11 Tipps für mehr Müllvermeidung in Schule, Studium und Beruf

Heute gibt euch die liebe Julia Tipps für mehr Nachhaltigkeit in der Schule, im Studium und auch im Büro. Wie wir alle wissen, ist es gerade in den Bereichen nicht einfach, da man nicht immer selber das Sagen hat, wo es bitteschön lang geht.

Nichtsdestotrotz heißt es nicht, dass man nicht hier und da doch Spielraum hat, den man selbst gestalten kann. Da ich ja (glücklicherweise) schon seit über vier Jahren aus dem Unistress, und seit knapp 2 Jahren auch schon wieder aus dem Alltagswahnsinn des Bürolebens raus bin (wahahaha 😈), habe ich mich sehr gefreut, dass Julia sich bereit erklärt hat, hier ihre alltagserprobten Tipps mit euch zu teilen!

Denn Julia ist Studentin und sie lebt ebenfalls Zero Waste. Sie ist übrigens immer mein positives Beispiel, wenn mir Leute sagen: „Naja, du kannst Zero Waste ja nur machen, weil du das Angebot in der Stadt hast und weil du vegan lebst und dir deshalb kein Fleisch oder Käse kaufen musst.“ Denn Julia wohnt auf dem Land und bekommt sehr wohl ihren Aufschnitt und ihr Fleisch beim Metzger in der Pfanddose 😉. Da wohl viele Leute im Ort ihre Sachen gerne in ihre eigene Dose haben wollten, hat der gute Mann ein Pfandsystem eingeführt, um das auch hygienisch einwandfrei bewerkstelligen zu können! Hut ab für Julia und auch für den innovativen Lembecker Metzger! Ja, es ist tatsächlich so, dass es was bringt, zu zeigen, dass Nachfrage dafür da wäre, indem man das den Betreibern sagt 💪!

1 Kleistern statt klebern 😜

Nicht nur in der Grundschule wird gebastelt, sondern auch zu Hause. Selbst ich mit meinen 25 Jahren bastle noch sehr gerne 😊. Man benötigt eigentlich immer Kleber zum Basteln. Dieser ist immer in Plastikverpackungen abgefüllt und kleine Mengen sind sehr teuer. Aus dem Kindergarten kenne ich noch die günstige Alternative: Kleister! Mit einer Packung Kleister lässt sich ewig basteln. Ich brauche gar nicht extra Kleister anrühren, denn im Verwandten- und Bekanntenkreis bekommt man ja mit, wenn jemand neu tapeziert und da bleiben immer Reste übrig. Die füll ich mir in ein Marmeladenglas ab und damit komme ich sehr lange hin. Kleister an sich ist nicht gerade umweltfreundlich. Wer am umweltfreundlichsten kleben möchte, kann Kartoffelkleber selbst herstellen. Aber bitte beachten, dass man diesen sofort aufbrauchen muss. Hier ein Link zum Rezept: http://www.bastelstunde.de/klebstoff-aus-kartoffeln-selber-machen-materialherstellung/

2 Buntstifte statt Feinliner

Das Etuimäppchen wimmelt häufig nur so vor Plastik. Doch auch hier gibt es genügend Alternativen. Anstatt den Feinliner kann man Buntstifte aus Holz nehmen.

3 Textmarker zum Nachfüllen oder Textmarker-Buntstifte

Sehr beliebt – vor allem unter Studenten – ist natürlich der Textmarker. Ja auch hier habe ich länger nach einer Lösung gesucht. Zuerst bin ich auf Buntstifte mit Neonfarbe gestoßen, doch dann habe ich schnell gemerkt, dass das Markieren länger dauert und in der Vorlesung dazu keine Zeit ist. Aber für zu Hause kann man sie gut benutzen.

Nachfüllpacks für Textmarker

Nachfüllpacks für Textmarker

Dann bin ich auf den nachfüllbaren Textmarker gestoßen.

4 Holz statt Plastik

Jedes Etui braucht ein Lineal, doch die Plastiklineals brechen ziemlich oft durch. Ein Holzlineal hält dagegen die gesamte Schullaufbahn 😊.

Wenn das Lineal zum Einsatz kommt, kommt auch häufig ein Radiergummi und ein Bleistift zum Einsatz.

Plastikfreier Anspitzer, ein Bleistift aus Holz (statt eines Druckbleistifts) und ein Radiergummi aus Naturkautschuk

Radiergummis gibt es schon lange aus Kautschuk und Bleistifte sind zwar bereits aus Holz, jedoch werden sie irgendwann kurz und landen viel zu früh in den Müll. Eine Verlängerung (im Schreibwarenhandel erhältlich) zum draufstecken lässt den Bleistift wieder besser in der Hand halten. Die Anspitzreste vom Bleistift dürfen übrigens auf den Komposthaufen!

5 Füller mit nachfüllbaren Patronen

Beliebtes Schreibmittel ist auch der Füller. Die Mienen sind teuer und immer aus Plastik, doch auch hier gibt es eine gute Alternative. Kaufe Patronen, die du selber wiederbefüllen kannst. Am besten schaffst du dir 3 Stück an, dann hast du immer einen kleinen Vorrat bei dir. Das Gleiche gilt für Kugelschreiber. Wir werden beschmissen mit Werbegeschenken. Wir lehnen Werbegeschenkkugelschreiber ab, denn man kann auch für Kugelschreiber Nachfüllpatronen kaufen. Diese halten auch viel länger 😉.

6 Papier statt Plastik

Ein plastikfreier Schnellhefter aus Recycling-Papier

Ein plastikfreier Schnellhefter aus Recycling-Papier

Schnellhefter sind eine nützliche Sache, doch leider in 99 % der Fälle aus Plastik. Doch auch diese gibt es aus Papier und mit dem Umweltsiegel „blauer Engel“. Falls ihr noch Plastikschnellhefter Zuhause habt, benutzt sie erst auf und schafft dann einen Papierschnellhefter an.

7 Papiersparend drucken und kopieren

Oftmals wird in der Schule leider nicht doppelseitig kopiert. Ihr könnt die Rückseite für eure Notizen oder Hausaufgaben benutzen. Im Studium werden Skripte häufig nur noch online zur Verfügung gestellt. Das ist toll, denn so muss es nicht mehr gedruckt werden und kann direkt auf dem Tablet-PC oder E-Book-Reader gelesen werden.

Lieber mehrere Seiten auf eine kopieren, und das Blatt doppelseitig bedrucken!

Lieber mehrere Seiten auf eine kopieren, und das Blatt doppelseitig bedrucken!

Falls ihr zu den Studenten gehört, die beim Lernen und in der Lesung gern auf den Folien/im Skript Notizen machen (ja da gehöre ich leider auch noch zu), so druckt oder kopiert das Skript bzw. die Präsentation doppelseitig und auf eine Seite zwei Seiten, sodass im Ergebnis 4 Folien/Seiten auf ein Blatt Papier passen.

8 Durckerpatronen an Hersteller zurückschicken

Wo wir gerade beim Drucken waren, alte Druckerpatronen kann man zum Hersteller kostenlos zurückschicken. Diese werden wiederbefüllt. Dazu einfach auf der Seite des Herstellers eine Postmarke ausdrucken und in einen gebrauchten Karton zurücksenden. Für Druckerpatronen gibt es auch Nachfüllpatronen, die ihr selber nachfüllen könnt.

9 Setz auf Recycling-Papier

Apropos Papier, Shia hatte bereits erwähnt, dass ein Blatt Papier 10 Liter Wasser kostet und täglich viele Bäume gerodet werden. Wie schnell landet ein Papier wieder im Müll? Sehr schnell! Drum spare nicht nur Papier sondern das Papier, was du drucken „musst“, drucke auf Recyclingpapier. Hier muss man aufpassen. Am umweltfreundlichsten ist gräuliches recyceltes Papier, denn dieses ist nicht noch extra weiß geblichen.

Collegeblock aus Recycling-Papier mit dem Blauen Engel

Collegeblock aus Recycling-Papier mit dem Blauen Engel

Auch bei Collegeblöcken achte ich auf gräuliches recyceltes Papier. Ebenfalls sollte man bei Heften auf Recycling achten. Häufig ist der Umschlag der Hefte beschichtet und damit schlecht recycelbar. Viele Eltern packen die Hefte der Kinder gerne in Umschläge – aus Plastik – doch auch hier gibt es nicht nur eine umweltfreundliche sondern auch eine günstige Alternative: Zeitung! Sie schützt ebenfalls vor Dreck und Eselsohren.

Post-its für Bücher aus Papier statt aus Plastik

Post-its für Bücher aus Papier statt aus Plastik

Statt der kleinen Plastik-Post-it’s gibt es übrigens auch welche aus Papier.

10 Briefumschläge aus alten Karten?

Zum generellen Postverkehr kann ich noch sagen, dass wir das meiste per Mail versenden, doch leider muss man ab und zu doch noch etwas per Post versenden. Entweder nehmen wir gebrauchte Briefumschläge oder einen Briefumschlag von direktrecycling.net. Dieses Unternehmen stellt Briefumschläge aus alten, nicht mehr aktuellen Stadtkarten her. Die Stadtkarten wären sonst direkt in den Müll gewandert und so können sie nochmals verwendet werden. Eine tolle Sache! Wenn ihr einen benutzen Umschlag wieder verwendet und von der Post unten ein orangefarbiger Code abgedruckt ist, dann überklebt diesen oder macht eine Notiz drauf „Umschlag wiederverwendet – der Umwelt zu Liebe“. Ich habe mir meinen Stempel mit diesem Satz bestückt und einfach alle Umschläge gestempelt. Das ging schnell und fällt auf, sodass der Postbote oder auch der Empfänger Bescheid weiß 😉. So werden vielleicht auch noch mehr Leute aufmerksam und benutzen ebenfalls ihre Umschläge .

Die Fenster in Briefumschlägen bestehen übrigens in der Regel aus Plastik. Es gibt auch welche aus Cellulosefasern. Für den Privatbedarf kann man einfach auf Briefumschläge aus Altpapier (z.B. mit dem Blauen Engel) ohne Fenster umsteigen.

11 Briefumschläge als Notizzettel

Briefumschläge, von Briefen, die nach Hause flattern, benutzen wir als Notizzettel

Briefumschläge, von Briefen, die nach Hause flattern, benutzen wir als Notizzettel.

Damit generell weniger bei euch zu Hause einflattert, kann man auch die Werbung einfach abbestellen.

Generell gilt der Grundsatz: Erst alte Bestände aufbrauchen, bevor ihr auf die umweltfreundliche Alternative umsteigt. Oder wer sofort starten möchte, kann auch seine alten Bestände verschenken 😉. Ich wünsche euch viel Spaß beim Umsetzen 😊!

27 Kommentare

  1. Ich habe Kiloweise „Schmierpapier“, leider bin ich die einzige in der Familie, die es benutzt. Und wenn ich mal was „offizielles“ ausdrucken möchte, ist das Papier im Drucker leer. 🙁

  2. Wieder super Anregungen um um- und mitzudenken – danke! 🙂
    Letzte Woche habe ich im Copyshop um die Ecke nach Recyclingpapier gefragt und wurde aufgeklärt, dass sich von diesem Papier in der Regel feiner Staub löst, welcher sich auf die druckenden Teile legt. Man kann diese davon nicht befreien, sondern müsste sie ersetzen. Womit man, seiner Aussage nach, auch gleich einen neuen Drucker kaufen könne. Logisch kann ich das nachvollziehen. Vielleicht sollte man dann doch nur auf Recyclingpapier schreiben und zum Drucken das Weiße/Glattere verwenden.
    Grüße, Grüße!

    • Hi Grashalm,
      das ist ja witzig, weil wir unseren Laser-Drucker 8 Jahre lang hatten und gerade zu Studienzeiten gaaaanz viel damit gedruckt hatten. Immer ausschließlich mit Recycling-Papier. Dazwischen stand er auch ein Jahr bei einer Freundin, die ihn ebenfalls gut ausgereizt hatte – ebenfalls ausschließlich mit Recycling-Papier. Den Drucker haben wir vor 3 Monaten weiterverschenkt, wo er wieder fröhlich im Betrieb ist. Mehrere tausende Seiten hat er schon auf dem Buckel, und bis auf den Toner, der ja ausgetauscht werden muss, wenn er leer ist, mussten wir da rein gar nichts austauschen und er lief weiterhin wie eine eins. Beim Verschenken war es an der Zeit, dass er eine neue Trommel bekam, denn die nutzt sich irgendwann einfach ab (die sorgt dafür, dass der Toner richtig eingebrannt wird), hat aber auch um längen länger gehalten als angegeben. Wir haben sie aber in regelmäßigen Abständen heraus genommen und gereinigt.
      Vielleicht hat der gute Mann recht, aber nach unserer eigenen Erfahrung würde mich nach doch sehr sehr wundern ;).
      Übrigens gab es bei uns an der Uni an allen Kopierern nur Recycling-Papier, und an denen in der Bibliothek habe ich mein ganzes (überlanges) Studium lang kopiert und die wurden erst gegen Ende meines Studiums durch moderne ausgetauscht, die mit automatischem Einzug scannen, automatisch doppelseitig drucken und worüber man auch als Student dann Datein ausdrucken konnte.
      Danke auf jeden Fall für den Hinweis, aber ich persönlich zweifle ja eher dran ;).
      Liebe Grüße,
      Shia

  3. Hi ihr Lieben,

    jetzt komme ich endlich mal dazu, mich zu der hitzigen Diskussion zu äußern.

    Zu den angesprochenen Punkten:

    Zero Waste = vegan?

    Zero Waste und vegan sind meiner Meinung nach einfach nicht gleichzusetzen, egal, wie löblich das wäre. Nach der Logik wären auch alle Veganer keine Veganer, weil sie Ersatzprodukte in Plastik einkaufen, und an Plastik schließlich auch Tiere elendig verenden. Oder weil trotzdem Palmöl verarbeitet wird, und aufgrund der Gewinnung von Palmöl schließlich tausende von Tierarten bedroht werden.

    Das sehe ich auch umgekehrt bei Zero Waste. Bei Zero Waste geht es für mich in erster Linie um die Müllvermeidung in der letzten Instanz, nämlich der letzte Schritt zum Konsumenten. Für mich ist der Grund einfach: Ich bin kein Politiker oder CEO von Nestlé. Ich sitze nicht an den Schaltstellen, wo man diese Entscheidungen zu Handelsnormen oder zur Art der Produktion treffen kann. Ich habe aber sehr wohl Kontrolle über mein eigenes Konsumverhalten. Und da gibt es bereits genug Baustellen, denen man sich zuwenden kann und die einen auch erst mal auf Trab halten, weil man viel erst mal dazu lernt.

    Klar, ich persönlich sehe auch zu, dass ich an anderen Stellen, die nicht direkt da reinfallen (Strom, tierische Produkte, Kaffee, Kakao, Palmöl usw.) mich den ökologischeren Optionen und Alternativen annähere. Aber das ist einfach nicht der Anspruch von Zero Waste, denn dabei geht es für die meisten Zero Waster nun mal um die Müllvermeidung, und allem voran dabei natürlich die Vermeidung von Plastikmüll. Und wie bei vegan ist man nie ganz “zero”, es sei denn, man schafft es, komplett als Aussteiger im Wald und ohne Gemüseanbau u.Ä. zu leben, denn ja, auch der eigene Gemüseanbau ist streng gesehen ein Eingriff in die Natur.

    Sowohl vegan als auch Zero Waste sind einfach Utopien, und es geht einfach darum, damit zu sagen, dass man diese unterstützt, vor Augen hat und eben darauf hinarbeitet. Echte Demokratie gibt es ja auch nicht, und doch sagen wir alle, dass wir in einer leben :P. Auch heißt streng genommen “Zero Waste” “Null Müll” oder “Null Verschwendung”. Von Umweltschutz und davon, die Umweltbelastung auf Null runter zu schrauben ist keine Rede.

    Es gibt so viele Richtungen, aus denen man versuchen kann, etwas ökologischer zu leben. Zero Waste ist ja nur eine von vielen. Auch wenn die wenigsten Veganer zero-waste-mäßig auf Müll achten, so hilft das Vermeiden tierischer Produkte eben auch schon der Umwelt. Andere steigen auf Ökostrom um und achten sehr darauf, wenig Strom zu verbrauchen und sparsam zu heizen. Nochmal andere engagieren sich vielleicht als Aktivisten oder versuchen, politisch aktiv zu werden. Es gibt auch Menschen, die an Alarmsysteme aus alten Smartphones bauen, die dann Alarm schlagen, wenn irgendwo illegal Regenwald gerodet wird. Und wahrscheinlich wird es keine einzige Person geben, die alles machen kann. Das ist allein ja schon organisatorisch gar nicht möglich – will sollte man das alles in einen 24-Std.-Tag bekommen?

    Ich für mich möchte also nicht defizitorientiert auf solche Sachen gucken, sondern Menschen unterstützen, in dem, worin sie sich engagieren, damit sie ihr Engagement vielleicht auch von dort aus ausbauen können. Und ich persönlich habe gar kein Problem mit Zero Wastern, die (noch?) Fleisch oder andere tierische Produkte konsumieren. Natürlich wäre es mir anders lieber, aber wir leben nun mal nicht in einer Utopie, und diese Zero Waster sind für mich nicht die Menschen, die das Problem sind. Die meisten Zero Waster essen ziemlich wenig Fleisch und versuchen, das immer weiter zu reduzieren, wenngleich das Ziel vielleicht nicht ist, das ganz vom Speiseplan zu streichen. Das Problem ist die große Mehrheit, die sich gar nicht damit auseinandersetzen und Fleisch und generell alles so konsumieren, als gäbe es kein Morgen. Würde davon nur die Hälfte so bewusst mit dem Konsum tierischer Produkte umgehen, hätte man schon ganz schön viel geschafft.

    Wer entscheidet, was genau “vegan” oder “Zero Waste” ist??

    Genauso wie ich keinem anderen abverlange, Zero Waste zu leben, verlange ich auch keinem ab, vegan oder sonst wie “konsequent” zu leben. Was heißt das schon?

    Sowieso nervt mich diese häufige Diskussion unter Veganern enorm: “Aber du bist kein echter Veganer, wenn du es aus gesundheitlichen Gründen tust, oder wenn du trotzdem noch Lederschuhe trägst.” Verdammt noch mal, wer entscheidet das?? Haben wir jetzt doch eine Vegan-Zensurbehörde? “Zero Waste Label”? Haben wir jetzt schon ein Zertifikat dafür…?

    Liebe Anne, du kannst natürlich wie jeder auch deine eigene Definition von Zero Waste haben, das finde ich voll in Ordnung. Für dich gehört vegan zu Zero Waste. Für mich ist beides Teil eines Größeren – nämlich Teil des Wunsches, zumindest so wenig wie möglich auf Kosten von Mensch, Tier und Umwelt zu leben. So oder so, ich denke jeder hat seine Definition, und das ist einfach so. Für die meisten Zero Waster gehört das nicht zusammen. Hinter dem Fleischkonsum steht eine andere Ethik, die auch nichts mit Umweltschutz zu tun hat. Nämlich, dass zwar Massentierhaltung ganz blöd ist, aber Fleisch und tierische Produkte zu essen schon erwünscht ist. Ich persönlich sehe das anders, aber ich respektiere das bei anderen und möchte niemandem etwas aufzwingen, schließlich möchte ich das umgekehrt auch nicht. Ich mache lieber mein Ding, benenne die Gründe und möchte auch zeigen, dass es eben Vorzüge hat, vegan und/oder Zero Waste zu leben. Und jeder kann für sich selbst entscheiden, ob er das auch so sieht und vielleicht die gleichen Vorzüge genießen möchte. Und einige Menschen wird man so oder so “nicht bekommen” – ich zweifle sehr daran, dass der genannte Metzger vegan wird, egal, ob man nun vehement versucht, ihn dazu zu überzeugen oder nicht.

    Ich hatte schon auf Instagram Diskussionen wegen Waschnüssen und den Export nach Australien. Nach meiner Version von Zero Waste würde ich das in der Lebenssituation nicht kaufen, aber für die Zero Wasterin in Australien ist das die für sie mit ihrem Gewissen am besten vereinbarste Option (wegen Unterstützung von Fairtrade vs. chemisches Waschmittel als Alternative, weil es in Australien nun mal keine Rosskastanien zum Waschen gibt). Das finde ich auch voll in Ordnung, und ich fand es total interessant, wie es für sie so ist (deswegen hatte ich ja überhaupt nachgefragt, es hatte mich einfach interessiert, aus welchen Gründen sie sich dazu entscheidet). Das ist ihre Version von Zero Waste, und es war keine unüberlegte Entscheidung. Sie hatte sich im Vorfeld damit auseinander gesetzt und ist zu dieser Entscheidung gekommen, statt wie die meisten Leute, die einfach konsumieren, ohne das jemals zu hinterfragen. Und manchmal gibt es leider nicht die „perfekte Lösung“, und man muss für sich entscheiden, was der bessere Kompromiss ist.

    Jeder wie er kann und will – es ist ein Prozess, auch wenn man es selbst nicht immer merkt

    Und wie ich immer und immer wieder sage: Irgendwo muss man einfach anfangen. Und es ist für den Erfolg eines solchen Unterfangens einfach nicht sinnvoll, direkt bei den für einen selbst schweren Sachen anzufangen. Das wäre, als ob man direkt bei Level 42 einsteigen würde – ziemlich überfordernd. Es gibt meistens genug Baustellen, wo einem eine Umstellung gar nicht weh tut. Dort kann man erst mal anfangen und etwas Übung bekommen, um dann immer anspruchsvollere Umstellungen umzusetzen.

    Außerdem gibt es für mich da keine scharfe Trennlinie und sehr wohl viele Abstufungen. Was spricht gegen “70% vegan” (wenn es überhaupt ein 100% gibt) und “60% Zero Waste”? Wir leben leider leider in keiner idealen Welt und von der jetzigen Lebensrealität aus geguckt wäre das schon ein ganz schöner Fortschritt.

    Wie Kaddi freue ich mich über jeden, der sich überhaupt mal in diese Richtung bewegt. Und vieles kommt auch einfach mit der Zeit. Ich hatte NIE geplant, überhaupt vegetarisch zu leben, und guck, wo ich denn jetzt gelandet bin. Wäre ich damals schon auf die militanten Veganer getroffen hätte ich ganz sicher nicht weiter gemacht, weil ich mich direkt schlecht und vor allem komplett überfordert gefühlt hätte. Ich hatte das Glück, dass mich auf Cake Invasion einige liebe vegane Leserinnen ganz behutsam an die Hand genommen hatten. Sie haben mir geholfen, mich Schritt für Schritt zurecht zu finden, damit ich überhaupt mal den Schritt zum Vegetarier schaffe! Nie haben sie mir einen Vorwurf gemacht, dass ich ja trotzdem noch Käse, Milch und Eier aß oder dass ich “nicht genug” täte. Mein Mann und ich haben uns über zwei Jahre von dort aus nach und nach ganz vorsichtig Richtung vegan gearbeitet, ohne uns jemals sicher zu sein, dass wir es schaffen würden, dort anzukommen (das war vor allem bei mir auf der Arbeit mit Vegetarisch schon richtig hart, weil das auf so viel soziale Ablehnung stieß). Hätte mich damals jemand gefragt, hätte ich gesagt, dass wir wahrscheinlich weiterhin “zu Hause Veganer, soziale Vegetarier” bleiben würden.

    Und ja, ich denke, dass das innovativ von dem Metzger ist. Klar, würde er seine Metzgerei in einen Tofu-Laden umwandeln, wäre das noch ökologischer. Aber das ist leider einfach keine realistische Option. Das wäre, als ob man mir sagt, ich unsportliches Ding soll statt nach Portugal zu fliegen mit dem Fahrrad fahren. Von meiner jetzigen Fitness her wahrscheinlich ein Selbstmord XD. Ich würde also trotzdem mit dem Zug fahren, auch wenn Fahrradfahren natürlich absolut gesehen natürlich noch ökologischer wäre. Und realistisch gesehen würden sich die Leute doch keinen Tofu kaufen, sondern stattdessen sich das Fleisch im Supermarkt doppelt und dreifach eingepackt über die Theke reichen lassen. Traurig alles, aber wahr, schnüff. In dieser Welt möchte ich auch einfach den Metzger anerkennen, der ein Pfandglassystem anbietet, und die anderen Zero Waster, die trotzdem noch Fleisch essen.

    +++
    So, das ist also meine Meinung :D. Damit bin ich generell auch schon bei veganen Gruppen auf viel Unmut gestoßen, aber ich stehe dazu ;). Es gibt in vielen Bereichen, wo der entscheidende Faktor am Ende eine ethische Einstellung ist, einfach keine eine Lösung; häufig nicht mal ein Richtig und Falsch.

    Anne, ich kann dich und deine Einstellung absolut verstehen. Wenn es nach mir ginge wäre ich wahrscheinlich Diktator und würde erst mal die Welt auf eine vegane Ernährung zwangsumstellen, es stünden überall nur noch Unverpackt-Läden und die ganze Mode-Industrie würde ich um 95% verkleinern und es gäbe nur noch 1 Kollektion pro Jahr, die aber dann komplett Fairtrade, vegan und Bio wäre XD. Atomkraftwerke und Kohlekraft ade! Ich glaube, der Unterschied zwischen uns beiden liegt einzig und allein darin, dass du von der Utopie und ich von der traurigen Realität her denke. Achja, und die Definition von Zero Waste ;).

    Und ich kann auch Heide verstehen, die sich fragt, ob nur weil sie Fleisch isst, sie dann keinen Umweltschutz an anderer Stelle betreiben könne. Ich denke, dass es keine Frage von alles-oder-nichts ist. Den ganzen Leuten, die mir immer sagen: “Ich könnte ja nie vegan leben, ich hänge ja viel zu sehr an Käse”, sage ich: “Ja, dann iss halt weiter Käse. Aber an den anderen Stellen kann man ja trotzdem vegan leben, das würde ja trotzdem viel bringen. Oder halt weniger Käse essen. Es gibt ja so viele Möglichkeiten, trotzdem etwas zu bewirken.”

    Liebe Alina, ich kann auch dich gut verstehen, und ich bin nicht grundlos aus vielen veganen Facebook-Gruppen wieder ausgetreten. Ich glaube nicht, dass Anne das so gemeint hat, sondern sie einfach eine andere Definition von Zero Waste hat.

    Liebe Martina, wie auch du will ich einfach mit gutem Beispiel voran gehen :). Und nach meiner Erfahrung steckt man ja doch hier und da Menschen an, hehe.

    Und Sandi, es stimmt, manche Leute brauchen einfach mehr Zeit. Mein Mann und ich haben ja auch lange gebraucht, um bei vegan anzukommen ;).

    Danke auch an die liebe Ilka, auch für deine wirklich schönen Kommentare, ich glaube, wir ticken da ziemlich ähnlich, auch wenn ich es immer nicht in kurz rüber bringen kann XD…

    Liebe Grüße an euch alle,
    Shia

    • Liebe Grüße von mir zurück, liebe Shia, du hast es absolut auf den Punkt gebracht, danke und ein schönes Wochenende

    • Ich finde deine Einstellung super! Ich bin auch froh, wenn ich mehr und mehr Bewusstsein sehe bei den Menschen in meinem Umfeld. Meinem Vater war z.B. vegetarisches Essen schon so fremd, er gehört zu den Menschen, die Fleisch in jeder Mahlzeit als normal empfinden. Als ich ihm vor einigen Jahren einen industriell gefertigten Fleischersatz (leider in Verpackung) gab, war er total begeistert und konsumiert seitdem etwas bewusster.
      Das finde ich für einen Menschen mit seinem Hintergrund und seiner Umgebung (konservatives Dorf) echt toll. Wenn ich ihn ständig beschuldigt hätte unverantwortlich zu konsumieren, hätte es nichts bewirkt.
      Die Welt ist nicht perfekt, aber wir können immer mehr darauf hinarbeiten sie zu verbessern – da bringt uns Fokus auf positive Beispiele richtig viel!

  4. Liebe Julia,

    danke für die tollen Tipps. Vieles davon mache ich auch, aber der Tipp mit dem Stempel „der Umwelt zuliebe“ ist super. Ich mag es, unaufdringlich auf Dinge aufmerksam zu machen 🙂

    Gerne mehr davon!

  5. Hallo, interessante Dikussion vom Schreibkram zur (sehr intensiven ) Auseinandersetzung über Veganismus!!
    Naja, was ich noch beisteuern wollte:
    Es gibt zwar Kugelschreiber, die aus einer Papprolle mit Kunststoff/Metalleinsatz bestehen, aber da man die Mine beim SONDERMÜLL entsorgen sollte ist diese Alternative wohl obsolet!!
    Ich habe auf dem Flohmarkt mal einen Füller aus Holz/Metall (und ca. 2,5 cm Kunststoff, wo die Feder drinsteckt) gefunden, aber die Patronen sind halt aus Kunststoff.

    Was echt cool ist, es gibt „Federn“ komplett aus geschnitztem Bambus oder ganz aus Glas, die man ins Tinten“fass“= glas eintaucht- leider sind die für unterwegs nicht so geeignet, sondern mehr kalligrafisch einsetzbar.
    Mein Traum wäre ein auffüllbarer Kolbenfüller (wie früher, siehe Kaddi), der aus Metall ist – fast egal wie teuer (oder meinen anderen Flohmarktfund= uralter Kolbenfüller) wieder funktionstüchtig zu machen!!
    Grüße Chrissi

  6. Liebe Anne, falls du die Kommentare doch noch lesen solltest: Die Bemerkungen über meinen Mann und meinen Sohn waren als Scherz gedacht. Es tut mir leid, wenn es bei dir anders angekommen ist. Liebe Grüße, Martina

  7. Hi,

    leider haben ja Füllhalter-dienich finden konnte immer so dicke Plastik-Deckel, weshalb ich eigentlich nur noch mit Bleistift schreibe, wenn möglich.

    Ich hab mir gebraucht einen Druckbleistift besorgt (der ist sogar fast komplett plastikfrei) und bei memo Mienen in Glasröhrchen mit Korkdeckel gekauft. Früher hatten die mal welche in Papierröllchen, vielleicht kriegt man die auch noch irgendwo?
    In einem Glasröhrchen sind 48 Stück, das hält ewig. Wir haben einfach 4 gekauft, ich glaube, das reicht mein ganzes Leben lang 😉
    Memo verschickt auf Wunsch in Pfand-Verpackungen, allerdings in Plastik, was ja irgendwann wieder Müll wird. Leider brauchen sie manchmal etwas Papier, damit der Inhalt besser geschützt ist…
    Das Optimum hab ich noch nicht gefunden, aber das ist vielleicht eine Alternative zum Stifte spitzen, was ja gerade z.B. mitten in der Vorlesung zu lange dauert.

    • „Füllhalter-Nachfüllpacks, die ich finden konnte“ sollte eigentlich da oben stehen 🙂

  8. Wenn Ihr Euch meinen Kommentar und meine Antworten genau durchgelesen hättet, hättet Ihr gelesen, dass ich nicht auf einer Mission gegen Fleischesser unterwegs bin. Selbstverständlich befinden sich in meinem Familien-, Freundes- und Kollegenkreis auch hauptsächlich Omnivoren, denen ich noch nie missionarisch begegnet bin. Im Gegenteil, Gespräche über vegane Ernährung werden ausnahmslos von ihnen und nicht von mir initiiert.

    Das Einzige, was ich widersprüchlich finde und auch das Einzige, was mich geärgert hat, ist, wenn Leute, die behaupten zero waste zu leben, ausgerechnet Fleisch essen. Dann leben sie schlichtweg nicht zero waste und ich finde es unehrlich und irgendwie scheinheilig sich dieses Label zu geben. Woher kommt überhaupt der Wunsch sich ein (nicht zutreffendes) Label zu geben?

    Überrascht war ich zu lesen, dass auch die Begründer der zero waste Bewegung zum Teil keine Veganer sind. (Danke Ilka für die Info und Deine sachliche Antwort!!) Vielleicht wäre auf Dauer die Umbenennung in less waste sinnvoller? Zero bedeutet für mich eben zero und setzt voraus, dass der Hauptfaktor für Umweltbelastung als erstes ausgeräumt wird.

    Wer aus meinem Kommentar und meinen Antworten etwas anderes herausgelesen hat und die Diskussion bewusst auf ein unsachliches Level (fleischessende Kinder zur Adoption freigeben, Scheidung von fleischessenden Ehemännern) heben möchte oder mich als aggressiv und missionarisch bezeichnet, der sollte sich fragen, warum er sich von meinem Kommentar und dem Verweis auf einen peta Artikel derart angegriffen fühlt….Und jetzt steige ich aus der Diskussion aus, weil ich ursprünglich nur zum Nachdenken anregen wollte. Auf Gedankenaustausch hatte ich Lust, auf die Beschäftigung mit grundloser Rechtfertigung und Unsachlichkeiten nicht.

    • Hi nochmal Anne!
      Ich möchte dir als Erstes sagen, dass du auf jeden Fall recht hast! Ich wollte dich nicht beleidigen und ich hoffe, dass das nicht so rüber gekommen ist.
      Die Zerowaste Bewegung wird, nach meinen Beobachtungen, tatsächlich überwiegend von omnivor lebenden Menschen getragen. Eine der bekanntesten Personen in Deutschland ist natürlich Shia, aber sie und alle anderen Veganer stellen im zerowaste, bisher, eine Minderheit dar. Vegan ist zwar grade total hip und das freut mich auch sehr, aber weitestgehend liegt der Umweltschutz in punkto Müllvermeidung in der veganen Bewegung leider nicht im Vordergrund. Wenn es grade passt, sind der Großteil der Inhaber veganer Shops, mit denen wir bisher Kontakt hatten, gerne bereit verpackungsfreie Einkaufsmöglichkeiten anzubieten. Aber die Möglichkeiten sind schnell erschöpft. Es scheint nur wenige Produzenten zu geben, die verpackungsfrei liefern. Verpackungsfrei Käse, Fleisch und Eier zu kaufen ist einfacher, als vegane Ersatzprodukte verpackungsfrei zu bekommen. Klar man kann auch einfach von Obst, Gemüse und veganen Trockenwaren wie Getreide und Hülsenfrüchten gesund leben. Aber nur auf natürliche vegane Produkte umzuschwingen, also echt alles selber zuzubereiten ist schon wieder eine sehr große Umstellung, vor allem für Menschen, die sich noch nie mit dem Thema Veganismus befasst haben.
      Was mir jedoch unter den omnivor lebenden Zerowastern aufgefallen ist, ist, dass der Großteil von ihnen sich wohl intensiver mit dem Thema Veganismus befasst. Trifft mit Sicherheit nicht auf alle zu. Aber es gibt diese Tendenzen und das finde ich eben auch sehr in Ordnung.
      Ich fand’s gut, dass sich Julia die Zeit genommen hat über dieses nicht-vegane Thema zu schreiben. Und ganz ehrlich gesagt, in unserer ländlichen Region hat grade der „Dorfmetzger“ seinen Betrieb aufgegeben, da er das Rentenalter erreicht hat. Dieser Metzger hat hauptsächlich die normal gehaltenen Tiere gekauft. Nun kaufen die Omnis alle ihr Fleisch beim Supermarkt. Ohne Worte. Diese Gesellschaft ist einfach noch nicht vegan.

      Ich hoffe, liebe Julia, dass du dies einigermaßen verarbeitet hast. Ist jetzt echt ne merkwürdige Situation – ich finde es toll, dass du zerowaste lebst und wünsche dir, dass es bei dir super weiter geht.

      Du hast auf jeden Fall zum Nachdenken angeregt, Anne. Ich bewundere deine Hartnäckigkeit und dein Engagement!

      Ganz liebe Grüße, Ilka

  9. Liebe Anne, es ist mir unangenehm das zu sagen, aber genau wegen solchen aggressiven Beschuldigungen und offensivem Missionieren „genießen“ Veganer ein negatives Image unter den Nicht-Veganern. Damit erreicht man leider nichts. Genau dafür bin ich Shia sehr dankbar ,dass sie – im Vergleich zu vielen anderen Vegan- oder zero waste-Blogs 😉 – alle anspricht und zwar mit Respekt und ohne jedes mal „ich bin vegan und du ein sch****Fleischesser,deinetwegen ist unser Planet am A****“ ins Gesicht zu reiben. Einen McDonalds-stammkunden überzeugt man von gesunder Ernährung auch nicht dadurch, wenn man ihn zu Sau macht, sondern indem man für ihn eine leckere gesunde Mahlzeit zubereitet und einfach schweigend (!) Zuguckt, wie er diese genießt 😉 so habe ich meinen viel Fleischessenden Lebensgefährten unauffällig und ganz ohne Druck zu einer zu 80% vegetarischen Ernährung gebracht 😛

  10. Erst einmal vielen Dank für die tollen Berichte
    Julia und Ilka. Ich folge diesem Blog, liebe Shia erst seit einigen Wochen und bin immer wieder erstaunt, was für einfache Alternativen es doch zu dem ganzen Plastikmüll gibt. Bei mir fing alles mit einer Laktoseunverträglichkeit an, die mir ganz viel Lebensqualität genommen hatte. Nachdem ich dann endlich wusste, was los ist, stand für mich fest, dass ich gar keine Milchprodukte mehr konsumieren werde. Kurz danach ließ ich das Fleisch weg ( auch vorher nur 1 bis 2 mal die Woche, Wurst esse ich eh seit Jahren nicht mehr. Und jetzt nach der langen Einleitung 😉 mein Hauptgrund für diesen Kommentar: Mein Mann und mein Sohn essen nach wie vor Fleisch, sie können sich überhaupt nicht vorstellen, dass es ein Leben ohne gibt0) Soll ich mich von meinem Mann scheiden lassen und den uneinsichtigen Sohn zur Adoption freigeben, liebe Anne? Meine Aufgabe sehe ich darin, die Leute durch mein Beispiel zum Nachdenken zu bringen und den einen oder die andere vielleicht von der Idee Vegan oder auch vegetarisch zu überzeugen. Zum Beispiel lebt meine Tochter jetzt auch seit einem Jahr vegetarisch, vegan ist ihr noch zu krass. Ich finde es toll, sie ist einen Schritt vorwärts gegangen und ich bin sehr stolz auf sie. Ob sie Veganerin wird, wird sie selbst entscheiden, es ist ja auch ihr Leben. Wie gesagt, ich glaube fest daran, dass es nichts bringt, mit „Anders essenden“ in Konflikt zu geraten. Wir können aber ein Beispiel geben und es dolgen dann mehr als man denkt. Und so hat mich mein Essverhalten zu diesem Blog geführt und ich bin dankbar und erstaunt, was er in mir ausgelöst hat. Es ist ein richtiges Abenteuer zu schauen, was man auch in einer Familie erreichen kann, in der lange nicht alle einsichtig sind. Klar ist jedoch, von diesen vier ist eine Person auf gutem Weg und steckt die restlichen drei vielleicht doch noch an XDXD. Viele liebe Grüße, Martina

  11. Hi Shia und Julia,

    ich muss Kaddi zustimmen, die Folien sind auch in unserem Fall eine Vorgabe aus der Schule gewesen und ich hab mich echt tierisch drüber geärgert. Überall wo ich Recyclingmaterial verwenden konnte habe ich es auch getan. Allerdings sind auch wir machtlos gegenüber dieser Flut von Papier. Da hilft wirklich nur auf Recyclingpapier umzusteigen.
    Die Idee mit dem Stempel für das unbenutzte Briefpapier finde ich super, Julia!

    An Anne:
    Wenn ich jetzt anfangen müsste in meiner Zerowaste-Bewegung zwischen Veganern und nicht-Veganern zu unterscheiden, dann hätte ich viele Tipps von großartigen Menschen nicht erhalten. Außerdem müsste ich mir dann neue Einkaufsmöglichkeiten suchen, denn weder unsere Marktleute noch der Unverpackt-Laden, in dem wir regelmäßig einkaufen, wird nicht von voll und ganz vegan lebenden Menschen betrieben. Nicht mal Bea Johnson oder Lauren Singer leben vollkommen vegan. Die verpackungsfreie Bewegung muss in meinen Augen von allen voran getrieben werden. Und das sage ich als Veganerin. Du hast recht mit dem was du sagst, Anne, aber Nicht-Veganer auszuschließen halte ich für falsch. Ihr Beitrag zur Müllvermeidung ist genauso wichtig. Und dass es in der Zerowaste-Bewegung einen so intensiven Austausch zwischen Veganern uns Nicht-Veganern gibt, finde ich großartig!

    Ganz liebe Grüße, Ilka

  12. Liebe Shia, ich finde Deine Blogs wirklich großartig, aber über den heutigen Beitrag, habe ich mich geärgert. Es ist natürlich besser, wenn man meint Fleisch essen zu müssen, dieses nicht auch noch in Plastik oder sonstigen Verpackungen zu kaufen, aber das ist ungefähr genauso löblich wie Auto zu fahren und dabei nicht auch noch Abfälle aus dem Fenster zu werfen. Das Pfandsystem eines Metzgers loben? Jemanden der Fleisch isst über zero waste schreiben zu lassen? Das ist für mich wie eine Ernährungsberaterin/ein Ernährungsberater, die/der sich von Fastfood ernährt.
    Als Veganerin und zero waste lebend bist Du, Shia und jede/jeder andere, der das tut ein Vorbild. Jede/Jeder, die/der Fleisch konsumiert ist es nicht, egal, wieviele zero waste Tipps er oder sie gibt. Denn wer Fleisch isst und sich umweltbewusst nennt, hat nicht verstanden, was die größte Umweltbelastung unseres Planeten ausmacht. Ich empfehle hierzu den Artikel „10 Gründe, warum es keinen Fleisch essenden Umweltschützer gibt“ auf der peta Website und um die fehlende Empathie für Tiere zu wecken, den frei im Internet erhältlichen Film „earthlings“. Bei zukünftigen Beiträgen würde ich mich freuen, wenn vegan leben oder auch der Versuch es zu tun, mindestens aber anzuerkennen wie umweltschädlich Fleischkonsum ist, Voraussetzung dafür wäre, anderen Anregungen zu Umweltschutz/zero waste zu geben. Viele Grüße nach Bochum

    • Ich bin mit einem Fleischesser verheiratet und finde es gut, wenn er Mehrwegverpackungen kauft und Plastikmüll einspart.
      Ihm jetzt jeglichen Umweltgedanken aufgrund seines (ziemlich niedrigen) Fleischkonsums abzusprechen, fänd ich absolut unfair.
      Es gibt doch nicht immer nur schwarz oder weiß bzw. Null oder 100 Prozent.
      Auch die vielen Graustufen bzw. Prozente dazwischen machen doch schon viel aus!
      Ich benutze auch noch Einweg-Klopapier und fahre ein Auto (ohne wäre ich hier auf dem platten Land verloren ;-)) – sind meine ganzen anderen Bemühungen damit null und nichtig und ich kann sie mir gleich sparen?
      Nachdenkliche Grüße,
      Kaddi

      • Unfair ist es, Tiere einzusperren und zu töten. Unfair ist es auch, dass Menschen hungern, weil für die „Fleischproduktion“ Ressourcen verschleudert und Land in Anspruch genommen wird, nur weil wir in den Industrieländern nicht auf Fleisch verzichten können.
        Natürlich ist es besser zusätzlich zum Fleischkonsum nicht auch noch Plastikmüll zu verursachen und niemand will Deinem Mann jeglichen Umweltgedanken absprechen, solange ihm bewusst ist, dass er mit seinem Fleischkonsum der Umwelt schadet. Und Dir scheint ja genau bewusst zu sein, welchen Beitrag Du zusätzlich zu dem, was Du ohnehin schon tust, noch leisten kannst. Sich aber als Zerowasteler zu bezeichnen und Fleisch zu essen (ich meine die Verfasserin des Beitrags, nicht Dich oder Deinen Mann) passt einfach nicht zusammen. Es geht mir lediglich darum, selbstreflektiert zu sein und sich bewusst zu machen, wo man in Sachen Umweltschutz steht. Dann kann jeder in seinem Tempo immer mehr verbessern oder auch Dinge beibehalten, die schwer zu ändern sind, z.B. Autofahren, wenn man auf dem Land wohnt. Sich aber Labels zu geben, die nicht zutreffend sind, ist Augenwischerei und damit ist niemand geholfen.
        @Shia „Innovativ“ wäre der Metzger aus meiner Sicht, wenn er zukünftig Tofu, Seitan und andere pflanzliche Produkte im Pfandsystem verkaufen würde.

    • Es ist schön zu sehen wie tolerant wir miteinander umgehen. Nur weil ich Fleisch esse, kann ich perse nicht Umweltschutz betreiben. kommt Ihnenin den Sinn, das nicht alle gleich weit sind in Ihren Bewusstsein und jeder für sich entscheidet, wie er lebt.

      Liebe Shia,

      Danke für den Beitrag, ich habe tolle Anregungen für meine Büroaltat mitgenommen. LG aus dem Norden.

      • Tiere behandelt auch niemand tolerant. Ihnen wird einfach unermessliches Leid in riesigem Ausmaß angetan, weil einigen Menschen das Fleisch so schmeckt.

        Wie ich es bereits in meiner Antwort an Kaddi geschrieben habe, finde ich es völlig in Ordnung, wenn jeder sein Tempo bewusst wählt. Es ist nur falsch zu behaupten man lebe zero waste, wenn man Fleisch isst. Nur weil die Umweltbelastung, die man verursacht nicht in einem Müllsack vor der Haustür steht, heißt es ja nicht, dass sie nicht in immensem Maß vorhanden ist.

        Jemand der sich tatsächlich „Umweltschützer“ nennen möchte, aber noch Fleisch isst, täte einfach gut daran, dies als erstes einzustellen, weil er/sie damit einfach den größten Beitrag leisten würde. Was ich falsch finde, ist sich bereits so zu nennen, obwohl man weiterhin das Umweltschädlichste schlechthin praktiziert. Das wäre unehrlich und zudem faktisch falsch.

        Ich möchte niemanden angreifen, der weiß, das Fleischkonsum schlecht ist und auf Dauer daran arbeitet ihn einzustellen. Das ist ein großer Schritt, den jeder in seinem Tempo geht. Aber bevor er/sie ihn nicht gegangen ist, ist er eben kein „Umweltschützer“ oder „Zero wasteler“. Er/sie richtet einfach nicht noch größere Umweltschäden an, indem er zusätzlich zum Fleischkonsum nicht auch noch Plastikmüll etc. verursacht. Besser als nichts, aber auch nichts, wofür man sich rühmen sollte.

    • Mein Mann war auch ein Allesesser, als wir geheiratet haben. Mitlerweile leben wir beide fast vegan – ganz ohne Druck von meiner Seite 😉 Manche Leute brauchen eben etwas mehr Zeit um alte Gewohnheiten und Anerzogenes zu hinterfragen… Das macht sie aber nicht zu schlechten Menschen.

  13. Nein, nein – nicht die Eltern packen die Hefte ihrer Kinder gerne in bunte Plastik-Umschläge – die Fachlehrer der Kinder geben vor, dass die Hefte in speziell farbige Hüllen gesteckt werden sollen…
    ICH als Mutter könnte gut auf Umschläge verzichten.
    Sag, wie packst du fertig befüllte Tintenkonverter lose in deine Tasche, ohne dass es eine Riesen-Sauerei gibt? Die Dinger sind ja nunmal vorne offen und werden erst im Füller quasi dicht?
    Ich habe meiner Tochter letzte Woche meine alten Füller vererbt, die direkt aufgezogen werden. Sie war ganz fasziniert!
    So hat sie dann einen Ersatzfüller im Mäppchen, wenn der andere leer geschrieben ist.
    Man kann auch leere Großraum-Tintenpatronen (die teuren von L**y z.B.) ganz prima mit einer alten Einwegspritze aus dem Tintenfass nachfüllen. Das klappt sehr gut und ohne Schweinerei.
    Damit kann man auch die Filzpatrone des alten Lieblingsfilzstiftes ganz oft nachfüllen 😉

    • Hi Kaddi,
      ich kann da leider nicht so weiterhelfen, denn mit einem Füller habe ich bestimmt seit über 13 Jahren nicht mehr geschrieben ;). Und ohne Kinder bekommen wir auch fast nichts mit, was heute so alles in der Schule so passiert, z.B. das, was du mit den Umschlägen schreibst…
      Umso mehr freue ich mich, das hier auf dem Blog durch Leser wie euch mitzubekommen :)!
      Danke und liebe Grüße,
      Shia

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