Heizen, aber richtig!

Jeden Sonntag gibt es um 14:30 Uhr bei COSMO (ehemals Funkhaus Europa) von mir etwas zu Nachhaltigkeit auf die Ohren! COSMO ist das internationale und interkulturelle Hörfunkprogramm und eine gemeinschaftliche Produktion von den öffentlich-rechtlichen Sendern WDR, Radio Bremen und Rundfunk Berlin-Brandendenburg.

Zu empfangen in NRW auf 103,3 MHz, in Bremen und Teilen Niedersachsens auf 96,7 MHz, in Bremerhaven auf 92,1 MHz und in Berlin und Umgebung auf 96,3 MHz.

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Brrr, gefühlt geht es nun mit großen Schritten auf den Winter zu. Na gut, hier ist es gerade schön warm im Studio, es wird ja auch geheizt. Wusstet ihr, dass Heizkosten und Warmwasseraufbereitung 70% der Energiekosten in einem 3-Personen-Haushalt ausmachen? Das sagt die Energieagentur NRW zumindest. Und Shia Su, unsere COSMO-Nachhaltigkeitsexpertin sagt, dass das nicht sein muss, wenn man nur weiß, wie man klug heizt.

Shia, was genau heißt denn, “klug heizen”? Hoffentlich nicht, dass ich im Wintermantel aufm Sofa sitzen muss?

Nein, das auf jeden Fall nicht! Wär auch nix für mich als Frostbeule. Wobei ich es schon nicht ungemütlich finde, mich zum Lesen mit einem heißen Tee in eine Decke zu mümmeln. Aber nee, es geht darum, nur so viel wie nötig, aber so wenig wie möglich zu heizen. Also nicht so, dass man in T-Shirt und kurzer Hose abhängt, aber auch nicht so, dass man im Wintermantel bibbert. Im Wohnbereich sind so 18-20 Grad ganz gut und ausreichend. Jedes Grad kostet auch richtig Geld. Als Faustregel gilt: ein Grad weniger spart 6% der Energiekosten.

Also, ich steh ja morgens, bevor ich aus dem Haus gehe, immer vor der Frage: Soll ich die Heizung jetzt eigentlich ganz ausdrehen und abends, wenn ich nach Hause komme, wieder aufdrehen? Oder lieber die ganze Zeit durchlaufen lassen?

Das kommt ein bisschen auf die Bausubstanz bei dir zu Hause an. In Deutschland sind es ja in der Regel eher massive Wände. Die müssen auch erst mal erwärmt werden, sonst bleibt es kalt. Und das braucht natürlich viel Energie und auch Zeit. Deswegen ist es nicht gut, Räume ganz auskühlen zu lassen, weil man sie dann erst wieder auf Temperatur bringen muss. Auf unter 16 Grad sollte die Wohnung deshalb nicht auskühlen. Es sei denn natürlich, man fährt für drei Wochen in den Urlaub.

Dann also doch lieber die Heizung durchlaufen lassen, wenn ich tagsüber zur Arbeit gehe?

Ja, schon herunterdrehen. Ich stell das Thermostat auf so 16-18 Grad, wenn ich schlafe oder halt tagsüber nicht Zuhause bin. Außerdem heize ich nicht jeden Raum gleich. Am wärmsten ist natürlich der Wohnbereich mit 18-20 Grad, aber das Schlafzimmer heize ich z.B. nur minimal und heize es auch nicht vor dem Schlafengehen auf. Da ich aber ja eine Frostbeule bin, lass ich mir das Bett entweder von meiner besseren Hälfte oder meiner genauso treuen Heizdecke vorwärmen.

Du hast ja eben schon die Bausubstanz angesprochen. Ich wohn ja in so ‘nem Altbau, wo es so tierisch durch die alten Fenster zieht. Ich hab wirklich das Gefühl, dass ich mich da dumm und dämlich heize – und ‘ne Stange Geld kostet das ja auch! Haste da Tipps für mich?

Oh ja, alte Fenster sind nicht so gut, da geht echt viel Wärme und somit auch Geld verloren. Das ist schlecht für die Umwelt und den Geldbeutel. Mein Tipp: Es gibt im Baumarkt Profildichtungen, womit du Fenster und Türen selber abdichten kannst. Bei Kunststofffenstern hilft es manchmal auch schon, die Beschläge zu ölen und neu einzustellen. Aber bevor du das machst, sprich am besten mal deinen Vermieter an, ob er damit einverstanden ist oder nicht sogar die Fenster professionell abdichten möchten. Was du aber selber machen kannst, ist die Heizung zu entlüften, wenn der Heizkörper gluckert. Denn dabei geht nämlich sonst auch Energie verloren. Das ist auch gar nicht schwer. Das kannst du dir am besten bei der jährlichen Heizungswartung erklären lassen.

Und wie ist das mit dem Lüften – gar nicht, wenn man heizt?

Nee – frische Luft muss schon sein. Deshalb Lüften ja, aber RICHTIG Lüften. Wissen wir aber eigentlich alle: Immer schön Stoßlüften statt Fenster den ganzen Tag auf Kipp. Mindestens drei Mal am Tag die Heizung mal für fünf Minuten ausstellen und Durchzug machen. So tauscht sich nämlich die Luft aus, ohne, dass die Wände abkühlen. Je dichter die Fenster, desto häufiger sollte man auch lüften, wir wollen ja schließlich keinen Schimmel in der Butze haben.

Mehr Tipps gibt es übrigens hier: 10 Tipps, wie man richtig heizt. Auch vielleicht interessant: Warum Kerzen der Umwelt schaden.

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