Nachhaltiger und CO2-ärmer reisen? Verkehrsmittel im CO2-Vergleich (+CO2-Rechner)

Das letzte Mal sind wir Dezember 2013/Januar 2014 geflogen. Ziemlich weit sogar, nämlich nach Taiwan 😅. Dass Flugreisen sehr klimaschädlich sind hat man ja schon häufiger gehört. Wir natürlich auch. Aber was für eine Größenordnung das hat, darüber hatten wir uns keine Gedanken gemacht und nachgeguckt hatten wir auch nicht.

Gut, seitdem waren wir auch sowieso überhaupt nicht mehr im Urlaub… Wenn wir mal wegkamen, dann, weil einer von uns geschäftlich irgendwo was hatten, und das war alles innerhalb von Deutschland und konnte problemlos mit den öffentlichen Verkehrsmitteln bewerkstelligt werden.

Nun stand jetzt für meinen Mann eine Konferenz in Cambridge in England an, und ich durfte als Anhang sogar mit. Puh, das erste Mal standen wir seit unserer Zero Waste Umstellung im September 2014 vor der Entscheidung, ob wir in den Flieger steigen oder nicht. Ich begann also meine Recherchen…

CO2 Emissionen im Vergleich

Erst mal fand ich heraus, dass es fast unmöglich ist, die exakten CO2-Emissionen zu ermitteln. Gut, das war ja eigentlich auch klar. Jedes Auto verbraucht schließlich auch unterschiedlich viel Benzin, und das schwankt z.B. mit dem Fahrstil, mit der Beladung und damit, ob man viel in der Stadt fährt oder über die Autobahn hetzt. Wäre ja komisch, wenn das bei Flugzeugen, Zügen und Bussen anders wäre.

Umweltfreundlicheres Reisen? CO2 Rechner!

Es gibt also so viele Werte, die man findet! Dann kommt aber noch hinzu, dass es nun neue Berechnungen gibt, die außerdem die Infrastruktur miteinberechnet! Pro Person wird bei Fernbussen 30 g CO2/km, bei der Bahn 45 g CO2/km und beim PKW 142 g CO2/km zugrunde gelegt.

Gleicht das kein-Auto-haben eine Flugreise im Jahr aus?

Rechenbeispiele und unsere eigene Nase

Ein Hin- und Rückflug für eine Person von Frankfurt nach Teneriffa verschleudert 1.670 kg CO2. Ein Kleinwagen (6 Liter Benzin/100 km), den man 9.000 km im Jahr fährt kommt „nur“ auf 1.280 kg!

Unser oben erwähnter letzter Urlaub zu zweit nach Taiwan hat ganze 9.174 kg CO2 in die Atmosphäre gepumpt 😢! Wir haben unser Auto (Nissan Micra, durchschnittlicher Verbrauch ca. 6 Liter pro 100km, ca. 6000 km pro Jahr) Ende 2009 verkauft, d.h. wir haben rechnerisch damit bisher nur 5.119 kg CO2 eingespart und stehen auch nach sechs Jahren ohne Auto noch 4.055 kg in den Miesen…

CO2 Rechner – Flugzeug und PKW schneiden generell schlecht ab

Wer innerhalb von Deutschland vergleichen möchte, kann sich auf Green Mobility Verbindungen raussuchen, die dann nach CO2 Werten sortiert sind. Das ist wirklich so das einfachste, und schließlich geht es ja auch nicht immer um den ganz exakten Wert, sondern um das Verhältnis.

Überschreitet man aber Grenzen, so wird das mit der Berechnung für die Urlaubsreise dann doch gleich etwas kniffliger. Zusammengefasst kann man sagen, dass Flugzeug und PKW generell schlecht abschneiden und Fernbusse die überraschenden Gewinner auch noch vor Zügen sind!

Flugzeug

Die Treibhausgase, die beim Fliegen entstehen, gelten sogar als besonders schädlich, weil das Flugzeug sie direkt in die Atmosphäre bläst. Dies wird auch „Höheneffekt“ genannt und ist bereits in diesem CO2-Rechner mit berücksichtigt.

Die Berechnungen bei diesem Rechner sind recht komplex, da sie neben der Flugdistanz außerdem auch Faktoren wie die Flughöhe und den Flugzeugtyp berücksichtigen.

Zug

Die Berechnungen für eine Zugfahrt richtet sich im Idealfall nach Distanz, Zugtyp und Auslastung. Bei der Deutschen Bahn kann man, wenn man online nach einer Verbindung sucht unten rechts auf „UmweltMobilCheck“ klicken und sich die CO2-Werte im Vergleich zu PKW und Flugzeug anzeigen lassen. Da scheint aber der Zugtyp und die genaue Strecke außer Acht gelassen zu werden, weil es den UmweltMobilCheck nicht unter jeder Verbindung gibt, sondern nur für die Strecke allgemein.

Man kann dort bei den Einstellungen für die Züge zwischen mittlerer und maximaler Auslastung wählen. Das geht von den Werten bei mittlerer Auslastung auch gut mit den oben erwähnten 45 g CO2/km einher. Für den Eurostar und den Thalys kann man ebenfalls Angaben bekommen, diese legen aber offenbar die maximale Auslastung zugrunde.

PKW

Die Berechnung, die die Infrastruktur berücksichtigt (142 g CO2/km pro Person) finde ich etwas blöd, weil sie nicht berücksichtigt, dass man auch zu mehreren ein Auto teilt. Wenn man diese aber stattdessen als „pro Auto“ statt pro Person liest, dann passt es auch mit den Werten von diesem CO2-Rechner, den ich gut finde, weil man da den Verbrauch des eigenen Autos eingeben kann.

Fernbus

Für Fernbusse konnte ich keinen Rechner, sondern nur Angaben zwischen 20 und 40 g CO2/km pro Person finden. Ich halte mich also an die oben angegebenen 30 g CO2 pro Kilometer und Person.

Fahrräder statt Parkplatz

Diese Installation haben wir gestern in London entdeckt ❤️

Oder wie wäre es mal mit dem Fahrrad als Alternative? Ich selbst habe das noch nicht gemacht (und würde bei meiner momentanen Un-Fitness wahrscheinlich auch erst mal daran krepieren), aber eine Freundin von mir, die ebenfalls nicht als Sportskanone bekannt ist, ist z.B. zu Studienzeiten mit dem Rad nach Dänemark und dann mit dem Zug zurück gefahren. Das hatte natürlich damals auch finanzielle Gründe, aber sie kam hinterher mit tollen Geschichten zurück! Eine andere Freundin – ebenfalls keine Sporttreibende – ist mal einen Pilgerweg (ich habe leider vergessen, welchen) gegangen, auch eine tolle Erfahrung!

Unsere Reise von Bochum nach London

Recycling on the Eurostar "Welcome to Green Britain"

Eine Installation nach der Passkontrolle beim Eurostar (Zug auf der Strecke Brüssel-London) – „Welcome to Green Britain“ Ich weiß allerdings wirklich nicht, was an so viel Müll (blau=PET-Flaschen, rot=Cola-Dosen, weiß=Pappteller, Servietten und Tickets) bitteschön „grün“ sein soll??

Ich rechne also hin und her, und komme auf die folgenden Werte zu zweit für eine Strecke, absteigend sortiert:

  • Flug mit 456 kg CO2 (Dortmund-London)
  • Kleinwagen (Verbrauch von 6 Liter Benzin pro 100 km) zwischen 85,3 kg CO2 (Bochum-London)
    passt auch mit der Berechnung unter Berücksichtigung der Infrastruktur 85,2 kg, allerdings pro Person, wobei ich wie gesagt denke, dass man sich da ja ein Auto teilt und das ebenfalls mit berücksichtigt werden muss
  • Zugfahrt (laut der Deutschen Bahn) zwischen 16,8 kg und 50,8 kg CO2 je nach Auslastung (Bochum-London)
    laut der Berechnung mit der Infrastruktur-Berücksichtigung kämen wir bei 54 kg raus
  • der Fernbus ist der Gewinner mit nur 36 kg CO2

Wofür haben wir uns entschieden? Wir haben uns ehrlich gesagt nicht für den Fernbus entschieden. Nicht, weil dieser ganze 12 bis 13 Stunden (statt 7 Stunden mit dem Zug) brauchen würde, sondern weil meinem Mann als Beifahrer in Autos und Bussen schlecht wird. Wir hatten das nämlich schon ein paar Male in Taiwan ausprobiert, und das waren wirklich keine schöne 5 Stunden für ihn 😜… Zug fahren war dann für uns ein vertretbarer Kompromiss.

London Underground - Tube

London Underground – die U-Bahn von London, liebevoll „Tube“ genannt.

Wie überall – wir haben ja kein Auto mehr – verlassen wir uns auf den öffentlichen Personennahverkehr, was bisher sowohl in Cambridge als auch in London richtig gut funktioniert!

Alternativen zu Flugreisen?

Kurzstreckenflüge müssen ja nicht sein. Die Strecken lassen sich auch immer gut mit Fernbussen oder der Bahn zurücklegen. Und manchmal ist man auch überrascht: Wir hätten nicht gedacht, dass es von uns aus näher nach London als nach München ist… Und nach München wären wir auch mit der Bahn gefahren! Manchmal kann man seinen Urlaub auch ganz anders planen. Wie wäre es stattdessen mit der erwähnten Fahrradtour oder einem Pilgerweg?

Unser vorletzte Urlaub ging im September 2013 für eine Woche nach Istanbul. Heute würden wir so einen Urlaub nicht mehr machen.

Unser vorletzter Urlaub ging im September 2013 für eine Woche nach Istanbul. Heute würden wir so einen Urlaub nicht mehr machen.

Bei Mittelstreckenflügen wird es schon kniffliger. Fernbusse fallen da innerhalb Europas schon mal raus. Es gibt aber einige gute Bahnverbindungen, die ja vielleicht in Frage kämen. Oder man kann sich überlegen, ob man sich nicht ein anderes Urlaubsziel aussucht. Auf anderen Kontinenten kann es da wieder anders aussehen. In Nordamerika bin ich beispielsweise über eine (übrigens richtig preisgünstige) Verbindung vom Süden Kaliforniens entlang der ganzen Westküste hoch bis nach Vancouver in Kanada gestoßen, während ich mir hab sagen lassen, dass die Bahnstrecken in Australien zwischen den Städten so schlecht sei, dass man häufig nur fliegen kann. Wer sich nicht vor einem Abenteuer scheut reist per Anhalter. Dauert länger, aber ich habe mir sagen lassen, dass man immer ankommt – man weiß nur nicht, wann.

Für Langstreckenflüge gibt tatsächlich nur sehr wenige Alternativen, aber es gibt sie. Es gibt die bekannte Transsibirische bzw. die Transmongolische Eisenbahn und etwas, worauf ich erst vor wenigen Tagen gestoßen bin – Frachtschiffreisen! Aber bei beidem gilt: Der Weg ist das Ziel.

WTF ist eine Frachtschiftreise?

Bei einer Frachtschiffreise fährt man als Passagier auf einem Frachtschiff mit! Ein billiger Spaß ist das leider nicht. Man kann sich nämlich nicht die Überfahrt erarbeiten 😝. Frachtschiffreisen sind mit ca. 60 bis 110 € pro Tag deutlich teurer als ein vergleichbarer Flug, haben aber eine traumhafte CO2-Bilanz: Von Barcelona nach Los Angeles nur 80 kg pro Person! Damit kommt man mit einem Auto gerade mal gut 563 km weit! Allerdings mit 29 Tagen auf hoher See vielleicht nicht jedermanns Sache, wobei die Ausstattung schon vergleichbar mit Kreuzfahrten ist: Voll ausgestattete ca. 30 qm große Kabinen mit Schlaf- & Wohnbereich und eigenem Badezimmer, außerdem gibt es auf dem Schiff noch Swimming-Pool, Fitnessraum und häufig auch eine Sauna. Minus zu viele nervige Mitreisende, denn pro Frachtschiff gibt es meistens nur bis zu 12 Passagiere. Das soll deshalb u.a. für Menschen toll sein, die sich von einem Burn Out erholen wollen, oder eben Menschen, die endlich mal Zeit brauchen, um Projekte wie z.B. das Schreiben eines Buches oder Ähnliches anzupacken – fernab von Internet oder Handy-Empfang. Ich muss schon zugeben, dass ich das wirklich nicht unattraktiv finde!

CO2 Emissionen ausgleichen

Wenn man doch mal einen Langstreckenflug nicht vermeiden kann, weil es zum Beispiel eine Dienstreise ist, so kann man zumindest die CO2 Emissionen ausgleichen.

Es ist natürlich besser, die Umwelt erst gar nicht zu zerstören, als es doch zu tun und dann zu versuchen, sie mehr schlecht als recht wieder zu verarzten. Die Schäden sind nämlich eigentlich immer irreversibel. Wird Regenwald gerodet, fehlt er und die ausgestorbenen Tierarten oder die Flora und Fauna kommen durch die Pflanzung von Bäumen auch nicht mehr wieder. In die Atmosphäre gelangte Treibhausgase können auch nicht durch eine Renaturalisierung von Mooren wieder gebunden werden…

Fazit

Eigentlich klar, aber gerade wenn es ums Reisen geht trifft man bei vielen – und mein Mann und ich gehören definitiv dazu – einen Nerv… Es ist schon manchmal nicht so einfach, abzuwägen… Wir sind nämlich eigentlich ganz gerne im Ausland, auch wenn es bei uns eher Aufenthalte (Auslandssemester, Praktikum) als Urlaubsreisen sind.

Auch dieses Mal hatten wir uns das für England alles so schön ausgerechnet. Mit unserer Zero Waste Umstellung hatten wir uns ja vorgenommen, nicht mehr „unnötig“ herum zu reisen, sondern Fahrten mit etwas Nützlichem zu verbinden. Deswegen waren wir ja auch so lange gar nicht mehr im Urlaub.

Cambridge, UK

King’s College in Cambridge, direkt gegenüber ist das Rainbow Vegetarian Café mit leckeren vegetarischen und veganen Gerichten 🌱

Nun stand für meinem Mann diese Konferenz an, und wir dachten, dass wir diese Gelegenheit nutzen, um endlich mal wieder etwas rauszukommen. Wer den letzten Blogpost gelesen hat, weiß aber, dass die Oma meines Mannes leider verstorben ist und wir für die Beerdigung mit dem Zug aus England zurück nach Deutschland gefahren sind. Wir sind tatsächlich danach wieder zurück nach London gefahren, um den Urlaub fortzusetzen, und nicht einfach in Deutschland geblieben. Wir hatten ja alles – wenn auch super kurz vor knapp – im Voraus gebucht und bezahlt und eine Stornierung wäre uns sehr teuer zu stehen gekommen, bzw. das Zugticket zurück wäre einfach verfallen. Von England hatten wir auch gar nichts mitbekommen, weil ja die Konferenz war. Nach über zwei Jahren ganz ohne Urlaub woanders brachten wir es letzten Endes doch nicht über uns, alles abzublasen. So haben wir die Umwelt also doch noch mit zwei zusätzlichen Fahrten belastet, seufz.

Ich weiß auch, dass wir zuschlagen werden, sobald sich uns wieder die Möglichkeit bietet, für eine Weile ins Ausland zu gehen. Wie weit weg das dann sein wird und wie wir dahin kommen wird sich dann auch zeigen müssen. Ich fände ja so eine Frachtschiffreise auch wegen der Ruhe und dem Meer mal ziemlich attraktiv, aber ob es sich realistischerweise einrichten lässt, sogar länger als einen Monat unterwegs zu sein? Und ob das nicht unseren Geldbeutel sprengt (so eine Hin- und Rückfahrt zu zweit nach Amerika oder Asien kostet ja auf jeden Fall über 10.000 Euro 😅 und allein dafür muss man wahrscheinlich 2 bis 3 Monate einplanen…)?

Naja, erst mal werden wir weiterhin zusehen, dass wir nicht „grundlos“ durch die Weltgeschichte fliegen, sondern wenn, dann „Geschäftsreisen“, die wir sowieso machen würden, als Anlass nehmen und einfach vorher und nachher einige Tage dran hängen. Auch wenn wir vielleicht in unserem Leben das Fliegen nicht ganz werden sein lassen, wir werden es zumindest reduzieren, wo wir können. Wir planen nicht, uns – wenn es sich so einrichten lässt – jemals wieder ein Auto zuzulegen, und überall, wo wir unterwegs sind versuchen wir, Leuten von Zero Waste zu erzählen. Nicht, um zu missionieren, sondern damit Leute überhaupt von der Idee erfahren. Wer weiß, vielleicht interessiert sich ja doch jemand dann dafür?

9 Kommentare

  1. Ja, das Fliegen ist natürlich problematisch. Es ist halt im Zeitgeist drin: ‚Fliegen ist in‘. Und daher akzeptiert bzw. werden die Kosten für die Umwelt (eine Tatsache) ausgeblendet. Ich vermute mal, dadurch – und durch den steigenden Wohlstand in Industrieländern – hat sich ein Anspruchsdenken auf lange Reisen auch in bürgerlichen Schichten entwickelt. https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_des_Reisens#Neuzeit

    Mehr Möglichkeiten -wenngleich sie effizient sein sollten- hat auch selten gehießen, dass man bei den vorhandenen bleibt. Alle möglichen Prozesse werden effizienter – die Suffizienz vergisst man. Die Menschen, die letztendlich Nutzer sind, muss man nämlich beachten – nicht die Ingenieure/Entwickler, die die Effizienz gesteigert hatten.

    Sicher ist das Reisen auf Frachtschiffen für die Umwelt am günstigsten. Der Auslastungsgrad ist höher.

  2. Nina García

    Hallo Shia!

    Ich habe ehrlich gesagt diesen Artikel gerade nur überflogen, aber ich bin daran hängen geblieben, dass Dein Mann reisekrank wird und ihr deswegen den Zug genommen habt. Dafür hätte ich einen Tipp. Ich selber werde schrecklich reisekrank und zwar überall, Beifahrer im Auto, Bus, Zug, Flugzeug bei Start und Landung…. ich habe auch alles mögliche dagegen ausprobiert und nichts hat geholfen. Bis ich dann während der Schwangerschaft (von Schwangerschaftsübelkeit bin ich natürlich auch nicht verschont geblieben) Akupressurarmbänder ausprobiert habe. Die helfen zwar auch nicht gegen Schwangerschaftsübelkeit, aber sie wirken bei mir Wunder gegen Reiseübelkeit. Wenn ich sie benutze kann ich an guten Tagen sogar in der Bahn oder dem Bus lesen! Das wäre vorher übel geendet… Ich selber habe mir damals Sea-Band in der Apotheke geholt und natürlich ist an den Dingern Plastik und sie kommen auch in einer Plastikverpackung. Da ich damals aber noch nichts von Zero Waste gehört hatte, habe ich auch nicht nach einer plastikärmeren Alternative gesucht, vielleicht gibt es da ja was. Oder Dein Mann kann sie mal zum ausprobieren vorher bei jemandem leihen. Denn ein bisschen Plastik an den Bändern, die man dann aber Jahrzehnte benutzt ist ja eventuell vertretbar, wenn er dafür den CO2-günstigeren Bus in Zukunft nutzen kann.
    Vielleicht hilft Euch mein Tipp ja ein bisschen weiter.

    LG, Nina

  3. Ja, die lieben Flugreisen… da bin ich leider auch ganz groß dabei, einfach weil ich mir es von Zeit und Geld her nicht leisten kann NICHT zu fliegen (wenn ich zum Beispiel 1-2 Mal im Jahr die Familie besuchen will). Ich vermeide allerdings Flugverbindungen, und versuche immer Direktflüge zu bekommen, auch wenn ich dann am Anfang oder Ende noch länger mit Bus oder Zug fahren muss. Denn Start und Landung verbrauchen ja das meiste CO2, das reicht dann schon einmal pro Strecke bitte…

    Jetzt würde mich aber mal interessieren (wegen dem letzten Kommentar), was denn zum Beispiel an B&Bs oder kleinen Pensionen so schlimm ist? Ich mag Hotels nicht so gerne, sondern bevorzuge kleine, familiengeführte B&Bs. Man kann auch fast überall welche finden, die auf Bio und lokale Herkunft von Essen etc. achten, und das Geld das man ausgibt bleibt in der Region. Allerdings sind die natürlich vor allem ein Phänomen in Großbritannien, in anderen Ländern wüsste ich garnicht unbedingt wie ich die finden kann…

  4. Jetzt reizt es mich wirklich auch mit dem Zug nach England (und weiter nach Schottland) zu fahren! Gerade, wenn es so „nah“ vom Ruhrpott aus ist.
    Da muss ich doch glatt von meinem Urlaubsplan erzählen:
    Ich beende diesen Sommer mein Studium und habe 12 Tage frei. So viel Urlaub werde ich dieses Jahr durch den Start ins Berufsleben nicht mehr haben. Da habe ich überlegt, wo ich überall hin könnte. Norwegen wäre da etwas, oder Irland oder oder. Aber da müsste ich ja wieder fliegen. Mist. Dann saß ich mal wieder im Zug gen Ruhrpott und befand ich an der schönen Rheinstrecke: „ach, hier einfach überall anhalten, wo es gerade schön ist und die Strecke genießen. Da ist ein Radweg, aber hier werde ich ja nie hinkommen“. Grübel, Grübel, der Rhein fließt auch fast an Freiburg, meinem aktuellen Wohnort, vorbei. Aus Spaß hatte ich schonmal gesagt, ich fahre auf einem Frachter mit gen Pott. Aber warum eigentlich nicht mit dem Rad? Rund 700km, 11 Tage, total gut machbar. Also habe ich mir die Städte auf der Strecke angeschaut und entdeckt, dass da einige Freunde und Bekannte wohnen, an zwei Orten werde ich über Couchsurfing hoffentlich einen Schlafplatz finden. So freue ich mich jetzt auf meine Radtour, um die Strecke, die ich Dank Fernbeziehung drei Jahre monatlich mit dem Zug (und ab und an mit dem Bus, aber der braucht einfach wesentlich länger, ich kann nichts lesen und die Zeiten sind besonders Sonntags für mich sehr ungünstig) fahre in Ruhe und in meinem Tempo kennenzulernen. Das Rad lasse ich dann dort stehen, da ich ja eh wenig später hochziehen werde und fahre geschwind die gleiche Strecke mit der Bahn wieder zurück. Wenn ich dann erstmal dort wohne, möchte ich den Rheinradweg weiter nach Rotterdam verfolgen und sobald ich wieder in Süddeutschland wohne, von der Quelle bis Freiburg und Wanderreisen in den Bergen. Warum immer in die Ferne, wenn es vor der Haustüre doch auch recht viel zu entdecken gibt?! (Aber ja, ich werde trotzdem gerne in andere Länder fahren, allein um Freunde zu besuchen und meinen Geist zuerweitern, aber eben gemäßigt und nicht ständig)

    Liebe Grüße aus dem Schwarzwald,
    Maria

    • Hi Maria,
      wow, du bist ja schon richtig angefixt XD! Das klingt ja super spannend! Ich denke ja auch, dass man da auch bestimmt mehr erlebt als wenn man einfach in den Flieger steigt! Ehrlich gesagt hatte ich das ja auch trotz meiner Un-Fitness schon häufiger überlegt. Allerdings hat mein Mann kaputte Knie, und die gleiche monotone Bewegung über Stunden ist da nicht so prall :(. Er hat schon gescherzt, dass er einfach mit dem Zug vorfährt :/. Aber ich will ja mit ihm zusammen fahren und das zusammen erleben! Naja, mal sehen.
      Übrigens ist mir dieses Mal das erste Mal im Bus schlecht geworden! Wir sind mit dem Fernbus von London nach Oxford und zurück gefahren, und auf beiden Strecken war mir schlecht… Zum Glück war das keine so lange Strecke (je nach Verkehr 1,5 bis 2,5 Std.), aber ich kann dir sagen, dass ich ganz schön froh war, dann endlich anzukommen. Seltsamerweise ging es meinem Mann relativ gut. „Ich habe beschlossen, dass mir ab jetzt im Bus nicht mehr schlecht wird.“ War seine Erklärung, als ich bleich neben ihm litt! Hmmm…
      Und ja, wir werden wie du auch noch in andere Länder fahren (und damit meine ich nicht nur Holland um die Ecke :D), aber ich denke auch, dass es auch immer auch vor der Haustür viel zu entdecken gibt und man das andere eben etwas bewusster und gemäßigter macht. Jedes Jahr eine Fernreise muss ja einfach nicht sein. Und nach Malle fürs WE auch nicht XD!
      Liebe Grüße,
      Shia

  5. Sehr interessant geschrieben und gut recherchiert! Ich reise ja relativ viel und komme auf keine so gute CO2 Bilanz.. 🙁 Aber Gedanken darüber habe ich mir trotzdem schon gemacht. Bei der Reise darf man zum Beispiel auch nicht die vor Ort konsumierten Lebensmittel und die Arbeitsweise des Hotels/Hostels ausser Acht lassen.. Schwierig!

    Liebe Grüße, Ela

    • Hi Ela,
      find ich richtig cool, dass du das mit ansprichst :)! Darüber hatten wir uns nämlich auch schon Gedanken gemacht! Wollte aber den Artikel nicht noch länger machen XD. Wir machen ja Airbnb, weil wir u.a. dachten, dass man, indem man bei Leuten zu Hause ist, vorhandenen Raum nutzt, der sonst vielleicht ungenutzt bleibt. Aber hat sich heraus gestellt, dass Airbnb wohl auch ein ziemliches Problem gerade in Städten wie Berlin darstellt, weil es lukrativer ist, vorgesehene Wohnräume über Airbnb kurzfristig zu vermieten als tatsächlich an Menschen, die dort leben zu vermieten. So trägt Airbnb zur Wohnraumknappheit und steigenden Mieten bei :(. Kein direktes ökologisches Problem wie bei den großen Hotelkomplexen, aber schon ein soziales.
      Vielleicht müssen wir dann doch mal Couchsurfing ausprobieren? Oder sich wirklich die Inserate ganz genau ansehen, denn viele vermieten ja tatsächlich ihren Wohnraum nur, wenn sie in Urlaub fahren, oder wenn die Kinder aus dem Haus sind und das Zimmer frei ist, aber eben doch hin und wieder von den Kindern oder als Gästezimmer genutzt wird.
      In Cambridge waren wir z.B. bei einer total lieben Familie, die offenbar ihr Haus recht frisch eingerichtet und bezogen haben und einfach ein Gästezimmer frei haben und wie wir Airbnb-Frischlinge sind, weil sie eben auch an dem Austausch interessiert sind. Hier in London waren wir eine Woche in einer echt cooles Künstler-WG und sind wir jetzt diese Woche bei einem kommerziellen Airbnb-Haus (statt Hotel), was ich auch schon bereue… Aber gut, wir sind noch neu bei Airbnb, und wir waren uns nicht sicher, wie „awkward“ das sein würde, wenn man länger als eine Woche bei jemanden zu Hause wohnt und ob wir das Gefühl haben würden, dass wir uns auch tatsächlich frei bewegen können? In dem Fall war das echt einfach richtig cool, wir haben uns super wohlgefühlt und hätten wir das kommerzielle noch stornieren können, wären wir auch einfach noch die zweite Woche dageblieben. Das Zimmer in der WG konnte eben nicht gut dauerhaft vermietet werden kann, weil es eben etwas zu klein ist, wenn man noch Möbel wie z.B. einen Kleiderschrank rein stellen wollen würde. Für Airbnb-Leute, die ja nur einen Koffer haben, reicht das aber vollkommen. Ich denke, in Zukunft werden wir mehr auf so was achten.
      Es ist auch sehr cool, die Möglichkeit zu haben, eine Küche nutzen zu können. So muss man nicht jede Mahlzeit auswärts einnehmen und kann beim Lebensmitteleinkauf wie auch zu Hause auf vegan, Bioqualität, Saisonalität und Regionalität achten, was aber generell sogar in Bioläden schon nicht ganz einfach ist. Wie überall erfüll auswärts essen nie all diese Kriterien, auch nicht in Bio-Restaurants oder in den Cafés der Bioläden, wo es Gurken und Tomaten das ganze Jahr über im Salat gibt und Zucchini und Auberginen auch Dauerbrenner auf der Speisekarte sind. Ich glaube, da ist es fast schon egal, ob man dann in Deutschland auswärts essen geht oder wie hier in London :(.
      Generell kann man glaube ich festhalten, dass extra für den Tourismus aufgezogene Infrastrukturen in der Regel nicht umweltfreundlich sind und außerdem auch soziale Folgen haben. Denn diese haben häufig die Natur zerstört (wir waren im Bachelor auf Teneriffa im Auslandssemester, und wenn man sich von den älteren Herrschaften mal erzählen lässt, was vorher dort war, wo nun nur noch Hotelanlage neben Hotelanlage steht…!) und sind auch eine ganz schöne Umweltverschmutzung… Von den sozialen Folgen ganz abgesehen… Denn diese Hotelanlagen, die ja schon ganze Dörfer sind, halten ja häufig sogar die Gäste davon ab, die Anlage zu verlassen (ich war mal mit meiner Mutter im Pauschalurlaub in der Türkei und hatte das erfolglos versucht). Das heißt, dass die lokale Wirtschaft und die kleinen Betriebe vor Ort gar nichts vom Tourismus haben! Denn das Geld bleibt komplett in den Hotels, die meistens auch nicht von lokaler Hand betrieben werden. Und die ganze Gegend steht dann auch im Schatten des Tourismus, sodass sich da fast nichts anderes überhaupt ansiedeln kann… Ja, echt ein komplexes Thema, und zum Teil eben ganz heftig. Ich meinte, Cancun in Mexiko war ein Paradebeispiel für die sozialen Folgen.
      Seufz, es ist schon echt abartig, was wir Menschen so alles aufgebaut haben und dass das auch noch die NORM ist, d.h. es ist schwer, wenn man es anders machen möchte :(…
      Naja, jetzt bin ich doch etwas ins Bedrückende abgeschweift, sorry…!
      Liebe Grüße,
      Shia

  6. Hallo Shia,

    Das ist ein richtig informativer Artikel zum CO2-Ausstoß. Das Fernbusse da besser abschneiden als die Bahn hätte ich nicht gedacht…

    Aber was ich eigentlich sagen wollte: Mein Freund und ich waren die letzten Tage im Urlaub in Amsterdam. (Lieder sind wir geflogen- shame on us. vorallem, weil wir in Hamburg wohnen) Dort haben wir uns auch auf die öffentlichen Verkehrsmittel verlassen und uns zur Sicherheit sogar die Nahverkehrsapp (GVB) runtergeladen. Die zeigt für jede Fahrt, die du dort suchst die CO2-Emission im Vergleich zum normalen PKW an.

    • Hi Juliane,
      ja, das mit den Fernbussen hatte uns auch wirklich sehr überrascht! Mal sehen, vielleicht probieren wir es doch mal mit kürzeren Fahrten…? (Mein armer Mann XD)
      Amsterdam ist eine echt coole Stadt :)! Hatte auch gehört, dass die öffentlichen Verkehrsmittel ganz gut sein sollen, vor allem mit dem System, auswärts zu parken und mit dem Bus in die Innenstadt zu fahren. Wusste gar nicht, dass die App auch die CO2-Emissionen anzeigt, finde ich sehr cool :)!
      Das ist echt interessant, wir haben ja lange in Osnabrück gelebt, und für uns war sowohl Amsterdam als auch Hamburg immer etwas für eine Tagesreise und vom Gefühl her auch gar nicht Urlaub :D. Aber klar, so von Hamburg nach Amsterdam ist natürlich wieder ein bisschen eine andere Distanz.
      Und wer weiß, vielleicht kommt das nächste Mal für euch ja eine Fernbus- oder Zugreise in Frage ;)?
      Liebe Grüße,
      Shia

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.