Grüne Vorsätze

Jeden Sonntag gibt es um 14:30 Uhr bei COSMO von mir etwas zu Nachhaltigkeit auf die Ohren! Besser bekannt ist der Radiosender wahrscheinlich momentan noch unter Funkhaus Europa, das internationale und interkulturelle Hörfunkprogramm von den öffentlich-rechtlichen Sendern WDR, Radio Bremen und Rundfunk Berlin-Brandendenburg. Seit dem 1. Januar 2017 nun umbenannt in COSMO.

Zu empfangen in NRW auf 103,3 MHz, in Bremen und Teilen Niedersachsens auf 96,7 MHz, in Bremerhaven auf 92,1 MHz und in Berlin und Umgebung auf 96,3 MHz.

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Wasser aus der Leitung, weniger tierische Produkte oder generell weniger Konsum: Unsere Nachhaltigkeitsexpertin Shia Su hat viele Ideen für grüne Vorsätze für das neue Jahr.

Shia, was sind deine Vorsätze für das Jahr 2017?

Meine Vorsätze sind eigentlich alles Sachen, an denen ich bereits arbeite. Nichts, was von heute auf morgen passieren soll, kann oder muss. Hat auch keinen Sinn – die halte ich nämlich selten durch. Einer meiner Vorsätze ist: ich möchte langsam von Kunst- und Mischfaser-Kleidung weg. Denn die Fasern, die sich beim Waschen lösen sind Mikroplastik und können von den Kläranlagen nicht rausgefiltert werden. Das heißt, diese winzigen Teilchen landen alle im Meer, in den Korallen, Fischen usw. Ich hoffe, dass ich Ende des Jahres vor meinem Kleiderschrank stehe und darin fast nur noch gutaussehende Sachen aus Baumwolle sehe.

Shia, was wäre denn etwas, das wirklich jeder umsetzen könnte?

Jeder könnte mehr Wasser aus der Leitung, statt in Plastikflaschen abgefülltes Wasser trinken. Trinkwasser ist das am strengsten kontrollierte Lebensmittel in Deutschland – und Bleirohre mussten alle bis 2013 ausgetauscht werden. Wer vor Leitungswasser Angst hat, der dürfte nach dem Standard eigentlich gar keine Lebensmittel mehr im Supermarkt kaufen. Und wer in Gegenden mit hartem Wasser lebt: Das ist sogar gut, denn das bedeutet, dass es mineralreiches Wasser ist. Schlecht für die Waschmaschine, gut für den Körper.

Heißt das, dass das Mineralwasser, das wir kaufen, auch hartes Wasser ist?

Ja, das ist nichts anderes. Wenn man sich noch einen Sprudler und vielleicht sogar Sirupsorten aus dem Bioladen zulegt, kannst man auch Limos und Cocktails machen, ganz ohne Getränkekästen schleppen zu müssen!

Was wäre denn noch ein anderer guter grüner Vorsatz?

Weniger tierische Produkte essen! Die Fleischindustrie verursacht mehr Treibhausgase als Schiffe, Autos, LKW und Flugzeuge zusammen – und das nach konservativen Schätzungen. Die Wasserbilanz sieht auch nicht gut aus: Um ein Kilo Rindfleisch zu produzieren, braucht man über 15.000 Liter Wasser. Das sind über 94 Badewannen. Es hilft also, sich öfters mal für die vegetarische Option zu entscheiden. Ich finde, ein guter Vorsatz ist es, ein oder sogar zwei Mal die Woche einen vegetarischen oder sogar veganen Tag einzulegen.

Ein anderer sehr guter Vorsatz ist es, bewusster und etwas weniger zu konsumieren. Ich meine: Wir haben eigentlich alle viel mehr als wir brauchen und könnten locker 30 bis 80 Prozent unseres Hausrates aussortieren und würden immer noch im Überfluss leben. Statt immer alles neu zu kaufen, kann man auch secondhand shoppen. So schont man die knappen Ressourcen. Es gibt auch für jede Stadt Tausch- und Verschenkgruppen bei Facebook. Flohmärkte machen auch viel Spaß. So muss man nicht mehr jedes blöde Sonderangebot in Erwägung ziehen, weil man nicht andauernd neue Dinge braucht und dabei spart man auch noch eine Menge Geld!

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