4 Zero-Waste-Tipps für mehr Nachhaltigkeit während der Schwangerschaft

©Anja Bergmann

Wie ihr wisst kommen ja einige wirklich wichtige Themen bei mir leider etwas zu kurz, weil ich nicht aus eigener Erfahrung sprechen kann. Ich werde z.B. ganz viel nach Zero Waste mit Kindern und  Zero-Waste-Haustierhaltung gefragt. Ich halte immer meine Ohren offen und lasse mir das immer sehr gerne erzählen, fühle mich aber nie kompetent genug, um selber etwas dazu zu schreiben. Deswegen freue ich mir immer ’nen Ast ab, wenn liebe Menschen sich bereit erklären, aus ihrem Erfahrungsschatz zu berichten! ❤️ (Wenn jemand hier mitliest, der ihre*seine Erfahrungen mit einer Zero Waste/müllarme/plastikfreie Haustierhaltung teilen mag, der soll sich gerne bei mir melden 😉)

Darf ich nun vorstellen *Trommelwirbel*: Anja, müllarme Mama von zwei Wirbelwinden (2,5 Jahre und 5 Monate)! In neun unglaublich informativen Artikeln teilt sie heute und in den kommenden Wochen jeden Freitag ihre Erfahrungen mit euch. Vergesst nicht, meinen Blog zu abonnieren (unten links), um keinen dieser Artikel zu verpassen!

Als ich das erste Mal schwanger wurde, habe ich mir über Zero Waste noch nicht viele Gedanken gemacht. Der Weg dorthin begann zunächst damit, dass ich meine Ernährung umstellte und begann, mich überwiegend vegan zu ernähren. Im nächsten Schritt arbeitete ich daran, meinen Plastik- und Müllkonsum zu reduzieren, vorwiegend selbst zu kochen und dafür frisch einzukaufen.

Während der Schwangerschaft wollte ich, wie wohl jede werdende Mutter, nur das Beste für mein Kind. Deshalb nutzte ich die Zeit der Schwangerschaft, um möglichst viel zum Thema Schwangerschaft, Geburt und die ersten Monate mit Kind zu lesen und mit den Müttern in meinem Freundeskreis über deren Einstellung zu und deren Umgang mit bestimmten Themen zu sprechen. Daraus entwickelte sich im Endeffekt unser neuer Lebensstil, dass meine Familie und ich so wenig Müll wie möglich hinterlassen wollen.

Im Zusammenleben mit Babys und Kleinkinder Müll einzusparen und zu reduzieren, ist nicht schwer. Es hat für mich viel mit Verzicht bzw. „weniger ist mehr“ zu tun. Das möchte ich euch anhand einiger typischer Situationen aufzeigen, über die sich wohl jede werdende Mutter früher oder später Gedanken macht. Ein Teil davon sind meine eigenen Erfahrungen und Meinungen, anderes sind Erfahrungen von anderen Müttern, die ich übernommen habe. Da ich mich immer weiterentwickeln möchte, bin ich natürlich für eure Erfahrungen, Tipps und Anregungen dankbar, wie man noch mehr Müll vermeiden könnte.

Ein erster allgemeiner Tipp gleich am Anfang: Nicht alles neu, sondern gebraucht kaufen: Für Baby- und Kleinkindausstattung bekommt man so ziemlich alles gebraucht: Wickeltische und die ersten Möbel fürs Kinderzimmer z.B., ebenso Badewannen, Beistellbett, Mobiles, Spielzeug und Unmengen an Klamotten. Da für die Kleinen das Meiste nur wenige Wochen oder Monate benötigt wird, sind diese Dinge meist in einem super Zustand. Ebay Kleinanzeigen und Mamikreisel sind hier wohl die bekanntesten Adressen. Wenn wir etwas anschaffen wollen, gucken wir jedenfalls immer zuerst im Netz, ob es das gebraucht gibt. Um möglichst viel Müll und Versandkosten zu vermeiden, kann man am besten die erworbenen Sachen selbst abholen. Auf Kindersachen-Flohmärkten kann man sich die Sachen angucken, verhandeln und gleich mitnehmen, was Versandmaterial und Geld spart.

In den kommenden Wochen möchte ich gemeinsam mit euch durch verschiedene Themen gehen, über die ich mir als (werdende) Mutter von Schwangerschaft bis Kleinkindalter Gedanken gemacht habe und euch je Thema meine Ansätze und Erfahrungen in Bezug auf Zero Waste erzählen.

Zum Auftakt gibt es heute vier Tipps für mehr Nachhaltigkeit in der Schwangerschaft!

1. Nahrungsergänzung: Weniger ist mehr

Uns Frauen wird während der Schwangerschaft viel erzählt, was wir nicht alles an Vitaminen, Spurenelementen und Pillen nehmen sollen, damit es unserem Kind an nichts fehlt. Weniger ist hier manchmal mehr. Eine Orientierungshilfe hat mir hier das Buch von Friedrich P. Graf „Kritik der Arzneiroutine bei Schwangeren und Kleinkindern“ gegeben. Laut Graf braucht man Folsäure z.B. nur die ersten drei Monate und Eisen nach Bedarf, genau wie andere Mineralstoffe. Das kann jede Frau für sich abwägen. Durch die Reduzierung der Einnahme von Medikamenten und Zusatzstoffen reduziert sich nicht nur Müll, wir führen unserem Körper auch nicht unnötig Stoffe zu, die er vielleicht gar nicht braucht.

2. Nicht jede Untersuchung mitmachen

In meiner ersten Schwangerschaft bin ich anfangs alle vier Wochen zum Frauenarzt gegangen. Ab dem 6. Monat war ich zur Vorsorge bei der Hebamme. Meine Frauenärztin tendierte zum Beispiel dazu, bei jedem Termin eine Ultraschalluntersuchung durchzuführen und Blutuntersuchungen zu machen, die nicht nötig sind. Hier lohnt es sich nachzufragen und bestimmte Untersuchungen zu verweigern. Während der 2. Schwangerschaft war ich, wann immer es möglich war, nur bei der Hebamme zur Vorsorgeuntersuchung. Die ungeborenen Kinder werden z.B. durch weniger Ultraschall-Untersuchungen weniger belastet und je weniger Bluttests, desto weniger Müll 😉

3. Keine extra Umstandskleidung in der 1. Hälfte der Schwangerschaft

Sich mit Umstandsmode für die paar Monate komplett neu auszustatten, weil plötzlich die Hose kneift, halte ich für unnötig. Bisher getragene Hosen konnte ich in den ersten Schwangerschaftsmonaten mit Knopferweiterungen noch länger tragen. Später habe ich mir ein Bauchband besorgt, welches über den Hosenbund gezogen wird, so dass der Hosenverschluss darunter einfach aufgelassen werden kann.

4. Umstandskleidung gebraucht kaufen

Weite T-Shirts, Oberteile und Pullover konnte ich gut bis in die 2. Hälfte der Schwangerschaft tragen. Irgendwann kam dann der Punkt, wo die bisher getragenen Sachen doch unbequem werden und unangenehm in den Bauch kneifen. An dieser Stelle empfehle ich, wie oben schon erwähnt, gebrauchte Sachen zu kaufen. Auf Kindersachenflohmärkten wird auch gebrauchte Umstandsmode angeboten. Bevor ich etwas gekauft habe, habe ich erst einmal Freundinnen gefragt, die ihre Schwangerschaft schon hinter sich hatten, ob sie noch was im Schrank haben, was sie verleihen oder günstig verkaufen würden. Da kamen dann einige Berge an Klamotten zusammen, die ich gar nicht alle anziehen konnte. Zur weiteren Müllvermeidung habe ich alles was ich hatte und noch gut war, dann ebenso wieder an Freundinnen verschenkt oder auf Flohmärkten angeboten.

Was sind eure Erfahrungen in der Schwangerschaft? Könnt ihr euch das für euch auch vorstellen? Was sind so eure Tipps?

Lesetipps: Erfahrungen von zero wastern mit kindern

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15 Kommentare

  1. Pingback: Zero Waste mit Kleinkindern: Tipps rund um Wickeln & Windeln – Wasteland Rebel

  2. Erst mal super Idee für diese Serie and Posts :-)!

    Ich habe drei Kinder und auch wenn ich in den ersten beiden Schwangerschaften noch nicht zero waste gelebt habe, so habe ich doch schon damals versucht, möglichst ökologisch zu leben. Was mir so zum Thema Zero Waste – Schwangerschaft einfällt:

    – Stoffbinden für die Nachblutung: in der ersten Schwangerschaft habe ich die noch selbst genäht, in den darauffolgenden habe ich welche gekauft
    – nicht alles was man kaufen „soll“ ist auch wirklich notwending. Jede Familie und jedes Kind ist andres, aber für Kind Nr. 1 habe ich z.B. weder Kinderwagen, noch -bett noch -badewanne gebraucht (aber eben gekauft, weil ich dachte, man braucht das halt). Bei vielen Sachen kann man einfach abwarten bis das Baby da ist, und dann sehen ob es wirklich notwendig ist.
    – Umstandskleidung: war bei mir eher schwierig gebraucht zu finden, da ich sehr klein bin. Deshalb habe ich drauf geachtet, Sachen zu kaufen die ich auch nach der Schwangerschaft noch tragen kann, v.a. Sachen die auch zum Stillen geeignet sind.
    – Stilleinlagen aus Stoff: kauf oder nähe dir Stilleinlagen aus Stoff. Ganz am Anfang, wenn oft viel Milch kommt, kann man auch einfach eine Mullwindel benutzen.
    – vor allem wenn es das erste Kind ist, wollen alle Freunde und Verwandten einem was schenken (zumindest was das unsere Erfahrung). Überlegt euch vorher was ihr wirklich braucht und stellt eine Geschenkeliste auf, wo auch steht wo man die Sachen entweder gebraucht oder ökologisch vertretbar kaufen kann.

    Und – das Ganze nicht zu eng sehen ;-). Niemand kann 100% zero waste leben, und wenn es mal nicht so klappt wie man sich das vorgestellt hat, dann geht davon nicht die Welt unter!

  3. Pingback: Gehen eine Geburt im Krankenhaus und Zero Waste zusammen? – Wasteland Rebel

  4. Hallo nochmal zusammen.
    @ Kekse. Backen finden unsere Jungs super und werden wir nun auch ausserhalb der Weihnachtszeit machen. Bisher sind wir mit aufgeschnittenem Obst immer gut über die Runden gekommen. Leider haben viele Kinder beim Turnen Kekse mit… Also wird nun gebacken.
    @ Eis. Habe noch 2 alte Eisbereiter von der bekannten Plastikmarke im Keller gefunden. Das reicht wirklich nicht. Schaue mal ob ich noch gebraucht welche bekomme. Shia wie war das nochmal mit einfrieren im Glas? Eisdiele ist leider wegen der Lactoseintoleranz nicht so feini.
    @Trinkpäckchen. Ja wir haben alle eine tolle Plastikflasche, die immer schön gefüllt wird. Deswegen werden Trinkpäckchen-Wünsche ignoriert. Strohhalme wären noch gut und kommen direkt auf meine Wunschliste. Von Halm natürlich.
    @Kita. Mmh villt könnte man einen kleinen Turnbeutel aus Wachstuch oder so an den Haken hängen, dass dort die nassen Kleider rein kommen. Leinenbeutel wäre da wohl etwas unpraktisch.

    Freu mich auf den nächsten Beitrag

    • Hey, gute Ideen. Für die Turnsachen kannst du Wetbags mit Nass- und Trockenfach probieren. Die gibt’s auchbund extragroß.
      Strohhalme gibt es wiederverwendbar aus Silikon oder Edelstahl.

  5. Oh Shia, ich finde deine Idee genial, mit Gastbeiträgen die Themen abzudecken, die du nicht selbst bedienen kannst! Danke dafür!
    Meine Erfahrungen mit drei Kindern (3 1/2 J, 2J, 4M): soooo viele, muss mir was für die nächsten Artikel aufgeben, daher jetzt passend zum Thema Schwangerschaft: ich habe bei allen Kindern nur die Untersuchungen machen
    lassen, die „vorgeschrieben“ sind. Nur wenn etwas auffällig war hab ich weiterer Untersuchung zugestimmt, da war mir die Sicherheit für die Babys und mich wichtiger. Eisen kann gut über Nahrung oder angereicherte Getränke ergänzt werden, wenn der Mangel nicht zu groß ist. Hebammen haben auch unterschiedliche Einstellungen, meine war von wenig Müll ganz begeistert. Für’s Wochenbett gehen prima waschbare Binden, die ganz großen! Wer Stoffwindeln benutz wäscht die einfach da bei 60 Grad mit.
    Zeitschriften für Schwangere und Eltern: braucht man nicht und auch kostenlose lehne ich immer ab. Stehen eh meist Sachen drin, die nicht für alle passen oder nur verwirren. Aufs Bauchgefühl verlassen, auch wenn man verunsichert ist und im Zweifel bessert eine Hebamme/Arzt fragen, wenn die Wellenlänge und Einstellung da stimmt.
    So, jetzt reicht’s, ich schreib dann beim nächsten Beitrag wieder was
    LG Petra

  6. Hi,
    ich finde es auch als zweifach Mutterb(1 1/2 und 4 Jahre) toll, dass das Thema Kinder und zero Waste aufgegriffen wird.
    Eis gibt es bei uns übrigens auch nur in der Waffel, manchmal nehmen wir noch einen Löffel mit, wenn wir vorher daran denken. Das ist ja nämlich das Problem, viele andere Kinder haben diese tollen bunten Löffelchen und mein großes Monster nicht (es folgen Tränen…). Solche Momente finde ich immer schlimm.
    Zu Hause machen wir Eis auch manchmal selbst, entweder tatsächlich Wassereis dann aus ausgepressten Orangen (ohne zusätzlich Zucker. Die Kinder lieben es trotzdem) in den rosa Plastik-Eis-Förmchen vom Schweden, oder mit Sahne aus dem Mehrweg Glas (der Preis tut nur echt weh!!).
    Schwierig finde ich Geschenke von Verwandten, Quengelartikel (kaum zu glauben das wir echt mal Ü-Eier gekauft hatten!) und spontane Situationen (Kind braucht bis Morgen eine neue Mütze, weil die alte plötzlich weg ist. Auf nem Fest gibt es Süßkram geschenkt, natürlich verpackt; Kürbisse schnitzen in der Kita… Was ist da mit Lebensmittelverschwendung??!!).

    Und den Tipp für mehr Vorsorgen bei der Hebamme und sich nicht von Anfang bis zum Ende mit Zusatzstoffen vollstopfen, finde ich definitiv super!
    Interessieren würden mich Erfahrungen, wie man es der Verwandtschaft mitteilte oder das teilweise mit der Kita handhabt (z.B. nasse Klamotten gibt es in Plastiktüten mit nach Hause.)
    Oh das war jetzt zu viel Text… Aber die Monster schlafen noch.

    • Wie ich oben schon erwähnt habe gibt es tolle große Wetbags mit Nass- und Trockenfach. Z.Bsp. auf windelwissen.de oder bei fratzhosen.de

  7. Hallo
    Du hast mal nach frttfressender Alternative für die Geschirrspülmaschine gesucht-hier ist sie: Kristallsoda ( DM)
    Es funktioniert super um alles was etwas fettig ist oder stark verschmutzt ist zu reinigen
    Alles Liebe von Demo

  8. Hallo Anja. Hallo Shia.
    Wie schön, dass ihr hier das Thema Kinder aufgreift. Ich bin ja auch zweifache Mutter (2 und 4 Jahre). Und puh es ist manchmal echt nicht einfach. Kleidung und Spielzeug kaufen wir eh schon nur gebraucht und auch nur wenn nötig. Aber die Lebensmittel machen mir echt zu schaffen. Unverpackt gibt es hier nicht in der Nähe. Dennoch geben wir uns mühe und kochen wir viel frisch.
    ABER: Kekse… Eis am Stiel… die heißgeliebten und mir verhassten Trinkpäckchen… In den Ferien gab es jeden Tag zum Nachtisch ein Eis am Stiel. Macht bei 4 Personen: 84 Eisverpackungen ! ! ! in nur drei Wochen. Der Plan steht: Kekse selber backen, Eis selbst machen, den Wunsch nach Trinkpäckchen ignorieren. Die Umsetzung im Alltag mit Arbeit und den Kids gestalten sich dann aber doch recht schwierig, wie ich finde.
    Ich bin gespannt auf die nächsten Artikel.
    Sonnige Grüße
    Davina

    • Hallo Davina
      Ich kenne das. Habe so Plastikbehälter in denen man Joghurt oder Säfte, etc. einfrieren kann, gibt es auch mit Stielen dazu. Ist zwar Plastik, aber wiederverwendbar. Kekse kann man auch auf Vorrat backen, die halten meist lang in Blechdosen. Statt Trinkpäckchen könnten sich die Kids doch eine tolle Flasche aussuchen und dann bestimmen was da rein soll… nur so als Ideen, ich weiß, Kinder sind da oft sehr hartnäckig, aber ich denke sie verstehen schon, wenn man ihnen erklärt dass der Müll die Bäume und Blumen kaputt macht o.ä.
      Viel Spaß beim Kreativ-werden

    • Liebe Davina
      Danke für deinen Kommentar. Ich verstehe dich sehr gut. Ichbmöcjte so viel mehr machen und dann machen einen die kleinen Racker einen Strich durch die Rechnung 😉 sind Eiskugeln in der Waffel eine Alternative? Ich verpacke Snacks für unterwegs in Mini-Wetbags, nehme Apfelmus in wiederverwendbaren Quetschies mit. Getränke nehme ich in kinderfreundlichen Trinkflaschen mit.
      Bei uns gibt es Kekse im Unverpackt Laden. Im normalen Supermarkt gibt es aber auch teilweise lose Süßigkeiten zu kaufen.
      Essen deine Kleinen Obst?
      Ich möchte auch wieder mehr selbst backen, nachdem der Kuchen beim Bäcker echt megateuer geworden ist und die meisten den Kuchen nicht Unverpackt rausgeben. Vielleicht hat da Shia ein paar schnelle Rezepte für gestresste Eltern?
      Alles Gute dir!

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