FAQ – Kniffliges zu Zero Waste & Themenwünsche

FAQ Zero Waste

Kniffliges

Wie bekommen Unverpackt-Läden ihre Waren geliefert?

Unverpackt-Läden bekommen in der Regel ihre Ware in sogenannten Großgebinden geliefert, also in Großpackungen, die haushaltsübliche Mengen überschreiten. Ware in Supermärkten sind individuell verpackt und meistens noch mal zusammengefasst, häufig in einem Karton, der wiederum geschweißt ist. Auch das fällt bei Großgebinden häufig weg. Somit entsteht insgesamt weniger Müll. Hier habe ich mal hinter die Kulissen blicken dürfen.

Verlagert man nicht seinen Müll einfach nur in die Läden?

Ja und nein. Man teilt sich sozusagen die Großpackungen mit anderen Kunden, wodurch insgesamt weniger Müll entsteht. Von einigen Sachen könnten wir uns sicherlich eine Großpackung holen, aber eben nicht von allem, weil wir das gar nicht alles aufbrauchen könnten, bevor es schlecht werden würde. Aber ja, die Verpackung des Großgebindes bleibt im Laden, wir bitten nicht darum, uns den prozentualen Anteil abschneiden zu dürfen.

Kann man mit Hartz IV oder als Student Zero Waste leben?

Wenn man das Gesamtkonzept fährt und das Geld nicht stattdessen für was anderes ausgibt, ja. Man wird für Lebensmittel mehr Geld ausgeben, weil ein großer Teil unverpackter Trockenwaren eben nur in Bioqualität vorliegt. Loses Obst und Gemüse kann man sich aber auch konventionell gut kaufen.

Dafür fallen aber fast alle anderen Ausgaben weg oder werden günstiger: An Kleidung und Elektrogeräte haben wir nur das, was wir tatsächlich brauchen. Unser gesamter Kleiderschrank besteht nur aus unseren absoluten Lieblingsstücken, was ich total toll finde. Elektronik haben wir nur das Nötigste: Jeder ein Laptop und ein Smartphone. Mein Mann noch ein altes iPad, das er aufbrauchen möchte, und ich meine Kamera. Kein Radio, kein Fernseher, kein Stereoanlage, kein MP3-Player oder was man sonst noch zu Hause rumfliegen hat. Wir kaufen nur nach, wenn was kaputt geht, und das dann secondhand, was auch wieder billiger ist.

Putzen und Kosmetik ist ein Posten, wo wir fast kein Geld mehr ausgeben müssen, weil wir nun Hausmittel benutzen. Beispiel: Eine (Papier-)Packung Citronensäure kostet keine 3€ und reicht für 37,5 Liter Allzweckreiniger. Eincremen tun wir uns mit Ölen aus der Küche, und das ist selbst in Bioqualität billiger als eine günstige Drogerie-Eigenmarken-Gesichtscreme. Einwegartikel, die man sonst immer und immer wieder nachkaufen muss wie Wattepads, Taschentücher, Spülschwämme, Küchenpapier usw. fallen komplett weg.

Und der Kern der Sache: Man konsumiert bewusster, d.h. viele Kleinausgaben, die man gedankenlos tätigt, weil es immer nur so kleine Beträge sind, fallen weg. Und Kleinvieh macht eine MENGE Mist!

Wir haben bis vor kurzem vom Gehalt der halben Stelle meines Mannes gelebt, und ich habe 2x/Woche gekellnert. Und wir haben nur in Bioläden gekauft und wegen meiner Jobunsicherheit als Bloggerin waren wir natürlich sparsam und haben eigentlich alles, was ich verdient habe, zur Seite gelegt. Wir haben also ungefähr Ausgaben auf Hartz IV Niveau oder sogar etwas drunter gehabt, was auch bei uns geht, weil Bochum jetzt auch von den Mieten her keine teure Stadt ist und wir kein Auto mehr haben und so zentral wohnen, dass wir sogar überall hinlaufen können.

Jetzt haben wir höhere Ausgaben, weil wir wegen meiner Zero-Waste-Termine so viel unterwegs sind und dann auch viel auswärts essen und natürlich auch Fahrtkosten u.Ä. tragen müssen. Ich kann also ganz direkt aus eigener Erfahrung sagen: Ja, es geht, wenn man generell auch gelernt hat, ein Haushaltsbuch zu führen und zu budgetieren ;).

Wie sinnvoll ausmisten? Entsteht dabei nicht auch wieder Müll?

Es ist immer die Frage, WIE man etwas macht. Der Gedanke hinter dem Ausmisten ungenutzter Sachen ist ja die der Umverteilung. Es wurde ja bereits mehr als genug produziert. Die Sachen müssen eigentlich nur umverteilt werden! So müssen keine Ressourcen für die Produktion von Neuwaren angezapft werden. Die Idee dahinter ist also nicht, die Sachen einfach zu entsorgen, sondern anderen zur Verfügung zu stellen.

Natürlich findet man da auch Sachen, die kaputt und wirklich nicht mehr zu gebrauchen sind. Aber ganz ehrlich: Die nicht zu entsorgen ist doch nur ein Spiel auf Zeit, denn sie sind bereits unbrauchbar! Dann lieber zusehen, dass man sie dem Recycling-Prozess zuführt, damit Ressourcen geschont werden können.

Themenwünsche

Nimmst du Themenvorschläge an?

Ja, klar. Schreib mir deine Vorschläge am besten über das Kontaktformular. Auch wenn ich aufgrund der überwältigenden Menge an Mails ❤️ wahrscheinlich nicht werde antworten können, so sammle ich das fleißig in einer Liste, und ich versuche natürlich auch, eure Fragen gebündelt in Artikeln aufzugreifen und zu beantworten.

Kannst du nicht mal das Thema Kinder aufgreifen?

Ich würde sehr gerne auch das Thema „Zero Waste mit Kindern“ auf meinem Blog aufgreifen! Wir haben nur selbst keine Kinder (und wollen keine). Die liebe Ilka schreibt auf ihrem Blog The Simple Home über ihr Zero Waste Leben mit Kindern auf dem Land und war so lieb, für mich mal einen Gastartikel zu verfassen. Ich hoffe, dass vielleicht nach und nach noch mehr Zero Waste Eltern gerne mal ihre Erfahrung auf meinem Blog teilen!

6 Kommentare

  1. Catalina

    Was macht man mit Pflanzensamen? Im Gartenmarkt kriege ich die nur in diesen kleinen papiertüten die sich aber aufgrund so einer art beschichtung anfühlen wie plastik. Gibts da ne alternative? Ich liebe meinen Garten und aufhören neu zu pflanzen kann ich nicht. Man kann bestimmt auch nicht alle pflanzen selbst vermehren, blumen zum beispiel?

  2. Liebe Shia,
    ich bin in einer Zwickmühle. Was mache ich mit unseren Fleecejacken? Weitertragen, bis sie hinüber sind, und so weiter Mikroplastik verursachen? Spenden oder verschenken (gleiches Dilemma)? Wegschmeißen ist auch keine Alternative, oder? Was hältst Du von der Guppy-friend-Geschichte ( http://guppyfriend.com/)?
    LG, ayse

    • Hey Ayse,
      Guppy Friend finde ich super, werde ich mir auch kaufen, wenn es raus ist. Fleecejacken kann man statt waschen auch auslüften, man trägt sich ja auch eigentlich nicht direkt am Körper. Eine weitere Möglichkeit ist das Gefrierfach statt waschen.
      Liebe Grüße,
      Shia

  3. Hallo Meike,
    wahrscheinlich hast Du schon eine Lösung für Dein Unterwäsche-Problem gefunden 😉
    Sonst hätte ich eine Idee: falls Du eine Nähmaschine hast, kannst Du Unterwäsche für Deine Kinder und natürlich für Dich auch selbst nähen, z.B. aus alten T-Shirts, die zu klein oder nicht mehr tragbar sind oder aus Stoffresten. Meine Kinder finden´s lustig, T-Shirts vom Papa als Unterhemden zu tragen oder bunte Patchwork- Unterhosen….
    LG, ayse

  4. Hallo Lady´s and Gentlemen,
    Ich habe mal eine sehr spezifische Frage. Es geht um Kleidung.
    Vorweg- ich bin begeisterter Secondhand Kleidungs- und Schuhkäufer geworden.
    Ich bekomme die Bekleidung meiner Familie und mir zu gut 70% Secondhand gedeckt.
    Ausnahmen muss ich machen, wenn es sehr dringend wird. So musste ich zur Wintersaison öfters mal für die Kinder neue Winterjacken kaufen, da sie den Jacken desVorjahres entwachsen waren. Und wenn es kalt wird, kaufen natürlich alle gerne Winterjacken. Da Secondhand die passende Jacke mit zwei frühpubertierenden zu bekommen, kann ein Spießrutenlauf sein. Egal, ich schweife ab. Es geht um Unterwäsche. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, secondhand Schlüppis oder BH´s oder Unterhemden, geschweige denn Socken zu kaufen. Ok, als die Jungs noch Babys waren, habe ich Bodys gebraucht gekauft… Aber nur von Bekannten. Also nun die Frage: wo bekommt man „Zero waste“ Unterwäsche her? am besten noch vom fairen Label, sowie bezahlbar? (drei Kinder, ne Menge Unterwäsche) Gut, ich kriege Unterwäsche aus Bio- Baumwolle, auf die Tüte kann ich im Laden verzichten, nur was macht man mit diesen Pap- oder Plastik- Einnähern? Hat die schonmal jemand ohne bekommen? Genauso schwierig finde ich es als Frau bequeme, im optimalfall hübsche, faire Unterwäsche zu bekommen. Ich freue mich auf Eure guten Tipps . Meike

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