgendwann die Mädels hin, aber eben nicht die Jungs. Und selbst bei Frauenärzten wird häufig nicht gründlich genug aufgeklärt, gerade was verschiedene Verhütungsmethoden und Risiken der Pille in Zusammenhang mit rauchen usw. angeht! Ich weiß noch, dass ich meine erste Pille damals sogar ohne Untersuchung und überhaupt abfragen der Krankheitsgeschichte bekommen hatte! Als ich mich beschwerte, dass die Ärztin ja so gar nicht wissen könnte, ob ich die Pille überhaupt vertragen würde, meinte die gute Dame nur, dass sie allen Jugendlichen die gleiche Pille verschreibt und das wohl passt o_O. Hatte wohl auch seinen Grund, warum sie die einzige Frauenärztin der Stadt war, die noch Patientinnen annahm :/.
      Finde ich ganz toll, dass du das hier anmerkst <3!!
      Liebe Grüße,
      Shia

  4. Schwieriges Thema und bei jeder anders! Ich z.B. wollte auch nie Kids und verhüte seit ich 23 bin natürlich (also fast genauso lang… LOL!). Die Pille hat mich total gaga gemacht, ich bekam erstmals Pickel und Todessehnsucht war mein täglicher Begleiter. Also habe ich das Ding abgesetzt. Die Posthormonphase war erst mal crazy, aber es gibt Gummis und wenn man sich runterbringt statt den Nerven ständig nachzugeben, ist alles halb so wild (täte meines Erachtens den meisten Damen ohnehin ganz gut – nur so ein Zwischengedanke). Ich weiß zwar nicht wie es mit Spirale ist, würde aber sagen, das schaffst du! Zumal die Spirale in meinen Augen echt der größte Eingriff in den Körper ist, mach das Ding raus, Shia! Womöglich bist du ein völlig anderer Mensch *fast Spaß* ;D Echt jetzt, du wirst dich wundern wie cool du ohne Hormone bist (also noch cooler), ich kann’s nur empfehlen!
    Aber gut, ich wollte mich gar nicht so breit machen, sondern einfach nur mitteilen, dass es funktioniert. Seinen Weg muss man wahrscheinlich selbst finden.
    Geht’s dir gut? Hope so!
    xoxo, Jasmin

    • Hi Jasmin <3,
      ja, ich bin auch schon echt gespannt drauf, wie ich so ohne Hormone drauf bin!! Echt mal, ich bin jetzt fast 34 und nehme schon fast die Hälfte meiner Lebenszeit Hormone! Waaahhhh!
      Laut meiner letzten 2 – auch durchaus kompetenten und guten – Frauenärzte, die sich auch immer ausführlich Zeit für Aufklärung und Gespräche genommen haben und geguckt haben, ob es einem psychisch auch gut geht, soll die Hormonspirale das Einzige sein, wo die Hormone nur lokal wirken und eigentlich nicht in die Blutbahn gelangen. Aber: Ganz kann man es nie ausschließen. Und es bleibt ein Fremdkörper.
      Es ist einfach an der Zeit, finde ich. Irgendwann ist auch mal gut ;). Und ja, mir geht’s gut hier in Vancouver :)! Ich muss mich jetzt langsam mal auf die Suche nach Ärzten machen. Das ist halt auch so ’ne Sache. Ich hätte das ja alles am liebsten in Deutschland bei meinen vertrauten Ärzten gemacht. Aber gut, so isset halt. Wir haben hier schon echt liebe Menschen kennengelernt, und einige Mädels wollte ich jetzt mal hier nach guten Adressen anhauen ;).
      Ach, liebe Jasmin, ich bekomme immer noch jedes Mal kleine Herzchen-Augen, wenn ich deine akrobatischen Künste auf Insta sehe! Lass dich virtuell mal drücken!
      Ganz liebe Grüße nach Berlin,
      Shia

  5. Hey Shia,
    Ich hoffe, euch geht es in Kanada gut 🙂 ich finde es großartig, dass ihr lediglich mit Handgepäck geflogen seid!

    Jetzt zum Artikel: Du hast es geschafft mich zu überzeugen :). Die Pille nehme ich zwar schon lang nicht mehr, aber nfp zur Verhütung fand ich immer zu aufwendig. Jetzt bin ich doch neugierig geworden und werde es testen :).

    Mal eine andere Frage zu einem ähnlichen Thema, wann berichtest du ausführlich über Müllvermeidung bei der Menstruation? Ich kann ja nur die Tasse empfehlen 🙂 viele Schrecken erst ab aber dann testen sie und wollen nichts anderes mehr.

    Liebe Grüße!!

    • Hi Julia,
      finde ich ja klasse, dass du das anpackst <3!! Toi toi toi und vor allem viel Spaß und eine spannende Entdeckungsreise im übertragenen Sinne wünsche ich dir :)!
      Also, zum Thema Menstruation. Ich selbst bekomme meine Tage wegen der Hormonspirale nun schon seit satten 13 Jahren nicht mehr. Das heißt, dass ich leider selbst nicht so richtig über Menstruationstassen und Stoffbinden schreiben kann :(. Ich habe schon so einige Mädels gefragt, die ihre Menstruationstasse um nichts in der Welt wieder hergeben würden. Allerdings wollte bisher keine ihre Erfahrungen so öffentlich teilen, was ich auch verstehen kann. Aber ich bleibe weiter dran und hoffentlich gibt es auch bald einen Artikel dazu! Ist schließlich ein irre wichtiges Thema, das ich gerne auch ausführlicher ansprechen (lassen) würde!
      Liebe Grüße,
      Shia

  6. Vergesst bitte nicht NFP heißt auch Natürliche FamilienPlanung !! Verhüten würde ich jetzt anders. Hab so 5 wunderbare Kids bekommen, also wer wirklich keine Kinder will,sollte alle Methoden auf einmal machen und zusätzlich mit Kupferkette verhüten, die hat keine Hormone!

    • Hi Jami,
      ja, NFP an sich „verhütet“ jetzt nicht aktiv, sondern lässt einen wissen, ob man gerade zusätzliche Methoden benötigt, das schreibt Nina oben ja auch. Bei der Kupferspirale bzw. Kupferkette scheiden sich ebenfalls die Geister. Es ist einfach nicht ganz klar, ob die Kupferionen nicht eine Entzündung der Gebärmutter verursachen, damit im Falle einer Befruchtung diese Eizelle sich nicht einnisten kann. Alle Methoden auf einmal muss glaub ich gar nicht. Ich weiß nicht, wie sinnvoll es ist, NFP mit Kupferspirale zu machen? Die Kupferspirale greift ja auch in die Abläufe ein.
      Liebe Grüße,
      Shia

      • Hallo! Nfp und Kupferkette gehen ganz wunderbar zusammen, denn die Kupferkette hat keinen Einfluss auf die Hormone im Körper. 🙂

  7. Liebe Shia, Liebe Nina,
    danke für die Übersicht und die Infos für Einsteigerinnen. Ich hatte im September bei Shia den Cyclotest gewonnen und den Gewinn als „Wink des Schicksals“ betrachtet nach langem hin und her doch wirklich die Pille abzusetzen – auch wenn bei uns (noch) kein Kinderwunsch vorliegt. Der Cyclotest hat mir den Einstieg in NFP erleichtert – auch wenn ich mich viel eingelesen hatte und es meiner Meinung nach sehr wichtig ist, die Regeln zu kennen. Ich habe auch parallel die Werte in die mynfp APP eingetragen und beobachtet, ob die beiden Systeme unterschiedlich freigeben – das war nur einmal der Fall – und die Cycltest Anzeige war für mich nachvollziehbarer. Während meiner Fernreise nach Srilanka habe ich wegen der Zeitumstellung ausgesetzt und nur mit Kondomen verhütet beim Start des ersten Zyklus zuhause dann wieder gemessen und NFP gemacht. Ich bin nach ein paar Monaten richtig drin, und bin überrascht wie eindeutig doch auch die Schleimbeobachtung funktioniert. Ich merke schon immer, wenn die Temperatur noch unten ist, wie ich langsamer fruchtbarer werde und denke mir oft – heute hast du bestimmt deinen Eisprung und zack am nächsten Tag geht die Temperatur hoch. Nur schade, dass man an diesen Tagen dann besonders aufpassen muss mit Kondom – weil da dann immer auch die Libido hochgeht 😀 Ich hatte mit der Pille wirklich viel mit Migräne zu kämpfen – ganz ist sie nicht weg – bei Alohol, Wetterumschwung etc. bekomme ich immer noch Migräne – aber die jedesmal bei der Pillenpause Migräne ist jetzt komplett weg – und die anderen Migräneanfälle bekomme ich auch schneller los und sie sind weniger intensiv. Ich habe definitiv an Lebensqualität gewonnen – auch wenn wir jetzt halt immer die Kondome im Nachttisch bereit haben. Was ich an der Methode auch besonders toll finde, dass ich – ich bin jetzt schon 35, wenn ich doch noch einen Kinderwunsch haben sollte, eigentlich ab Zyklus 1 schon genau weiß, wann die „heißen“ Tage sind – und das ganze einfach nur umdrehen muss. Ich habe jetzt etwas ausführlicher geschrieben – aber vielleicht hilft es ja der ein oder anderen bei ihrer Entscheidung. Liebe Grüße *thea

    • Hi Thea,
      und total cool, dass du uns hier ein Update gibst, ich bin ganz begeistert :)!! Erst mal freue ich mich vor allem, dass deine Migräne-Anfälle sich bessern und du an Lebensqualität gewonnen hast! Dass man seinen Körper viel besser kennenlernt finde ich immer noch sehr faszinierend! Ich habe zwar etwas Angst, freue mich aber irgendwie auch schon auf mein hormonfreies Leben bald. Gut zu wissen, dass du nach einigen Monaten schon so richtig drin bist! Das ist sehr motivierend!
      Danke für deinen ausführlichen Kommentar <3!!
      Liebe Grüße,
      Shia

  8. Noch ein Hinweis: meine Frauenärztin (großer NFP-Fan) sagte mir, dasssie mir von“nur mal ein zwei Monate ausprobieren“ abrät. Mit jedem Pille-Absetzen und dann wieder Neu-Anfangen erhöht sich das Tromboserisiko. Also gut überlegen, abwägen und dann idealerweise dabei bleiben.
    Idee: vllt trotzdem mit dem Messen schon während der hormonellen Verhütung anfangen (auch wenn die Daten nicht für NFP brauchbar sind) , einfach nur für die Disziplin. Dann werden beim Absetzen und Einpendeln die Effekte sicherlich noch deutlicher.
    Und mit Hilfe von einer App geht es auch ganz gut.

    • Hi Caro,
      da hast du aber Glück mit deiner Frauenärztin. Die meisten scheinen sich offenbar gar nicht wirklich mit NFP auseinandergesetzt zu haben… Und ich glaube, der Punkt ist nicht, dass es schädlich ist, NFP auszuprobieren, sondern Hormone kurzzeitig abzusetzen, was finde ich nur zeigt, was wir unseren Körpern mit diesen Hormonen antun :(.
      Ich denke auch, dass man vorher schon „Trockenübungen“ machen kann. Ich hatte auch mit der Hormonspirale zwei Monate lang gemessen und in eine App eingetragen, wohlwissend, dass meine Daten unbrauchbar sind. Einfach, um zu gucken, wie ich damit klarkomme und um mich damit vertraut zu machen.
      Danke für den Hinweis :)!
      Liebe Grüße,
      Shia

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