Leserbrief: Wie kann man möglichst müllfrei und plastikarm einfrieren?

Erst mal möchte ich mich bei euch allen für die vielen motivierenden Kommentare und PNs bei Insta und zahlreichen lieben eMails bedanken, die mich täglich erreichen ❤️! Ganz viele davon sind auch übrigens so witzig und charmant, dass mich schon Leute im Café doof angeguckt haben, wenn ich da am Arbeiten saß und plötzlich loslachen musste 🙈, ups!

Ich versuche, täglich so viele davon wie möglich zu beantworten, aber wie ich auch bei meinem Kontaktformular schreibe, ist es mir leider als einzelne Person leider nicht möglich, auf alles zu antworten. (Ich hoffe ja immer noch auf den 36-Stunden-Tag 😝!!!)

Neuerdings habe ich auf meinem Blog die Rubrik Leser*innenbriefe eingeführt, weil es einfach viele wirklich interessante Fragen gibt!

Cécile möchte wissen, wie man möglichst müllarm Sachen einfrieren kann. Eine sehr gute Frage!

Hallo Shia,

[…] Ich besitze zwei Hunde, zwei große Hunde. Ich füttere sie mit Fleisch, welches ich alle zwei Wochen direkt vom Landschlachter als Schlachtabfälle abhole. Die Hunde leben quasi gesünder und nachhaltiger als ich 😉
Ich verfüttere täglich insgesamt 1,5kg und portioniere mir so kleine Pakete, die ich einfriere und täglich eines auftaue. Und hier ist das Problem: bisher griff ich immer nach Gefrierbeuteln in 3L Größe und ich habe noch keine gute Alternative gefunden.
Glas kann ich nicht einfrieren, Papier/Karton geht leider auch gar nicht. Die Fleischbollen brauchen etwa 24h bis sie komplett durchfroren sind, wenn die Tüten nicht total dicht sind, dann blutet der Gefrierschrank.
Tja, und sowas wie Tupperdosen ist leider auch echt schwierig. Ich kaufe Schlachtabfälle, das heisst es sind Abschnitte in unterschiedlichen Größen, teilweise mit Knochen usw. Das Volumen umfasst immer knapp 2 Liter, aber die Form ergibt sich durch die Stücken. Das Gute an Tüten ist, dass ich trotzdem ungefähr gleichmäßig Große Portionen habe, die ich einfrieren kann. Bei Plastikdosen wäre das natürlich von Haus aus auch gegeben, aber tendenziell nehmen sie mehr Platz weg, als ich zur Verfügung habe (die Tüten kann man formen und somit den Platz im Gefrierer besser ausnutzen, während von Plastikboxen in der Größe leider nur wenige in eine Schublade passen.

Klar, würde ich auswaschbare Boxen nehmen, hätte ich keinen Plastikmüll mehr. Aber die Boxen selber sind ja eigentlich auch nicht nachhaltig .
Deshalb meine Frage an dich, was vielleicht auch andere Leute interessieren könnte (zb Eltern die ihren Kindern den Brei selber kochen und einfrieren):

wie gehe ich möglichst müllfrei und nachhaltig mit Tiefkühlprodukten um? Worin kann ich Produkte / Lebensmittel einfrieren?
Gibt es auswaschbare Gefrierbeutel oder sowas wie eine metall-Backform für den Tiefkühler oder irgendwelche Tipps und Tricks in der Art?

[…]

VG Cécile

Liebe Cécile,

die erste Intuition, dass man nicht in Glas einfrieren kann, stimmt übrigens nicht. Eine tolle Anleitung, wie man plastikfrei einfriert, findest du hier bei Zero Waste Chef (auf Englisch) und eine kürzere Anleitung bei Smarticular (auf Deutsch). Wir selber frieren auch nur mit Glas und Stoffbeuteln bzw. Küchentüchern ein (z.B. bei Brot). Natürlich gibt es immer die Möglichkeit, Tupperdosen, die man bereits besitzt oder jemand anderes aussortiert hat, zum Einfrieren zu benutzen. Dann entsteht kein neuer Müll. Und Wiederverwendbares ist auf Dauer immer nachhaltiger als Einwegartikel.

Wir versuchen, aus gesundheitlichen Gründen Plastik von Lebensmitteln fern zu halten (wegen der Schadstoffe wie z.B. Bisphenol A, Bisphenol S, Phthalate, Flammschutzmittel usw.), aber so, dass es nicht auf Kosten der Nachhaltigkeit geht. Wir hatten z.B. Tupperdosen, die wir hatten, nicht einfach weggeworfen, sondern weiterbenutzt, bis wir zufällig mitbekamen, dass eine Bekannte sich neue Plastikdosen bei IKEA holen wollte. Da sie auch darauf bestand, sich welche zu holen, haben wir ihr unsere geschenkt und sind auf Einmachgläser umgestiegen.

Da es dir wichtig ist, das alles eng und flexibel zu packen, scheinen aber feste Behältnisse für dich nicht in Frage zu kommen. Es gibt tatsächlich Gefrierbeutel aus Silikon! Allerdings habe ich sie bisher noch nie im Handel (auch nicht in den Unverpackt-Läden, in denen ich bisher war) gesehen und konnte sie auch in den mir bekannten Onlineshops nicht finden. Wo ich fündig geworden bin, war leider bei amazon und bei ebay (einfach „Gefrierbeutel Silikon“ eingeben).

Was die meisten gar nicht auf dem Schirm haben: Die Ziplock-Gefrierbeutel sind eigentlich auf mehrmaligen Gebrauch ausgelegt! Natürlich nur sehr limitiert, denn soooo stabil sind die jetzt auch nicht, aber wenn du vorsichtig damit umgehst, solltest du schon so einige Durchgänge rausbekommen.

Die letzte Möglichkeit wäre es, ganz auf Glasbehältnisse mit Plastikdeckeln (zumindest plastikärmer also) umzusteigen und dafür einfach weniger auf einmal einzufrieren, sprich, das bisherige System zu ändern.

Ich hoffe, da waren einige Sachen dabei, die für dich mittel- und langfristig in Frage kommen. Vielleicht tut’s auch eine Mischform?

Liebe Grüße,
Shia

9 Kommentare

  1. Nachtrag: Sie fasst 6 Liter, falls man große Mengen Suppe oder dergleichen einfrieren möchte.

  2. Liebe Cécile, liebe Shia,

    ich hatte ein ähnliches Problem, und habe es für mich mit der größten Tupperdose der Serie Eiskristall gelöst. Die Maße sind 28 x 23 x 12,5 cm. Also so richtig groß. Bei mir füllt sie fast die unterste Schublade meines Gefrierschranks aus. Da kann man super einzelne Teile verschiedenster Größe einfrieren. Rohes Fleisch ist da sicherlich auch kein Problem, weil sie ja auswaschbar ist. Da die Tupperdose meines Wissens nicht mehr im Produktkatalog von Tupper ist, ist sie nur mehr gebraucht zu kaufen. „Gebraucht“ muss aber nicht zwangsläufig „benützt“heißen. Ich habe meine vor ein paar Monaten über willhaben.at gekauft, und bin damit total zufrieden. Und das wichtigste: Keine Nachfrage erzeugt, und immer wieder verwendbar.

    Viele Grüße
    Verena

  3. Hallo Shia und alle anderen!
    Danke für eure zahlreichen Antworten und Tipps! Ich habe mich total gefreut, dass meine Nachricht veröffentlicht wurde und auch für andere relevant zu sein scheint.
    Die Silikonbeutel kannte ich bisher noch gar nicht! Das werde ich direkt mal auschecken.
    Also ich habe tatsächlich einen eigenen Gefrierschrank für das Hunde Fleisch, weil es alles nicht in unseren kleinen Kasten passt 😉 Ich habe ein paar (Plastik)Dosen gesammelt und kann somit 60-80% meines Tütenverbrauches einsparen. Leider habe ich noch nicht genügend Dosen in der Größe gefunden und ich weigere mich welche zu kaufen (davon abgesehen finde ich die in der Größe auch nicht, außer in dem Set von Ikea mit vielen kleinen) und versuche mir die über Freunde oder Kleinanzeigen zusammen zu sammeln.

    Das Problem bei Plastiktüten ist leider oft, dass Knochenstückchen kleine Löcher einstechen oder ich ehrlich gesagt auch sehr blutige oder fettige Tüten manchmal kein zweites mal nutzen will, da ist auswaschen einer Dose deutlich einfacher und hygienischer. Wenn ich mal was für mich einfriere, versuche ich die Tüten meistens mehrmals zu nutzen, aber das mit den Schlachtabfällen ist leider echt eine andere Nummer.
    Gläser in der Größe mit einem entsprechend weitem Hals gibt es leider auch kaum, und wenn dann nutze ich die für meine eigenen Vorräte. Auf Dauer wäre Glas oder Metall wirklich besser, aber da ist die Größe und Form echt ein Problem, oder auch die Kosten. Dosen lassen sich auch besser stapeln.
    Insgesamt passt glaube ich ein bisschen weniger in den Gefrierer, aber das ist nicht so schlimm, da ich ihn eh selten ganz voll stopfe.

    Stella: nein Wolfen kommt nicht in Frage, meine Hunde sollen ihre Zähne benutzen und nicht nur Brei schlürfen. Das ist leider bei „BARF“ sehr groß in Mode und im Internetversand, aber eigentlich nicht wirklich optimal. Außerdem bin ich ehrlich gesagt zu faul noch mehr Mehraufwand für meine Hunde zu betreiben und für sie in der Küche zu stehen, wenn es eigentlich nicht notwendig ist. Hunde haben erstaunlich wenig Ansprüche an das Futter, wenn sie sich an Rohkost gewöhnt haben. Die meisten vermenschlichen ihre Hunde sehr, dabei man darf aber nicht vergessen, dass Hunde in den letzten 10.000 Jahre der Domestizierung auch nicht bekocht wurden und nur mit Abfällen gefüttert wurden (und sie haben es offensichtlich überlebt 😉 ). Back to the roots, weniger ist mehr, das sollte auch in der Haustierhaltung gelten.

    Liebe Grüße an alle!

  4. Hallo Cécile, Hallo Shia!

    Ich habe selbst früher für meine Tochter eingefroren und friere jetzt halbe Hühnerbrüste für meine Katzen ein – aus diesem Grund haben wir sogar von Anfang an eine größere Kühl-/Gefrierschrank-Kombi besorgt.
    An müllärmsten würde es wohl gehen, wenn du die Portionen nebeneinander auf einem Blech vorfrierst und dann in einen großen Beutel/Tupperdose/Metalldosen(die rechteckigen wie im Restaurant) umfüllst bzw. vielleicht sogar ein ganzes Fach (je nach Gefrierschrankgröße) für das Futter lässt. Man kann dieses dann auch alleine reinigen.
    Vielleicht wäre es also schlussendlich praktischer eine (gebrauchte) Gefriertruhe nur fürs Futter zu besorgen. Daumen hoch übrigens für die Mühen der artgerechten Ernährung.

    Liebe Grüße,
    Natalie

  5. Hallo Cecile, wäre es denkbar das Fleisch zu wolfen (durch den Fleischwolf zu drehen)? Dann könntest du anschließend die Masse in passende Gläser füllen (500g?)…

    Stella

  6. Hallo,
    ich habe es eine Zeitlang genauso wie Cayazi gemacht. Dann siegte die Faulheit. Da ich nun aber mehr und mehr auf Müllvermeidung und Mehrfachverwendung achte, wird das Auswaschen wieder eingeführt!
    Sicherlich kann man die Beutel nach dem Auftauen des Fleisches noch ein paar Mal wie beschrieben auswaschen. Würd ich einfach mal ausprobieren.
    Diese Gefrierbeutel aus Silikon finde ich etwas klein (1 l) und sie sehen nicht sehr verformbar aus. Zudem kommen alle aus China, bisschen sehr weit weg, um Beutel dort zu bestellen! Ne, dann lieber Gefrierbeutel auswaschen!
    LG,
    Aeris

  7. Hallo! Danke für den interessanten Beitrag. Es gibt in Österreich bzw. selbstverständlich auch online den sogennanten Jausn Wrap. Dabei handelt es sich um eine natürlich Alternative für Frischhaltefolie. Man kann damit auch einfrieren. Tüten gibt es aus dem Material noch keine, aber auf der Homepage steht daß die Hersteller für Vorschläge offen sind!

    http://www.jausnwrap.at

    Lg
    Hedi

  8. MmePinson

    Ich würde wohl auch eine Kombi aus Glas und diesen Beuteln vorschlagen:
    erstmal mit Gläsern voll machen und dann diese formbaren Silikonbeutel in die Zwischenräume stopfen. Echt cool, ih wusste gar nicht, dass es sowas gibt. Ich werd’s ab jetzt auch so machen. Habe nämlich das gleiche Problem, dass ich die Zwischenräume nie so richtig voll kriege. Danke für den Hinweis! Obwohl diese Silikonbeutel zugegebenermaßen ja doch wat teuer sind… 🙁 Naja, ist ja für die Umwelt, nicht wahr? 🙂

  9. Liebe Cécile, liebe Shia,

    Ich bin nur tw. Zerowasterin , aber ich benutzt meine Gefrierbeutel ettliche Male, die sind ziemlich stabil! Ich sage mir: ist eine Tupperdose, nur ganz, ganz dünn!
    Beim abwaschen fülle ich sie mit Spülwasser, drücke die Luft raus und schüttle und knete sie ein bisschen, spüle etwas mit klarem Wasser und lasse sie umgedreht aufgespannt/aufgestukt abtropfen, später abtrocknen und letzte Feuchtigkeit lüftet weg, bevor sie wieder in die Schublade kommen. Klingt komplizierter als es ist 🙂
    Das ist unproblematisch, wenn ich Brot, Nudeln, Reis, Linsen oder Gemüse einfriere. Bei fettigen Soßen werfe ich die Tüte eher weg, da bräuchte ich extra Spüli, meistens landen die Soßen allerdings eh in einer Dose.
    Bei Fleisch ist das so eine Sache…, könnte man aber auch probieren, zumal ich glaube, dass die Hunde einen sehr viel stabileren Magen haben als wir.

    Lg, Cayazi

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.